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Montag, 22. Mai 2017

*Die Taufe* von Ann Patchett, erschienen im Berlin Verlag

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.05.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 02.05.2017
  • Verlag : Berlin Verlag
  • ISBN: 9783827013446
  • Fester Einband 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Ich bin total begeistert von dieser Lektüre, lasse alles *stehenundliegen* um weiterlesen zu können. Das Buch ist keine Schmusefamilien-Geschichte und doch so menschlich erzählt, bereichernd, spannend und lebendig und so ganz anders und besonders,,,,

Beste Erzählkunst von der Autorin Ann Patchett.



INHALT/KLAPPENTEXT:
Wem gehört eine Geschichte eigentlich? Und wer darf sie erzählen?
Wäre Bert Cousins nicht uneingeladen auf der Taufe von Franny Keating erschienen, all das wäre nicht passiert. Aber noch bevor der Abend hereinbricht, haben er und Frannys Mutter sich geküsst und damit das Ende ihrer jeweiligen Ehe eingeläutet - und beide Familien für immer miteinander verbunden. Die Keating- und Cousinskinder werden zukünftig die Sommer gemeinsam in Virginia verbringen. Sie schmieden über die Jahre ein dauerhaftes Bündnis, sowohl aus Enttäuschung über die eigenen Eltern, als auch aus echter, stetig wachsender Zuneigung. Bis es zwanzig Jahre danach ein neues Familiendrama gibt: "Täufling" Franny hat eine Affäre mit einem berühmten Schriftsteller. Sie erzählt ihm die Keating-Cousins-Story, und plötzlich wird ihrer aller Kindheit die Grundlage für einen unglaublich erfolgreichen Roman. Die unerwünschte Öffentlichkeit zwingt die Geschwister, sich ganz neu mit ihren Verlusten, ihren Schuldgefühlen und ihrer Loyalität auseinanderzusetzen.

Rezension
Zitat Seite 95 : Das Bemerkenswerteste an den Keating-Kindern und den Cousins-Kindern war: Sie hassten einander nicht , und so etwas wie Stammesbindungen gab es nicht bei ihnen,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
Die Kinder verband ein überbrückendes Prinzip, das ihre potenzielle Abneigung gegeneinander erst gar nicht aufkommen liess: Sie mochten die Eltern nicht. Hassten sie regelrecht. 

MEINE MEINUNG:

Ich habe diese mit so viel Herzenswärme, Klugheit und Esprit  geschriebene Geschichte von Ann Patchett ausserordentlich genossen und fand den Schreibstil grossartig, sehr ansprechend und sympathisch.
Die zehn Personen, sechs Kinder und vier Eltern, die man als Leser während eines sehr langen Zeitraums begleiten darf, ( innerhalb von 50 Jahren), wuchsen in meinem Kopf von Kindern zu sympathischen Menschen mit  einprägsamen Schwächen, wunderbaren Stärken, verständlichen Verhaltensfehlern im Umgang miteinander  und auch liebenswerten Charakterzügen. Es war nicht immer einfach, sich in der Zeit und den dazugehörigen Personen und Orten im einzelnen Kapitel  zu orientieren, aber Ann Pratchett schaffte in jedem Abschnitt  nach einigen Zeilen das erkennende AHA-Erlebnis im Verstehen hervorzuzaubern. Sie schildert zum Beispiel die  in Erwachsenen-Augen brutale Vorgehensweise der grösseren Kinder mit dem kleinen Albie klar und eindeutig, ohne Wertung und Urteil. Ebenso das Verhalten von Albert Cousins, der, aus einer Laune heraus, um dem anstrengendem Familienalltag zu entfliehen , mit seinem Verhalten  auf der Tauffeier von Franny Keating,  eine Folge von Lebens-Katastrophen auslöst. Diese zusammengewürfelte Patchworkfamilie findet im Laufe der Jahrzehnte erstaunliche Verhaltensmechanismen um zu einer grossen, sich akzeptierenden  Familie zusammenzuwachsen. Die unterschiedlichen Portraits und Entwicklungen dieser Menschen zeigen auch ein Gesellschaftsbild  auf, welches sehr real und oft verstörend erscheint, nicht nur auf Harmonie, Anpassung und Normalität ausgerichtet ist. 
Ann Patchett ist eine tolle Geschichtenerzählerin, die ihre Leser emotional in das Geschehen einbezieht und trotzdem Raum für eigene Gedankenspiele lässt. Man steht als Leser nicht ausserhalb des Buches, sondern wird voll und ganz in die faszinierenden Sichtweisen und Beschreibungen der Autorin hineingesogen. Sie zeigt auch sehr geschickt  auf, wie sich Erinnerungen von Menschen an Kindheit und Bezugspersonen verändern und ein Eigenleben während der Jahrzehnte entwickeln können.


