Donnerstag, 2. April 2020

*Der Ring des Lombarden* von Petra Schier, erschienen im rororo Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Link zum Rowohlt Verlag

Die Lombarden-Reihe

Köln im Mittelalter – aufregend, abwechslungsreich und gefährlich. Ein extrem spannender und hervorragend recherchierter Roman über eine starke Frau und schmutzige Geldgeschäfte im 15. Jahrhundert.
Köln, 1423. Der Tod ihres Mannes, des Lombarden Nicolai Golatti, hat Aleydis de Bruinker zu einer sehr jungen und sehr reichen Witwe gemacht. Und zu einer Frau mit vielen Feinden: Konkurrenten, die sie als unfähig verleumden, die geerbte Wechselstube zu führen. Angeblich ehrenwerte Männer, die an die Mitgift ihrer Mündel wollen. Und eine unsichtbare Bedrohung aus der Schattenwelt, dem Netz aus Intrigen und Erpressung, das ihr Mann zu Lebzeiten gewoben hat. Als ein Brandanschlag auf Nicolais Mörderin die Stadt erschüttert, muss Aleydis etwas tun, das ihr überhaupt nicht behagt: Gewaltrichter Vinzenz van Cleve um Hilfe bitten, den Mann, der ohnehin schon zu viel Platz in ihren Gedanken einnimmt …
Nach «Das Gold des Lombarden» der zweite in sich abgeschlossene Roman über die Lombardenwitwe Aleydis de Bruinker.

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2005 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.


Meine Meinung: Dieser zweite Band der Lombarden Reihe, aus dem mittelalterlichen Köln schliesst nahtlos an den ersten Roman an, aber man findet auch als Neueinsteiger sofort Zugang zu den Zeilen aus der Feder der bekannten Schriftstellerin. Dieser historische Roman hat alles was sich ein Leser dieses Genre nur wünschen kann. Die Autorin hat die damalige Atmosphäre mit ihrem bildhaften und abwechslungsreichen Schreibstil, der sich gefällig leicht lesen und verstehen lässt, perfekt eingefangen. Von der Beschreibung prunkvoller Gewänder der oberen Gesellschaftsschichten bis zu schrecklicher Armut , sowie grauenvollen und brutalen Geschehnissen einer Stadt dieser Zeit , ist alles, ähnlich wie im ersten Band reichlich vorhanden. 


Die junge , hübsche Witwe Aleydis ist nun auf sich und ihr kluges Handeln allein angewiesen. Ihr verstorbener Gatte Nicolai fehlt ihr sehr im Alltag, doch die dunklen mafiösen Machenschaften, die ihr Mann zu seinen Lebzeiten gewoben hat, machen ihr den Einstieg in das Geschäftsleben einer Wechselstube sehr schwer und undurchsichtig. Alessandro, ein ihr bislang unbekannter Halbbruder ihres Ehemannes taucht auf und möchte der attraktiven Aleydis innerhalb der Familienbande in allen Belangen beistehen. Sie schwebt oft in fast für sie undurchschaubaren Gefahren und wird sogar öffentlich angefeindet und bedroht. Doch der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve hält schützend seine Hand über sie und eine leise Liebesgeschichte zwischen ihm und der jungen, reichen Witwe bahnt sich an. Ein altes Sprichwort bekommt Bedeutung beim Umgang miteinander und zwar * Was sich neckt, das liebt sich*.  Sympathisch kommen diese bunten Dialoge beim Leser*rin an und lockern den Text auf witzige und charmante Weise auf. Der ganze Roman wirkt sehr romantisch und positive Charaktereigenschaften von Aleydis bekommen immer mehr Gewicht von der Autorin. Sie hat, für das Mittelalter sehr ungewöhnlich, in Aleydis eine willensstarke und tatkräftige Frauenfigur entwickelt, die uns heute begeistert und sehr moderne Züge annimmt. Aleydis wehrt sich mit Händen und Füssen gegen eine neue Verheiratung durch die Verwandtschaft, was zur damaligen Zeit ungewöhnlich war. 

 

Nun bringt ein Brandanschlag auf das Beginenhaus sehr viel Unruhe in die Stadt und Vinzenz van Cleve beginnt mit seinen Nachforschungen über die Täter.  Auch ein *Ring*, im Titel erwähnt, spielt eine neue unheilvolle Rolle im Leben von Aleydis, deren Romanleben sicher von der Autorin weiter entwickelt wird. Dieser Roman bietet mit der Kulisse des 15. Jahrhundert angenehme Lesestunden, die sehr abwechslungsreich dahinfliegen.


Beide bisher erschienenen Bände dieser Reihe sind für mich mit einer Bewertung von VIER **** Sternen lesenswert.

Hier der Link zu meiner Rezension von Band 1 *Das Gold des Lombarden*!


Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Montag, 30. März 2020

*UNSERE GLÜCKLICHEN TAGE* von JULIA HOLBE, erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Link zur Verlagsseite

Inhalt / Klappentext: Lenica, Marie, Fanny und Elsa verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert sind sie, dass sie gar nicht merken, wie das Leben seine Weichen stellt. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem, was geschehen ist, seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltbare Geschichte ihren Lauf nahm...

