Dienstag, 31. Juli 2018

*Die Schönheit der Nacht* von Nina George, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung*


Rezension

INHALT/ KLAPPENTEXT:

Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren. 

Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.




MEINE MEINUNG: 

Zitat Seite 195 : " Sie hatte es nie geschafft, sich aus ihrem eigenen Zimmer im Kopf so weit hinauszuwagen, um das, was hinter den verschlossenen Türen ihres Selbst geschah, einer anderen mitzuteilen."

Ein Buch, welches mich sehr gefesselt hat durch seinen wunderschönen Sprachstil und die treffende Aussagekraft der Autorin. Sie beschreibt das Innere Zueinanderfinden von zwei Frauen so faszinierend, dass ich bewusst langsam gelesen habe, um jeden Satz gebührend geniessen zu können. Ihre Beschreibungen des bretonischen Himmels und des Meeres in allen Schattierungen der Farben Blau, Grau, Weiss, Grün  lässt schillernde Bilder im Kopf entstehen, in denen sich die flirrende Hitze des Sommers und die sich entwickelnden Zuneigung der beiden Frauen zueinander geduldig, wie eine leichte  weisse Wolke, ausbreitet. Die Stimmung im Buch der lauwarmen Nächte am Meer, kann ich hier gar nicht gebührend beschreiben. Das muss man einfach selber erlesen.
Sommerhaus- und Ferienatmosphäre pur, gewürzt mit französischem Flair und vielen Ausdrücken aus dieser Sprache.

 Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich. Claire, eine gestandene Wissenschaftlerin in der Mitte ihres Leben, verheiratet mit dem Musik-Komponisten Gilles und Mutter des erwachsenen Nicola.
Julie, Nicola's Freundin, eine neunzehnjährige vor Lebenslust sprühende junge Frau, die am liebsten Sängerin werden möchte, es sich selber aber noch nicht zutraut. Von inneren Zweifeln geplagt, lässt sie sich auf den Urlaub am Meer mit Niklas und  seinen Eltern ein. 
Sie erlebt dort nicht nur das für sie neue Schwimmen im Meer,  sanft behütet von Claire, sondern auch das Schwimmen auf den Wogen ihres kommenden Lebens. 
Beide Frauen verlassen in diesem Sommer das einengende, konventionelle  Zimmer in ihrem Kopf und begeben sich auf eine Reise zu sich selber. 
Dass es dadurch Verletzungen der Menschen ihrer Lebenskreise gibt, ist bitter, aber unabänderlich. 
So kann das Leben in Beziehungen sein, mit all seinen möglichen Nuancen von Liebe, Glücksempfinden bis hin zu tiefer Trauer.

Auch die Halbgeschwister von Claire und alle anderen Protagonisten , wie Ehemann Gilles und Sohn Nicolas sind von der Autorin mit unterschiedlichen,  sehr beeindruckenden und ansprechenden Charakteren ausgestattet worden. 

Dieses Buch hat mich verzaubert, spielerisch an die bretonische Atlantik-Küste katapultiert und wahnsinnig beeindruckt. 

Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für diese sehr schöne und grossartige Geschichte.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Leseexemplar! 



Montag, 30. Juli 2018

Alle Herzensbücher findet ihr in Zukunft auf Wordpress!

findet Ihr auf meinem kleinen neuen Ableger Blog bei Word Press. Bitte klicken, es tut nicht weh und Euch passiert dort nichts Unangenehmes!


Samstag, 28. Juli 2018

*Señor Gonzalez und der Garten des Lebens* von Claus Mikosch, erschienen im Gütersloher Verlagshaus

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Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT:

»Wir stürzen, damit wir lernen aufzustehen.« (Claus Mikosch)

Niklas, Anfang 30, gerade arbeitslos geworden und irgendwie entwurzelt, beschließt eine Auszeit in Andalusien. Dort begegnet er Señor Gonzalez, einem alten Gärtner, der seit Jahrzehnten Gemüse auf natürliche Weise anbaut, »immer mit der Natur als Freund und Gehilfe«. Zuerst besucht Niklas den alten Mann hin und wieder, dann hilft er ihm täglich einige Stunden bei der Gartenarbeit. Dabei lernt Niklas nicht nur etwas über den Anbau von Lauch und Tomaten, sondern vor allem etwas über Gelassenheit, Achtsam- und Genügsamkeit. Señor Gonzalez, sein Wissen und seine Weisheit öffnen Niklas die Augen und helfen ihm, sein Leben neu auszurichten.