Für mich war das Lesen dieses  schon ernst geschriebenen Buches ein anregendes und sehr anspruchsvolles Erlebnis, welches trotzdem teilweise auch vergnüglich, mit viel Witz und Humor,  leicht und unterhaltsam erscheinend daher kam.
Ich möchte es mit ausserordentlich grossartigen fünf ***** Sternen bewerten.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Berlin Verlag für die Bereitstellung des gebundenen Rezensionsexemplar.  


Freitag, 19. Mai 2017

*Freitagsfüller*


Das Wetter hat sich etwas abgekühlt , mir gefällt das sehr gut als Fan vom irischen Wetter und seinen Temperaturen,,,,

Danke für den Text liebe Barbara!
http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/

1.  Meine Füsse haben mich sehr gut durch die Berge getragen!
2.  Ab und zu Kartoffelchips darf Frau sich ruhig erlauben.
3.  Ich lernte immer gern in meinem Deutschunterricht, aber es hat wohl nicht ganz gereicht ;-) . 
4.   Beim Lesen und Schreiben werden meine grauen Zellen hoffentlich immer gut aktiviert.

5.   Es ist wirklich traurig,  dass es soviel Unruhe, Leid und Krieg zwischen den Nationen gibt.

6.   Ein Konzert in der Elbphilharmonie möchte ich unbedingt in diesem Jahr noch besuchen.
7. Was das Wochenende angeht, heute freue ich mich auf einen einen entspannten und gemütlichen Abend , morgen habe ich geplant, einen Ausflug mit meinen Freundinnen nach Erfurt zu machen und Sonntag möchte  ich wieder eine schöne Wanderung in meinem geliebten Reinhardswald machen.


Mittwoch, 17. Mai 2017

*Das Scherbenhaus* von Susanne Kliem, erschienen bei carl's books


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :20.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 20.03.2017
  • Verlag : carl's books
  • ISBN: 9783570585665
  • Flexibler Einband 368 Seiten
  • Sprache: Deutsch

REZENSION


INHALT/KLAPPENTEXT:

Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage "Safe Haven", die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im "Safe Haven" ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt,,,

Meine Meinung:

