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Donnerstag, 8. Oktober 2026

*Der blaue Stift* von Samar Yazbek - erschienen im Unionsverlag

 

*Werbung, unbezahlt*


Meine Meinung zum Buch: 

TRIGGERWARNUNG: Ein Buch über den Krieg in Syrien. Ein Buch, welches alle Schrecken, die ein Krieg für Menschen bereit hält, schonungslos darstellt.  Ein erschütterndes Buch. Ich konnte es nur in kurzen Abschnitten, zeitlich verlängerten Abständen lesen und ertragen.

Rima lebt in Damaskus, mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Sie ist nicht verrückt, viele ihrer Mitmenschen glauben es aber. Sie hat mit vier Jahren beschlossen, das Sprechen einzustellen. Rima  hat einen unglaublichen Bewegungsdrang, möchte immer nur laufen. Ihre Mutter weiss sich nicht zu helfen. Sie bindet Rima immer  mit einem Seil irgendwo fest  - auch an ihr Handgelenk, wenn sie mit ihr unterwegs ist. 
Rima lebt für Bücher, bringt sich Lesen und Schreiben bei mit Hilfe ihrer älteren Bibliotheksfreundin Sitt Suad. Sie versorgt Rima regelmässig mit Büchern, Stiften und Papier.  Rimas Mutter übt in der Bibliothek  einen Putzjob aus.  Rima liebt *Alice im Wunderland*, das Buch * Der kleine Prinz* von  Antoine de Saint-Exupéry.
 
Das Unbeschreibliche geschieht. Rimas Mutter wird während eines Ausflugs zur Wohnung von Sitt Suad  an einem der neuen Checkpoints erschossen. Rima  kommt schwer verletzt in eine Art Gefängnis Krankenhaus  und ihr körperliches und seelisches  Martyrium nimmt seinen unerbittlichen Lauf. 

Das Erleben aus Rimas Sicht  im Krankenhaus ,  auf der Flucht mit ihrem Bruder, dem Bekannten Hassan, ihren Schmerzen und ihre Unwissenheit, ihr kindlich naives Urvertrauen zur realen Welt sind schwer zu ertragen. Die schrecklichen täglichen Bombenangriffe,  die auch mit chemischen Kampfmitteln  erfolgen, nimmt sie stoisch hin, fast wie von Gott gegeben. Ihre  Fantasie, ihre schönen Gedankenbilder, ihre Worte und die gezeichneten Bilder trösten sie, ihre Mitgefangenen und Verletzten. 

 Zerstörung, Lärm, Bombenexplosionen, Staub, Blut, Sterbende, Verletzte säumen Rimas Leidensweg. Dramatisch und bildgewaltig aufgeschrieben  und gezeichnet von der Autorin Samar Yazbek. Die Sprache der Autorin  ist unglaublich berührend. Einfach, eindrücklich , manchmal naiv kindlich. Sie wendet sich oft ganz persönlich an die Leser*innen , bittet fast unterschwellig  um Verzeihung für die Zumutung der Schreckensbilder. Rimas Gedanken und Empfindungen  hat die Samar Yazbek mit viel Intuition, Vorsicht und fantastischen Wortgebilden geschildert. Auch die Hoffnung auf ein Ende der Bombenangriffe hat sie nicht vergessen.  Sie hat uns in das Innere der reinen , fast kindlichen Seele von Rima schauen lassen. 
Das Buch ist absolut lesenswert, nicht im Sinne von Wohlgefallen und Erheiterung. Es rüttelt auf, stellt sich mit seinen Worten gegen jede Gewalt von Menschen und ihren Kriegsgeräten, jede Auseinandersetzung. 
Es ist ein Aufruf Mitmenschlichkeit, Güte und Friedensbemühungen  an die oberste Stelle unseres Handelns und  das Bewerten von Situationen zu stellen. 

FÜNF***** STERNE

Vielen Dank an die Autorin und den Unionsverlag, C.H.Beck Verlag,  für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.

 

INHALT/KLAPPENTEXT: 
Die junge Rima liebt ihr Damaskus. Am meisten liebt sie die Bibliothek, in der sie lauter Wunder erwarten: der kleine Prinz mit seinen ewigen Sonnenaufgängen oder Alice mit ihrem Sturz ins Wunderland. Rima sehnt sich danach, eigene Abenteuer zu erleben, dem Willen ihrer Füße zu folgen. Doch ihre Mutter hält sie fest. Bis zu dem Tag, an dem ihr Bus an einem der neuen Checkpoints aufgehalten wird, und Rimas Welt zerfällt.

Zwischen Detonationen und der Angst der anderen findet Rima Zuflucht in ihrer Fantasie, den Farben ihrer Buntstifte und ihrer ganz eigenen Sprache, in der sie Wort für Wort ihre Geschichte festhält.

In dem Verlangen, die Wunden, die ein Krieg schlägt, zu erfassen, stellt uns Samar Yazbek eine ungewöhnliche Heldin an die Seite: ein Mädchen, das sich fortschreibt.

Samar Yazbek wurde 1970 in dem syrischen Küstenort Dschabla geboren und entstammt der syrischen Oberschicht. Mit 17 Jahren brach sie mit ihrer Familie und heiratete ohne deren Zustimmung. Nach kurzer Zeit ließ sie sich wieder scheiden. Sie studierte arabische Literatur, engagiert sich für Bürgerrechte und die Rechte der Frauen und arbeitet als Fernsehreporterin, Journalistin und Schriftstellerin. Sie war zudem Herausgeberin der Onlinezeitschrift Woman of Syria und Autorin der Gruppe Beirut 39.

Während der Revolution 2011 verfasste Samar Yazbek Reportagen zum Aufstand gegen das Regime, dokumentierte das Geschehen und interviewte Demonstranten, Aktivisten im Untergrund, Polizisten sowie Militärs. Daraus entstand das Werk Schrei nach Freiheit. Bericht aus dem Inneren der syrischen Revolution, das im Frühling 2012 auch auf Deutsch veröffentlicht wurde. Ende 2011 musste sie zusammen mit ihrer Tochter vor dem syrischen Geheimdienst aus Damaskus fliehen und lebt seither in Paris. Für ihr Werk erhielt sie den PEN Pinter Preis, den Tucholsky Preis, den PEN Oxfam Novib Preis und den Prix du Meilleur Livre Étranger. Ihre Romane waren außerdem nominiert für den Prix Médicis, den Prix Femina und den National Book Award 2021.




