Montag, 17. Juni 2024

*Island Dreams - Die Imkerei am Meer* von Charlotte McGregor - erschienen im Heyne Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

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ORIGINALAUSGABE

Taschenbuch, Klappenbroschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-42883-6

Erschienen am  15. Mai 2024

INHALT / KLAPPENTEXT: Hazel Armstrong liebt ihre Arbeit als Imkerin auf den Scilly-Inseln. Seit gut drei Jahren kümmert sie sich um die Bienen, schleudert Honig und führt Touristen durch die Ruinen von Tresco. Hazel ist mit ihrer fröhlichen Art und ihrem aufgedrehten Terrier Toby bei den Einheimischen allseits beliebt. Von der dunkelsten Zeit in ihrem Leben ahnt niemand etwas. Ihre beste Freundin Pippa bohrt immer wieder nach und stößt auf die unnachgiebige Mauer, die Hazel errichtet hat, um sich zu schützen. Als jedoch mit dem Bodyguard Benedict und dem Fotografen Chris gleich zwei Männer auftauchen, die ihrem Geheimnis gefährlich nahe kommen, muss sie sich der Vergangenheit stellen. Dass sie starke Gefühle für beide Männer entwickelt, hilft dabei nicht unbedingt …

Mit Sehnsuchtsorten kennt sich Charlotte McGregor aus. Schon in frühester Kindheit fühlte sie sich zu Städten und Ländern hingezogen, die sie nur aus Büchern oder Filmen kannte. Kein Wunder, dass sie aus ihrem Fernweh einen Beruf gemacht hat. Die Journalistin schrieb jahrelang Reiseberichte für Zeitungen und Magazine, ehe sie ihre Lieblingsorte auch in Romanen verewigte. Derzeit schlägt ihr Herz für Schottland, wo sie regelmäßig mit ihrem Mann durch Städte, Dörfer und die Highlands streift und sich voller Enthusiasmus auf Whisky, Haggis und Kilts stürzt.

Mein Leseeindruck zum Buch: 

Dieser zweite  Band aus der *Island Dreams Reihe* der beliebten Autorin hat mich ebenso wie der erste Band *Der Garten am Meer* voll in den Bann gezogen und wieder begeistert. Ein Wohlfühlbuch zum Abschalten und Träumen pur. Die Reise geht wieder auf die wunderschöne Scilly-Insel *Tresco* .

Hazel Armstrong ist seit drei Jahren  eine ruhige,  beliebte und zurückgezogen lebende Insel-Bewohnerin von Tresco und widmet ihre ganze Energie der Imkerei. Sie hat sich durch ihre achtsame Arbeit bei der Honigherstellung einen  bekannten Namen gemacht und verkauft ihre Honigernte an die Bewohner, Touristen und Restaurants auf Tresco. Ihr Hundefreund Toby ist immer an ihrer Seite zu finden und sorgt mit seinem Temperament und liebenswürdigen Auftritten für jede Menge Aufregung.

 Pippa, die junge Gartenliebhaberin  und Hazel's beste Freundin begleitet die beiden mit viel Sympathie und Hilfe.  Ihr Charakter und Lebensweg auf der Insel wurde im ersten Band der *Island Dreams  Reihe* ausführlich dargestellt. Die beiden Freundinnen Hazel und Pippa rudern leidenschaftlich gern in ihrer Freizeit mit anderen Mädels auf dem Meer zwischen den Inseln, wenn auch mit mässigem sportlichem Erfolg. Spass und Geselligkeit stehen im Mittelpunkt der lustigen Rudertruppe. 

Doch niemand auf der Insel ahnt und weiss etwas von Hazel's dramatischer Vergangenheit und ihrem Leben vor ihrem Aufenthalt auf Tresco. Auch Pippa nicht.  Hazel lernt nun zufällig zwei  unterschiedliche junge Männer kennen, die sie faszinieren und an ihre geheimnisvolle Vergangenheit erinnern. Was hat Chris, den  attraktiven Fotografen auf die abgelegene Insel Tresco verschlagen  und welcher Arbeit geht Ben eigentlich  nach? Wie wird Hazel mit ihren neuen Freunden umgehen und in welchem Verhältnis steht die junge, königliche Royal-Familie zu ihrem Bekannten Ben, mit dem sie eine kurze und heftige Leidenschaft verbindet? 

Charlotte McGregor hat diese sympathisch geschriebene Geschichte spannend, flüssig und in herrlich atmosphärischem  Meeres - und Insel Flair verfasst und verführt die Leser*rin konsequent und liebenswürdig bis zur letzten Seite in bekannter Schreibweise ihrer Wohlfühl Bücher. 

Meine Bewertung: FÜNF  ***** Sterne im Genre Romance. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Heyne Verlag für die Zusendung des TB -Rezensionsexemplars. 

 

    

Mittwoch, 5. Juni 2024

*Unsere Kräuterfrauen* von Karin Burchart - erschienen im Servus Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

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ISBN-13 9783710403798

erschienen am 23.5.24

INHALT/Klappentext: Hilfe beim Einschlafen, ein natürlicher Schmerzstiller oder duftende Schönheitswasser – in 25 Porträts teilen Kräuterfrauen aus Österreich Bayern und Südtirol in diesem Buch ihr Wissen über Heilpflanzen. Das ganze Jahr über sind sie in der Natur unterwegs und nutzen ihre vielfältigen Gaben, um hilfreiche Mittel für viele Bereiche der Naturheilkunde herzustellen. Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie selbst die Heilkräfte der Natur: Körper und Geist werden es Ihnen danken


- Althergebrachte Wildkräuterrezepte, verständlich erklärt.