Ich bin ziemlich schnell in diese spannende Geschichte hineingekommen. Der Schreibstil war sehr ansprechend, klar, flüssig und einprägsam.
Die Autorin hat sofort in den ersten Seiten den Spannungsbogen sehr hoch angesetzt mit der unheimlichen Verfolgung Carlas durch einen Stalker über Facebook. Das hat mich beeindruckt, da es ja tatsächlich in unserem Leben real passieren kann. Auch die Verkettung von Technik und Datenapps in der Berliner Wohnanlage haben mir leichte Bauchschmerzen verursacht. Ein Haus, welches mit neuester Technik perfekt ausgestattet ist, löst bei mir sofort Unbehagen aus. 
Mir erschien die Geschichte allerdings recht offensichtlich erzählt und mein schnell aufkommender Verdacht , wer hinter all diesen merkwürdigen Geschehnissen steckt, bestätigte sich tatsächlich am Ende des Romans. Obwohl ich keine echte Kennerin des Genre eines Psychothriller bin, war mir eigentlich von Anfang klar, wer diese Fäden zieht um Carla zu beeinflussen und zu verunsichern. Beeinflussung und eine immer mögliche gegenseitige Manipulation von Menschen haben diesem Roman sehr viel Raum und Entfaltungsmöglichkeiten gegeben.
Richtig warm geworden bin ich mit den meisten Charakteren dieser Geschichte leider nicht wirklich. Carla zittert zum Beispiel  vor Angst , wenn der Briefträger kommt und imaginäre Briefe abliefert, ist aber gefasst und behält einen kühlen Kopf, wenn die Schwester vor ihren Augen bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Lokal verschwindet und anschliessend tot aufgefunden wird. Dieses Verhalten erscheint mir einfach ein wenig unglaubwürdig. Auch die zarte Liebesgeschichte als Nebenplot zwischen Carla und einem Hausbewohner empfand ich recht farblos, langweilig und ohne Esprit erzählt. 
Für mich war dieser Roman ein sehr gutes Unterhaltungsbuch, welches einige nette Stunden beschert hat, aber bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung des guten, unterhaltsamen Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung: Ein gutes Buch, dem ich gerne drei *** Sterne vergebe.







    Dienstag, 16. Mai 2017

    *Es geht weiter...*

    mit Bloggen, Lesen unter dem Baum oder im Garten,,,




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    Freitag, 12. Mai 2017

    *Freitagsfüller*

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    Diese Woche verlief für mich OHNE LESELEKTÜRE UND BlOGGEN ,,, unglaublich - aber wahr ! Und ich habe erstaunlicherweise überlebt !!
    1. Es gibt nichts Gutes , außer man tut es! 
    2.  Wenn Frau möchte geht alles.
    3. Wie konnte ich nur vergessen, wie schön es auf dem Turmhof ist.
    4.  Ich liebe eine Handtasche von  Charlotte. 
    5. Meine Gartenschere ist mein Lieblingsspielzeug.
    6.  Der Eurovision Song Contest interessiert mich nicht. 
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bad im Heu , morgen habe ich geplant mit der Familie einen Geburtstag zu feiern und Sonntag möchte ich eine schöne Bergwanderung unternehmen!
    Danke Barbara.


    Freitag, 5. Mai 2017

    *Freitagsfüller*


    1. Ich persönlich glaube, dass es irgendwann wieder einmal warm wird!
    2. Streit um einen anderen, unterschiedlichen Buchgeschmack ist totaler Quatsch.
    3. Meine Nachbarn gehören zu den liebenswertesten Menschen, die ich kenne.
    4.  Nichts in letzter Zeit war ein Fehlkauf.
    5.  Wenn ich frische Blumen kaufe, sind das jetzt am liebsten immer noch Tulpen!
    6.  Rohkostsalat hatte ich gestern zum Abendessen.
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Plauderei mit meinen Nachbarn, morgen habe ich geplant, Ruhe zu bewahren ;-) warum auch immer und Sonntag möchte ich einfach nur relaxen!




    Mittwoch, 3. Mai 2017

    *Das Leben wartet nicht* erschienen bei Diogenes

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :22.02.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 22.02.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257069839
    • Fester Einband 304 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    REZENSION

