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Sonntag, 13. September 2026

*Amrum* von Hark Bohm

*unbezahlte Werbung, selbstgekauftes Buch*

Meine Meinung zum Buch:

Diesen autobiografischen Roman hat Hark Bohm kurz vor seinem Tode  zusammen mit Philipp Winkler verfasst. Und er  ist ein gelungenes Leseerlebnis für mich geworden. Den Film zum Buch habe ich noch nicht gesehen, das möchte ich aber demnächst unbedingt nachholen. 
Der Autor erzählt aus seiner Kindheit, die er bis zum 10. Lebensjahr auf der Insel Amrum verbracht hat.
 
Es ist kurz vor dem Ende  des 2. Weltkriegs.  Auch auf der abgelegenen Insel Amrum,  inmitten der Nordsee ist nichts mehr wie vor dieser militärischen Auseinandersetzung. Der größte Teil der männlichen Bevölkerung befindet sich an der Front, das Nazi-Regime liegt in den letzten Zügen. Die Alten der Insel, die Frauen,  Kinder und Jugendlichen  halten den normalen Inselalltag und das Überleben in diesen schwierigen Zeiten am Laufen. 
Nanning und Hermann, zwei  10 jährige Freunde  arbeiten fleissig auf den Bauernhöfen ohne Entgelt. Sie bekommen für ihre Mühen mal ein Stück Butter, eine Kanne Milch und/oder Hühnerfutter. Sie fangen Schollen, sammeln Vogeleier in den Salzwiesen und haben immer etwas zu tun. Ideen zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gehen ihnen selten aus. Die beiden Kinder haben familiär unterschiedliche Hintergründe. Nanning entstammt mütterlicherseits  aus einer seit Jahrhunderte auf der Insel ansässigen alten Kapitäns - und Walfänger Familie. Nanning's Mutter  Hille Hagener, geb. Jessen hängt nun dem Nazi-Regime und seiner Politik begeistert an. Sein Vater ist ein schreibender Akademiker, der nazitreue Literatur im fernen Hamburg verfasst. Hermann's Familie hat dänische Wurzeln und begeistert sich für die Sozialdemokratie. Das tut der echten und liebevollen Freundschaft der Jungen  zueinander aber keinen Abbruch. 

Mich hat das Buch hauptsächlich durch die atmosphärisch dichten und stimmigen Beschreibungen des Insellebens, der Nordsee, der Natur an Strand und Watt beeindruckt. Der Autor betrachtet und beobachtet die Natur aus dem Blickwinkel des jungen Nanning, den er mit autobiografischen Zügen ausgestattet hat. Es sind poetisch fein beschriebene  Betrachtungen der vielfältigen Vogelwelt im Watt, der Gezeiten  - und Wetterphänomene am Meer. Die Tierwelt der Insel, das bäuerliche Leben der damaligen Zeit  wurden sehr fantasievoll und lebhaft gezeichnet und haben ein buntes Kopfkino beim Lesen in Gang gesetzt. Die  lang gewachsenen Beziehungen der friesischen Inselbevölkerung zueinander, ihre unterschiedlichen politischen Standpunkte wurden gerade auch durch Nanning's Beobachtungsgabe  klar und deutlich dargestellt.  Das ruhige, aber eben politisch beeinflusste Leben während der NS-Zeit der Inselbewohner, die an traditionellen zeitlosen Werten festhalten, ziehen sich durch das gesamte Buch. 

Ich konnte dank des eindeutigen und klaren Schreibstils schnell durch die Seiten fliegen und gebe eine Leseempfehlung mit VIER **** Sternen.    



