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Samstag, 15. September 2018

Mittwoch, 12. September 2018

*Jenseits des breiten Flusses*von Sarah Maine, erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung*. Mir wurde ein kostenloses Leseexemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung. 


REZENSION

INHALT/Klappentext: Schottland 1893: Die 19jährige Evelyn Ballantyre macht sich auf, ihren Vater auf eine Reise nach Kanada zu begleiten. So kann sie die Grenzen des herrschaftlichen Anwesens hinter sich lassen, das für sie in den letzten Jahren eher ein Gefängnis als ein Zuhause war. Seit jener schicksalhaften Nacht, in der zwei Menschen starben, und ihr Jugendfreund, der Stallbursche James Douglas, der Tat beschuldigt fliehen musste. Doch als sie in der kanadischen Wildnis unverhofft auf James trifft, drängen die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit an die Oberfläche. Und Evelyn muss sich entscheiden, wo ihre Zukunft liegt …


MEINE MEINUNG:

Ich hatte mich eigentlich bei der Anforderung des Buches auf eine Abenteuergeschichte in der kanadischen Wildnis gefreut, aber meine Erwartungen haben sich leider nicht ganz erfüllt. Der Roman plätscherte zu Anfang auf mindestens hundert Seiten langsam vor sich hin, in denen nicht viel passierte. Meine Ungeduld wuchs von Seite zu Seite , zumal die beiden Hauptprotagonisten Evelyn und James recht unscheinbar erschienen und keine  fesselnde Ausstrahlung besaßen. Zufällig treffen sie in Kanada wieder aufeinander. Ich empfand als Leser diese vielen Zufälle als zu offensichtlich konstruiert. Einen guten Zugang zu ihren Wünschen, Charakteren und Empfindungen zueinander bekam ich leider auch nur mässig.  James war etwas älter als Evelyn, sie kannten sich aus Kindertagen vom schottischen Anwesen. SIE schwärmt für ihn, ER beachtet sie wenig, sieht sie immer noch als das, was sie einmal war. Ein Kind. Auch in Kanada ändert sich zunächst nicht allzuviel an dieser Situation. Diese sanfte Schwärmerei wird leicht und einseitig aus Sicht der jungen Evelyn beschrieben. Sie erscheint nun zwar als junge, moderne Frau ihrer Zeit,  trotz allem hat sie ein so naives Weltbild, dass es mich oft entsetzt hat.  Die ganze Reise mit ihrem Vater und dessen Freund Larsen, das Aufeinandertreffen mit dem ausgewanderten James und die Suche nach dem Mörder und die Erklärungen  für die vergangenen Morde in Schottland, die Gespräche, Begegnungen darüber untereinander, wirken gesteuert, harmlos und ohne Schwung und Esprit. Der Schreibstil der Autorin erschien mir flüssig und angenehm zu lesen, aber es fehlen Spannungsbögen, die den Leser immer weiter tief in die Geschichte und zum Verständnis der Protagonisten hineinführen.  

Es war keine schwierige Lektüre , dafür aber eine unendlich langweilige Thematik, dabei hätte man aus dieser Reise in die Wildnis so viel machen können, sogar verbunden mit einer romantischen Liebesgeschichte und der Aufklärung der Morde, welche der Leser übrigens recht früh durchschaut. 

Es fehlen einfach Herzblut, Leidenschaft und eine emotionale Begeisterung, die von der Autorin nur mangelhaft und zögerlich vermittelt werden. 

Die wilde und eindrucksvolle kanadische Landschaft, die indianische Bevölkerung werden eindrucksvoll in schönen Bildern geschildert, aber auch das ist nicht gerade spannungsfördernd für den Lauf der Geschehnisse. 


Meine Bewertung: DREI *** Sterne für dieses Buch.  

Mein Dank geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares. 



Donnerstag, 30. August 2018

*Blogpause*

                                            BLOGPAUSE  bis 17. September



Mittwoch, 22. August 2018

*Anna* von Niccolò Ammaniti, erschienen bei Julia Eisele Verlags GmbH

*Werbung*


REZENSION

Inhalt /Klappentext:

Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. 

Meine Meinung:
Was für ein hübscher Titel-Name für eine gar nicht hübsche Dystopie! Das gebundene Buch mit dem ansprechenden Cover und dem roten Lesebändchen war kaum bei mir angekommen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, habe es praktisch in einem Rutsch verschlungen. *Verschlungen* , dieses rohe und drohende Wort passt perfekt zu diesem Roman eines Weltunterganges. Der Autor erzählt fesselnd, erzeugt entsetzliche Kopfbilder durch eine abgeklärte und spannende Schreibweise. Eine Katastrophe wird von der nächsten abgelöst. Man glaubt auf jeder Seite fassungslos, dass es nun doch gar keine Steigerung von Entsetzen, Gewalt, Hilflosigkeit, Hunger, Not und Einsamkeit geben könne. Doch es geht immer weiter. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben zu Beginn in einem relativ geschützten Raum auf *Gut Maulbeerbaum*. Für die beiden verlorenen Kinder ist die *Zeit des Lichts *, wie Anna es nennt, untergegangen. Nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie sie es kannten. Und doch machen sie hin und wieder gute Erfahrungen, gewinnen einen treuen, tierischen Gefährten und Anna tauscht ihre Kindheit gegen die Verantwortung und Sorge für ihren kleinen Bruder ein, den sie liebt und beschützt.

