*Werbung, unbezahlt*
*selbstgekauft*
*BuchtipohneRezension*
Inhalt: Wunderschöne Gedanken und Geschichten von der grünen Insel Irland - gesammelt und geschrieben von GERTRUD CAREY !
Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
*Werbung, unbezahlt*
*selbstgekauft*
*BuchtipohneRezension*
Inhalt: Wunderschöne Gedanken und Geschichten von der grünen Insel Irland - gesammelt und geschrieben von GERTRUD CAREY !
*Werbung unbezahlt, Rezensionsexemplar*
Erschienen asm 23.7.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Nach dem Tod ihres Mannes bringt Eileen ihre Tochter allein durch und verzweifelt fast, als sich die Geschichte wiederholt und auch ihre eigene Tochter jung und unehelich Mutter wird. Doch in den Frauen der Familie Aylward stecken Kraft und Mut, und es reicht ihnen längst nicht, nur eine Nebenrolle im Leben zu spielen.
Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, Tipperary, studierte Bauingenieurwesen und Jura und unterrichtet Creative Writing an der Universität von Limerick. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. Seine Romane ›Die Gesichter der Wahrheit‹ und ›Die Stille des Meeres‹ waren auf der Longlist des Booker Prize.
Auszeichnungen
›Orwell Prize for Political Fiction‹ für Heart be at Peace (Follow-up von Die Gesichter der Wahrheit), 2025
From a Low and Quiet Sea auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2018
›European Union Prize for Literature‹ für die zwölf vielversprechendsten jungen Schriftsteller Europas (als Vertreter von Irland), 2015
›Bord Gáis Energy Irish Book Awards‹ in der Kategorie ›Short Story of the Year‹ für A Slanting of the Sun, 2015
›Guardian First Book Award‹ für The Spinning Heart, 2013
The Spinning Heart auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2013
›Irish Book Awards‹ Best Irish Newcomer und Book of the Year für The Spinning Heart, 2012
Übersetzerin des Buches aus dem irischen Englisch: Anna-Nina Kroll, 1988 in Essen geboren, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seitdem aus dem Englischen.Sie ist die deutsche Stimme von Carmen Maria Machado, Donal Ryan und Anna Burns. 2021 erhielt sie den Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.
Meine Meinung zum Buch:
Eileen ist eine junge irische Mutter, die ungewollt schwanger, nach dem plötzlichen, dramatischen Tod ihres Freundes, ganz kurz verheiratet, ihre kleine Tochter allein gross ziehen muss. Ihre eigene Familie hat sie verstoßen, da die Tochter Saorise unehelich auf die Welt kam. Im konservativ geprägtem Irland der 1980er Jahre war das immer noch ein gesellschaftliches Tabu - gerade wenn die Eheschliessung erst nach der Geburt des Kindes erfolgte. Doch ihre Schwiegermutter und die Brüder Ayward aus der Familie des Kindsvaters stehen ihr jahrzehntelang helfend und warmherzig zur Seite. Saorise wächst behütet auf und wird mit siebzehn Jahren auch ungewollt schwanger. Sie ist ledig, jung, naiv, und hat nur eine vage Erinnerung an den jungen Mann und den Beginn der Schwangerschaft. Mutter und Grossmutter stehen ihr ohne Vorwürfe liebevoll unterstützend zur Seite, verteidigen die junge Frau gegen jegliche bösartigen Angriffe und Verleumdungen aus der Dorfbevölkerung und Eileen's Ursprungs-Familie.
Der Roman ist eine berührende Familiengeschichte, wie sie immer wieder vorkommen mag. Doch durch die charakterstarken und eigensinnigen Frauen und ihren innigen Zusammenhalt in dieser ungewöhnlichen Familienkonstellation bekommt sie eine eindrucksvolle und prägende Ausstrahlung auf die Leser*innen und ist kein seichter Wohlfühlroman für einen Nachmittag. Der Autor Donal Ryan hat dennoch auch lockere und unterhaltende Episoden in die Rahmenhandlung eingefügt und verschafft durch seine feinsinnige und treffsichere Auswahl der Aussagen seiner Protagonist*innen eine ganz besonders stimmige Atmosphäre, die auch das irische Gesellschaftsleben - und Denken dieser Zeit spiegelt. Beeindruckend empfand ich sein Beschreiben über das Fühlen und Denken der so altersmässig unterschiedlichen Frauen der Familie, des Kindes Saorise, deren Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer erwachsenen, verantwortungsvollen und liebevollen Mutter. Die Frauencharaktere wurden teilweise rau, zärtlich, eigensinnig, stark , aber immer mit viel positiver Empathie und Humor füreinander gezeichnet.
