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Mittwoch, 16. September 2026

*Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange - erschienen im DuMont Verlag*

 

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:  

Die  50-jährige Liliane hat einige emotionale  Veränderungen in ihrem Leben hinter sich. Die Scheidung von ihrem Ehemann versucht sie mit einem Urlaub in Spanien zu verarbeiten. Ihr gemeinsamer, erwachsener Sohn befindet sich auf einer längeren Reise, verlässt das Familiennest.  Liliane braucht Abwechslung und Erholung vom Familienleben. 

Plötzlich bekommt sie eine alarmierende Nachricht aus Schottland: ihr 89-jähriger, geliebter Vater ist während einer Schottlandwanderung mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Aufgelöst und erschrocken macht sie sich sofort auf den Weg zu ihm. Direkt von Spanien nach Schottland. Mit dem Auto.

 Wir begleiten Liliane in ihrer Gedankenwelt, die in den Zeiträumen ihres Lebens hin und her springen. Mal erinnert sie sich an Wanderungen mit der Familie aus ihrer Kinderzeit, in der ihr Vater als starker und glänzender Held und Retter der Familie aus schwierigen Situationen dasteht. Aber immer wieder kommen auch schmerzliche Erinnerungen an ihre früh verstorbene Mutter in ihr hoch. Liliane war erst zwölf Jahre alt und hat sich rührend um ihre beiden  Geschwister gekümmert, eine enge Bindung zu ihnen und dem Vater aufgebaut. 

Während sie den schwächlichen Vater  beim zweiten Aufbruch seiner Highland Wanderung begleitet,  kurz nach dem Herzinfarkt, sieht sie plötzlich viele Familien Ereignisse der Vergangenheit in einem anderen Licht.  Er möchte unter allen Umständen diese Wanderung beenden . Sie kann ihm diesen Wunsch nicht abschlagen und möchte ihn begleiten, umsorgen, auf ihn achten. Sie versucht nicht streng zu bewerten, sondern den Vater auch in seiner aktuellen, schwierigen Situation am Ende des Lebens zu verstehen. Sie respektiert seinen  brennenden Wunsch diese Reise, die er als junger Mann schon einmal allein gemacht hat, zu wiederholen. Doch die Vergangenheit lässt sich nur in Fragmenten in die Gegenwart integrieren. Das müssen Liliane und ihr Vater traurig  akzeptieren,,,,, 

Eine fünfköpfige Familie baut sicher ein kompliziertes Beziehungsgeflecht bis zum Erwachsenwerden der Kinder miteinander auf, welches sich im Lauf der Zeit und der persönlichen Umstände verändert. Doch unverbrüchlich bleibt eine Liebe zueinander, deren Grundstock zwischen Eltern und Kindern gelegt wurde. Auch wenn sie Fehler machten in der Erziehung und dem Einschätzen der Bedürfnisse aller Mitglieder. Diese Erkentnis machte Liliane auch während ihrer gescheiterten Ehe.....

Der berührende und einfühlsam verfasste Roman hat viele emotionale Schwingungen in mir ausgelöst, angefangen von  Ur-Ängsten bis  hin zum  liebevollen Verstehen und Mitfühlen mit den Protagonist*innen und deren Verhaltensweisen. Das hat die Autorin klar und deutlich in ihrem schönen und spannendem  Schreibstil darstellen können. Die wunderschönen, leisen und bunt  untermalten  Bilder der einsamen Highland Landschaft Schottlands waren ein zusätzliches Lesehighlight im Buch. 

Atmosphärisch stimmig, berührend verfasst,  ist dieser Roman eine absolute Leseempfehlung für mich  mit FÜNF ***** Sternen.  


