Sonntag, 9. August 2026

*Schatten über den Highlands* von Constanze Wilken - erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung, unbezahlt*


MEINE MEINUNG ZUM BUCH:

Pferde, Schottland, das Leben der Traveller - der *fahrenden Leute* , die auch heute noch oft ruhelos durch die Landschaft von Schottland, Irland reisen. Die Liebe. 

Das sind Themen mit denen sich dieses sehr bunte und gut verfasste Wohlfühlbuch von Constanze Wilken beschäftigt. 

Der süsse Duft der violett blühenden Heidelandschaft steigt beim Lesen des Buches betörend im Kopf auf. Hufgetrappel, der herbe Geruch von Pferden, Heu und auch Mist kommen hinzu. Vermischt werden diese Eindrücke mit einer herzberührenden Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. Lizzie und Ronain. Sie sind Traveller, aufgewachsen in einer engen und behüteten Gemeinschaft verschiedener Clans. Ronain wollte immer schon  seinen Traum von einem Leben als Tierarzt verwirklichen - doch es wurden ihm viele Steine auf diesem Weg vor die Füsse geworfen. 
Lizzie wählt einen anderen Lebensweg,  mag nicht mehr im Familienverbund  umherziehen, geht nach Glasgow, begegnet dem alten Mr. Murphy in seinem Buchladen. Er kümmert sich rührend um die einsame, heimatlos gewordene Lizzie und schenkt ihr neue Perspektiven mit dem Arbeiten in seiner Buchhandlung. Lizzie hat von kleinauf Bücher geliebt. Sie wurden ihr vom Vater Donnie weggenommen, verboten, ja sogar verbrannt. Doch nun, heute  ist der alte Donnie schwer krank . Lizzie wird nach Hause gerufen. Ihr Vater möchte sie trotz vieler Zerwürfnisse noch einmal sehen und sprechen. Schweren Herzens macht sie sich auf den Weg in die alte Heimat. 

 Alles verändert sich für die beiden Traveller- Familien. Missverständnisse und Geheimnisse klären sich zum Positiven  auf.  Doch eines bleibt für alle das Wichtigste in der Zukunft : ihre Liebe zu den Pferden, ihrer Aufzucht, den Pferdeauktionen, der vertraute Familien-Zusammenhalt und die Liebe der Traveller zum Umherziehen und Reisen, die Empathie der Horsemen zu den Pferden und letztendlich sogar die Liebe zu Büchern. 

Ich habe wunderbare Stunden in den Highlands verbracht und bedanke mich herzlich bei der Autorin und dem Goldmann Verlag für das Print-Rezensionasexemplar.

LESEEMPFEHLUNG MIT FÜNF  ***** STERNEN IM GENRE WOHLFÜHLROMAN.  


INHALT/KLAPPENTEXT: 
Die junge Lizzie Farland hat sich fernab der Highlands ein neues Leben in Glasgow aufgebaut . Doch als sie einen alarmierenden Brief ihres Vaters, des Pferdezüchters Donnie, erhält, macht sie sich sofort auf den Weg zurück in ihre alte Heimat, die idyllische Grafschaft Perthshire. Der schwerkranke Donnie hat einen letzten Wunsch an seine Tochter: Er möchte sie vor seinem Tod mit Ronain verheiraten, dem Sohn seines besten Freundes. Als junges Mädchen war Lizzie in den sympathischen, gut aussehenden Ronain verliebt – dann musste er für drei Jahre ins Gefängnis, und Lizzie hat ihm nie verziehen. Sie ahnt nichts von dem gut gehüteten Geheimnis hinter Ronains damaliger Verurteilung ...

Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Als Autorin ist sie sowohl mit großen Frauen- als auch mit historischen Romanen erfolgreich.

 

*Wochenrückblick vom 3.8.-9.8.26*

(Werbung, unbezahlt)

 

GETAN: Alles für den Familienbesuch vorbereitet, eingekauft und geräumt.  Ich habe wieder einige gesunde, vegane Gerichte von Prof. Longo nachgekocht und genossen. Es gab aber auch einmal Fleisch in der Woche. Diese Praktik kenne ich schon lange -  seit meiner Kindheit. 

GEDACHT: Die heissen Tage vergehen für mich unendlich langsam. Ich flüchte eher in meine Bücher als in den Wald :-) !  Das Wasservorräte verschwinden überall in Europa in diesem heissen Sommer - unsere Lebensgrundlage!  Es ist gefährlich,  dass Atomkraftwerke nicht mehr gekühlt werden können, wie es grad in Ungarn auftritt. 

GEÄRGERT: Wie kann man immer noch so stur an den fossilen Energieträgern hängen  so wie es Politik und Konzerne vormachen ? Sie kappen gnadenlos die Lebensgrundlagen kommender Generationen. 

GEFREUT: Auf den Besuch der Kinder und Enkel aus Süddeutschland.. Die Einschulung eines Enkeljungen in Norddeutschland in der nächsten Woche miterleben zu dürfen wird sicher  eine grosse Freude für die ganze Familie.  

GESEHEN: Nichts Wichtiges. Im TV gibt es eh nur langweilige Wiederholungen alter Sendungen.   Einige spannende Krimis aus Schweden auf Arte. 

GELESEN: Ein ruhiges, stilles Buch von Malachy Tallack gelesen und  rezensiert. Sein Schreibstil gefällt mir sehr. Ich kenne ihn von seinen anderen Büchern.

Zum Entspannen bei heissem Wetter lese ich einen Wohlfühlroman aus den schottischen Highlands von Constanze Wilken. Info siehe an der Seitenleiste.   Die Kurzrezension kommt in der nächsten Woche hier zum Nachlesen. 



Ich wünsch euch eine gute Woche!
 


Mittwoch, 5. August 2026

*DER OZEAN SO WILD UND WEIT* von Malachy Tallack - erschienen im Luchterhand Verlag

*Werbung, unbezahlt*



MEINE MEINUNG ZUM BUCH:
Jack ist ein 62 jähriger Eigenbrötler, der im Haus seiner Kindheit  auf einer der Shetland Inseln  wohnen geblieben ist. Allein, ohne Familie , nur seine geliebt Country-Musik ist ihm Freund und Begleiter seines stillen und bescheidenen Lebens. Lange Spaziergänge im rauen Klima an der Meeresküste halten ihn fit und seine sozialen Kontakte haben sich auf wenige Nachbarkontakte,  Einkaufsfahrten in den kleinen Dorfshop oder in die nächste grössere Stadt beschränkt. Er ist zufrieden, doch manchmal nagt ein kleines Gefühl von verpassten Chancen in seinem Inneren an ihm. Der tragische Tod seiner Eltern hat seine ursprüngliche Lebensplanung in jungen Jahren als freier Musiker in Schottland verhindert. Er fühlt sich an das Leben im Cottage, seinen Erinnerungen an die Vergangenheit stark gebunden. 
Doch eines Tages liegt beim Heimkommen eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Haustür. Er ist verwirrt, glaubt an einen Schabernack,  öffnet dieses Päckchen und ist verblüfft,,,,,,

