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Donnerstag, 3. September 2026

*Die Bibliothek* von Gilly Macmillan

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:
Das mysteriöse *Buch der Wunder* wird gesucht. Es soll geheime Informationen über die Macht und den Einfluss von Frauen vergangener Jahrhunderte enthalten.  Zwei einflussreiche Frauenorganisationen unserer heutigen Zeit, im modernen England, die Kats und die Larks,  stehen sich feindlich und kritisch gegenüber, schrecken vor Mord und Betrug nicht zurück um ihren Einfluss in der Öffentlichkeit zu festigen. Viele Protagonist*innen, fast zu viele erzählen in kurzen Kapiteln das Geschehen im Roman aus ihrer Sichtweise. 

Die junge Wissenschaftlerin Anya  hat seit ihrer Geburt ein absolutes Fotogedächtnis, welches ihr auch im Erwachsenleben erhalten bleibt.  Sie wird von den Larks umworben an einer Forschungsstelle  der renommierten University of St. Andrews  geheime Manuskripte in Schottland zu entziffern. Sie kümmert sich neben ihrem Forschungsjob liebevoll um ihre schwerkranke Mutter und hat eine enge Bindung an sie. Anja ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter war alleinerziehend.  Der Umzug in ein schönes Haus und ein  zusätzlicher Job an der gleichen Uni für ihren Freund Sid soll sie überzeugen diese, neue Stelle, weit entfernt von ihrer geliebten Mutter,  anzunehmen. Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit bemerkt sie , dass die alten Schriften Geheimnisse verbergen, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Sie gerät in fast tödlich endende Situationen, die sie auch mit ihrer Familiengeschichte konfrontieren und dem Brand einer Bibliothek ihres Vaters Magnus. Er hat den Kontakt kurz nach Anyas Geburt zu Mutter und Kind abgebrochen.  

Mir war während der gesamten Lesezeit  nicht wirklich klar worin der Unterschied zwischen den beiden Frauenorganisationen bestand. Sie möchten beide eine tonangebende Meinung von Frauen in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben stärken. Die Kats favorisieren eher das traditionelle Frauenbild mit Ehe, Kinder, Familie. Die Larks möchten emanzipatorische Bemühungen von Frauen unterstützen. Doch ist das wirklich so? 
 Ihre Ziele und Methoden zur Manipulation anderer Menschen  gleichen sich fast identisch.  Sie sind beide korrupt, haben maffiöse Züge in ihrer Organisation.  Mord und Betrug sind ihre Mittel zur Einflussnahme, um diese Manuskripte zu entziffern und Anya dazu bringen daran mitzuarbeiten. 

Ich konnte dank der geschmeidigen und klaren Ausdrucksweise der Autorin relativ schnell durch diesen Thriller fliegen. Er wurde glücklicherweise durch schöne, fast poetische Beschreibungen von Universitäten, Kirchen in Schottland, Cambridge, Verona und hübschen Landschaften aufgelockert und hat dadurch ein wenig die Schärfe der brutalen Handlungen abgemildert. Allerdings habe ich den Kernpunkt und die Bedeutung der Manuskripte nicht genau verstanden, was mich etwas enttäuscht hat. Auch die wohl erstrebenswerten Ziele der beiden Frauenorganisationen wurden mir zu oberflächig und schwammig abgehandelt.  Die vielen Protagonist*innen erzählen abwechselnd in kurzen Abständen aus ihrer Sichtweise. Allein Anya war für mich eine liebenswerte Protagonistin, der meine Sympathie zugeflogen ist. Ihre Forschung führt sie mit ihrem Partner Sid bis nach Italien zur Humanistin und Autorin Isotta Nogarola (1418 - 1466) , einer höchst interessanten und mutigen Frau, die tatsächlich vor Jahrhunderten in Verona gelebt hat ,,,,,

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt !
VIER **** STERNE
Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!



INHALT/KlAPPENTEXT:
Tödliche Rivalität, ein jahrhundertealtes Geheimnis und eine Frau, die die Wahrheit ans Licht bringt.

Für Anya geht ein Traum in Erfüllung: Sie erhält das verlockende Angebot, uralte und streng geheime Manuskripte an der renommierten University of St Andrews in Schottland zu entschlüsseln. Doch kaum angekommen, spürt sie, dass hinter den vergilbten Seiten mehr lauert als vergessene Worte. Die Schriften bergen Geheimnisse, die mächtige Gegnerinnen um jeden Preis im Dunkeln halten wollen. Schon bald gerät Anya in ein gefährliches Netz aus Intrigen, Macht und Verrat. Aber auch sie selbst hütet ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit …

Gilly Macmillan wuchs in Swindon, Wiltshire, auf und lebte in ihrer Jugend einige Jahre im Norden Kaliforniens. Sie arbeitete beim Burlington Magazine, für die Hayward Gallery und als Dozentin für Fotografie. Heute widmet sie sich ganz dem Schreiben. Gilly Macmillans Romane sind allesamt Bestseller und erfreuen sich nicht nur in Großbritannien großer Beliebtheit. Auch bei uns hat die SPIEGEL-Bestsellerautorin eine riesige Fangemeinde. Sie lebt mit ihrer Familie in Bristol, England.

Übersetzt von Christoph Göhler





 

Donnerstag, 20. August 2026

*Die Launen des Meeres* von Shea Ernshaw - erschienen im Blanvalet Verlag

 




*Werbung, unbezahlt*

Erschienen am 19.8.26

Meine Meinung zum Buch:
Es ist eine grosse, märchenhafte, fiktive Liebes - und Lebensgeschichte, verwoben mit einem viel komplizierterem Thema. Dem Vergehen der Zeit und unseres gewohnten, normalen Daseins. Ein einfaches Beispiel: ich schreibe jetzt und hier - in der Gegenwart - und schon gehört dieser Augenblick zur Vergangenheit meiner Welt.
 
Eine alte, schottische Legende beschreibt ein mysteriöses Geschehen, welches die Grundidee dieser Geschichte bildet. 
Das Entstehen einer neuen Insel an der schottischen Atlantikküste. Es ist ein Küstenabbruch der Hebriden auf dem ein kleines, weisses Cottage steht, in dem die junge Alice bei der Geburt ihrer Zwillinge verstorben ist. Auch die Kinder überleben nicht.  Ihr Ehemann Clay Lockhart kommt über diesen Verlust nicht hinweg. Die Insel Saltwell Island treibt mit ihm und dem Haus planlos, nur von den Elementen Strömung, Wind und Wasser getrieben, durch die Meere der Welt. 
   
Die 12 jährige Ellie aus Nova Scotia hat als junges Mädchen diese  treibende Insel unter Lebensgefahr besucht. Für eine Nacht. Doch sie war eine ganze Woche verschwunden für den Rest der Welt. Ellie versteht das selbst nicht und dieses traumatische Rätsel verfolgt und begleitet sie lebenslang. Als erwachsene Frau übt sie den Beruf einer Psychotherapeutin aus und steht kurz vor ihrer Hochzeit mit James. Sie ist ruhelos, kehrt in Gedanken immer wieder zu diesem merkwürdigen Vorfall in ihrer Kindheit  zurück. Die Insel Saltwell Island wird plötzlich, dreissig Jahre nach diesem Vorfall, wieder gesichtet und Ellie schwimmt unter Lebensgefahr durch das Meer zur Insel Saltwell Island hinüber. Sie möchte sich Klarheit über den Vorfall in ihrer Kindheit verschaffen. Clay Lockhart erwartet sie, pflegt und hilft der verletzten Ellie Mills. 