Die apokalyptischen Beschreibungen des Autors von brennenden , zerstörten Landschaften erzeugten Ängste in mir, Zweifel an unserem westlichen Lebensstil, der so total abhängig von Technik und Energie ist. Diese Kinder werden in ein Leben zurückgeworfen, in dem die Suche nach Überlebensmöglichkeiten zum Kernpunkt ihres Daseins wird. 
Aber sie sind kleine, zwar noch unfertige Kinder, handeln oft instinktiv menschlich, kreativ, liebevoll, manchmal auch grausam und gleichgültig gegenüber anderen Lebewesen. Ein Selbstschutz, dem sie instinktiv folgen. 
Diese Organisation von  Kinderbanden, ihren Gesetzen, die der Autor beklemmend beschreibt, hat mich tatsächlich ein wenig an *Herr der Fliegen* von William Golding erinnert. Aber *Anna* liegt viel näher an einer möglichen Realität , die der Menschheit das Fürchten lehren könnte. *Die Rote, das Virus* , könnte ja durch viele andere Katastrophen, die die Menschheit auslöschen  würde, ersetzt werden. Das ging mir  beim Lesen immer wieder durch den Kopf. Sei es ein weltweiter Atomschlag, oder auch eine Naturkatastrophe. 

Ein interessantes Buch, das vom extremen menschlichem  Überlebenswillen berichtet, von Mut, Tapferkeit und auch Liebe. Von der Gefahr einer Verrohung durch das Machtstreben einzelner Gruppen, das Durchsetzen von den Grundstrukturen einer Diktatur.

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für ein grossartiges, aber auch schockierendes Buch, welches uns das Fürchten nahe bringt. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die schnelle Zusendung des Rezensionsexemplares!



Montag, 20. August 2018

*Sommersturm über Cornwall* von Louisa Leaman, erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung*

Info zur Autorin und Buch, erschienen am 21.5.2018

Rezension

Inhalt/ Klappentext:
Nina Munroe ist eine Karrierefrau mit einem attraktiven Verlobten und einer exakt geplanten Zukunft. Bis der Tod ihres Vaters alles verändert: Bei der Testamentseröffnung erfährt Nina, dass ihre Eltern ein Strandhaus an der Küste von Cornwall besaßen, das sie nun erbt: Snare Cove. Als sie das Cottage besucht, entdeckt Nina, dass das Haus den Schlüssel zu einem Geheimnis birgt, das mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun hat. Unterstützt von dem Lebenskünstler Danny kommt sie allmählich ihrer Familiengeschichte auf die Spur. Nina ahnt allerdings nicht, welche Geister der Vergangenheit sie mit ihren Nachforschungen geweckt hat ...

Meine Meinung: Dieses Buch lebt hauptsächlich von der schönen Atmosphäre an den windigen und wilden Stränden von Cornwall!
Schmuggleratmosphäre, Piratentum, alte Legenden, die voller Mystik und Geheimnissen stecken, geben dieser Geschichte die nötige Spannung und fesseln den Leser unterhaltsam mit sehr attraktiven und bunten Bildern von Meer und Küste. 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, geübte Leser fliegen schnell durch das Buch und man kann gut aus der Realität abtauchen ins schöne Cornwall. 

Denn die Hauptprotagonisten fallen ein wenig durch unglaubhaftes und sprunghaftes Verhalten auf. Vor allem die junge Nina macht laufend überraschende Kehrtwendungen in ihrem Handeln während ihrer Suche nach den unheimlichen  Geheimnissen und Geschichten, die das alte und baufällige Strandhaus umgeben. Der Leser fängt an zu staunen über soviel Naivität und teenagermässiges Verhalten einer jungen Frau von sechsunddreissig  Jahren. Ja, sie hat es schwer, nie den Verlust der verstorbenen  Mutter verwunden, das männliche Familienoberhaupt brillierte in seiner Vaterrolle nicht, sondern war ein verantwortungsloser Geselle mit einem Hang zur Gewalt. Immer wieder tauchen vor ihrem inneren Auge Bildsequenzen aus ihrer Kindheit auf, die ihr fremd  und unheimlich erscheinen, sogar Angstzustände auslösen.  Aber wie die Autorin wohl vom richtigen Leben gut abgeschaut hat, so läuft es auch im Buch. Nina wählt in ihrer hilflosen Unsicherheit einen Verlobten, der ihrem Vater ein wenig ähnelt. Der ehrgeizige Karrieremann Jake hat alles unter Kontrolle, den Job, seine Finanzen als auch die naive Nina.
Aber nun taucht Danny auf, ein ganz anderer Typ Mann, der Nina mit seinem forschen und spontanem Verhalten als armer Künstler und seefahrender Küstenfischer auf ganz andere Gedanken und Empfindungen bringt,,,

Dieses nette Taschenbuch hat mich gut unterhalten und mir einige unbeschwerte Lesestunden geschenkt, wobei ich mit Nina's pubertärer Charakterbeschreibung und ihren Stimmungsschwankungen doch einige Probleme hatte. 
Meine Bewertung: DREI *** gute Sterne für diese unterhaltsame Liebes- und Küstengeschichte.  

Ein Dankeschön geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar mit dem hübschen Cottage-Cover! 





Freitag, 17. August 2018

*Freitagsfüller*


Freitagsfüller
Eine Mitmachaktion der lieben Barbara!   DANKE!

1.   Eigentlich müsste ich  ich jetzt gleich einen Apfelkuchen backen! Müsste ? Nein, ich MÖCHTE!

2.    Beim Fliegen strecke ich gern die Beine aus und deswegen sitze ich gern in der Mitte.

3.   Unter dem Tisch sitzt doch immer mein kleiner Lesebegleiter, direkt zu meinen Füssen!

4.    Lebensmittel-Produkte  mit verschiedenen Namen und Label schmecken oft gleich oder  mindestens  genau so gut.

5.   Solange noch Sommer ist,  geniesse ich schöne Lesestunden auf meiner Terrasse.

6.   Apfelkuchen ist übrigens einer meiner Lieblingskuchen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf morgen , morgen habe ich geplant, etwas im Garten zu werkeln  und Sonntag möchte ich mir den Tag nicht von irgendwelchen Verpflichtungen  verplanen lassen!


Danke für die schönen Bilder lieber R.  !