- Leben im Einklang mit der Natur: Wie die Kräuterfrauen altes Wissen nutzen

- Rezeptbuch mit über 40 Heilmitteln aus der Naturapotheke: unterstützt Ihre Gesundheit das ganze Jahr   über

- Nadelbäume, Blumen, Kräuter: Ein Streifzug durch die Welt der Heilpflanzen und Alpenkräuter

- Vielfältige Heilkräuter-Kunde aus 25 Perspektiven

Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen: So nutzen Sie die Heilkräfte der Natur .Selbstgemachtes Fichtenbadesalz für die Schnupfennase, Hagebutten zur Hemmung von Entzündungsprozessen oder fröhlich gelbe Schlüsselblumen, um die Nerven zu beruhigen: Die Kräuterfrauen kennen für viele Beschwerden die richtige Heilpflanze und Anwendung, um der Gesundheit ein wenig auf die Sprünge zu helfen! Von Januar bis Dezember gibt es die verschiedensten Knospen, Triebe, Blätter und Blüten zu sammeln, die in der Naturapotheke ihren festen Platz haben. Erweitern Sie Ihr Wissen über Pflanzenheilkunde – schauen Sie den Kräuterfrauen über die Schulter!

Karin Buchart studierte Ernährungswissenschaften, ihre Doktorarbeit über biogene Arzneimittel ist die Grundlage für die TEH-Akademie. Die Lehrbeauftragte am Zentrum für Gastrosophie der Universität Salzburg ist Mitbegründerin des Europäischen Instituts für Angewandte Pflanzenheilkunde, Autorin mehrerer Bücher, Kolumnistin bei den Salzburger Nachrichten und beim Magazin Servus in Stadt und Land und leitet zahlreiche Seminare und Workshops zu den Themen Kräuterkunde, Ernährung und Gesundheit.


Mein Eindruck zum Buch: 

Fünfundzwanzig erfahrene Kräuterfrauen aus dem Alpenraum schenken uns ihr ganz persönliches Wissen aus ihren speziellen Fachgebieten, welche sich mit Gesundheit , Körperpflege und Ernährung beschäftigen. Wunderschön  farbig bebildert, regt diese wertvolle Lektüre sofort zum Durchblättern und Nachmachen an. In einhundertachtundfünfzig Seiten werden die vier Jahreszeiten nacheinander in ihren Monaten dargestellt.  Mit passenden Rezepten und  persönlichen Porträts  und Lebensgeschichten der fünfundzwanzig Heilerinnen liest sich jeder Monat aufregend und interessant . Denn besondere Heilerinnen sind sie auch heute noch in unserer Zeit, die mit ihrem alten Wissen aus der Volksheilkunde, teils fünfhundert Jahre und älter, unsere moderne Schulmedizin bereichern und ergänzen. Vor hunderten von Jahren haben sie sich oft im Verborgenen verstecken müssen, um nicht als Hexen verfolgt und geächtet zu werden. Ihr Wissen hat alle Zeiten überdauert und wir können uns heute freuen und  staunen über ihre Heilerfolge. Am Ende des Buches unter dem Kapitel *Gut zu wissen* wird jede Heilerin noch einmal kurz mit ihrer Vita erwähnt und  danach folgen alle Rezepte im Überblick , alphabetisch geordnet. 

Besonders beeindruckt hat mich Siegrids Schlummertrunk (Siegrid Hirsch), eine *Schlafmilch* die aus Blaumohn, Hanfsamen, getrockneten Hopfenblüten, Haferflocken, Dinkelflocken, Hagebuttenmus, Hollergelee, Teekräutern aus Lindenblüten, Johanniskraut und Melisse besteht,  Anis, Ingwer, Sternanis und Kardamomkapseln. Mit Schafmilch, Ziegenmilch, sowie Hafer - oder Mandelmilch ist dieses Rezept ebenso wie mit Kuhmilch anzusetzen. All diese Zutaten kommen in die kalte Milch, aufkochen - etwas simmern lassen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen der Kräuter kann beliebig auch gern mit Honig gesüsst werden. Am besten trinkt man die Milch direkt vor dem Zubettgehen. 

Unter dem Monat September im Kapitel *Seufzerkraut und Schnupfenbutter* findet man von der Kräuterpädagogin Iris Lins ein schönes Rezept für die dann beginnende Erkältungszeit und zwar den *Bäuchlein-Balsam mit Dost*, der krampflösend und entspannend wirkt. Er duftet fein und hilft bei roten Schnupfennasen. Seine Bestandteile sind Olivenöl , getrockneter oder frischer Dost, Bienenwachs und evtl. ätherische Öl. 

Ich habe euch nun hoffentlich neugierig gemacht auf dieses Schatz-Büchlein und bewerte es  gern und begeistert mit FÜNF ***** STERNEN. 

Vielen Dank an alle Kräuterfrauen, Karin Burchart und den Servus-Verlag für diesen herrlichen und wertvollen Wissensratgeber als Rezensionsexemplar. 



