Sonntag, 17. November 2019

*Auf dem Seil* von Térezia Mora, erschienen im Luchterhand Verlag

*Werbung, unbezahlt*

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87497-5
Erschienen am  09. September 2019

Inhalt/Klappentext: Ist das Leben ein ewiger Balanceakt? Darius Kopp drohte an seinem Unglück zu zerbrechen. Drei Jahre sind vergangen, seit seine Frau Flora, seine große Liebe, gestorben ist. Der IT-Experte ist mit Floras Asche durch Europa gereist und schließlich auf Sizilien gelandet. Dort taucht eines Tages unverhofft seine 17-jährige Nichte auf. Das Mädchen ist allein unterwegs und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Lorelei braucht Darius‘ Hilfe – und er die ihre. Mit ihr geht er zurück nach Berlin. Und lernt, sein Glück daran zu messen, was man durch eigenen Willen verändern kann - und was nicht.

Die Autorin  Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.


Meine Meinung:

Ich möchte gern zu Beginn meines Leseeindrucks ein Zitat teilen: Zitat Seite 120 : 

"Olli ist nett, sagte sie. Und es ist umsonst. Eine richtige Wohnung. (Scham, Neid, Neugier. Eine richtige Wohnung. Sag nichts. Ich könnte auf einem Seil schlafen, wenn es sein müsste, aber sie braucht ein gutes Bett. Das sehe ich ein.)"


Die obigen Zeilen sind bezeichnend für den spannenden und extravaganten Schreibstil dieser Autorin. Jeder Satz, jedes Wort sind bedeutungsschwer, weisen auf die Gedanken des Protagonisten Darius Kopp hin, erzählen seinen inneren Dialog zwischendurch. Dann springt der Roman wieder in einen üblichen realen Verlauf. Mich hat diese Art des Schreibens fasziniert und begeistert. Das Buch ist ausserordentlich gut zu erlesen - auch nach einer Lesepause bin ich wieder gut zurückgekommen in diese faszinierende Welt eines 50 jährigen Mannes, der den Boden unter den Füssen verloren hatte. Glaubt er zumindest von sich. Ich sehe das ganz anders. Durch den Kontakt zu einer Nichte wird er wieder in die Realität geführt, denkt fürsorglich und vorsorgend. Er gibt alles, Kontakte, Geld, Emotionalität um dieses junge Mädchen zu behüten und in einer schwierigen Zeit zu versorgen. Denn Lore ist schwanger, leidet an unstillbarem Schwangerschaftserbrechen, ist völlig hilflos diesem schockierendem Zustand ausgeliefert. Darius Kopp erkennt das, liebt sie, das ungeliebte Kind seiner Schwester auf eine väterliche und berührende Art. Er braucht diese Liebe auch für sich, um seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Eine gerade Linie, wie auf einem Seil balancierend. 


 Ein Teil des Zitates  *auf einem Seil schlafen* hat sogar einen geschichtlichen Hintergrund aus dem Mittelalter. Menschen, die in der damaligen Zeit auf Reisen waren, sich keine Unterkunft und/oder Bettstatt leisten konnten, schliefen damals mit den Armen in Seilen eingehängt - im Stehen. Mit vielen anderen Reisenden in Gesellschaft - in den Gasthöfen.

 

Darius Kopp und Lore sind zusammen gereist, haben sich gegenseitig gehalten und ich durfte sie auf dieser bunten und ungewöhnlichen Reise begleiten. Herzlichen Dank an die Autorin und den Luchterhand Verlag für dieses grossartige Rezensionsexemplar!

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für dieses grossartige Buch, welches mich begeistert hat!

 

Mittwoch, 13. November 2019

*MIT DEM LITTLE LIBRARY Cookbook DURCHS JAHR* von Kate Young, erschienen im Wunderraum Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Michaela Meßner, Susanne Kammerer
Originaltitel: The Little Library Year
Originalverlag: Head of Zeus
Hardcover, Halbleinen, 320 Seiten, 17,0 x 24,0 cm, 120 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-336-54809-5
Erschienen am  30. September 2019

Inhalt/Klappentext: Die bekannte Londoner Foodbloggerin Kate Young ist überzeugt, dass es für jedes Buch in ihrem Regal die richtige Jahreszeit gibt. Von ihren Lieblingsbüchern hat sie sich zu leckeren saisonalen Gerichten inspirieren lassen, die dem Rhythmus der Jahreszeiten folgen. Neben über 100 leicht nachzukochenden Rezepten enthält ihr Buch unzählige Buchempfehlungen für Januar bis Dezember. Denn Lesen und Genießen gehören einfach zusammen. Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen. 

Die aus Australien stammende Kochbuchautorin Kate Young teilt ihre Passion für literarisch inspirierte Rezepte auf ihrem Foodblog »The Little Library Café« mit Fans auf der ganzen Welt. Das »Little Library Cookbook« wurde mit dem Guild of Food Writers Blogger of the Year Award 2017 und von kochbuch-couch.de als Kochbuch des Jahres 2018 ausgezeichnet. Kate Young lebt in London.