Donnerstag, 16. August 2018

*Das brennende Mädchen* von Claire Messud, erschienen bei HOFFMANN UND CAMPE

*Werbung*


Rezension

INHALT und KLAPPENTEXT:
Die besonnene Julia und die draufgängerische Cassie wachsen zusammen in einer Kleinstadt in Massachusetts auf und sind unzertrennlich. Doch eines Sommers zerbricht ihre Freundschaft schleichend, aber für immer. Was ist passiert? Claire Messud erzählt davon, warum der Verlust der ersten großen Freundschaft uns so sehr prägt, und stellt zugleich die großen Fragen: Wie gut können wir einander jemals kennen? Wie wahr sind die Geschichten, mit denen wir uns unser Leben und unsere Beziehungen zu erklären versuchen?

MEINE MEINUNG: Gebannt habe ich den Verlauf des Romanes und die Entwicklung der Freundschaft von Julia und Cassie verfolgt. Beide Kinder, sie sind zu Beginn des Buches zwölf Jahre alt, wachsen unzertrennlich und liebevoll zueinander, fast wie Zwillinge, auf. Sie erkunden zusammen geheimnisvolle Welten wie verfallene Häuser, alte Steinbrüche, bauen sich eine eigene Fantasiewelt dort auf und schirmen ihre Welt gegenüber den Erwachsenen ab. Sie sind beste Freundinnen der Welt und glauben es für immer zu bleiben. Und doch zeigen sich dem Leser zu Beginn schon immer wieder kleine Zweifel an dieser Aussage, die Claire Messud geschickt und unterschwellig vermittelt. Man hofft von Herzen, dass es anders ausgehen möge, weiss aber ahnungsvoll um die Aussichtslosigkeit dieses Wunsches.  Die Freundinnen spüren auch diese bestimmte leise Angst, die immer stärker wird und sich in den Vordergrund  ihrer Gedanken drängt. Es ist die Angst vor dem Erwachsenwerden, das Aufkeimen von Zweifeln an der Freundin und ihrer Zuneigung, die immer näher kommende, unbekannte und bedrohlich erscheinende Erwachsenenwelt. Die Zukunft scheint nebulös und drohend vor ihnen zu liegen. Sie verstehen plötzlich die Welt, sich selber und die Freundin nicht mehr!  

Die Autorin lässt Julia diese Geschichte im Rückblick aus ihrer  Perspektive erzählen.  Beide Mädchen stammen aus Elternhäusern, die recht unterschiedlich sind. Cassie wächst vaterlos  mit einer Mutter auf , die das kleine Mädchen zwar über alles liebt, aber recht verloren, einfach und rätselhaft in ihrer Charakter-Beschreibung durch die Autorin wirkt.  Julia dagegen bekommt alles! Zuwendung, Liebe und Bildung aus ihrem Elternhaus.  Sie entwickelt sich weiter, entdeckt das Theaterspiel für sich und der Kontakt zu Cassie's Welt, der plötzlich nur noch  aus Musik, Party und ersten Jungenbekanntschaften besteht, wird immer schwächer. 
Und  doch halten beide Mädchen krampfhaft am Mythos der grossen Freundschaft fest, obwohl sie das Auseinanderdriften deutlich spüren.  
Diese Entwicklung versucht die Autorin mit ihrem sanften und einfühlendem Schreibstil dem Leser nahe zu bringen. Es gelingt ihr  fast perfekt, durch Andeutungen, Gedankensplittern, aber eben nur aus  Julies Sicht der Dinge als fast erwachsene junge Frau. Der Leser beobachtet Cassie aus der Ferne, zieht daraus  Schlüsse für sich, aber immer nur fundierend aus Julies Gedankenwelt.  Auch der Titel passt in meinen Augen gut zum Roman, er erschreckt zwar beim ersten Wahrnehmen, aber er trifft zu. 
Eine brennende , klaffende innere Wunde trennt die ehemaligen Freundinnen auf immer und jeder von uns hat vielleicht schon einmal den Schmerz einer verlorenen Freundschaft empfunden und kann diese Aussage nachfühlen. 
Genau das vermittelt Claire Messud einfühlsam, machmal zwar etwas langatmig im Schreibstil und fast unlustig in traurigen Szenarien. 
Das ist kein vergnügtes und amüsantes Buch, eher etwas nachdenklich machend, aber absolut lesenswert. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen grossartigen Roman über den Verlust der Kindheit mit einer absoluten Liebe zum Mitmenschen, mit teilweise fesselnden  Einblicken in das Abhandenkommen dieser Fähigkeit. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 




Mittwoch, 15. August 2018

*Irische Sehnsucht* von Maeve Binchy, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung*


Rezension:

Inhalt/Klappentext:

Erzählungen von der Grünen Insel

21 warmherzige Erzählungen aus dem Nachlass der beliebten irischen Bestseller-Autorin. Mit ihren berührenden und gefühlvollen Kurzgeschichten lässt Maeve Binchy die Leserinnen am Leben und Alltag verschiedener Frauen in Irland teilhaben. Sie zeigt ihre unterschiedlichen Charaktere, ihre Wünsche, Ängste und Hoffnungen. Beziehungen gehen in die Brüche oder werden auf die Probe gestellt, neue Lieben und Freundschaften entstehen. Die Frauen kämpfen für ihre Träume und müssen sich ihren Ängsten stellen, um glücklich zu werden. Es sind Liebesgeschichten, Beziehungsgeschichten, Kurzgeschichten aus Irland – über Liebe, Freundschaft und etwas, das wohl jeder von uns kennt: Sehnsucht. 