Donnerstag, 1. Oktober 2026

*Das Vogelhaus* von Jan Weiler - erschienen im Heyne Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

MEINE MEINUNG ZUM BUCH : 

Der 36 jährige Leonard Beck führt als Dramaturg an einem Theater in Berlin ein typisches Grossstadtleben. Bis er seinen Job verliert. Er reist nach Hause zu seinen Eltern an den Niederrhein. Ein Brief seiner Mutter erreichte ihn. Ihre Nachricht: "Das sogenannte  *Vogelhaus* soll verkauft werden". Im Heimatort angekommen überfallen ihn schockartig Erinnerungen an seine Kindheit, Jugend, seine Zivildienst Zeit vor fünfzehn Jahren. Er erinnert sich an den liebenswerten Ari und an den burschikosen Patrick mit seinen queeren Weltvorstellungen, seine beiden etwas älteren Kollegen. Viele seiner damals pflegebedürftigen *Kunden* kommen ihm wieder in den Sinn. Sie sind in seinem Kopf so präsent wie damals.  Da ist sofort das sogenannte *Vogelhaus* mit seinen Bewohnern. einem alten Mann und vier grossen Aras in Vogelvolieren. Das Haus steht nun zum Verkauf und Leonhard taucht ab in seine Vergangenheit und Beziehung zu damals, seinem Bewohner Herrn Schwabe und den vier alten Ara Vögeln. Er sieht seine damalige Situation nun mit dem Abstand eines Erwachsenen. 


Die gesamte Grundstimmung des Buches hat mich beim Lesen mit Grusel, Entsetzen, Betroffenheit, Ekel und Verständnis für die erzählte Zeit des jungen Leonard erfüllt. Der Autor Jan Weiler hat mich mit seinem gekonnten flüssigen Schreibstil, gespickt mit psychologischem Feingefühl, in die damalige Zivildienstzeit des jungen Leonard Beck geführt. Ich wurde immer tiefer in die schaurigen Fantasievorstellungen der drei jungen Männer Leonard, Ari und Patrick hineingezogen und habe zeitweise, ebenso wie sie, Horror Vorstellungen von Mord, Totschlag und Menschenquälerei, geschehen im Vogelhaus, im Kopf gehabt. 

Es entwickelt sich allerdings auch eine andere, wichtigere Seite im spannenden Erzählton. Das Aufzeigen der Arbeit von  Zivildienstleistenden Heranwachsenden im Buch. Junge Männer, die damals den *Dienst an der Waffe für unser Land* , damit das Töten im Krieg ablehnten, wurden zum Zivildienst in vielen Bereichen verpflichtet. So erging es auch Ari, Patrick und Leonard. Sie fütterten und bekochten alte, verwirrte Menschen, putzten, kauften Lebensmittel ein , halfen Kindern und Jugendlichen bei den Schulaufgaben, begleiteten pflegebedürftige Menschen zu Behandlungsterminen in Krankenhäuser. Sie waren sich für keine Arbeit zu schade. Bis hin zur Totenwache bei versterbenden Menschen.

Leonard erfährt während seines Besuches neue, emotional geprägte Beziehungen zu seinen Eltern, erinnert sich an den verständnisvollen Freund Ari und fasst einen mutigen Entschluss:

Er wird das Vogelhaus kaufen und sich seinen scheusslichen,  sowie den prägend guten Erfahrungen von damals stellen,,,,

FÜNF ***** Sterne für dieses hervorragende Buch über die Schönheit des Lebens und seine  Grausamkeit von Menschen in unserer Gesellschaft.  


INHALT/KLAPPENTEXT: 

Ein Buch über das Heimkehren — und über die Orte, die mehr über uns wissen als wir selbst.

Wenn Leonard Beck nach seiner Post sieht, ahnt er stets das Schlimmste. Und tatsächlich ist es ein unscheinbarer Brief seiner Mutter, der ihn nach Jahren zurückruft an den Niederrhein: Ein Haus steht zum Verkauf. Und obwohl dieses Haus keine guten Erinnerungen weckt, zieht es ihn magisch an. Leonard, der gerade seine Stelle am Theater verloren hat, reist in die Heimat und damit in seine Vergangenheit. Er trifft auf Menschen, die ihm einst wichtig waren. Und immer wieder steht er vor dem unscheinbaren Haus, dessen Geheimnis er damals nicht lüften konnte. Jetzt aber will er ihm auf die Spur kommen, stellt sich endlich seinen Ängsten – und macht dabei Entdeckungen fürs Leben.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt's nicht!« gilt als eines der erfolgreichsten Debüts der letzten Jahrzehnte. Es folgten unter anderem »Antonio im Wunderland«, »Mein Leben als Mensch«, »Das Pubertier«, »Älternzeit« und die Kriminalromane um den überforderten Kommissar Martin Kühn. Auch seine Romane »Der Markisenmann« und »Munk« standen monatelang auf der Bestsellerliste. Neben seinen Romanen verfasst Jan Weiler Kolumnen, Drehbücher, Hörspiele und Hörbücher, die er auch selbst spricht. Er lebt in München und Umbrien.


Jede Woche veröffentlicht er eine neue Geschichte unter www.janweiler.de/


https://www.penguin.de/buecher/jan-weiler-das-vogelhaus/buch/9783453443716


Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 


Mittwoch, 16. September 2026

*Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange - erschienen im DuMont Verlag*

 

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:  

Die  50-jährige Liliane hat einige emotionale  Veränderungen in ihrem Leben hinter sich. Die Scheidung von ihrem Ehemann versucht sie mit einem Urlaub in Spanien zu verarbeiten. Ihr gemeinsamer, erwachsener Sohn befindet sich auf einer längeren Reise, verlässt das Familiennest.  Liliane braucht Abwechslung und Erholung vom Familienleben. 

Plötzlich bekommt sie eine alarmierende Nachricht aus Schottland: ihr 89-jähriger, geliebter Vater ist während einer Schottlandwanderung mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Aufgelöst und erschrocken macht sie sich sofort auf den Weg zu ihm. Direkt von Spanien nach Schottland. Mit dem Auto.