Ich bin durch diese vierhundertundzehn Seiten geflogen, fast wie in einem unwirklichen Traum gefangen, habe das einfache Leben von Ellie und Clay Lockhart auf Saltwell Island miterlebt. Sie kämpfen um ihre Grundexistenz auf der Insel, bauen Obst und Gemüse an, halten Schafe und Hühner, überleben ohne jegliche Unterstützung der Aussenwelt, beschwerlich und bescheiden. Saltwell Island wird zu ihrer gemeinsamen Heimat. 

 Ellie und Clay begegnen sich mit inniger Zärtlichkeit, haben in Liebe zueinander gefunden auf  
der treibenden Insel auf den Ozeanen dieser Welt. In ihrem Empfinden leben sie ein Jahr in dieser Abgeschiedenheit  - doch es sind zweiundzwanzig Jahre vergangen nachdem die erwachsene Elli unter einem innerlichen Druck zum zweiten mal zur treibenden, mysteriösen Insel geschwommen ist. 
Doch die Frage warum Clay Lockhart nicht altert, das Zeitempfinden für Ellie sich grundlegend veränderte, konnten weder Ellie, Clay und/oder ich als Lesende nicht enträtseln.Denn es ist eine Metapher. 

Der digitale Fortschritt unserer komplizierten heutigen Welt  mit den Auseinandersetzungen gerät für Ellie zu einer unwirklichen, fremden Zukunft, die sie nicht mehr ertragen möchte. Die drängende Frage nach dem Sinn und Zweck der modernen Lebensweise mit dem Streben nach immer mehr Konsum, Macht, Bequemlichkeit , Geld und einem immensen Resourcen Verbrauch wird für Ellie immer wichtiger. Die Autorin überträgt diese Gefühlswelt durch ihren  empfindsamen  und passenden Schreibstil unterschwellig zu den Leser*innen. Am Ende erinnert der Roman sogar an eine erschreckende Dystopie, gibt einen Blick in eine unbekannte Zukunft und andere, mögliche Daseinsmöglichkeiten. 

 Ich wünsche euch harmonisch schöne, sowie nachdenkliche Stunden bei dieser fiktiven Lesereise auf den Ozeanen dieser Welt....
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne. 


INHALT/KLAPPENTEXT:

Die zutiefst bewegende Liebesgeschichte von Ellie und Clay: mystisch, magisch und wunderschön!
In der Nacht, in der Clay Lockharts Frau stirbt, fegt ein Sturm über die Hebriden. Dabei wird das Land der Lockharts ins Meer gerissen und verschwindet ... Dreißig Jahre später entdeckt die zwölfjährige Ellie eine Insel vor der Küste Kanadas und trifft dort den geheimnisvollen Bewohner von Saltwell Island, den schweigsamen Clay. Als sie nach wenigen Stunden auf das Festland zurückkehrt, ist eine Woche vergangen und Saltwell Island verschwunden. Zwei Jahrzehnte später wird die Insel erneut gesichtet, und Ellie setzt alles daran, zurückzukehren – zu dem Mann, der keinen Tag älter geworden ist ...

Die größte Liebesgeschichte seit »Die Frau des Zeitreisenden«: geschrieben von der »New-York-Times«-Platz-1-Bestsellerautorin Shea Ernshaw!

Shea Ernshaw ist Gewinnerin des Oregon Book Award und war mit ihren Jugendbüchern auf Platz 1 der »New York Times« und »USA Today«. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Ländern veröffentlicht. Sie lebt in einer kleinen Stadt in den Bergen von Oregon und ist am glücklichsten, wenn sie sich in einem guten Buch verliert, im Wald spazieren geht oder an ihrem nächsten Roman schreibt.

Übersetzt von Sonja Fehling


Herzlichen Dank an die Autorin und den Blanvalet Verlag für dieses lesenswerte Rezensionsexemplar.




Dienstag, 18. August 2026

*Das Blau auf der anderen Seite* von Lucinde Hutzenlaub - erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:

Dieser farbenprächtig und abwechslungsreiche Wohlfühlroman spielt in zwei Zeitsträngen . Im heute und jetzt in Neuseeland, sowie in der dunklen Zeit der Verfolgung von Juden und anderen unbeliebten Volksgruppen in Deutschland  kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges. 

Karla beginnt zunächst allein ihren Roadtrip im Jahr 2025, geplant für drei Monate durch das Land und trauert unermesslich betrübt um ihre zu früh verstorbene grosse Liebe Sebastian. Sie hatten diese Reise ursprünglich zusammen geplant.
Karla und Alex lernen sich ebenso im Jahr 2025 in Neuseeland kennen. Doch sehr schnell findet sie Trost und Verständnis bei Alex, dem Neuseeländer mit deutschen Wurzeln.
Sie fasst Vertrauen und eine zarte Beziehung zueinander entwickelt sich. Die schöne, fremdartige Landschaft, das Meer und die blühende Vegetation faszinieren die junge Reisende. Alex lebt mit seiner Grossmutter Marge auf einer alteingesessen Apfelbaum Plantage in einem in die Jahre gekommenen , verwunschenem Farmhaus. 

Im  zweiten Zeitstrang des Buches reisen wir in die Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1938. Die Familie des jüdischen Arztes Dr. Joshua Eichelbaum flieht aus Deutschland nach Neuseeland. Seine Tagebucheinträge, von seiner Ehefrau Hannah und der 10 jährigen Tochter Margret erzählen diese traurige, ihr Leben rettende Abreise aus der Heimat in eine unbekannte Zukunft. 

Es ist ein freundliches Buch. Für meinen Lesegeschmack teilweise zu freundlich, zu weich in sanften, gefälligen Sätzen und Redewendungen verfasst, die mir sehr bekannt vorkamen aus vielen anderen Wohlfühlromanen.Vor allem im heute spielenden Teil dieser Geschichte.  Auch die schnell wachsende Beziehungsentwicklung zwischen Karla und Alex erschien mir nicht wirklichkeitsnah während ihrer Trauerarbeit.   
 Trotz der traurigen Grundthematik von Verfolgung und Vertreibung im zweiten Zeitstrang des Buches hat es die Autorin geschafft, eine atmosphärisch positiv geprägte Stimmung zu halten und weiter auszubauen. Ein neues Familienleben beginnt in Neuseeland für die Familie Eichelbaum. Wie dieses gestaltet wurde, könnt ihr in diesem Roman miterleben.Vor allem die spannende Entwicklung zwischen der eigenwilligen Marge und  der verliebten Karla  im letzten Drittel des Buches. Es ist die Geschichte einer Annäherung zwischen einer alten und einer jungen Frau. Diese Darstellung war für mich der bedeutendste und beste Teil des Buches.   

Ich vergebe gern VIER **** Sterne für diesen Wohlfühlroman.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.   



INHALT/KLAPPENTEXT: 

Joshua sagt, der Himmel hier über Neuseeland sei größer und viel blauer. Er hat recht. Dieser Himmel erzählt andere Geschichten. Geschichten von Hoffnung, vielleicht. Oder vom Überleben.