Dieses Buch strahlt eine unglaublich Ruhe beim Lesen aus, die sofort fast körperlich spürbar ist. Der Autor erzählt aus dem Leben von Jacks Eltern , die Geschichten von den Fahrten des ehemaligen Walfängers Sonny, seiner Ehefrau Kathleen und  dem Grossonkel Tom. Er ist  der Eigentümer des kleinen Cottage an der Küste hinter einem Berg und lebt fortan mit Sonny, Kathleen und Jack ein bescheidenes, aber glückliches Leben.  Das kleine Haus versteckt sich perfekt dort vor Sturm und Regen und liegt doch in der Nähe der Meeresküste. Jack's glückliche Kindheit wird geschildert, seine enge und nahe Beziehung zu seinem Onkel Tom, die tägliche  Unrast des Vaters und ehemaligen Walfängers und der liebevollen,  alle Konflikte zwischen den beiden Männern Tom und Sonny ausgleichenden Mutter Kathleen. Und immer wieder ist es die Musik, seine Gitarre und die eigenen Songs, die den schüchternen Jack in seiner eigenen Welt fest halten und  begleiten. Doch es fehlen Menschen in seinem späteren, einsamen Leben. Auch das ahnt er erst spät und  schmerzlich. Er versucht dieses Gefühl zu ignorieren,  tröstet sich mit seiner grossen Musiksammlung und dem eigenen Komponieren und Musizieren. 
 Was ihn verändert, aus seinem Schneckenhaus holt, verwundert und letztendlich beglückt ist im weiteren Verlauf des Buches wunderbar und beruhigend  für die Leser*innen zu erleben.  

Meine Bewertung: Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF***** Sternen für Leser*innen die ein kleines, unaufgeregtes und einfaches  Leben verfolgen möchten. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Luchterhand Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

INHALT / KLAPPENTEXT: Ein Roman über die unermessliche Kraft des Meeres und der Freundschaft
1957: Sonny verdient sich seinen Lebensunterhalt auf einem Walfangschiff im Südatlantik. Der Alltag auf dem Ozean ist rau, er lehrt ihn die Zerbrechlichkeit des Daseins. Als er schließlich in seine Heimat zurückkehrt, auf die Shetlandinseln, um sich mit seiner Frau Kathleen und seinem Sohn Jack eine Existenz aufzubauen, liegt das schwere Erbe seiner Zeit auf See wie ein Schatten über der Familie.

Viele Jahrzehnte später lebt Jack nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein zurückgezogenes Leben im alten Cottage der Familie. Jack ist wie die karge Landschaft um ihn herum: stoisch und schweigsam, immer schon da. All seine Gefühle wandern in die Country-Songs, die er selbst schreibt und die er in einem anderen Leben auf der Bühne gesungen hätte. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Tür liegt und eine Freundschaft mit der jungen Nachbarstochter beginnt, die Jack eine neue Perspektive auf seinen Platz in der Welt eröffnet.

Malachy Tallack hat einen unvergesslichen Roman geschrieben, der voller kleiner Augenblicke ist und voller großer Momente: ein Buch über die lebensverändernde Kraft der Freundschaft und der Musik.

Malachy Tallack ist Schriftsteller, Singer-Songwriter und Journalist. 2014 gewann er den New Writers Award des Scottish Book Trust und 2015 die Robert Louis Stevenson Fellowship. Mit seinem ersten Buch »60º Nord« kam er auf die Shortlist des Saltire First Book Award, das zweite, »Von Inseln, die keiner je fand«, wurde 2016 bei der Verleihung der Edward Stanford Travel Writing Awards als Illustrated Travel Book of the Year ausgezeichnet. Beide Bücher beschäftigen sich mit Nature Writing, Geschichte und Memoir. Sein Debütroman »Das Tal in der Mitte der Welt« kam 2018 auf die Shortlist des Highland Book Prize und wurde für den Royal Society of Literature Ondaatje Prize nominiert. Malachy Tallack ist in Shetland aufgewachsen und lebt aktuell in Stirlingshire.

 Übersetzung: Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, gest. 2024 in München, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", war der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

Cornelius Reiber, geboren 1973, studierte Germanistik, Geschichte und Kulturwissenschaften in Köln und Berlin. Er lebt als Übersetzer in Berlin, daneben lehrt er an der Universität Basel.







Montag, 3. August 2026

*Amlas Töchter* von Asha Thanki - erschienen in der HarperCollins Verlagsgruppe

*Werbung, unbezahlt*

MEINE MEINUNG ZUM BUCH : Dieses Buch hat mich sofort gefesselt und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Andere Lektüren habe ich an die Seite geschoben.

 Zwei Frauen heute in Brooklyn,  die sich Gedanken darüber machen ein Kind gemeinsam aufzuziehen. Es kommen Bedenken von Ayukta's Seite auf. Die Erzählende Ayukta  berichtet von einem geheimnisvollen Ahnengedächtnis, welches die Geschichten der Frauen ihrer Familie aufbewahrt und auf magische Art und Weise vererbt wird.  Ein Teppich, in den jede Generation die Nachfolgerin hinein stickt fügt auch durch Gedanken, Bilder, Ereignisse hinzu, die von den nachfolgenden Frauen der nächsten Generationen gelesen , geträumt, erzählt, gemalt werden können. Es ist einfach eine mystische und geheimnisvolle Familientradition.  

Wir begegnen zu Beginn dieser Erzählung Ayuktas Grossmutter Amla im Jahr 1946 in Karatschi. Sie ist zehn Jahre alt, lebt dort behütet von ihren Eltern und trifft sich täglich mit ihrer besten Freundin Fiza, die in einer muslimischen Familie aufwächst. Indien und der neu zu gründende Staat Pakistan stehen kurz vor ihrer politischen Spaltung. Den dort lebenden Familien mit  unterschiedlichen religiösen Wurzeln bedeutet das noch nicht viel. Sie ahnen noch nichts von der aufkommenden Gewalt, dem Blutvergiessen und leben friedlich miteinander. Amla besitzt ein besonderes Zeichentalent , malt ihr Leben und ihre Erlebnisse . Die Familie zieht um nach Indien zur Familie der plötzlich verstorbenen Mutter. Amla lebt mit ihrem BABU (Vater) im alten Haus der Grossmutter mütterlicherseits. Sie vermisst ihre liebe Fizza. Den Kontakt aufrecht zu erhalten ist schwierig in der damaligen , unruhigen Zeit. Amla findet neue Freundinnen , denen im Alltag und auf einem Fest Ungeheuerliches passiert. Amla bringt ihre Eindrücke dazu zu Papier und das Unheil beginnt durch die Verhaftung des Vater während der politischen Umbrüche. Ein  bestickter Teppich mit den Ahnen, das Vermächtnis ihrer früh verstorbenen Mutter Chandinii hat eine mystische Wirkung auf sie beim Anschauen , produziert Bilder in ihrem Kopf  aus dem Gedächtnis der vorangegangenen Generationen, die sie dann auf ihrem Zeichenpapier abbildet. 

Die Familiengeschichte wird weiter erzählt bis heute. Wir erleben Arni, die jüngste Tochter von Amla im Jahr 1974 , die politischen Unruhen zwischen der städtischen Bevölkerung und der Landbevölkerung. Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist ein brandheisses  Thema (auch heute noch). Ayukta fürchtet sich davor das *sogenannte Ahnengedächtnis* aus tausenden von Jahren an ihr Kind weiterzugeben. 