 



Donnerstag, 30. Mai 2024

*Was das Meer verspricht* von Alexandra Blöchl - erschienen im dtv-verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

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ISBN: 978-3-423-28388-5

Erscheinungsdatum: 14.03.2024 

1. Auflage

280 Seiten

INHALT /Klappentext: Vida hat ihr ganzes Leben auf einer kleinen Insel im Norden verbracht. Während ihr Bruder Zander schon früh alles hinter sich ließ, um auf dem Festland sein Glück zu suchen, fühlt Vida sich den Eltern verpflichtet. Sie wird das Geschäft übernehmen, ihren Kindheitsfreund heiraten – ihre Zukunft hat Vida nie in Frage gestellt. Das ändert sich, als eine junge Frau auf die Insel zieht. Marie ist unabhängig, selbstbewusst, frei. Das Gegenteil von Vida. Die beiden Frauen freunden sich an, mehr als das. Und zum ersten Mal wächst in Vida der Wunsch, aus dem Schatten ihres bisherigen Lebens herauszutreten.  Doch dann kehrt überraschend Zander zurück auf die Insel. Auch er ist fasziniert von Marie, und mit einem Mal gerät alles aus den Fugen.

Alexandra Blöchl wurde 1969 in Wuppertal geboren und lebt als freie Autorin in der Nähe von München. Unter anderen Namen veröffentlichte sie bereits Bestsellerromane. Mit dem vorliegenden Roman schlägt sie nun ein neues Kapitel in ihrer schriftstellerischen Laufbahn auf. Dafür erhielt sie im Oktober 2022 das Arbeitsstipendium für Literatur der Stadt München.


Meine Meinung zum Buch: 

Mit dem angenehmen und sehr aussagekräftigen Schreibstil der Autorin konnte ich mich sofort anfreunden. Kleine, relativ kurze Kapitel erleichtern das Verstehen  und durch diese  fast erzwungenen Pausen wird viel Raum für eigene Gedanken gegeben. 

Die junge Vida ( ihr Name bedeutet *Leben* ), lebt zufrieden , ausgeglichen und glücklich in ihrer kleinen Welt auf einer abgelegenen nordischen Insel mitten im rauen Atlantik. Sie hilft ihren Eltern fleissig im einzigen Laden, hat enge Kontakte zur Bevölkerung. Das wilde Meer, das unbeständige Wetter sind die wichtigen Konstanten, nach denen die Menschen ihr Leben dort ausrichten. Auch Vida lebt in ihrer Familie und Umwelt zufrieden und vermeintlich glücklich. Sie plant eine Heirat mit ihrem Freund Jannis und beide Familien der Kinder- und Jugendfreunde freuen sich und erwarten diese Verbindung mit Geduld und Zuversicht. Dann zieht  die junge, geheimnisvolle Marie auf die Insel und tritt in Vida's  Leben ein wie ein glitzernder, vor Licht sprühender Komet. Plötzlich verändert sich alles für die bodenständige Vida.....

Faszinierend fand ich ich die minutiös beschriebene Veränderung von Vida*s Fühlen und Denken über ihre bisherige Lebenssituation. Das hat die Autorin wunderbar und offen dem Leser dargelegt. Lange schwebt man mit Vida in ihrer neuen glückseligen Beziehung zu Marie, die vom Schwimmen im Kostüm einer Meerjungfrau im eiskalten Meerwasser begeistert ist und Vida damit ansteckt, sie in eine ganz neue Sinneserfahrung einführt. In diese neue Körpererfahrung vermischt sich eine für Vida bisher unbekannte Sympathie zu einer Frau wie Marie, die anscheinend lebendig, leicht und fröhlich im Leben steht. Doch stimmt das wirklich? Auch Marie hat Geheimnisse , die sie versucht zu verbergen. Als Vida's grosser Bruder Zander zu Besuch auf die Insel kommt, verändert sich alles für Vida, Marie und Zander. 

Wie diese  dramatisch geschriebene Geschichte weitergeht,  solltet ihr euch selbst erlesen,,,,,,

Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für die beeindruckenden Charakterstudien vom Leben der Protagonist*innen  auf einer einsamen,  nordisch geprägten Insel. 

Herzlichen  Dank an die Autorin und den dtv-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!  

Freitag, 24. Mai 2024

*Der Pakt der Frauen * von Julia Kröhn - erschienen im Heyne Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-27421-1

Erschienen am  20. März 2024

Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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INHALT/KLAPPENTEXT: Zwei Frauen, zwei Leben – und eine Geschichte, die Mut macht

Wien 1976. Die junge Dozentin Katharina Adler sorgt bei den männlichen Kollegen regelmäßig für Schnappatmung. Selbstbewusst trägt sie knalligen Lippenstift und verbotenerweise im Hörsaal Hosen. Außerdem hat sie sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaft zu revolutionieren. Dafür widmet sie sich Büchern, die von Frauen geschrieben wurden, speziell Kochbüchern. Als ihr dabei eine Rezeptsammlung aus der Feder ihrer Mutter Jule unterkommt, erkennt Katharina, dass sie erst die Geheimnisse ihrer eigenen Familie aufdecken muss, bevor sie die Welt verändern kann. Gemeinsam reisen sie und Jule nach Schlesien, an Katharinas Geburtsort. Dort lernt sie, dass es nichts Stärkeres gibt als Frauen, die zusammenhalten.