 Wir begleiten Liliane in ihrer Gedankenwelt, die in den Zeiträumen ihres Lebens hin und her springen. Mal erinnert sie sich an Wanderungen mit der Familie aus ihrer Kinderzeit, in der ihr Vater als starker und glänzender Held und Retter der Familie aus schwierigen Situationen dasteht. Aber immer wieder kommen auch schmerzliche Erinnerungen an ihre früh verstorbene Mutter in ihr hoch. Liliane war erst zwölf Jahre alt und hat sich rührend um ihre beiden  Geschwister gekümmert, eine enge Bindung zu ihnen und dem Vater aufgebaut. 

Während sie den schwächlichen Vater  beim zweiten Aufbruch seiner Highland Wanderung begleitet,  kurz nach dem Herzinfarkt, sieht sie plötzlich viele Familien Ereignisse der Vergangenheit in einem anderen Licht.  Er möchte unter allen Umständen diese Wanderung beenden . Sie kann ihm diesen Wunsch nicht abschlagen und möchte ihn begleiten, umsorgen, auf ihn achten. Sie versucht nicht streng zu bewerten, sondern den Vater auch in seiner aktuellen, schwierigen Situation am Ende des Lebens zu verstehen. Sie respektiert seinen  brennenden Wunsch diese Reise, die er als junger Mann schon einmal allein gemacht hat, zu wiederholen. Doch die Vergangenheit lässt sich nur in Fragmenten in die Gegenwart integrieren. Das müssen Liliane und ihr Vater traurig  akzeptieren,,,,, 

Eine fünfköpfige Familie baut sicher ein kompliziertes Beziehungsgeflecht bis zum Erwachsenwerden der Kinder miteinander auf, welches sich im Lauf der Zeit und der persönlichen Umstände verändert. Doch unverbrüchlich bleibt eine Liebe zueinander, deren Grundstock zwischen Eltern und Kindern gelegt wurde. Auch wenn sie Fehler machten in der Erziehung und dem Einschätzen der Bedürfnisse aller Mitglieder. Diese Erkentnis machte Liliane auch während ihrer gescheiterten Ehe.....

Der berührende und einfühlsam verfasste Roman hat viele emotionale Schwingungen in mir ausgelöst, angefangen von  Ur-Ängsten bis  hin zum  liebevollen Verstehen und Mitfühlen mit den Protagonist*innen und deren Verhaltensweisen. Das hat die Autorin klar und deutlich in ihrem schönen und spannendem  Schreibstil darstellen können. Die wunderschönen, leisen und bunt  untermalten  Bilder der einsamen Highland Landschaft Schottlands waren ein zusätzliches Lesehighlight im Buch. 

Atmosphärisch stimmig, berührend verfasst,  ist dieser Roman eine absolute Leseempfehlung für mich  mit FÜNF ***** Sternen.  


 Inhalt/Klappentext: Als Liliane von ihrem ersten Urlaub nach der Scheidung zurückkommt, erreicht sie ein Anruf aus einem Krankenhaus in Schottland: Ihr 89-jähriger Vater ist allein in die Highlands gereist und hat in der Wildnis einen Herzinfarkt erlitten. Noch in Strandschuhen und T-Shirt fährt Liliane ihm nach, um ihn nach Hause zu holen. Doch ihr geschwächter Vater will nur eines: bis zur nördlichsten Spitze Schottlands laufen, wie damals als junger Student. Liliane sieht keine andere Möglichkeit, als ihn zu begleiten. Gemeinsam brechen Vater und Tochter in die alten Pfade der Highlands auf. Sie übernachten in Feldsteinhütten, werden von Unwettern überrascht und sprechen zum ersten Mal über die dramatische Familiengeschichte – die Kriegskindheit des Vaters in Potsdam, den frühen Tod seiner Frau, Lilianes Mutter. Während der einst so starke Mann sich auf seine Tochter stützen muss, erkennt Liliane, wie sehr die Härte ihres Vaters ihre Beziehungen zu Männern und das Verhältnis zu ihrem Sohn geprägt hat. Der letzte Weg des Vaters wird für seine Tochter zu einem Aufbruch.

Ein atmosphärisch dichter und einfühlsamer Roman über die Neubegegnung zweier Menschen, die sich lange fern waren.

ALEXA HENNIG VON LANGE, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ (1997) zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Seitdem hat sie mehr als 25 Romane veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bei DuMont erschien zuletzt die ›Heimkehr‹-Trilogie: ›Die karierten Mädchen‹ (2022), ›Zwischen den Sommern‹ (2023) und ›Vielleicht können wir glücklich sein‹ (2024). Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Berlin. www.alexahennigvonlange.de

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!


Freitag, 10. April 2026

*Landli(e)ben* von Steffi Neu - erschienen im Kösel Verlag


(Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar)

Verlagslink     

Inhalt/Klappentext: 

Auf dem Land passiert doch eh nichts, wenn nicht grad der Hahn auf dem Misthaufen kräht? Von wegen! Mit einem Augenzwinkern und viel Herz erzählt die bekannte Radiomoderatorin und begeisterte Landfrau Steffi Neu von den kleinen und großen Abenteuern des Alltags abseits der Ballungsräume. Durch persönliche Anekdoten und Geschichten von anderen Landbewohnern (oder solchen, die es mal waren) zeigt Steffi Neu die charmanten Seiten des Landlebens, ohne dabei die Herausforderungen zu verschweigen.

Dieses Buch ist für alle, die das Landleben schon lieben oder es erst kennenlernen möchten. Denn auch, wenn es seine Tücken hat, bietet es eine einzigartige Lebensqualität, die man einfach lieben muss.

Steffi Neu ist Journalistin, Moderatorin und Autorin. Sie wurde 1971 in Kleve geboren und lebt bis heute mit ihrem Mann, den zwei Kindern und Hund am Niederrhein. Nach Studium und journalistischer Ausbildung beim WDR begann sie 1996 als Redakteurin und Moderatorin bei WDR 1Live, seit 2000 moderiert sie bei WDR 2.


Meine Meinung zum Buch: 

In dreiunddreissig kurzen Kapiteln , die auf einhundertundachtundneunzig Seiten verteilt sind , lädt die Autorin und Radiomoderatorin Steffi Neu die Leser*innen ein,  das *echte, wahre Landleben* endlich kennenzulernen, vor allen Dingen es zu schätzen und zu lieben. Es ist ihr tatsächlich gelungen ihre persönliche, positiv geprägte Lebenseinstellung zu dieser Thematik warmherzig und überzeugend zu vermitteln.