Ihre Hochzeitsreise sollte Karla und Sebastian nach Neuseeland führen. Doch Sebastian stirbt, und Karla steht vor den Scherben ihres Lebens. Dass es ihr gelungen ist, den Flug nach Christchurch dennoch zu buchen, wundert sie selbst am meisten. Als sie einen Zwischenhalt auf der Apfelplantage der 97-Jährigen Auswandererin Marge macht, stößt sie in der Scheune auf Dokumente von Dr. Joshua Eichelbaum, die von einer dunklen Epoche in Deutschland erzählen. Und von einem Band, das die beiden ungleichen Frauen auf schicksalhafte Weise verbindet.

Ein tief unter die Haut gehender Roman über Neuanfänge in Neuseeland, eine höchst ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Möglichkeit einer jungen Witwe, über Mut, Liebe und Freundschaft einen Weg in die Zukunft zu finden.

AUTORIN: 
Lucinde Hutzenlaub wurde in Stuttgart geboren, wo sie nach mehreren Auslandsaufenthalten wieder lebt. Die gefeierte Bestsellerautorin ist Kommunikationsdesignerin, systemische Coach und Heilpraktikerin, sie ist geschieden, hat drei Töchter und einen Sohn. Die Fans ihrer DONNA-Kolumne »Lucindes Welt« lieben sie für ihren Witz und ihre Authentizität. Bei Penguin erschienen zuletzt ihr Roman »In Liebe, Deine Paula« sowie, zusammen mit Heike Abidi, »Ich dachte, zu zweit muss man nicht alles selber machen«.




Erschienen am 17.6.26




 

Sonntag, 9. August 2026

*Schatten über den Highlands* von Constanze Wilken - erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung, unbezahlt*


MEINE MEINUNG ZUM BUCH:

Pferde, Schottland, das Leben der Traveller - der *fahrenden Leute* , die auch heute noch oft ruhelos durch die Landschaft von Schottland, Irland reisen. Die Liebe. 

Das sind Themen mit denen sich dieses sehr bunte und gut verfasste Wohlfühlbuch von Constanze Wilken beschäftigt. 

Der süsse Duft der violett blühenden Heidelandschaft steigt beim Lesen des Buches betörend im Kopf auf. Hufgetrappel, der herbe Geruch von Pferden, Heu und auch Mist kommen hinzu. Vermischt werden diese Eindrücke mit einer herzberührenden Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. Lizzie und Ronain. Sie sind Traveller, aufgewachsen in einer engen und behüteten Gemeinschaft verschiedener Clans. Ronain wollte immer schon  seinen Traum von einem Leben als Tierarzt verwirklichen - doch es wurden ihm viele Steine auf diesem Weg vor die Füsse geworfen. 
Lizzie wählt einen anderen Lebensweg,  mag nicht mehr im Familienverbund  umherziehen, geht nach Glasgow, begegnet dem alten Mr. Murphy in seinem Buchladen. Er kümmert sich rührend um die einsame, heimatlos gewordene Lizzie und schenkt ihr neue Perspektiven mit dem Arbeiten in seiner Buchhandlung. Lizzie hat von kleinauf Bücher geliebt. Sie wurden ihr vom Vater Donnie weggenommen, verboten, ja sogar verbrannt. Doch nun, heute  ist der alte Donnie schwer krank . Lizzie wird nach Hause gerufen. Ihr Vater möchte sie trotz vieler Zerwürfnisse noch einmal sehen und sprechen. Schweren Herzens macht sie sich auf den Weg in die alte Heimat. 

 Alles verändert sich für die beiden Traveller- Familien. Missverständnisse und Geheimnisse klären sich zum Positiven  auf.  Doch eines bleibt für alle das Wichtigste in der Zukunft : ihre Liebe zu den Pferden, ihrer Aufzucht, den Pferdeauktionen, der vertraute Familien-Zusammenhalt und die Liebe der Traveller zum Umherziehen und Reisen, die Empathie der Horsemen zu den Pferden und letztendlich sogar die Liebe zu Büchern. 

Ich habe wunderbare Stunden in den Highlands verbracht und bedanke mich herzlich bei der Autorin und dem Goldmann Verlag für das Print-Rezensionasexemplar.

LESEEMPFEHLUNG MIT FÜNF  ***** STERNEN IM GENRE WOHLFÜHLROMAN.  


INHALT/KLAPPENTEXT: 
Die junge Lizzie Farland hat sich fernab der Highlands ein neues Leben in Glasgow aufgebaut . Doch als sie einen alarmierenden Brief ihres Vaters, des Pferdezüchters Donnie, erhält, macht sie sich sofort auf den Weg zurück in ihre alte Heimat, die idyllische Grafschaft Perthshire. Der schwerkranke Donnie hat einen letzten Wunsch an seine Tochter: Er möchte sie vor seinem Tod mit Ronain verheiraten, dem Sohn seines besten Freundes. Als junges Mädchen war Lizzie in den sympathischen, gut aussehenden Ronain verliebt – dann musste er für drei Jahre ins Gefängnis, und Lizzie hat ihm nie verziehen. Sie ahnt nichts von dem gut gehüteten Geheimnis hinter Ronains damaliger Verurteilung ...

Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Als Autorin ist sie sowohl mit großen Frauen- als auch mit historischen Romanen erfolgreich.

 

Mittwoch, 5. August 2026

*DER OZEAN SO WILD UND WEIT* von Malachy Tallack - erschienen im Luchterhand Verlag

*Werbung, unbezahlt*



MEINE MEINUNG ZUM BUCH:
Jack ist ein 62 jähriger Eigenbrötler, der im Haus seiner Kindheit  auf einer der Shetland Inseln  wohnen geblieben ist. Allein, ohne Familie , nur seine geliebt Country-Musik ist ihm Freund und Begleiter seines stillen und bescheidenen Lebens. Lange Spaziergänge im rauen Klima an der Meeresküste halten ihn fit und seine sozialen Kontakte haben sich auf wenige Nachbarkontakte,  Einkaufsfahrten in den kleinen Dorfshop oder in die nächste grössere Stadt beschränkt. Er ist zufrieden, doch manchmal nagt ein kleines Gefühl von verpassten Chancen in seinem Inneren an ihm. Der tragische Tod seiner Eltern hat seine ursprüngliche Lebensplanung in jungen Jahren als freier Musiker in Schottland verhindert. Er fühlt sich an das Leben im Cottage, seinen Erinnerungen an die Vergangenheit stark gebunden. 
Doch eines Tages liegt beim Heimkommen eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Haustür. Er ist verwirrt, glaubt an einen Schabernack,  öffnet dieses Päckchen und ist verblüfft,,,,,,

Dieses Buch strahlt eine unglaublich Ruhe beim Lesen aus, die sofort fast körperlich spürbar ist. Der Autor erzählt aus dem Leben von Jacks Eltern , die Geschichten von den Fahrten des ehemaligen Walfängers Sonny, seiner Ehefrau Kathleen und  dem Grossonkel Tom. Er ist  der Eigentümer des kleinen Cottage an der Küste hinter einem Berg und lebt fortan mit Sonny, Kathleen und Jack ein bescheidenes, aber glückliches Leben.  Das kleine Haus versteckt sich perfekt dort vor Sturm und Regen und liegt doch in der Nähe der Meeresküste. Jack's glückliche Kindheit wird geschildert, seine enge und nahe Beziehung zu seinem Onkel Tom, die tägliche  Unrast des Vaters und ehemaligen Walfängers und der liebevollen,  alle Konflikte zwischen den beiden Männern Tom und Sonny ausgleichenden Mutter Kathleen. Und immer wieder ist es die Musik, seine Gitarre und die eigenen Songs, die den schüchternen Jack in seiner eigenen Welt fest halten und  begleiten. Doch es fehlen Menschen in seinem späteren, einsamen Leben. Auch das ahnt er erst spät und  schmerzlich. Er versucht dieses Gefühl zu ignorieren,  tröstet sich mit seiner grossen Musiksammlung und dem eigenen Komponieren und Musizieren. 
 Was ihn verändert, aus seinem Schneckenhaus holt, verwundert und letztendlich beglückt ist im weiteren Verlauf des Buches wunderbar und beruhigend  für die Leser*innen zu erleben.  