MEINE MEINUNG: Ganz sicher ist meine Meinung zu diesem kleinen , netten Büchlein nicht sehr relevant. Aber eines muss ich nun für mich  im Nachhinein  zu diesem Buch feststellen: Es hat mir einfach nicht gefallen. Und zwar ist es nicht die wirklich wichtige  und interessante Thematik , sondern der fast kindlich und naiv  zu nennende Schreibstil des Autoren. ER konnte mich nicht fesseln. Der Hauptprotagonist Niklas hat mit seiner Charakterdarstellung eher Ähnlichkeit mit einem Jugendlichen und entspricht nicht meinem Bild von einem gerade arbeitslos gewordenen Erwachsenen von dreissig Jahren, der seinen Job bei einer Bank verloren hat. Sicher, dieser Roman soll eine Metapher im Kopf erzeugen - bei mir hat sich nur Langeweile eingestellt und die innere Antwort  von mir beim Lesen : " Ja , ja, ich weiss das schon lange"
Alles was Niklas an Lebensweisheiten von dem kleinen sympathischen andalusischem Gärtner lernt und erfährt, war mir nicht neu und unbekannt. 
Gelassenheit im Leben zu erringen ist wahrlich eine Kunst und mit Gelassenheit habe ich diesen Ausführungen vom kleinen Gärtner zustimmen können. Bescheidenheit und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen sollten inzwischen eine Selbstverständlichkeit für jeden intelligenten Menschen sein.  Unsere Erde steht vor dem Kollaps , zu viel Konsum, zuviel Egoismus des Einzelnen, zuviel Machstreben der Mächtigen dieses Planeten.
Bescheidenheit, als ein wichtiges Charaktermerkmal eines  normalen Menschen - ein unmodern gewordenes Lebensgefühl, wird vom kleinen Gärtner sehr gut vermittelt.
Ob das etwas mit Weisheit zu tun hat kann ich nicht beurteilen. 
Ich kann nur hoffen, dass ganz junge Menschen von dieser Geschichte erreicht und berührt werden, denn das Thema ist einfach brisant.

Meine Bewertung: ** Zwei Sterne für diese kleine nette Geschichte.

Danke für die Bereitstellung des hübschen , gebundenen Rezensionsexemplar.

Freitag, 27. Juli 2018

*Freitagsfüller*

Freitagsfüller
Schon wieder Freitag? Unglaublich. Willkommen beim wöchentlichen Freitags-Füller Lückentext!
 Danke Barbara!

1.  Wie kann ich heute gut durch den Tag kommen um diese Tropenhitze zu überstehen? Ich bleib im Haus, lese viel, trinke viel ( natürlich Wasser mit Zitrone , Minze und Schwarz-Tee ) und mache nur das Allernötigste an Haus- und Gartenarbeit. 


2.  Von Herzen leid tun mir meine Blumen, die Bäume und die ganze Tierwelt. Denkt ihr an eine gefüllte Vogeltränke?


3.  Meine Haare sitzen überhaupt nicht. Hilfe,ich brauch dieses Mittel aus der Werbung für jedes Wetter ;-) 


4. Eine gute Planung,  ein wenig gesunder Menschenverstand und es klappt fast jede Unternehmung.


5.  Meine liebsten Früchte sind jetzt Blaubeeren und Brombeeren, die wild in meinem Garten wuchern.


6.  Wenn ich mir die Meinung einiger unsympathischer Menschen anhöre kommt mir oft der Gedanke was war das?


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine laue Tropennacht, morgen habe ich geplant, Chillen bitte und Sonntag möchte ich das Gleiche machen !