Meine Meinung: Schon das erste Buch der erfolgreichen Foodbloggerin Kate Young,  auch erschienen in einer tollen Ausstattung beim Wunderraum Verlag, hatte mich total begeistert, allerdings gibt es zum damaligen Buch keine Besprechung von mir.

Das oben gezeigte stabile Halbleinen Hardcover spricht wieder kochbegeisterte Menschen an  - und es gibt eine Steigerung. Auch passionierte Lesefreunde finden sicher Gefallen an den vielfältigen und besonderen Rezepten, die von der Autorin verbunden mit eigenen Koch - und Leseerfahrungen samt kleinen Auszügen aus der Weltliteratur vorgestellt werden. 

Das Versprechen , dass es durch das ganze Jahr führt, wird sehr gut eingehalten, ja sogar noch getoppt mit einigen Erweiterungen. Die Rezepte spiegeln sich nicht nur in den vier Jahreszeiten wieder, sondern sind in sechs Abschnitte eingeteilt, die da heissen:

Lange Winternächte

Erste Frühlingsboten

Der verschwenderische Frühling

Hochsommer

Wenn die Blätter sich verfärben

Wenn die Tage kürzer werden 

Stimmungsvolle Fotos der Gerichte unterstreichen die Wirkung jeder Seite auf den Betrachter. Passend zur jeweiligen Jahreszeit sind auch die Rezepte ausgewählt mit kurzen Leseabschnitten, wie zum Beispiel aus dem Roman *Anne von Green Gables* von L.M.Montgomery. 

Zitat Seite 212 : " Ich bin so froh in einer Welt zu leben, in der es einen Oktober gibt.". 

Kate Young berichtet in diesem Abschnitt aus ihrer persönlichen Schulzeit in Australien, ihrem Aufenthalt bei ihrer Ersatzfamilie mit vielen Erlebnissen im Herbst in London. Sie macht  dem Leser den Mund wässrig mit folgenden Rezepten: *Schulstart-Konfitüre* aus gemischten Beeren, verfeinert mit Zitronensaft und Lorbeerblättern. Oder einem Dattel-Walnuss-Kuchen. Ein Rezept, welches sie bei ihrer englischen Ersatzfamilie kennengelernt hat und der wunderbar dazu taugt als Geschenk verschickt zu werden. 

Auch die  Apfel-Rezepte, versehen mit einem Auszug des Romans * Des Sommers ganz Fülle* von Laurie Lee erzählen im Text und in den Rezepten von der unvergleichlichen Magie des Apfels, der seit Jahrtausenden in immer neuen Variationen und Rezepten verwertet wird. Apfelkuchen mit Estragon oder/und eine Tarte Tatin mit Rosmarin haben mich ganz besonders angesprochen. 

Die Autorin schenkt den kochenden Geniessern auf 320 Seiten ausgewählte, sehr besondere Anregungen für den kulinarischen Genuss und  herrliche Seelennahrung zum Erlesen.  Dieses schöne Buch eignet sich auch hervorragend zum Verschenken an sich selbst -  an liebe Freunde und/oder an die Familie.

Meine Bewertung: FÜNF *****Sterne für dieses ganz besondere Jahreskochbuch.  

Herzlichen Dank an die Autorin und Wunderraum Verlag für dieses aussergewöhnliche Rezensionsexemplar eines Jahreskochbuch.





Dienstag, 12. November 2019

*Melmoth* von Sarah Perry, erschienen im Eichborn Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

Inhalt / Klappentext:

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth – einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern – und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Die Autorin

Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren und lebt heute in Norwich. Ihr Roman Die Schlange von Essex war einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre in England. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2016 der Buchhandelskette Waterstones, Gewinner des britischen Buchpreises 2017 für den besten Roman sowie für das beste Buch insgesamt. Der Roman war nominiert für den Costa Novel Award, den Dylan Thomas Prize, den Walter Scott, den Baileys und den Wellcome...