Meine Meinung: Sehnsucht nach Irland hat das wunderbare Cover des gebundenen Buches sofort bei mir entfacht. Damit meine ich nun nicht nur die menschliche Sehnsucht nach Liebe, Freundschaft und Harmonie , sondern ich hatte gehofft von dieser Autorin auch etwas mehr  über ihr Heimatland und speziell die irische Mentalität der Bevölkerung zu erfahren. Leider haben diese Geschichten meine Sehnsucht nach irischem Feeling  nicht wirklich mildern können. Aber ich habe mit dieser leichten Lektüre einige unbeschwerte Lesestunden genossen, die mir gute Laune bereitet haben. Ab und an  haben mich die  Geschichten auch zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil, der 2012 verstorbenen Autorin Maeve Binchy ist leicht, beschwingt und sehr flüssig zu lesen. Diese Kurzgeschichten stammen aus ihrem Nachlass und sind typische Frauenlektüren, die von sehr viel Menschenkenntnis der berühmten Autorin zeugen. Sie hat  auch Theaterstücke und Kolumnen für die Irish Times  verfasst hat und ist eine echte Bestseller Autorin. 
Lasst Euch mitnehmen auf eine vergnügliche Reise zu Beziehungsgeflechten , Liebesgeschichten und schnuppert ein wenig frische Luft von der grünen Insel Irland. 

Meine Bewertung: DREI *** STERNE für die guten und feinen Geschichten der Bestseller-Autorin!

Lieben Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

Freitag, 10. August 2018

*Freitagsfüller*

Freitagsfüller
Schon wieder Freitag? Man glaubt es kaum.  Willkommen beim wöchentlichen Freitags-Füller Lückentext!
1. Jetzt kann man sich wieder anderen, wichtigeren Dingen widmen, als über die Hitze zu stöhnen und/oder sich im Haus zu verstecken!
2.  Mit manchen Menschen ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, einen mündlichen Austausch zu führen, ohne innere Widerworte zu formulieren und sie dem anderen nicht noch unhöflich an den Kopf zu werfen.
3. Es macht Spaß sich nun draussen  im Garten aufzuhalten und die frisch gewaschene Atmosphäre zu geniessen. 
4.  Lesen wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte. HAHA, ein Highlight?? Was soll das sein?  Kann ich denn in die Zukunft schauen?
5. Ich frage mich, was viele  kleine inhabergeführte Buchhandlungen dazu treibt, den Kopf in den Sand zu stecken und das INTERNET zu ignorieren. Das kann ich ich nur als ahnungslos dumm bewerten....
6. Einen grossen Teil meiner Lebenszeit der Familie und den Kindern zu widmen, das war es  wert.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen frischen Gartenabend, morgen habe ich geplant, entspannt auf dem Markt zu bummeln und Sonntag möchte ich die Sonntagsruhe geniessen!
Diesen Lückentext hat uns die liebe Barbara vom Blog scrapimpulse zur Verfügung gestellt. 

DANKESCHÖN !



Dienstag, 7. August 2018

*Die Unvollkommenheit der Liebe* von Elizabeth Strout, erschienen bei btb





Rezension

INHALT: Die Schriftstellerin Lucy Barton liegt nach einem Routineeingriff und einer nachfolgenden unklaren Infektion wochenlang in New York in einer Klinik. Ihre Mutter, die sie Jahre nicht gesehen oder gesprochen hat, besucht sie und bleibt Tag und Nacht an ihrem Bett sitzen und begleitet sie. Eine ganze Woche,,,,

Meine Meinung:
Die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout hat den vorliegenden Roman im Jahr 2016 unter dem Titel "My name is Lucy Barton" veröffentlicht.
Schüchtern und  sehr sensibel gewährt die Autorin dem Leser Einblick in die Seelenlage der Schrifststellerin Lucy Barton, die eine kritische Phase ihres Lebens, hervorgerufen durch eine mysteriöse Infektion, durchsteht. Durch die plötzliche Anwesenheit ihrer Mutter am Krankenbett, angereist aus Illinois , begeben sich beide Frauen auf eine gemeinsame Reise in die gemeinsame Vergangenheit der Familie. Lucy reflektiert plötzlich vergessene Erinnerungen aus ihrer ärmlichen Kindheit in einer Familie, in der Weinen und/oder Beschwerden streng von den Eltern untersagt wurden. Lucy's Geschwister, aber auch ihre Eltern, sahen in ihr immer eine Aussenseiterin, die anders war und ihren eigenen speziellen Weg ging. Der Zusammenhalt und die Gemeinsamkeiten der Kinder beschränkten sich auf das Durchwühlen von Lebensmittelmülleimern der Supermärkte oder gehobener Restaurants. Die Familie war unglaublich arm. Ihre Wohnung bestand aus einer Garage und Lucy litt und schämte sich dafür im reichen Amerika. All diese Gefühle aus dem Familienleben  waren nie ein Thema zwischen Mutter und Tochter, auch jetzt bleibt so vieles unausgesprochen, aber zwischen den Zeilen vermittelt die Autorin dem Leser diese ungesagten Worte über Schuld, Verbitterung, Verletzungen und unausgesprochener Liebe zu einander, eben ein unvollkommener Austausch von Liebe, Ablehnung,Vorwürfen und letztendlich auch vom Verzeihen.
Der Schreibstil besteht aus kurzen , einprägenden Sätzen, die von der Autorin oft eindringlich in noch kürzerer Satzform wiederholt werden. Ich konnte mich ruhig und gelassen darauf einlassen. Meine eigenen Vorstellungen über diese intimen Gespräche zwischen Mutter und Tochter bekamen dadurch genügend Raum.  
Viele Menschen hat Lucy mir in das Herz gelegt, wie den gütigen jüdischen Arzt des Krankenhauses, der sie täglich besucht, aber für die gesamte Zeit in der Klinik nur fünf Besuche berechnet. Oder ihren Nachbarn, mit dem sie ein stillschweigendes  seelisches Verstehen verbindet. 
Im Buch steht  die Persönlichkeit und das Empfinden  der *Lucy Barton* im Vordergrund , IHRE Geschichte, nicht die Beziehung ihrer gescheiterten Ehe mit William, oder das liebevolle Verhältnis zu ihren beiden Mädchen und dem Sohn Jeremy. Das war klar und faszinierend  zu erlesen. Die Geschichte wirkt nicht überfrachtet mit Hinweisen  auf zu viele andere Komponenten ihres Lebens. 
Das kommt auch sehr gut durch diesen Satz zum Ausdruck:

"Diese Geschichte hier, das ist meine, Meine. Und ich bin Lucy Barton."