Dienstag, 24. Juli 2018

*Das Meer so nah* von Fiona Blum, erschienen im Goldmann Verlag

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Rezension

Inhalt: Lucy Skye Harper aus Manchester wurde von ihrem Job als Mathematiklehrerin für einige Zeit suspendiert.  Die Mutter der 18jährigen Chloé hat die Nerven verloren und einen Schuh nach einem Schüler geschmissen. Bisher lief ihr Leben in geraden Bahnen, doch es sollte noch schlimmer kommen für sie. Ein Anruf aus Irland geht ein. Ihr Vater möchte sie vor seinem Ende noch einmal sehen. Lucy ist geschockt von dieser neuen Nachricht. Ihre Eltern geben ihr auch keine Auskunft über ihren neuen Familienstatus als Tochter eines Iren und glauben an eine Verwechslung oder Versehen.  Kurzerhand macht sie sich auf den Weg und fliegt nach Irland um diese Geschichte aufzudecken,,,,


Meine Meinung:

Ich habe an einem wunderbaren Roadtrip durch Irland teilgenommen. Ein wahnsinniges Erlebnis für mich.  Da ich die Insel real sehr gut kenne, war ich gespannt was mir Fiona Blum da zeigt. Und siehe da , es war ausserordentlich grossartig und ein faszinierendes  Leseerlebis. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu erlesen, ihre sehr guten  Recherchekentnisse haben meine eigenen Erfahrungen als Reisende in diesem Land bestätigt. Für Irlandliebhaber ist diese Lektüre ein *Muss* zum Einstimmen auf die Atmosphäre im Land , das Klima, die freundlichen Iren , die grandiosen Landschaften. Sympathische Menschen lernt Hauptprotagonistin Lucy kennen. Es sind meist alles Freunde ihres Vaters George Miller. Aber ist er tatsächlich ihr Vater? Und diese Freunde , sind es nicht komische Freaks? Am Anfang scheint es so, aber die Autorin führt den Leser sanft in die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Freunde um George Miller ein.  Und Lucy lernt endlich einmal vom geraden Weg ihres Lebens abzuweichen und macht erstaunliche Erfahrungen mit anderen Menschen, aber vor allem für sich selber,,,,,

Das gebundene Buch, versehen mit einem hellgrünen ( grün ist die Farbe Irlands und meiner Blogseite) Einband und einer kleinen Karte des Landes  zur Orientierung plus einem Glossar der mitspielenden Freunde hat mich sehr erfreut und ich habe die Lesezeit genossen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für das schöne Rezensionsexemplar!

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diese unterhaltende und wundervolle Reise in mein Sehnsuchtsland. 




Sonntag, 22. Juli 2018

*Der Mut zur Freiheit* von Katja Maybach, erschienen im Knaur TB Verlag

Taschenbuch, Knaur TB
02.05.2018, 304 S.

ISBN: 978-3-426-52008-6                         *Werbung*


Rezension

INHALT/Klappentext:
Dramatisch, fesselnd, voller Gefühl und Geheimnis: In ihrem Spanien-Roman „Der Mut zur Freiheit“ erzählt die erfolgreiche Autorin Katja Maybach die Geschichte von drei selbstbewussten Frauen. 

Margarita, ihre Tochter Valentina und deren Tochter Olivia, sie leben, wie sie lieben: leidenschaftlich und frei. Im Madrid der späten 1940er Jahre teilen sich die drei Frauen nicht nur ein Haus, sondern auch ein Schicksal: Die Liebe wird ihnen zum Verhängnis. 
So wurde die schwangere Margarita von ihrer streng katholischen Familie verstoßen und musste Valentina allein groß ziehen. Valentinas große Liebe, Olivias Vater, ist ein verheirateter Mann. Und die 24-jährige Olivia, eine engagierte Tierschützerin, hat ihr Herz an einen Stierkämpfer verloren, einen Mann, den sie eigentlich nicht lieben kann …






Meine Meinung:


Dieses Buch hat mich über den heutigen Tag begleitet und ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Die Autorin schildert fesselnd eine vergangene Zeit der Geschichte und zwar die Franco Diktatur Ende der 1940 er Jahre.  Sie hat diese komplizierte und gefährliche Zeit geschickt und faszinierend mit dem Schicksal drei starker Frauen verknüpft. Ihr Schreibstil  ist unkompliziert , flüssig und angenehm zu lesen. Ich konnte durch das Buch fliegen und alles wunderbar aufsaugen und miterleben. 


