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Montag, 28. September 2026

*Das Jahr der Wale* von Kelly Anderson - erschienen im Droemer Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin entführt uns an die Küste von British Columbia/Kanada und präsentiert als Debütroman eine märchenhaft anmutende, poetisch geschriebene Geschichte mit mystischen Andeutungen von alten Ozean Legenden, Walgesängen und stimmungsvollen Naturerlebnissen auf dem Meer und der grossen, alten Küstenwald Landschaft.   

Die junge Annie ist ein *Kind des Meeres* in wahrer Bedeutung dieser Worte. Geboren während einer Wassergeburt im Salzwasser des Ozeans, aufgefangen von ihrem Vater und Arzt Aiden, erlebt sie zu Beginn ihres Lebens die frische Gischt des Ozeans, die Leichtigkeit ihres Körpers im Salzwasser. Das Schwimmen im Meer wird zeitlebens eine Leidenschaft für sie bis zu einem dramatischen Ereignis.
Ein riesiger Tsunami  zerstört den Küstenort  und schneidet ihn von der Aussenwelt ab. Annies Eltern sind auf ihrem Segelboot verschollen. Sie ist traumatisiert, überlebt mit Evan und Ruth. Sie begegnet beim Herumstreifen  am Strand  dem unbekleideten Walker, dessen geheimnisvolles Summen nur sie hören kann. Diese Töne  beruhigen sie. Annie  fasst Vertrauen,  Zuneigung, findet  ja sogar Liebe bei ihm,,,,
  
 Aiden, Mara, Annie ,zeitweise auch der gleichaltrige Evan, lebten vor dem Tsunami auf einem Segelboot an der Küste von Landing's Hale. Aiden, ein ausgebildeter Arzt hatte seine sichere Stelle in einem Krankenhaus aufgegeben um seiner Frau Mara und der kleinen Annie ein Leben ohne Konventionen und Schulzwang auf dem  Segelboot *Athritite* zu ermöglichen. Seine Mutter Ruth wachte über der jungen Familie und bot ihnen jederzeit einen Zufluchtsort an Land. 

Die Freiheit jederzeit dem Meer, seinen Geschöpfen hautnah begegnen zu können,  prägen Annie und ihren Kinderfreund Evan von kleinauf. 

Annies Mutter Mara lebt den beiden Kindern diese Begeisterung für das Meer und seinen  Lebewesen vor. Sie wurde von Aiden nackt, fast ertrunken, mit einer Amnesie am Strand, zu Beginn ihrer Ehe gefunden. Evan's Mutter Celeste verstarb jung und er findet bei Mara, Aiden, Annie und  Grossmutter Ruth eine liebevolle Ersatzfamilie. Evan's eigensinniger, auf  gierigen Profit aus lebender Vater Isaac, leitet ein örtliches Holzfäller Unternehmen. 

Auch als erwachsene Frau zeichnet Annie eine besondere Sensibilität aus. Sie kann mehr hören und spüren als andere Menschen, reagiert sensibel und ängstlich auf Geräusche und vor allem auf das geschäftige Leben an Land.  Evan und Annie verlassen zusammen die zerstörte Landzunge nach dem Tsunami und bauen sich ein neues Leben in Vancouver auf..... 

Doch ihre gemeinsame  Vergangenheit auf dem  Meer und  speziell Annie's Sensibilität für Walkers wieder plötzliche Anwesenheit, gekennzeichnet durch das Summen,  nur für Annie zu vernehmen, holen sie immer wieder ein,,,,, 

VIER **** STERNE

  

INHALT /KLAPPENTEXT: 