Meine Bewertung: Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF***** Sternen für Leser*innen die ein kleines, unaufgeregtes und einfaches  Leben verfolgen möchten. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Luchterhand Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

INHALT / KLAPPENTEXT: Ein Roman über die unermessliche Kraft des Meeres und der Freundschaft
1957: Sonny verdient sich seinen Lebensunterhalt auf einem Walfangschiff im Südatlantik. Der Alltag auf dem Ozean ist rau, er lehrt ihn die Zerbrechlichkeit des Daseins. Als er schließlich in seine Heimat zurückkehrt, auf die Shetlandinseln, um sich mit seiner Frau Kathleen und seinem Sohn Jack eine Existenz aufzubauen, liegt das schwere Erbe seiner Zeit auf See wie ein Schatten über der Familie.

Viele Jahrzehnte später lebt Jack nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein zurückgezogenes Leben im alten Cottage der Familie. Jack ist wie die karge Landschaft um ihn herum: stoisch und schweigsam, immer schon da. All seine Gefühle wandern in die Country-Songs, die er selbst schreibt und die er in einem anderen Leben auf der Bühne gesungen hätte. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Tür liegt und eine Freundschaft mit der jungen Nachbarstochter beginnt, die Jack eine neue Perspektive auf seinen Platz in der Welt eröffnet.

Malachy Tallack hat einen unvergesslichen Roman geschrieben, der voller kleiner Augenblicke ist und voller großer Momente: ein Buch über die lebensverändernde Kraft der Freundschaft und der Musik.

Malachy Tallack ist Schriftsteller, Singer-Songwriter und Journalist. 2014 gewann er den New Writers Award des Scottish Book Trust und 2015 die Robert Louis Stevenson Fellowship. Mit seinem ersten Buch »60º Nord« kam er auf die Shortlist des Saltire First Book Award, das zweite, »Von Inseln, die keiner je fand«, wurde 2016 bei der Verleihung der Edward Stanford Travel Writing Awards als Illustrated Travel Book of the Year ausgezeichnet. Beide Bücher beschäftigen sich mit Nature Writing, Geschichte und Memoir. Sein Debütroman »Das Tal in der Mitte der Welt« kam 2018 auf die Shortlist des Highland Book Prize und wurde für den Royal Society of Literature Ondaatje Prize nominiert. Malachy Tallack ist in Shetland aufgewachsen und lebt aktuell in Stirlingshire.

 Übersetzung: Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, gest. 2024 in München, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", war der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

Cornelius Reiber, geboren 1973, studierte Germanistik, Geschichte und Kulturwissenschaften in Köln und Berlin. Er lebt als Übersetzer in Berlin, daneben lehrt er an der Universität Basel.







Freitag, 31. Juli 2026

*ISS DICH JUNG* von Prof. Dr. Valter Longo - Das Rezeptbuch zur Longevità-Diät

 (Werbung, unbezahlt*)



MEINE MEINUNG ZUM BUCH: 

Ob es eine wirkliche Gnade ist einhundert Lebensjahre zu erreichen, möchte ich stark bezweifeln. Zumal  wenn Krankheit und Leiden die Oberhand gewinnen. Daher kann ich der Wahl des Titels nur teilweise meine persönliche Zustimmung geben.
Denn gesunde Ernährung beginnt für uns Menschen schon im Mutterleib durch die Ernährungsgewohnheiten der Mutter und wird  hauptsächlich durch die weitere Nahrungsaufnahme und viele andere Faktoren im Lauf des Lebens massgeblich beeinflusst.  Auf jeden Fall ist es sicher erstrebenswert sich ein persönliches Ziel für eine gesunde Ernährung zu setzen.  Einfache, gesunde Lebensmittel ohne chemische Zusätze,und/oder industrieller Verarbeitung sind auf jeden Fall zu bevorzugen. Und nun kommt obiges Rezeptbuch ins Spiel. Auf fast vierhundert Seiten können wir Meinungen, Tipps , Tricks und vor allem einfache, wohlschmeckende Rezepte, hauptsächlich aus Italien stammend , von Prof. Valter Longo gesammelt , nachlesen. Er hat das Buch in verschiede Abschnitte aufgeteilt, die ich hier nun vorstelle: 
Einleitung, Scheinfasten, Krankheit und Lebenserwartung : ein Update, 
Zu Tisch bei unseren Vorfahren: Die Mittelmeerdiät und ihre Geschichte, 
Wo man in Italien am ältesten wird: Ernährung und Lebensweise, 
Mittelmeerdiät und Longevità-Diät, 
Auf der Suche nach Speisen für ein langes Leben, 
Vitamin - und mineralstoffreiche Lebensmittel und ihre Zubereitung,Tafelfreuden für ein langes Leben : Die Rezepte.
 
Quellen für Vitamine Mineralstoffe und andere Mikronährstoffe , Danksagung, Quellen und Anmerkungen, Bildnachweis, Sachregister, Rezeptverzeichnis. 

Hier nun einige Eindrücke aus dem Buch. Prof Longo hat die Rezepte den unterschiedlichen Regionen Italiens zugeteilt und so übersichtlich  geordnet. 






Um die ca. zweihundert Rezepte nachzukochen bedarf es vor allem Geduld und Zeit.  Es ist illusorisch das zu schaffen. Ich freu mich aber schon sehr darauf immer wieder zu diesem schönen Ratgeber zu greifen und mir neue Anregungen für meine tägliche Küche zu holen. 

Ich vergebe gern FÜNF ***** Sterne für diesen Ratgeber und bedanke mich herzlich beim Autor und dem Goldmann Verlag für diesen wertvollen Sachratgeber als Rezensionsexemplar. 

INHALT/KLAPPENTEXT: 

In seinem Bestseller »Iss dich jung« zeigte Prof. Dr. Valter Longo, wie wichtig Ernährung für ein langes und gesundes Leben ist: Durch die Kombination von gesunder Ernährung mit dem sogenannten Scheinfasten ist es möglich, das Risiko altersbedingter Krankheiten zu senken. Nun teilt er die Ergebnisse seiner neuesten Forschung und nimmt uns mit auf eine Reise zu den Regionen Italiens, in denen die meisten Hundertjährigen leben.
Longo hat mehr als zehn Regionen mit einer außergewöhnlich hohen Lebenserwartung identifiziert und sich ihre traditionelle Küche angesehen, um herauszufinden, was das Geheimnis der Hundertjährigen ist. Von diesen Erkenntnissen können wir alle profitieren, um ein möglichst langes Leben in Gesundheit zu führen.
Neben einer kurzen Einführung in die Longevità-Diät und das Konzept des Scheinfastens sowie einem Überblick über die neueste Forschung enthält dieses Buch mehr als 200 Rezepte zum Nachkochen.