Ob dieser Roman autobiografische Hintergründe enthält, ist mir nicht klar. 
Nach meinem Gefühl könnte es vielleicht so sein!

Meine Bewertung: FÜNF STERNE ***** für diesen grossartigen Einblick in die Seele und die Gefühle einer ganz besonderen  Frau und Schriftstellerin.

Danke an die Autorin für diesen Roman und an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!


Montag, 6. August 2018

*Die Mittsommerlüge*, von Katrine Nørregaard , erschienen im Diana-Verlag

*Werbung*


Inhalt /Klappentext:Zwanzig Jahre war Kristian spurlos verschwunden. Seine Tochter Louise verzeiht ihm nie, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hat. Und auch ihre Mutter versteht Louise nicht. Wieso hat sie ihr Schicksal klaglos ertragen? Doch als Kristians stirbt, können Mutter und Tochter nicht mehr schweigen. Denn er hinterlässt ihnen nicht nur viele Fragen, sondern auch ein idyllisches Sommerhaus am Limfjord – von dem niemand etwas wusste. Zusammen mit Louises Tochter Ida verbringen die Frauen eine Woche in dem Haus. Was hat Kristian dort so viele Jahre getan? Welches Geheimnis hütete er?



Meine Meinung:

Ich habe nun die dreihundertsechsundsechzig Seiten dieses Buches bewältigt und bin ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. In den ersten hundert Seiten geschieht nicht viel. Ich habe ernsthaft ans Abbrechen gedacht, aber dann ballen sich die Ereignisse und der Leser wird fast überrolt davon.  
Die Geschichte dieser Patchwork-Familie war eher ein Psychogramm und die versuchte Darstellung der Seelenlage jedes einzelnen Familienmitgliedes. Drei Frauen, Grossmutter, Mutter und Enkelin erzählen und beschreiben die Situationen aus ihrer jeweiligen  gegenwärtigen Perspektive und streifen auch ansatzweise immer wieder die Geschehnisse der Vergangenheit in ihren Erinnerungen. Idyllisch und harmonisch sind diese Schilderungen sicher nicht. Sie triefen von unterschwelligem Hass der Protagonistinnen, Unmut, Schuld und unausgesprochenen Verletzungen gegeneinander. Eine normale, oder gar heile Welt und ein vernünftiges Miteinander ist das in meinen Augen nicht.  Wahrscheinlich eher vielen realen, traurigen Familiengeschichten treffend abgeschaut und/oder aus dem Erfahrungsschatz der noch recht jungen und begabten Autorin geschöpft. Ihr  Schreibstil ist keineswegs langweilig oder anstrengend. Sie schreibt flüssig und man kann angenehm durch die Geschichte fliegen, wenn man diese  vielen negativen Verletzungen der drei Generationen gegeneinander  gut verarbeiten kann und nicht an sich heranlässt. Sehr viel Melancholie und Düsternis mutet sie dem Leser zu.

Als unpassend empfand ich den Titel des Romans. Er versucht eine heile nordische Welt in einem Ferienhaus am Fjord vorzugaukeln. Dem ist NICHT so. Diese Gehässigkeiten und Konflikte unter den Frauen sind nicht angenehm zu verarbeiten für den Leser und haben mir oft das Interesse am Buch und die Lesefreude verdorben. 

Merkwürdig abweichend, viel zu harmonisch  war auch der Schluss dieser Familiengeschichte, der so gar nicht zu den vorherigen kleinen familiären Katastrophen gepasst hat. Ich möchte nicht Spoilern, aber Luise ist und war eine Betrogene und Hintergangene dieser Familie und hat mir am Ende richtig leid getan.
Auch die lasche Handhabung und tolerante Einstellung der Familie zum Thema sexuelle Beziehungen innerhalb einer Familie hat mir nicht gefallen.  

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes, aber sehr konfliktreiches Buch.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

Freitag, 3. August 2018

*Freitagsfüller*

Freitags-Füller

Heute ist wieder der Freitagsfüller von Barbara hier zu erlesen. Auch bei diesen Temperaturen ist sie unermüdlich beim Posten!Danke!

1. Nach welchen Kriterien die Kunden in der Buchhandlung ihre Buchauswahl treffen, wird mir immer ein Rätsel mit sieben Siegeln bleiben.
2. Die Klimaveränderung zeichnet sich immer deutlicher ab und ich habe es schon sehr lange befürchtet.
3.  In meinem Bett, an meinem  Bett und um mein Bett ringsherum stapeln sich meine Lieblings-Bücher . Ob das  wohl stimmt??
4.  Die neuen Verlagsvorschauen zu durchforsten hat sich wieder mal richtig gelohnt.
5.  Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren tritt leider zu oft das Negative in den Vordergrund, was auch immer gemeint ist ;-) !
6.   In einem Restaurant zu sitzen , macht zur Zeit nur Sinn an einem kühlen Plätzchen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen lauen Tropenabend, wie so oft in letzter Zeit , morgen habe ich geplant, nichts besonderes zu machen und Sonntag möchte ich ebenso nix machen.



Dienstag, 31. Juli 2018

*Die Schönheit der Nacht* von Nina George, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung*


Rezension

INHALT/ KLAPPENTEXT:

Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren. 

Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.




MEINE MEINUNG: 

Zitat Seite 195 : " Sie hatte es nie geschafft, sich aus ihrem eigenen Zimmer im Kopf so weit hinauszuwagen, um das, was hinter den verschlossenen Türen ihres Selbst geschah, einer anderen mitzuteilen."