INHALT/KLAPPENTEXT:

Zwischen Heidekrautfeldern und dem endlosen Watt ist Nanning zu Hause: Amrum, die Nordseeinsel ist alles, was er kennt. Gemeinsam mit seinem besten Freund trotzt er der kargen Natur ab, was er kann, um während des Krieges für seine Familie zu sorgen. Sie jagen Kaninchen, treten Schollen und tauschen ihre Beute gegen das Notwendigste. Wenn es hart auf hart kommt, hält die Gemeinschaft zusammen, doch Nanning spürt das Misstrauen ihm und seiner regimetreuen Familie gegenüber. Mit dem Tod Hitlers brechen neue Zeiten an, und für Nanning wird sich alles ändern.
Amrum erzählt voll wilder Schönheit davon, was Herkunft bedeutet – und wie man lernt, den eigenen Weg zu gehen. Der Roman ist ein poetisches Zeitzeugnis, in dessen Kern eine zutiefst menschliche Geschichte steht.

Über den Autor
Vita von Hark Bohm

Hark Bohm wurde 1939 in Hamburg geboren und verlebte seine Kindheit auf Amrum. Er war einer der relevantesten Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten Deutschlands. Zu seinen größten Erfolgen gehörten Nordsee ist Mordsee, Yasemin und Aus dem Nichts, für dessen Co-Autorenschaft er mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Für sein Lebenswerk wurde ihm zudem der Ehrenpreis des deutschen Filmpreises verliehen. Seinen Roman Amrum schrieb er gemeinsam mit Philipp Winkler; auf den selben Erinnerungen basiert auch der gleichnamige Film von Fatih Akin. Hark Bohm verstarb im November 2025. 

Philipp Winkler, 1986 bei Hannover geboren. Arbeiterkind und Hochschulabsolvent in 1. Generation. Schreibt Romane und Drehbücher. Sein Debütroman Hool war Spiegel-Bestseller, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet. Seine Werke wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt und mehrfach für die Bühne adaptiert. Filmadaptionen aller seiner Bücher sind in Arbeit.

*Wochenrückblick vom 7.9.-13.9.26*

*unbezahlte Werbung*

GETAN: Kleine Wanderung im Tierpark Sababurg. Wochenmarkt Besuch - und Einkauf am Mittwoch. *Amrum * rezensiert, den üblichen Haushaltskram mit Gartenpflege. 

GEDACHT: Puh,,, ein Glück! Wieder drei Monate Ruhe bis zum nächsten Augenarzt Termin. Alles ist gut zur Zeit. Falls  das Lesen irgendwann nicht mehr gehen sollte - ich kann super hören :-) !

GEÄRGERT: Über nichts,,,,

GEFREUT: Über zwei wunderbar gebundene Rezensionsexemplare: *Das Jahr der Wale* aus dem Droemer Verlag und *Alte Pfade* aus dem DUMONT Verlag.  

GESEHEN: Den Film *Amrum * , der mich nicht so gefesselt hat wie das gleichnamige, gelesene Buch. 

GELESEN: Angefangen habe ich *Alte Pfade* von Alexa Hennig von Lange. Der Autorin bin ich vor Jahren schon einmal auf der Leipziger Buchmesse begegnet.  

GEHÖRT: *Das Narrenschiff* von Christoph Hein. Dieses Hörbuch läuft 22 Stunden ;-)  !! Ab und zu hör ich bei Gelegenheit weiter,,,*Sturmwind* von Miriam Georg

Ich wünsche Euch eine gute (Lese)Woche!




 

Montag, 7. September 2026

*Die Rettung* von Charlotte McConaghy

 *Werbung, unbezahlt , selbst gekauft*

*Hörbuch*

Mein Höreindruck:

Diese Hörbuchfassung , gelesen von der abwechslungsreichen Stimme von Elisabeth Günther hat mich stundenlang gefesselt und in einem magischen Sog auf die Insel Sheerwater Island gezogen. Eine kleine Insel, im Nirgendwo zwischen der Antarktis und Australien gelegen. Sie ist eine verlassene Forschungsstation, beherbergt aber einen wertvollen Saatgutbunker mit den gesammelten  Schätzen unserer Erde. Doch der Klimawandel macht auch dort nicht Halt.  Sheerwater Island ist bedroht von Überflutung, Zerstörung durch den steigenden Meeresspiegel. Die dort lebenden Tiere werden verloren sein. Nur der letzte Verwalter der Station Dominic Salt mit seinen drei Kindern harrt dort noch aus und wartet auf die Evakuierung mit einem Schiff.  Kurz bevor das geschieht taucht Rowan auf, eine schiffbrüchige,  geheimnisvolle, fast ertrunkene Frau. Die Familie rettet sie , nimmt sie auf und pflegt sie.  