Die Autorin Julia Holbe, Jahrgang 1969, ist Luxemburgerin. Sie lebt in Frankfurt am Main und in der Bretagne. Zwanzig Jahre arbeitete sie als Lektorin für internationale Literatur im S. Fischer Verlag. »Unsere glücklichen Tage« ist ihr erster Roman.


Meine Meinung: Endlich habe ich wieder einen neuen Liebesroman entdeckt, der anspruchsvoll, voller Sehnsucht nach der Liebe und nach einem guten und erfülltem Leben daherkommt. Die Professionalität der Autorin ist dem Werk sofort anzumerken. Schon nach den ersten Seiten habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt.  Die Autorin hat zwanzig Jahre als Lektorin in einem grossen deutschen Buchverlag gearbeitet und ihrem wunderbaren Debütroman kommt das sehr zugute. Ihr Schreibstil besticht durch klare Formulierungen und Aussagen, unverschachtelte Sätze, wunderbar nacherzählten Empfindungen und Emotionen, sowie durch ganz viel Lebensweisheit und Erfahrung in Bezug auf (Liebes)-Beziehungen.


Atmosphärisch dicht in einem alten Ferienhaus am Atlantik, einem grossen, verwildertem  Garten, immer mit einer  frischen, salzigen Meeres Brise  in der Luft, bezaubert und vermittelt der Roman sommerliche Ferienstimmung. Durch die Darstellung unbeschwerter junger Mädchenfreundschaften hat mich dieses Buch begeistert und in seinen Bann gezogen. Gleichzeitig vermitteln die Zeilen der Autorin aber auch oft Wehmut und Trauer, sowie Sehnsucht nach der vergangenen Jugendzeit, den verpassten Chancen des Lebens und der Liebe. Denn nur drei Freundinnen treffen sich nach zwei Jahrzehnten der Funkstille wieder im Ferienhaus am Meer. Eine Frau fehlt, die charismatische Lenica, geliebt und bewundert von allen, hauptsächlich aber von ihrem Seelenverwandten, dem irisch stämmigen Sean und besonders von Elsa. Elsa und Lenica waren in ihrer Jugend eng miteinander verbunden, unzertrennlich, haben sich oft Zimmer und Bett während der Zeit am Meer geteilt. Beim Radeln zum Felsen am Meer, beim Picknick mit kühlem Weisswein am Strand, im wilden Garten und bei tiefsinnigen Gesprächen und Fantasien über ihre persönliche Zukunft, tauschen sich die jungen Freundinnen herzlich und liebevoll untereinander aus. Wünsche und Vorstellungen an das Leben lagen damals verdeckt, geheimnisvoll verborgen, wie unter einem weissen Leintuch versteckt, vor ihnen.  


Sean spielt eine grosse Rolle im Leben jeder dieser vier jungen Frauen, für jede allerdings auf einer persönlich anderen Ebene. Diese Beziehungen und Verbindungen aus dem Blickwinkel von aussen als Leser*in zu verfolgen war ungemein interessant und in keinem Moment langweilig.

Mit der Charakterdarstellung von Elsa hatte ich allerdings ein kleines, emphatisches Problem. Ich empfand sie als besessen, überbordend in ihrem Gefühls - und Liebesleben, anstrengend  - und sie hat geklammert, strebte immer nach Kontrolle und Bestätigung durch ihre Liebespartner. Aber so ist das Leben und sie durchstand auch diesen schmerzhaften Lernprozess und versuchte sich zu mässigen. Das Alter und die verfliegende Lebens-Zeit schützen vor Torheit nicht - auch nicht in der Liebe. Das erfährt sie auf tragische Art und Weise. Das Thema Altern, Neubeginn einer Beziehung  in dieser Lebensphase nehmen einen grossen Raum in diesem wunderbaren Roman ein.  


Dieses Buch war eine absoluter Lesegenuss für mich und ich empfehle es gerne mit FÜNF ***** Sternen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!










 

 

Samstag, 28. März 2020

*Kryonium* Die Experimente der Erinnerung, erschienen im Kadmos Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsseite Kulturverlag Kadmos

Erschienen im OKTOBER 2019
324 SEITEN, 15 X 23 CM, GEBUNDEN
ISBN 978-3-86599-444-8

Inhalt /Klappentext: Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt.

Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden.

Matthias A. K. Zimmermann (Matthias Alexander Kristian Zimmermann) wurde 1981 in Basel (Schweiz) geboren. Er ist Schriftsteller, Maler und Medienkünstler. Sein Werk erfuhr eine breite Rezension und befindet sich in Sammlungen und Archiven diverser Museen und Institutionen. Er studierte musikalische Komposition, Kunst & Vermittlung, Game Design, Art Education und Pädagogik.


Meine Meinung: 

Das oben gezeigte Buch wurde mir freundlicherweise vom Berliner Kulturverlag Kadmos als Rezensionsexemplar angeboten und ich möchte mich sehr herzlich beim Autor und Verlag für dieses ausserordentliche und wahnsinnig spannende Leseerlebnis bedanken.