Ein Buch, welches mich sehr gefesselt hat durch seinen wunderschönen Sprachstil und die treffende Aussagekraft der Autorin. Sie beschreibt das Innere Zueinanderfinden von zwei Frauen so faszinierend, dass ich bewusst langsam gelesen habe, um jeden Satz gebührend geniessen zu können. Ihre Beschreibungen des bretonischen Himmels und des Meeres in allen Schattierungen der Farben Blau, Grau, Weiss, Grün  lässt schillernde Bilder im Kopf entstehen, in denen sich die flirrende Hitze des Sommers und die sich entwickelnden Zuneigung der beiden Frauen zueinander geduldig, wie eine leichte  weisse Wolke, ausbreitet. Die Stimmung im Buch der lauwarmen Nächte am Meer, kann ich hier gar nicht gebührend beschreiben. Das muss man einfach selber erlesen.
Sommerhaus- und Ferienatmosphäre pur, gewürzt mit französischem Flair und vielen Ausdrücken aus dieser Sprache.

 Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich. Claire, eine gestandene Wissenschaftlerin in der Mitte ihres Leben, verheiratet mit dem Musik-Komponisten Gilles und Mutter des erwachsenen Nicola.
Julie, Nicola's Freundin, eine neunzehnjährige vor Lebenslust sprühende junge Frau, die am liebsten Sängerin werden möchte, es sich selber aber noch nicht zutraut. Von inneren Zweifeln geplagt, lässt sie sich auf den Urlaub am Meer mit Niklas und  seinen Eltern ein. 
Sie erlebt dort nicht nur das für sie neue Schwimmen im Meer,  sanft behütet von Claire, sondern auch das Schwimmen auf den Wogen ihres kommenden Lebens. 
Beide Frauen verlassen in diesem Sommer das einengende, konventionelle  Zimmer in ihrem Kopf und begeben sich auf eine Reise zu sich selber. 
Dass es dadurch Verletzungen der Menschen ihrer Lebenskreise gibt, ist bitter, aber unabänderlich. 
So kann das Leben in Beziehungen sein, mit all seinen möglichen Nuancen von Liebe, Glücksempfinden bis hin zu tiefer Trauer.

Auch die Halbgeschwister von Claire und alle anderen Protagonisten , wie Ehemann Gilles und Sohn Nicolas sind von der Autorin mit unterschiedlichen,  sehr beeindruckenden und ansprechenden Charakteren ausgestattet worden. 

Dieses Buch hat mich verzaubert, spielerisch an die bretonische Atlantik-Küste katapultiert und wahnsinnig beeindruckt. 

Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für diese sehr schöne und grossartige Geschichte.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Leseexemplar! 



Montag, 30. Juli 2018

Alle Herzensbücher findet ihr in Zukunft auf Wordpress!

findet Ihr auf meinem kleinen neuen Ableger Blog bei Word Press. Bitte klicken, es tut nicht weh und Euch passiert dort nichts Unangenehmes!


Samstag, 28. Juli 2018

*Señor Gonzalez und der Garten des Lebens* von Claus Mikosch, erschienen im Gütersloher Verlagshaus

*Werbung*


Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT:

»Wir stürzen, damit wir lernen aufzustehen.« (Claus Mikosch)

Niklas, Anfang 30, gerade arbeitslos geworden und irgendwie entwurzelt, beschließt eine Auszeit in Andalusien. Dort begegnet er Señor Gonzalez, einem alten Gärtner, der seit Jahrzehnten Gemüse auf natürliche Weise anbaut, »immer mit der Natur als Freund und Gehilfe«. Zuerst besucht Niklas den alten Mann hin und wieder, dann hilft er ihm täglich einige Stunden bei der Gartenarbeit. Dabei lernt Niklas nicht nur etwas über den Anbau von Lauch und Tomaten, sondern vor allem etwas über Gelassenheit, Achtsam- und Genügsamkeit. Señor Gonzalez, sein Wissen und seine Weisheit öffnen Niklas die Augen und helfen ihm, sein Leben neu auszurichten.


MEINE MEINUNG: Ganz sicher ist meine Meinung zu diesem kleinen , netten Büchlein nicht sehr relevant. Aber eines muss ich nun für mich  im Nachhinein  zu diesem Buch feststellen: Es hat mir einfach nicht gefallen. Und zwar ist es nicht die wirklich wichtige  und interessante Thematik , sondern der fast kindlich und naiv  zu nennende Schreibstil des Autoren. ER konnte mich nicht fesseln. Der Hauptprotagonist Niklas hat mit seiner Charakterdarstellung eher Ähnlichkeit mit einem Jugendlichen und entspricht nicht meinem Bild von einem gerade arbeitslos gewordenen Erwachsenen von dreissig Jahren, der seinen Job bei einer Bank verloren hat. Sicher, dieser Roman soll eine Metapher im Kopf erzeugen - bei mir hat sich nur Langeweile eingestellt und die innere Antwort  von mir beim Lesen : " Ja , ja, ich weiss das schon lange"
Alles was Niklas an Lebensweisheiten von dem kleinen sympathischen andalusischem Gärtner lernt und erfährt, war mir nicht neu und unbekannt. 
Gelassenheit im Leben zu erringen ist wahrlich eine Kunst und mit Gelassenheit habe ich diesen Ausführungen vom kleinen Gärtner zustimmen können. Bescheidenheit und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen sollten inzwischen eine Selbstverständlichkeit für jeden intelligenten Menschen sein.  Unsere Erde steht vor dem Kollaps , zu viel Konsum, zuviel Egoismus des Einzelnen, zuviel Machstreben der Mächtigen dieses Planeten.
Bescheidenheit, als ein wichtiges Charaktermerkmal eines  normalen Menschen - ein unmodern gewordenes Lebensgefühl, wird vom kleinen Gärtner sehr gut vermittelt.
Ob das etwas mit Weisheit zu tun hat kann ich nicht beurteilen. 
Ich kann nur hoffen, dass ganz junge Menschen von dieser Geschichte erreicht und berührt werden, denn das Thema ist einfach brisant.

Meine Bewertung: ** Zwei Sterne für diese kleine nette Geschichte.