Manchmal muss man verloren gehen, um nach Hause zu finden ...
Der bewegende Roman Das Jahr der Wale erzählt von einer jungen Frau zwischen zwei Welten: zwischen Land und Meer, Sicherheit und Sehnsucht, Liebe und Bestimmung.
Ein Liebesroman und eine Ode an die Natur und von Reese Witherspoon zum Reese's Book Club Pick für August 2026 ausgewählt! 
Annie MacLeod hat schon immer gespürt, dass sie anders ist. Ihre Kindheit verbringt sie hauptsächlich auf einem Segelboot vor der Westküste Kanadas, denn ihre Mutter erträgt es nicht, längere Zeit vom Meer getrennt zu sein. Doch in Hale’s Landing wartet Evan auf Annie, und als die beiden erwachsen werden, wird aus der Kindheitsfreundschaft etwas Tieferes.
Eines Tages bleibt Annie zum ersten Mal allein bei Evan, während ihre Eltern segeln gehen. In dieser Nacht zerstört ein Tsunami ihre ganze Welt. Annie ist an Land gestrandet, ihre Eltern kehren nicht zurück. Am Strand rettet Annie einen jungen Mann aus den Fluten. Walker scheint stumm zu sein, trotzdem spürt sie sofort eine seltsame Verbindung. Als würde etwas in ihm zu etwas in ihr sprechen, das ihr selbst verborgen ist.
Dann soll Hale’s Landing evakuiert werden, und Annie muss entscheiden, wohin ihr Herz gehört …
Eine Geschichte über Familie, Liebe und die Magie der Natur in uns und um uns: poetisch, bewegend und mit Bildern, die im Kopf bleiben. 
"Mögen Sie fesselnde, magische Geschichten mit unvergesslichen Schauplätzen, die zu wunderbaren Gesprächen anregen? Dann werden Sie dieses Buch lieben!" Reese Witherspoon, Reese's Book Club Pick August '26
Kelly Andersons wunderbar philosophischer Roman verbindet eine große, emotionale Geschichte über Familie und verschiedene Arten von Liebe mit eindringlichen Bildern. Die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur spricht direkt zu unserer wilden Seele.

Dr. Kelly Anderson ist Assistenzprofessorin an der University of Toronto und Ärztin. Sie absolvierte unter der Leitung von Meg Wolitzer und Christina Baker Kline das Bookends Novel Fellowship und ist zertifizierte Schreibtrainerin. Mit ihrer preisgekrönte Non-Profit-Organisation Understory leitet sie Schreibkurse für Ärztinnen, die diese zu sich selbst und ihren Instinkten zurückführen sollen. Sie tritt außerdem als Rednerin zu medizinischen Themen im Radio und in Podcasts auf. Kelly verbrachte ihre Kindheit im Meer und an den Stränden von British Columbia, jetzt lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Ontario. Das Jahr der Wale ist ihr Debütroman.


Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag  für das gebundene Rezensionsexemplar mit dem wundervollen Cover.  








 



Sonntag, 27. September 2026

*Wochenrückblick vom 21.9.-27.9.26*

*Werbung, unbezahlt*



GETAN: Eine herbstliche Woche hat mich begleitet, fallende Blätter und Stauden bearbeitet.  Erholende Spaziergänge im Herbstwald. Hausarbeit natürlich immer wieder.  Die Bilder vom Berlin-WE betrachtet, aussortiert, verbessert und verschickt. 

Vier Erholungs Tage vom Reisen genossen. Dann ging es am Freitag wieder los Richtung Nordsee, ins Cuxland. 

GEDACHT:Viele Eindrücke aus Berlin und die Gespräche mit Freund*innen verarbeitet. 

Die Geburtstags - Zahl 70 hatte mich auch in der vergangenen Woche begleitet. Ein lieber Mensch durfte diesen Tag am Freitag feiern mit der Familie, Freunden und Bekannten. Unsere Reise zur Feier hatte uns in das Cuxland geführt, fast bis an die Nordsee. 

GEÄRGERT: Über nichts Erwähnenswertes,,,,

GEFREUT: Die Familie im Cuxland getroffen und viele Neuigkeiten ausgetauscht. 

GESEHEN: Wenig TV,,,

GELESEN: Ein neues Buch habe ich angefangen, der Klappentext ist an der rechten Leiste zu erlesen. 

GEHÖRT: Dies und das als Hörbuch! Kennt ihr das ? Mit einem Hörbuch einschlafen?


Habt alle eine gute, neue Woche!










 

Sonntag, 20. September 2026

*Wochenrückblick vom 14.9. - 20.9.26 *

 

*unbezahlte Werbung*


GETAN: Vorbereitungen für unsere kleine Kurzreise nach Berlin getätigt. Blumen besorgt, Feier-Adresse nochmal verinnerlicht.  Natürlich Hausarbeit ;-), die manchmal sogar Freude bereitet. Das Schloss Sanssouci und seine wunderschönen Gärten besucht.Die Segler mit ihren Schiffen auf dem Wannsee bewundert.  

GEDACHT: Wie die Zeit vergeht,,, eben war Berlin noch  mein (unser) Lebensmittelpunkt in jungen Jahren, (70er und 80er Jahre).   Nun besuchen wir mal wieder eine völlig veränderte Stadt als ältere Menschen. 