Ihr Schreibstil ist klar, einfach zu erlesen und recht kurzweilig mit netten, humorvollen Betrachtungen. Das Buch ist in meinen Augen ein sehr persönlich geprägter Tatsachenbericht eigener Erfahrungen ihres Lebens. Aufgewachsen auf einem kuscheligen Bauernhof in einer kleinen Dorfgemeinschaft in den 1970er Jahren hat  sie es geschafft sich diese Idylle im Herzen zu erhalten. Auch während ihrer  beruflichen,  dreissigjährigen Tätigkeit  in der Stadt als Radiomoderatorin als wöchentliche, oder sogar tägliche *Pendlerin*, hat sie die Verbindung zum Dorfleben und seinen Menschen nie verloren.  Negativ geprägte Vibes und Erfahrungen aus dieser Zeit kann man in ihrem neuen Buch nur schwach zwischen den Zeilen lesen und erahnen. Denn sie wird es mit Sicherheit auch geben. 

Es ist ein nettes *GUTE-LAUNE-BUCH*, welches man jederzeit ohne Bedenken lesen und weiter empfehlen kann. 

*Vier **** STERNE* .

Herzlichen Dank an die Autorin und den Kösel Verlag für das Rezensionsexemplar!



 

Donnerstag, 9. April 2026

*Unterwegs in ,,,,,,*

 

(Werbung unbezahlt, Rezensionsexemplar)

Landl(i)eben

Warum ich nirgendwo anders leben möchte – Echte Geschichten vom Land

Erscheinungstermin: 18. März 2026

208 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

Landl(i)eben

»Man bekommt die Leute aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus den Leuten: wie gut! Steffi hat nie vergessen, wo sie herkommt, und ist damit eine echte Bereicherung für die Verständigung zwischen Stadt- und Landmenschen. « – Sabine Heinrich, Moderatorin

Auf dem Land passiert doch eh nichts, wenn nicht grad der Hahn auf dem Misthaufen kräht? Von wegen! Mit einem Augenzwinkern und viel Herz erzählt die bekannte Radiomoderatorin und begeisterte Landfrau Steffi Neu von den kleinen und großen Abenteuern des Alltags abseits der Ballungsräume. Durch persönliche Anekdoten und Geschichten von anderen Landbewohnern (oder solchen, die es mal waren) zeigt Steffi Neu die charmanten Seiten des Landlebens, ohne dabei die Herausforderungen zu verschweigen.

Dieses Buch ist für alle, die das Landleben schon lieben oder es erst kennenlernen möchten. Denn auch, wenn es seine Tücken hat, bietet es eine einzigartige Lebensqualität, die man einfach lieben muss.


Mittwoch, 1. April 2026

*Sanditz* von Lukas Rietzschel - erschienen im dtv-Verlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*        

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. 

Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie. 

Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit. 

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman ›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“.  

Meine Meinung zum Buch: 
Der Autor Lukas Rietzschel gehört zur jungen Generation, die nach der Wende das Licht der Welt erblickt hat. Genau vierzig Jahre nach meiner Geburt. 
Er beschreibt den gewöhnlichen DDR-Alltag der Menschen genau und sehr stimmig . Zumindest habe ich es vor 1989 auch so ähnlich bei Besuchen zu DDR-Zeiten teilweise erlebt - alles untermauert durch die Erzählungen, Erfahrungen von verwandten Menschen und Bekannten aus diesem vergangenen Land und seiner Zeit. Das fiktive Sanditz könnte jeder Ort gewesen sein , doch der Tagebaubetrieb in der Lausitz mit dem Verschwinden von Landschaft, den Dörfern und seinen Menschen gibt dem Roman mit seinen so unterschiedlichen Protagonist*innen  einen traurigen, fremdartigen , fast melancholischen Hintergrund. Aber die Zeit steht nie still und auch die Jahre nach der Wende, die uns allen viel näher und klarer erscheinen,  bekommen den perfekten, realen Rahmen vom Autor. Er hat ein Stück deutscher Geschichte verewigt mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bevölkerung, die  charakterlichen Veränderungen im Leben der typisch Ostdeutschen korrekten Familie Wenzel und den vielen, bunten Nebenfiguren, die in seinem Roman eine bedeutende Rolle spielen, auf - und abtauchen in der nie langweiligen  Rahmenhandlung.
 Das Buch erzählt  bis zum heutigen andauernden Ukraine Krieg, den das Familienmitglied Tom als Freiwilliger Soldat erlebt und schildert. Diesen grausamen Schilderungen im letzten Drittel des Buches möchte ich eine Triggerwarnung ( Kriegsereignise, Gewalt, Tod, ) hier mitgeben. 

Das Buch liest sich wie ein spannendes Geschichtslehrbuch der letzten Jahrzehnte. Ein echter Krimi pur für alle Generationen zum NACHERLEBEN  und VERSTEHEN.

FÜNF STERNE ***** 



Herzlichen Dank an den Autor und den dtv-Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar, welches ich auf der lbm26 erhalten habe. 
    

                                                                       

 

Dienstag, 6. Januar 2026

*Der Mädchenname* von Aurora Tamigio - erschienen im btb-Verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

Erschienen am 8.10.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Anfang des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in den sizilianischen Bergen: Früh zeigt sich, dass die kleine Rosa aus dem Stoff der Pflanze gemacht zu sein scheint, deren Namen sie trägt: Blüten, die immer wieder zum Leben erwachen, das Holz stark und widerstandsfähig. Als Frau gilt sie wenig, doch ihrem Vater und ihren Brüdern, beugt sie sich nie ganz. Als sie Sebastiano Quaranta kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Rosa brennt mit ihm durch, sie heiraten und eröffnen gemeinsam ein Gasthaus, das zum begehrten Anlaufpunkt wird. Kurz darauf werden ihnen der hübsche Fernando, Donato, der Priester werden wird, und schließlich Selma geboren, deren Hände so zart sind wie die Stickereien, mit denen sie Stoffe schmückt. Selma heiratet gegen Rosas Rat und besseren Wissens, ihre unglückliche Ehe hat Auswirkungen auf ihre eigenen Töchter. Patrizia, die kämpferischste der drei Schwestern, Lavinia, die das Kino liebt, und Nesthäkchen Marinella, die davon träumt, Italien zu verlassen.

