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Dienstag, 12. Mai 2026

*DER LETZTE LEUCHTTURM* von Michael Pedersen - erschienen im Dumont Verlag

 *Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*


https://www.dumont-buchverlag.de/buch/michael-pedersen-der-letzte-leuchtturm-9783755800620-t-7741  


MICHAEL PEDERSEN, geboren 1984, ist ein renommierter schottischer Lyriker, Autor, Spoken Word Performer und der derzeitige Poet Laureate von Edinburgh. Zuletzt erschien 2022 das viel besprochene und von der Kritik gefeierte Memoir ›Boy Friends‹ über Trauer und Freundschaften unter Männern sowie 2023 sein Gedichtband ›The Cat Prince & Other Poems‹. ›Der letzte Leuchtturm‹ ist Michael Pedersens Romandebüt.

STEPHAN KLEINER, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Bret Easton Ellis, Michel Houellebecq, Hanya Yanagihara und Seán Hewitt ins Deutsche. 2024 wurde er für seine Arbeit mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet.


Mein Leseeindruck: 


Der an sich zweifelnde und immer wieder mit Gedankenspielen um seinen Suizid ringende Schriftsteller Firth reist als Feriengast auf eine kleine Leuchtturminsel. Sie heisst Muckle Flugga, eine im Norden gelegene Insel der Shetlands.  Er beabsichtigt seinem Leben nun dort ein Ende zu setzen. Doch es kommt völlig anders als geplant. Die aufkeimende Freundschaft mit Ouse, dem Sohn des Gastgebers und Leuchtturmwärters der Insel verändert alles.   


Das Wetter dort ist rau und wild. Tosende Stürme und Wellen sowie viele einsame Stunden begleiten den Alltag, denen alle Lebewesen der Insel, Mensch und Tier ausgesetzt sind. Ouse ist ein sensibler junger Mann , der seit dem Tod der Mutter unter den oft gewalttätigen Launen und Handlungen seines Vaters leidet. Sein Trost und imaginärer Freund ist der Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson, mit dem er Zwiegespräche in seinem Atelier führt. Er verbringt  dort viel Zeit mit dem Stricken von Pullovern , dem Weben von Teppichen. Das Entwerfen von neuen Mustern in seinem geliebten Skizzenbüchern gehört zu seinen liebsten Tätigkeiten. Zusätzlich sorgt er für das leibliche Wohl auf der abgeschiedenen Insel für seinen Vater und die Feriengäste. Als Firth und Ouse sich näher kennenlernen, entwickelt sich eine enge und harmonische Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern. Der hartherzige, in patriarchalen Strukturen denkende Vater versucht diese zarte Freundschaft mit Gewalt und zorniger Bösartigkeit zu verhindern.  Sein Sohn erscheint ihm zu weich und sensibel , stellt sich nicht den harten Anforderungen des Berufes eines Leuchtturmwärters. Firth, der Schriftsteller und malende Vogelkundler wird vom Vater laufend vor Ouse der Lächerlichkeit und einer naiven Unfähigkeit in allen Lebenssituationen preisgegeben. Doch Firth hält dagegen und erzählt Ouse heimlich vom möglichen, freiem Leben in Edinborough als freischaffender Künstler. Und wir begegnen der jungen Figgie. Sie stellt mit Ihrem Boot und Fahrten zur Insel sowie den Proviantlieferungen den Kontakt zur Aussenwelt her und klärt Firth über die Vergangenheit der kleinen Leuchtturmwärter - Familie auf. 


Das Lesen des Buches mit seinen außerordentlich, schönen, feinsinnigen Sätzen war ein Lesefest für mich, welches ich auf jeder Seite langsam und dafür umso ausgiebiger genossen habe. Zauberhafte, bildgewaltige  Satz - und Wortkombinationen haben mich begeistert und ich danke dem Autor und dem deutschen Übersetzer Stephan Kleiner ganz herzlich für diese herrlichen, poetischen Anregungen und Begriffe. Die stimmige, einsam gelegene Atmosphäre der rauen See wurde ebenso gut transformiert wie die empathischen Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten zueinander. 


FÜNF *****  STERNE für diese grossartige Lektüre.


Herzlichen Dank an den Autor und den Dumont Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar  mit dem wundschön gestaltetem Cover und dem komfortablen Lesebändchen. 