Eine tolle Leistung des Autors, der mich in den letzten Jahren schon mit seinen vorherigen Büchern begeistert hat. Sein Schreibstil kommt in diesem Buch ohne *mündliche Rede* aus und ist trotzdem absolut verständlich, schnell und flüssig zu erlesen. Er hat die ca. dreihundertundsiebzig Seiten in angenehm zu lesende, kurze Kapitel verfasst und eingeteilt.
Diese ganz besondere Familiengeschichte ist eine absolute Leseempfehlung und gehört nun zu meinen Highlights des Jahres 2025. Eine einstimmende Leseprobe ist auf der Verlagsseite des Diogenes Verlages (siehe oben) zu finden.
Meine Bewertung: FÜNF***** STERNE.
Herzlichen Dank an den Autor und Diogenes Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar !
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar *
Erschienen am 28.1.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Vor dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts, erzählt der Roman vom harten Leben der Inselbewohner und von ihren Träumen – die sie über die harschen Grenzen ihrer abgeschiedenen Realität hinausführen.
Ein Londoner Künstler und ein französischer Linguist landen im Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Der Künstler ist angereist, um die zerklüfteten Klippen im Atlantik zu malen, der Linguist, um den Niedergang der irischen Sprache zu verfolgen. Jeder der Männer will die unberührte Insel und seine Bewohner für sich allein haben: Der eine, um sie in Ruhe zu malen und endlich ein besonderes Kunstwerk zu schaffen, der andere, um eine Sprache zu retten, die gar nicht die seine ist. Die Spannung zwischen den beiden zieht im Laufe des Sommers Kreise über die gesamte Insel.
Audrey Magee ist in Irland geboren und lebt in Wicklow. Ihr Debüt »The Undertaker« war für mehrere Literaturpreise nominiert und unter anderem auf der Shortlist des Women's Prize for Fiction. Der Roman wird aktuell verfilmt. Ihr neuer Roman »Die Kolonie« war auf der Longlist des Booker Prize 2022 und erscheint in 10 Sprachen
Die Übersetzerin Nicole Seifert ist Autorin, Herausgeberin und betreibt den Literaturblog https://nachtundtag.blog . 2021 erschien ihr viel beachtetes Buch *Frauen Literatur*. Nicole Seifert hat unter anderem Torrey Peters, Shirley Jackson und Sarah Moss übersetzt.
Meine Meinung zum Buch:
Irland und England haben im Laufe der letzten Jahrhunderte bewegte und unruhige Zeiten miteinander durchgemacht, bedingt durch unterschiedlich Religionszugehörigkeiten (Katholiken und Protestanten) und den Koloniesationsbestrebungen des britischen Königreichs. Auch heute besteht dieser gärende Konflikt immer noch durch die Zugehörigkeit von Nordirland zu Grossbritannien.
Ein englischer Maler und ein Sprachwissenschaftler mit französisch - arabischen Wurzeln begegnen sich im Jahr 1979 auf einer abgeschiedenen Insel, gelegen vor der Westküste Irlands. Sie ist den wilden Stürmen des Atlantik und seinen Wetterkapriolen erbarmungslos ausgesetzt. Nur noch wenige alteingesesse Inselbewohner fristen dort ein einfaches Leben, welches hauptsächlich vom Fischfang und dem Wetter bestimmt wird. Sie sprechen teilweise noch die alte irische Sprache, einen gälischen Dialekt, der dem *Englischen* nicht gleicht und/oder damit verwandt ist.
Die beiden Wissenschaftler, der Maler Lloyd und der Linguist JP Masson empfinden sich als sogenannte *Sommerfrischler* und zahlende Gäste. Sie gehen beide ihren Forschungen und Neigungen nach , lassen sich von der Inselbevölkerung mit einfachen Nahrungsmitteln verpflegen und in allen lebenswichtigen Belangen bedienen. Vier Generationen bilden das Rückgrat der ausgedünnten Bevölkerung. Die älteste Bewohnerin berichtet dem Sprachwissenschaftler im *Gälischen* aus ihrem langen Inselleben und ihr Urenkel James (Gälisch Séamus) lässt sich von Lloyd in seine Malkunst einführen. Der junge James beweist Charakterstärke und Durchsetzungsvermögen gegenüber dem erfahrenen Malkünstler, entdeckt sein eigenes Maltalent und beschliesst eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen und möchte die Insel mit Hilfe von Lloyd verlasen.