Der Schreibstil  von Asha Thanki ist bunt, authentisch, fast in einem Märchenstil gehalten  und erzählt aus dem fremdartig wirkenden Leben in Indien und Pakistan. Diese bunte und  uns Europäern unbekannte Welt mit völlig anderen Wertvorstellungen, wird von der Autorin wunderschön, aber auch mit schrecklichen, unverständlichen Fragmenten  deutlich vermittelt. 

Viele indische Begriffe für Speisen und Bräuche waren mir sehr fremd.  Ein Glossar wäre da sehr hilfreich gewesen.   

Es ist ein ganz besonderes Buch mit vielfältigen,  faszinierenden Themen, dem ich gern FÜNF ***** Sterne gebe.

https://www.harpercollins.de/products/amlas-tochter 


https://www.amazon.de/Amlas-Töchter-Herausragendes-Mitreißend-Mittelpunkt/dp/3365008349?ref_=ast_author_dp  

INHALT/KLAPPENTEXT: Herausragendes Debüt: die Geschichte Pakistans mit einer zärtlichen Liebe im Mittelpunkt

Brooklyn, 2022: Ayukta schuldet ihrer Frau eine Antwort auf die Frage, die sie immer vermieden hat: Sollen sie ein Kind bekommen? Die Entscheidung wird durch die Geschichte ihrer Familie erschwert – denn Ayukta trägt nicht nur ihre eigenen Erinnerungen in sich. Ein Ahnengedächtnis, das sich über tausend Jahre erstreckt und alle Frauen in ihrer Familie miteinander verbindet, ist gleichzeitig eine unmögliche Bürde und ein unglaubliches Geschenk. Ayukta durchlebt das Trauma ihrer Großmutter Amla, die vor dem Tod ihrer Mutter ein glückliches Kind in Karatschi war und während der Teilung des Landes auswandern muss. Amlas Tochter Arni führt uns nach Gujarat im Jahr 1974, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Unterschiede zwischen den städtischen Klassen herausgefordert werden, während eine von Studenten angeführte politische Bewegung für instabile Verhältnisse sorgt. Ayukta erzählt nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch von den blutigen Jahren der Teilung ihres Heimatlandes, ganze Jahrzehnte voller Liebe, Verlust, Herzschmerz und Wiedergeburt.

 Asha Thanki erhielt ihren MFA von der University of Minnesota. Ihr Schreiben wurde von zahlreichen Stipendien gefördert, ihre Kurzgeschichten und Essays sind in einigen Medien erschienen sowie durch zahlreiche Preise geehrt worden.

https://www.amazon.de/Amlas-Töchter-Herausragendes-Mitreißend-Mittelpunkt-ebook/dp/B0CWPWHRM7/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=1J8IG4NWB2MHV&dib=eyJ2IjoiMSJ9.eCV2Q5HHH80pHjcI1gkWloUV8yKnutCtcx28-k2cJRY7DqaUJ1C-9hWoe8ov37LMRiiQApgUj33AReDgIAgLG0uiACe5aTDBlQ4qYMoBBd7dQqhYsaoKgf-TU7GWby4Xuhb49C8Ey9GX3bCAIldhSKP01snJNc_VsvhCZVJf5O9g_kONM6hyaRHYSydzR9Z7_kkOkkBJEYqi_vdFK7NLSUujAeASXnJhjU-Ssp4EjPo.SrmA57iCoNbz0nwzn7iuXnIfnkzs1A6dZMkHrm-uozI&dib_tag=se&keywords=amlas+töchter&qid=1785664801&sprefix=amlas+töchter%2Caps%2C102&sr=8-1

"Hallo, ich bin Asha Thanki. Ich bin eine Schriftstellerin aus St. Louis, lebe nun in Brooklyn, und mein Roman „A Thousand Times Before“ erscheint nächsten Sommer bei Viking. „A Thousand Times Before“ handelt von Ayukta, die sich mit ihrer Frau Nadya zusammensetzt, um zu erklären, warum sie immer gezögert hat, übers Kinderkriegen zu sprechen. In Wahrheit hat Ayukta ein großes Geheimnis: Sie stammt aus einer langen Linie von Frauen, die Zugang zu ihrem Ahnengedächtnis haben, und Ayukta hat Schwierigkeiten zu verstehen, was es bedeutet, etwas weiterzugeben, das ein so großes Geschenk, aber auch eine so große Last für jedes Kind sein könnte, das sie zur Welt bringen würde. Also rollt Ayukta im Laufe einer Nacht und eines Tages die Geschichte derer aus, die vor ihr kamen und die uns von 1946, Karatschi über 1974, Gujarat bis hin zu 2018 in Minneapolis führt.


Und sie versucht, Nadja die Bedeutung der Geschichten zu vermitteln, die ihr und auch ihnen gemeinsam bei der Entscheidung über Elternschaft helfen könnten. Im Kern geht es in dem Roman um das Mädchensein und Queerness. Um Macht und ihre Erforschung, ob sie nun gesellschaftlich, institutionell oder systemisch ist. Und es geht auch um die kaleidoskopische Liebe: die Liebe zu den Vorfahren, die familiäre Liebe zwischen Geschwistern, die platonische und die romantische Liebe. Im Kern ist „A Thousand Times Before“ eine Liebesgeschichte.


Für mich bedeutet dieser Roman so viel. Ich habe ernsthaft mit dem Schreiben begonnen, nachdem mein letzter überlebender Großelternteil verstarb und es wurde mir sehr wichtig, die Migrationsgeschichten meiner eigenen Familie in dem Buch nachzuzeichnen. Es ist auch eine der Möglichkeiten zu überlegen, wo ist Heimat? Was ist Heimat? Was bedeutet sie aus einer diasporischen Sichtweise heraus? Und wie verstehen wir die Art und Weise, in der Macht, Entscheidungsfindung, Barrieren und Politik eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung des Lebens von alltäglichen Menschen spielen.


Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre von „A Thousand Times Before“. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, und ich freue mich, dass es nun in der Welt ist und Sie es lesen können. Danke, dass Sie es willkommen heißen."


*A Thousand Times Before* ist der englische Titel für *Amlas Töchter*

Übersetzt von Nadine Mutz

Sonntag, 2. August 2026

*Wochenrückblick vom 27.7- 2.8.26*


*Werbung , unbezahlt*


GETAN: In dem neuen Rezeptbuch von Prof. Dr. Valter Longo habe ich tatsächlich unermüdlich geblättert und einiges nachgekocht. Ein Ausflug nach Bad Arolsen und Korbach hat Heimatgefühle und viele schöne Erinnerungen geweckt. Leckeres Sauerteigbrot gebacken aus Urdinkel und Roggenmehl. Neue Kräuter sind bei mir eingezogen, zwei Sorten Minze, eine Zitronenmelisse.  

GEDACHT: Wie schnell sich das Leben verändern kann !  Eine nicht heilbare Krankheit einer lieben Freundin hat mir das wieder deutlich vor Augen geführt.  

GEÄRGERT: Über ein fast  ungeniessbares und teures Abendessen in einem Lokal im Waldeckschen Land. Es war eine Unverschämtheit Gästen so etwas zu servieren. 

GEFREUT: Ein neuer Kontakt zu einer Garten-Bloggerin hat mir schöne Impulse geschenkt. 