Diese  Zeit der Diktatur  in der realen Geschichte ist ja längst vergangen - aber nicht vergessen! Beklemmende Schilderungen von heimlicher Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, die nicht regimetreu erschien, waren an der Tagesordnung und die Menschen haben sich eingerichtet damit. Diese Atmosphäre hat die Autorin sehr dicht und eindringlich geschildert. Alleinstehende und/oder alleinerziehende Frauen mit einem eigenen Willen und selbstbestimmten Leben waren zu der Zeit unbeliebt, selten und wurden von der Gesellschaft verachtet. Dagegen haben sich diese drei Frauen gestemmt und es fast geschafft, sich einen festen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Aber die Liebe hat sie immer wieder in neue Bahnen und tragische Abenteuer geworfen. Das war aufregend, anregend und sehr fein mitzuerleben durch die bunten Schilderungen der Autorin. Es geht um  leidenschaftlichen Flamencotanz, lebensgefährliche Stierkämpfe und um das Stadt - und Nachtleben in der funkelnden Metropole Madrid.


Margarita , Anfang des 19. Jahrhundert geboren beginnt in  diesem Frauenreigen, gefolgt von Tochter  Valentina  und deren Tochter Olivia.
Zitat  Seite 55 : " Bartolomé aber kam wieder auf Margarita zu sprechen: " Sie und ihre Tochter haben bewiesen, dass sie tief lieben können, ohne sich irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen. Den Mut zur Freiheit zu besitzen und sie offen leben. Das ist sehr bewundernswert." 


 Einige kleine Zweifel und Kritikpunkte möchte ich noch anfügen.  Die Denkweise und Einstellungen  dieser drei Frauen erschienen mir fast zu modern, sie würden viel eher in die heutige Zeit passen und ich bin nicht sicher, ob das mit der damaligen Wirklichkeit tatsächlich in Zusammenhang zu bringen ist. Es war mir  auch nicht bewusst, dass es  damals schon Tierschutzorganisationen gab, aber ich vertraue gern der sorgfältigen Recherche der sympathischen Autorin. 


Meine Bewertung: VIER **** STERNE für dieses tolle Zeitzeugnis.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur TB Verlag für die Zusendung des Buches !


Samstag, 21. Juli 2018

*Die Charité* von Ulrike Schweikert, erschienen bei Rowohlt Polaris

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Seitenzahl: 496
rororo
ISBN: 978-3-499-27451-0
Erscheinugsdatum: 26.06.2018

Rezension

Inhalt/Klappentext:

Sternstunden der Medizin
Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt ...
Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.

Meine Meinung: Die Autorin hat dem Leser mit diesem grandiosen Buch ein wertvolles Stück Medizingeschichte, aufbereitet für den Laien, mit fiktionalen, warmherzigen und sehr sorgfältig ausgestatteten Charakteren geschenkt. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm  und flüssig lesen. Er hätte vielleicht in der Wortwahl und Ausdrucksweise der damaligen Zeit etwas mehr angepasst werden können, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt am Buch.  Die Autorin hat reale Persönlichkeiten , wie die des Dr. Dieffenbach gekonnt mit erzählerischer Bravour in diesen Roman eingebunden. Wir erfahren sehr viel über die damaligen Organisationsstrukturen einer Klinik und die mangelnde ärztliche Versorgung der Bevölkerung. Die sehr gute, historische Recherche der Autorin wird perfekt zum Leser transportiert und ist absolut glaubwürdig. 


Die Liebe, aufgezeigt zwischen Arzt und Fachpersonal spielt eine tragende Rolle in diesem ca. fünfhundert Seiten langem Roman und sorgt für viele Probleme.  
Elisabeth, eine junge Wärterin ( so wurden die Hilfskräfte in den Kliniken damals genannt) beginnt eine Ausbildung in der Charité und erobert durch ihre Freundlichkeit , Fleiss und Fachwissen die Anerkennung der Patienten, Ärzte und auch die Sympathie des Lesers. 
Auch Gräfin Ludovica und Dr. Dieffenbach  beeindrucken durch ihre heimliche Zuneigung füreinander ,  die auch von seiner Seite aus besteht, obwohl er glücklich verheiratet ist.  Die Hebamme Martha , die aus Menschlichkeit eine tragische Situation klärt, hat mich mit ihrer Verhaltensweise und Entscheidungen fast zu Tränen gerührt. 