Weitab vom Inselgeschehen tobt in Irland gleichzeitig der sogenannte *Nordirlandkonflikt* mit seinen mörderischen, gegenseitigen Anschlägen der beiden *Konfliktparteien*, den Katholiken und den Protestanten.
Der schnörkellose, klare und einfache Schreibstil der Autorin, nur versehen mit den Satzzeichen *Punkt* und *Kommata* beeindruckt und transportiert brilliant jede Emotion in den lebendigen Dialogen der Protagonist*innen. Vor jedem neuen Abschnitt hat die Autorin authentische Berichte der grauenvollen Attentate beider Konfliktparteien eingefügt, die irgendwann auch die Inselbewohner erschrecken und beunruhigen.
Im Kleinen führen auch die beiden Wissenschaftler, durch ihre jeweilige Nationalität und deren Koloniesationsbestrebungen vertretend einen Kampf der Kulturen gegeneinander ( Frankreich/Algerien, England/Irland). Sie können sich absolut nicht ausstehen und gehen sich aus dem Weg. Diesen grossen Hass der beiden Männer aufeinander hat die Autorin mit den Vergleichen des *Nordirlandkonflikt*, der jahrhundertelangen Unterdrückung und Ausbeutung Irlands durch die Engländer und dem Konflikt zwischen Frankreich und Algerien treffend verbunden.
Für mich war dieses Buch eine absolutes Lesehighlight und ich kann es unbedingt empfehlen!
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen hervorragenden Roman!
Herzlichen Dank an die Autorin, die Übersetzerin und HarperCollins Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.
*Werbung, unbezahlt*
VerlagslinkErschienen am 25.9.2024
INHALT/KLAPPENTEXT:
Aus dem irischen Englisch von pociao und Roberto de Hollanda
Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.
Jacqueline O’Mahony, geboren 1972 in Cork, Irland, begann schon früh zu schreiben und wurde mit 14 Jahren von der Zeitung ›Irish Examiner‹ als »Young Irish Writer of the Year« ausgezeichnet. Nach Studienjahren in Irland, Italien und den USA hat sie als Stylistin und Journalistin für ›Vogue‹ und andere Medien gearbeitet und 2015 an der City University ihren Master in Creative Writing absolviert. Sie wurde bereits für diverse Preise nominiert und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London.
Mein Leseeindruck zum Buch:
Wir begleiten den Lebensweg einer irischen Frau im 19. Jahrhundert während der grossen Hungersnot, die das Land in den Grundfesten seiner Existenz erschütterte. Eine Million Menschen starben und zwei Millionen Menschen verliessen die grüne Insel und wanderten aus in die ganze Welt. Beliebte Ziele waren die USA und Australien. Diese Katastrophe bildet den Hintergrund für den Lebensweg der fiktiven Honora im Roman oder auch Nell, wie sie sich später in den USA nennt.
Die junge Honora hatte im irischen Doolough keinen guten Start ins Leben. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und ein Rotkehlchen flog in das Haus, was nach altem irischen Wissen Unglück über das Kind und seine Familie bringen würde. Ihr Vater lehnte das Kind aus diesen Gründen ab und Honorar wuchs allein gelassen von ihrer dörflichen Umwelt wild und ungebunden auf. Der Wald und die Natur waren ihre Spielplätze und liebsten Aufenthaltsorte - nur die alte Kräuterfrau Alice hielt ein wenig Kontakt zu dem Kind. Sie wuchs zu einer selbständigen und sehr schönen jungen Frau heran und heiratete William. Während der grossen Hungersnot verstarb auch er und das gemeinsame Kind. Den Verlust des Kindes hat Honora nie verwunden und verarbeitet. Die fiktive Honora überlebt den historisch verbürgten Marsch der Dorfbewohner von Doolough nach Louisburg, den die englischstämmigen Grundeigentümer erzwungen hatten. Vierhundert Menschen verstarben, gestrandet an einem See im Nirgendwo. Niemand überlebte. Honora schmuggelte sich mit der Hilfe von anderen Auswanderern auf ein Schiff und reiste nach Amerika um dort der Hungersnot zu entfliehen und ihr Glück zu finden.