Danke für die Bereitstellung des hübschen , gebundenen Rezensionsexemplar.

Freitag, 27. Juli 2018

*Freitagsfüller*

Freitagsfüller
Schon wieder Freitag? Unglaublich. Willkommen beim wöchentlichen Freitags-Füller Lückentext!
 Danke Barbara!

1.  Wie kann ich heute gut durch den Tag kommen um diese Tropenhitze zu überstehen? Ich bleib im Haus, lese viel, trinke viel ( natürlich Wasser mit Zitrone , Minze und Schwarz-Tee ) und mache nur das Allernötigste an Haus- und Gartenarbeit. 


2.  Von Herzen leid tun mir meine Blumen, die Bäume und die ganze Tierwelt. Denkt ihr an eine gefüllte Vogeltränke?


3.  Meine Haare sitzen überhaupt nicht. Hilfe,ich brauch dieses Mittel aus der Werbung für jedes Wetter ;-) 


4. Eine gute Planung,  ein wenig gesunder Menschenverstand und es klappt fast jede Unternehmung.


5.  Meine liebsten Früchte sind jetzt Blaubeeren und Brombeeren, die wild in meinem Garten wuchern.


6.  Wenn ich mir die Meinung einiger unsympathischer Menschen anhöre kommt mir oft der Gedanke was war das?


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine laue Tropennacht, morgen habe ich geplant, Chillen bitte und Sonntag möchte ich das Gleiche machen !



Dienstag, 24. Juli 2018

*Das Meer so nah* von Fiona Blum, erschienen im Goldmann Verlag

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Rezension

Inhalt: Lucy Skye Harper aus Manchester wurde von ihrem Job als Mathematiklehrerin für einige Zeit suspendiert.  Die Mutter der 18jährigen Chloé hat die Nerven verloren und einen Schuh nach einem Schüler geschmissen. Bisher lief ihr Leben in geraden Bahnen, doch es sollte noch schlimmer kommen für sie. Ein Anruf aus Irland geht ein. Ihr Vater möchte sie vor seinem Ende noch einmal sehen. Lucy ist geschockt von dieser neuen Nachricht. Ihre Eltern geben ihr auch keine Auskunft über ihren neuen Familienstatus als Tochter eines Iren und glauben an eine Verwechslung oder Versehen.  Kurzerhand macht sie sich auf den Weg und fliegt nach Irland um diese Geschichte aufzudecken,,,,


Meine Meinung:

Ich habe an einem wunderbaren Roadtrip durch Irland teilgenommen. Ein wahnsinniges Erlebnis für mich.  Da ich die Insel real sehr gut kenne, war ich gespannt was mir Fiona Blum da zeigt. Und siehe da , es war ausserordentlich grossartig und ein faszinierendes  Leseerlebis. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu erlesen, ihre sehr guten  Recherchekentnisse haben meine eigenen Erfahrungen als Reisende in diesem Land bestätigt. Für Irlandliebhaber ist diese Lektüre ein *Muss* zum Einstimmen auf die Atmosphäre im Land , das Klima, die freundlichen Iren , die grandiosen Landschaften. Sympathische Menschen lernt Hauptprotagonistin Lucy kennen. Es sind meist alles Freunde ihres Vaters George Miller. Aber ist er tatsächlich ihr Vater? Und diese Freunde , sind es nicht komische Freaks? Am Anfang scheint es so, aber die Autorin führt den Leser sanft in die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Freunde um George Miller ein.  Und Lucy lernt endlich einmal vom geraden Weg ihres Lebens abzuweichen und macht erstaunliche Erfahrungen mit anderen Menschen, aber vor allem für sich selber,,,,,

Das gebundene Buch, versehen mit einem hellgrünen ( grün ist die Farbe Irlands und meiner Blogseite) Einband und einer kleinen Karte des Landes  zur Orientierung plus einem Glossar der mitspielenden Freunde hat mich sehr erfreut und ich habe die Lesezeit genossen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für das schöne Rezensionsexemplar!

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diese unterhaltende und wundervolle Reise in mein Sehnsuchtsland. 




Sonntag, 22. Juli 2018

*Der Mut zur Freiheit* von Katja Maybach, erschienen im Knaur TB Verlag

Taschenbuch, Knaur TB
02.05.2018, 304 S.

ISBN: 978-3-426-52008-6                         *Werbung*


Rezension

INHALT/Klappentext:
Dramatisch, fesselnd, voller Gefühl und Geheimnis: In ihrem Spanien-Roman „Der Mut zur Freiheit“ erzählt die erfolgreiche Autorin Katja Maybach die Geschichte von drei selbstbewussten Frauen. 

Margarita, ihre Tochter Valentina und deren Tochter Olivia, sie leben, wie sie lieben: leidenschaftlich und frei. Im Madrid der späten 1940er Jahre teilen sich die drei Frauen nicht nur ein Haus, sondern auch ein Schicksal: Die Liebe wird ihnen zum Verhängnis. 
So wurde die schwangere Margarita von ihrer streng katholischen Familie verstoßen und musste Valentina allein groß ziehen. Valentinas große Liebe, Olivias Vater, ist ein verheirateter Mann. Und die 24-jährige Olivia, eine engagierte Tierschützerin, hat ihr Herz an einen Stierkämpfer verloren, einen Mann, den sie eigentlich nicht lieben kann …






Meine Meinung:


Dieses Buch hat mich über den heutigen Tag begleitet und ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Die Autorin schildert fesselnd eine vergangene Zeit der Geschichte und zwar die Franco Diktatur Ende der 1940 er Jahre.  Sie hat diese komplizierte und gefährliche Zeit geschickt und faszinierend mit dem Schicksal drei starker Frauen verknüpft. Ihr Schreibstil  ist unkompliziert , flüssig und angenehm zu lesen. Ich konnte durch das Buch fliegen und alles wunderbar aufsaugen und miterleben. 