    • INHALT:
       Der Roman spielt im Italien zur Zeit der grossen Kinderemigration (1959-1962) vom armen Süden in den  Reichtum und Arbeit versprechenden Norden des Landes. 
      Ninetto, ein kleiner 10 jähriger Junge, mit Spitznamen *Pelleossa, Haut undKnochen* genannt, verlässt seine Familie, sein Dorf wegen Hunger und Armut nach eindringlicher Zureden des Vaters. Er fährt mit einem Bekannten nach Mailand.  Ninetto lebt im *Bienenstock*, dem ärmsten Viertel der Stadt, indem nur Familien aus dem Süden eine armselige  und schäbige Unterkunft finden und schlägt sich mit Botengängen für eine Wäscherei durchs Leben. Er geht nicht mehr zur Schule, obwohl er in Sizilien ein guter und wissbegieriger Schüler war. In sein Tagebuch, welches ihm sein liebevoller Lehrer mitgegeben hat, fügt er ab und zu kleine Worte ein , oder er schreibt eine Postkarte an den Vater und die an einem Schlaganfall erkrankte Mutter, die in einem Heim lebt.
      Wir begleiten Ninettos Lebensweg in dem Buch weiterhin während vieler Jahrzehnte seines Erwachsenen-Lebens als Arbeiter bei Alfa Romeo in Mailand, seiner frühen Heirat mit der fünfzehnjährigen Maddalena und seinem Leben im Gefängnis, das er wegen einer unbedachten Reaktion auch kennengelernt hat,,,, 

      MEINE MEINUNG: Dieser Roman hat mich ausserordentlich  beeindruckt durch seine bildhafte und wunderbar wandelbare Sprache aus zwei Erzählperspektiven, einmal der des Kindes Ninetto und des erwachsenen Ninetto. Der Autor hat in seinem Buch ein skandalöses Thema angesprochen und beschrieben, nämlich Kinderarbeit in Italien Ende der fünfziger Jahre bis  zum Beginn der sechziger Jahre. Diese ehemaligen Kinderemigranten aus Süditalien haben heute ein Alter von 60-70 Jahren erreicht und einige dieser alten Männer hat Marco Balzano in Interviews nach ihren Erinnerungen an diese Zeit befragt, absichtlich nur mündlich, um seinen eigenen Eindruck an diese Gespräche so besser verinnerlichen zu können. Entstanden ist ein berührendes Porträt und Buch zum Gedenken an diese Generation, die so viele Wandel in der Arbeitswelt und im persönlichem Umfeld erlebt hat. Angefangen haben diese Kinder oft mit schlecht bezahlten Botengängen. Mit 15 Jahren konnten sie dann in einer der grossen Industriefabriken um Mailand, Turin, Genua arbeiten.
      Im späteren Arbeitsleben wurden ihre Arbeitsplätze  immer wieder wegrationalisiert und viele blieben *auf der Strecke*. 
      Das Buch ist mit sehr viel Herzenswärme und und menschlichem Empfinden für die Armen  und ihre Kinder in unserer Gesellschaft, speziell Italien geschrieben. Italienisches Flair und Lebensansichten dieser Generation  ( z.B.ein Mann besitzt ein Messer) hat der Autor sehr gut zusätzlich in dieser Geschichte eingeflochten.
      Das Bedrückende an dieser Lektüre: die Geschichte wiederholt sich offensichtlich. Heute wohnen und leben in diesen Wohnsiedlungen der Grossstädte, auch *Bienenstöcke* genannt, wieder Flüchtlinge, diesmal aus aller Welt in allen Hautfarben, aus allen Nationen und versuchen Ihr Auskommen für sich und ihre Kinder im reichen Europa zu finden. 

        
      Meine Bewertung: ein ausserordentlich grossartiges Buch!  FÜNF *****STERNE

      Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für dieses beeindruckende Rezensionsexemplar!

    Montag, 1. Mai 2017

    *Frauen, die lieben* erschienen im Droemer - Verlag


    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.03.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
    • Verlag : Droemer
    • ISBN: 9783426281703
    • Fester Einband 416 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Zwei eng befreundete Paare (auch eine Lesbenehe mit Kind)  sind fünfzig Jahre alt. Wo sind die Träume und Wunsch-Vorstellungen aus der Jugend geblieben?