Unter dem Begriff  * technoides Märchen * konnte ich mir nicht viel vorstellen, aber sofort war meine Neugier geweckt. Ich hoffte auf eine spannende Fantasy Geschichte und bald hatte mich der Autor mit seinem eindringlichem, interessantem und anspruchsvollen Schreibstil in den Bann gezogen und ich war gefangen in diesem ungewöhnlichem Roman - ebenso wie der unbenannte Protagonist, der verzweifelt aus einer Märchenwelt voller Gnome, Fabelwesen mit gefährliche Drachen und Hexen fliehen möchte. Alle befinden sich zusammen in einem unheimlichen und gefährlichem Schloss inmitten einer wunderschönen Schneewelt . 


Der ICH_Erzähler und Protagonist hat vollständig seine Identität verloren, seine Erinnerungen an ein voriges Leben, sowie seine Orientierung was Raum und Zeit betreffen. Er besitzt allerdings ausserordentliche Mathematik - und Physik Kenntnisse, die mich an fordernde und anstrengende Schulstunden unangenehm erinnert haben. Es fällt mir sehr schwer dieses Leseerlebnis auf  die übliche Art und Weise zu beschreiben, da ich nicht zu viel Spoilern möchte und dem Leser dieser Kurz-Rezension damit nicht die Freude am Lesen und Buch verderben möchte. 

Ich hatte das Gefühl, dass der Ich-Erzähler an einer tiefsitzenden Paranoia litt. Rätselhafte Ereignisse, die mit nummerierten Schneekugeln zusammenhingen, bringen ihn an den Rand des Wahnsinns und an seine psychische sowie physische Belastungsgrenze. Mit dieser Vermutung lag ich sehr richtig, wie sich am Ende des Buches bei der verständlichen und guten Auflösung der Ereignisse für den Leser, herausstellen sollte. Diese Lektüre war für mich ein Lesehöhepunkt des Jahres, obwohl mein mathematisches Verständnis sehr gefordert wurde - mich letztlich am Lesegenuss aber nicht behindert hat. Vielleicht liegt ein noch besseres Erfassen der Thematik im nochmaligem Studium des Buches -  und der Mathematik. Wie schön, dass es immer wieder ungewöhnliche Leseüberraschungen gibt. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses sehr anspruchsvolle, ungewöhnlich spannende Buch. 

Dienstag, 24. März 2020

*Ich bin Circe* von Madeline Miller, erschienen in der Random House Group / Hörbuch

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext:

Circe, Tochter des Sonnengotts Helios, ist anders: Denn sie besitzt Zauberkräfte. Von ihrer Familie missachtet und von Zeus verbannt, führt sie ein zurückgezogenes Leben auf der Insel Aiaia unter wilden Tieren, die sie gezähmt hat. In der Abgeschiedenheit entwickelt sie ihre magischen Fährigkeiten weiter, bis sie sich wahrhaftig eine Hexe nennen kann. Doch sie bleibt nicht lange allein: Als Hermes, Daidalos, Odysseus, Iason, Medea und die mächtige Athene ihre Wege kreuzen, muss sich Circe die Frage stellen: Will sie zu den Göttern gehören oder zu den Sterblichen, die sie lieben gelernt hat?

Ann Vielhaben, geboren 1975 in Hamburg, studierte Schauspiel und spielte an verschiedenen deutschen Theatern, bevor sie sich als Synchron- und Hörbuchsprecherin einen Namen machte. Sie ist u. a. die Synchronstimme von Deborah Ann Woll (bekannt aus der Serie „True Blood“ und aus dem Marvel-Universum „Daredevil“, „Punisher“, „Crime”). Mit ihrer warmen und atmosphärischen Art zu lesen, erweckt sie v. a. Fantasyhörbücher zum Leben.



Meine Meinung: Zum Glück hatte ich in meiner Schulzeit einen Geschichtslehrer, der mir die griechische Mythologie sehr lebendig nahe gebracht hat. Dieser Titel hatte mich sofort nach Erscheinen begeistert und ich habe die MP3 CD freundlicherweise von der Random House Group als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen. Vielen herzlichen Dank dafür an dieser Stelle!


Meine Erwartungen betreffs Auffrischung der Geschichtskentnisse wurden beim Hören dieser  MP3-CD wunderbar erfüllt. Die griechische alte Götterwelt - und Mythologie entstand in Begleitung der sympathischen und ansprechenden Stimme von Ann Vielhaben, die alles anschaulich schnell wieder in meinem Inneren entstehen lässt. Zusätzlich habe ich eine neue Erkenntnis durch die Beschreibung der Autorin Madeline Miller dazu gewonnen. 

Circe war eine ungewöhnliche , starke und leidenschaftliche Halbgöttin und Frau, ich würde sogar behaupten eine Kräuterfrau, die den Menschen oft gütlich zugetan war und  mitgelitten hat über deren teilweise bitteren Schicksalsschläge und Lebenswege.  