Der Roman strotzt nur so von einem Beziehungsgeflecht zwischen Rowan und der Familie, welches sich wie ein neu zu knüpfendes Fischernetz langsam entwickelt. Das dritte Kind der Familie, der 9 jährige Orly, ein sehr an Botanik interessierter Junge, nimmt vorurteilsfrei seine Zuneigung zu Rowan an. Die beiden grösseren Kinder, Fen und ihr älterer Bruder Wren sind zurückhaltender mit ihrer Sympathie zu der Fremden, wie auch der Vater Dominic Salt, der den Verlust seiner verstorbenen Frau nach neun Jahren immer noch nicht verarbeitet hat. 

Das Hören war ein Genuss, die Sprecherin hat jeden der fünf Protagonisten mit einer eigenen Ausdrucksweise und Stimmlage dargestellt. Abwechselnd wurde aus der Sicht jedes dieser Protagonisten erzählt - das vergangene Leben der schiffbrüchigen Rowan wurde so bruchstückweise aufgezeigt bis zum bitteren Ende und dem Verlassen der Insel......  
Es war eine sehr spannende Hörreise , die ich mit fünf Sternen beurteile.    

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Ein existenzieller Roman über Liebe, Schönheit und Gewalt am äußersten Ende der Welt

Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern auf einer verlassenen Insel, irgendwo zwischen Australien und Antarktis. Weil das kleine Stück Land langsam vom steigenden Wasser verschlungen wird, ist das Forschungsteam, zu dem auch Dominic gehörte, längst abgereist, und bald soll auch die Familie ans Festland zurückkehren. Doch wird in einer folgenreichen Sturmnacht plötzlich eine Frau an die Küste gespült. Sie ist schwer verletzt, fast erfroren. Wer ist die Fremde? Und wie ist sie ausgerechnet nach Shearwater geraten? Während die Kinder sich von ihrer atemberaubend schönen Insel verabschieden müssen, von den Seelöwen, den Albatrossen und den sturmumtosten Klippen, beginnen die fünf Menschen, einander zu umkreisen, ihre Sehnsüchte und Geheimnisse zu teilen und sich zu fragen: Welche Entscheidungen müssen wir treffen, um die Menschen zu schützen, die wir lieben?

Mit Die Rettung ist Charlotte McConaghy zurück in ihrem Element: dem wilden, wunderschönen und existenziell bedrohlichen Meer.

Charlotte McConaghy, geboren 1988, hat irisch-schottische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel« (2020), ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. 2022 erschien ihr zweiter Roman »Wo die Wölfe sind«. 2025 folgte der Roman »Die Rettung«, der für den Women's Prize for Fiction 2026 nominiert war. Charlotte McConaghy hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. und lebt heute in Sydney. 



Sonntag, 6. September 2026

*Wochenrückblick vom 31.8.-6.9.26*


*Werbung, unbezahlt*


GETAN: Die übliche Hausarbeit steht ja immer an und einige erholsame Spaziergänge. Die Woche war ruhig. Ein typisches Rentnerleben eben  ;-) ! KEINE Arztbesuche - sehr beruhigend.

GEDACHT: Dienstleistungen am/für den Menschen werden wohl unbezahlbar in Zukunft. Siehe Friseurbesuch (10 % Erhöhung des Preises) ! Tatsächlich der erste Monat mit R (September) und ich habe ein wenig  Halskratzen. Zum Glück steht genug  Salbei im Garten für Tee. 