Meine Meinung: Sehr schön ist es, was die Autorin Sarah Perry in ihrer Bio aufweisen kann. Ich kann darüber nicht mitreden, da ich das erste Buch von ihr nicht gelesen habe. Alles andere als Schön war für mich das oben angezeigte Buch mit dem wunderbaren blauen FederCover. Dieses  herrlich gestaltete Cover hatte bei mir Erwartungen auf eine geheimnisvolle, wundervolle Geschichte geweckt, die lange im Kopf gespeichert wird. Leider wurde ich bitterlich enttäuscht und bereue es fast, die grausamen Bilder und  merkwürdigen AngstVorstellungen , die diese Lektüre vermittelt, nun erlebt zu haben. Leider vergesse ich solche Sätze nicht leicht und sie stören mein Bedürfnis nach Harmonie und meinen Glauben an alle guten Eigenschaften und Erfahrungen, die ich mit und über Menschen gemacht habe. Keine Frage, es ist vom Sprachstil sicher hervorragend, bunt, vielfältig, fantasievoll , intelligent verfasst, sehr spirituell - allerdings im Sinne des Bösen und Grausamen aus unserer Welt und einer Welt, die es nur in den absurden Vorstellungen einer exzentrischen Schriftstellerin gibt. Hoffentlich. Aber solchen absurden Legenden, Sagen und/oder Märchen liegen zum Glück immer nur kleinste Wahrheitskörnchen zu Grunde. Das tröstet und ich war froh, als ich das Buch beenden konnte. Es war einfach das falsche Buch für mich . Aber wer nun neugierig geworden ist, möge sich vorher genau informieren, auf was er sich nun einlässt beim Lesen! Vielleicht durch eine Leseprobe oder das Studieren anderer Rezensionen,,,,

Jedes Buch findet seine Leser!

Meine Bewertung: Zwei ** Sterne für ein  Buch, welches mir gar nicht gefallen hat. 

Trotzdem bedanke ich mich herzlich beim Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 8. November 2019

*Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse* von Frida Skybäck, erschienen im Insel Taschenbuch Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagslink

NEU
Erschienen: 30.09.2019
insel taschenbuch 4740, Taschenbuch, 540 Seiten
ISBN: 978-3-458-36440-5

Inhalt/Klappentext:

Charlotte lebt in Schweden und ist eigentlich zu jung, um Witwe zu sein, zu jung, um ihren geliebten Mann verloren zu haben. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit, bis eine unerwartete Nachricht ihr Leben auf den Kopf stellt: Sie hat von einer entfernten Tante eine Buchhandlung in London geerbt. 
Kurz entschlossen fliegt Charlotte nach England, um das Haus zu verkaufen. Doch schnell fühlt sie sich mit dem Laden eng verbunden – genauso wie mit den beiden warmherzigen Mitarbeiterinnen, dem Kater Tennyson und dem Schriftsteller William. Sie versucht, das fast bankrotte Geschäft zu retten. Dabei stößt sie auf Widersprüche und Rätsel: Warum hat sie ihre Tante Sara nie getroffen, warum hat ihre Mutter nie von ihrer Vergangenheit erzählt, und was ist das dunkle Geheimnis der beiden Schwestern?
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse erzählt, wie ein Haus voller Bücher, gute Freunde und ein kratzbürstiger Kater einer Frau helfen, einen Neuanfang zu wagen – ein charmanter und hoffnungsvoller Roman zum Wohlfühlen.

Frida Skybäck, geboren 1980 in Göteryd, ist eine schwedische Autorin. Sie zog von Skåne nach London und entdeckte dort ihre Leidenschaft für englische Literatur und große Gefühle. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Lund. Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse ist ihr erster Roman in deutscher Übersetzung.

Meine Meinung:

In diesem Roman fühlte ich mich nach einigen Seiten sofort wie in einer Buch-Wohlfühloase gefangen. Die schöne, alte Buchhandlung mit Unmengen von unterschiedlichen Buchlektüren, die atmosphärisch warm und gemütlich eingerichtet ist, bezaubert einfach. Viele interessante Protagonisten, wie die zurückhaltende Schwedin Charlotte, als neue Inhaberin des Ladens, den beiden, seit Jahrzehnten dort tätigen Mitarbeiterinnen Martinique und Sam kamen mir auf meiner Buchreise in London sehr schnell nahe. Kater Tennyson und der charmante und gut aussehende Schriftsteller Willian, der sein Zuhause über dem Geschäft bezogen hatte, streuten noch ein Prise Esprit zusätzlich in dieses Buch. 

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu erlesen, zeigt allerdings im Lauf der über fünfhundert Seiten einige Längen, die ich aber trotzdem mühelos und mit Geduld und Freude meistern konnte. Sie erzählt in zwei Zeitsträngen. Einmal das Geschehen um das Antreten der überraschenden Erbschaft der jungen Charlotte, einer erfolgreichen Geschäftsinhaberin einer Kosmetikfirma. Mit dem Führen einer Buchhandlung und dem Literaturbetrieb fühlt sie sich trotzdem  heillos überfordert, zumal sie immer noch um ihren vor einem Jahr verstorbenen geliebten Ehemann Alex trauert und diese Trauer vor ihrer Umwelt mit Mühe verbirgt. Dieses laufende Zaudern einer klaren Aussprache mit ihren neuen Mitarbeitern war für mich sehr unverständlich, gehört aber zu ihren persönlichen, von der Autorin zugeordneten Charaktereigenschaften und dem Verlauf der Geschichte.


