ÜBER MICH:
Ihr möchtet sicher wissen, wer in diesem Literaturgarten arbeitet und ich versuche ein wenig über mich zu schreiben. Bücher haben mich von kleinauf fasziniert und auch heute gehören sie immer noch zu meinen täglichen Begleitern. Inzwischen bin ich dreiundsechzig (63 ) Jahre alt und ich liebe es über das Lesen mit anderen Menschen zu kommunizieren,,, egal ob jung oder alt. Meine anderen Interessen gehören der Natur, dem Garten, dem Fotografieren und natürlich meiner lieben Familie ( Ehemann, erwachsene Kinder und Enkel), die oft den Kopf schüttelt über meine geistige Abwesenheit ;-) , aber es sehr lieb toleriert. Über jeden Kommentar von meinen Lesern freue ich mich und er wird natürlich beantwortet,,,,

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Dienstag, 5. September 2017

*Nach Onkalo* von Kerstin Preiwuß, erschienen im Berlin Verlag

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
  • Verlag : Berlin Verlag
  • ISBN: 9783827013149
  • Fester Einband 240 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Autorin Kerstin Preiwuß
  • Leseprobe

Rezension

INHALT: 
Hans Matuschek, ein vierzigjähriger  einfacher , bodenständiger Mann , der noch immer bei seiner Mutter lebt und dort von ihr fürsorglich betreut wird, treffen einige schwere Schicksalsschläge. Seine Mutter stirbt plötzlich und er vermisst sie sehr - zwar nicht in jeder privaten Lebenslage ( beim Telefonsex verwünschte er oft ihre Anwesenheit im Haus, da sie ihn wegen der Kosten gern kontrolliert hat und schweigende Vorwürfe tätigte ) - aber da sind noch seine geliebten Tauben, um die er sich seit Kindertagen  verantwortungsvoll und mit Hingabe kümmert und die russischen Nachbarn Galina und sein Angelfreund Igor, der Matuschek  oft nachsichtig und belehrend mit dem Kosenamen Towarischtsch anspricht. Auch der alte, eigenbrötlerische Taubenzüchter Witt, ein ehemaliger Mitarbeiter im Kernkraftwerk Lubmin, hat immer ein Auge auf den unpraktischen Junggesellen Matuschek. Hans Matuschek ist zwar ein ungelernter Arbeiter, hat aber einen Job als fleissiger Wetterbeobachter auf einem russischen Flugplatz. Sein kleines, privates Glück findet er in seiner Liebe zu Irina. Doch als sie ihn verlässt (die Nachbarn verlassen ihn auch, Igor stirbt, Galina zieht fort und der windige Internethändler Lewandowski zieht in deren Haus ein) , bricht für ihn die Welt zusammen und er gibt sich verwahrlosend seiner Trauer und Verzweiflung hin. Zu allem Unglück verliert er auch noch seinen Arbeitsplatz, auf den er immer  sehr stolz war,,,,

Zitat auf Seite 104 über die Heimkehr von Matuschek's Tauben: 
Aber darum geht es ihm nicht, sondern da ist dieses Gefühl , das sich stumm in ihm ausweitet und ihn für alles entschädigt, was sonst fehlt. 
Wenn sie aus dem Himmel stürzen. Wenn sie die Flügel anlegen und zack, einfach da sind. Zu wissen, dass die Tauben kommen, dass sie immer wieder kommen , egal von wo, und sein Haus ist das Zentrum der Welt. Solange er sie fliegen lässt, kommen sie zurück. Das ist es, was er braucht, dafür kriegt er das Flattern, und langsam wird er nervös, weil Witt sich noch nicht gemeldet hat. 

MEINE MEINUNG: 
Die fast lyrisch anmutende, sprachgewaltige Ausdrucksweise von Kerstin Preiwuß hat mich ausserordentlich gepackt und mit einem unwiderstehlichem Sog immer wieder schnell zum Buch greifen lassen. Sie beschreibt ergreifend wie Matuschek unaufhaltsam in eine Depression abgleitet, sich selber nicht mehr wertschätzt , verwahrlost und sich auch noch vom neuen aggressiven  Nachbarn Lewandowski manipulieren lässt. Es macht eigentlich keine Freude diesen Absturz zu beobachten und zu lesen, aber das Buch beiseite legen oder gar zu vergessen, funktioniert überhaupt nicht. Kerstin Preiwuß versteht es meisterhaft die Einsamkeit, Hilflosigkeit und den Zweifel an sich selber bei Hans Matuschek zu beschreiben. Das Buch ist ein starkes Psychogram vom Hauptprotagonisten und seiner Mitmenschen , auch von der abgeschiedenen , ländlichen Umwelt an einem See. Die Idylle dieser Landschaft steht in krassem Gegensatz zum Denken und Handeln dieses zurückgelassenen, einsamen Menschen in Ostdeutschland. Ich empfand ihn nicht als sympathischen oder anziehenden Mann, aber seine naive Verzweiflung und Denkweise haben sehr an mein Mitleid appelliert. Er ist EINFACH NUR EIN MENSCH mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern und Verhaltensweisen, die man sich nur vorstellen kann. Aber er hat auch Stärken und wie er es schafft, diese wieder zu aktivieren - das ist ein spannendes und am Ende doch wieder ein erschreckendes Erlebniss für den Leser…..

Meine Bewertung : Fünf *****Sterne für ein grossartiges Buch!

 Ein herzliches Dankeschön an die Autorin und den Berlin Verlag bei Piper für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Kommentare:

  1. Guten Abend liebe Angela,
    das Buch hört sich wieder einmal sehr gut an. Das Cover macht jedenfalls Lust mehr zu erfahren. Es klingt nach einem Buch, über das man noch eine ganze Weile wieder nachdenkt.
    Sehr inspirierend!
    Vielen Dank für die tolle Rezi - liebe Grüße
    Andrea

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  2. Gerne liebe Andrea . Das Buch sollte man nur lesen ,wenn man sich in einer stabilen Seelenlage befindet !
    Gute Nacht 🌟

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