Die große Leidenschaft von Julia Kröhn ist nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern auch die Beschäftigung mit Geschichte: Die studierte Historikerin veröffentlichte – teils unter Pseudonym – bereits zahlreiche Romane, die sich weltweit über eine Million Mal verkauft haben. Ihr größter Erfolg hierzulande war »Das Modehaus«, ein Top-20-SPIEGEL-Bestseller; zuletzt widmete sich Julia Kröhn ihrem Herzensthema: den Büchern. In ihrer Dilogie »Die Buchhändlerinnen von Frankfurt« erzählt sie die Geschichte einer Verlagsbuchhandlung aus der Perspektive zweier Schwestern, von der Nachkriegszeit bis zur Studentenrevolte. In ihrem neuen Roman »Papierkinder« errichtet sie den historischen Kinderrechtlerinnen Emma Döltz, Clara Grunwald und Eglantyne Jebb ein fiktionales Denkmal in Form eines mitreißenden Romans.

Meine Meinung zum Buch:
 
Wir steigen beim Lesen in das Jahr 1976 ein. Katharina Adler, eine junge  Geschichts-Wissenschaftlerin an der Wiener Universität muss sich gegen negative Vorurteile ihrer männlichen chauvinistischen  Kollegen und Studenten durchsetzen. Sie hat ein bestimmtes Ziel in ihrer Arbeit als Dozentin vor Augen: sie möchte Frauen an der Universität in Forschung und Lehre eine  starke Stimme geben. Sie kämpft um Gleichberechtigung gegenüber einer gesellschaftlich dominanten Männerwelt in den 70 er Jahren . Ihr Forschungsgebiet umfasst hauptsächlich Bücher von Frauen aus vergangenen Zeiten . Dazu gehören auch Kochbücher, die einen  Einblick in die Zeit-Geschichte geben können. Zufällig stösst sie auf ein Kochbuch ihrer Mutter Jule und eine spannende Recherche beginnt.    

Die Autorin hat einen ausdrucksstarken und wichtigen Roman zu einem Thema verfasst, welches auch heute noch verbesserungswürdig ist. Sie zeigt offen in diesem Buch auf, wie schwer es Frauen in allen Zeiten haben,  ihre Rechte und Bedürfnisse an Forschung, Lehre und Bildung einzufordern.  Die damalige Meinung der 70er Jahre und vorheriger Jahrzehnte * Frauen gehören an den Herd , sollen bald heiraten und eine Familie gründen* war in allen Gesellschaftsschichten weit verbreitet.  
Der Roman ist spannend und mit absoluter Sogwirkung in zwei Zeitsträngen mit sympathischen Protagonistinnen aus den 70er Jahren und aus der Zeit des 2. Weltkrieg verfasst. Es handelt sich dabei um die Mutter Jule Adler und deren Tochter Katharina Adler, die Jahrzehnte später zusammen in das ehemalige Schlesien (Hirschberg) und heutige Polen reisen.  Eine Familiengeschichte und deren verborgene Geheimnisse werden so zum Leben erweckt. 

Im zweiten Zeitstrang der 40 er Jahre begegnen wir der jungen Jule, die kurz vor dem Ausbruch des  2. Weltkrieg das koschere Kochen in einer sie  liebevoll behandelnden jüdischen Familie kennenlernt und die  Rezepte und Küchengewohnheiten zur Trennung von Milch- und Fleischgerichten begeistert in ihrem Schulheft notiert. 
 Jule,  später verheiratet mit Carl,  arbeitet im Krieg als Köchin in einem Lager für Zwangsarbeiterinnen mit Frauen aus Tschechien, Polen, Russland, Ungarn und der Ukraine. Sie lässt sich deren Kochgewohnheiten und Lieblingsrezepte wie Pierogi und Pelmeni,  Baumstriezel und andere Köstlichkeiten erzählen und notiert alles in ihren Heften. Das Leid der Zwangsarbeiterinnen aus dem Osten bekommt einen grossen Anteil im Roman, der vom Schreibstil sehr flüssig, dramatisch und fesselnd verfasst ist. Die Autorin hat Teile ihrer eigenen Familienbiografie stimmig und beeindruckend im Roman verarbeitet.

Meine Beurteilung : FÜNF ***** für diesen sehr gut verfassten und fesselnden historischen Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.  


    

 

Dienstag, 14. Mai 2024

*Das unsichtbare Band* von Haneen Al-Sayegh - erschienen im dtv Verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

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ISBN: 978-3-423-28398-4

Erscheinungsdatum: 14.03.2024 

2. Auflage

336 Seiten

Format: 12,8 x 21,0 cm

Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Arabischen von Hamed Abdel-Samad

INHALT/KLAPPENTEXT: In den Bergen des Libanon wächst die junge Amal in der strengen, patriarchalischen Religionsgemeinschaft der Drusen auf. Sie will nur eines: die Schule besuchen und studieren, doch Mädchen haben dort keine Rechte. Der Großvater lässt zwischen sich und seiner Frau eine Mauer errichten, aber die Mutter darf immerhin Brot backen, und damit bezahlt sie das Schulgeld ihrer Töchter.