Aurora Tamigio wurde 1988 in Palermo geboren und wuchs in Mailand auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Drehbuchschreiben für Filme. Sie hat als freie Autorin für das Kino gearbeitet sowie als Texterin in einer Werbeagentur. Sie ist Chefredakteurin des Filmmagazins Silenzioinsala.com. »Der Mädchenname« ist ihr erster Roman, der in Italien alle Verkaufsrekorde gebrochen hat und monatelang auf der Bestsellerliste stand. Aurora Tamigio wurde mit dem Literaturpreis IO Donna - Heldinnen von heute (2023) und dem renommierten Premio Bancarella (2024) ausgezeichnet.


REZENSION: Eine Reise nach Sizilien mit Aurora Tamigio

Zum Jahresbeginn hat es mich literarisch in eines meiner absoluten Lieblingsländer gezogen: Italien. Genauer gesagt nach Sizilien. Die Autorin Aurora Tamigio ist dort längst kein Geheimtipp mehr – ihr Debüt wurde von den Buchhändlern zum Lieblingsbuch gekürt und stürmte die Bestsellerlisten. Nachdem ich es gelesen habe, verstehe ich absolut, warum!

Drei Generationen, ein Schicksal

Der Roman spannt einen weiten Bogen über drei Generationen sizilianischer Frauen. Alles beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit der zärtlichen, fast schon magischen Liebe zwischen Rosa und Sebastiano Quaranta. Doch das Buch ist weit mehr als eine Romanze; es ist ein packendes historisches Zeitzeugnis über das Leben und Überleben in einer patriarchalischen Gesellschaft.

Rosa: Der Ursprung der Stärke

Rosa hat es nicht leicht. In den Bergen aufgewachsen, geprägt von einem gewalttätigen Vater und dominanten Brüdern, gelingt ihr mit Sebastiano die Flucht in ein neues Leben. Gemeinsam eröffnen sie ein Gasthaus – ein Projekt, in das Rosa all ihr Herzblut steckt. Trotz aller Widerstände kämpft sie mit weiblichem Geschick und unbeugsamem Willen für das Glück ihrer drei Kinder Fernando, Donato und Selma.

Das Erbe der Frauen

Im weiteren Verlauf begleiten wir Selma, die zwar in ihrer Ehe unglücklich ist, aber drei völlig unterschiedliche Töchter großzieht: Patrizia, Lavinia und Marinella. So verschieden die Charaktere auch sein mögen, eines zieht sich wie ein roter Faden durch die Generationen:

• Die bedingungslose Liebe zur Familie.

• Der unstillbare Drang nach Selbstbestimmung.

• Die Suche nach einem eigenen Weg abseits starrer Traditionen.

Mein Fazit:

Dieser wunderschöne Wohlfühlroman schenkt emotionale und teils aufwühlende Lesestunden. Besonders toll fand ich, wie die Autorin die Balance zwischen familiärer Harmonie, tief verwurzelten Traditionen und dem jeweiligen Zeitgeschehen hält.

Ein atmosphärischer Schmöker, der Fernweh nach dem Süden weckt!

Vier Sterne !


Donnerstag, 28. August 2025

*Schmetterlinge brauchen keine Überholspur* von Aljoscha Long und Ronald Schweppe - erschienen im Kösel Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Erschienen am 1.5.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Ronald Schweppe und Aljoscha Long verraten, wie wir wieder mehr Leichtigkeit und Unbeschwertheit in unserem Alltag finden. Gerade weil viele Dinge um uns herum passieren, auf die wir keinen Einfluss haben und die uns belasten, ist es wichtig, den Kontakt zu unserer inneren Lebensfreude nicht zu verlieren. Aber wie schaffen wir es, negative Gedanken und Gefühle loszulassen und mehr Gelassenheit zu finden?

Mit kurzen Texten zeigen die Erfolgsautoren tiefgründig und anschaulich, wie wir uns von belastendem seelischem Gepäck befreien und neue Energie gewinnen. Sie beantworten dabei Fragen wie diese: Welche Gedanken hindern mich daran, mehr Vertrauen zu entwickeln? Wie kann ich wieder zu meiner kindlichen Freude zurückfinden?

Auf der Reise zu mehr Leichtigkeit und Gelassenheit begleitet uns ein Schmetterling. Affirmationen, Aphorismen, Dialoge und zauberhafte Illustrationen lockern jedes Kapitel zusätzlich auf und bieten weitere Inspiration.

Ronald P. Schweppe ist Orchestermusiker und Autor zahlreicher Bücher im Bereich Spiritualität und Lebenskunst. Ausbildung in NLP und MBSR (Stressbewältigung durch Achtsamkeit). Seit etwa 40 Jahren beschäftigt er sich praktisch und theoretisch mit fernöstlicher Philosophie und Zen-Buddhismus. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in München.

ALJOSCHA LONG: 1961 wurde ich in Bonn geboren. Seit meinem sechsten Lebensjahr wohne ich allerdings in München. Nach der Schule habe ich als Co-Therapeut an einer psychosomatischen Klinik gearbeitet und studierte dann in Kanada und München Psychologie, Philosophie, Linguistik und Musikpädagogik (Cello). Während meines langen Studiums arbeitete ich als Kampfkunst- und Akrobatik-Lehrer, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie, Komponist, Dozent und Übersetzer.

1989 begann ich mit Ronald Schweppe, mit dem ich Musik produzierte und komponierte, Bücher zu schreiben: zunächst über östlich geprägte Übungswege wie Yoga oder Taijiquan, dann interessierten wir uns für ganzheitliche Heilkunst und arbeiten heute vor allem an Büchern, die Spiritualität und Psychologie miteinander verbinden. 

Seit 2008 heiße ich, nachdem ich in China geheiratet habe, Long.

MEINE MEINUNG ZUM BUCH:

Dieser kleine Ausflug in die Welt der Achtsamkeit und Stressbewältigung hat mir im Moment einer Lebenskrise (Krankheit) sehr gut getan. Ein kleiner Schmetterling mit dem hübschen Namen Kallamarandi hat mich an die Hand genommen und viele schöne Facetten eines erfüllenden und achtsamen Lebens anhand von vielen Beispielen und  netten Zeichnungen gezeigt. Seine Argumente , Tipps und Lebensansichten beruhigen und können unseren Geist in neue unbekannte Dimensionen und Denkweisen führen und leiten. Kallamarandi trifft im Buch unterschiedliche Menschen, auch Tiere, führt mit ihnen Gespräche, stellt mitfühlende Fragen und stellt neue Lösungen und Wege für die jeweiligen Probleme vor. 