 Inhalt/Klappentext: Als Liliane von ihrem ersten Urlaub nach der Scheidung zurückkommt, erreicht sie ein Anruf aus einem Krankenhaus in Schottland: Ihr 89-jähriger Vater ist allein in die Highlands gereist und hat in der Wildnis einen Herzinfarkt erlitten. Noch in Strandschuhen und T-Shirt fährt Liliane ihm nach, um ihn nach Hause zu holen. Doch ihr geschwächter Vater will nur eines: bis zur nördlichsten Spitze Schottlands laufen, wie damals als junger Student. Liliane sieht keine andere Möglichkeit, als ihn zu begleiten. Gemeinsam brechen Vater und Tochter in die alten Pfade der Highlands auf. Sie übernachten in Feldsteinhütten, werden von Unwettern überrascht und sprechen zum ersten Mal über die dramatische Familiengeschichte – die Kriegskindheit des Vaters in Potsdam, den frühen Tod seiner Frau, Lilianes Mutter. Während der einst so starke Mann sich auf seine Tochter stützen muss, erkennt Liliane, wie sehr die Härte ihres Vaters ihre Beziehungen zu Männern und das Verhältnis zu ihrem Sohn geprägt hat. Der letzte Weg des Vaters wird für seine Tochter zu einem Aufbruch.

Ein atmosphärisch dichter und einfühlsamer Roman über die Neubegegnung zweier Menschen, die sich lange fern waren.

ALEXA HENNIG VON LANGE, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ (1997) zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Seitdem hat sie mehr als 25 Romane veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bei DuMont erschien zuletzt die ›Heimkehr‹-Trilogie: ›Die karierten Mädchen‹ (2022), ›Zwischen den Sommern‹ (2023) und ›Vielleicht können wir glücklich sein‹ (2024). Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Berlin. www.alexahennigvonlange.de

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!


Dienstag, 25. August 2026

*Offene See* von Benjamin Myers - erschienen im Dumont Verlag

*unbezahlte Werbung, selbstgekauft*

Mein Leseeindruck:

Wir schreiben das Jahr 1946. Der europäische Kontinent hat den 2. Weltkrieg überstanden. Doch die Menschen sind immer noch gelähmt und geschockt von diesem traumatischem Ereignis.
Der junge Robert , ein 16 jähriger Bergarbeitersohn  aus Nordengland begibt sich nach seinem Schulabschluss auf eine Wanderung durch die wunderschöne Landschaft bis nach Yorkshire. Er möchte das Meer sehen, die Nordsee. Robert ist minimalistisch unterwegs - so kann man es bezeichnen.  Mit wenig Gepäck lässt er sich ziellos treiben, führt Gelegenheitsjobs aus, ernährt sich von Obst, Gemüse, Geschenken der Farmer für seine Dienste. 

Zu Beginn und am Ende  des Buches plaudert ein alter, schon etwas gebrechlicher Mann aus seinem Leben. Anschliessend lässt der Autor den jungen Robert in der Ich-Form erzählen. Auf seinen Wanderungen lernt er die ältere Dulcie Piper kennen. Sie lebt abgeschieden in einem verwunschenen Cottage auf einem verwilderten Grundstück in der Nähe einer Bucht des Meeres. Robert ist zu Beginn dieser Bekanntschaft sehr schüchtern, mag den Schäferhund Butler der älteren Dame , taut langsam auf bei  guten Gesprächen, einem wunderbaren Abendessen mit Hummer und Wein. Dulcie ist eine gute Köchin und Geniesserin, päppelt den körperlich zarten Robert auf und diskutiert mit ihm über Literatur, Künstler, den vergangenen Krieg, das allgemeine Leben. Robert revanchiert sich mit Reparaturen , Arbeiten am Grundstück und einem vernachlässigtem Gartenhaus. Die Renovierung des kleinen Hauses zieht sich in die Länge durch immer neue Schäden, die von Robert entdeckt und behoben werden. Er spürt einen alten Koffer auf mit Aufzeichnungen , Gedichten von einer Romy Landau. Er liest sie, ist fasziniert, fragt nach der wohl gemeinsamen Vergangenheiten beider Frauen. Robert versucht von der exzentrischen Dulcie Erklärungen über diese Person und deren wunderbare Poesie zu bekommen. Robert bringt Dulcie dazu endlich einen an sie gerichteten Brief von Romy Landau mit dem Datum vom 1. April 1940 zu lesen. 
Langsam öffnet  sich  Dulcie und rollt die Geschichte ihres Lebens und ihrer Beziehung zur Poetin Romy für ihn auf,,,,, 