Als Amal, die jüngste, mit fünfzehn verheiratet wird und das Elternhaus verlässt, schweigt die Mutter. Unbeirrt, wenn auch gegen viele Widerstände, geht die junge Frau ihren Weg und beginnt zu begreifen, was es heißt, selbstbestimmt zu leben und wahrhaftig zu lieben.

Ein poetischer, anrührender Text über Freiheit, Tradition, die Ambivalenz der Gefühle und das Band, das die Frauen der arabischen Welt verbindet und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen lässt.

In ihrem Debütroman beschreibt Haneen Al-Sayegh eine Kindheit und Jugend in der ultrastrengen Religionsgemeinschaft der Drusen in den Bergen des Libanon. Eine Frau begehrt auf und geht ihren eigenen Weg.

Haneen Al-Sayegh, geboren 1986 im Mount Lebanon, studierte Englische Literatur an der American University of Beirut, arbeitet als Dozentin und Übersetzerin. Sie hat drei Gedichtbände veröffentlicht und wurde mit dem renommierten Naji Noaman Literary Award ausgezeichnet. Haneen Al-Sayegh lebt in Beirut und Berlin.

Meine Meinung zum Buch: Dieses Buch hat viele Emotionen in mir ausgelöst, angefangen mit Entsetzen über die Strenge, die ein Kind,  junges Mädchen und Frau in der Religionsgemeinschaft der Drusen im Libanon erfahren hat. Unverständnis und Mitleid mit den Frauen und ihren geschundenen Seelen und Körpern  haben fast die Überhand gewonnen. Eine enge Mutter-Tochter-Beziehung spielt im Roman eine tragende und wichtige Rolle.  Ich habe versucht vieles aus  dieser Religion mit Verzeihen und Verstehen nachzuvollziehen, aber es ist mir sehr schwer gefallen. 

Das Buch liest sich in einer erstarrt erscheinenden Ich-Erzählung, deren Person sich quält, an einer chronischen Depression leidet, an sich zweifelt,  die Familie liebt und dennoch Abstand gewinnen möchte. Der komplizierte Schreibstil ist  in seiner Ausdrucksweise manchmal verwirrend und nicht leicht zu erfassen. Es ist keine leichte und unbeschwerte Lektüre, gibt aber einen Einblick in die Religionsgemeinschaft der Drusen , die an eine Seelenwanderung glauben und nicht zu den Muslimen gehören. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne.  Ich denke, dass dieses Buch eventuell autobiografische Wahrheiten der Autorin enthalten kann.  


Danke an die Autorin und den dtv-Verlag  für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.  


 

*unbezahltes Rezensionsexemplar, Werbung*

Übersetzt von Judith Elze, Anne Emmert

Hardcover mit Schutzumschlag, 496 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-424-35128-6

Erschienen am  18. Oktober 2023

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INHALT/KLAPPENTEXT: ach einem Schicksalsschlag steht Irene am Tiefpunkt ihres Lebens. Spontan steigt sie in einen Bus ohne zu wissen, wohin er sie führt. Als sie schließlich in einem kleinen Dorf in Mittelamerika landet, quartiert sie sich in einem Hotel am Fuß eines Vulkans ein, wo sie sich zum ersten Mal nach einer langen Zeit zu Hause und geborgen fühlt. Es ist ein paradiesischer Ort, an dem die bunten, wunderschönen Vögel die Künstlerin Irene zum Malen inspirieren. 


Durch unvorhergesehene Ereignisse wird ihr das Hotel übertragen. Anfangs noch skeptisch nimmt sie jedoch nach und nach die neue Aufgabe an. Es ist die Gemeinschaft im Hotel und auch dessen besondere Gäste, die ihr einen neuen Lebensinhalt geben. Doch wird sie jemals wieder glücklich sein? 

Joyce Maynard war Reporterin bei der New York Times und arbeitet noch heute als freie Journalistin für verschiedene große Magazine. Ihre Kolumnen und Artikel erscheinen in zahlreichen US-Zeitschriften. Mit ihren Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit dem Schriftsteller J.D. Salinger schrieb sie einen internationalen Bestseller. Die Autorin ist Mutter dreier erwachsener Kinder und lebt in Kalifornien und Lake Atitlan, Guatemala.

Meine Meinung zum Buch: 

Irene hat den schmerzlichen Verlust ihrer kriminellen Mutter nie verwunden, wuchs mit diffusen Ängsten vor dem FBI bei der Grossmutter auf. Als erwachsene Frau erleidet sie einen schmerzlichen und traumatischen Verlust von Ehemann und Sohn, kann sich jahrelang davon nicht befreien. Doch die Erlösung aus dieser schmerzlichen Lebenserfahrung kommt plötzlich und unerwartet. Auf einer Reise nach Mittelamerika strandet sie im abgelegenen wunderschönen Hotel  Hotel La Llorona am See La Esperanza . Dort lernt sie die lebenserfahrene Besitzerin des Hotel kennen und lieben. Diese hat sich Jahrzehnte um das malerische Hotel am See , gelegen am Fusse eines Vulkans gekümmert, der von herrlichen Blumen und Vögeln umgeben ist. Die weise Frau erzählt Irene die vielen Lebensgeschichten ihrer ehemaligen Gäste, verstirbt unerwartet und vererbt Irene das originelle und wunderschöne Hotel. Irene nimmt diese neue Herausforderung liebevoll an und gewinnt aussergewöhnliche neue Lebensansichten und Geschehnisse.....  