Prof. Dr. Valter Longo, geboren 1967 in Genua, ist ein weltweit anerkannter Experte und führender Wissenschaftler auf dem Gebiet des Alterns sowie altersbedingter Krankheiten. Er ist Professor für Gerontologie und Biowissenschaften sowie Direktor des Institute of Longevity of the School of Gerontology an der University of Southern California in Los Angeles, einem der renommiertesten Zentren zur Erforschung des Alterungsprozesses. Für seine Arbeit erhielt Prof. Longo zahlreiche namhafte Auszeichnungen.

Übersetzt von Imke Brodersen.



 


Sonntag, 26. Juli 2026

*Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola - *Die Eismeertrilogie Band 2* - erschienen im btb Verlag -

*unbezahlte Werbung*


Meine Meinung zum Buch:

Der zweite Band der *Eismeertrilogie* von Ingeborg Arvola hat mich wie der erste Band *Der Aufbruch* sofort in einen wunderbar fesselnden Lesesog gezogen. Wir befinden uns im Jahr 1863 . Brita Caisa und Mikko wurden beide wegen Ehebruch verurteilt und sitzen ihre Gefängnisstrafen ab. Es ist kalt, eisige Schneestürme belasten die Bevölkerung. Die beiden Gefängnisinsassen müssen bitteren Hunger neben der Kälte,  Schmach und Verachtung ertragen.  Brita und Mikko erwarten ein gemeinsames Kind. Er könnte nach dem Verbüßen seiner Strafe zu seiner Ehefrau Gretha zurückkehren und den Hof weiterführen. Für Brita ist die Lage ungleich schwieriger, sie hat kein Auskommen und kommt bei Bekannten unter. Doch Mikko steht zu seiner geliebten Brita Caisa Seiparjærvi und dem Kind, verlässt die Ehefrau, verliert auch den Hof. Er will für seine neue Familie ein Pirtii, eine einfache Holzhütte, bauen. Doch auch das wird ihm verwehrt, da er den Holzpreis nicht zahlen kann. Mikko und  Brita Caisa und  schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Die kleine Marja kommt auf die Welt und Heikki lebt wieder bei seiner Mutter Brita Caisa. Die junge Familie lebt unter schwierigen Umständen,  oft getrennt, bei Freunden und Bekannten.  Unverheiratete Frauen haben in dem damaligen Gesellschaftssystem keinen leichten Stand, werden verachtet und gemieden. Die mystische Natur-Heilkraft, ihr liebenswerter Charakter sowie ihre Schönheit helfen der Brita Caisa oft in schwierigen Situationen. Die Sympathie ihrer Mitmenschen sichert ihr Überleben und das ihrer Kinder.   


Auch in diesem zweiten Band der Eismeertrilogie hat mich der poetische und ungewöhnliche Schreibstil der Autorin voll überzeugt und gefesselt. Brita Caisa erzählt wieder in der Ich-Form. In diesem Band leben Mikko und Brita ihr tiefe, fast archaisch anmutende Liebe bei jeder Gelegenheit voll aus. Sie schöpfen Kraft und Freude aus ihren seltenen, sexuell geprägten Begegnungen und besiegeln ihre Zuneigung zueinander immer wieder. Die ganze Atmosphäre im Buch atmet wieder den Geruch von Holzfeuer, von Fisch und Eismeer, von Schafen, Wolle sowie den harzigen, schweren Duft der dichten Wälder der Finnmark mit ihrem überlebenswichtigen Schatz der Moltebeeren. Der Beginn verschiedener Walfangtechniken am der Eismeerküste mit Harpunen, Sprengungen und Kanonen wird auch realistisch geschildert.  

Dieses damalige Leben wird durch eine alte Karte der West- und Ostfinnmark  aus dem Jahr 1824  in der Buchdeckelinnenseite verdeutlicht. Ich empfand ein Personenverzeichnis  und Namenvarianten der vielen Protagonist*innen zu Beginn des Buches als sehr hilfreich, zumal sie zweisprachig in Norwegisch und finnischen Dialekten aufgeführt wurde. Erklärend kamen die im Buch spielenden Orte dazu, sowie die Beziehungen und der Stand der Protagonist*innen zueinander.

Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung und ich gebe gern FÜNF ***** Sterne. 

Herzlichen Dank an die Autorin und btb-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

INHALT / KLAPPENTEXT: 
Mit »Zeit der Wale« setzt Ingeborg Arvola ihre gefeierte Eismeertrilogie fort und erzählt die Geschichte der unbeugsamen Brita Caisa weiter. Norwegische Eismeerküste, 1863: Nach Ende ihrer Haftstrafe, zu der sie wegen ihres Verhältnisses mit dem verheirateten Mikko verurteilt wurde, kommt Brita bei Bekannten unter. Als endlich auch Mikko entlassen wird, hofft sie auf ein gemeinsames Zuhause und eine sichere Zukunft für ihre drei Kinder. Ihr Leben ist geprägt von der harten Arbeit rund um den Walfang, der wohltuenden Hitze der Sauna und der tiefen Verbindung zur Natur. Ein eindringlicher Roman voller rauer Schönheit mit faszinierenden zeitgeschichtlichen Einblicken in die Lebensweise an der norwegischen Eismeerküste.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Übersetzt von Katharina Martl







 

Samstag, 18. Juli 2026

*Folgeband von *Der Aufbruch* !

 *Werbung, unbezahlt*

Nun bin ich lesend dabei im Buch *Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola. Es ist der Folgeband von *Der Aufbruch* der Autorin. Nachfolgend findet ihr hier meine Rezension des ersten Bandes : 


Meine Meinung zum Buch: 

Ingeborg Arvola lässt uns teilhaben an einem Stück eigener Familiengeschichte, welche sie sorgfältig recherchiert hat. Sie entführt uns in die Jahre 1859 - 1862. Wir befinden uns in der Finnmark und begleiten eine 35-jährige Mutter mit zwei Jungen auf ihrem Schlitten, den sie mit ihren Ski durch die unwirtlichen dichten, tief verschneiten Wälder der Finnmark zieht. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Hunger,Entbehrungen sowie hämischen Nachreden ihres Dorfes und der Nachbarn, treibt sie an zu dieser Reise an die Küste des Eismeeres in Norwegen. Brita Caisa Seiparjærvi ist eine besonders schöne Frau mit aussergewöhnlichen Heilkräften und nicht verheiratet. Ihr älterer Sohn entstammt aus einer Beziehung mit einem verheiratetem Mann. Der Vater des kleineren Jungen verstarb früh, plötzlich und unerwartet. Der Pastor ihrer Kirchen-Gemeinde hat sie als unzüchtige Hure, Mutter von zwei unehelichen Kindern offen beschimpft, einer Kirchenstrafe unterzogen und blossgestellt.In ihrer Heimatgemeinde hatte sie nun mit ihren beiden Kindern keine glückliche Zukunft mehr zu erwarten.