Ich habe mich an das Buch von Herbert Gruhl erinnert :*Ein Planet wird geplündert*.  Zitat aus Wikipedia : *Größere Bekanntheit erlangte Gruhl 1975 durch sein Buch Ein Planet wird geplündert – Die Schreckensbilanz unserer Politik. Er prangert darin den Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen durch immer mehr Wirtschaftswachstum an und fordert, dass „der Mensch […] von den Grenzen unserer Erde ausgehend denken und handeln“[22] müsse. Das Buch wurde zum Bestseller und Klassiker der Umweltliteratur.*https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Gruhl

GEÄRGERT:Vielleicht wie immer über das politische (Welt)Geschehen. 

GEFREUT: Auf der Feier mit einer Freundin am Wannsee , die nun auch zu den 70 jährigen gehört ;-) viele jahrzehntelange Freund*innen getroffen. ! Endlich die Autobahn in die Hauptstadt ohne Transitbeschwerden durch die ehemalige DDR passieren zu dürfen,,,, und in Erinnerungen an das Berlin vor der Wende  geschwelgt. Zwei Ausflüge nach GÖ und KS haben die Woche aufgelockert,,,, *Der Blaue Stift* von Samar Yazbek ist nun auch als gebundenes Rezensionsexemplar eingetroffen. 

INHALT/KLAPPENTEXT: Erscheint am 24.9.26

Die junge Rima liebt ihr Damaskus. Am meisten liebt sie die Bibliothek, in der sie lauter Wunder erwarten: der kleine Prinz mit seinen ewigen Sonnenaufgängen oder Alice mit ihrem Sturz ins Wunderland. Rima sehnt sich danach, eigene Abenteuer zu erleben, dem Willen ihrer Füße zu folgen. Doch ihre Mutter hält sie fest. Bis zu dem Tag, an dem ihr Bus an einem der neuen Checkpoints aufgehalten wird, und Rimas Welt zerfällt.

Zwischen Detonationen und der Angst der anderen findet Rima Zuflucht in ihrer Fantasie, den Farben ihrer Buntstifte und ihrer ganz eigenen Sprache, in der sie Wort für Wort ihre Geschichte festhält.

In dem Verlangen, die Wunden, die ein Krieg schlägt, zu erfassen, stellt uns Samar Yazbek eine ungewöhnliche Heldin an die Seite: ein Mädchen, das sich fortschreibt.

https://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=8696

GESEHEN:  Berlin, Berlin, Berlin,,,,,

GELESEN: Nur ein Buch (Alte Pfade) beendet, meine Leseeindrücke gesammelt und rezensiert . Viele Klappentexte von neu zu erscheinenden Büchern im Herbst waren eine erbauende Lektüre für kurze Lesezeiten zwischendurch.  

GEHÖRT: Immer noch *Das Narrenschiff*,,,,und dies und das ,,,,


Ich wünsche euch eine gute neue Woche!


Schloss Sanssouci
Am Wannsee

  







Mittwoch, 16. September 2026

*Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange - erschienen im DuMont Verlag*

 

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:  

Die  50-jährige Liliane hat einige emotionale  Veränderungen in ihrem Leben hinter sich. Die Scheidung von ihrem Ehemann versucht sie mit einem Urlaub in Spanien zu verarbeiten. Ihr gemeinsamer, erwachsener Sohn befindet sich auf einer längeren Reise, verlässt das Familiennest.  Liliane braucht Abwechslung und Erholung vom Familienleben. 

Plötzlich bekommt sie eine alarmierende Nachricht aus Schottland: ihr 89-jähriger, geliebter Vater ist während einer Schottlandwanderung mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Aufgelöst und erschrocken macht sie sich sofort auf den Weg zu ihm. Direkt von Spanien nach Schottland. Mit dem Auto.

 Wir begleiten Liliane in ihrer Gedankenwelt, die in den Zeiträumen ihres Lebens hin und her springen. Mal erinnert sie sich an Wanderungen mit der Familie aus ihrer Kinderzeit, in der ihr Vater als starker und glänzender Held und Retter der Familie aus schwierigen Situationen dasteht. Aber immer wieder kommen auch schmerzliche Erinnerungen an ihre früh verstorbene Mutter in ihr hoch. Liliane war erst zwölf Jahre alt und hat sich rührend um ihre beiden  Geschwister gekümmert, eine enge Bindung zu ihnen und dem Vater aufgebaut. 