Einen Kritikpunkt möchte ich allerdings anbringen. Die vielen detailreichen, blutigen und grässlichen  Beschreibungen von schwierigen Operationen hätten  für mich nicht so ausführlich und oft sein müssen. Man muss bedenken, es gab keine Narkosen, keine wirkliche Schmerzlinderung und Patienten wurden bei Bewusstsein mit roher Gewalt festgehalten und operiert.  Syphillis Patienten wurden kurzerhand mit Quecksilber behandelt , man kann sagen eher vergiftet. Tragische Schicksalsbeschreibungen werden dem Leser zugemutet. Aber die Wirklichkeit war damals so. Kliniken stanken nach Blut. Eiter und allen menschlichen Ausscheidungen.
Von gepeinigten Schmerzensschreien, die  von überall ans Ohr drangen, begleitet. Hygiene wurde  aus Unwissenheit , oft auch Faulheit nicht so ernst genommen und der Aufbau von Krankenpflegeschulen befand sich erst in seinem Anfang.
Ich musste beim Lesen oft an meinen Grossvater denken, der noch von den tragischen Cholerafällen durch  die Erzählungen seiner Grosseltern von  dieser Zeit wusste und das mit einem  makabren Lied oft vortrug: "Juppheidi, juppheida - Schnaps ist gut gegen die Cholera"!

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn  der Roman einen kleinen Grusel -  und Ekelfaktor enthält, der nicht jedermanns Sache ist. 

Meine Bewertung : VIER **** Sterne für diesen wertvollen und informativen Roman.

Danke an die Autorin und  den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Mehr Infos zum Buch und Verlag

Freitag, 20. Juli 2018

*Freitagsfüller*

   
Guten morgen, bevor die Temperaturen steigen, schnell den Freitagsfüller von Barbara einsetzen,,,,,

1. Wann wird  es ein wenig Regen geben? Erst zuviel Regen , nun zu wenig - das Ernteergebnis der Feldfrüchte wird nicht gut ausfallen und das bereitet vor allen Dingen den Landwirten grosse Probleme . Mich beunruhigt es auch, denn Geld kann man nicht essen, auch wenn es viele Subventionen geben wird. Wir sollten die Menschen mehr  wertschätzen, die in der Landwirtschaft tätig sind,  den Boden bearbeiten und für unsere Nahrung sorgen!

2. An diese langen, heissen Sommertage werde ich mich noch lange erinnern.


3. Ich könnte mal wieder eigenes Brot backen.


4. Am Abend muss ich immer lesen , egal wie müde ich bin..

5. Zum ersten Mal was??  Oft wiederholt sich vieles im Leben, vor allem wenn man schon älter ist.


 6. Mein Rezept von Tiramisu ist besonders lecker, allerdings auch sehr kalorienreich!!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen lauen Sommerabend , morgen habe ich geplant, eher noch nichts , und Sonntag möchte ich den Sommertag geniessen !


Montag, 16. Juli 2018

*Herzensbuch der Woche*



Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch! Mitmachaktion! 

Eine Aktion von Gisela und Anne !

Dieses Buch vonKhaled Hosseini hat mich vor vielen Jahren so mitgenommen, dass ich nach und bei der Lektüre bitterlich weinen musste um die vielen Frauen, die sich einem fremd bestimmten  Lebensschicksal anpassen müssen – und es doch schaffen ohne Hass weiterzuleben und sich selbst nicht aufgeben , sondern mit Liebe reagieren.


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Dienstag, 10. Juli 2018

*Revolution im Herzen* von Claudia & Nadja Beinert, erschienen im Knaur Verlag


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Rezension

INHALT/Klappentext:
Die heimliche Liebe des Karl Marx
Der historische Roman zum 200. Geburtstag von Karl Marx von den Autorinnen Claudia und Nadja Beinert und gleichzeitig eine große Liebesgeschichte.
In Zeiten todbringender Armut und Ausbeutung muss sich Lenchen Demuth schon früh als Dienstmädchen verdingen. Im Haushalt der Familie Marx wird sie der jungen Ehefrau Jenny zur engen Freundin – und bald auch Vertraute des großen Philosophen Karl Marx. Fasziniert verfolgt sie seine Studien und erkennt bald, dass diese auch mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.
Doch dann verliebt sich Lenchen rettungslos in Karl Marx.. Als sie ein Kind erwartet, steht nicht nur ihre Freundschaft mit Jenny, sondern auch das Werk von Marx und Engels auf dem Spiel.
Mit tiefer historischer Kenntnis verweben die Beinert-Schwestern Fakten und Fiktion zu einem einfühlsamen Roman um eine geheime große Liebe.