Die Autorin beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, deren strenge Regeln uns kaum noch vertraut sind, die wir nicht akzeptieren. Auch Brita Caisa will sich den üblichen, damaligen Gepflogenheiten nicht fügen und bricht aus ihrem Leben aus. Sie hat ihren Söhnen zwar versprochen an der Eismeerküste zu heiraten, lernt aber den verheirateten Mikko kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und alles kommt anders, als dem grossen Jungen Aleksi und dem dreijährigen Heikki versprochen.


Der Roman erzählt in flüssigem und schön zu lesendem Ich-Stil vom Leben der Brita Caisa, ihrer Familie, den Bekannten und Freund*innen. Ich bin durch die Seiten geflogen und in ein ursprüngliches Leben in tiefen, dunklen Wäldern, Mooren mit Molte Beeren, Flüssen, Meeresküsten und eingeschnittenen Fjorden abgetaucht und war völlig gefesselt von dieser vergangenen, beschwerlichen Zeit. Der Duft von Holzfeuern aus einfachen Saunen, Tieren wie Schafen, Rentieren und von salzigen Meeres Brisen, getränkt mit Fischgeruch und dem Kreischen der Meeres Vögel entstand automatisch in meinem Kopfkino.  Ein Personenverzeichnis mit Namens Varianten in Finnisch und Norwegisch hat mir bei der Orientierung der vielen Personen und deren ungewöhnlicher Namen geholfen.Damals haben dort Volksgruppen wie Schweden, Norweger, Finnen,Samen,Russen miteinander gelebt und so die Finnmark bunt bevölkert.


Der wunderbare Schreibstil mit sehr poetisch verfassten Naturbeobachtungen hat mich verzaubert und sehr beeindruckt.  Der alte, mystisch angehauchte Volksglauben, die immerwährende Anwesenheit des *kleinen Volkes* mit seinen geheimnisvollen Besonderheiten und die Heilkraft der Brita Caisa bei Verletzungen und/oder Geburten, die sie aus der Natur und ihrem *inneren Wesen* zieht, haben mich fasziniert. Viele Ausdrücke und Lieder im Text eingestreut, in Original Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, oder einer Mischung konnte ich zwar nicht verstehen und/oder für mich übersetzen, haben mich aber trotzdem berührt und die Authentizität des Geschehens und des Textes unterstrichen.


Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch! Absolut lesenswert.  





Erschienen am:
24.06.2026

INHALT/KLAPPENTEXT: Mit »Zeit der Wale« setzt Ingeborg Arvola ihre gefeierte Eismeertrilogie fort und erzählt die Geschichte der unbeugsamen Brita Caisa weiter. Norwegische Eismeerküste, 1863: Nach Ende ihrer Haftstrafe, zu der sie wegen ihres Verhältnisses mit dem verheirateten Mikko verurteilt wurde, kommt Brita bei Bekannten unter. Als endlich auch Mikko entlassen wird, hofft sie auf ein gemeinsames Zuhause und eine sichere Zukunft für ihre drei Kinder. Ihr Leben ist geprägt von der harten Arbeit rund um den Walfang, der wohltuenden Hitze der Sauna und der tiefen Verbindung zur Natur. Ein eindringlicher Roman voller rauer Schönheit mit faszinierenden zeitgeschichtlichen Einblicken in die Lebensweise an der norwegischen Eismeerküste.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Übersetzerin: Katharina Martl





Mittwoch, 15. Juli 2026

*Orion* von Petra Morsbach - erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt*



INHALT / KLAPPENTEXT: Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen Sohn auf, wird geschieden. Nach einem Nierenversagen muss sie mit sechzig den Schuldienst verlassen und beginnt in einem Literaturarchiv zu arbeiten. Es ist ein unauffälliges Leben mit der einzigen Besonderheit, dass es von Büchern begleitet wird: Von den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Gegenwart bleibt Nora eine leidenschaftliche Leserin. Regelmäßig gleicht sie ihre Erfahrungen und auch die Erschütterungen der Gegenwart bis hin zum Ukraine-Krieg mit ihrem durch Literatur gewonnen Wissen ab und trifft mal mehr, mal weniger glückliche Entscheidungen. Wie gut lässt sich Bildung vermitteln? Was bringt sie letztlich – Freuden, Erkenntnis, Ernüchterung? Besteht sie im Alltag, obwohl das Leben so viele Pläne blamiert? Wie weit hilft Kultur im Umgang mit menschlichen Abgründen? Oder wäre sonst alles viel schlimmer?

Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Zuletzt erschien bei Penguin der Essayband »Der Elefant im Zimmer«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis. 

Meine Meinung zum Buch: 

Wir verfolgen im Buch das Leben der Deutsch - und Geschichts - Lehrerin Nora Dellendrücker , teilweise aufgewachsen bei Oma Auguste, der Mutter des Vaters, die sich für ihre grosse  Familie aufgeopfert hatte. Zu ihrer eigenen Mutter Oma Friedchen zeichnet die Autorin ein merkwürdig farbloses und emotionsloses Bild für die Leser*innen auf. 
Nora heiratet den Archivar Theseus, zieht mit ihm den gemeinsamen Sohn Enni auf. Eine Scheidung folgt, forciert durch Nora's Affäre mit dem bodenständigen Baumchirurgen, Forstmann und Grosswildjäger Bruno. Eine schwere Nierenerkrankung zwingt sie in ihren letzten Jahren an die Dialyse und  fesselt sie an ihre häusliche Umgebung. 

Nora liebt lebenslang die Klassiker der Antike und deren Philosophische Denkansätze. Sie versucht in ihrem langjährigen Berufsleben viele dieser demokratischen Werte an ihre Schüler*innen und auch an ihre Familie zu vermitteln. Lebenslang versucht sie die Menschen ihres
 realen Umfeldes mit ihren geliebten, philosophischen Büchern und deren Protagonisten zu vergleichen. 
Zitat Seite 249 : " Nicht alle Menschen verwirklichen sich als Bücher, so wie nicht alle Autoren sich als Menschen verwirklichen. " 

Der angenehm und flüssig zu lesende Schreibstil der Autorin hat mir sofort zugesagt , auf den über vierhundert Seiten gut unterhalten und zum Nachdenken und Mitfühlen der Ich-Erzählerin Nora mitgenommen. 

Dieser von einem intellektuell geprägten Denken Frau und Lehrerin hat im Roman nur eines gefehlt: Herzenswärme, echte Zuneigung, Liebe und Sympathie für viele ihrer Mitmenschen und Schüler*innen. Diese zutiefst menschlichen  Eigenschaften habe ich während der ganzen Lektüre schmerzlich vermisst. Wissenschaftliche Bildungselemente wurden von ihr super korrekt vermittelt. Sie hat ihre Schüler*innen perfekt gefördert, ihre Familie gut begleitet, doch immer ohne eine echte emotionale Bindung, eher kühl und fast abwesend. Im Kapitel *Bank* wird diese kalte Betrachtungsweise aus der sicheren, emotionslosen  Ferne der Zuhörerin Nora besonders gut erkennbar. Die Erzählungen von Lebenswegen  anderer Mitmenschen berühren sie kaum. Nora lauscht unbeteiligt,  fast wie beim Betrachten eines wissenschaftlichen Experimentes. Das hat mich in meinem Lesefluss behindert, sogar ein wenig verstört. Ich konnte Nora's philosophisch geprägte Gedankenwelt über klassische Lektüren, übertragen auf Menschen, deren Erlebnisse und Gefühle nicht gut nachvollziehen. Auch die unterkühlte  Beziehung von  ihrem erwachsenem  Sohn Enni  zu ihr hat mich deswegen nicht verwundert. Kaum jemand hat Zugang zu Noras wirklichem  Innenleben bekommen. Sie hat sich verschlossen wie eine Auster im Meeresstrom. Nora ist eine gute Beobachterin , aber ob sie mit ihrer Umwelt wirklich mitfühlen konnte bezweifle ich sehr. 