Das oben genannte Buch hat sich für mich als ein *spirituelles Märchen für Erwachsene* dargestellt. Der Schreibstil der Autorin ist einfach, gut verständlich und flüssig zu erlesen, regt die Fantasie an und befördert die Leser*innen in eine fiktiv erfundene Märchenwelt, mit Zügen, die unserer realen Welt ähnlich sind. 

Es ist ein Lesevergnügen der besonderen Art, oft geheimnissvoll, schockierend , aber auch verzaubernd und die Seele berührend. Emotionen pur werden den Leser*innen entlockt und geschenkt. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar mit dem farbenprächtigen Cover.  



Mittwoch, 17. April 2024

*Das Erbe von Talgrund* von Rebecca Martin - erschienen im Heyne Verlag

 


*Werbung, unbezahlt*



Erschienen am  13. März 2024
Inhalt / Klappentext: Patriarch Bruno Hofer ist mit 97 Jahre verstorben, und die entzweite Familie wird auf den Familienstammsitz Talgrund gebeten. Alle sind angespannt, hat Bruno doch kürzlich Änderungen im Testament angekündigt. Dann zieht ein heftiges Unwetter auf. Kurz bevor Überschwemmungen das Gutshaus tagelang isolieren, trifft Maya Dudek ein. Wer ist diese junge Frau, die angeblich eine Freundin von Bruno sein soll? Und was fällt ihr ein zu behaupten, auf Gut Talgrund seien im Zeiten Weltkrieg Zwangsarbeiter verpflichtet worden? Auf sich allein gestellt begibt sich die Familie auf die Suche nach einem plötzlich verschwundenen Testament und einer verdrängten Familiengeschichte, die jahrzehntelang im Verborgenen lag.




Rebecca Martin studierte Englisch und Deutsch in Frankfurt am Main und in Dublin, Irland. Ihre Leidenschaft gehört dem Reisen und dem Schreiben. Ihr Roman "Die verlorene Geschichte" gelangte sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, gefolgt von "Der entschwundene Sommer", "Die geheimen Worte" und "Das goldene Haus" und die "Die vergessene Freundin". Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nahetal.

Meine Meinung zum Buch: Ein verregneter Nachmittag wurde mir mit der obengenannten Lektüre etwas aufgehellt. Vierhundert Seiten in kurzer Zeit zu erlesen fiel nicht besonders schwer. Eine typische Familiengeschichte, die in zwei Zeitebenen angelegt war hat mich mäßig unterhalten . Der Schreibstil der Autorin war angenehm einfach, ließ sich flüssig und schnell erlesen.

Die Autorin hat ein ernstes und trauriges Thema gewählt und zwar die Situation europäischer Zwangsarbeiter während des 2. Weltkriegs in Deutschland. Sie hat diese Thematik sehr lax und oberflächlich in eine romantisch verlaufende Familiengeschichte eingebettet, die mir wie ein fiktives Märchen für Erwachsene erschien . Ein Jahrhunderthochwasser in der Jetzt-Ebene brachte ein wenig Spannung , konnte leider den Roman nicht wirklich aufwerten. Politische Infos der damaligen Zeit blieben völlig auf der Strecke und die oft unmenschlichen Bedingungen unter denen die Arbeiter oft litten wurden kaum oder nebenher erwähnt. Protagonist*innen und Familienmitglieder  gab es viele , ihre unterschiedlichen Charakterdarstellungen wurden nur leicht angerissen und nicht tief erarbeitet. Schade eigentlich, ich bin ein wenig enttäuscht! 

Meine Bewertung : DREI *** Sterne . 

Mein Dank geht an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar! 

  


Montag, 15. April 2024

*Meine wilden Kräuterfreunde aus dem Wald* von Anja Fischer - erschienen im Servus Verlag



*unbezahlte Werbung* Verlagslink , erschienen am 21.3.24,

 INHALT / KLAPPENTEXT: Mit Kindern den Wald entdecken

Spielerisch die Welt der Pflanzen entdecken: der familienfreundliche Begleiter zum Mitnehmen auf Erkundungstouren im Wald.

Beim Spaziergang durch den Wald fallen Kindern viele grüne Schätze in die Hände, die ihr Interesse an der Natur wecken. Anja Fischer hat zahlreiche Ideen für Spiele unter den Baumkronen und gibt Tipps, was Familien im Wald alles gemeinsam erleben können. Zwölf Pflanzen-Steckbriefe im beliebten Freundebuch-Stil erleichtern Groß und Klein dabei den Einstieg in die Welt der Kräuter und Waldpflanzen und vermitteln spielerisch Wissen über sie. Die vielen kreativen Ideen zum Nachmachen sorgen für besonders großen Sammelspaß. Ob Schokowipferl, Waldhustensaft oder ein Traumpolster aus Waldmeister – hier ist sowohl für kleine Kräuterhexen also auch wissbegierige Naturforscher und gesunde Naschkatzen etwas dabei.



Ein Mitmachbuch mit DIY-Anleitungen und Platz zum Zeichnen und Einkleben von getrockneten Kräutern.