Sie war etwas anders als ihre Eltern , der Sonnengott Helios und die Nymphe Perse, erwartet und erhofft hatten. Sie galt auch im Kreis ihrer vielen Geschwister wie Pasiphae, Aietes und Perses als hässlich, verschroben und unfähig. Wer allerdings als Hörer die vielen Gottheiten auf Grund ihrer Herkunft und Namen auseinander halten möchte, hat ohne fundamentale Grundkenntnisse der griechischen Mythologie einige Schwierigkeiten, zumal es beim Hörbuch kein Glossar oder ähnliches gibt. Durch das Erzählen in der ICH-FORM entsteht für die Hörer*rinnen eine enge Verbindung zu dieser Halbgöttin, die zu Beginn ihres Lebens in der Kindheit als ängstlich und unsicher dargestellt wird. Gebannt habe ich ihre Verwandlung zu einer selbstsicheren, oft gerechten und eigensinnigen Frau verfolgen können, die Menschen mochte. Ihre Verbannung auf eine einsame Insel muss sie bis zu ihrem Lebensende ertragen und so zog sie ihre Kraft und ihren Lebenssinn aus dem Erkunden und Erforschen von Tier, Pflanze und Natur auf ihrer abgeschiedenen Insel. Über all diese Interpretationen, genährt von der Autorin, darf man eines nicht vergessen. Diese Geschichten gehören alle in das Reich der Fabeln, der Mythologie und religiösen Vorstellungen. Und vor allem: sie sind tausende von Jahren alt, verzaubern die Menschen aber immer noch mit ihren Ereignissen, vermittelten Wertvorstellungen und Lebenslehren.   


Diese gekürzte Lesung hat immerhin auch zwölf Stunden Hörzeit beansprucht und mich sehr gut und informativ unterhalten. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Hörbuch!


Dienstag, 17. März 2020

*Muldental* von Daniela Krien, erschienen im Diogenes Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext: Jeder Umbruch fordert Opfer. Auch eine friedliche Revolution. Daniela Krien erzählt von Menschen, deren Leben an einem Kontrapunkt der Geschichte ins Wanken gerieten. Sie erzählt von Orientierungslosigkeit und tiefer Verzweiflung. Doch diese Romanminiaturen gehen über das Schicksal des Einzelnen hinaus; sie zeichnen ein Bild des Menschen von heute. Ein Buch über das Trotzdem-den-Kopf-über-Wasser-Halten, über das Trotzdem-Weitermachen, über das Es-trotzdem-Schaffen.

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman ›Irgendwann werden wir uns alles erzählen‹, der in 14 Sprachen übersetzt wurde. Ihr letzter Roman ›Die Liebe im Ernstfall‹ erschien 2019 bei Diogenes. Daniela Krien lebt mit ihren zwei Töchtern in Leipzig.


Meine Meinung: Zehn Geschichten an zehn Tagen. Eine Erzählung täglich in Ruhe am Abend. So habe ich mir dieses Buch der talentierten und jungen Autorin eingeteilt. Nachdem ich *Die Liebe im Ernstfall*  begeistert gelesen hatte, bin ich mit grossen Erwartungen an dieses Buch herangegangen und wurde auch nicht enttäuscht. Storys mit teilweise tragischem Inhaltsgeschehen verpackt die Autorin in einen wunderbaren, emotionalen,  leicht lesbaren und doch tiefsinnigen Schreibstil. 

In *Plan B* verfolgte ich gespannt die Entscheidungen  und Empfindungen zweier junger Freundinnen, die aus Geldnot während der Wendezeit in kurzer Zeit durch Prostitution ihr Einkommen verbessern möchten. 

Auch die erste Geschichte *Muldental* hat mich sehr beeindruckt. Voller Verständnis und Traurigkeit habe ich eine vergangene Situation vieler Menschen der neuen Bundesländer anhand des Schicksals von Heinz und Marie verfolgt. Heinz, ein DDR-Künstler wurde von seiner Frau Marie heimlich  bespitzelt, da sie unter den Druck und Einfluss der Stasi geriet. Seine Rache kommt - später nach der Wende und trifft voll und bösartig seine Ehefrau Marie. 

Alle acht weiteren Sorys sind absolut lesenswert und behandeln die Themen Wendezeit, Einflussnahmen des Staates auf die Menschen und viele persönlich erschütternd geprägte Schicksale durch diese Situation. Sogenannte Wohlfühl-Lektüre liest sich sicher anders. Aber die Realität vieler Menschen in unserer Gesellschaft nach und während der Wende in den neunziger Jahren  wird hervorragend analysiert. 

Meine Bewertung und Leseeindruck: FÜNF ***** Sterne für diese grossartige Lektüre .

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar ! 

Dienstag, 10. März 2020

*Zweimal im Leben* von Clare Empson erschienen im Blanvalet Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Inhalt / Klappentext: Es begann alles damit, dass sie ihn traf – ihn, die Liebe ihres Lebens. Als Catherine damals als Studentin Lucian zum ersten Mal sah, war ihr gleich klar: Das ist für immer. Er ist ihr Seelenverwandter, nichts wird sie auseinanderbringen. Doch dann geschah etwas, das alles änderte. Catherine verließ Lucian, heiratete jemand anderen, gründete eine Familie. Und trotzdem kann sie Lucian nicht vergessen. Als sie ihn 15 Jahre später wiedertrifft, ist alles wieder da, die Vertrautheit von damals, das Gefühl, endlich wieder ganz zu sein, sich selbst in dem anderen wiedergefunden zu haben. Aber manchmal kann man nicht mehr anfangen, wo man aufgehört hat. Und manchmal holt einen die Vergangenheit mit solcher Macht ein, dass sie droht die Gegenwart zu zerstören und damit alles, was man liebt …