Meine Bewertung:  es ist ein sehr lesenswertes Buch mit VIER **** Sternen ! 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für das gebundene Print-Rezensionsexemplar! 

 


 





 

 

Donnerstag, 2. Juli 2026

*EIN WEITES LEBEN* von M.L.Stedman - erschienen im Blanvalet Verlag

*Werbung, unbezahlt* Erschienen am  25.3.26

 Meine Meinung zum Buch:
Wir machen eine Zeitreise zurück in das Jahr 1958 und besuchen den Kontinent Australien. Dort lebt seit Generationen die Familie MacBride ruhig und abgeschieden im riesigen, trockenen Westen des Landes. Mutter Lorna, Vater Phil und die Kinder Warren, Rosie und Matt  arbeiten auf ihrer Schafffarm und leben von dem Verkauf der Wolle und der Tiere.  Der junge liebenswerte Andy, ein Stein- und Fossilienliebhaber in seiner Jugend, stösst durch ein tragisches Ereignis erst später zur Familie dazu.  Wir begleiten dieses Leben im Outback in einem Zeitraum von  ca. vierzig Jahren.  
Sofort empfand ich Hitze, den roten Staub, den Geruch der Schafe und die unendliche Weite dieser Farm beim Lesen. Stimmig, flüssig, sorgfältig erzählt und aufbereitet von der Autorin, die zehn Jahre an diesem Werk gearbeitet hat. Und es ist ihr gelungen. Ein Familienroman, der alles bietet was  im Laufe von Generationen als Tragödie, Glückseligkeit und/oder Schicksal bezeichnet werden kann. 

Durch einen tragischen Autounfall mit einem Känguru verlieren Phil und Warren ihr Leben. Der jüngste Sohn Matt überlebt schwerverletzt und hat lebenslang an den Folgen einer Kopfverletzung  wie Gedächtnisverlust, Sprachstörungen zu leiden.  Mutter Lorna und die Tochter Rosie übernehmen die Leitung , Verantwortung für die Farm und den verletzten  Matt.


  Die Zeiten ändern sich in den 60er Jahren. Auch die alte Uhr *Old Wally* im Haus der MacBrides tickt unbarmherzig voran. Die Suche nach Rohstoffen nimmt auch in Australien einen grossen gesellschaftlichen Stellenwert ein. Bergbauunternehmen stecken ihre Claims auf den Gebieten der Schafffarmen ab zur Erzgewinnung. ALLES was unterhalb der Erdkruste liegt, gehört nicht den Farmen. So ist es im Gesetz geregelt. 

Als sehr beeindruckend empfand ich die Schilderungen der psychischen  Entwicklungen und Darstellungen aller Protagonist*innen, auch der Nebenrollen. Zwischenmenschliche Beziehungen werden warmherzig , oft nur andeutungsweise und für die Leser*innen nicht wertend, langsam aufgerollt. Ausschweifungen , Verfehlungen, Schuld, Hass, Neid, finden im Buch einen realistischen Platz im Laufe der Jahrzehnte. Es werden auch Glücksmomente nicht vergessen und ausführlich erzählt.  

Je länger ich in den Zeilen dieses fulminanten Buches versank, desto grösser wurde mein Wunsch , dass es nie enden sollte. Ich gebe gern eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen für diesen epischen, grossartig geschriebenen Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und die Penguin Random House Verlagsgruppe für dieses gebundene Leseexemplar mit einem komfortablen  Lesebändchen. 



 

INHALT/KLAPPENTEXT: Westaustralien 1958: Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück nur knapp. Doch als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, schlägt das Schicksal ein zweites Mal zu: Ausgerechnet Matthews Rückkehr nach Meredith Downs kostet ein weiteres Mitglied der MacBrides das Leben, während ein anderes das seine opfert, um ein unschuldiges Kind zu retten. Matt steht vor einer schmerzhaften Zerreißprobe …

M. L. Stedman legt wie keine Zweite den Finger auf die ganz großen zwischenmenschlichen Konflikte – und macht aus ihnen eine überwältigende und heilsame Leseerfahrung. Dies bewies sie 2013 mit ihrem Debütroman: »Das Licht zwischen den Meeren« wurde in 45 Sprachen übersetzt und mit Michael Fassbender und Rachel Weisz in den Hauptrollen für Hollywood verfilmt. Mehr als ein Jahrzehnt nahm sie sich Zeit für ihren zweiten Roman »Ein weites Leben«, der weltweit im Frühjahr 2026 erschien und zum internationalem Bestseller wurde.





Freitag, 5. Juni 2026

*Eine ganz besondere Reise* von Emma Heming Willis - erschienen im Kailash Verlag

 

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*

Meine Meinung zum Buch: Bruce Willis, der bekannte Schauspieler, musste seine Karriere im Jahr 2022 aufgrund einer dramatischen Erkrankung beenden. Die Diagnose lautete: Frontotemporale Demenz (FTD). Im Vordergrund dieser Erkrankung stehen tiefgreifende Wesensveränderungen, Persönlichkeitsstörungen, auffälliges Sozialverhalten und/oder gravierende Sprachprobleme.

In dem vorliegenden Buch seiner Ehefrau Emma Heming Willis wird die Geschichte vom Beginn der Diagnose bis zum völligen Ausbruch dieser Krankheit erzählt und erklärt. Die Krankheit ist nicht heilbar.
Das Buch liest sich sehr berührend. Emma Heming Willis, Mutter zweier gemeinsamer Mädchen mit dem erkrankten Vater und Ehemann, verbirgt ihre Emotionen nicht. Authentisch, offen und ohne Tabus schildert sie die Veränderungen im Familienleben, das Zurückstellen eigener Bedürfnisse – sei es Schlaf, Sport oder ganz normale Zusammenkünfte mit Familie und Freunden. Bruce Willis brachte aus erster Ehe drei Töchter in die neue Beziehung mit.
Die Autorin berichtet in einem liebevollen, sehr respektvollen und verständnisvollen Schreibstil von ihren persönlichen Erfahrungen. Immer wieder finden sich aufmunternde Bemerkungen für Leserinnen und Leser, deren Angehörige ebenfalls von dieser heimtückischen Krankheit betroffen sind. Die zahlreichen Kapitel bieten Lösungsansätze und Hilfestellungen für Betroffene. Es ist ein Ratgeber, der je nach Interesse und Bedürfnis entweder im Ganzen oder abschnittsweise gelesen werden kann.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung mit fünf Sternen aus. 

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.