Während sie den schwächlichen Vater  beim zweiten Aufbruch seiner Highland Wanderung begleitet,  kurz nach dem Herzinfarkt, sieht sie plötzlich viele Familien Ereignisse der Vergangenheit in einem anderen Licht.  Er möchte unter allen Umständen diese Wanderung beenden . Sie kann ihm diesen Wunsch nicht abschlagen und möchte ihn begleiten, umsorgen, auf ihn achten. Sie versucht nicht streng zu bewerten, sondern den Vater auch in seiner aktuellen, schwierigen Situation am Ende des Lebens zu verstehen. Sie respektiert seinen  brennenden Wunsch diese Reise, die er als junger Mann schon einmal allein gemacht hat, zu wiederholen. Doch die Vergangenheit lässt sich nur in Fragmenten in die Gegenwart integrieren. Das müssen Liliane und ihr Vater traurig  akzeptieren,,,,, 

Eine fünfköpfige Familie baut sicher ein kompliziertes Beziehungsgeflecht bis zum Erwachsenwerden der Kinder miteinander auf, welches sich im Lauf der Zeit und der persönlichen Umstände verändert. Doch unverbrüchlich bleibt eine Liebe zueinander, deren Grundstock zwischen Eltern und Kindern gelegt wurde. Auch wenn sie Fehler machten in der Erziehung und dem Einschätzen der Bedürfnisse aller Mitglieder. Diese Erkentnis machte Liliane auch während ihrer gescheiterten Ehe.....

Der berührende und einfühlsam verfasste Roman hat viele emotionale Schwingungen in mir ausgelöst, angefangen von  Ur-Ängsten bis  hin zum  liebevollen Verstehen und Mitfühlen mit den Protagonist*innen und deren Verhaltensweisen. Das hat die Autorin klar und deutlich in ihrem schönen und spannendem  Schreibstil darstellen können. Die wunderschönen, leisen und bunt  untermalten  Bilder der einsamen Highland Landschaft Schottlands waren ein zusätzliches Lesehighlight im Buch. 

Atmosphärisch stimmig, berührend verfasst,  ist dieser Roman eine absolute Leseempfehlung für mich  mit FÜNF ***** Sternen.  


 Inhalt/Klappentext: Als Liliane von ihrem ersten Urlaub nach der Scheidung zurückkommt, erreicht sie ein Anruf aus einem Krankenhaus in Schottland: Ihr 89-jähriger Vater ist allein in die Highlands gereist und hat in der Wildnis einen Herzinfarkt erlitten. Noch in Strandschuhen und T-Shirt fährt Liliane ihm nach, um ihn nach Hause zu holen. Doch ihr geschwächter Vater will nur eines: bis zur nördlichsten Spitze Schottlands laufen, wie damals als junger Student. Liliane sieht keine andere Möglichkeit, als ihn zu begleiten. Gemeinsam brechen Vater und Tochter in die alten Pfade der Highlands auf. Sie übernachten in Feldsteinhütten, werden von Unwettern überrascht und sprechen zum ersten Mal über die dramatische Familiengeschichte – die Kriegskindheit des Vaters in Potsdam, den frühen Tod seiner Frau, Lilianes Mutter. Während der einst so starke Mann sich auf seine Tochter stützen muss, erkennt Liliane, wie sehr die Härte ihres Vaters ihre Beziehungen zu Männern und das Verhältnis zu ihrem Sohn geprägt hat. Der letzte Weg des Vaters wird für seine Tochter zu einem Aufbruch.

Ein atmosphärisch dichter und einfühlsamer Roman über die Neubegegnung zweier Menschen, die sich lange fern waren.

ALEXA HENNIG VON LANGE, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ (1997) zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Seitdem hat sie mehr als 25 Romane veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bei DuMont erschien zuletzt die ›Heimkehr‹-Trilogie: ›Die karierten Mädchen‹ (2022), ›Zwischen den Sommern‹ (2023) und ›Vielleicht können wir glücklich sein‹ (2024). Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Berlin. www.alexahennigvonlange.de

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!