Clare Empson ist Journalistin und arbeitete für überregionale Zeitungen, für die sie so ziemlich über alles berichtete: vom Kollaps der großen Investmentbanken bis hin zu »Tee mit Barbara Cartland« (ganz in pink natürlich, inklusive des Kuchens). Vor acht Jahren zog sie dann aufs Land und gründete den Kultur- und Lifestyle-Blog Countrycalling. Die idyllische Landschaft inspirierte sie zu ihrem ersten Roman, der die dunkle Seite des Paradieses beschreibt. Clare lebt mit ihrem Mann und drei Kindern an der Grenze zwischen Wiltshire und Dorset in England.

Meine Meinung: Der Baum des Lebens

Am Anfang und Ende dieses traurigen, berührenden und beeindruckendem Roman steht jeweils ein Baum . Der Baum des Lebens, der erblüht, erlischt und wohl wieder neu ausschlagen wird im hellen Sonnenschein. Diese Metapher fiel mir sofort nach  dem Beenden des Romanes ein. 


Die Geschichte wird in mehreren Zeiten und in zwei Erzähl Strängen für den Leser aufbereitet. Eigentlich hatte ich eine bittersüße und charmante  Liebesgeschichte erwartet. Doch diese Einschätzung  traf nur bedingt zu und im letzten Drittel war alles sehr vorhersehbar. Der Roman wurde von der Autorin leider unnötig in die Länge gezogen. Die vorherrschenden Themen, wie therapeutische Sitzungen der Protagonistin Catherine zur Heilung eines Traumas , Alkohol Exszesse und Beziehungsprobleme einer jungen, freundschaftlich sehr verbundenen Clique  aus dem Umfeld der englischen Oberschicht prägen den Roman. 

Melancholische und traurige Sequenzen haben mich völlig in einen etwas Unheilvollen Sog gezogen und meine persönliche Stimmung beeinflusst. 


Nichts desto trotz liegt alldem eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zugrunde, die mich teilweise berührt hat, aber auch viele komplizierte Fragen in meinem Kopf zu *Liebe im Allgemeinen* aufgeworfen haben.

Von der Thematik her würde ich das Buch eher in das Genre Beziehungsprobleme einordnen…… 


Meine Bewertung: VIER **** Sterne für dieses Buch mit kleinen Schwächen. 


Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des Leseexemplar. 

    

Donnerstag, 20. Februar 2020

*Die Gesichter des Meeres* von Leena Lander, erschienen im btb Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo
Erschienen am 9.12.19

Inhalt/Klappentext:
Kingstown, Heiligabend 1895. Vor der Küste Irlands läuft ein Frachter auf Grund. Während die Schiffbrüchigen auf Hilfe warten, kommen die Seenotretter in den eisigen Wellen ums Leben. Die Bewohner der Hafenstadt sind traumatisiert. Der 13-jährige Matias, der an Bord des havarierten Frachters war, findet sich in den hilfsbereiten Händen der Einheimischen wieder – und mitten im Strudel der Ermittlungen…

Über 100 Jahre später, auf den Spuren ihrer Vergangenheit, offenbart sich einer Schriftstellerin aus Finnland ein unbekannter Teil ihrer Familiengeschichte.

Leena Lander, geboren 1955, ist eine der international bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellerinnen der finnischen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Verfilmungen ihrer Romane »Die Insel der schwarzen Schmetterlinge« und »Die Unbeugsame« waren in Finnland große Erfolge. Leena Lander lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Hannu Raittila, im Südwesten von Finnland in der Nähe von Turku.


Meine Meinung: So manches Schiff wurde schon von der rauen irischen See während heftiger Winterstürme verschlungen. So auch geschehen am Heiligabend 1895 kurz vor dem heutigen Hafen Dun Laoghaire, damals unter dem Namen Kingstown bekannt. Es kommen bei dieser Katastrophe aber nicht die Schiffbrüchigen zu Tode, sondern die hilfsbereiten fünfzehn Seenotretter werden von den eisigen Wellen auf immer verschlungen. Ein tragisches Schicksal für viele Familien der Stadt, die ihre Väter, Brüder, Ehemänner, Ernährer verloren haben. 

Fünfhundertundachtzig  lange Seiten habe ich mich mühsam während  eines langen Zeitraums durch das Buch gelesen, denn bei dem anspruchsvollen und ruhigen Schreibstil der finnischen Autorin musste ich öfter eine Pause einlegen, um die Atmosphäre und die vielen Ereignisse zu verarbeiten und sacken zu lassen.  Die Autorin ist Rätseln in ihrer realen Familiengeschichte begegnet und hat durch sorgfältige Recherche versucht,  das damalige Unglück und Geschehen zu rekonstruieren.Vor mehr als hundert Jahren passierte diese Tragödie und der damals 13 jährige Grossvater Matias der finnischen Schriftstellerin befand sich auf der finnischen Fregatte mit dem Namen Palme und gehörte zu den Überlebenden.   