    REZENSION

    INHALT/KLAPPENTEXT:
    Ein sensibler und unterhaltsamer Roman über die Komplexität moderner Beziehungen von der amerikanischen Bestsellerautorin Emma Straub.
    Was ist nach einem halben Leben von den Träumen und Hoffnungen der Jugend übrig?
    Durch einen Zufall findet Elisabeth, die in Brooklyn als Immobilienmaklerin arbeitet, heraus, dass ihr Mann Andrew sie vor Jahren betrogen hat. Elisabethʼ beste Freundin Zoe quält derweil der Gedanke, dass sie und ihre Frau Jane zwar als Geschäftspartnerinnen noch immer hervorragend funktionieren, die Gefühle im Alltag aber auf der Strecke geblieben sind. Und während die Mittvierziger mit alten Träumen und neuen Chancen hadern, machen ihre fast erwachsenen Kinder Harry und Ruby sich bereit, diesem Sommer ihren Stempel aufzudrücken und ins Leben aufzubrechen.

    MEINE MEINUNG:
    Der  im ersten Augenschein etwas kitschige  Eindruck des deutschen Buchtitel wird abgemildert durch das interessant in bunten, regenbogenähnlichen Streifen gehaltene Cover. Der Original Titel des Buch *Modern Lovers* gefällt mir von der Aussage besser. Ich finde den deutschen Titel ausserordentlich passend nach den aufregenden und intensiven Beziehungsdarstellungen der Autorin. Dieser Roman ist in vier Teile aufgegliedert , in einundsiebzig Kapitel, die von Länge und Thematik sehr angenehm und flüssig zu lesen waren. 
    Die Autorin hat mich super mitgenommen in die heute typisch amerikanisch geprägte Grossstadtatmosphäre von New York City und deren Gesellschaftsleben. Einer interessanten Lebenskonstellationen wie der Ehe eines lesbischen Paares mit Kind, steht eine konservativen Familie mit Nachwuchs gegenüber. Beide Familien stehen mitten im Leben, kennen sich seit zwanzig Jahren und haben ähnliche Lebensvorstellungen auf Grund ihrer gemeinsamen  jugendlichen Studienzeit am College. Ihre eingeschworene Freundschaft wurde durch die Gründung einer Musikband unauflöslich und gefestigt . Die Autorin beschreibt feinfühlig und sensibel in jedem Kapitel die Gedanken und Empfindungen eines der Protagonisten und verbindet das  Heute und Jetzt immer mit der gemeinsamen Vergangenheit der eng befreundeten Frauen und Familien, die auch räumlich fast in Blickkontakt zueinander leben und arbeiten. Die Erinnerungen an die Kinderzeit von Harry und Ruby kommen nicht zu kurz, ebenso wie ihr jetziges Leben als junge Erwachsene im Medien- und Internet-Zeitalter.
     Emma Straub beschreibt deutlich, faszinierend und mit einer kurzweiligen Leichtigkeit die jeweiligen, aber doch individuell mit dem Charakter verbundenen Bewusstseinsveränderungen  durch das Altern der Eltern, das  teilweise Scheitern ihrer eigenen Jugendträume und Wunschvorstellungen vom Leben - und dann die Besinnung darauf, dass es immer einen Neubeginn  und/oder Umorientierung geben wird  - in jeder Beziehung, die von Liebe geprägt ist - auch in einer lesbischen Ehe -  oder beim Start von jungen Menschen in das Leben.

    Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!
    Herzlichen Dank an die Autorin Emma Straub und den DROEMER-VERLAG für die Bereitstellung des Leseexemplar. 

    Freitag, 28. April 2017

    *Freitagsfüller*


    Guten morgen,,,und schon ist wieder eine Woche vergangen,,,Barbara hat das immer fest im Auge... Danke für den Freitagsfüller!


    1. Keine Spur von Schnee in meiner Umgebung. In der Schweiz brechen sogar Äste von den Bäumen wegen der weissen Pracht .
    2.  Ein bisschen mehr Sonnenwärme könnte Natur und Mensch schon vertragen.
    3.  Wenn ich aus dem Fenster schaue winkt mir der Wald mit seinem frischen Grün herüber.
    4.  Die letzte Buchlektüre war in dieser Woche bisher ein Highlight.
    5.  Im Gartencenter  herrscht wohl die Ruhe vor dem Sturm*?
    6. Frisches Kräuteröl und Essig mit meinen eigenen Kräutern muss ich unbedingt bald mal selber machen.
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine neue Lektüre (Die alten Griechen , von Edith Hall , ein neues Buch) , morgen habe ich geplant, im Garten zu stöbern und zu werkeln und Sonntag möchte ich mich treiben lassen, aber ganz sicher auch in den Wald gehen!!