Sonntag, 13. September 2026

*Amrum* von Hark Bohm

*unbezahlte Werbung, selbstgekauftes Buch*

Meine Meinung zum Buch:

Diesen autobiografischen Roman hat Hark Bohm kurz vor seinem Tode  zusammen mit Philipp Winkler verfasst. Und er  ist ein gelungenes Leseerlebnis für mich geworden. Den Film zum Buch habe ich noch nicht gesehen, das möchte ich aber demnächst unbedingt nachholen. 
Der Autor erzählt aus seiner Kindheit, die er bis zum 10. Lebensjahr auf der Insel Amrum verbracht hat.
 
Es ist kurz vor dem Ende  des 2. Weltkriegs.  Auch auf der abgelegenen Insel Amrum,  inmitten der Nordsee ist nichts mehr wie vor dieser militärischen Auseinandersetzung. Der größte Teil der männlichen Bevölkerung befindet sich an der Front, das Nazi-Regime liegt in den letzten Zügen. Die Alten der Insel, die Frauen,  Kinder und Jugendlichen  halten den normalen Inselalltag und das Überleben in diesen schwierigen Zeiten am Laufen. 
Nanning und Hermann, zwei  10 jährige Freunde  arbeiten fleissig auf den Bauernhöfen ohne Entgelt. Sie bekommen für ihre Mühen mal ein Stück Butter, eine Kanne Milch und/oder Hühnerfutter. Sie fangen Schollen, sammeln Vogeleier in den Salzwiesen und haben immer etwas zu tun. Ideen zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gehen ihnen selten aus. Die beiden Kinder haben familiär unterschiedliche Hintergründe. Nanning entstammt mütterlicherseits  aus einer seit Jahrhunderte auf der Insel ansässigen alten Kapitäns - und Walfänger Familie. Nanning's Mutter  Hille Hagener, geb. Jessen hängt nun dem Nazi-Regime und seiner Politik begeistert an. Sein Vater ist ein schreibender Akademiker, der nazitreue Literatur im fernen Hamburg verfasst. Hermann's Familie hat dänische Wurzeln und begeistert sich für die Sozialdemokratie. Das tut der echten und liebevollen Freundschaft der Jungen  zueinander aber keinen Abbruch. 

Mich hat das Buch hauptsächlich durch die atmosphärisch dichten und stimmigen Beschreibungen des Insellebens, der Nordsee, der Natur an Strand und Watt beeindruckt. Der Autor betrachtet und beobachtet die Natur aus dem Blickwinkel des jungen Nanning, den er mit autobiografischen Zügen ausgestattet hat. Es sind poetisch fein beschriebene  Betrachtungen der vielfältigen Vogelwelt im Watt, der Gezeiten  - und Wetterphänomene am Meer. Die Tierwelt der Insel, das bäuerliche Leben der damaligen Zeit  wurden sehr fantasievoll und lebhaft gezeichnet und haben ein buntes Kopfkino beim Lesen in Gang gesetzt. Die  lang gewachsenen Beziehungen der friesischen Inselbevölkerung zueinander, ihre unterschiedlichen politischen Standpunkte wurden gerade auch durch Nanning's Beobachtungsgabe  klar und deutlich dargestellt.  Das ruhige, aber eben politisch beeinflusste Leben während der NS-Zeit der Inselbewohner, die an traditionellen zeitlosen Werten festhalten, ziehen sich durch das gesamte Buch. 

Ich konnte dank des eindeutigen und klaren Schreibstils schnell durch die Seiten fliegen und gebe eine Leseempfehlung mit VIER **** Sternen.    



INHALT/KLAPPENTEXT:

Zwischen Heidekrautfeldern und dem endlosen Watt ist Nanning zu Hause: Amrum, die Nordseeinsel ist alles, was er kennt. Gemeinsam mit seinem besten Freund trotzt er der kargen Natur ab, was er kann, um während des Krieges für seine Familie zu sorgen. Sie jagen Kaninchen, treten Schollen und tauschen ihre Beute gegen das Notwendigste. Wenn es hart auf hart kommt, hält die Gemeinschaft zusammen, doch Nanning spürt das Misstrauen ihm und seiner regimetreuen Familie gegenüber. Mit dem Tod Hitlers brechen neue Zeiten an, und für Nanning wird sich alles ändern.
Amrum erzählt voll wilder Schönheit davon, was Herkunft bedeutet – und wie man lernt, den eigenen Weg zu gehen. Der Roman ist ein poetisches Zeitzeugnis, in dessen Kern eine zutiefst menschliche Geschichte steht.