GEÄRGERT: Über die Unzuverlässigkeit eines europaweit agierenden Blumendienstes, der einen Geburtstagsgruss für eine 90jährige Jubilarin verpatzt hat. Ich hadere ein wenig mit mir, da ich die Rezension von*Der Raum, der bleibt* im ärgerlichen Affekt, direkt nach dem Lesen verfasst habe. War ich zu streng ?

GEFREUT: Ein entspannender Friseurbesuch hat meine Stimmung am Dienstag  aufgefrischt wie ein schöner Sonnenaufgang....  Der Stadtbummel durch ein kleines Fachwerk Städtchen in der Nähe hat neue Eindrücke und Staunen geschenkt. Wir haben einen kleinen Park entdeckt. Über neue kabellose In - Ear - Kopfhörer. Angenehmes und bequemes Hören meiner Hörbücher freut mich nun,,,,, 

GESEHEN:  *Little Women* auf ONE. 

GELESEN: Einen Thriller, der nicht gesprüht hat vor Grusel, Horror und Gewalt. Seine Gewalt hat mich als Leserin nicht voll erfasst.  Glück gehabt :-) ! 

GEHÖRT: Ich bin noch am Hören von  *Die Rettung*,,, siehe rechte Spalte. Eine fesselnde Geschichte.... Meeresrauschen, Robben, Seevögel, Walschulen und eine  dramatische Familiengeschichte  mit Kindern spuken nun durch meinen Kopf,,,,

Habt eine gute neue Lesewoche - wie die Zeit doch fliegt,,,,,


Hofgeismar





 

Donnerstag, 3. September 2026

*Die Bibliothek* von Gilly Macmillan

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:
Das mysteriöse *Buch der Wunder* wird gesucht. Es soll geheime Informationen über die Macht und den Einfluss von Frauen vergangener Jahrhunderte enthalten.  Zwei einflussreiche Frauenorganisationen unserer heutigen Zeit, im modernen England, die Kats und die Larks,  stehen sich feindlich und kritisch gegenüber, schrecken vor Mord und Betrug nicht zurück um ihren Einfluss in der Öffentlichkeit zu festigen. Viele Protagonist*innen, fast zu viele erzählen in kurzen Kapiteln das Geschehen im Roman aus ihrer Sichtweise. 

Die junge Wissenschaftlerin Anya  hat seit ihrer Geburt ein absolutes Fotogedächtnis, welches ihr auch im Erwachsenleben erhalten bleibt.  Sie wird von den Larks umworben an einer Forschungsstelle  der renommierten University of St. Andrews  geheime Manuskripte in Schottland zu entziffern. Sie kümmert sich neben ihrem Forschungsjob liebevoll um ihre schwerkranke Mutter und hat eine enge Bindung an sie. Anja ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Mutter war alleinerziehend.  Der Umzug in ein schönes Haus und ein  zusätzlicher Job an der gleichen Uni für ihren Freund Sid soll sie überzeugen diese, neue Stelle, weit entfernt von ihrer geliebten Mutter,  anzunehmen. Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit bemerkt sie , dass die alten Schriften Geheimnisse verbergen, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Sie gerät in fast tödlich endende Situationen, die sie auch mit ihrer Familiengeschichte konfrontieren und dem Brand einer Bibliothek ihres Vaters Magnus. Er hat den Kontakt kurz nach Anyas Geburt zu Mutter und Kind abgebrochen.  

Mir war während der gesamten Lesezeit  nicht wirklich klar worin der Unterschied zwischen den beiden Frauenorganisationen bestand. Sie möchten beide eine tonangebende Meinung von Frauen in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben stärken. Die Kats favorisieren eher das traditionelle Frauenbild mit Ehe, Kinder, Familie. Die Larks möchten emanzipatorische Bemühungen von Frauen unterstützen. Doch ist das wirklich so? 
 Ihre Ziele und Methoden zur Manipulation anderer Menschen  gleichen sich fast identisch.  Sie sind beide korrupt, haben maffiöse Züge in ihrer Organisation.  Mord und Betrug sind ihre Mittel zur Einflussnahme, um diese Manuskripte zu entziffern und Anya dazu bringen daran mitzuarbeiten. 