Honora's starker Wille , ihre unabhängige Persönlichkeit und ihre gedankliche Welt hat die Autorin perfekt den Leser*innen nahe gebracht. Ihre Ausbeutung als Dienstmädchen und leichtes Mädchen in einem Bordell hat Honora tapfer und mit viel Kraft durchgestanden bis ein Kunde sie heiraten möchte. Er nimmt sie mit in die Weiten der Prärie. Dort geht es ihr gut und doch fühlt sich Honora immer wieder gefangen und unglücklich in ihren Beziehungen zu den sie umgebenden Menschen. Sie sehnt sich nach Freiheit in wilder Natur und Unabhängigkeit von rechtlichen Zwängen und Regeln einer Gemeinschaft. Alles verändert sich sich für sie als sie den indigenen Joseph kennenlernt. Sein persönliches Schicksal von Vertreibung , Flucht, Hungersnot ist ihrem nicht unähnlich.
Diese Verbundenheit von zwei so unterschiedlichen Leben und Individuen auf verschiedenen Kontinenten so klar und einleuchtend darzustellen, ist der Autorin perfekt gelungen. Dieses Buch und der lebendige, anschaulich bunte, flüssige und spannende Schreibstil der jungen irischen Autorin hat mich völlig in seinen Bann gezogen, so dass ich das Buch nach wenigen Tagen beenden konnte - und es hat noch lange in mir nachgehallt und meine Empfindungen und Gefühle mit neuen Eindrücken beeinflusst, da ich Irland als Reiseland sehr liebe und gut kenne.
Dieser aufregende Roman ist eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen!
Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Print-Rezensionsexemplar.
*unbezahlte Werbung*
Erschienen am 16.7.24
INHALT/ KLAPPENTEXT: Nach einem Schicksalsschlag sucht Rosie Zuflucht auf ihrer Heimatinsel vor der Küste Irlands: auf Roaring Bay mit seinen zwei Stränden und anderthalb Bars, den Klippen, Schafen und Vögeln. Jahrelang hat die Suche nach ihrer verschwundenen Tochter ihr Leben bestimmt und ihre Ehe in eine tiefe Krise gestürzt. Nun erlebt Rosie endlich wieder Momente des Glücks. Den Sommer über springt sie als Kapitänin ein und steuert die Fähre ihres gesundheitlich angeschlagenen Vaters übers Meer. Nirgendwo sonst fühlt sie so viel Hoffnung wie auf der «Aoibhnea», die durch die Fluten gleitet. Doch nach und nach brechen auf der Insel alte Rivalitäten wieder auf. Als Rosie erfährt, dass ihr Vater bankrott ist und die Fähre nicht mehr halten kann, muss sie sich entscheiden: Wird sie abreisen und in ihr altes Leben zurückkehren oder bleiben und kämpfen?
Anne Griffin ist eine irische Schriftstellerin. Sie erhielt für ihre Kurzgeschichten den John McGahern Award for Literature, außerdem stand sie u.a. auf der Shortlist für den Hennessy New Irish Writing Award und den Sunday Business Post Short Story Award.
Ihr Romandebüt, “Ein Leben und eine Nacht”, wurde in zahlreiche Länder verkauft, u. a. in die USA, nach Kanada, Frankreich und Holland, und stand auf Platz 1 der irischen Bestsellerliste. Anne Griffin lebt in Irland.
*Werbung, unbezahlt*
Hörbuch, ungekürzte Ausgabe
Inhalt/Klappentext: Am ersten Tag ihres Studiums in Dublin möchte Debbie nur eins: sich in den nächsten Zug setzen, der sie zurückbringt auf die Milchfarm, auf der sie großgeworden ist. Doch dort erwarten sie ein melancholisch-trunksüchtiger Onkel und eine depressive Mutter. Debbie bleibt keine Wahl – sie muss sich ins Unileben werfen und tut dies mit Wucht. Bis die Geschehnisse auf dem Hof sie einholen und die Fragen, wohin sie gehört und wie sie leben will, so dringlich werden wie nie zuvor. Nealon verhandelt ernste Themen auf berührende Weise: Trauma, Leid, Sex, Selbsttäuschung und die Angst davor, wozu man fähig sein könnte...
Louise Nealon, geboren 1991, wuchs auf einer Farm in der Grafschaft Kildare, Irland, auf. Sie studierte Englische Literatur am Trinity College in Dublin und Kreatives Schreiben an der Queen’s University Belfast. 2017 gewann sie den Seán Ó Faoláin International Short Story-Wettbewerb und wurde mit dem Francis Ledwidge Creative Writing Award ausgezeichnet. Snowflake ist ihr erster Roman.