Meine Meinung zum Buch: Wieder hat mich ein ganz schönes Mitmachbuch vom Servus Verlag  von der Autorin Anja Fischer erreicht. Dieses Buch dreht sich um unseren Wald und seine Kräuter, Bäume und Pflanzen, die man dort finden, sammeln und verwerten kann , wenn man mit offenen Augen im Wald umherstreift. 

Eltern und Kinder werden ihre Freude an diversen DIY -Tips haben wenn sie durch diesen  kleinen Naturführer blättern. DAS BÜCHLEIN ist wie ein Freundebuch gestaltet mit Seiten zum Ausfüllen, Schreiben , Gestalten, und/oder Malen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.  Es wird zum Experimentieren angeregt und  wertvolle Wald-Verhaltenstipps sind zu erlesen . Tipps zum Sammeln, Verwerten und Aufbewahren der kleinen Fundstücke sind spielerisch beigefügt.  Ganz besondere Rezeptideen für Küche und Keller können problemlos  nachgekocht werden.   

Zwölf Kräuter, Bäume, Pflanzen werden ausführlich beschrieben und  in Bildern gezeigt , damit auch keine Verwechslung beim Sammeln  passieren  kann. Sie nennen sich wie folgt:

BROMBEERE, WALDENGELWURZ, FICHTE, HASELNUSS, LÄRCHE, LINDE, LUNGENKRAUT, SCHWARZER HOLUNDER,VEILCHEN,WALDERDBEERE,WALDMEISTER, WILDROSE.

Die liebevoll gezeichnete Aufmachung des kleinen Naturentdeckerbüchlein  besticht ganz besonders  auf den ca. 100 Seiten. Langeweile tritt nicht  auf. Im Gegenteil, es bleibt immer noch Raum für eigene Ideen  und Aktivitäten beim nächsten Waldspaziergang. 

MEINE BEWERTUNG: FÜNF ***** Sterne.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Servus-Verlag für die Zusendung des schönen Rezensionsexemplars.  

 



Freitag, 12. April 2024

*Das Tal der Blumen* von Niviaq Korneliussen - erschienen im btb-verlag


 *unbezahlte Werbung*

Aus dem Dänischen von Franziska Hüther

Originaltitel: Blomsterdalen

Originalverlag: Gyldendal

Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-76239-2

Erschienen am  01. November 2023

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INHALT/KLAPPENTEXT: Als erste grönländische Autorin ausgezeichnet mit dem Nordischen Literaturpreis – ein Roman, der noch lange nachhallt, voller Dringlichkeit und Poesie.


Wie lässt sich damit umgehen, wenn die Lebensfreude plötzlich gedämpft wird und die Sorge überhandnimmt? Eine junge Grönländerin hat noch ihr ganzes Leben vor sich und hadert dennoch mit vielem: Sie hat eine Freundin, die sie liebt. Ihre Familie ist fürsorglich – vielleicht zu sehr. Sie wird demnächst Grönland verlassen, um in Dänemark zu studieren. Und doch fühlt sie sich fehl am Platz: zu dick und nicht gewürdigt in ihrer Kultur, die so viele Demütigungen erlitten hat. Und dann sieht sie täglich die gebrochenen Herzen auf Facebook, die für die vielen jungen Selbstmörder*innen in Grönland stehen. Was bedeutet das für den eigenen Blick auf das Leben? Niviaq Kornenliussen erzählt mit großer literarischer Kraft, aber auch frischem Humor von der Suche nach Identität, der kulturellen Verwurzelung und dem inneren Halt im Leben.

Niviaq Korneliussen, 1990 in Nuuk, Grönland, geboren, gilt als eine der spannendsten jungen literarischen Stimmen im nordischen Raum und als Sprachrohr ihrer Generation. Ihr Roman »Das Tal der Blumen« wurde mit dem Nordischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis nordeuropäischer Länder, der damit zum ersten Mal an eine grönländische Autorin vergeben wurde. Der Roman erhielt begeisterte Kritiken und erscheint in zahlreichen Ländern.

Mein Leseeindruck: Eine junge Grönländerin verlässt zum Studium ihre Heimat, die Familie und ihre beste Freundin und grosse Liebe Maliina. Die Ich-Erzählerin geht nach Dänemark, fühlt sich dort ziemlich verloren und wird von ihren Studienkolleg*innen wohl mit unbewusst rassistischen Äusserungen immer wieder konfrontiert. Sie zieht sich zurück, vernachlässigt ihr Studium  und leidet stark an Heimweh. 

Die beiden jungen Mädchen haben aneinander die grosse Liebe gefunden und zeigen sie auch mehr oder weniger öffentlich ihren Familien und Freunden. Als Maliinas junge Cousine Gudrun durch einen Suizid verstirbt, bricht unsere Ich-Erzählerin Hals über Kopf zurück in ihre Heimat auf um der verstörten und verzweifelten Geliebten Maliina beizustehen.....  

Die Suizid-Rate unter jungen Menschen ist in Grönland ungewöhnlich hoch. Vielleicht auch bedingt durch die monatelange Dunkelheit, eine hohe Anzahl von depressiven Erkrankungen und  den von der Gesellschaft akzeptierten exzessiven Alkoholmissbrauch. Dieses Buch mit dem schönen blumigen Cover und Titel beinhaltet diese ernste und traurige Thematik. 

