MEINE MEINUNG ZUM BUCH : Dieses Buch hat mich sofort gefesselt und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Andere Lektüren habe ich an die Seite geschoben.
Zwei Frauen heute in Brooklyn, die sich Gedanken darüber machen ein Kind gemeinsam aufzuziehen. Es kommen Bedenken von Ayukta's Seite auf. Die Erzählende Ayukta berichtet von einem geheimnisvollen Ahnengedächtnis, welches die Geschichten der Frauen ihrer Familie aufbewahrt und auf magische Art und Weise vererbt wird. Ein Teppich, in den jede Generation die Nachfolgerin hinein stickt fügt auch durch Gedanken, Bilder, Ereignisse hinzu, die von den nachfolgenden Frauen der nächsten Generationen gelesen , geträumt, erzählt, gemalt werden können. Es ist einfach eine mystische und geheimnisvolle Familientradition.
Wir begegnen zu Beginn dieser Erzählung Ayuktas Grossmutter Amla im Jahr 1946 in Karatschi. Sie ist zehn Jahre alt, lebt dort behütet von ihren Eltern und trifft sich täglich mit ihrer besten Freundin Fiza, die in einer muslimischen Familie aufwächst. Indien und der neu zu gründende Staat Pakistan stehen kurz vor ihrer politischen Spaltung. Den dort lebenden Familien mit unterschiedlichen religiösen Wurzeln bedeutet das noch nicht viel. Sie ahnen noch nichts von der aufkommenden Gewalt, dem Blutvergiessen und leben friedlich miteinander. Amla besitzt ein besonderes Zeichentalent , malt ihr Leben und ihre Erlebnisse . Die Familie zieht um nach Indien zur Familie der plötzlich verstorbenen Mutter. Amla lebt mit ihrem BABU (Vater) im alten Haus der Grossmutter mütterlicherseits. Sie vermisst ihre liebe Fizza. Den Kontakt aufrecht zu erhalten ist schwierig in der damaligen , unruhigen Zeit. Amla findet neue Freundinnen , denen im Alltag und auf einem Fest Ungeheuerliches passiert. Amla bringt ihre Eindrücke dazu zu Papier und das Unheil beginnt durch die Verhaftung des Vater während der politischen Umbrüche. Ein bestickter Teppich mit den Ahnen, das Vermächtnis ihrer früh verstorbenen Mutter Chandinii hat eine mystische Wirkung auf sie beim Anschauen , produziert Bilder in ihrem Kopf aus dem Gedächtnis der vorangegangenen Generationen, die sie dann auf ihrem Zeichenpapier abbildet.
Die Familiengeschichte wird weiter erzählt bis heute. Wir erleben Arni, die jüngste Tochter von Amla im Jahr 1974 , die politischen Unruhen zwischen der städtischen Bevölkerung und der Landbevölkerung. Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist ein brandheisses Thema (auch heute noch). Ayukta fürchtet sich davor das *sogenannte Ahnengedächtnis* aus tausenden von Jahren an ihr Kind weiterzugeben.
Der Schreibstil von Asha Thanki ist bunt, authentisch, fast in einem Märchenstil gehalten und erzählt aus dem fremdartig wirkenden Leben in Indien und Pakistan. Diese bunte und uns Europäern unbekannte Welt mit völlig anderen Wertvorstellungen, wird von der Autorin wunderschön, aber auch mit schrecklichen, unverständlichen Fragmenten deutlich vermittelt.
Viele indische Begriffe für Speisen und Bräuche waren mir sehr fremd. Ein Glossar wäre da sehr hilfreich gewesen.