Sprecherin: Erste Erfahrungen sammelte Lisa Hrdina in verschiedenen Jugendtheatergruppen u. a. am Deutschen Theater Berlin und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Ihr Abitur legte sie 2008 an der 11. Schule Treptow-Köpenick in Berlin ab. Im selben Jahr war sie in der Fernsehserie Die Stein als Antonia zu sehen. Von 2010 bis 2014 studierte sie an der Universität der Künste Berlin Schauspiel. Seit März 2014 ist sie festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. 2014 und 2016 wurde sie von der Theater heute zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres nominiert. 2019 gewann sie den Mario-Adorf-Preis für die Rolle des Ortlieb (Sohn Kriemhilds und Etzels im Nibelungenlied) in der Uraufführung Überwältigung im Rahmen der Nibelungenfestspiele Worms.
Mein Höreindruck: Das Hörbuch liess sich angenehm hören, ich konnte es immer gut - auch mit Unterbrechungen verfolgen. Die Stimme der Schauspielerin Lisa Hrdina war melodisch , ausdrucksvoll und beeindruckend. Allerdings habe ich eine Sogwirkung des Textes vermisst.
Die junge irische Autorin Louise Nealon hat die Entwicklung einer jungen Frau in Episoden , langsam aufbauend, dem Leser behutsam nahe gebracht. Der Kulturschock, den die Protagonistin Debbie beim Übergang vom beschaulichen familiären Landleben auf einer irischen Milchform zum studentischen Leben in einer Grossstadt erlitten hat, war schon beträchtlich. Auch die Beziehungen zum Onkel und einer depressiven Mutter belasten die junge Frau sehr und bringen sie immer wieder zum Grübeln und Nachdenken. Sie knüpft an der Universität neue Kontakte mit Studienkollegen*innen , erlebt neue sexuelle Erfahrungen und muss sich überhaupt in allen Lebenslagen anders als gewohnt orientieren.....
Für mich war es ein gut unterhaltendes und angenehmes Hörerlebnis, eine Geschichte die mich leider nicht sonderlich beeindruckt hat. Junge Menschen suchen natürlich nach dem Lebenssinn , ihren eigenen Positionen dazu und nach der Planung einer neuen, eigenen Zukunft. Die Protagonistin Debbie blieb für mich in ihren Handlungen und ihrer Denkweise recht vertraut aber leider ohne grosse Überraschungen - fast ein wenig blass in ihrer Charakterdarstellung.
Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes Hör-Buch, dem ich allerdings nur mit lockerem Interesse gefolgt bin.
Herzlichen Dank an den Verlag und die Autorin für die Zusendung des guten Hörbuches.
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DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Originaltitel: The Truth Must Dazzle Gradually
Originalverlag: Michael Joseph
Hardcover, Pappband, 384 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-31653-3
Erschienen am 14. Juni 2022
Inhalt/Klappentext: Auf einer irischen Insel bereitet sich die Familie Moone auf gemeinsame Feiertage vor. Keiner ahnt, dass ihre Mutter Maeve im Sturm aufs Meer gerudert ist, um nicht zurückzukehren. Zehn Jahre sind seither vergangen, doch die Moones haben den Verlust nie verwunden. Ihr Vater Murtagh arbeitet noch immer als Töpfer auf Inis Óg, während die vier Geschwister damit ringen, Frieden mit der Vergangenheit und Maeves Tod zu schließen. Dazu müssen sie die Geschichte enthüllen, die sich hinter der großen Liebe ihrer Eltern verbarg. Gleichzeitig fließt mit den Jahren neue Liebe in die Risse der zerbrochenen Familie. Aus den Scherben erwächst schließlich für Murtagh ein unerwartetes Glück, das nur Maeve einst erahnt hatte.
Helen Cullen ist in Irland geboren, hat Theaterwissenschaften und Englische Literaturwissenschaft studiert und lebt mittlerweile in London. Allerdings kehrt sie zum Schreiben immer wieder in ihre Heimat zurück. Ihr Debütroman »Die verlorenen Briefe des William Woolf« wurde von Lesern wie Presse gefeiert, und die Irish Times zählt die Autorin zu den aufregendsten jungen Stimmen des Landes.
Mein Leseeindruck: Maeve, eine amerikanische Schauspiel-Studentin und der junge Ire Murtagh lernen sich während ihrer Studienzeit in Dublin kennen , verlieben sich heftig und stürmisch. Eine Heirat und Familiengründung folgen alsbald. Murtagh und Maeve ergreifen die Chance eine kleine Töpferwerkstatt auf Inis Óg zu übernehmen. Fast vier Jahrzehnte begleiten wir die irische Familie Moone auf der irischen Insel Inis Óg, gelegen vor dem Städtchen Galway an der irischen Westküste des Atlantik. Die Inselbewohner sind eine verschworene und eigensinnige Gemeinschaft , die nur durch das Besteigen einer Fähre Kontakt zum Festland bekommt. Bei bestem Wetter, denn nur dann erlaubt die stürmische und unberechenbare See eine Überfahrt.