Der Schreibstil der jungen Autorin Niviaq Korneliussen ist absolut ehrlich, manchmal sehr derb und oft körperbezogen. Das Buch besticht durch seine  Thematik sowie durch seine sogartige und flüssige Ausdrucksweise. Eine Besonderheit, die manchen Leser*in auch schockieren kann , möchte ich noch erwähnen. Es ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die sich SIE, DU, ICH, nennen. Im Abschnitt SIE werden vor jedem Abschnitt insgesamt 45 Suizide und deren Kurz- Beschreibung erwähnt. Die Themen, Tod, Sterben, Suizid, Sehnsucht nach einer inneren Heimat finden als indigener Mensch, spielen die Hauptrollen in diesem Buch. Der enge Zusammenhalt der Familien kann diese verzweifelten Selbstmordraten nicht auffangen. Und der dänische Staat ist mit klinischen Hilfs-Angeboten und Therapieplätzen schlichtweg überfordert. So wird es zumindest im Roman geschildert. 

 Triggerwarnung: Es ist ein ernstes Buch und man sollte es nur bei absoluter seelischer Gesundheit lesen. Es ist sehr belastend für die Psyche und eher selten humorvoll. Aber die Darstellung einer  Liebesbeziehung  zwischen  Frauen spielt eine ebenso wichtige und beeindruckende Rolle im Roman. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE !

Mein Dank geht an die Autorin und den btb-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.    


Freitag, 5. April 2024

*Seit er sein Leben mit einem Tier teilt* von Bodo Kirchhoff - erschienen im dtv-verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN: 978-3-423-28357-1

Erscheinungsdatum: 11.01.2024 

5. Auflage  Verlagslink

Inhalt/Klappentext: Vier Tage vor dem Höhepunkt des Sommers, dort, wo sich Louis Arthur Schongauer, einst düsterer Deutscher in Hollywood-Filmen, nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen hat. Jetzt will er nur noch mit seiner Hündin leben, inmitten alter Oliven oberhalb des Gardasees.

Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen vielfach gefeierten Romanen ›Die Liebe in groben Zügen‹ (2012) und ›Verlangen und Melancholie‹ (2014) wurde er 2016 für seine Novelle ›Widerfahrnis‹ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen sind die Romane ›Dämmer und Aufruhr‹, (2018), und ›Bericht zur Lage des Glücks‹, (2021). 


Mein Leseeindruck zum Buch: Bodo Kirchhoff zeichnet mit dem alternden, 75 jährigen Schauspieler Louis Arthur Schongauer einen aussergewöhnlichen Protagonisten, der uns durch seine reiche und überaus sensible Gedankenwelt führt. Die enge und zärtliche Beziehung zu seinem Hund Ascha , seinem einsam gelegenen Lebensumfeld oberhalb des Gardasees, inmitten von Oliven Bäumen und alten Steinmauern berührt die Leser*innen im Herzen. Poetisch beschriebene Landschaftseindrücke vom Blick auf den See und seine Schönheit verzaubern und versetzen die Leser*innen in einen mystischen, stimmungsvollen und sogartigen Lesefluss. In dieses ruhige und zufriedene Leben von Mensch, Hund und Natur mischen sich zwei unterschiedliche Frauen zeitgleich ein. Die junge Reise Bloggerin Frida , die vom Alter her seine Enkelin sein könnte, strandet per Zufall mit reparaturbedürftigen Wohnmobil in seiner steilen Grundstückseinfahrt. Almut, die Journalistin im mittleren Lebensalter besucht Schongauer um ein Interview mit ihm zu führen über sein Schauspieler-Leben und die tragischen Ereignisse, die zum Tod seiner beiden Ehefrauen führten. 


Der Schreibstil von Bodo Kirchhoff fasziniert durch seine wörtliche Rede ohne Zeichensetzung , die er klar und ganz natürlich in den Text einfliessen lässt. Man liest wie in Trance und wird gefordert aufmerksam und ruhig den Gedankengängen, die sich viel um seine Hündin Ascha drehen, Schongauers Reflexionen von Lebenseindrücken aus der Vergangenheit, sowie den aktuellen Diskussionen mit seinen neuen Besucherinnen. 

Mit viel Sensibilität und starker Ausdrucksweise gelingt für den Leser*in  ein authentischer Blick auf ein ganzes Familien-Menschen-Ehe-Leben, welches sich immer deutlicher und bildhafter öffnet. Fröhliche, glückliche, erotische, traurige, tragische und verzweifelte Momente und Ereignisse spiegeln das Leben des alternden Schauspieler deutlich und behutsam. Die Einblicke in Schongauers Schauspielkarriere beim Mitwirken in Filmen, das Beschreiben von passenden,  damals aktuellen Musikstücken empfand ich als sehr informativ und bereichernd für seine persönliche Charakterdarstellung. 

Die zarte und reine Liebe zum Tier , dem farbigen und individuellem Menschsein sowie zu den unterschiedlichsten Frauen macht Louis Arthur Schongauer sehr liebenswert und die Sympathie der Leser*innen ist ihm gewiss.

Für mich war dieser Roman ein absolutes Lesehighlight und ich danke dem Autor und dem dtv-verlag ganz herzlich für dieses stimmungsvolle und wertvolle Rezensionsexemplar. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen sensiblen, besonderen und ausdrucksstarken  Roman über das Leben an sich, die Entwicklung einer Liebe im Alter und den Beziehungen von Mensch und Tier zueinander.