GESEHEN: Ein fiktiver Film über Terrorentwicklungen  in Indien/Pakistan, zufällig zum Thema Indien  - aber nicht passend zur Thematik des Buches!

GELESEN: *Amlas Töchter* aus der HarperCollins Verlagsgruppe verzaubert mich und versetzt mich in eine magische , bunte, fremde Welt voller mir unbekannter Eindrücke. Viele indische Begriffe für Speisen , Sitten und Bräuche waren mir sehr fremd.  Ein Glossar wäre da sehr hilfreich gewesen.   

Einen gesunden und wertvollen Ernährungsratgeber mit 200 Rezepten habe ich mir gründlich angeschaut, einiges nachgekocht und eine Kurzrezension verfasst. Viele Rezepte  werden einen festen Platz in meiner Alltagsküche bekommen und/oder sind mir schon bekannt. 

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*Werbung, unbezahlt*
Inhalt /Klappentext:
Brooklyn, 2022: Ayukta schuldet ihrer Frau eine Antwort auf die Frage, die sie immer vermieden hat: Sollen sie ein Kind bekommen? Die Entscheidung wird durch die Geschichte ihrer Familie erschwert – denn Ayukta trägt nicht nur ihre eigenen Erinnerungen in sich. Ein Ahnengedächtnis, das sich über tausend Jahre erstreckt und alle Frauen in ihrer Familie miteinander verbindet, ist gleichzeitig eine unmögliche Bürde und ein unglaubliches Geschenk. Ayukta durchlebt das Trauma ihrer Großmutter Amla, die vor dem Tod ihrer Mutter ein glückliches Kind in Karatschi war und während der Teilung des Landes auswandern muss. Amlas Tochter Arni führt uns nach Gujarat im Jahr 1974, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Unterschiede zwischen den städtischen Klassen herausgefordert werden, während eine von Studenten angeführte politische Bewegung für instabile Verhältnisse sorgt. Ayukta erzählt nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch von den blutigen Jahren der Teilung ihres Heimatlandes, ganze Jahrzehnte voller Liebe, Verlust, Herzschmerz und Wiedergeburt.

"Hallo, ich bin Asha Thanki. Ich bin eine Schriftstellerin aus St. Louis, lebe nun in Brooklyn, und mein Roman „A Thousand Times Before“ erscheint nächsten Sommer bei Viking. „A Thousand Times Before“ handelt von Ayukta, die sich mit ihrer Frau Nadya zusammensetzt, um zu erklären, warum sie immer gezögert hat, übers Kinderkriegen zu sprechen. In Wahrheit hat Ayukta ein großes Geheimnis: Sie stammt aus einer langen Linie von Frauen, die Zugang zu ihrem Ahnengedächtnis haben, und Ayukta hat Schwierigkeiten zu verstehen, was es bedeutet, etwas weiterzugeben, das ein so großes Geschenk, aber auch eine so große Last für jedes Kind sein könnte, das sie zur Welt bringen würde. Also rollt Ayukta im Laufe einer Nacht und eines Tages die Geschichte derer aus, die vor ihr kamen und die uns von 1946, Karatschi über 1974, Gujarat bis hin zu 2018 in Minneapolis führt.

Und sie versucht, Nadja die Bedeutung der Geschichten zu vermitteln, die ihr und auch ihnen gemeinsam bei der Entscheidung über Elternschaft helfen könnten. Im Kern geht es in dem Roman um das Mädchensein und Queerness. Um Macht und ihre Erforschung, ob sie nun gesellschaftlich, institutionell oder systemisch ist. Und es geht auch um die kaleidoskopische Liebe: die Liebe zu den Vorfahren, die familiäre Liebe zwischen Geschwistern, die platonische und die romantische Liebe. Im Kern ist „A Thousand Times Before“ eine Liebesgeschichte.

Für mich bedeutet dieser Roman so viel. Ich habe ernsthaft mit dem Schreiben begonnen, nachdem mein letzter überlebender Großelternteil verstarb und es wurde mir sehr wichtig, die Migrationsgeschichten meiner eigenen Familie in dem Buch nachzuzeichnen. Es ist auch eine der Möglichkeiten zu überlegen, wo ist Heimat? Was ist Heimat? Was bedeutet sie aus einer diasporischen Sichtweise heraus? Und wie verstehen wir die Art und Weise, in der Macht, Entscheidungsfindung, Barrieren und Politik eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung des Lebens von alltäglichen Menschen spielen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre von „A Thousand Times Before“. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, und ich freue mich, dass es nun in der Welt ist und Sie es lesen können. Danke, dass Sie es willkommen heißen."

*A Thousand Times Before* ist der englische Titel für *Amlas Töchter* ================================================




 

Freitag, 31. Juli 2026

*ISS DICH JUNG* von Prof. Dr. Valter Longo - Das Rezeptbuch zur Longevità-Diät

 (Werbung, unbezahlt*)



MEINE MEINUNG ZUM BUCH: 

Ob es eine wirkliche Gnade ist einhundert Lebensjahre zu erreichen, möchte ich stark bezweifeln. Zumal  wenn Krankheit und Leiden die Oberhand gewinnen. Daher kann ich der Wahl des Titels nur teilweise meine persönliche Zustimmung geben.
Denn gesunde Ernährung beginnt für uns Menschen schon im Mutterleib durch die Ernährungsgewohnheiten der Mutter und wird  hauptsächlich durch die weitere Nahrungsaufnahme und viele andere Faktoren im Lauf des Lebens massgeblich beeinflusst.  Auf jeden Fall ist es sicher erstrebenswert sich ein persönliches Ziel für eine gesunde Ernährung zu setzen.  Einfache, gesunde Lebensmittel ohne chemische Zusätze,und/oder industrieller Verarbeitung sind auf jeden Fall zu bevorzugen. Und nun kommt obiges Rezeptbuch ins Spiel. Auf fast vierhundert Seiten können wir Meinungen, Tipps , Tricks und vor allem einfache, wohlschmeckende Rezepte, hauptsächlich aus Italien stammend , von Prof. Valter Longo gesammelt , nachlesen. Er hat das Buch in verschiede Abschnitte aufgeteilt, die ich hier nun vorstelle: 
Einleitung, Scheinfasten, Krankheit und Lebenserwartung : ein Update, 
Zu Tisch bei unseren Vorfahren: Die Mittelmeerdiät und ihre Geschichte, 
Wo man in Italien am ältesten wird: Ernährung und Lebensweise, 
Mittelmeerdiät und Longevità-Diät, 
Auf der Suche nach Speisen für ein langes Leben, 
Vitamin - und mineralstoffreiche Lebensmittel und ihre Zubereitung,Tafelfreuden für ein langes Leben : Die Rezepte.
 
Quellen für Vitamine Mineralstoffe und andere Mikronährstoffe , Danksagung, Quellen und Anmerkungen, Bildnachweis, Sachregister, Rezeptverzeichnis. 

Hier nun einige Eindrücke aus dem Buch. Prof Longo hat die Rezepte den unterschiedlichen Regionen Italiens zugeteilt und so übersichtlich  geordnet. 






Um die ca. zweihundert Rezepte nachzukochen bedarf es vor allem Geduld und Zeit.  Es ist illusorisch das zu schaffen. Ich freu mich aber schon sehr darauf immer wieder zu diesem schönen Ratgeber zu greifen und mir neue Anregungen für meine tägliche Küche zu holen. 