Ich konnte dank der geschmeidigen und klaren Ausdrucksweise der Autorin relativ schnell durch diesen Thriller fliegen. Er wurde glücklicherweise durch schöne, fast poetische Beschreibungen von Universitäten, Kirchen in Schottland, Cambridge, Verona und hübschen Landschaften aufgelockert und hat dadurch ein wenig die Schärfe der brutalen Handlungen abgemildert. Allerdings habe ich den Kernpunkt und die Bedeutung der Manuskripte nicht genau verstanden, was mich etwas enttäuscht hat. Auch die wohl erstrebenswerten Ziele der beiden Frauenorganisationen wurden mir zu oberflächig und schwammig abgehandelt.  Die vielen Protagonist*innen erzählen abwechselnd in kurzen Abständen aus ihrer Sichtweise. Allein Anya war für mich eine liebenswerte Protagonistin, der meine Sympathie zugeflogen ist. Ihre Forschung führt sie mit ihrem Partner Sid bis nach Italien zur Humanistin und Autorin Isotta Nogarola (1418 - 1466) , einer höchst interessanten und mutigen Frau, die tatsächlich vor Jahrhunderten in Verona gelebt hat ,,,,,

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt !
VIER **** STERNE
Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!



INHALT/KlAPPENTEXT:
Tödliche Rivalität, ein jahrhundertealtes Geheimnis und eine Frau, die die Wahrheit ans Licht bringt.

Für Anya geht ein Traum in Erfüllung: Sie erhält das verlockende Angebot, uralte und streng geheime Manuskripte an der renommierten University of St Andrews in Schottland zu entschlüsseln. Doch kaum angekommen, spürt sie, dass hinter den vergilbten Seiten mehr lauert als vergessene Worte. Die Schriften bergen Geheimnisse, die mächtige Gegnerinnen um jeden Preis im Dunkeln halten wollen. Schon bald gerät Anya in ein gefährliches Netz aus Intrigen, Macht und Verrat. Aber auch sie selbst hütet ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit …

Gilly Macmillan wuchs in Swindon, Wiltshire, auf und lebte in ihrer Jugend einige Jahre im Norden Kaliforniens. Sie arbeitete beim Burlington Magazine, für die Hayward Gallery und als Dozentin für Fotografie. Heute widmet sie sich ganz dem Schreiben. Gilly Macmillans Romane sind allesamt Bestseller und erfreuen sich nicht nur in Großbritannien großer Beliebtheit. Auch bei uns hat die SPIEGEL-Bestsellerautorin eine riesige Fangemeinde. Sie lebt mit ihrer Familie in Bristol, England.

Übersetzt von Christoph Göhler





 

Mittwoch, 2. September 2026

*Das Fest* von Margaret Kennedy

*Werbung, unbezahlt, selbst gekauft*


Mein  kurzer Leseeindruck:

 Die Autorin Margaret Kennedy stammt aus einer ganz anderen Generation wie die heutigen Schriftsteller*innen. Und das merkt man total  beim Lesen  zusätzlich an ihrer sorgfältigen, ausschweifenden, britisch geprägten Ausdrucksweise.  Auch einen typisch englischen, trockenen Humor lässt die Autorin in ihrem Buch oft aufblitzen. Sie hat ihre Charaktere im Roman sorgfältig ausgearbeitet und erzählt sehr stimmig aus den Geschehnissen des Jahres 1947, nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Es ist ein typischer, atmosphärisch einfühlsamer Gesellschaftsroman, verbunden mit Einzelschicksalen. Er beginnt mit einer gewaltigen Katastrophe.  Ein  Felssturz verschüttet ein beliebtes  und voll belegtes Hotel an der Küste von Cornwall. Viele Gäste überleben dieses Desaster nicht, einige schon ! Sie treffen sich zu einem Fest am Strand zur Zeit des Unglücks. Wer sind  die Überlebenden und wie ist es dazu gekommen? 

Bitte selbst erlesen :-) !

Eine absolut lesenswerte Lektüre, die ich gern mit FÜNF ***** STERNEN bewerte.


INHALT/KLAPPENTEXT: Sommer 1947. Das an den Klippen Cornwalls malerisch gelegene Hotel Pendizack wird durch einen Felssturz verschüttet, und alle, die sich im Haus befanden, liegen unter den Trümmern begraben. Nur diejenigen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks zu einem Fest am Strand versammelt haben, sind verschont geblieben. Kann das Zufall sein? Eine Woche zuvor ist das heruntergekommene Hotel noch fast ohne Gäste. Nach und nach treffen Urlauber ein, unterschiedlichste Menschen, die sich ein einziges Badezimmer teilen müssen. Ein jeder von ihnen hat etwas zu verbergen. Freundschaften, Romanzen, Fehden, Feindschaften bahnen sich an. Alles gipfelt in der Feier am Strand – und in der Frage, wer daran teilgenommen hat, um wie durch ein Wunder der Tragödie zu entgehen.

Margaret Kennedy, geboren 1896 in London, gestorben 1967 in Adderbury, stammte aus einer großbürgerlichen Londoner Familie und studierte am Somerville College in Oxford. Schon ihr zweiter Roman The Constant Nymph wurde 1924 zu einem weltweiten Bestseller, der bereits drei Mal verfilmt wurde. Fünfzehn weitere, ebenso erfolgreiche Romane folgten, die Kennedy teils selbst fürs Theater adaptierte. Außerdem schrieb sie Sachbücher, unter anderem eine Jane-Austen-Biografie. Kennedy hatte drei Kinder, eine ihrer Töchter und eine Enkelin wurden ebenfalls Schriftstellerinnen.





 

Sonntag, 30. August 2026

*Wochenrückblick vom 24.8. - 30.8.26*

*Werbung, unbezahlt*



 GETAN:  Ich habe endlich mal wieder Kartoffelpuffer gebacken, draussen im Garten.  Natürlich auf einer Extrakochplatte. Es war ein Gedicht - wie in meiner Kindheit hat es geschmeckt. Ein abendliches Treffen mit Freundinnen  hat die Woche gut beginnen lassen. Die zu kleine Ernte  in diesem Jahr meiner beiden Weinstöcke war nicht so befriedigend. Auch die  Ernte eines Apfelbaumes war vom Ertrag her mässig.  Entspannende Spaziergänge  im Tierpark und Reinhardswald. 

GEDACHT: Das Licht hat sich  mild verändert am Morgen und die Dunkelheit bricht am Abend schneller herein. Es herbstelt. 

GEÄRGERT: Negative Gedanken werden ausgeblendet. Vielleicht lösche ich diese Spalte. Wie findet ihr das?

GEFREUT: Über die keinen Dinge des Alltags, wie ein Pflaumen Crumble zum Nachtisch und ein neues, digitales Rezensionsexemplar vom Unionsverlag. Ein gemütlicher  Spaziergang in unserer kleinen Stadt über den Wochenmarkt. Anschliessend ein netter Kaffeeplausch  mit Bekannten. 

GESEHEN: Dies und das, hauptsächlich allerdings Nachrichten. 

GELESEN: Ein etwas langweiliges Buch! Es ist geschrieben wie ein Tatsachenbericht und bietet keine schriftstellerische Besonderheit, keine Emotionen, sondern fast nur reine Fakten. Da musste ich nun durch !


Ich wünsche eine gute Lesewoche!