Maeve kommt von einer einsamen, ungewöhnlichen Bootsfahrt im Jahr 2005 an Heiligabend nicht mehr zurück. So erschreckend beginnt dieses Buch. Die hellen und dunklen Tage der jungen Familie auf der Insel folgen als beeindruckender , bunter und liebevoller Rückblick.
Der tolle, flüssige und interessante Schreibstil der jungen Autorin hat mich sofort für lange Zeit an dieses Buch gefesselt. Die atmosphärischen Schilderungen der Insel und seiner Bewohner haben mich beeindruckt, fasziniert und mich an meine eigenen, persönlichen Reisen und Erlebnisse in diesem Land erinnert. Ein kleines Stück des Irland der 70er und 80 er Jahre hat sie glaubwürdig und wahrhaftig in ihren Zeilen zum Leben erweckt. Die Charaktere der Eltern und ihrer vier Kinder werden individuell und sehr lebensnah von der Autorin dargestellt. *Dunkelchen*, so nennt Murtagh liebevoll seine junge Frau, steht im Mittelpunkt der Familie und des öffentlichen Inselleben. Sie hat ihre Schauspielkarriere schweren Herzens zum Wohl der Familie aufgegeben - und leidet darunter. Sie liebt ihre Kinder über alles und doch fehlt ihr etwas in ihrem Leben. Depressionen überfallen sie regelmässig. Ihr Ehemann und die Kinder werden dadurch geprägt, nehmen Rücksicht - aber sprechen miteinander und mit ihr nicht über diese dunklen Tage ihrer inneren Welt, die sich negativ auf alle Mitglieder der Familie auswirken. Als die Kinder langsam erwachsen werden und sich von den Eltern und der Familie lösen, kommt es zur Katastrophe . Diese Entwicklung des Auseinander Driftens wird im Buch ehrlich und erschreckend aufgedeckt. Das Buch sprüht trotzdem gleichzeitig von Liebe und Verständnis für diesen Prozess.
Die Mutterrolle in ihrer althergebrachten Form überfordert Maeve von Anfang an, engt sie ein und prägt ihre psychische Entwicklung mit der Krankheit Depression . Tragisch ist das zu Erlesen. Leider ist diese zwiespältige Gefühlswelt für viele junge Mütter unserer Zeit bezeichnend, die zwischen Aufopferung für die Familie und eigener Selbstfindung hin und her gerissen werden.
Ein perfekt geschriebenes Buch, gut beobachtend, überberstend voller Liebe und Empathie, aber auch mit vielen dunklen Gedanken, welches mich noch lange beschäftigen wird.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne!
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!
*Werbung, unbezahlt*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Ann-Catherine Geuder
Originaltitel: The Paper Bracelet
Originalverlag: Headline Review
Taschenbuch, Broschur, 576 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-49171-1
Erschienen am 15. November 2021
Inhalt/Klappentext:Seit fast 50 Jahren bewahrt die irische Krankenschwester Katie ein Geheimnis auf, gut versteckt im hintersten Winkel ihres Kleiderschranks: eine Kiste mit Armbändern. Sie stammen von Babys, die in den 70er-Jahren gegen den Willen ihrer Mütter zur Adoption freigegeben wurden. Katie sieht die Zeit gekommen, Mütter und Kinder endlich wieder zu vereinen. Denn hinter jedem Armband verbirgt sich eine Geschichte voller Herzschmerz und Hoffnung, und jedes Kind hat ein Recht auf die Wahrheit. Aber ist Katie auch bereit, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen?
Rachael English ist eine irische Bestsellerautorin, Journalistin und Radiomoderatorin. Tausende Zuhörer kennen sie aus Irlands beliebtester Radiosendung »Morning Ireland«. Sie hat fünf Romane veröffentlicht und ist jetzt erstmals auch auf Deutsch zu lesen.