Über den Autor
Vita von Hark Bohm

Hark Bohm wurde 1939 in Hamburg geboren und verlebte seine Kindheit auf Amrum. Er war einer der relevantesten Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten Deutschlands. Zu seinen größten Erfolgen gehörten Nordsee ist Mordsee, Yasemin und Aus dem Nichts, für dessen Co-Autorenschaft er mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Für sein Lebenswerk wurde ihm zudem der Ehrenpreis des deutschen Filmpreises verliehen. Seinen Roman Amrum schrieb er gemeinsam mit Philipp Winkler; auf den selben Erinnerungen basiert auch der gleichnamige Film von Fatih Akin. Hark Bohm verstarb im November 2025. 

Philipp Winkler, 1986 bei Hannover geboren. Arbeiterkind und Hochschulabsolvent in 1. Generation. Schreibt Romane und Drehbücher. Sein Debütroman Hool war Spiegel-Bestseller, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet. Seine Werke wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt und mehrfach für die Bühne adaptiert. Filmadaptionen aller seiner Bücher sind in Arbeit.

*Wochenrückblick vom 7.9.-13.9.26*

*unbezahlte Werbung*

GETAN: Kleine Wanderung im Tierpark Sababurg. Wochenmarkt Besuch - und Einkauf am Mittwoch. *Amrum * rezensiert, den üblichen Haushaltskram mit Gartenpflege. 

GEDACHT: Puh,,, ein Glück! Wieder drei Monate Ruhe bis zum nächsten Augenarzt Termin. Alles ist gut zur Zeit. Falls  das Lesen irgendwann nicht mehr gehen sollte - ich kann super hören :-) !

GEÄRGERT: Über nichts,,,,

GEFREUT: Über zwei wunderbar gebundene Rezensionsexemplare: *Das Jahr der Wale* aus dem Droemer Verlag und *Alte Pfade* aus dem DUMONT Verlag.  

GESEHEN: Den Film *Amrum * , der mich nicht so gefesselt hat wie das gleichnamige, gelesene Buch. 

GELESEN: Angefangen habe ich *Alte Pfade* von Alexa Hennig von Lange. Der Autorin bin ich vor Jahren schon einmal auf der Leipziger Buchmesse begegnet.  

GEHÖRT: *Das Narrenschiff* von Christoph Hein. Dieses Hörbuch läuft 22 Stunden ;-)  !! Ab und zu hör ich bei Gelegenheit weiter,,,*Sturmwind* von Miriam Georg

Ich wünsche Euch eine gute (Lese)Woche!




 

Montag, 7. September 2026

*Die Rettung* von Charlotte McConaghy

 *Werbung, unbezahlt , selbst gekauft*

*Hörbuch*

Mein Höreindruck:

Diese Hörbuchfassung , gelesen von der abwechslungsreichen Stimme von Elisabeth Günther hat mich stundenlang gefesselt und in einem magischen Sog auf die Insel Sheerwater Island gezogen. Eine kleine Insel, im Nirgendwo zwischen der Antarktis und Australien gelegen. Sie ist eine verlassene Forschungsstation, beherbergt aber einen wertvollen Saatgutbunker mit den gesammelten  Schätzen unserer Erde. Doch der Klimawandel macht auch dort nicht Halt.  Sheerwater Island ist bedroht von Überflutung, Zerstörung durch den steigenden Meeresspiegel. Die dort lebenden Tiere werden verloren sein. Nur der letzte Verwalter der Station Dominic Salt mit seinen drei Kindern harrt dort noch aus und wartet auf die Evakuierung mit einem Schiff.  Kurz bevor das geschieht taucht Rowan auf, eine schiffbrüchige,  geheimnisvolle, fast ertrunkene Frau. Die Familie rettet sie , nimmt sie auf und pflegt sie.  

Der Roman strotzt nur so von einem Beziehungsgeflecht zwischen Rowan und der Familie, welches sich wie ein neu zu knüpfendes Fischernetz langsam entwickelt. Das dritte Kind der Familie, der 9 jährige Orly, ein sehr an Botanik interessierter Junge, nimmt vorurteilsfrei seine Zuneigung zu Rowan an. Die beiden grösseren Kinder, Fen und ihr älterer Bruder Wren sind zurückhaltender mit ihrer Sympathie zu der Fremden, wie auch der Vater Dominic Salt, der den Verlust seiner verstorbenen Frau nach neun Jahren immer noch nicht verarbeitet hat. 