Im zweiten Erzählstrang aus den Jahren 1982/83 werden die Lebensgeschichten der schwedischen Schwestern Sara und Kristina erzählt. Die jungen Frauen wandern nach London aus, müssen hart um ihren Lebensunterhalt kämpfen und kommen irgendwann doch in London an - fühlen sich wohl in ihrer neuen Heimat. 

Wie sich diese beiden Geschichten im Laufe der Jahrzehnte zu einer spannenden und emotional sehr berührenden Familiensaga entwickeln, müsst ihr Euch nun selber erlesen. Ich möchte Euch ja nicht die Spannung und Freude an diesem schönen Buch vorwegnehmen,,,,


Meine Bewertung: FÜNF *****Sterne für dieses gelungene Wohlfühlbuch um Bücher, Buchhandlungen und den Menschen, die dort arbeiten!

Danke an die Autorin und den Insel Taschenbuch Verlag für die Zusendung dieses feinen Rezensensionsexemplar!

Sonntag, 3. November 2019

*Die Schuld jenes Sommers* von Katherine Webb, erschienen im Diana Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Babette Schröder
Originaltitel: The Disappearance
Originalverlag: Orion
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-29208-6
Erschienen am  14. Oktober 2019

Inhalt/Klappentext:

Bath 1942: Im Chaos eines Bombenangriffs ist der kleine Davy plötzlich unauffindbar. Frances, die auf den Jungen aufpassen sollte, macht sich auf die Suche. Sie ist verzweifelt, denn schon einmal ist ein Kind verschwunden: Vierundzwanzig Jahre zuvor war ihre beste Freundin Wyn nach einem Streit nie wieder aufgetaucht. Ausgerechnet in dieser schicksalhaften Nacht fördert der Einschlag einer Bombe das Skelett eines Kindes zutage. Das tote Mädchen ist Wyn. Frances ist zutiefst erschüttert, und dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit werden lebendig. Was geschah in jenem Sommer vor über zwanzig Jahren? Wo ist Davy? Und hat er überlebt?

Die Autorin : Katherine Webb
Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im ländlichen Hampshire auf und studierte Geschichte an der Durham University. Heute lebt sie in der Nähe von Bath, England. Nach dem großen internationalen Erfolgsdebüt »Das geheime Vermächtnis« folgten zahlreiche Romane wie »Das fremde Mädchen« oder »Italienische Nächte«, die die Autorin auch in Deutschland zu einer festen Größe auf der SPIEGEL-Bestsellerliste machten.


Meine Meinung: Katherine Webb hat mich bisher immer mit ihren Romanen  begeistert, in eine andere Welt versetzt und zwar auf Grund  ihres guten  und flüssigen Schreibstils, ihren tollen Ideen über unterschiedliche Inhalte und Zeiten, die sie prima für den Leser aufbereitet und recherchiert hat. Diesmal war es etwas anders für mich beim Lesen. Ich empfand den Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt, etwas langweilig und viel zu langatmig verfasst. Es war kein echter historischer Roman, der zweite Weltkrieg wurde halbherzig beschrieben, zwar mit der Schilderung erschütternder Bombenangriffe der deutschen Wehrmacht auf die englische Zivilbevölkerung, politische Tatsachen wurden leider in keiner Weise erwähnt. Es war auch kein wirklicher Krimi, sondern eher das ausführliche Psychogramm einer traumatisierten jungen Frau (Frances) aus ihrer Umwelt, die den kleinen Davy in einer Bombennacht im Jahr 1942 verloren hat und sich daraufhin auf eine intensive Suche nach ihm begibt. Immer wieder quälen Frances dabei Erinnerungen an das mysteriöse Verschwinden ihrer achtjährigen Freundin Wyn vor vierundzwanzig Jahren. Gekoppelt mit der gefahrvollen und anstrengenden 12 tägigen Suche nach Davy bringen sie diese Gedanken und Erinnerungen an den Rand einer depressiven Verzweiflung. 


Im zweiten Erzählstrang versetzt uns die junge und talentierte Autorin in die Kindheit der achtjährigen Frances und Wyn. Die beiden unterschiedlichen Kinder befreunden sich eng miteinander, obwohl sie sich kaum ähneln vom Charakter und Aussehen. Frances ist sehr gross für ihr Alter, sehr schüchtern und leidet darunter. Die kleine Wyn ist ziemlich klein, keck und gar nicht zurückhaltend im Auftreten. Die beiden Kinder ergänzen sich , lieben sich innig, wobei sie auch noch aus unterschiedlichen Elternhäusern stammen. Frances Familie ist konservativ, bodenständig und fürsorglich. Bei Wyn läuft es etwas anders. Gewalt, Alkoholexzesse  und  psychische und körperliche Vernachlässigung in der Familie prägen ihren Alltag. 