Es ist ein ganz besonderes Buch mit vielfältigen, faszinierenden Themen, dem ich gern FÜNF ***** Sterne gebe.
https://www.harpercollins.de/products/amlas-tochter
https://www.amazon.de/Amlas-Töchter-Herausragendes-Mitreißend-Mittelpunkt/dp/3365008349?ref_=ast_author_dp
INHALT/KLAPPENTEXT: Herausragendes Debüt: die Geschichte Pakistans mit einer zärtlichen Liebe im Mittelpunkt
Brooklyn, 2022: Ayukta schuldet ihrer Frau eine Antwort auf die Frage, die sie immer vermieden hat: Sollen sie ein Kind bekommen? Die Entscheidung wird durch die Geschichte ihrer Familie erschwert – denn Ayukta trägt nicht nur ihre eigenen Erinnerungen in sich. Ein Ahnengedächtnis, das sich über tausend Jahre erstreckt und alle Frauen in ihrer Familie miteinander verbindet, ist gleichzeitig eine unmögliche Bürde und ein unglaubliches Geschenk. Ayukta durchlebt das Trauma ihrer Großmutter Amla, die vor dem Tod ihrer Mutter ein glückliches Kind in Karatschi war und während der Teilung des Landes auswandern muss. Amlas Tochter Arni führt uns nach Gujarat im Jahr 1974, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Unterschiede zwischen den städtischen Klassen herausgefordert werden, während eine von Studenten angeführte politische Bewegung für instabile Verhältnisse sorgt. Ayukta erzählt nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch von den blutigen Jahren der Teilung ihres Heimatlandes, ganze Jahrzehnte voller Liebe, Verlust, Herzschmerz und Wiedergeburt.
Asha Thanki erhielt ihren MFA von der University of Minnesota. Ihr Schreiben wurde von zahlreichen Stipendien gefördert, ihre Kurzgeschichten und Essays sind in einigen Medien erschienen sowie durch zahlreiche Preise geehrt worden.
"Hallo, ich bin Asha Thanki. Ich bin eine Schriftstellerin aus St. Louis, lebe nun in Brooklyn, und mein Roman „A Thousand Times Before“ erscheint nächsten Sommer bei Viking. „A Thousand Times Before“ handelt von Ayukta, die sich mit ihrer Frau Nadya zusammensetzt, um zu erklären, warum sie immer gezögert hat, übers Kinderkriegen zu sprechen. In Wahrheit hat Ayukta ein großes Geheimnis: Sie stammt aus einer langen Linie von Frauen, die Zugang zu ihrem Ahnengedächtnis haben, und Ayukta hat Schwierigkeiten zu verstehen, was es bedeutet, etwas weiterzugeben, das ein so großes Geschenk, aber auch eine so große Last für jedes Kind sein könnte, das sie zur Welt bringen würde. Also rollt Ayukta im Laufe einer Nacht und eines Tages die Geschichte derer aus, die vor ihr kamen und die uns von 1946, Karatschi über 1974, Gujarat bis hin zu 2018 in Minneapolis führt.
Und sie versucht, Nadja die Bedeutung der Geschichten zu vermitteln, die ihr und auch ihnen gemeinsam bei der Entscheidung über Elternschaft helfen könnten. Im Kern geht es in dem Roman um das Mädchensein und Queerness. Um Macht und ihre Erforschung, ob sie nun gesellschaftlich, institutionell oder systemisch ist. Und es geht auch um die kaleidoskopische Liebe: die Liebe zu den Vorfahren, die familiäre Liebe zwischen Geschwistern, die platonische und die romantische Liebe. Im Kern ist „A Thousand Times Before“ eine Liebesgeschichte.
Für mich bedeutet dieser Roman so viel. Ich habe ernsthaft mit dem Schreiben begonnen, nachdem mein letzter überlebender Großelternteil verstarb und es wurde mir sehr wichtig, die Migrationsgeschichten meiner eigenen Familie in dem Buch nachzuzeichnen. Es ist auch eine der Möglichkeiten zu überlegen, wo ist Heimat? Was ist Heimat? Was bedeutet sie aus einer diasporischen Sichtweise heraus? Und wie verstehen wir die Art und Weise, in der Macht, Entscheidungsfindung, Barrieren und Politik eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung des Lebens von alltäglichen Menschen spielen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre von „A Thousand Times Before“. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, und ich freue mich, dass es nun in der Welt ist und Sie es lesen können. Danke, dass Sie es willkommen heißen."
*A Thousand Times Before* ist der englische Titel für *Amlas Töchter*
Übersetzt von Nadine Mutz