Ich habe jede Zeile, jeden Satz des Autors langsam und in Muße genossen. Seine poetische und ausschmückende Art die Natur, Wetterereignisse,  eigene Gefühle und menschliche Beziehungen zu beschreiben haben mich unfassbar begeistert. Diese anschauliche, ungewöhnliche Reise hat zauberhafte Bilder in meinen Kopf gezaubert und mich auf seinen Wegen mit wandern lassen. 
Benjamin Myers ist aber auch ein Autor, der die Strömungen und Probleme unserer Zeit wahrnimmt. Er lässt die Protagonist*innen seines Romans über einen eventuellen Ausbruch eines 3. Weltkriegs diskutieren. Zur Sprache kommt auch, dass es immer wieder wahnhaft denkende Despoten in der Zukunft unseres Weltgeschehen geben wird. Wie wahr ist diese Aussage! 

Dieses besondere Buch möchte ich euch gerne ans Herz legen und empfehle es mit FÜNF ***** STERNEN. 


INHALT/KLAPPENTEXT:

Das Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels 2020

Eine zeitlose und geradezu zärtliche Geschichte über die Bedeutung und Kraft menschlicher Beziehungen

Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.
Ausgezeichnet als »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2020! 


BENJAMIN MYERS, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Myers hat nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher und Lyrik geschrieben. Für seine literarischen Arbeiten hat er mehrere Preise erhalten. Sein Roman ›Offene See‹ (DuMont 2020) stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels als Lieblingsbuch des Jahres ausgezeichnet. 2021 erschien ›Der perfekte Kreis‹ (DuMont). Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.

ÜBERSETZUNG: 

ULRIKE WASEL und KLAUS TIMMERMANN, beide 1955 geboren, haben Anglistik in Düsseldorf studiert. Seither arbeiten sie als Übersetzerteam und haben u. a. Dave Eggers, Tana French, Andre Dubus III., Harper Lee, Jeanette Walls, Zadie Smith und Delia Owens ins Deutsche übertragen.


 

Freitag, 19. Juni 2026

*Der vergessene Wald* von Sharon Gosling - erschienen im Dumont Verlag

 *Werbung, unbezahlt*

Erscheinungstag:

16.06.2026




Mein Leseeindruck:

Passend zum endlich herrlichem Sommerwetter mit romantischen Lesestunden habe ich dieses Buch des DUMONT VERLAG durch eine Verlosung bei Lovelybooks gewonnen.  Herzlichen Dank dafür!

Den Traum vom Leben in einem Tiny Haus inmitten unberührter Natur habe ich schon seit längerer Zeit. Das neue Buch der bekannten Autorin  Sharon Gosling erreichte mich zu einem perfekten Zeitpunkt. Ihre WohlfühlBücher kenne ich alle und und sie bescherten mir schon viele unbeschwerte, spannende und charmante Lesestunden.

Die taffe Architektin Saskia Tilbury-Martin zehrt aus ihren  Lebens-Erinnerungen von den Spaziergängen im Wald mit ihren verstorbenen Vater. Ihr gemeinsamer Lieblingsort war die alte riesige Eiche in der verfallenen Schlossruine Gair , inmitten eines stillen , verzaubert wirkenden Waldes gelegen. Er hat sie behutsam und spielerisch  auf den Beruf einer Architektin vorbereitet und nach einigen Schwierigkeiten in ihrer Pubertät mit Suchterkrankungen hat sie diesen Beruf perfekt verwirklichen können.  Probleme mit der Beziehung zu ihrer desinteressierten Mutter spielten eine nicht unerhebliche Rolle bei dieser Erkrankung. Sie möchte sich nun mit dem ererbten Geld der Grosseltern einen Lebenstraum verwirklichen und das Schloss Gair restaurieren. Auf diesem spannenden Weg erhält sie Hilfe von ihrem Bauleiter Owen, dessen Freund Stuart und ihrer langjährigen Kindergartenfreundin Vivian. 