Ich hatte einen Abenteuerroman erwartet, eingesponnen in eine dramatische Familiengeschichte, aber leider hat der Roman meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ich habe das natürlich sehr bedauert und fühlte mich ein wenig betrogen, was Spannung, Lebhaftigkeit und Abenteuerfeeling dieser Familiengeschichte anging. Es fehlten mir einfach bildhafte und begeisternde Protagonisten, denen man als Leser mit Feuereifer folgen konnte. Einzig die Kapitänsfrau Elin des havarierten Frachters konnte mich begeistern und mitreißen.... 

Die Autorin erzählt uns dieses Geschehen in zwei Erzähl Strängen. Zum einen berichtet sie aus dem Jahr 1895 - gleichzeitig versucht sie als betroffene Schriftstellerin und Nachfahrin des Grossvaters aus heutiger Sichtweise zu erzählen und die Ereignisse zu bewerten.

Die ertrunkenen Seenotretter haben wohl ein nicht seetaugliches Boot genutzt und waren sich der Gefahr in keinem Augenblick bewusst, haben gar falsche Entscheidungen getroffen.  Das ist zumindest die offizielle Meinung der damaligen Behörden gewesen.  Beim Kentern hat sich das Rettungsboot einfach nicht aufgerichtet, wie es zu erwarten war. Konstruktionsfehler und schlampige Bauweisen wurden vermutet.  

Es gelingt Leena Lander leider nicht immer gleich gut den Spannungsbogen im Buch hochzuhalten. Er wird oft abgebrochen und mit Nebensächlichkeiten verschleiert, wie zum Beispiel mit Kriegserlebnissen und Beschreibungen von Problemen der  Schifffahrts-Gesellschaften, die mit dem aktuellen Seeunglück und der Familiengeschichte nicht direkt zu tun hatten. Es wurden wohl auch damals schon Spendengelder veruntreut und viele irische Familien haben ihre Hilfsbereitschaft mit dem Armenstatus bezahlt.  

 Trotz meiner Kritikpunkte ist das Buch sehr lesenswert und ein wertvolles Zeitzeugnis der allgemeinen Schifffahrt vor der irischen Küste und der finnischen Gesellschaften. Ich bin wohl  mit falschen Erwartungen in diese Geschichte gestartet. 

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für diesen guten Roman.

Mein Dank gilt der Autorin und dem btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!


Mittwoch, 19. Februar 2020

*Unter den hundertjährigen Linden* von Valérie Perrin , erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Klappentext / Inhalt:
Violette Toussaint ist Friedhofswärterin in einem kleinen Ort in Burgund. Dort lebt und arbeitet sie, kümmert sich liebevoll um die Gräber und die Trauernden, die auf unterschiedliche Arten mit ihrem jeweiligen Verlust zu kämpfen haben.
Bis Julien auf ihren Friedhof kommt und ein ungewöhnliches Anliegen vorbringt: Seine Mutter ist gestorben und möchte neben einem Mann beerdigt werden, den Julien nicht kennt …
Juliens Geschichte weckt Violettes Interesse, und bald verbringen sie immer mehr Zeit miteinander, während das Tagebuch von Juliens Mutter eine anrührende Liebesgeschichte preisgibt. Violette jedoch trauert selbst um einen geliebten Menschen und hat Angst, Julien ihr Herz zu öffnen. Schafft sie es, noch einmal neu anzufangen?

Valérie Perrin ist Fotografin und Drehbuchautorin. Sie lebt und arbeitet mit Regisseur Claude Lelouch. Ihr Debütroman »Die Dame mit dem blauen Koffer« hat in Frankreich zahlreiche Preise gewonnen. »Unter den hundertjährigen Linden« ist ihr zweiter Roman.


Meine Meinung: 

Ein ungewöhnliches und bezauberndes Buch, eine traurige Geschichte, eine ungewöhnliche Thematik von einer jungen, neuen Autorin beschrieben.  Auch der Titel hat mir nun nach Beenden des Buches zugesagt, welcher mir zu Beginn der Geschichte nicht treffend erschien. Violette Toussaint liebt bunte Blumen, das Vertiefen in den Geruch von Erde und deren Konsistenz beim Gärtnern. Das lange Verweilen in dieser befriedigenden Tätigkeit. Sie mag auch bunte, farbenfrohe Kleider, die sie immer auf dem Friedhof unter einer dunklen Oberbekleidung verbirgt. Sie liebt ihre Tiere, ihre helle, freundliche und farbenfrohe Wohnung. Die junge Autorin öffnet den Charakter, die Lebensgeschichte und die Beschreibung der Friedhofswärterin Violette Toussaint ganz allmählich und behutsam in einer bildhaften, gefühlvollen und ungewöhnlichen  Schreibweise.