Ich vergebe gern FÜNF ***** Sterne für diesen Ratgeber und bedanke mich herzlich beim Autor und dem Goldmann Verlag für diesen wertvollen Sachratgeber als Rezensionsexemplar. 

INHALT/KLAPPENTEXT: 

In seinem Bestseller »Iss dich jung« zeigte Prof. Dr. Valter Longo, wie wichtig Ernährung für ein langes und gesundes Leben ist: Durch die Kombination von gesunder Ernährung mit dem sogenannten Scheinfasten ist es möglich, das Risiko altersbedingter Krankheiten zu senken. Nun teilt er die Ergebnisse seiner neuesten Forschung und nimmt uns mit auf eine Reise zu den Regionen Italiens, in denen die meisten Hundertjährigen leben.
Longo hat mehr als zehn Regionen mit einer außergewöhnlich hohen Lebenserwartung identifiziert und sich ihre traditionelle Küche angesehen, um herauszufinden, was das Geheimnis der Hundertjährigen ist. Von diesen Erkenntnissen können wir alle profitieren, um ein möglichst langes Leben in Gesundheit zu führen.
Neben einer kurzen Einführung in die Longevità-Diät und das Konzept des Scheinfastens sowie einem Überblick über die neueste Forschung enthält dieses Buch mehr als 200 Rezepte zum Nachkochen.

Prof. Dr. Valter Longo, geboren 1967 in Genua, ist ein weltweit anerkannter Experte und führender Wissenschaftler auf dem Gebiet des Alterns sowie altersbedingter Krankheiten. Er ist Professor für Gerontologie und Biowissenschaften sowie Direktor des Institute of Longevity of the School of Gerontology an der University of Southern California in Los Angeles, einem der renommiertesten Zentren zur Erforschung des Alterungsprozesses. Für seine Arbeit erhielt Prof. Longo zahlreiche namhafte Auszeichnungen.

Übersetzt von Imke Brodersen.



 


Sonntag, 26. Juli 2026

*Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola - *Die Eismeertrilogie Band 2* - erschienen im btb Verlag -

*unbezahlte Werbung*


Meine Meinung zum Buch:

Der zweite Band der *Eismeertrilogie* von Ingeborg Arvola hat mich wie der erste Band *Der Aufbruch* sofort in einen wunderbar fesselnden Lesesog gezogen. Wir befinden uns im Jahr 1863 . Brita Caisa und Mikko wurden beide wegen Ehebruch verurteilt und sitzen ihre Gefängnisstrafen ab. Es ist kalt, eisige Schneestürme belasten die Bevölkerung. Die beiden Gefängnisinsassen müssen bitteren Hunger neben der Kälte,  Schmach und Verachtung ertragen.  Brita und Mikko erwarten ein gemeinsames Kind. Er könnte nach dem Verbüßen seiner Strafe zu seiner Ehefrau Gretha zurückkehren und den Hof weiterführen. Für Brita ist die Lage ungleich schwieriger, sie hat kein Auskommen und kommt bei Bekannten unter. Doch Mikko steht zu seiner geliebten Brita Caisa Seiparjærvi und dem Kind, verlässt die Ehefrau, verliert auch den Hof. Er will für seine neue Familie ein Pirtii, eine einfache Holzhütte, bauen. Doch auch das wird ihm verwehrt, da er den Holzpreis nicht zahlen kann. Mikko und  Brita Caisa und  schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Die kleine Marja kommt auf die Welt und Heikki lebt wieder bei seiner Mutter Brita Caisa. Die junge Familie lebt unter schwierigen Umständen,  oft getrennt, bei Freunden und Bekannten.  Unverheiratete Frauen haben in dem damaligen Gesellschaftssystem keinen leichten Stand, werden verachtet und gemieden. Die mystische Natur-Heilkraft, ihr liebenswerter Charakter sowie ihre Schönheit helfen der Brita Caisa oft in schwierigen Situationen. Die Sympathie ihrer Mitmenschen sichert ihr Überleben und das ihrer Kinder.   


Auch in diesem zweiten Band der Eismeertrilogie hat mich der poetische und ungewöhnliche Schreibstil der Autorin voll überzeugt und gefesselt. Brita Caisa erzählt wieder in der Ich-Form. In diesem Band leben Mikko und Brita ihr tiefe, fast archaisch anmutende Liebe bei jeder Gelegenheit voll aus. Sie schöpfen Kraft und Freude aus ihren seltenen, sexuell geprägten Begegnungen und besiegeln ihre Zuneigung zueinander immer wieder. Die ganze Atmosphäre im Buch atmet wieder den Geruch von Holzfeuer, von Fisch und Eismeer, von Schafen, Wolle sowie den harzigen, schweren Duft der dichten Wälder der Finnmark mit ihrem überlebenswichtigen Schatz der Moltebeeren. Der Beginn verschiedener Walfangtechniken am der Eismeerküste mit Harpunen, Sprengungen und Kanonen wird auch realistisch geschildert.  

Dieses damalige Leben wird durch eine alte Karte der West- und Ostfinnmark  aus dem Jahr 1824  in der Buchdeckelinnenseite verdeutlicht. Ich empfand ein Personenverzeichnis  und Namenvarianten der vielen Protagonist*innen zu Beginn des Buches als sehr hilfreich, zumal sie zweisprachig in Norwegisch und finnischen Dialekten aufgeführt wurde. Erklärend kamen die im Buch spielenden Orte dazu, sowie die Beziehungen und der Stand der Protagonist*innen zueinander.

Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung und ich gebe gern FÜNF ***** Sterne. 

Herzlichen Dank an die Autorin und btb-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

INHALT / KLAPPENTEXT: 
Mit »Zeit der Wale« setzt Ingeborg Arvola ihre gefeierte Eismeertrilogie fort und erzählt die Geschichte der unbeugsamen Brita Caisa weiter. Norwegische Eismeerküste, 1863: Nach Ende ihrer Haftstrafe, zu der sie wegen ihres Verhältnisses mit dem verheirateten Mikko verurteilt wurde, kommt Brita bei Bekannten unter. Als endlich auch Mikko entlassen wird, hofft sie auf ein gemeinsames Zuhause und eine sichere Zukunft für ihre drei Kinder. Ihr Leben ist geprägt von der harten Arbeit rund um den Walfang, der wohltuenden Hitze der Sauna und der tiefen Verbindung zur Natur. Ein eindringlicher Roman voller rauer Schönheit mit faszinierenden zeitgeschichtlichen Einblicken in die Lebensweise an der norwegischen Eismeerküste.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Übersetzt von Katharina Martl







 

*Wochenrückblick vom 20.7.-26.7.26*


 *Werbung, unbezahlt*

GETAN: Es war eine recht ruhige und vor allen Dingen kühlere Woche für alle üblichen Hausarbeits- und Gartentätigkeiten. Aber ab Mittwoch sollen die Temperaturen wieder steigen,,,, 

GEDACHT:  Es ist verrückt und aus meiner Sicht auch gefährlich, dass eine KI sich aus den Daten einer anderen KI bedient - selbständig ohne die Aufforderung eines Menschen. Eine neue Hitzewelle bahnt sich an,,,,

GEÄRGERT: Eigentlich über nichts Persönliches ! 