Die Autorin erzählt sympathisch und fesselnd obige Geschichte  aus zwei Perspektiven. Einmal mit Saskias Empfindungen, Wünschen, Träumen und zusätzlich aus der Sicht des Bauleiters Owen, dem Vater der kleinen Hannah. Owen kämpft um seine fast gescheiterte Ehe mit Tasha, wird unterstützt von seinem Freund Stuart. Der verwunschene Wald, die uralte Eiche in der Schlossruine bieten der Autorin wunderbare Vorlagen ihre poetische Schreibweise über die  Natur,  liebevolle menschliche Beziehungen und natürlich auch Verfehlungen, den Leser*innen nahe zu bringen. Das Wohnen auf der Wald - Baustelle in einem selbst erbauten Tiny House gibt dem Buch einen extra romantischen Kick. Doch das Bauvorhaben läuft nicht so  glatt wie erhofft und Saskia benötigt  dringend Hilfe und Unterstützung, die sie auch von Owen teilweise bekommt......

Eine Leseempfehlung für dieses entspannende Wohlfühlbuch gebe ich sehr gerne. 

Vier **** Sterne! 

INHALT/KLAPPENTEXT:Über Neuanfänge und die Sehnsucht nach einem Ort zum Bleiben

Saskia Tilbury-Martin hat viele Wochenenden ihrer Kindheit damit verbracht, mit ihrem Vater durch den Wald zu streifen. Besonders zum Schloss Gair, einer Ruine mitten im Wald, kehrten die beiden immer wieder zurück. Jahre später, nach dem Tod des Vaters und an einem absoluten Tiefpunkt in ihrem Leben angekommen, beschließt Saskia, das Stück Land mit der alten Ruine zu kaufen und zu renovieren. Kurzerhand zieht sie mitten in den uralten Wald und wohnt während der Bauarbeiten in ihrem Tiny House auf Rädern. Der Bauleiter Owen Eliott hält nicht viel von der distanzierten Londonerin und ihrem utopischen Vorhaben. Doch die Herausforderung kommt zur rechten Zeit: Seine Ehe ist gerade zerbrochen und er braucht den Auftrag, um seiner Tochter eine Zukunft bieten zu können. Als sich Saskia und Owen immer mehr unerwartete Hindernisse in den Weg stellen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als an einem Strang zu ziehen. Und so lernen die beiden langsam, dass der erste Eindruck nicht immer stimmt und dass Zuhause weit mehr als nur ein Ort sein kann.

SHARON GOSLING ist eine britische Journalistin und Autorin. ›Der vergessene Wald‹ ist nach ›Fishergirl’s Luck‹ (2022), ›Lighthouse Bookshop‹ (2023), ›Forgotten Garden‹ (2024) und ›Der alte Apfelgarten‹ (2025) ihr fünfter Roman bei DuMont. Sie lebt mit ihrer Familie im Norden von England, ihr Mann besitzt einen Buchladen.



Dienstag, 12. Mai 2026

*DER LETZTE LEUCHTTURM* von Michael Pedersen - erschienen im Dumont Verlag

 *Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*


https://www.dumont-buchverlag.de/buch/michael-pedersen-der-letzte-leuchtturm-9783755800620-t-7741  


MICHAEL PEDERSEN, geboren 1984, ist ein renommierter schottischer Lyriker, Autor, Spoken Word Performer und der derzeitige Poet Laureate von Edinburgh. Zuletzt erschien 2022 das viel besprochene und von der Kritik gefeierte Memoir ›Boy Friends‹ über Trauer und Freundschaften unter Männern sowie 2023 sein Gedichtband ›The Cat Prince & Other Poems‹. ›Der letzte Leuchtturm‹ ist Michael Pedersens Romandebüt.

STEPHAN KLEINER, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Bret Easton Ellis, Michel Houellebecq, Hanya Yanagihara und Seán Hewitt ins Deutsche. 2024 wurde er für seine Arbeit mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet.