Das Buch lässt sich sehr leicht und angenehm  lesen, beruhigt und lenkt ab von Vergangenheit und Zukunft des Lesenden. Es lebt im Augenblick. Sichtweisen und Sätze wie *Tu, was DU liebst* und/oder *Liebe, was Du tust*  und/oder *Das ist leicht, das schaffe ich locker* tauchen immer wieder als Ermunterung in den Texten auf und sind sicher nicht ungewöhnlich für diese Art in einem spirituellem Ratgeber. Sie lenken  aber doch unser Denken in andere Bahnen und können neue Impulse für Achtsamkeit , Stressbewältigung und neue Lösungswege für grundsätzliche Fragestellungen setzen.  Sicher hat man vieles schön gehört und gelesen, doch die Konsequenz der Umsetzung fehlt oft. Eine inspirierende Motivation wird beim Lesen des Buches von den beiden Autoren ehrlich und liebevoll vermittelt. Sie haben das mit einer spielerischen Leichtigkeit getan,  auch in den Zeichnungen, die beim wiederholten Durchsehen immer wieder neue Freude und Kraft schenken.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne im Genre *Lebens-Ratgeber für spirituelle Achtsamkeit und Problemlösung*. 

Herzlichen Dank an die Autoren und den Kösel Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.   

Dienstag, 20. Mai 2025

*Dein Herz, ein wildes Tier* von Jardine Libaire - erschienen im Diogenes Verlag

 

*unbezahlte Werbung,  Rezensionsexemplar*

Erschienen am 23.4.25

Verlags Link

Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Regul

Inhalt/Klappentext: Vier Außenseiter auf der Flucht: Staci, Ray, Ernie und Coral hauen mit geklautem Drogengeld ab nach Texas, wo sie in einem abgelegenen Haus etwas finden, das sie nie zu träumen gewagt hätten: Zugehörigkeit, Vertrauen und Liebe. Und je länger sie in dieser vom Schicksal zusammengewürfelten Gemeinschaft leben, desto mehr wächst jede und jeder über sich hinaus. Doch die Tage ihres zerbrechlichen Glücks sind schon lange gezählt.

Jardine Libaire, geboren 1973 in New York, ist Absolventin des Skidmore Colleges und hat einen MFA in Creative Writing der University of Michigan. Sie lebt in Austin, Texas, wo sie ehrenamtlich für Truth Be Told arbeitet, ein Hilfsprogramm für Frauen im Gefängnis.


Auszeichnungen

 ›Dorothea Lange-Paul Taylor Prize (Honorable Mention)‹, 2016

 ›Hopwood Award‹, 1997

 ›Glascock Poetry Prize‹, 1995


Meine Meinung zum Buch:

Drei Biker im mittleren Lebensalter, ziellos in ihrem halb kriminellem Leben verankert, verlassen nach einem Unglück und Brand beim Drogen kochen ihr angestammtes Camp und ziehen mit der jungen Coral durch verschiedene amerikanische Staaten, bis sie in Texas stranden. Coral ist erst siebzehn Jahre alt, gehörlos und stumm. Sie wurde von ihrer Familie vernachlässigt und im Camp der Drogenkocher einfach abgegeben. Staci, Ray und Ernie fühlen sich für die Kleine verantwortlich und bilden einen familienähnlichen Halt für das in sich gekehrte Mädchen. 

Diese vier unterschiedlichen Menschen begeben sich mit gestohlenem Drogengeld aus dem Camp auf eine Flucht vor den Behörden und einer Strafverfolgung, quer durch verschiedene Bundesstaaten der USA. 

Was sich für mich zu Beginn wie ein krimineller Road-Trip beim Lesen darstellte, veränderte von Seite zu Seite meinen Blick auf das innere Wesen dieser vier Biker. Die Autorin hat unterschiedliche Charaktere geschaffen und sie ziemlich wertfrei und neutral, aber doch mit Wohlwollen und Akzeptanz dargestellt. Der Text liest sich flüssig, spannend, in keiner Situation langweilig. 

Nach einer Odyssee durch viele Staaten der USA finden die Vier ein kleines Farmhaus in Texas und schaffen sich dort eine Lebensidylle mit Garten,Pflanzen sowie Liebe und Fürsorge vor allem für das junge Mädchen Coral. Ihre Charakterzeichnung hat die Autorin geheimnisvoll und voller aufkommender Fragen und Rätsel dargestellt. Das macht dieses Buch so aufregend und spannend. Alle Gedanken und das Handeln der erwachsenen Biker kreisen irgendwann nur noch um Coral, ihr Wohlergehen,ihre Entwicklung und ihren stetig wachsenden Selbsterhaltungstrieb. Auch die persönlichen Vorstellungen von Zukunft und Lebenssinn der drei Biker geraten dadurch ins Wanken.

Coral lebt in ihrer Welt der Natur mit ihrem gewählten tierischem Freund , einem halb gezähmten Geparden. Sie ist die geheime Haupt-Protagonistin dieses interessanten Romans. Das Buch besticht durch viele wertfreie Schilderungen der halb kriminellen Biker und wirbt um Verständnis für ein Suchen nach neuen Lebensinhalten - und Werten.

Es ist ein ungewöhnlicher Road Trip, der sich in eine Herzen Geschichte verwandelt.

Eine Leseempfehlung von VIER **** Sternen spreche ich gerne aus!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar                   


Donnerstag, 1. Mai 2025

*Der Aufbruch* von Ingeborg Arvola - erschienen im btb-Verlag

 