Inhalt/Klappentext: Ein Mut-mach-Buch für alle, die demenzkranke Angehörige begleiten


An dem Tag, an dem bei Emmas Ehemann Bruce Willis eine frontotemporale Demenz diagnostiziert wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie fühlt sich völlig verloren und alleingelassen, vor allem von den Ärzten. Wie soll ihr Leben jetzt weitergehen? Wie kann sie sich bestmöglich um Bruce und gleichzeitig um ihre beiden kleinen Töchter kümmern?
Mit „Eine ganz besondere Reise“ hat Emma das Buch geschrieben, das sie sich selbst in dieser Situation gewünscht hätte: einen kompetenten "Reiseführer" für die große Herausforderung, die die Pflege eines Partners oder Angehörigen mit Demenz bedeutet. Dabei lässt sie uns an ihrem eigenen Weg und ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben: vom Umgang mit der Diagnose über die Bewältigung von Emotionen bis hin zur nötigen Selbstfürsorge. Zu all diesen Themen sucht sich Emma Rat bei weltweit führenden Experten und lässt diese aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse in das Buch miteinfließen.
Für Emma ist diese "Reise" auch deshalb so "besonders", weil sie eine Transformation erlebt und eine bis dahin nicht gekannte innere Stärke in sich findet. Mit diesem Buch schenkt sie Betroffenen – wie eine beste Freundin – seelischen Beistand und gibt ihnen das, was sie so dringend brauchen: Kraft, Mut, Hoffnung – und das Gefühl, nicht allein dazustehen.

Emma Heming Willis ist ein erfolgreiches ehemaliges Model und die Ehefrau von Bruce Willis. Seit bei ihm Ende 2022 Frontotemporale Demenz (FTD) diagnostiziert wurde, engagiert sie sich für die Aufklärung über Demenz und wurde zu einer leidenschaftlichen Stimme von Pflegepartner*innen und betroffenen Familien. Es ist ihr ein großes Anliegen, ihre Erfahrungen zu teilen und Pflegenden das Gefühl zu geben, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind. Emma und Bruce haben zwei gemeinsame Töchter.


Dienstag, 19. Mai 2026

*Die Frauen der Familie* von Katherena Vermette - erschienen im btb-verlag

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

https://www.penguin.de/buecher/katherena-vermette-die-frauen-der-familie/taschenbuch/9783442770625

TRIGGERWARNUNG: Dieses Buch handelt davon, sich in dem System zurechtzufinden, das man uns aufgezwungen hat, insoweit enthält es für diejenigen, deren Leben deshalb traumatisch beeinflusst wurde, viele Trigger. Dazu gehören Schilderungen von Inobhutnahme, Isolationshaft, Selbstmordgedanken, Drogenkonsum und körperliche Gewalt. (Aber es geht nicht nur darum, okay? Ich werde versuchen, möglichst viel Liebe und Hoffnung dazwischenzupacken.)

Erschienen am 10.Dezember 2025 

Katherena Vermette, indigene Kanadiern, aufgewachsen in Winnipeg, Manitoba, ist Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. Ihr Debütroman Was in jener Nacht geschah war Bestseller und Debattenbuch in Kanada und wurde vielfach ausgezeichnet: McNally Robinson Book of the Year Award, Margaret Laurence Award for Fiction, Carol Shields Winnipeg Book Award. Shortlist Governor’s General Literaray Award und Rogers Writers‘ Trust, Endrunde von Canada Reads, der großen Buchkampagne des kanadischen öffentlichen Fernrsehens CBC. Der Roman The Strangers wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet und war Nummer-1-Bestseller in Kanada. 

Klappentext/Inhalt:Der Nummer-1-Bestseller aus Kanada - »Eine erschütternde Anklage gegen den Druck und die Widrigkeiten, denen indigene Frauen ausgesetzt sind.« Toronto Star

Cedar hat fast vergessen, wie ihre Familie aussieht. Phoenix hat fast vergessen, wie sich Freiheit anfühlt. Und Elsie hat die Hoffnung fast aufgegeben. Beinahe. Das sind die Frauen der Familie Stranger, die jede von ihren eigenen Dämonen geplagt wird.

Nachdem Cedar einige Zeit in Pflegefamilien verbracht hat, zieht sie zu ihrem ihr eigentlich fremden Vater. Sie kämpft mit dem Schmerz der Trennung von ihrer Mutter Elsie und ihrer älteren Schwester Phoenix, hofft aber dennoch auf ein neues Kapitel in ihrem Leben, nur um sich wieder in einem fremden Haus unter Fremden zu finden.

Phoenix bringt in einer Jugendstrafanstalt ein Baby zur Welt, das sie nie großziehen wird, und versucht, sich selbst zu verzeihen, dass sie anderen sehr viel Leid verursacht hat.

Ihre Mutter Elsie kämpft mit ihrer Sucht und ist entschlossen ist, ihr Leben umzukrempeln. Dabei schöpft sie Kraft in dem Gedanken, bald wieder mit ihren Töchtern vereint zu sein. Für die beiden möchte sie – anders als ihre eigene Mutter – ein Mensch sein, auf den sie sich die sie sich verlassen können.

Meine Meinung zum Buch:

Wir begleiten im Buch über einen Zeitraum von fünf Jahren drei indigene Frauen der Familie Stranger. Und zwar generationsübergreifend. Am Schluss des Buches werden die verwandtschaftlichen Beziehungen in einem Stammbaum noch einmal klar dargestellt. Das empfand ich beim Lesen als sehr hilfreich. Es fällt mir sehr schwer über dieses aufrüttelnde und erschütternde Buch hier zu schreiben. Es ist kein Wohlfühlroman, keine rührende Familien - oder Liebesgeschichte , wobei die Autorin in ihrer Triggerwarnung verspricht auch über Liebe zu berichten. 

Wir begegnen der harten und grausamen Realität indigener Menschen in Kanada, einer Demokratie in heutiger Zeit  mit einem funktionierendem Rechtssystem. Sie wachsen in Reservaten auf, bekommen zu wenig Bildung und gesellschaftliche Achtung. Die Familienstrukturen werden durch kriminell ausufernde Suchtkrankheiten zerstört, sowie Ihre Wurzeln, die ihnen Jahrtausende auf diesem Kontinent Halt und Orientierung gegeben haben. Stellt euch beim Lesen auf traurige Ereignisse, Gewalt, Rassismus,Tränen,Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ein. 

Großmutter) Margaret, (Mutter) Elsie, (Elsies Kinder) Phoenix und Cedar sind die Frauen dieser Geschichte , meist verlassen von den männlichen Mitgliedern dieser Familie Stranger. 

 Es wird aus der Sichtweise jeder einzelnen Frau berichtet, einzig Cedar spricht im Buch in der Ich-Form. Einblicke in Krankheit durch Drogenabhängigkeit sind etwas fast Normales und Gewalt im Gefängnis und / oder Pflegefamilien gehören auch zum Lesealltag. Von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen, denen die Kinder von klein auf ausgesetzt werden. Ich musste das Buch oft an die Seite legen, da es einfach viel Gewalt enthält und mich sehr emotional berührt hat.  

Doch es ist ein wichtiges Thema, welches nicht verschwiegen oder vertuscht werden darf. Vielleicht hilft es einigen Leser*innen erst einmal in eine Leseprobe des Buches hinein zu schnuppern,  um danach eine Entscheidung für oder gegen das Lesen zu finden. 

Fünf ***** Sterne. 

Mein Dank gilt der Autorin und dem btb-verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.