Mein Leseeindruck: 


Der an sich zweifelnde und immer wieder mit Gedankenspielen um seinen Suizid ringende Schriftsteller Firth reist als Feriengast auf eine kleine Leuchtturminsel. Sie heisst Muckle Flugga, eine im Norden gelegene Insel der Shetlands.  Er beabsichtigt seinem Leben nun dort ein Ende zu setzen. Doch es kommt völlig anders als geplant. Die aufkeimende Freundschaft mit Ouse, dem Sohn des Gastgebers und Leuchtturmwärters der Insel verändert alles.   


Das Wetter dort ist rau und wild. Tosende Stürme und Wellen sowie viele einsame Stunden begleiten den Alltag, denen alle Lebewesen der Insel, Mensch und Tier ausgesetzt sind. Ouse ist ein sensibler junger Mann , der seit dem Tod der Mutter unter den oft gewalttätigen Launen und Handlungen seines Vaters leidet. Sein Trost und imaginärer Freund ist der Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson, mit dem er Zwiegespräche in seinem Atelier führt. Er verbringt  dort viel Zeit mit dem Stricken von Pullovern , dem Weben von Teppichen. Das Entwerfen von neuen Mustern in seinem geliebten Skizzenbüchern gehört zu seinen liebsten Tätigkeiten. Zusätzlich sorgt er für das leibliche Wohl auf der abgeschiedenen Insel für seinen Vater und die Feriengäste. Als Firth und Ouse sich näher kennenlernen, entwickelt sich eine enge und harmonische Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern. Der hartherzige, in patriarchalen Strukturen denkende Vater versucht diese zarte Freundschaft mit Gewalt und zorniger Bösartigkeit zu verhindern.  Sein Sohn erscheint ihm zu weich und sensibel , stellt sich nicht den harten Anforderungen des Berufes eines Leuchtturmwärters. Firth, der Schriftsteller und malende Vogelkundler wird vom Vater laufend vor Ouse der Lächerlichkeit und einer naiven Unfähigkeit in allen Lebenssituationen preisgegeben. Doch Firth hält dagegen und erzählt Ouse heimlich vom möglichen, freiem Leben in Edinborough als freischaffender Künstler. Und wir begegnen der jungen Figgie. Sie stellt mit Ihrem Boot und Fahrten zur Insel sowie den Proviantlieferungen den Kontakt zur Aussenwelt her und klärt Firth über die Vergangenheit der kleinen Leuchtturmwärter - Familie auf. 


Das Lesen des Buches mit seinen außerordentlich, schönen, feinsinnigen Sätzen war ein Lesefest für mich, welches ich auf jeder Seite langsam und dafür umso ausgiebiger genossen habe. Zauberhafte, bildgewaltige  Satz - und Wortkombinationen haben mich begeistert und ich danke dem Autor und dem deutschen Übersetzer Stephan Kleiner ganz herzlich für diese herrlichen, poetischen Anregungen und Begriffe. Die stimmige, einsam gelegene Atmosphäre der rauen See wurde ebenso gut transformiert wie die empathischen Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten zueinander. 


FÜNF *****  STERNE für diese grossartige Lektüre.


Herzlichen Dank an den Autor und den Dumont Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar  mit dem wundschön gestaltetem Cover und dem komfortablen Lesebändchen. 




Dienstag, 1. Juli 2025

*Der alte Apfelgarten* von Sharon Gosling - erschienen im DuMont VERLAG


*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*



Inhalt/Klappentext:Crowdie Farm liegt an der schroffen Steilküste Schottlands; dort sind Bette und Nina Crowdie aufgewachsen, zwischen Kühen, Hühnern und der rauen See. Nahegestanden haben sie sich nie. Zu verschieden sind die beiden Schwestern, zu groß der Altersunterschied von zehn Jahren. Nun lebt Bette ihr ganz eigenes Leben in London, fernab der Familie, während für Nina die Farm ihr Ein und Alles ist. 