Mein Leseeindruck: Die bekannte irische Radiomoderatorin hat mich mit ihrem Roman in eine hoffentlich vergangene *Welt des Schreckens* versetzt. Das katholische Irland der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts war noch geprägt von strengen und teilweise unmenschlichen Ansichten über Moral und Sitte der Bevölkerung. Es gab praktisch keine alleinerziehenden Mütter, so wie es heute oft üblich und als normal angesehen wird. Alle ausserehelichen Schwangerschaften junger Mädchen wurden gerne der Öffentlichkeit und dem Lebensumfeld verheimlicht. Diese Geschehnisse haben die Familien oft selbständig und/oder mit Hilfe kirchlicher Einrichtungen geregelt. Junge Frauen wurden, wie in diesem Roman minutiös beschrieben, in sogenannten Mutter - Kind - Heimen weggesperrt und /oder sogar dort unter falschen Namen Angaben bis zu Entbindung betreut.
Zwei Frauen , die ältere ehemalige Krankenschwester des Heimes Katie und ihre junge Nichte Beth versuchen durch Internet Recherchen das Schicksal dieser Kinder und Mütter aufzuklären. Katie hat über Jahrzehnte die Geburtsbändchen der Babys heimlich aufbewahrt. Kinder, Mütter und Heimpersonal werden charaktermässig beeindruckend von der Autorin gezeichnet.
Der sehr flüssige, emotional berührende Schreibstil der Autorin hat mich sofort erreicht und auf die über 500 Seiten des Buches intensiv mitgenommen. Rachael English lässt die jungen Frauen aus verschiedenen Zeitperspektiven erzählen. Allen dort lebenden jungen Müttern ist Schreckliches passiert: ihre neugeborenen Kinder wurden ihnen wissentlich, oft auch unwissentlich nach der Geburt zur Adoption frei gegeben. Im schlimmsten Fall wurden Kinder sogar als *totgeboren* bezeichnet und heimlich weggegeben, den oft blutjungen Müttern nie gezeigt. Der Roman wird zwar als eine fiktionale Geschichte vorgestellt, doch liegen ihm wahre Begebenheiten zu Grunde, die von der Autorin in einem beeindruckenden Nachwort erklärt werden.....
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese emotional sehr berührende, fast wahre Geschichte!
Vielen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!
*Werbung,unbezahlt*
Hardcover Leinen
288 Seiten
erschienen am 26. Mai 2021
978-3-257-07116-0
Inhalt/Klappentext: Farouks Leben ist am Ende, weil er verloren hat, was ihm am meisten bedeutete. Lampys Leben sollte gerade so richtig anfangen, doch dann ließ ihn seine große Liebe Chloé einfach stehen. John hat sein Leben lang andere betrogen und hofft nun verzweifelt auf Gottes Vergebung. In einer kleinen Stadt in Irland werden diese drei Männer sich auf unwahrscheinliche Weise begegnen. Mit fatalen Folgen.
Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, Tipperary, studierte Bauingenieurwesen und Jura; er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. Für ›Die Stille des Meeres‹ war auf der Longlist des Man Booker Prize. Auszeichnungen
From a Low and Quiet Sea auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2018
›European Union Prize for Literature‹ für die zwölf vielversprechendsten jungen Schriftsteller Europas (als Vertreter von Irland), 2015
›Bord Gáis Energy Irish Book Awards‹ in der Kategorie ›Short Story of the Year‹ für A Slanting of the Sun, 2015
›Guardian First Book Award‹ für The Spinning Heart, 2013
›Irish Book Awards‹ Best Irish Newcomer und Book of the Year für The Spinning Heart, 2012
Mein Leseeindruck:
Gibt es ein Schicksal , ein ausgleichendes vielleicht oder gar ein ungerechtes? Diese Gedanken gingen mir am Ende des Buches laufend durch den Kopf, nachdem ich als Leser*rin die drei roten Fadengeschichten des Autors in meinem Kopf zusammengebracht habe.
Der Schreibstil des Autors ist einfach nur brillant zu nennen, der Roman liest sich angenehm flüssig und baut auf drei Einzelschicksalen auf. Mit atemberaubender Spannung und einem Gefühl des Entsetzen und schrecklicher Traurigkeit für den sensiblen Leser geht es mit der Lebensgeschichte des Arztes und Syrers Farouk los. Es folgen die Erlebnisse des jungen Iren Lampy und des unsympathisch erscheinenden Geschäftsmann und Maklers John, der zu gern Menschen manipuliert und durch seine gierigen Geldgeschäfte steuert. Viele Nebenprotagonisten lockern den Roman auf, irische sogenannte *Originale* , sowie auch naive junge Mädchen. Die Atmosphäre einer irischen Kleinstadt und deren Gesellschaft erschien mir glaubhaft und real.