Mehr möchte ich gar nicht verraten, sondern noch erwähnen, das auch viele andere Protagonisten sehr treffend und gefühlvoll beschrieben wurden - und trotzdem hat mich das Buch nicht völlig in seinen Bann ziehen können, wobei die Auflösung am Ende recht interessant war. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen Roman mit kleinen Schwächen!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diana Verlag für das schöne gebundene Rezensionsexemplar mit dem ansprechenden Cover! 

Montag, 28. Oktober 2019

*Drei* von Dror Mishani, erschienen im Diogenes Verlag

Hardcover Leinen 
336 Seiten 
erschienen am 01. September 2019 
*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext:
Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.

Der Autor Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, wurde mit seinen Kriminalromanen rund um Inspektor Avi Avraham international bekannt. Neben dem Schreiben ist er Literaturwissenschaftler, sein Spezialgebiet ist die Geschichte der Kriminalliteratur. Mit ›Drei‹ gelang Dror Mishani der Durchbruch, der Roman wurde in Israel zu einem Mega-Bestseller und einem literarischen Phänomen, eine Verfilmung ist geplant. Dror Mishani lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.


Meine Meinung: Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen und zwar durch die intelligente und anspruchsvolle Schreibweise des bekannten Autors. Das allgemeine Gesellschaftsleben, die israelische Mentalität hat er mit Hilfe der Durchleuchtung und Darstellung der Charaktere der drei Hauptprotagonistinnen mit psychologischer Raffinesse sehr deutlich aufgezeigt . Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Abschnitt lernen wir als Leser*innen Orna kennen. Sie ist eine alleinerziehende, unsichere junge Frau und Mutter, die sehr unter den Scheidungsabsichten ihres Mannes Ronen leidet. Ihre Gedanken und Sorgen drehen sich fast nur um den gemeinsamen Sohn Eran und das Zerbrechen ihrer Ehe. Sie liebt den Sohn über alles und versucht , ihm die Trennung des Vaters von der Familie erträglich zu gestalten. Ein Psychologe betreut das Kind zusätzlich. Doch plötzlich tritt Gil in ihr Leben, der sie gleichzeitig anzieht und abstößt,,,,ihr Hoffnung auf eine neue Liebe, Zuneigung und Verstehen gibt.


Der zweite Teil zeigt uns den Charakter der verlorenen Emilia, einer Migrantin aus Lettland, die in der Alten- und Familienpflege arbeitet. Die Religion zeiht sie magisch an, aber sie hat ein Sprach Handicap - Hebräisch ist für sie immer noch eine Fremdsprache. Sie lernt ebenfalls Menschen kennen , die sie missachten und manchmal beachten, vielleicht sogar lieben - doch auch sie bekommt  Hoffnung auf ein besseres Leben  - vermittelt durch den smarten  Rechtsanwalt Gil. 


Auch die junge , energische Ella, Mutter von drei Mädchen , die fest und sicher in ihrer Beziehung steht, lässt sich trotzdem auf eine zärtliche Beziehung zu Gil ein. Sie erwartet dadurch Ablenkung, Verstehen und Trost in ihrer Situation als überforderte junge Mutter, innere Nähe zu ihm. 


Der erste Teil des Buches hat mich deutlich mehr beeindruckt als die folgenden Teile. Die Spannung wurde langsam , aber deutlich aufgebaut und meine Neugier wurde angestachelt. Trotzdem entstand in mir eine Ahnung des weiteren Geschehen, die sich dann auch bewahrheitet hat. Diese harmlosen  Beziehungsgeschichten und Charakterbeschreibungen der Protagonisten bekamen plötzlich eine ganz andere Färbung und sind in eine gefährliche und undurchsichtige Richtung abgedriftet. Lügen, Selbsttäuschung und überzogene Erwartungen an sich selber, aber auch fehlerhafte Beurteilungen des Verhaltens anderer Menschen ,  füllen das Buch.  Mehr kann und möchte ich hier nicht verraten. 

Meine Bewertung: VIER **** STERNE  für dieses interessante Buch!


Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar. 


Dienstag, 22. Oktober 2019

*Südlichter* von Nina George, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Infos zum Buch und Verlag!

Inhalt/ Klappentext:

Mit ihrem neuen Roman schenkt uns Bestseller-Autorin Nina George das Buch, das Monsieur Perdus Anker im Leben ist und ihm auf seiner Reise den Weg weist: »Südlichter« ist eine Geschichte über die Liebe in all ihren wunderbaren Gestalten. Es ist ein Märchen und ein Trostbuch, wie ein Spaziergang vorbei an Cafés und beleuchteten Fenstern und dem weiten Horizont, so weich im südlichen Licht der Provence, und hinter jedem Gesicht eine unerzählte Sehnsucht nach dem unbedingten Leben.
Jetzt, endlich, können wir die ganze Geschichte der Liebe lesen.

