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Samstag, 24. Januar 2026

*Samson und das Galizische Bad* von Andrej Kurkow - erschienen im Diogenes Verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

Erschienen am 22.10.2025

INHALT/KLAPPENTEXT: Aus dem Russischen von Johanna Marx und Claudia Zecher. Mit Illustrationen von Juri Nikitin

Kiew, 1919: Ein Trupp Rotarmisten ist spurlos verschwunden, mitten in der Stadt, während eines Banjabesuchs. Als Samson im Heizofen des Badehauses Knochenreste findet, kommt er einem finsteren Komplott auf die Spur. Auch im dritten Band um den herzensguten Samson und die kluge Nadjeschda lässt der ukrainische Meister absurder Erzählkunst das Kiew der frühen Zwanzigerjahre lebendig werden. Voller politischer Turbulenzen und schräger Charaktere und spielerischer Parallelen zum Heute.

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen, war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach schrieb er zahlreiche Drehbücher. Seit seinem Roman ›Picknick auf dem Eis‹ gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen ukrainischen Autoren. Sein Werk erscheint in 45 Sprachen. Kurkow lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in der Ukraine. 2023 wurde er als Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen.

Auszeichnungen

 Englische Übersetzung von Samson und Nadjeschda auf der Longlist des ›International Booker Prize‹, 2024

 Italienische Übersetzung von Samson und Nadjeschda für den ›Premio Strega Europeo‹ nominiert, 2023

 englische Übersetzung von Jimi Hendrix live in Lemberg auf der Longlist des ›International Booker Prize‹, 2023

»Andrej Kurkow hat diese gewissen Nebensätze, die so lakonisch sind, dass man von ihm sogar die Gebrauchsanweisung eines Rasenmähers lesen würde.«

Bettina Göcmener / Die Welt, Berlin

Meine Meinung zum Buch:

Diese interessante Lektüre habe ich für mich ganz persönlich als eine erhellende und humorvoll verfasste  Information zu Geschichte und Entwicklung der Ukraine verstanden. 

Wir befinden uns im Kiew des Jahres 1919 , kurz nach der Beendigung des 1. Weltkriegs und seinen Wirren des damaligen Zeitgeschehen in der Ukraine. Die Protagonist*innen des Buch wurden allesamt von Andrej Kurkow etwas skurril,  humorvoll aber mit dem Herzen auf dem rechten Fleck gezeichnet. Es ist eine echte Kriminalkomödie, eingebettet in einen ernsten, geschichtlichen Hintergrund, der aber auch nicht  real erscheint, sondern eher im fiktiven Erzählstil angesiedelt ist. 

Samson , ein Beamter der Sowjetmacht hat schon einiges an Schicksalsschlägen erleben müssen. Er verlor durch einen Überfall von Kosaken seinen geliebten Vater und durch  einen Säbelhieb ein  OHR. Dieses abgeschlagene Körperteil entwickelt eine erstaunliche Lebendigkeit. ES kann weiter hören und alles Gehörte an Samson weiterleiten - egal wo es sich gerade befindet , sei es in einer Tabakdose eingenäht in einen Mantelsaum, oder irgendwo anders......

 Samson, ein gutmütiger aber doch unerfahrener Millizionär und Kriminalbeamter der neuen Sowjetmacht benutzt eifrig diese übertragenen Informationen an ihn um dem Verschwinden von achtundzwanzig Rotarmisten in einem Badehaus (Banja) auf die Spur zu kommen. Nur ihre Uniformen sind noch zu finden. Samson wird unterstützt von seinem Assistenten, dem ehemaligen Priester Cholodny. Als Samson im Heizofen der Banja einen grossen Knochen entdeckt nehmen die Ermittlungen richtig Fahrt auf und wir erleben wie Samson tückische, politische Klippen, absurde Ereignisse mit Humor, Bauernschläue und Gutmütigkeit umschifft, immer darauf bedacht trotzdem als guter, rechtschaffener Staatsbediensteter aufzutreten........... 

Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung, dem ich gerne FÜNF ***** Sterne gebe.

Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar !

Donnerstag, 31. August 2017

*Halali* von Ingrid Noll, erschienen im Diogenes Verlag

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  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 26.07.2017
  • Verlag : Diogenes
  • ISBN: 9783257803839
  • Audio CD
  • Sprache: Deutsch
Infos zur Autorin:Ingrid Noll

Rezension

INHALT: 
Die 82 jährige Holda , auch Frau Holle oder nur Holle genannt , lebt mit ihrer Enkelin Laura, die der neuen Social media Generation  angehört , im gleichen Haus. Laura besucht ihre Grossmutter regelmäßig und bringt ihr oft etwas zum Essen vorbei , holt dafür gern ihre frisch gebügelte Wäsche ab. Aber am liebsten hört sie ihrer Grossmutter zu, wenn diese von ihren aufregenden Erlebnissen als junge Frau, zusammen mit ihrer Freundin Karin, in den Fünfziger Jahren in Bonn/Bad Godesberg erzählt.

 Karin und Holda haben beide im Innenministerium als Sekretärinnen gearbeitet. Holda vergleicht in ihren Erzählungen die Veränderungen des  alltäglichen Lebens von damals zu heute und bringt Laura dadurch gern zum Staunen und Lachen. Holda stammt aus einer fleissigen Bäckerfamilie in der Eifel und war wohl in ihrer Jugend ein braves, ehrliches und  recht bescheidenes Mädchen. Ihre Freundin Karin, aus einer adeligen Familie stammend,  war dagegen recht keck , lebenslustig und sehr fordernd . Durch diese  charakterlichen Gegensätze gab es natürlich oft kleine Reibungen zwischen den ungleichen Freundinnen.  Liebste Gesprächsthemen der Beiden unterschiedlichen Freundinnen waren : „ Wie angele ich mir einen Ehemann“? und das Austauschen von Informationen über Ihren ungeliebten Kollegen Burkhard Jäger,  von ihnen nur noch *Der Jäger* genannt. Karin’s erstrebtes Ziel ist es , durch Heirat zur Botschaftsgattin aufzusteigen, aber Holle träumt nur von einer romantischen Liebe.
Holle und Karin stolpern zufällig in dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, verdächtigen ihren *Jäger* und nun nimmt die Geschichte an Fahrt auf mit Leichen im Rhein, geheimen, toten Briefkästen mit mysteriösen Botschaften und Briefen. Holle und Karin geraten in immer tiefere - auch gefährliche und kriminelle Machenschaften - bis hin zum Mord.
*Halali* wird ihr Schlachtruf , wenn ihre sogenannte Jagd auf einen vermeintlichen Spion, oder aus einer prickelnd gefährlichen Situation, dem Ende entgegengeht,,,,,

MEINE MEINUNG:
Als erstes ist mir die melodische, tiefe und angenehme Stimme von Nina Petri aufgefallen, die gleichzeitig die alte Holle und die junge Sprechweise von der Enkelin Laura gekonnt auseinander gehalten hat. Durch ihre professionelle Interpretation der unterschiedlichen Stimmen aller Protagonisten wusste man beim Hören immer sofort, wer nun im Mittelpunkt der Geschichte stand.
 Ich musste sehr oft lächeln, wenn Holle ihrer jungen Enkelin mit feinsinnigem Humor und  viel Wissen von damals erzählt hat. 
Ingrid Noll hat dem Hörer eine perfekte Studie der Fünfziger Jahre - Gesellschaft durch die Protagonistin Holle erzählen lassen, fein verpackt in eine Kriminalkomödie , die sie mit rheinischem Lokalkolorit und vielen gängigen Redewendungen und Sprichwörtern ausgestattet hat. Ich habe mich dadurch oft wie  in meine Kindheit zurückgesetzt gefühlt und köstlich amüsiert. Manchmal hatte die Erzählung vielleicht sogar autobiografische Züge , bedingt durch das Alter der Autorin und ihrer erzählenden älteren Protagonistin Holle. Aber das ist ein ganz persönlicher Eindruck von mir.  
Die Spannungsbögen  in dieser Geschichte lassen manchmal zu wünschen übrig, aber es wird nie langweilig  und die Gedanken schweifen NICHT ab. 

Ich hatte einige unterhaltsame Hörstunden, die mir viel Spass bereitet haben. 
Meine Bewertung: Eine absolute Hörempfehlung mit fünf ***** Sternen!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die unterhaltsame Audio-CD.