    Donnerstag, 27. April 2017

    *Und Jetzt Lass Uns Tanzen* erschienen im Diana Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :06.03.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 06.03.2017
    • Verlag : Diana
    • ISBN: 9783453291911
    • Fester Einband 224 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Trauer, Tod, Einsamkeit, Selbstbestimmung, neue Lebensfreude - auch im Alter - bestimmen diesen facettenreichen Roman,,


    REZENSION

    INHALT/KLAPPENTEXT:
    Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

    MEINE MEINUNG:
     Das gebundene Buch mit dem ansprechenden blauen Cover beinhaltet nur über 220 Seiten und ich bin sehr schnell dank des schönen und flüssigen Schreibstils der Autorin in dieses Thema hineingekommen, da ich ausserdem vor kurzem einen ähnlichen Roman über die *Liebe im Alter* rezensiert hatte. Liebenswert und aufschlussreich  wird das französische Lebensumfeld, in dem die Geschichte spielt, geschildert. Sie vermittelt viel Freude, Lebenslust und französisches Ambiente.  Das Verlieren eines geliebten langjährigen Partners ist sicher DAS einschneidende Erlebnis im Alter, dem man hilflos und meist überraschend ausgeliefert wird. Die Autorin Karine Lambert hat sensible und berührende Charaktere erschaffen, die sofort mein Herz eroberten.  Der lebenslustige 73 jährige Marcel bezauberte mich mit seinem charmanten Wesen und seinen schönen Erinnerungen über das Leben während seiner Kindheit in Algerien  mit der fröhlichen  Ehefrau Nora, die er schon als Junge liebte und verehrte.  Sein plötzlicher Verlust des liebsten Menschen macht ihn fast zum gebrochenen Mann. 

    Bis die 78 jährige Marguerite in sein Leben tritt.
    Diese Frau, die ganz stereotyp alle gesellschaftlichen Regeln und Forderungen ihres nun verstobenen Ehemannes fünfzig Jahre starr befolgte , ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle verleugnete , war mir ein wenig  fremd. Aber sie springt über ihren eigenen Schatten und befreit sich von vielen  Zwängen und den von ihrem Mann aufgestellten Verhaltensregeln. Das war für mich eigentlich eine  wichtige, notwendige, zwingende Entwicklung in diesem Roman. Vor allem für die Figur der Marguerite. Ihre Ehe war nicht besonders glücklich, sie liebte ihren Mann verhalten und mit zu vielen Vorbehalten. Verständlich bei den merkwürdig konservativen Charakterzügen des verstorbenen Nebenprotagonisten! Ob diese Neigung zu starrer Akzeptanz von Regeln bei einer Frau in diesem Alter durch die Kraft der Liebe und Zuneigung  noch zu ändern wären , sei dahingestellt. Die Autorin hat diese Veränderungen allerdings  glaubhaft geschildert. Umso mehr gönnt man als Leser dieser gefesselten Frau die neue vorbehaltlose Liebe von und zu Marcel , die sie das erste Mal in ihrem Leben fühlt.
    Die Liebe und Sympathie der beiden Alten zueinander wächst stetig und wird in zärtlichen und rührigen Beschreibungen von der Autorin  dargestellt.
    Wenn da nicht wieder übereifrige Kinder von beiden Familienseiten wären, die das sogenannte *BESTE* für ihre jeweiligen Eltern wollen und deren glückliche letzten Lebensjahre  in neue Regeln lenken möchten ,,,,,
      Meine Bewertung: Vier **** Sterne
      Herzlichen Dank an die Autorin und den Diana-Verlag für das schön gebundene Buch.