Die mehrfach ausgezeichnete internationale Bestsellerautorin Nina George, geboren 1973 in Bielefeld, schreibt seit 1992 Romane, Sachbücher, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten, Blogs und Kolumnen. Ihr Roman Das Lavendelzimmer wurde in 36 Sprachen übersetzt und eroberte weltweit die Charts, so etwa die New York Times-Bestsellerliste in den USA. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jens J. Kramer, schreibt Nina George als Jean Bagnol Provencethriller. Sie lebt in Berlin und in der Bretagne. Seit Juni 2019 ist Nina George Präsidentin des European Writers' Council, dem Dachverband von 38 europäischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverbänden.


Meine Meinung:  

"Es ist was es ist sagt die Liebe" Das ist ein Auszug aus dem Gedicht "Was es ist" von Erich Fried, welches mich immer schon sehr beeindruckt hat. Das neue vorliegende Buch *Südlichter* der bekannten und erfolgreichen Autorin Nina George folgt diesem Ausspruch mit ihren fast poetisch angehauchten Texten. Die Liebe kommt in diesem Buch immer wieder zu Wort, ist eine Haupterzählerin, ärgert sich über ihre Konkurrenten, die Eifersucht, den Neid, die Missgunst und viele andere schlechte menschliche Eigenschaften. 

Nina George entführt den Leser in die bezaubernde Provence mit seinen Gerüchen nach Lavendel , den strahlenden Farben der Landschaft, und köstlichen Gourmet Rezepten zusätzlich in die Welt der Literatur ein.  Francis Meurienne, seine Frau Elsa und deren 12 jähriges Ziehkind Marie-Jeanne leben in dieser Welt und haben sich mit dem Gründen  ihrer Überlandbibliothek einen literarischen Traum erfüllt.  Francis versucht unermüdlich Land-Menschen für Bücher zu interessieren. Erstaunlich und erfreulich, dass durch seine Bemühungen viele Klassiker nun von einfachen und bodenständigen Lesern erobert werden.  Elsa und Marie-Jeanne helfen ihm bei seiner Passion , alle werden beobachtet von der Liebe  und ihren Kommentaren zu den Handlungen.
Marie-Jeanne ist ein besonders ausgesuchter Lieblingsmensch der Liebe.  Sie besitzt die geheimnisvolle Fähigkeit  ein Leuchten, welches jeden Menschen umgibt, zu sehen und zu deuten. 

Der Schreibstil der Autorin ist romantisch, poetisch, verspielt, ja gar zärtlich zu beschreiben. Ein Märchen für erwachsene Leser. Manchmal auch etwas schwierig und um Aufmerksamkeit heischend in verschachtelten Satzkombinationen. Das Buch verzaubert und regt die eigene Phantasie an. Ein ausserordentlicher Lesegenuss für romantisch veranlagte Leser*rinnen. 

Zitat auf Seite 80 zu finden: " Bücher machen Menschen zu Zeitreisenden, Gestaltwandlerinnen, Körpertauscherinnen, Gedankenlesern und Unsterblichen ; Bücher sind folglich die letzte verbliebene , große Alchemie unserer Zeit.  Gefährlich, gefährlich, gefährlich. "

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch! 

Vielen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für dieses schöne gebundene Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 16. Oktober 2019

*Sehnsucht nach St. Kilda* von Isabel Morland, erschienen im Knaur Verlag

Verlag: Knaur TB, Knaur eBook Erscheinungstermin: 04.11.2019 Lieferstatus: Verfügbar 400 Seiten ISBN: 978-3-426-52422-0 (Taschenbuch) ISBN: 978-3-426-45517-3 (E-Book)
*Werbung, da unbezahlt*
Infos zur Autorin und zum Verlag!

Isabel Morland wurde 1963 in Bamberg geboren und wuchs in einer literaturbegeisterten Familie auf. Nach verschiedenen selbstständigen Tätigkeiten und Auslandsaufenthalten studierte sie Kommunikationswissenschaften. Sie arbeitet freiberuflich als Trainerin und Coach. Sie brachte zunächst ihre vier leiblichen Kinder zur Welt, bevor sie sich ihren geistigen Kindern widmete und, angeregt durch die vielen Reisen, zu ihrer ursprünglichen Leidenschaft, dem Schreiben, zurückkehrte.

Diverse ausgedehnte Aufenthalte auf entlegene und verlassene schottische Inseln inspirierten sie zu einem Romanzyklus über die faszinierende Landschaft und Lebensweise der Menschen auf den Hebriden. Seelisch in Schottland verwurzelt, lebt sie mit ihrer Familie in ihrer fränkischen Heimat. Neben ihrer Liebe zum Schreiben hält sie als Hobbyfotografin die Stimmungen der Landschaften ihrer Romane fest.