Diese  Zeit der Diktatur  in der realen Geschichte ist ja längst vergangen - aber nicht vergessen! Beklemmende Schilderungen von heimlicher Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, die nicht regimetreu erschien, waren an der Tagesordnung und die Menschen haben sich eingerichtet damit. Diese Atmosphäre hat die Autorin sehr dicht und eindringlich geschildert. Alleinstehende und/oder alleinerziehende Frauen mit einem eigenen Willen und selbstbestimmten Leben waren zu der Zeit unbeliebt, selten und wurden von der Gesellschaft verachtet. Dagegen haben sich diese drei Frauen gestemmt und es fast geschafft, sich einen festen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Aber die Liebe hat sie immer wieder in neue Bahnen und tragische Abenteuer geworfen. Das war aufregend, anregend und sehr fein mitzuerleben durch die bunten Schilderungen der Autorin. Es geht um  leidenschaftlichen Flamencotanz, lebensgefährliche Stierkämpfe und um das Stadt - und Nachtleben in der funkelnden Metropole Madrid.


Margarita , Anfang des 19. Jahrhundert geboren beginnt in  diesem Frauenreigen, gefolgt von Tochter  Valentina  und deren Tochter Olivia.
Zitat  Seite 55 : " Bartolomé aber kam wieder auf Margarita zu sprechen: " Sie und ihre Tochter haben bewiesen, dass sie tief lieben können, ohne sich irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen. Den Mut zur Freiheit zu besitzen und sie offen leben. Das ist sehr bewundernswert." 


 Einige kleine Zweifel und Kritikpunkte möchte ich noch anfügen.  Die Denkweise und Einstellungen  dieser drei Frauen erschienen mir fast zu modern, sie würden viel eher in die heutige Zeit passen und ich bin nicht sicher, ob das mit der damaligen Wirklichkeit tatsächlich in Zusammenhang zu bringen ist. Es war mir  auch nicht bewusst, dass es  damals schon Tierschutzorganisationen gab, aber ich vertraue gern der sorgfältigen Recherche der sympathischen Autorin. 


Meine Bewertung: VIER **** STERNE für dieses tolle Zeitzeugnis.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur TB Verlag für die Zusendung des Buches !


Samstag, 21. Juli 2018

*Die Charité* von Ulrike Schweikert, erschienen bei Rowohlt Polaris

*Werbung*

Seitenzahl: 496
rororo
ISBN: 978-3-499-27451-0
Erscheinugsdatum: 26.06.2018

Rezension

Inhalt/Klappentext:

Sternstunden der Medizin
Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt ...
Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.

Meine Meinung: Die Autorin hat dem Leser mit diesem grandiosen Buch ein wertvolles Stück Medizingeschichte, aufbereitet für den Laien, mit fiktionalen, warmherzigen und sehr sorgfältig ausgestatteten Charakteren geschenkt. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm  und flüssig lesen. Er hätte vielleicht in der Wortwahl und Ausdrucksweise der damaligen Zeit etwas mehr angepasst werden können, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt am Buch.  Die Autorin hat reale Persönlichkeiten , wie die des Dr. Dieffenbach gekonnt mit erzählerischer Bravour in diesen Roman eingebunden. Wir erfahren sehr viel über die damaligen Organisationsstrukturen einer Klinik und die mangelnde ärztliche Versorgung der Bevölkerung. Die sehr gute, historische Recherche der Autorin wird perfekt zum Leser transportiert und ist absolut glaubwürdig. 


Die Liebe, aufgezeigt zwischen Arzt und Fachpersonal spielt eine tragende Rolle in diesem ca. fünfhundert Seiten langem Roman und sorgt für viele Probleme.  
Elisabeth, eine junge Wärterin ( so wurden die Hilfskräfte in den Kliniken damals genannt) beginnt eine Ausbildung in der Charité und erobert durch ihre Freundlichkeit , Fleiss und Fachwissen die Anerkennung der Patienten, Ärzte und auch die Sympathie des Lesers. 
Auch Gräfin Ludovica und Dr. Dieffenbach  beeindrucken durch ihre heimliche Zuneigung füreinander ,  die auch von seiner Seite aus besteht, obwohl er glücklich verheiratet ist.  Die Hebamme Martha , die aus Menschlichkeit eine tragische Situation klärt, hat mich mit ihrer Verhaltensweise und Entscheidungen fast zu Tränen gerührt. 

Einen Kritikpunkt möchte ich allerdings anbringen. Die vielen detailreichen, blutigen und grässlichen  Beschreibungen von schwierigen Operationen hätten  für mich nicht so ausführlich und oft sein müssen. Man muss bedenken, es gab keine Narkosen, keine wirkliche Schmerzlinderung und Patienten wurden bei Bewusstsein mit roher Gewalt festgehalten und operiert.  Syphillis Patienten wurden kurzerhand mit Quecksilber behandelt , man kann sagen eher vergiftet. Tragische Schicksalsbeschreibungen werden dem Leser zugemutet. Aber die Wirklichkeit war damals so. Kliniken stanken nach Blut. Eiter und allen menschlichen Ausscheidungen.
Von gepeinigten Schmerzensschreien, die  von überall ans Ohr drangen, begleitet. Hygiene wurde  aus Unwissenheit , oft auch Faulheit nicht so ernst genommen und der Aufbau von Krankenpflegeschulen befand sich erst in seinem Anfang.
Ich musste beim Lesen oft an meinen Grossvater denken, der noch von den tragischen Cholerafällen durch  die Erzählungen seiner Grosseltern von  dieser Zeit wusste und das mit einem  makabren Lied oft vortrug: "Juppheidi, juppheida - Schnaps ist gut gegen die Cholera"!

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn  der Roman einen kleinen Grusel -  und Ekelfaktor enthält, der nicht jedermanns Sache ist. 

Meine Bewertung : VIER **** Sterne für diesen wertvollen und informativen Roman.

Danke an die Autorin und  den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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