Vielleicht über die horrenden  Preise für Benzin und Diesel. Und immer wieder schlagen mir die Bilder der laufenden Kriege *auf den Magen*. 

GEFREUT: Über meine schöne Lektüre *Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola. Über zwei neue, günstige Sommerhosen aus Leinen und Baumwolle. Hoffentlich gibt es noch reichlich Sommertage.Ein Besuch in der Wochenmitte im Tierpark Sababurg war total entspannend bei angenehmen Temperaturen . Zwei neue Bücher habe ich erstanden, eines auf Empfehlung der lieben Sheena (siehe hier https://sheenascreativworld.blogspot.com/2026/07/kurzmeinung-tage-am-fluss-von-jochen.html ) und eines zum Schulbeginn für unseren kleinen Enkeljungen  aus der Reihe *Bildermaus - Dinosauriergeschichten*. Zwei neue Rezensionsexemplare sind auch eingetroffen. 

GESEHEN: Verschiedene Buch-Blog-Seiten im Internet. Auf READO gestöbert.  Die *Tour de France*. Die schrecklichen Feuerbilder aus Spanien und Frankreich im TV. Eine Katastrophe für jeden einzelnen Betroffenen :-( ! Es ist einfach nur schrecklich!

GELESEN: *Zeit der Wale*, viele Rezensionen befreundeter Buchblogger*innen. Die Rezension zu diesem tollen Buch geschrieben. Ich kann die bisher erschienen beiden Bände der *Eismeertrilogie* nur empfehlen und freu mich jetzt schon  auf den dritten Band. Ob diese Geschichte wohl gut ausgeht? Ich fürchte leider nein!

Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart!

Eberesche

Wegwarte



Freitag, 24. Juli 2026

*Tage am Fluss* von Jochen Mariss - erschienen im KIWI-VERLAG

Ich lese gerade,,,,, 

(Werbung, unbezahlt*)

INHALT/KLAPPENTEXT:

An einem heißen Sommertag strandet ein junger Mann bei der Fährfrau Sara Harmsen und bringt all ihre sorgsam errichteten Mauern ins Wanken. Ein Roman über alte Wunden und den Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen.
Sara Harmsen betreibt eine kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit dem Rest der Welt verbindet. Mit sieben Hühnern, drei Schafen und der Hündin Luna lebt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss. Eines Tages taucht auf Saras Fähre ein junger Mann mit einer Kopfverletzung auf, Leon. Sara verarztet den jungen Mann und versteckt ihn bei sich. Dafür verlangt sie, dass er ihr bei den Arbeiten rund um ihr Haus hilft. Beim Scheren der Schafe, bei der Reparatur des Hühnerstalls und beim Sensen der Obstwiese kommen sich Sara und Leon zögerlich näher und bringen den Mut auf, sich ihren alten Wunden zu stellen. Und sie teilen ihre Liebe zur Natur und die Sorge um unseren Planeten. Als die beiden sich gegen eine geplante Brücke wenden, die Saras Fähre bedroht, sehen sie sich Anfeindungen und Übergriffen aus dem Dorf ausgesetzt. Und dann tritt auch noch der Fluss über die Ufer …

Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u. a. in Form von Foto-Text-Postkarten, und machten seinen Namen im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten und Kinderbücher. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. »Tage am Fluss« ist sein Romandebüt.

Mein erster Eindruck: Eine leicht zu lesende Lektüre, die unsere  Klimaveränderungen, den Widerstand junger Menschen gegen die Zerstörung der Natur zum Thema macht.  



Sonntag, 19. Juli 2026

*Wochenrückblick* vom 13.7. - 19.7.26



 *unbezahlte Werbung*

GETAN: Die Woche fing angenehm am Montag Abend  mit einer schönen Geburtstagsfeier einer nun 80 jährigen Jubilarin an. Am Wasser , inmitten eines gemütlichen kleinen Wäldchens liess sie es ihrer Familie richtig gut gehen mit einem köstlichen Essen in gemütlicher Stimmung. Unsere Heimfahrt gestaltete sich etwas aufregend, da wir dem drohenden Unwetter mit Starkregen, Blitz und Hagel immer ein Stück voraus fuhren. Jostabeeren wurden gepflückt, entsaftet und zu Gelee verarbeitet . Zur Nachfeier eines 70. Geburtstag einer Freundin war ich eingeladen und habe einige Kolleginnen  aus dem Literaturbetrieb wiedergesehen. Es war ein lustiges und schönes Zusammentreffen. Wir konnten viele Neuigkeiten austauschen und neue Bücher waren selbstverständlich auch ein grosses Thema. Ansonsten war die Woche gut gefüllt mit den üblichen Haus - und Garten Tätigkeiten.  

GEDACHT: Die Zeit bleibt für niemanden stehen. Alles verändert sich jederzeit  im Leben. 

GEÄRGERT: Diese Gefühlsregung versuche ich zu vermeiden und ignoriere bestimmt Ereignisse - vor allem schlechte Nachrichten aus den Medien. Eine Nachricht hat mich allerdings zum wütendem Staunen gebracht: die Doppelmoral eines Politikers, der meint, dass er alle Probleme aussitzen könne bis zum September. Hat ja nicht geklappt!! Er verliert seinen aktuellen Job. 

GEFREUT: So viele bekannte Freund*innen, Familienmitglieder in dieser Woche getroffen zu haben. Über die Bilder im TV der "Tour de France*. Täglich habe ich leckere Alltagsküche gekocht, zum Beispiel Risotto mit frischen Tomaten. Ein Sonntagsfrühstück mit lieben Freunden war ein schöner Wochenabschluss :-) ! 

GESEHEN: Ab und zu ein Fussballspiel am Abend. Die Tour de France im TV teilweise verfolgt, wenn es gepasst hat.  

GELESEN: Mit *Orion* von Petra Morsbach habe ich einen grossen Teil meine Lesezeit verbracht.  Ausserdem das Buch *Königssohn* beendet. Zu beiden Büchern habe ich meine Leseeindrücke verfasst. 


Ich wünsch Euch einen guten Wochenstart!







                                                   Risotto

  

Samstag, 18. Juli 2026

*Folgeband von *Der Aufbruch* !

 *Werbung, unbezahlt*

Nun bin ich lesend dabei im Buch *Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola. Es ist der Folgeband von *Der Aufbruch* der Autorin. Nachfolgend findet ihr hier meine Rezension des ersten Bandes : 


Meine Meinung zum Buch: 

Ingeborg Arvola lässt uns teilhaben an einem Stück eigener Familiengeschichte, welche sie sorgfältig recherchiert hat. Sie entführt uns in die Jahre 1859 - 1862. Wir befinden uns in der Finnmark und begleiten eine 35-jährige Mutter mit zwei Jungen auf ihrem Schlitten, den sie mit ihren Ski durch die unwirtlichen dichten, tief verschneiten Wälder der Finnmark zieht. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Hunger,Entbehrungen sowie hämischen Nachreden ihres Dorfes und der Nachbarn, treibt sie an zu dieser Reise an die Küste des Eismeeres in Norwegen. Brita Caisa Seiparjærvi ist eine besonders schöne Frau mit aussergewöhnlichen Heilkräften und nicht verheiratet. Ihr älterer Sohn entstammt aus einer Beziehung mit einem verheiratetem Mann. Der Vater des kleineren Jungen verstarb früh, plötzlich und unerwartet. Der Pastor ihrer Kirchen-Gemeinde hat sie als unzüchtige Hure, Mutter von zwei unehelichen Kindern offen beschimpft, einer Kirchenstrafe unterzogen und blossgestellt.In ihrer Heimatgemeinde hatte sie nun mit ihren beiden Kindern keine glückliche Zukunft mehr zu erwarten.