Klappentext/Inhalt:

Als die 83-jährige Annie McViccar am Strand einen Sluagh sieht – einen Vogelschwarm, der nach altem Glauben aus den Seelen Verstorbener besteht –, weiß sie, dass es an der Zeit ist, einen Schwur einzulösen. Denn vor beinahe 90 Jahren – am Tag der Evakuierung St. Kildas, als sie ihre Heimat für immer verlassen mussten – hat sie einem Jungen ein Versprechen gegeben …
Wenig später erreicht Annie eine Nachricht ihrer Enkelin Rachel: Nach drei schweren Schicksalsschlägen bittet Rachel darum, mit ihrem Sohn Sam zu Annie ziehen zu dürfen. Sam ist fasziniert von seiner Urgroßmutter und will alles über das Leben auf St. Kilda wissen. Für Rachel dagegen ist die Insel nur ein abweisender Fels im Meer, der nur noch von Vögeln bewohnt wird.
Bis Annie ihr für einige Wochen einen Job bei der Verwaltung St. Kildas besorgt. Zusammen mit einigen Helfern soll Rachel für den National Trust Gebäude instandsetzen. Nach und nach nehmen die schroffe Schönheit der Insel und ihre bewegende Geschichte Rachels Herz gefangen. Und sie ist nicht die Einzige, die in den hellen Nächten keinen Schlaf findet und dem Lied St. Kildas lauscht: Da ist auch noch der weltbekannte Fotograf Ailic, der hinter seiner Maske einen tiefen Schmerz verbirgt …

Meine Meinung: Zwei Frauen, zwei unterschiedliche Leben in zwei unterschiedlichen Zeiten - und doch sind sie unzertrennlich miteinander verbunden! Mein drittes Buch dieser Autorin, sowie meine Erwartungen darauf, haben mich nicht enttäuscht, sondern begeistert und ich konnte mich ihrem faszinierendem und fesselndem Schreibstil kaum entziehen. Das Buch wurde schnell von mir beendet und ich war ziemlich traurig, dass dieses Leseerlebnis nun vorbei war.  Auch dieser Roman besticht durch seine atmosphärischen und gefühlvollen Beschreibungen vom Atlantik, den Menschen der Hebriden, zwei Erzählsträngen.  Vom HEUTE UND JETZT LEBEN einer jungen Frau, dem  kleinen Sam und ihrem Lebensschicksal, sowie durch die Schilderungen der Urgrossmutter Annie aus einer vergangenen Zeit (1930) von der schottischen Hebriden-Insel St. Kilda.

Ich hörte beim Lesen förmlich das Kreischen der Seevögel an den steilen Klippen des Eilands, den Wind und hatte den unvergleichlichen Geruch eines Torffeuers in der Nase. Sicher ist das sehr romantisch gesehen, denn dieses Leben dort, mitten im brausendem Atlantik, war alles andere als gemütlich. Es war hart, gefahrvoll und entbehrungsreich. Eine eingeschworene Gemeinschaft von Menschen, die seit ewigen Zeiten  aufeinander angewiesen waren und sehr oft gehungert haben. Das Meer hat ihnen ihre Lebensgrundlage geschenkt - und auch oft genommen , durch Unfälle von Mensch und Tier an den Klippen bei rauher See, Sturm und Wind. Aber sie waren glücklich als Selbstversorger,  die Erwachsenen, die Kinder, wie auch die Protagonisten Annie und Finley. Die Beschreibungen dieses Erzählstranges empfand ich als besonders wertvoll und stimmig erzählt. Die Autorin hat sehr präzise Recherchearbeit geleistet über die damaligen Lebensumstände auf den Hebriden. Auch ein wenig Mystik aus alten Geschichten und Legenden hat Isabel Morland geschickt mit ihrer ganz eigenen, traumhaften Erzählweise in das Geschehen eingebunden.

Spannend sind immer wieder die Gedanken und Erlebnisse der jungen Rachel auf St. Kilda, die dort eine zeitweilige Beschäftigung gefunden hat, dort auf den Spuren und mit den Erzählungen ihrer Urgrossmutter im Kopf wandelt. Rachel trauert seit Jahren um ihren geliebten, früh verstorbenen Ehemann. Sie findet dort Ruhe und Halt auf St. Kilda, in der harmonischen Gemeinschaft der anderen Helfer, die dort für den National Trust forschen und arbeiten. Zwei kleine Liebesromanzen würzen dieses Buch zusätzlich mit einem ganz besonderem zärtlichem Flair. 

Danke liebe Isabel Morland für dieses wunderbare Leseerlebnis!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch! 

Donnerstag, 3. Oktober 2019

*LEBEN SCHREIBEN ATMEN* von Doris Dörrie, erschienen im Diogenes Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
288 Seiten
erschienen am 01. September 2019

978-3-257-07069-9

Verlagsinfo zum Buch !

Inhalt/Klappentext: Schreiben heißt für Doris Dörrie, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen. Wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt. Oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Es ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Doris Dörrie denkt in diesem einzigartigen Buch über das autobiographische Schreiben nach, gibt Tipps und kreative Anleitungen. Und sie legt gleich selbst los und erzählt hinreißend ehrlich von ihrem eigenen Leben.

Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Spielfilm ›Kirschblüten und Dämonen‹) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München ›creative writing‹ und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München.


Meine Meinung: Ein kleines Buch im bekannten Diogenes -Layout von zweihunderteinundsiebzig Seiten  - und so ein grosses Lesevergnügen hat es mir bereitet. Dieses Buch hat mich bereichert, ermutigt und viele neue Aspekte geschenkt zum Verfassen von eigenen Schreibtexten. Ihr Rat lautet: Schreibe jeden Tag zehn Minuten . Nicht mehr. Lass alles aus Deinem Kopf sprudeln, was dort gerade an Gedanken vorhanden ist!


 *Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen* ist ein von mir geliebtes Zitat von Mark Twain. Danach habe ich immer schon versucht zu handeln, aber der Tipp von Doris Dörrie hat mich noch einmal ermutigt zum hemmungslosen Freilassen der Wörter. Sie erzählt in ihrem neuen Buch aus ihrem Leben, ihren  Begegnungen und Erfahrungen mit Mitmenschen, Familie, Freunden, ungeliebten Personen und vielem mehr. Schnell konnte ich durch dieses Buch eilen und habe begierig alle Infos aufgesaugt und versucht zu verinnerlichen. An meinen Arbeitsplatz liegt nun ein kleines hübsches Tagebuch, in dem ich jeden Tag meine Gedanken notieren werde. 

Danke Doris Dörrie für diesen feinen Ratgeber !

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch!



Montag, 30. September 2019

*Gelateria Paradiso* von Stefanie Gerstenberger, erschienen im Diana Verlag

*Werbung, unbezahlt* Unterstütze den lokalen Buchhandel !

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-29217-8
Erschienen am  08. April 2019

Die Autorin: Stefanie Gerstenberger, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u. a. auf Elba und Sizilien. Nach einigen Jahren als Requisiteurin für Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihr erster Roman «Das Limonenhaus» wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von »Magdalenas Garten«, »Oleanderregen«, »Orangenmond«, »Das Sternenboot« und »Piniensommer«. Die Autorin wurde mit dem DELIA-Literaturpreis ausgezeichnet und lebt mit ihrer Familie in Köln.

INHALT/KLAPPENTEXT: Venezien, 1964: Der junge Italiener Lucio macht sich auf den weiten Weg nach Deutschland. Fern der Heimat verwirklicht er sich seinen Traum: eine eigene Eisdiele. Und schon bald findet er auch die Liebe in der kalten Fremde. Doch in Italien wartet seine Verlobte auf ihn.
Bergisches Land, 2018: Bei der Auflösung der alteingesessenen Gelateria Paradiso trifft Susanne auf die elegante Italienerin Francesca. Überraschend werden die beiden so unterschiedlichen Frauen damit konfrontiert, dass sie Halbschwestern sind. 
Zwei Schwestern, die für Jahrzehnte getrennt waren, decken das Geheimnis ihres Vaters auf. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt in Italien.
Zwei Schwestern, eine Eisdiele und ein Familienschicksal
Gelateria Paradiso: Ein junger Italiener verwirklicht seinen Traum fern der Heimat
Venezien 1964: Eine große deutsch-italienische Familiengeschichte beginnt

Meine Meinung: Ich hatte von diesem Buch eine  lebendige, schöne Familiengeschichte, sprühend voll von italienischem Charme und Lebensart erwartet, wurde leider etwas enttäuscht. Der ansprechende Klappentext hatte wohl falsche Erwartungen in mir erweckt, wie auch das sehr schön gestaltete Cover.  Der Schreibstil der Autorin liest sich zwar angenehm und leicht und doch waren über 400 Seiten in diesem Schreibstil  schwer zu ertragen. Vielleicht hängt mein Mißmut auch mit der Charakter-Gestaltung der beiden Halbschwestern zusammen. Francesca , ihr Verhalten, ihre Lebenseinstellung zum Lügen, ihre Geltungssucht empfand ich als unerträglich, kaltherzig und sehr lebensfern. Auch ihre Halbschwester  Susanne konnte mich nicht begeistern und in die Geschichte hineinziehen. Beide Frauen hatten zwar eine schwierige Kindheit, aber das entschuldigt für mich gar nichts. 

Ich habe schon einige Romane über Gastarbeiterkinder Schicksale gelesen , die mich sehr berührt hatten. Vielleicht habe ich diesen oberflächlichen Roman zu sehr mit diesen anderen anspruchsvolleren Lektüren verglichen. Sicher ist dieses Buch nett und leicht als Wohlfühl Roman zu geniessen und findet bestimmt auch zufriedene Leser*rinnen. Für mich war es nicht die passende Lektüre. 

Meine Bewertung: Zwei ** Sterne, da mich dieses Buch leider nicht begeistern konnte!

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das freundlicherweise zugesandte Rezensionsexemplar.