Als plötzlich der Vater stirbt und die Schwestern unerwartet den Hof gemeinsam erben, treffen sie wieder aufeinander. Bald erfahren sie von den enormen Schulden, die ihr Vater vor ihnen verheimlicht hat. Widerstrebend willigt Bette ein, ihrer Schwester bei der Rettung von Crowdie Farm zu helfen. Doch das bedeutet, dass sie einen Weg finden müssen, zusammenzuarbeiten, und Bette nicht länger verdrängen kann, warum – oder wegen wem – sie vor all den Jahren weggegangen ist.

Die Entdeckung eines seit Jahrzehnten vergessenen Apfelgartens mit uralten, seltenen Cidersorten auf ihrem Land ist der einzige Hoffnungsschimmer. Er bleibt die letzte Möglichkeit, die Farm zu retten – und die Beziehung der Schwestern wieder zu kitten.

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SHARON GOSLING ist eine britische Journalistin und Autorin. ›Der alte Apfelgarten‹ ist nach ›Fishergirl’s Luck‹ (2022), ›Lighthouse Bookshop‹ (2023) und ›Forgotten Garden‹ (2024) ihr vierter Roman bei DuMont. Sie lebt mit ihrer Familie im Norden von England, ihr Mann besitzt einen Buchladen.

SIBYLLE SCHMIDT hat in Berlin Theaterwissenschaften und Amerikanistik studiert. Sie übersetzt aus dem Englischen, u. a. JP Delaney, Ciara Geraghty, David James Poissant und Sharon Gosling.

Meine Meinung zum Buch:

Dieser Trip nach Schottland an die frische Nordseeküste hat mir bei den derzeitigen heissen Temperaturen richtig gut getan. Bei einem Glas Cider im schattigen Garten konnte ich geniessen, abschalten und träumen mit zwei ungleichen Schwestern, die bei finanziellen und emotionalen Problemen sich wieder annähern und zusammen finden.

Bette und die jüngere Nina treffen sich anlässlich der Beerdigung ihres Vater nach Jahren auf der Farm der Eltern wieder. Ihre Eltern sind geschieden. Die Mutter hat ein neues Leben in Italien begonnen. Nina ist mit ihrem kleinen Sohn Barnaby nach einer gescheiterten Ehe wieder nach Hause gezogen und hat den Vater bei der harten Arbeit auf der Farm unterstützt.  Bette lebt schon lange in London und hat dort eine ehrgeizige Anwaltkarriere gestartet. Die beiden Schwestern haben sich in der Kindheit durch den grossen Altersunterschied (zehn Jahre) nie sonderlich gut verstanden und werden vom Testament ihres Vaters überrascht. Er hat beiden Mädchen jeweils die Hälfte der Farm vermacht, leider mit vielen Schulden. Hinzu kommt, dass sie einen alten verwunschenen Apfelgarten an der Steilküste erben und entdecken, von dem sie beide bislang nichts wussten. Die Jahrhunderte alten versteckten Apfelbäume an der Steilküste entpuppen sich als wahre Schätze und spielen mit ihrer Entdeckung und neuen Pflege einen bezaubernden Rahmen für diese schöne Familiengeschichte. Bette, früher auch Beth genannt, trifft ihre Jugendliebe wieder und wird plötzlich mit dieser schmerzlichen Liebe und der Vergangenheit konfrontiert. Nina, ihr Sohn Barnaby und der Collie Limpet halten mit dem sympathischen und hilfsbereiten Nachbarn Cam eine enge Freundschaft.

Der stimmige und flüssige Schreibstil von Sharon Gosling haben die Lesestunden mit diesem Wohlfühl Roman schnell verfliegen lassen, mich total fasziniert und begeistert. Alle Protagonist*innen wie Ryan, Cam, die Familie Greville wurden von der Autorin liebevoll und charakterlich überzeugend dargestellt. Das Buch ist ein echter Wohlfühl Roman, den ich gerne weiter empfehle!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne im Genre Wohlfühl Roman - und Familien Geschichte !     

Herzlichen Dank an die Autorin und den DuMont Verlag für die schnelle Übersendung des Print-Rezensionsexemplar mit dem hübschen Cover.