Die Autorin beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, deren strenge Regeln uns kaum noch vertraut sind, die wir nicht akzeptieren. Auch Brita Caisa will sich den üblichen, damaligen Gepflogenheiten nicht fügen und bricht aus ihrem Leben aus. Sie hat ihren Söhnen zwar versprochen an der Eismeerküste zu heiraten, lernt aber den verheirateten Mikko kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und alles kommt anders, als dem grossen Jungen Aleksi und dem dreijährigen Heikki versprochen.


Der Roman erzählt in flüssigem und schön zu lesendem Ich-Stil vom Leben der Brita Caisa, ihrer Familie, den Bekannten und Freund*innen. Ich bin durch die Seiten geflogen und in ein ursprüngliches Leben in tiefen, dunklen Wäldern, Mooren mit Molte Beeren, Flüssen, Meeresküsten und eingeschnittenen Fjorden abgetaucht und war völlig gefesselt von dieser vergangenen, beschwerlichen Zeit. Der Duft von Holzfeuern aus einfachen Saunen, Tieren wie Schafen, Rentieren und von salzigen Meeres Brisen, getränkt mit Fischgeruch und dem Kreischen der Meeres Vögel entstand automatisch in meinem Kopfkino.  Ein Personenverzeichnis mit Namens Varianten in Finnisch und Norwegisch hat mir bei der Orientierung der vielen Personen und deren ungewöhnlicher Namen geholfen.Damals haben dort Volksgruppen wie Schweden, Norweger, Finnen,Samen,Russen miteinander gelebt und so die Finnmark bunt bevölkert.


Der wunderbare Schreibstil mit sehr poetisch verfassten Naturbeobachtungen hat mich verzaubert und sehr beeindruckt.  Der alte, mystisch angehauchte Volksglauben, die immerwährende Anwesenheit des *kleinen Volkes* mit seinen geheimnisvollen Besonderheiten und die Heilkraft der Brita Caisa bei Verletzungen und/oder Geburten, die sie aus der Natur und ihrem *inneren Wesen* zieht, haben mich fasziniert. Viele Ausdrücke und Lieder im Text eingestreut, in Original Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, oder einer Mischung konnte ich zwar nicht verstehen und/oder für mich übersetzen, haben mich aber trotzdem berührt und die Authentizität des Geschehens und des Textes unterstrichen.


Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch! Absolut lesenswert.  





Erschienen am:
24.06.2026

INHALT/KLAPPENTEXT: Mit »Zeit der Wale« setzt Ingeborg Arvola ihre gefeierte Eismeertrilogie fort und erzählt die Geschichte der unbeugsamen Brita Caisa weiter. Norwegische Eismeerküste, 1863: Nach Ende ihrer Haftstrafe, zu der sie wegen ihres Verhältnisses mit dem verheirateten Mikko verurteilt wurde, kommt Brita bei Bekannten unter. Als endlich auch Mikko entlassen wird, hofft sie auf ein gemeinsames Zuhause und eine sichere Zukunft für ihre drei Kinder. Ihr Leben ist geprägt von der harten Arbeit rund um den Walfang, der wohltuenden Hitze der Sauna und der tiefen Verbindung zur Natur. Ein eindringlicher Roman voller rauer Schönheit mit faszinierenden zeitgeschichtlichen Einblicken in die Lebensweise an der norwegischen Eismeerküste.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Übersetzerin: Katharina Martl





Donnerstag, 16. Juli 2026

*Königssohn* von Eveline Hasler - erschienen im Nagel und Kimche Verlag




*Werbung, unbezahlt*

MEINE MEINUNG ZUM BUCH: Dieses kleine Büchlein hat mir spannende Lesestunden über wohl neue historische Tatsachen geschenkt, denen man mit Zweifel oder einem festen Glauben an Gerüchten, untermauert durch Fakten, gegenüberstehen kann. Ich bin immer noch ziemlich verunsichert und wälze diese Informationen über die Abstammung und Herkunft des berühmten Dichter Hans Christian Andersen nun tagelang im Kopf herum. 

Bestimmt haben alle Märchenliebhaber*innen schon von Hans Christian Andersen gehört. Zu seinen bekanntesten Werken gehören zum Beispiel:

Die Schneekönigin 
Die kleine Meerjungfrau
Des Kaisers neue Kleider

Der standhafte Zinnsoldat
Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
Die Nachtigall 

Die Autorin hat wichtige Details über die Herkunft des Dichters auf Grund von neuen, biografischen Aufzeichnungen in kurzen Kapiteln zusammengefasst. Dieser Text liest sich ziemlich nüchtern, da sie mit erzählerischen, romanhaften Fragmenten sehr sparsam umgegangen ist. Durch den angenehmen und ruhigen Schreibstil konnte ich schnell durch die einhundertundsiebzig  Seiten fliegen. Allein die Tatsache, dass Kronprinz Christian Frederik ( später König Christian VIII )  viele uneheliche Kinder ( zur Stärkung der Bevölkerungsdichte ? ) gezeugt hat , ist für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich gewesen. Ist dieser Kronprinz der Vater des berühmten Dichters? Vielleicht. Zumal Andersen  nach eigenen Angaben ( geschrieben im Oktober 1857) seine leiblichen Eltern nicht gekannt hat, da sie frühzeitig verstarben. Hans Christian Andersen hatte lebenslang enge Kontakte zum Königshaus. Das ist schon verwunderlich bei einem Kind, welches für damalige Verhältnisse einfach, fast ärmlich aufwächst und doch fortlaufend schulische Bildung vermittelt bekommt.

 Die Autorin berichtet  ausserdem ausführlich über die Regierungszeit von ChristianVIII. und die allgemeine Geschichte Dänemarks.   

Es ist ein interessantes, spannendes kleines Büchlein, dem ich gerne VIER **** Sterne geben kann. 

Inhalt/Klappentext: Hans Christian Andersen und das Königshaus – eine historische Spurensuche

Im frühen 19. Jahrhundert ereignet sich in Dänemark eine seltsame Familienverschränkung, die bis heute ungeklärt ist. Kronprinz Christian Frederik zeugt rund ein Dutzend uneheliche Kinder, um damit dem Staat gesunde Nachkommen zu schenken, und lässt diese inkognito, aber mit großzügiger finanzieller Zuwendung aufwachsen. Ist er auch der Vater des später weltberühmten Dichters Hans Christian Andersen? Das ist ein bis heute nicht bewiesenes Gerücht. Eveline Hasler begibt sich anhand seines Schicksals und einer ihr zugetragenen Biografie auf Spurensuche und nimmt ihre Leser mit in eine Geschichte, die noch heute fasziniert.