Mit phantastischem Geschick und viel Einfühlungsvermögen erzählt Donal Ryan eine Geschichte, wie sie unglaubwürdiger kaum sein kann. Oder doch glaubwürdig? Kann es solche Verflechtungen im realen Leben wirklich geben? Das ist in meinen Augen sehr unwahrscheinlich - doch in unserer realen Welt ist vieles möglich. Während einer Gedankenreise in einer fiktiven Literaturwelt ist jedoch alles möglich und fasziniert die Leser*rin. Donal Ryan hat mich nachdenklich zurückgelassen und ich danke für dieses ungewöhnliche Leseerlebnis.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses un(glaubliche)Buch !
Vielen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!
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DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Henning Ahrens
Originaltitel: Tearful Traveller
Originalverlag: Fourth Estate
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87301-5
Erschienen am 27. Juli 2020
Inhalt/Klappentext: Ein Wanderer zwischen den Sprachen: Der Icherzähler dieses Romans wuchs mit einer deutschen Mutter und einem irischen Vater auf, der das Englische verteufelte und von den Kindern verlangte, Gälisch zu sprechen. Inzwischen ist der Mann erwachsen, er kehrt mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern nach langer Zeit aus Berlin zurück und möchte in Dublin wieder heimisch werden. Doch Erinnerungen und Zweifel überwältigen ihn, und es fällt ihm schwer, Fuß zu fassen – anders als die Palmen in ihrer Straße, die hier gut gedeihen. Sie werden dem Icherzähler zum Sinnbild für seine eigene Wurzellosigkeit.
Hugo Hamilton wurde 1953 als Sohn eines irischen Vaters und einer deutschen Mutter in Dublin geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist, bevor er Kurzgeschichten und Romane veröffentlichte. Als DAAD-Stipendiat lebte und arbeitete er 2001/2002 ein Jahr lang in Berlin. Mit seinen Erinnerungsbänden "Gescheckte Menschen" (dt. 2004) und "Der Matrose im Schrank" (dt. 2006) erregte er auch in Deutschland Aufsehen . 2007 erschien sein Reisetagebuch auf den Spuren Heinrich Bölls "Die redselige Insel" und zuletzt der Roman "Der irische Freund" (dt. 2011). 2004 erhielt er in Paris den "Femina-Preis" für ausländische Literatur. Hugo Hamilton lebt mit seiner Familie in Dublin.
Mein Leseeindruck: Ein Buch welches mich oft beim Lesen innehalten liess, zum Nachdenken angeregt hat und sicher keine leichte Kost ist für den *normalen* Leser*innen. Der Schreibstil ist leise, unauffällig, und doch sehr interessant verfasst und man begibt sich mit dem Autor auf eine lange autobiografische Reise in geheimste Gedanken, Lebensansichten , bis hin zu intimen Geständnissen. Der im Buch namenlose Ich-Erzähler wandelt immer wieder durch drei Sprachen im Rückblick durch sein Leben. Der gälische Dialekt vom irischen Vater erlernt, spielt eine wichtige Rolle, das Deutsch der Mutter ebenso. Die englische Umgangssprache, oft benutzt und nicht sehr gewertschätzt in der Familie, wird vom Protagonisten als Alltagssprache benutzt.
Der Protagonist arbeitet im Keller eines Kulturinstituts und erforscht die gälische Sprache, leidet in dieser tristen, ermüdenden Umgebung, entwickelt Angststörungen , Müdigkeit und fühlt sich einfach unwohl. Er gibt diese Arbeit auf, möchte ein eigenes Buch schreiben, eröffnet mit seiner Frau ein Café in Berlin, lebt mit ihr und zwei Töchtern dort und kommt trotzdem nicht zur Ruhe. Er fühlt sich heimatlos, planlos und hat das Gefühl schwankend und ziellos durch das Leben zu wandeln .
Das Thema des Buches wird durchgängig von einem Thema geprägt. Wie hängen Migration und Sprache zusammen? Was wird als Heimat , Bodenständigkeit erlebt? Wo habe ich meine Wurzeln? Der Autor versucht durch sein eigenes Schicksal eine Antwort darauf zu bekommen. Episoden seines Lebensalltags werden reflektiert , bewertet. Doch gelingt ihm das wirklich ?
Eine Antwort kann und möchte ich nicht geben - ihr müsst sie Euch selbst erlesen mit Geduld und Bedacht - vielleicht auch mit einigen Lesepausen.
Meine Bewertung: VIER **** Sterne für ein Buch, welches mich lange beschäftigt hat.
Danke an den Autor und den Luchterhand Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.