Das Hören war ein Genuss, die Sprecherin hat jeden der fünf Protagonisten mit einer eigenen Ausdrucksweise und Stimmlage dargestellt. Abwechselnd wurde aus der Sicht jedes dieser Protagonisten erzählt - das vergangene Leben der schiffbrüchigen Rowan wurde so bruchstückweise aufgezeigt bis zum bitteren Ende und dem Verlassen der Insel......  
Es war eine sehr spannende Hörreise , die ich mit fünf Sternen beurteile.    

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Ein existenzieller Roman über Liebe, Schönheit und Gewalt am äußersten Ende der Welt

Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern auf einer verlassenen Insel, irgendwo zwischen Australien und Antarktis. Weil das kleine Stück Land langsam vom steigenden Wasser verschlungen wird, ist das Forschungsteam, zu dem auch Dominic gehörte, längst abgereist, und bald soll auch die Familie ans Festland zurückkehren. Doch wird in einer folgenreichen Sturmnacht plötzlich eine Frau an die Küste gespült. Sie ist schwer verletzt, fast erfroren. Wer ist die Fremde? Und wie ist sie ausgerechnet nach Shearwater geraten? Während die Kinder sich von ihrer atemberaubend schönen Insel verabschieden müssen, von den Seelöwen, den Albatrossen und den sturmumtosten Klippen, beginnen die fünf Menschen, einander zu umkreisen, ihre Sehnsüchte und Geheimnisse zu teilen und sich zu fragen: Welche Entscheidungen müssen wir treffen, um die Menschen zu schützen, die wir lieben?

Mit Die Rettung ist Charlotte McConaghy zurück in ihrem Element: dem wilden, wunderschönen und existenziell bedrohlichen Meer.

Charlotte McConaghy, geboren 1988, hat irisch-schottische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel« (2020), ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. 2022 erschien ihr zweiter Roman »Wo die Wölfe sind«. 2025 folgte der Roman »Die Rettung«, der für den Women's Prize for Fiction 2026 nominiert war. Charlotte McConaghy hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. und lebt heute in Sydney. 



Sonntag, 6. September 2026

*Wochenrückblick vom 31.8.-6.9.26*


*Werbung, unbezahlt*


GETAN: Die übliche Hausarbeit steht ja immer an und einige erholsame Spaziergänge. Die Woche war ruhig. Ein typisches Rentnerleben eben  ;-) ! KEINE Arztbesuche - sehr beruhigend.

GEDACHT: Dienstleistungen am/für den Menschen werden wohl unbezahlbar in Zukunft. Siehe Friseurbesuch (10 % Erhöhung des Preises) ! Tatsächlich der erste Monat mit R (September) und ich habe ein wenig  Halskratzen. Zum Glück steht genug  Salbei im Garten für Tee. 

GEÄRGERT: Über die Unzuverlässigkeit eines europaweit agierenden Blumendienstes, der einen Geburtstagsgruss für eine 90jährige Jubilarin verpatzt hat. Ich hadere ein wenig mit mir, da ich die Rezension von*Der Raum, der bleibt* im ärgerlichen Affekt, direkt nach dem Lesen verfasst habe. War ich zu streng ?

GEFREUT: Ein entspannender Friseurbesuch hat meine Stimmung am Dienstag  aufgefrischt wie ein schöner Sonnenaufgang....  Der Stadtbummel durch ein kleines Fachwerk Städtchen in der Nähe hat neue Eindrücke und Staunen geschenkt. Wir haben einen kleinen Park entdeckt. Über neue kabellose In - Ear - Kopfhörer. Angenehmes und bequemes Hören meiner Hörbücher freut mich nun,,,,, 

GESEHEN:  *Little Women* auf ONE. 

GELESEN: Einen Thriller, der nicht gesprüht hat vor Grusel, Horror und Gewalt. Seine Gewalt hat mich als Leserin nicht voll erfasst.  Glück gehabt :-) ! 

GEHÖRT: Ich bin noch am Hören von  *Die Rettung*,,, siehe rechte Spalte. Eine fesselnde Geschichte.... Meeresrauschen, Robben, Seevögel, Walschulen und eine  dramatische Familiengeschichte  mit Kindern spuken nun durch meinen Kopf,,,,

Habt eine gute neue Lesewoche - wie die Zeit doch fliegt,,,,,


Hofgeismar