Zitat Seite 259: " Stephanie dachte, ich hätte Sehnsucht nach meiner Tochter, aber ich hatte Sehnsucht nach einem neuen Leben nach meiner Tochter. Sehnsucht nach einem neuen Leben. Mein altes war erloschen, der Vulkanschlot tot. Aber ich konnte Verzweigungen spüren, Nebenstraßen, die sich in meinem Inneren auftaten. Ich fühlte die Saat sprießen. Auch wenn meine verbrannte Erde, verglichen mit dem Friedhofsgarten, unfruchtbar war, steinig. Aber ein Grashalm kann überall wachsen, sogar auf  Asphalt. Ein klitzekleiner Riß genügt, damit sich das Leben seinen Weg auch an den unmöglichsten Orten bahnt. Ein bisschen Regen, ein bisschen Sonne, und schon bilden sich Wurzeln. Keiner weiß, wie. " 

 

Der Beruf Friedhofswärterin hat mich zu Beginn etwas befremdet, aber es steckt so viel mehr in diesem bezaubernden Roman hinter diesem Begriff und Beruf. Viele Lebensgeschichten werden beschrieben, wie Sterbedaten und spezielle Einzelheiten der toten Menschen. Violette führt den Leser ausführlich ein in das Wissen um die Verstorbenen, welches sie von Freunden, Verwandten und Grabreden erhält - auch über ihre eigene Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen und um die traurigen Erlebnisse ihrer eigenen Kindheit als Waisenkind, aufgewachsen in einer lieblosen Kinderheim Umgebung. Auch Violette trauert verzweifelt  um einen eigenen Verlust, sowie um das Scheitern ihrer Ehe mit dem kaltschnäuzigen Philippe. Doch ist er wirklich so kaltschnäuzig, faul und gefühllos wie sie glaubt?   


Denn nun macht der Roman einen immensen Sprung in eine andere Erzählebene und zwar in die vieler Liebes- und Lebensgeschichten .Die Autorin berichtet von einem Liebesreigen, viele neue Geschichten und Protagonisten greifen ineinander, verbinden sich durch die Themen, Liebe, Verrat, Trauer, Betrug und Nichtverstehen der jeweiligen Partner.  Mit ganz viel Gefühl und jeweils aus eigenen Sichtweisen berichten Violette, ihr Ehemann Philippe, seine ehemaligen Liebhaberinnen, Philippes Tante, Violettes Freund Sasha, ihre neue Bekanntschaft Julien, sowie viele Nebenprotagonisten aus ihrem Leben. Im Mittelpunkt dieser Berichte stehen die Aufzeichnungen aus dem Tagebuch von Juliens  verstorbener Mutter und ihrer grossen, heimlichen, dramatischen Liebe zu einem Anwalt, dem sie nun zumindest im Tode ganz nahe sein möchte. Auch Violettes eigene Trauer und eine vielleicht neue Liebe wird ausführlich beleuchtet. 

Die bezaubernde Violette Toussaint findet durch den Kontakt zu Julien und seiner kleinen Familie einen neuen Hoffnungsschimmer, der sie aus ihrer eigenen Trauer zieht. Und immer wieder spielen die Kontakte zur Natur, neuen Menschen und dem geliebte Gärtnern, erlernt durch den Freund Sasha, einen grossen Anteil zu ihrer eigenen Heilung,,,, 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch!

Herzlichen Dank für das gebundene Rezensionsexemplar an die Autorin und den Knaur Verlag!

Sonntag, 16. Februar 2020

*Der Fluch der Rose* , von Iny Lorentz, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Inhalt / Klappentext:
Deutschland, Österreich/Kärnten und Italien, Ende des 15. Jahrhunderts
Die junge Maria wächst als Ziehtochter von Hans Fugger in der neu gegründeten Erzschmelze Fuggerau auf, während die Mönche im nahegelegenen Kloster Arnoldstein das Findelkind Johannes zu einem intelligenten jungen Mann erziehen. Nur Pater Norbert weiß um Johannesʼ wahre Herkunft und überlegt seit Jahren, wie er Profit aus dieser Information schlagen kann.
Als sich Maria und Johannes das erste Mal begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch Johannes ist kurz zuvor zum Priester geweiht worden. Und nicht nur sein geistlicher Stand steht dem Glück der Liebenden im Weg: Ohne es zu wissen, hat Maria sich schon als junges Mädchen Pater Norbert zum erbitterten Feind gemacht.
Als das Kloster und die Fuggerau in den Krieg zwischen König Maximilian von Habsburg und der Republik Venedig hineingezogen werden, sieht der Pater seine Chance gekommen …

Meine Meinung: Historische Romane, inhaltlich gefüllt mit ganz viel Liebe, Dramatik und gut recherchiertem geschichtlichem Hintergrund sind eine Spezialität des Autorenpaares Iny Lorentz. 

Diese neue Lektüre des bekannten und beliebten Autorenpaares hat alle Erwartungen erfüllt, die man an einen leicht lesbaren und angenehmen Wohlfühl-Roman  mit einem historischem Hintergrund stellt. 