Dienstag, 1. Juli 2025

*Der alte Apfelgarten* von Sharon Gosling - erschienen im DuMont VERLAG


*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*



Inhalt/Klappentext:Crowdie Farm liegt an der schroffen Steilküste Schottlands; dort sind Bette und Nina Crowdie aufgewachsen, zwischen Kühen, Hühnern und der rauen See. Nahegestanden haben sie sich nie. Zu verschieden sind die beiden Schwestern, zu groß der Altersunterschied von zehn Jahren. Nun lebt Bette ihr ganz eigenes Leben in London, fernab der Familie, während für Nina die Farm ihr Ein und Alles ist. 

Als plötzlich der Vater stirbt und die Schwestern unerwartet den Hof gemeinsam erben, treffen sie wieder aufeinander. Bald erfahren sie von den enormen Schulden, die ihr Vater vor ihnen verheimlicht hat. Widerstrebend willigt Bette ein, ihrer Schwester bei der Rettung von Crowdie Farm zu helfen. Doch das bedeutet, dass sie einen Weg finden müssen, zusammenzuarbeiten, und Bette nicht länger verdrängen kann, warum – oder wegen wem – sie vor all den Jahren weggegangen ist.

Die Entdeckung eines seit Jahrzehnten vergessenen Apfelgartens mit uralten, seltenen Cidersorten auf ihrem Land ist der einzige Hoffnungsschimmer. Er bleibt die letzte Möglichkeit, die Farm zu retten – und die Beziehung der Schwestern wieder zu kitten.

H

SHARON GOSLING ist eine britische Journalistin und Autorin. ›Der alte Apfelgarten‹ ist nach ›Fishergirl’s Luck‹ (2022), ›Lighthouse Bookshop‹ (2023) und ›Forgotten Garden‹ (2024) ihr vierter Roman bei DuMont. Sie lebt mit ihrer Familie im Norden von England, ihr Mann besitzt einen Buchladen.

SIBYLLE SCHMIDT hat in Berlin Theaterwissenschaften und Amerikanistik studiert. Sie übersetzt aus dem Englischen, u. a. JP Delaney, Ciara Geraghty, David James Poissant und Sharon Gosling.

Meine Meinung zum Buch:

Dieser Trip nach Schottland an die frische Nordseeküste hat mir bei den derzeitigen heissen Temperaturen richtig gut getan. Bei einem Glas Cider im schattigen Garten konnte ich geniessen, abschalten und träumen mit zwei ungleichen Schwestern, die bei finanziellen und emotionalen Problemen sich wieder annähern und zusammen finden.

Bette und die jüngere Nina treffen sich anlässlich der Beerdigung ihres Vater nach Jahren auf der Farm der Eltern wieder. Ihre Eltern sind geschieden. Die Mutter hat ein neues Leben in Italien begonnen. Nina ist mit ihrem kleinen Sohn Barnaby nach einer gescheiterten Ehe wieder nach Hause gezogen und hat den Vater bei der harten Arbeit auf der Farm unterstützt.  Bette lebt schon lange in London und hat dort eine ehrgeizige Anwaltkarriere gestartet. Die beiden Schwestern haben sich in der Kindheit durch den grossen Altersunterschied (zehn Jahre) nie sonderlich gut verstanden und werden vom Testament ihres Vaters überrascht. Er hat beiden Mädchen jeweils die Hälfte der Farm vermacht, leider mit vielen Schulden. Hinzu kommt, dass sie einen alten verwunschenen Apfelgarten an der Steilküste erben und entdecken, von dem sie beide bislang nichts wussten. Die Jahrhunderte alten versteckten Apfelbäume an der Steilküste entpuppen sich als wahre Schätze und spielen mit ihrer Entdeckung und neuen Pflege einen bezaubernden Rahmen für diese schöne Familiengeschichte. Bette, früher auch Beth genannt, trifft ihre Jugendliebe wieder und wird plötzlich mit dieser schmerzlichen Liebe und der Vergangenheit konfrontiert. Nina, ihr Sohn Barnaby und der Collie Limpet halten mit dem sympathischen und hilfsbereiten Nachbarn Cam eine enge Freundschaft.

Der stimmige und flüssige Schreibstil von Sharon Gosling haben die Lesestunden mit diesem Wohlfühl Roman schnell verfliegen lassen, mich total fasziniert und begeistert. Alle Protagonist*innen wie Ryan, Cam, die Familie Greville wurden von der Autorin liebevoll und charakterlich überzeugend dargestellt. Das Buch ist ein echter Wohlfühl Roman, den ich gerne weiter empfehle!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne im Genre Wohlfühl Roman - und Familien Geschichte !     

Herzlichen Dank an die Autorin und den DuMont Verlag für die schnelle Übersendung des Print-Rezensionsexemplar mit dem hübschen Cover.