Eveline Hasler (geb. 1933 in Glarus) ist eine Schweizer Schriftstellerin. Sie studierte Psychologie und Geschichte an der Universität Freiburg und in Paris. Anschließend war sie als Lehrerin tätig. Sie verfasste Kinder- und Jugendbücher, Lyrik und erzählerische Werke für Erwachsene. 1994 erhielt sie für ihr literarisches Gesamtwerk den Droste-Preis. Ihre Bücher sind bisher in zwölf Sprachen übersetzt worden. Eveline Hasler ist Mitglied des Vereins Autorinnen und Autoren der Schweiz und des Deutschschweizer PEN-Zentrums. Ihr Vorlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern. Die Autorin lebt in Ronco sopra Ascona (Kanton Tessin).

Herzlichen Dank an die Autorin und die Harper Collins Verlagsgruppe für das gebundene Print-Rezensionsexemplar!


 

Mittwoch, 15. Juli 2026

*Orion* von Petra Morsbach - erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt*



INHALT / KLAPPENTEXT: Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen Sohn auf, wird geschieden. Nach einem Nierenversagen muss sie mit sechzig den Schuldienst verlassen und beginnt in einem Literaturarchiv zu arbeiten. Es ist ein unauffälliges Leben mit der einzigen Besonderheit, dass es von Büchern begleitet wird: Von den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts bis zur Gegenwart bleibt Nora eine leidenschaftliche Leserin. Regelmäßig gleicht sie ihre Erfahrungen und auch die Erschütterungen der Gegenwart bis hin zum Ukraine-Krieg mit ihrem durch Literatur gewonnen Wissen ab und trifft mal mehr, mal weniger glückliche Entscheidungen. Wie gut lässt sich Bildung vermitteln? Was bringt sie letztlich – Freuden, Erkenntnis, Ernüchterung? Besteht sie im Alltag, obwohl das Leben so viele Pläne blamiert? Wie weit hilft Kultur im Umgang mit menschlichen Abgründen? Oder wäre sonst alles viel schlimmer?

Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Zuletzt erschien bei Penguin der Essayband »Der Elefant im Zimmer«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis. 

Meine Meinung zum Buch: 

Wir verfolgen im Buch das Leben der Deutsch - und Geschichts - Lehrerin Nora Dellendrücker , teilweise aufgewachsen bei Oma Auguste, der Mutter des Vaters, die sich für ihre grosse  Familie aufgeopfert hatte. Zu ihrer eigenen Mutter Oma Friedchen zeichnet die Autorin ein merkwürdig farbloses und emotionsloses Bild für die Leser*innen auf. 
Nora heiratet den Archivar Theseus, zieht mit ihm den gemeinsamen Sohn Enni auf. Eine Scheidung folgt, forciert durch Nora's Affäre mit dem bodenständigen Baumchirurgen, Forstmann und Grosswildjäger Bruno. Eine schwere Nierenerkrankung zwingt sie in ihren letzten Jahren an die Dialyse und  fesselt sie an ihre häusliche Umgebung. 

Nora liebt lebenslang die Klassiker der Antike und deren Philosophische Denkansätze. Sie versucht in ihrem langjährigen Berufsleben viele dieser demokratischen Werte an ihre Schüler*innen und auch an ihre Familie zu vermitteln. Lebenslang versucht sie die Menschen ihres
 realen Umfeldes mit ihren geliebten, philosophischen Büchern und deren Protagonisten zu vergleichen. 
Zitat Seite 249 : " Nicht alle Menschen verwirklichen sich als Bücher, so wie nicht alle Autoren sich als Menschen verwirklichen. " 

Der angenehm und flüssig zu lesende Schreibstil der Autorin hat mir sofort zugesagt , auf den über vierhundert Seiten gut unterhalten und zum Nachdenken und Mitfühlen der Ich-Erzählerin Nora mitgenommen. 

Dieser von einem intellektuell geprägten Denken Frau und Lehrerin hat im Roman nur eines gefehlt: Herzenswärme, echte Zuneigung, Liebe und Sympathie für viele ihrer Mitmenschen und Schüler*innen. Diese zutiefst menschlichen  Eigenschaften habe ich während der ganzen Lektüre schmerzlich vermisst. Wissenschaftliche Bildungselemente wurden von ihr super korrekt vermittelt. Sie hat ihre Schüler*innen perfekt gefördert, ihre Familie gut begleitet, doch immer ohne eine echte emotionale Bindung, eher kühl und fast abwesend. Im Kapitel *Bank* wird diese kalte Betrachtungsweise aus der sicheren, emotionslosen  Ferne der Zuhörerin Nora besonders gut erkennbar. Die Erzählungen von Lebenswegen  anderer Mitmenschen berühren sie kaum. Nora lauscht unbeteiligt,  fast wie beim Betrachten eines wissenschaftlichen Experimentes. Das hat mich in meinem Lesefluss behindert, sogar ein wenig verstört. Ich konnte Nora's philosophisch geprägte Gedankenwelt über klassische Lektüren, übertragen auf Menschen, deren Erlebnisse und Gefühle nicht gut nachvollziehen. Auch die unterkühlte  Beziehung von  ihrem erwachsenem  Sohn Enni  zu ihr hat mich deswegen nicht verwundert. Kaum jemand hat Zugang zu Noras wirklichem  Innenleben bekommen. Sie hat sich verschlossen wie eine Auster im Meeresstrom. Nora ist eine gute Beobachterin , aber ob sie mit ihrer Umwelt wirklich mitfühlen konnte bezweifle ich sehr. 

Meine Bewertung:  es ist ein sehr lesenswertes Buch mit VIER **** Sternen ! 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für das gebundene Print-Rezensionsexemplar! 

 


 





 

 

Sonntag, 12. Juli 2026

*Wochenrückblick vom 6.7.26 - 12.7.26


 *Werbung, unbezahlt*


GETAN: Die vergangene Woche stand ganz im Mittelpunkt beliebter Kinderaktivitäten der Enkelkinder. Der Tagesablauf war unregelmässig,  es gab keine festen Termine, die lange Frühstückszeit mit viel Quatscherei kam immer gut an.  Ein Tierparkbesuch wurde sofort anvisiert, Schwimmbadbesuche, Grillen mit Stockbrot Bäckerei wurden begeistert angenommen wie auch Stadtbummel,  Eisessen, Spielplatzbesuche, Minigolf, Spielabende. Gartenstecker - Tiere wurden bemalt und bekamen  einen neuen Look verpasst. Sprüh-Wasserflaschen waren der Renner - alle Blumen  und jeder Mensch genoss diese immer wiederkehrende Abkühlung im Garten. Fussballschauen samt Aufklärung der unwissenden Grosseltern über die WM, die Spieler, deren Vorlieben und Familien hat uns allen viel Spass gemacht.  

GEDACHT: Wie schön, dass Kinder noch so begeisterungsfähig sein können. 

GEÄRGERT: Ausnahmsweise  mal über gar nichts, da ich zum Nachrichten Schauen keine Zeit fand ;-) ! 

GEFREUT: Dass ein Teil der Familie zu Besuch bei uns war und wir  eine gute Zeit miteinander hatten. 

GESEHEN: Interessante  Fussballspiele gab es in der vergangenen Woche.  Schön, dass die Schweizer Mannschaft weitergekommen ist ! Einige YouTube Filme für Kinder und Jugendliche. 

GELESEN: Nicht so viel -  ich habe allerdings einige Infos über beliebte  Kinder Literatur mitbekommen. 

Ich wünsche euch eine gute neue Woche mit viel Lesezeit.