Zwei Waisenkinder begegnen sich auf Kloster Arnoldstein , ihre unterschiedliche Herkunft kann ihrer Liebe und Zuneigung nichts antun .*Liebe auf den ersten Blick* erfasst sie und so nimmt diese sehr vorhersehbare Liebesromanze seinen typischen Lauf.  Das Findelkind Johannes, nun ein junger Mönch mit spanischer Herkunft und die sehr hübsche und blitzgescheite  Ziehtochter Maria von Hans Fugger sind die Hauptprotagonisten des Buches.  Gewürzt mit einigen interessanten Geschichtsdaten aus der Zeit des Aufstiegs der Fugger-Familie bringen Abwechslung und Wissen in diesen fast siebenhundert Seiten  starken  Schmöker, den ich mir während einer kleinen  Auszeit gegönnt habe. Schnell konnte ich durch die Seiten fliegen und auch den Bösewicht des Romans identifizieren. Die historische Thematik des Krieges zwischen der Republik Venedig und dem König Maximilian von Habsburg konnte ich gut verfolgen und einige Intrigen der Mönche bringen Spannung in diese Geschichte,,,,erwähnenswert ist auch das informative Nachwort von Iny Lorentz über geschichtliche Hintergründe am Ende des Buches.

Ein lesenswerter und spannender historischer Roman, welcher mir gut gefallen hat. 

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für diesen unterhaltsamen Roman.

Danke an das Autorenpaar und den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!  

Mittwoch, 29. Januar 2020

*Die Wälder* von Melanie Raabe, erschienen im btb Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte ...

MELANIE RAABE wurde 1981 in Jena geboren. Nach dem Studium arbeitete sie tagsüber als Journalistin – und schrieb nachts heimlich Bücher. 2015 erschien DIE FALLE, 2016 folgte DIE WAHRHEIT, 2018 dann DER SCHATTEN. Ihre Romane werden in über 20 Ländern veröffentlicht, mehrere Verfilmungen sind in Arbeit. Melanie Raabe betreibt zudem gemeinsam mit der Künstlerin Laura Kampf einen erfolgreichen wöchentlichen Podcast rund um das Thema Kreativität, „Raabe & Kampf“. Melanie Raabe lebt und arbeitet in Köln.




Meine Meinung:  Das unheimliche, bedrohlich wirkende, aber sehr gut gestaltete Cover des Buches inspirierte mich und ich wurde neugierig auf eine besondere Geschichte, die wohl in einem einsamen Waldgebiet spielt. Die Hauptprotagonistin Nina fürchtet sich aus für mich noch unbekannten Gründen, das Dorf ihrer Heimat wieder zu betreten. Schlimme Erinnerungen quälen sie. Gar ein Kindheitstrauma? So weit so gut.

Ich bin sehr schnell mit dem einfachen und sehr leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin vertraut geworden. Ich sauste durch die Seiten , war bald auf Seite einhundert, aber ich fand kaum bedrohende oder gar unheimlichen Szenen, nur eine verwirrte , naive  junge Frau, angeblich eine Ärztin, begegnete mir. Ich konnte sie leider nicht wirklich ernst nehmen , denn ihre Geschichte und Gedanken über eine Kinderfreundschaft zu Tim und dem damaligen Geschehen  erschien mir ein wenig aus dem Reich einer Kinderfantasie gegriffen. Ihr inzwischen erwachsener  Kinderfreund Tim war verstorben und hinterliess ihr die Aufgabe nach seiner vor zwanzig Jahren verschwundenen Schwester Gloria auf jeden Fall weiterzusuchen. So war es kein Wunder, dass Kinder und ihre einfache kindliche Denkweise im Roman eine grosse Rolle spielen. Damals suchten vier Kinder nach der vermissten Gloria - und sie Nina, sollte nun plötzlich auf den Wunsch eines Verstorbenen hin weitersuchen? 

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen und wechselt immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit . Die Vergangenheit wird aus der Kindheitsperspektive  von Tim , Nina und zwei anderen Freunden in dünner Schrift dargestellt.

 

Die Gegenwart wird von Tina und ihren ehemaligen Empfindungen von damals, einer erneuten Begegnung mit dem gefürchteten Schrotthändler Wolff und dem Wiedersehen mit alten Freunden geprägt. Die Autorin spielt ein wenig Versteckspiel mit den Lese*rinnen, lässt Peter in den Kinderteilen in der Ich-Form berichten. So nach und nach habe ich mir das damalige Geschehen von vor zwanzig Jahren zusammengereimt - und musste oft innerlich über diese Kinderfantasien, Gefühle und harmlosen Erlebnisse nun lächeln und fand auch diese Erlebnisse aus meiner Erwachsenenperspektive  nicht besonders ungewöhnlich oder gefährlich. Es war eher interessant den gut beschriebenen Gefühlen der Kinder nachzuspüren.  

Aber immer noch verspürte ich beim Lesen weder eine Bedrohung und gar ein unheimliches Geschehen, welches mit den  tiefen Wäldern zusammenhing. 

Ich war enttäuscht, endlich wollte ich auch einmal einem gruseligen Thriller folgen, mich fürchten , aufatmend in meine Realität zurückkehren . Doch das passierte leider gar nicht. 

Und dann kam das , was ich von Anfang an vermutet hatte,,,,,,,,doch das Ende dieser absurden Erzählung, es kam nicht sehr spannend daher, verrate ich natürlich nicht. DAS  solltet ihr Euch selber erlesen - oder eben auch nicht.

Meine Bewertung: Drei *** Sterne  für dieses gute Buch.

Danke an die Autorin  und den btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar !