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Donnerstag, 20. Februar 2020

*Die Gesichter des Meeres* von Leena Lander, erschienen im btb Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo
Erschienen am 9.12.19

Inhalt/Klappentext:
Kingstown, Heiligabend 1895. Vor der Küste Irlands läuft ein Frachter auf Grund. Während die Schiffbrüchigen auf Hilfe warten, kommen die Seenotretter in den eisigen Wellen ums Leben. Die Bewohner der Hafenstadt sind traumatisiert. Der 13-jährige Matias, der an Bord des havarierten Frachters war, findet sich in den hilfsbereiten Händen der Einheimischen wieder – und mitten im Strudel der Ermittlungen…

Über 100 Jahre später, auf den Spuren ihrer Vergangenheit, offenbart sich einer Schriftstellerin aus Finnland ein unbekannter Teil ihrer Familiengeschichte.

Leena Lander, geboren 1955, ist eine der international bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellerinnen der finnischen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Die Verfilmungen ihrer Romane »Die Insel der schwarzen Schmetterlinge« und »Die Unbeugsame« waren in Finnland große Erfolge. Leena Lander lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Hannu Raittila, im Südwesten von Finnland in der Nähe von Turku.


Meine Meinung: So manches Schiff wurde schon von der rauen irischen See während heftiger Winterstürme verschlungen. So auch geschehen am Heiligabend 1895 kurz vor dem heutigen Hafen Dun Laoghaire, damals unter dem Namen Kingstown bekannt. Es kommen bei dieser Katastrophe aber nicht die Schiffbrüchigen zu Tode, sondern die hilfsbereiten fünfzehn Seenotretter werden von den eisigen Wellen auf immer verschlungen. Ein tragisches Schicksal für viele Familien der Stadt, die ihre Väter, Brüder, Ehemänner, Ernährer verloren haben. 

Fünfhundertundachtzig  lange Seiten habe ich mich mühsam während  eines langen Zeitraums durch das Buch gelesen, denn bei dem anspruchsvollen und ruhigen Schreibstil der finnischen Autorin musste ich öfter eine Pause einlegen, um die Atmosphäre und die vielen Ereignisse zu verarbeiten und sacken zu lassen.  Die Autorin ist Rätseln in ihrer realen Familiengeschichte begegnet und hat durch sorgfältige Recherche versucht,  das damalige Unglück und Geschehen zu rekonstruieren.Vor mehr als hundert Jahren passierte diese Tragödie und der damals 13 jährige Grossvater Matias der finnischen Schriftstellerin befand sich auf der finnischen Fregatte mit dem Namen Palme und gehörte zu den Überlebenden.   

Ich hatte einen Abenteuerroman erwartet, eingesponnen in eine dramatische Familiengeschichte, aber leider hat der Roman meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ich habe das natürlich sehr bedauert und fühlte mich ein wenig betrogen, was Spannung, Lebhaftigkeit und Abenteuerfeeling dieser Familiengeschichte anging. Es fehlten mir einfach bildhafte und begeisternde Protagonisten, denen man als Leser mit Feuereifer folgen konnte. Einzig die Kapitänsfrau Elin des havarierten Frachters konnte mich begeistern und mitreißen.... 

Die Autorin erzählt uns dieses Geschehen in zwei Erzähl Strängen. Zum einen berichtet sie aus dem Jahr 1895 - gleichzeitig versucht sie als betroffene Schriftstellerin und Nachfahrin des Grossvaters aus heutiger Sichtweise zu erzählen und die Ereignisse zu bewerten.

Die ertrunkenen Seenotretter haben wohl ein nicht seetaugliches Boot genutzt und waren sich der Gefahr in keinem Augenblick bewusst, haben gar falsche Entscheidungen getroffen.  Das ist zumindest die offizielle Meinung der damaligen Behörden gewesen.  Beim Kentern hat sich das Rettungsboot einfach nicht aufgerichtet, wie es zu erwarten war. Konstruktionsfehler und schlampige Bauweisen wurden vermutet.  

Es gelingt Leena Lander leider nicht immer gleich gut den Spannungsbogen im Buch hochzuhalten. Er wird oft abgebrochen und mit Nebensächlichkeiten verschleiert, wie zum Beispiel mit Kriegserlebnissen und Beschreibungen von Problemen der  Schifffahrts-Gesellschaften, die mit dem aktuellen Seeunglück und der Familiengeschichte nicht direkt zu tun hatten. Es wurden wohl auch damals schon Spendengelder veruntreut und viele irische Familien haben ihre Hilfsbereitschaft mit dem Armenstatus bezahlt.  

 Trotz meiner Kritikpunkte ist das Buch sehr lesenswert und ein wertvolles Zeitzeugnis der allgemeinen Schifffahrt vor der irischen Küste und der finnischen Gesellschaften. Ich bin wohl  mit falschen Erwartungen in diese Geschichte gestartet. 

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für diesen guten Roman.

Mein Dank gilt der Autorin und dem btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!


Mittwoch, 19. Februar 2020

*Unter den hundertjährigen Linden* von Valérie Perrin , erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Klappentext / Inhalt:
Violette Toussaint ist Friedhofswärterin in einem kleinen Ort in Burgund. Dort lebt und arbeitet sie, kümmert sich liebevoll um die Gräber und die Trauernden, die auf unterschiedliche Arten mit ihrem jeweiligen Verlust zu kämpfen haben.
Bis Julien auf ihren Friedhof kommt und ein ungewöhnliches Anliegen vorbringt: Seine Mutter ist gestorben und möchte neben einem Mann beerdigt werden, den Julien nicht kennt …
Juliens Geschichte weckt Violettes Interesse, und bald verbringen sie immer mehr Zeit miteinander, während das Tagebuch von Juliens Mutter eine anrührende Liebesgeschichte preisgibt. Violette jedoch trauert selbst um einen geliebten Menschen und hat Angst, Julien ihr Herz zu öffnen. Schafft sie es, noch einmal neu anzufangen?

Valérie Perrin ist Fotografin und Drehbuchautorin. Sie lebt und arbeitet mit Regisseur Claude Lelouch. Ihr Debütroman »Die Dame mit dem blauen Koffer« hat in Frankreich zahlreiche Preise gewonnen. »Unter den hundertjährigen Linden« ist ihr zweiter Roman.


Meine Meinung: 

Ein ungewöhnliches und bezauberndes Buch, eine traurige Geschichte, eine ungewöhnliche Thematik von einer jungen, neuen Autorin beschrieben.  Auch der Titel hat mir nun nach Beenden des Buches zugesagt, welcher mir zu Beginn der Geschichte nicht treffend erschien. Violette Toussaint liebt bunte Blumen, das Vertiefen in den Geruch von Erde und deren Konsistenz beim Gärtnern. Das lange Verweilen in dieser befriedigenden Tätigkeit. Sie mag auch bunte, farbenfrohe Kleider, die sie immer auf dem Friedhof unter einer dunklen Oberbekleidung verbirgt. Sie liebt ihre Tiere, ihre helle, freundliche und farbenfrohe Wohnung. Die junge Autorin öffnet den Charakter, die Lebensgeschichte und die Beschreibung der Friedhofswärterin Violette Toussaint ganz allmählich und behutsam in einer bildhaften, gefühlvollen und ungewöhnlichen  Schreibweise.


Zitat Seite 259: " Stephanie dachte, ich hätte Sehnsucht nach meiner Tochter, aber ich hatte Sehnsucht nach einem neuen Leben nach meiner Tochter. Sehnsucht nach einem neuen Leben. Mein altes war erloschen, der Vulkanschlot tot. Aber ich konnte Verzweigungen spüren, Nebenstraßen, die sich in meinem Inneren auftaten. Ich fühlte die Saat sprießen. Auch wenn meine verbrannte Erde, verglichen mit dem Friedhofsgarten, unfruchtbar war, steinig. Aber ein Grashalm kann überall wachsen, sogar auf  Asphalt. Ein klitzekleiner Riß genügt, damit sich das Leben seinen Weg auch an den unmöglichsten Orten bahnt. Ein bisschen Regen, ein bisschen Sonne, und schon bilden sich Wurzeln. Keiner weiß, wie. " 

 

Der Beruf Friedhofswärterin hat mich zu Beginn etwas befremdet, aber es steckt so viel mehr in diesem bezaubernden Roman hinter diesem Begriff und Beruf. Viele Lebensgeschichten werden beschrieben, wie Sterbedaten und spezielle Einzelheiten der toten Menschen. Violette führt den Leser ausführlich ein in das Wissen um die Verstorbenen, welches sie von Freunden, Verwandten und Grabreden erhält - auch über ihre eigene Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen und um die traurigen Erlebnisse ihrer eigenen Kindheit als Waisenkind, aufgewachsen in einer lieblosen Kinderheim Umgebung. Auch Violette trauert verzweifelt  um einen eigenen Verlust, sowie um das Scheitern ihrer Ehe mit dem kaltschnäuzigen Philippe. Doch ist er wirklich so kaltschnäuzig, faul und gefühllos wie sie glaubt?   


Denn nun macht der Roman einen immensen Sprung in eine andere Erzählebene und zwar in die vieler Liebes- und Lebensgeschichten .Die Autorin berichtet von einem Liebesreigen, viele neue Geschichten und Protagonisten greifen ineinander, verbinden sich durch die Themen, Liebe, Verrat, Trauer, Betrug und Nichtverstehen der jeweiligen Partner.  Mit ganz viel Gefühl und jeweils aus eigenen Sichtweisen berichten Violette, ihr Ehemann Philippe, seine ehemaligen Liebhaberinnen, Philippes Tante, Violettes Freund Sasha, ihre neue Bekanntschaft Julien, sowie viele Nebenprotagonisten aus ihrem Leben. Im Mittelpunkt dieser Berichte stehen die Aufzeichnungen aus dem Tagebuch von Juliens  verstorbener Mutter und ihrer grossen, heimlichen, dramatischen Liebe zu einem Anwalt, dem sie nun zumindest im Tode ganz nahe sein möchte. Auch Violettes eigene Trauer und eine vielleicht neue Liebe wird ausführlich beleuchtet. 

Die bezaubernde Violette Toussaint findet durch den Kontakt zu Julien und seiner kleinen Familie einen neuen Hoffnungsschimmer, der sie aus ihrer eigenen Trauer zieht. Und immer wieder spielen die Kontakte zur Natur, neuen Menschen und dem geliebte Gärtnern, erlernt durch den Freund Sasha, einen grossen Anteil zu ihrer eigenen Heilung,,,, 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch!

Herzlichen Dank für das gebundene Rezensionsexemplar an die Autorin und den Knaur Verlag!

Sonntag, 16. Februar 2020

*Der Fluch der Rose* , von Iny Lorentz, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Inhalt / Klappentext:
Deutschland, Österreich/Kärnten und Italien, Ende des 15. Jahrhunderts
Die junge Maria wächst als Ziehtochter von Hans Fugger in der neu gegründeten Erzschmelze Fuggerau auf, während die Mönche im nahegelegenen Kloster Arnoldstein das Findelkind Johannes zu einem intelligenten jungen Mann erziehen. Nur Pater Norbert weiß um Johannesʼ wahre Herkunft und überlegt seit Jahren, wie er Profit aus dieser Information schlagen kann.
Als sich Maria und Johannes das erste Mal begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch Johannes ist kurz zuvor zum Priester geweiht worden. Und nicht nur sein geistlicher Stand steht dem Glück der Liebenden im Weg: Ohne es zu wissen, hat Maria sich schon als junges Mädchen Pater Norbert zum erbitterten Feind gemacht.
Als das Kloster und die Fuggerau in den Krieg zwischen König Maximilian von Habsburg und der Republik Venedig hineingezogen werden, sieht der Pater seine Chance gekommen …

Meine Meinung: Historische Romane, inhaltlich gefüllt mit ganz viel Liebe, Dramatik und gut recherchiertem geschichtlichem Hintergrund sind eine Spezialität des Autorenpaares Iny Lorentz. 

Diese neue Lektüre des bekannten und beliebten Autorenpaares hat alle Erwartungen erfüllt, die man an einen leicht lesbaren und angenehmen Wohlfühl-Roman  mit einem historischem Hintergrund stellt. 

Zwei Waisenkinder begegnen sich auf Kloster Arnoldstein , ihre unterschiedliche Herkunft kann ihrer Liebe und Zuneigung nichts antun .*Liebe auf den ersten Blick* erfasst sie und so nimmt diese sehr vorhersehbare Liebesromanze seinen typischen Lauf.  Das Findelkind Johannes, nun ein junger Mönch mit spanischer Herkunft und die sehr hübsche und blitzgescheite  Ziehtochter Maria von Hans Fugger sind die Hauptprotagonisten des Buches.  Gewürzt mit einigen interessanten Geschichtsdaten aus der Zeit des Aufstiegs der Fugger-Familie bringen Abwechslung und Wissen in diesen fast siebenhundert Seiten  starken  Schmöker, den ich mir während einer kleinen  Auszeit gegönnt habe. Schnell konnte ich durch die Seiten fliegen und auch den Bösewicht des Romans identifizieren. Die historische Thematik des Krieges zwischen der Republik Venedig und dem König Maximilian von Habsburg konnte ich gut verfolgen und einige Intrigen der Mönche bringen Spannung in diese Geschichte,,,,erwähnenswert ist auch das informative Nachwort von Iny Lorentz über geschichtliche Hintergründe am Ende des Buches.

Ein lesenswerter und spannender historischer Roman, welcher mir gut gefallen hat. 

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für diesen unterhaltsamen Roman.

Danke an das Autorenpaar und den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!  

Mittwoch, 29. Januar 2020

*Die Wälder* von Melanie Raabe, erschienen im btb Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte ...

MELANIE RAABE wurde 1981 in Jena geboren. Nach dem Studium arbeitete sie tagsüber als Journalistin – und schrieb nachts heimlich Bücher. 2015 erschien DIE FALLE, 2016 folgte DIE WAHRHEIT, 2018 dann DER SCHATTEN. Ihre Romane werden in über 20 Ländern veröffentlicht, mehrere Verfilmungen sind in Arbeit. Melanie Raabe betreibt zudem gemeinsam mit der Künstlerin Laura Kampf einen erfolgreichen wöchentlichen Podcast rund um das Thema Kreativität, „Raabe & Kampf“. Melanie Raabe lebt und arbeitet in Köln.




Meine Meinung:  Das unheimliche, bedrohlich wirkende, aber sehr gut gestaltete Cover des Buches inspirierte mich und ich wurde neugierig auf eine besondere Geschichte, die wohl in einem einsamen Waldgebiet spielt. Die Hauptprotagonistin Nina fürchtet sich aus für mich noch unbekannten Gründen, das Dorf ihrer Heimat wieder zu betreten. Schlimme Erinnerungen quälen sie. Gar ein Kindheitstrauma? So weit so gut.

Ich bin sehr schnell mit dem einfachen und sehr leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin vertraut geworden. Ich sauste durch die Seiten , war bald auf Seite einhundert, aber ich fand kaum bedrohende oder gar unheimlichen Szenen, nur eine verwirrte , naive  junge Frau, angeblich eine Ärztin, begegnete mir. Ich konnte sie leider nicht wirklich ernst nehmen , denn ihre Geschichte und Gedanken über eine Kinderfreundschaft zu Tim und dem damaligen Geschehen  erschien mir ein wenig aus dem Reich einer Kinderfantasie gegriffen. Ihr inzwischen erwachsener  Kinderfreund Tim war verstorben und hinterliess ihr die Aufgabe nach seiner vor zwanzig Jahren verschwundenen Schwester Gloria auf jeden Fall weiterzusuchen. So war es kein Wunder, dass Kinder und ihre einfache kindliche Denkweise im Roman eine grosse Rolle spielen. Damals suchten vier Kinder nach der vermissten Gloria - und sie Nina, sollte nun plötzlich auf den Wunsch eines Verstorbenen hin weitersuchen? 

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen und wechselt immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit . Die Vergangenheit wird aus der Kindheitsperspektive  von Tim , Nina und zwei anderen Freunden in dünner Schrift dargestellt.

 

Die Gegenwart wird von Tina und ihren ehemaligen Empfindungen von damals, einer erneuten Begegnung mit dem gefürchteten Schrotthändler Wolff und dem Wiedersehen mit alten Freunden geprägt. Die Autorin spielt ein wenig Versteckspiel mit den Lese*rinnen, lässt Peter in den Kinderteilen in der Ich-Form berichten. So nach und nach habe ich mir das damalige Geschehen von vor zwanzig Jahren zusammengereimt - und musste oft innerlich über diese Kinderfantasien, Gefühle und harmlosen Erlebnisse nun lächeln und fand auch diese Erlebnisse aus meiner Erwachsenenperspektive  nicht besonders ungewöhnlich oder gefährlich. Es war eher interessant den gut beschriebenen Gefühlen der Kinder nachzuspüren.  

Aber immer noch verspürte ich beim Lesen weder eine Bedrohung und gar ein unheimliches Geschehen, welches mit den  tiefen Wäldern zusammenhing. 

Ich war enttäuscht, endlich wollte ich auch einmal einem gruseligen Thriller folgen, mich fürchten , aufatmend in meine Realität zurückkehren . Doch das passierte leider gar nicht. 

Und dann kam das , was ich von Anfang an vermutet hatte,,,,,,,,doch das Ende dieser absurden Erzählung, es kam nicht sehr spannend daher, verrate ich natürlich nicht. DAS  solltet ihr Euch selber erlesen - oder eben auch nicht.

Meine Bewertung: Drei *** Sterne  für dieses gute Buch.

Danke an die Autorin  und den btb Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar !   

Samstag, 25. Januar 2020

*Nebelinsel* von Zoe Gilbert, erschienen im Wunderraum Verlag

*Werbung unbezahlt*

Verlagsinfo
Erschienen am  04. November 2019

Inhalt/Klappentext: Die salzige Luft ist schwer vom Duft der Ginsterbüsche, und etwas Mystisches liegt über der Insel. Wundersame Geschichten erzählen von diesem Ort, an dem das Leben geprägt ist von der rauen Natur, alten Bräuchen und dunklen Mythen, die in den Alltag der Menschen eindringen. Da ist beispielsweise Verlyn, der mit einem Flügel statt eines zweiten Arms geboren wurde. Oder Plum, die von einem Mann entführt wird, aus dessen feuchten Locken sie winzige Muscheln kämmt … Mit jeder Erzählung taucht man tiefer ein in die Schicksale der Bewohner von Neverness und verfällt ihrer eigentümlichen Heimat.

Zoe Gilbert hat schon früh mit dem Schreiben begonnen, ihre Texte sind in Anthologien und Zeitschriften erschienen. »Nebelinsel« ist ihr erstes Buch. Eine der Erzählungen daraus – »Fischbalg, Hasenbalg« – wurde mit dem renommierten Costa Short Story Award ausgezeichnet. Zoe Gilbert studierte Fiction und Creative Writing an der University of Chichester, war Mitbegründerin des London Lit Lab, ist Associate Editor der The Word Factory, wo sie eine Kurzgeschichten-Club leitet, und nahm für den British Council an Literaturprojekten in China und Südkorea teil. Sie lebt im Süden von London, wo echte und geisterhafte Wälder als Inspiration für ihren nächsten Roman dienen.


Meine Meinung: Wälder, Inseln und das Meer besitzen eine magische Anziehungskraft, der man sich als Naturliebhaber*in kaum entziehen kann. So zog es mich, inspiriert durch das wunderschöne Cover des Wunderraum Verlag, auch sofort zu obengenanntem Buch. Ich flog in eine Fantasiewelt namens Neverness, einer kleinen, abgeschlossenen, mystischen Oase ausserhalb unserer menschlichen Realität. Rätselhafte kleine, sympathische und oft auch verschrobene Lebewesen begegneten mir in einer dörflichen Abgeschiedenheit, die man inmitten einer lebensfeindlichen Umwelt kennen lernen möchte und sofort zu schätzen weiss. Heimelige, schöne und schaurige Geschichten verschiedener Bewohner der Insel Neverness beleuchten ihr geheimnisvolles und pralles Leben, welches auch einmal in düsterem und traurigem Ende erlöschen kann,,,,, 



Dieses Buch ist kein abgeschlossener , zusammenhängender Roman, sondern es besteht aus vielerlei Geschichten, in denen wir bekannte Personen immer wieder in einer anderen Zeit, neuen Geschichten wieder treffen können , verschiedene Geschöpfe der Insel Neverness kennenlernen und somit den gesamten Inselkosmos in seiner vollständigen, mystischen, manchmal unheimlichen Atmosphäre beobachten.


Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt, er war vielfältig , bunt und hat mir als Leserin eigene, ganz individuelle Kopfbilder geschenkt. Man kann durch diese Geschichten mit Leichtigkeit fliegen, fühlt sich aber oft versucht, bestimmte Textpassagen nochmals zu lesen und neu, aus einem anderen Blickwinkel zu interpretieren.  In diesen Erzählungen betrat ich wie in Trance einen nebelartigen Raum, eine neue, fremdartige Scheinwelt, fest verwoben mit möglichen und unwahrscheinlichen Geschehnissen , ähnlich der von J. R. Tolkien erschaffenen Welt der kleinen Hobbits. Es war ein ausserordentliches Lesevergnügen, dem ein ganz besonderer, feenartiger Zauber innewohnt. 


Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für dieses ungewöhnliche Fantasy Vergnügen aus einer anderen Realität. 


Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses auch äusserlich schön und ansprechend ausgestattete Rezensionsexemplar! 


Sonntag, 19. Januar 2020

*Goldkind* von Claire Adam, erschienen im Hoffmann & Campe Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo
Erscheinungsdatum: 04.01.2020

Inhalt / Klappentext:
Es ist dunkel. Insekten umschwirren das Licht im Hof, und der Wachhund sitzt am Tor. Ein Junge ist nicht nach Hause gekommen, und seine Familie wartet ängstlich auf seine Rückkehr. Ein Vater tritt in die Dunkelheit, um nach seinem Sohn zu suchen. Clyde macht sich Sorgen um Paul, der nicht von seinem Streifzug durch den Busch zurückgekommen ist. Auf Trinidad bleibt man zu Hause, wenn die Sonne untergegangen ist. Vor allem aber ist Clyde wütend, denn schon immer hat sein Sohn ihm Ärger bereitet, ganz anders als dessen alles überstrahlender Zwillingsbruder Peter. Stunden vergehen, Tage. Schließlich melden sich Entführer. Als Clyde begreift, worum es ihnen geht, steht er vor einer ungeheuerlichen Entscheidung: Darf er wirklich das Leben eines seiner Kinder zugunsten des anderen opfern? 


Claire Adam wurde in Trinidad geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte Physik an der Brown University in Rhode Island und erwarb später einen Master in Creative Writing am Goldsmith College der University of London, der Stadt, in der sie auch heute lebt.

Meine Meinung: Grausam, grauenvoll,  schockierendes Trinidad! Ein Land voller Hoffnungslosigkeit, Armut,  maffiöser Verbrechen und Gewalt! All diese Worte in voller Wahrheit ihrer Bedeutung passen auf einen sehr grossen Teil des Buches. Ich fühlte mich wie auf einer anstrengenden Wanderung ,  bis hin zum fernen Gipfel. Die Steigung während meiner Lese-Wanderung war zu Beginn mässig, aber im letzten Drittel musste ich mich mit Entsetzen und Angst durch das Buch quälen. Der Schreibstil  dieser jungen Autorin war sehr gut zu erlesen, interessant und bunt.  In drei Teilen wird diese Geschichte erzählt,  fast vom Ende des Geschehens her aufgerollt. Viele Rückblicke erstellten mir ein inneres Puzzle über diesen Roman. Leider bekommen Peter und seine Mutter Joy als Charaktere einen ziemlich schwache und farblose Darstellung in diesem Buch. Der Vater Clyde dominiert mit seinen Eindrücken und plötzlich geschieht etwas Erstaunliches. Paul betritt dieses innere Lese-Puzzle und erstaunte, erfreute mich und gibt dem Buch etwas *Normales*. Das Seelenleben eines *liebenswerten und gesunden* Kindes erscheint am Lesehorizont.  Die Stimmung beim Lesen würde ich dagegen trotz dieser Wendung  eher als verwirrend, düster, hoffnungslos und erschreckend bezeichnen.  Die Familie, Clyde und seine Ehefrau Joy, die Kinder Peter und Paul, wachsen dem Leser durch die verständlichen und genauen Ausführungen der Autorin inmitten dieser ärmlichen Zustände des Landes ans Herz. Der Dschungel mit seiner Urwüchsigkeit und  den wilden Tieren, die Nähe des Meeres, die Strassengang Atmosphäre ausserhalb der von Hunden bewachten Grundstücke, sowie die engen Familienverflechtungen der indischen Familienangehörigen geben dem Buch eine fremdartige und faszinierende Ausstrahlung.  Allerdings bereitete mir dieses ferne Land Trinidad mit ungewohnten Begriffen, Ausdrücken und Gewohnheiten zu Beginn etwas Schwierigkeiten beim Lesen.

 Es ist ein Thriller , der für mich diesem Genre-Begriff sehr nahe kommt. 

Es geht um das Schicksal eines Zwillingspärchens. Zwei Jungen, deren Familie mit indischen Wurzeln  schon vor Generationen eingewandert ist. Der Vater Clyde verdient den größten Anteil des Familieneinkommens mit harter Arbeit. Seine Kinder sollen es besser haben als er, eine gute Schulbildung geniessen,  in der Gesellschaft aufsteigen, vor allem der hochbegabte Peter liegt ihm am Herzen.  Denn  Paul, der andere Zwilling, mit einem  leichten Sauerstoffmangel zur Welt gekommen,  ist das Sorgenkind von Clyde und seiner Frau. Er ist verschlossen, verträumt, hält sich gerne in der Natur auf und genießt die Freiheit ausserhalb eines engen Klassenzimmers, doch er ist ein Kind und kennt Gefahren bisher nur durch Geschichten und Erzählungen, denn die grösste Gefahr ist der gesetzlose Mensch im Busch...

Meine Bewertung: **** Vier Sterne für diesen erschreckenden Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 15. Januar 2020

*Die Charité - Aufbruch und Entscheidung, von Ulrike Schweikert, erschienen bei Rowohlt Polaris

*Werbung, unbezahlt*

Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext: Die Geschichte der Charité geht weiter. Nach dem Bestseller „Hoffnung und Schicksal“ erzählt Ulrike Schweikert ein weiteres spannendes Kapitel aus der Welt des berühmten Krankenhauses. Im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit kämpfen zwei Frauen um ihr Glück und für die Rechte von Frauen. Rahel Hirsch ist eine der ersten Ärztinnen, die an der Charité praktizieren. Doch als Frau unter lauter männlichen Kollegen hat sie es nicht leicht. Von Gleichberechtigung ist man selbst in der sonst so fortschrittlichen Hauptstadt noch weit entfernt. Das erlebt auch die junge Arbeiterin Barbara täglich. Sie schuftet in der Wäscherei der Charité und muss immer wieder erfahren, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten.
Ungleicher könnten die beiden Frauen nicht sein, und doch werden sie zu Freundinnen. Während Rahel sich gegen Widerstände in der Charité durchsetzen muss und sich in den jungen Fliegerpionier Michael verliebt, schließt sich Barbara der Frauenbewegung an, kämpft für die Rechte der Arbeiterinnen und das Frauenwahlrecht. Doch dann bricht der 1. Weltkrieg aus und verändert nicht nur die Leben von Barbara und Rahel für immer ...

Die Autorin: 

Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. «Die Charité. Hoffnung und Schicksal» schaffte es in die Top 10 Bestsellerliste. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.

Meine Meinung: Der erste Band der Charité Reihe muss nicht unbedingt gelesen werden, um dieses zweite Buch gut zu verstehen und der Handlung folgen zu können. Hier, in diesem Band stehen nicht unbedingt die medizinischen Entwicklungen der Berliner Charité im Vordergrund , sondern das persönliche Schicksal von zwei Frauen, sowie das Thema *Gleichberechtigung von Frauen zur Zeit der ausgehenden Kaiserzeit* . 

Wir begegnen der einfachen Berliner Arbeiterin Barbara Schubert, die nicht auf den Mund gefallen ist und sich begeistert über Frauenrechte informiert und sich dafür einsetzen möchte. Auch Dr. Rahel Hirsch, eine der ersten Ärztinnen an der Charité muss für sich und ihre Rechte an der Klinik, argwöhnisch beobachtet von  ihren männlichen Kollegen,  kämpfen. Der ungleiche Lebensweg hält beide Frauen nicht von einer innigen Freundschaft zueinander und den Kampf um ihre Rechte ab.  

Der Schreibstil der Autorin Ulrike Schweikert lässt sich angnehm und flüssig lesen. Sie eröffnet einen bunten und abwechslungsreichen Blick in das damalige Berlin und die politische Lage in Deutschland. Die männliche Willkür, die das Leben der Frauen in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten lenkt,  wird präzise herausgearbeitet und dargestellt. Die Armut und der ewige Kampf um Nahrung, Hygiene und Bildung  bei den einfachen Arbeitern und ihren Familien sind  erschreckend und in heutiger Zeit kaum mehr nachvollziehbar. Aber auch die jüdische Ärztin Dr. Rahel Hirsch leidet unter der Bevormundung einer medizinischen Männerwelt  in der  Berufswelt , sowie unter dem Makel einer jüdischen Herkunft, die von der deutschen Gesellschaft missbilligt wurde. Rahel Hirsch studierte in Zürich/Schweiz, da zur damaligen Zeit weibliche Studenten an deutschen Universitäten noch nicht zugelassen wurden. 


Aber es war eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung . Der erste Weltkrieg mit seinem Schrecken und dem Trauma für die Bevölkerung wird von der Autorin packend erzählt . Die Erlebnisse von Frauen und Männern an der Kriegsfront, im Lazarett werden bewegend  und realistisch geschildert, wohl auch durch die sorgfältige Recherche der Autorin. Der erste Weltkrieg nimmt in diesem Roman einen grossen Raum ein und hat mich voll in seinen schrecklichen Sog gezogen. Im abschließendem Kapitel beschreibt die Autorin  noch einmal die verbindenden  Elemente von Fiktion und der wahren Lebensgeschichte der Rahel Hirsch . Sie setzt dieser tapferen Ärztin und allen mutigen Frauen der damaligen Zeit in diesem Buch ein würdiges Andenken. 

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für diesen bewegenden Roman !

Dienstag, 7. Januar 2020

*Die Zeit der vergessenen Kinder* von Charlotte Kliemann, erschienen im FeuerWerke Verlag

*Werbung, unbezahlt*
ISBN:
9783945362655
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Buch
Umfang:
300 Seiten
Verlag:
FeuerWerke Verlag
Erscheinungsdatum:
12.12.2019
Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext: Als Martin und Claudia sich im Sommer 2008 begegnen, fühlen sie sich vom ersten Blick an zueinander hingezogen: Beide erleben sich als ausgegrenzt und hadern trotz beruflicher Erfolge mit ihrer Herkunft, beide sind sie geprägt durch die Verfolgung und das Leid, dem ihre Vorfahren während des Dritten Reiches ausgesetzt waren. Für Martin, Sohn einer Romni, ist die Liebe zu Claudia verbunden mit einer Reise in seine eigene unheilvolle Vergangenheit und die seiner Familie, während Claudia sich auf die Suche nach ihrer Mutter begibt, um sie für ihre unglückliche Kindheit zur Rechenschaft zu ziehen. Doch der Strudel der vergangenen Ereignisse scheint sie beide mitzureißen, und je fester sie sich aneinanderklammern, desto härter wird ihre Liebe auf die Probe gestellt.

Charlotte Kliemann studierte in Münster Biologie und Medizin, brach beides auf der Zielgeraden ab und fand sich schließlich dort wieder, wohin es sie immer gezogen hatte: in literaturwissenschaftlichen und philosophischen Seminaren. Lange Zeit widmete sie sich der Familie und der Betreuung ihrer vier Kinder, lektorierte nebenbei wissenschaftliche Arbeiten und füllte die Schubladen ihres Schreibtisches mit Romankonzepten und -fragmenten. Doch um sich neu zu erfinden, ist es nie zu spät – also machte sie mit ihren schriftstellerischen Ambitionen ernst und veröffentlicht nun ihren Roman, „Die Zeit der vergessenen Kinder“ im FeuerWerke Verlag. Sie lebt in Lübeck und arbeitet als freiberufliche Autorin und Lektorin.


Meine Meinung: Zur Jahreswende habe ich dieses wichtige Buch zum Thema  *Gegen das Vergessen* entdeckt und es zügig und sehr angetan durchgelesen. Es ist ein Zeitzeugnis einer nicht rühmlichen  Vergangenheit  der deutschen Geschichte, einer Vergangenheit in der Minderheiten wie in diesem Buch die Romni, Roma seit jeher verfolgt , missachtet, gedemütigt und ermordet wurden.

In diesem Roman, einer Mischung aus Liebesroman , Zeitgeschichte, persönlichen Aufarbeitungen des Protagonisten Martin und seiner Familie habe ich mich trotz der unbequemen Thematik recht wohl gefühlt und mit ihm mitgelitten. Martin leidet an einem persönlichen Trauma, welches ihm als Kind von seiner Mutter, einer Roma, zugefügt wurde. Dieses Erlebnis verfolgt ihn sein ganzes Leben und als Ich-Erzähler kann man im Roman in seine inneren Gedanken und Empfindungen schauen. Er ist sehr sensibel , wurde als Kind schwer traumatisiert, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und versucht eine neue Beziehung zu Claudia aufzubauen , die wie er an ungelösten Themen ihrer persönlichen Vergangenheit leidet. 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr intensiv, fesselnd und emotional. Doch manchmal war es mir einfach zu viel, jede dieser Regungen, den sprunghaften Gedankengängen von Martin zu folgen und aufzunehmen. Oft habe ich einfach kopfschüttelnd  innerlich abgeschaltet, da mein Lesefluss dadurch laufend gestört wurde. 

Gut gefallen haben mir die Erzählungen über Martin's Mutter Rubina.  Ihre Kindheits-Erlebnisse im Wald , ihr Leben mit der Roma-Familie, die als fahrende Leute einen schweren Stand in der Gesellschaft hatten. Eigentlich gar keinen. Sie wurden geächtet, waren fast vogelfrei , gesetzlos in den Augen der  damaligen Gesellschaft des zweiten Weltkriegs und auch danach. Sie  folgten einem anderen Lebensrhythmus mit eigenen Gesetzen und Wertvorstellungen, die von der allgemeinen  Bevölkerung nicht toleriert wurden. Auch Rubina wurde als Kind schwer traumatisiert, dieses Familientrauma hat sie an Martin ausgelebt, weitergegeben, sicher nicht mit Absicht, aber unausweichlich. Ein sehr trauriges Schicksal, welches das weitere Leben aller Familienmitglieder beeinflusst hat. Das Buch ist ein bewegender Familienroman, eingebettet in einer von der Autorin gut recherchierten Zeitgeschichte des zweiten Weltkriegs und der folgenden Jahrzehnte. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für dieses tolle Buch mit kleinen Schwächen!

Herzlichen Dank an die Autorin und Verlag für das Rezensionsexemplar und das bewegende Leseerlebnis!