*unbezahlte Werbung* 

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Erschienen am 19.3.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Nordfinnland, 1859: Brita Caisa wird nach einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann von der Kirche verstoßen und muss ihren Heimatort verlassen. Sie setzt ihre beiden Söhne auf einen Rentierschlitten, nimmt ihre Skier und bricht in einem Tross auf zum norwegischen Eismeer. Dort, so heißt es, soll das Meer vor Fischen brodeln und es ausreichend Arbeit und Essen geben. Als sie unterwegs den Hofbesitzer Mikko kennen lernt und eine vorläufige Anstellung findet, spürt sie, dass sie sich mit ihm eine Zukunft vorstellen könnte. Doch die gegenseitige Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt. Poetisch und voller Intensität schildert Ingeborg Arvola eine junge Frau, die mit den Normen der Gesellschaft hadert und mutig ihren eigenen Weg geht. In einer Welt, geprägt von der nordisch-kargen Landschaft, der Bedeutung des Fischfangs, Gottesgläubigkeit und einer tiefen, von Mystik durchzogenen Verbindung zur Natur.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Meine Meinung zum Buch: 
Ingeborg Arvola lässt uns teilhaben an einem Stück eigener Familiengeschichte, welche sie sorgfältig recherchiert hat. Sie entführt uns in die Jahre 1859 - 1862. Wir befinden uns in der Finnmark und begleiten eine 35-jährige Mutter mit zwei Jungen auf ihrem Schlitten, den sie mit ihren Ski durch die unwirtlichen dichten, tief verschneiten Wälder der Finnmark zieht. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Hunger,Entbehrungen sowie hämischen Nachreden ihres Dorfes und der Nachbarn, treibt sie an zu dieser Reise an die Küste des Eismeeres in Norwegen. Brita Caisa Seiparjærvi ist eine besonders schöne Frau mit aussergewöhnlichen Heilkräften und nicht verheiratet. Ihr älterer Sohn entstammt aus einer Beziehung mit einem verheiratetem Mann. Der Vater des kleineren Jungen verstarb früh, plötzlich und unerwartet. Der Pastor ihrer Kirchen-Gemeinde hat sie als unzüchtige Hure, Mutter von zwei unehelichen Kindern offen beschimpft, einer Kirchenstrafe unterzogen und blossgestellt.In ihrer Heimatgemeinde hatte sie nun mit ihren beiden Kindern keine glückliche Zukunft mehr zu erwarten.

Die Autorin beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, deren strenge Regeln uns kaum noch vertraut sind, die wir nicht akzeptieren. Auch Brita Caisa will sich den üblichen, damaligen Gepflogenheiten nicht fügen und bricht aus ihrem Leben aus. Sie hat ihren Söhnen zwar versprochen an der Eismeerküste zu heiraten, lernt aber den verheirateten Mikko kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und alles kommt anders, als dem grossen Jungen Aleksi und dem dreijährigen Heikki versprochen.

Der Roman erzählt in flüssigem und schön zu lesendem Ich-Stil vom Leben der Brita Caisa, ihrer Familie, den Bekannten und Freund*innen. Ich bin durch die Seiten geflogen und in ein ursprüngliches Leben in tiefen, dunklen Wäldern, Mooren mit Molte Beeren, Flüssen, Meeresküsten und eingeschnittenen Fjorden abgetaucht und war völlig gefesselt von dieser vergangenen, beschwerlichen Zeit. Der Duft von Holzfeuern aus einfachen Saunen, Tieren wie Schafen, Rentieren und von salzigen Meeres Brisen, getränkt mit Fischgeruch und dem Kreischen der Meeres Vögel entstand automatisch in meinem Kopfkino.  Ein Personenverzeichnis mit Namens Varianten in Finnisch und Norwegisch hat mir bei der Orientierung der vielen Personen und deren ungewöhnlicher Namen geholfen.Damals haben dort Volksgruppen wie Schweden, Norweger, Finnen,Samen,Russen miteinander gelebt und so die Finnmark bunt bevölkert.

Der wunderbare Schreibstil mit sehr poetisch verfassten Naturbeobachtungen hat mich verzaubert und sehr beeindruckt.  Der alte, mystisch angehauchte Volksglauben, die immerwährende Anwesenheit des *kleinen Volkes* mit seinen geheimnisvollen Besonderheiten und die Heilkraft der Brita Caisa bei Verletzungen und/oder Geburten, die sie aus der Natur und ihrem *inneren Wesen* zieht, haben mich fasziniert. Viele Ausdrücke und Lieder im Text eingestreut, in Original Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, oder einer Mischung konnte ich zwar nicht verstehen und/oder für mich übersetzen, haben mich aber trotzdem berührt und die Authentizität des Geschehens und des Textes unterstrichen.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch! Absolut lesenswert.  

Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-verlag für das gebundene  Print-Rezensionsexemplar.            

 



 

  

   


Mittwoch, 2. April 2025

*Hier Draussen* von Martina Behm - erschienen im dtv-verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

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Erschienen am 13.3.25

INHALT/KLAPPENTEXT: In Fehrdorf scheinen alle zu wissen, wo sie hingehören. Nur Ingo und Lara, die mit den Kindern von der Großstadt aufs holsteinische Dorf gezogen sind, haben Schwierigkeiten. Vor allem Ingo strapaziert die Pendelei zu seinem Start-Up nach Hamburg. Als er eines Abends eine weiße Hirschkuh anfährt, bringt das die gesamte Dorfgemeinschaft aus dem Gleichgewicht. Denn wer so eine tötet, heißt es, hat nur noch ein Jahr zu leben. Und plötzlich fragen sich auch der Dorfjäger, die Vorzeige-Landfrau und die Überbleibsel einer Öko-WG, ob sie das Landleben wirklich glücklich macht.

Martina Behm ist ausgebildete Journalistin, hat Volkswirtschaftslehre in Konstanz und Oxford studiert und lebt nach Stationen in Santiago de Chile und Hamburg wieder dort, wo ihre Wurzeln sind: in Schleswig-Holstein. Sie ist international als Strickdesignerin bekannt und Mutter zweier Teenager. ›Hier draußen‹ ist Martina Behms erster Roman.

Meine Meinung zum Buch:

Fehrdorf - ein fiktives Dorf, welches überall in Norddeutschland liegen könnte. Und doch ist dieser Ort absolut real bei mir im Kopf angekommen. Ich kenne ihn genau - aus Besuchen, Gesprächen mit Dorfbewohnern, persönlichen Verwandten, Beobachtungen der Natur, dem Verhalten und Denken seiner (meist) liebenswerten Einwohner. Ich bin gerne dort - im Urlaub - möchte aber irgendwann wieder abreisen in mein städtisches Lebensumfeld. Weg von unausgesprochenen Zwängen und Problemen, den dunklen Seiten eines anscheinend heilen Dorflebens, dem dort immer noch grasierenden Aberglauben, den Heimlichkeiten, den bösartigen Gerüchten und Nachreden. 