Samstag, 29. August 2026

*Der Raum, der bleibt* - von Harry Kämmerer

*Werbung, unbezahlt*

Mein Leseeindruck: 
*Ein Buch, welches mich nicht begeistern konnte* !
Leider steht die obige Aussage für die gesamten dreihundertundneunundvierzig Seiten des Buches. Der interessante Klappentext verspricht eigentlich eine intensive Familiengeschichte mit viel Herz und imposanten,  liebenswerten Protagonist*innen aus Südtirol.  Diese Aussage  konnte ich nicht wirklich  beim Lesen erkennen. 

Stattdessen haben mich  Tagebuchaufzeichnungen aus Kriegstagebüchern, emotionslos und nüchtern vom Schreibenden Anton Nero verfasst, irritiert, enttäuscht und entsetzt. Über den 2. Weltkrieg, der ganz Europa erfasst und am Ende zerstört hat,  wird dort aus der Sicht des jungen Südtiroler Anton Nero (  im Roman eine fiktive Figur, der wohl nach den Recherchen des Autors eine reale Persönlichkeit war ) berichtet.  Anton Nero , der Vater und erfolgreiche Unternehmer des erzählenden Sohnes Thomas Nero im Buch, hing dem faschistischen Hitler Regime mit Begeisterung an  und hat sich sogar freiwillig  der deutschen Armee als Soldat angeschlossen. 

Der Autor Harry Kämmerer hat mich mit seinem kompetenten  Schreibstil, der leider zu oft in kleine Familien Episoden und Nebenschauplätze abglitt, nicht auf Dauer fesseln können. Die recht aufregend geschilderte, politische und dramatische Geschichtsentwicklung der heutigen Autonomen Provinz Südtirol (Alto Adige) Italiens wurde von ihm sachlich und konkret dargestellt und hat mir gut gefallen.  Der ganze Roman war allerdings eher wie ein Tatsachenbericht angelegt und hat mich recht emotionslos zurückgelassen und nicht in einen Lesesog gezogen. 
Das ist schade für diese Thematik. Es wurde auch nicht deutlich aufgezeigt wie der Sohn Thomas Nero sowie die gesamte Familie mit den neuen, bisher unbekannten Erkenntnissen über den Lebensweg des Verstorbenen umgehen konnte,,,,,  

DREI *** Sterne !    

Inhalt/Klappentext: 

Wenn Eltern gehen, gerät das eigene Leben auf den Prüfstand 

Als Anton Nero stirbt, hinterlässt er eine erfolgreiche Druckerei, seine Familie jedoch steht vor einer großen Lücke. Bald wird Antons Sohn Thomas bewusst, dass der Vater mehr war als der zupackende Geschäftsmann, der aus dem Nichts ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat. Dann stößt Thomas auf die Kriegstagebücher des Vaters und taucht ein in die Biografie eines Menschen inmitten der wechselvollen Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert, als die Region zum Spielball zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich wurde. Auf den Spuren des Vaters lernt Thomas immer mehr über sich selbst, und seine eigene Rolle, als Sohn, Bruder, Ehemann, Vater. 
Harry Kämmerer erzählt in seinem neuen Roman ein Stück europäische Geschichte, die vertrauensvoll in die Zukunft blickt.

Harry Kämmerer, Jahrgang 1967, lebt in München und arbeitet in einem Buchverlag. Er ist Autor zahlreicher Kurzgeschichten und hat zwei Hörspielserien fürs Radio geschrieben und produziert. Zu seinen Kriminalromanen zählen die Bände mit dem Ermittlerteam rund um den Münchner Kriminalrat Karl-Maria Mader, die mit »Isartod« beginnen. Weiterhin gibt es die Krimireihe »Mangfall ermittelt« und die Romane »Drachenfliegen« und »Oh, Mama!«. Harry Kämmerers Liebe zu Musik und Kabarett prägt seine Bücher und seine Lesungen mit Livemusik.


Vielen Dank an den Autor und den Verlag  für das gebundene Print-Leseexemplar!


Bozen