MEINE MEINUNG: 

Dieses grossartige  Buch wurde für mich zum aktuellen Herzensbuch und hat mich tief beeindruckt.  Ein grossartig geschriebener historischer Roman, eine gekonnte Verknüpfung aus wahrer Geschichte und belebender Fiktion, belegt durch die  fabelhafte und sehr sorgfältige Recherche der beiden  jungen Autorinnen und ihren absolut fesselnden Schreibstil, der dieses geheime Liebes-Thema der Geschichte so eindringlich und fein schildert. 

Karl Marx ist natürlich jedem Leser als Autor des Buches *Das Kapital* bekannt und ich hatte  bislang wenig Beziehung zu seinem berühmten Werk und seiner Persönlichkeit. Das hat sich nun deutlich verändert. Die Ich-Erzählerin  Helene Demuth aus Trier, liebevoll mit dem Kosenamen Lenchen genannt, erzählt vom jahrelangen Alltag ihres Lebens in Trier, London und Brüssel als Haus - und Kindermädchen bei der Familie von Jenny und Karl Marx. Das Geschehen im 19. Jahrhundert und die Umwandlung in eine Industriegesellschaft mit all ihren negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bringt Lenchen ungeschminkt und ehrlich in diese Lektüre ein. Mit Warmherzigkeit und Klugheit ausgestattet , haben die beiden Autorinnen diese tapfere, fleissige und treue Seele von einer Haushaltshilfe wieder zum Leben auferweckt. Helene Demuth hatte eine schwere und entbehrungsreiche Kindheit, ging in ganz jungen Jahren fort in eine Dienststellung in den  Haushalt einer adeligen Familie. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse haben  mich sehr an die Erzählungen meiner Grossmutter erinnert. Auch in ihren jungen Jahren um die Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert war dieses noch eine übliche Arbeit für junge Mädchen und/oder Frauen. Dieser fast fünfhundert Seiten lange Roman war auf keiner Seite langweilig, ermüdend oder mit historischen Fakten überfrachtet, sondern aus sehr menschlicher und gütiger Sichtweise geschrieben. Die Liebe, Treue und Freundschaft zur Familie, gerade auch zu Jenny, Karl und den Kindern in armen und schwierigen Zeiten , die sie mit der Familie verbracht hat, wird dem Leser bildhaft nah gebracht, so dass ich sehr berührt und ergriffen war. Sie hat Karl Marx sogar bis zum Sterbebett begleitet am Ende seines Lebens laut Info im Nachwort. Die abschliessenden erklärenden Worte der Autorinnen empfand ich als sehr interessant  und haben noch einmal mein Hintergrundwissen bereichert. Das angehängte Glossar und die bibliografischen Hinweise vermittelten zusätzlich einen abschliessenden, sehr guten  Überblick. 

Zitat aus dem Nachwort  Seite 451:
 " Das neunzehnte Jahrhundert ist der Beginn unserer modernen Zeit - die Zeit des Durchbruchs der Industrialisierung in Deutschland, was vor allem Massenfertigungen, Globalisierung und unwürdige Arbeitsbedingungen bedeutete. Dampf, Stahl und Elektrizität zogen in den (Arbeits-)Alltag der Menschen ein und veränderten ihr Leben tiefgreifend und mit ähnlicher Wucht, wie dies heute Digitalisierung,Automatisierung und künstliche Intelligenz tun."

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch  über einen berühmten Revolutionär und sein Werk.

Danke an die Autorinnen und den  Droemer Verlag für das schön gebundene Rezensionsexemplar!


Mein Herzensbuch dieser Woche ist ganz neu. Rezi siehe oben. 

Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch! Mitmachaktion! Eine Aktion von Gisela und Anne.

Hier ist der Link zu meiner neuen Herzensbuch Seite bei Wordpress, an der ich ab und zu  herumbastele.