Die Autorin hat einen authentischen Roman geschrieben, den Leuten sozusagen  *aufs Maul geschaut* in ehrlicher und glaubhafter Recherche. Die Stimmen der Protagonisten hallen mit ihrer Ausdrucksweise immer noch in meinem Kopf wieder - es klingt fast so, als ob sie mit mir im Dialog sprechen würden. Viele Dorfbewohner sind mir ans Herz gewachsen, die junge Familie aus der Stadt mit ihren romantischen Vorstellungen von Lebenshilfe - die auch teilweise erfüllt werden. * Eine Hand wäscht eben die andere* . Man hilft sich im Notfall, steht zusammen für die Allgemeinheit, beim Helfen auf den Höfen bei Krankheit und Tod, beim Ausrichten von Festen für Kinder und die alten Dorfbewohner*innen. Da ist der gutmütige und stille, ledige Bauer Uwe Hennemann, der eine Freundschaft mit dem geschäftigen und gestresstem Städter und Start Up Unternehmer Ingo aufbaut, welcher die meditativen Ruhepausen mit Uwe auf dem Hochstand dringend braucht und geniessen lernt. Beide verbindet ein einschneidendes Erlebnis mit einer weissen Hirschkuh. Doch traurige Lebens-Schicksale und Ehen gibt es auch im Dorf. Thove leidet unter dem grobschlächtigen Bauern Enno, der sie einfach nicht wahrnimmt als Mensch,Ehefrau und Mutter seiner Kinder.

Das sind nur einige Charakter-Beispiele.  Der Roman ist sehr reich ausgestattet mit Lebensweisheit und Verständnis für alle Facetten unseres *Menschsein*. 

Diese vielen unterschiedlichen Charaktere hat die Autorin wunderbar und stilsicher ausgearbeitet und man fiebert und leidet mit ihnen, freut sich und empfindet Glücksgefühle bei kleinen gelungenen Lebensszenen. 

Ich gebe sehr gerne eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen und bedanke mich herzlich bei der Autorin und dem dtv-verlag für dieses bereichernde Leseerlebnis.           


Donnerstag, 20. März 2025

*Leben ohne Angst* von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer - erschienen im Ludwig Verlag

 

*Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

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Erschienen am 11.9.24

INHALT / KLAPPENTEXT: Angst verstehen, nutzen, überwinden – Ein Wegweiser für (mehr) Lebensfreude

Angst ist allgegenwärtig: Wirtschaftliche Unsicherheit, Kriege, ständiger Stress, Sorgen um unsere Gesundheit und unsere Zukunft – Ängste sind belastend, zermürben und rauben uns zunehmend die Lebensfreude.

Mit seiner langjährigen medizinischen Expertise, sehr persönlichen Erfahrungen und einfühlsamen Herangehensweise zeigt uns Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer einen Weg, wie wir diese Angst nicht nur verstehen, sondern wie jeder von uns sie auch produktiv nutzen kann. Mit individuellen Entlastungsstrategien können wir zurückgewinnen, was uns trotz allem gut leben lässt: Zuversicht, Selbstwirksamkeit und die pure Freude am Leben.


Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer ist einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands und emeritierter Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie der Universität Witten/Herdecke. Er lebt und arbeitet in Wattenscheid/Bochum. Seit Jahrzehnten setzt er sich für Aufklärung, Vorsorge und für ein langes und wohlbefindliches Leben ein. Er ist leidenschaftlicher Verfechter der Weltmedizin, einer Integration von Natur- und Schulmedizin inkl. der psychosomatisch-sozialen, der HighTech- und Umwelt-Medizin. 1997 gründete er das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum, Berlin und weiteren Städten. Grönemeyer ist nicht nur ein herausragender Arzt und Wissenschaftler, sondern auch Autor zahlreicher Bestseller. Seine Bücher wurden in rund 20 Sprachen übersetzt.


Meine Meinung zum Buch: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer hat diesen Ratgeber in drei Abschnitte verfasst unter folgenden Titeln: 

Diagnose    Was Angst mit uns macht, 

Ursachen   Was hinter der Angst steckt, 

Therapie    Wie wir die Angst an die Hand nehmen. 

Mit einem erklärenden VORWORT sowie FAKTEN, TIPPS UND ANTI-ANGST-HACKS,  rundet er diesen total gelungenen, sachverständigen, medizinischen Ratgeber ab. 

Ich möchte aber ausdrücklich davor warnen, wie es der Autor in seinem Buch auch schreibt,  Tipps und Vorschläge zur Therapie ohne ärztlichen Rat und Begleitung in alleiniger Verantwortung auszuprobieren. 

Mich hat das Buch sehr angesprochen und es hat mir Verhaltensweisen über verschiedene Angstphänomene  rational und einleuchtend erklärt. Seine Schreibweise ist sehr sanft , vorsichtig, flüssig zu erlesen und wohl  auf verschreckte Patienten abgestimmt, die hoffnungsfroh zu diesem Titel greifen. Einfühlsam erzählt Prof. Grönemeyer aus seinem Leben, speziell und sehr ehrlich auch aus der Kindheit, welche von diffusen Ängsten geprägt wurde wie Krankheit, Phobien, Panik und Tod.  

Im ersten und zweitenTeil des Buches werden medizinische Abläufe von Angsterkrankungen genau erklärt und den Leser*innen nahe gebracht. Zusammenhänge werden gut und genau erklärt und  sind im Quellenverzeichnis in den Anmerkungen abzurufen. Humorvoll streut der Autor immer wieder eigene Erfahrungen und Erlebnisse in all seine Texte ein. Das lockert diese schwierige Thematik ungemein auf und lädt immer wieder zum Schmunzeln und Nachdenken ein. 

Fortlaufend werden im dritten Teil des Ratgebers die Themen Stressreduzierung und Achtsamkeit besprochen und erklärt. Kleine, harmlos Ratschläge wie * den Kopf frei machen*, *Körperberuhigung durch Waldspaziergänge und Bewegung* sowie ein offenes und *vertrauensvolles Reden* mit Familie und Mitmenschen sind darunter. Es sind sicher keine Neuheiten die man erliest, aber in meinen Augen ist es wichtig immer wieder auf  diese einfachen Selbstregulierungsmassnahmen hinzuweisen und  diese in seinen Alltag einzubauen. 

Prof. Dr. Dietrich Grönenemeyer hat wieder einmal seinen Mitmenschen einen charmanten, liebevollen, dem kranken Menschen zugewandten Ratgeber verfasst, der einen Ehrenplatz im Buchregal verdient und eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen ist.  

Herzlichen Dank an den Autor und den Ludwig Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplars. 

 

 

Sonntag, 16. März 2025

*Die Stunde der Mauersegler* von Margarethe Adler - erschienen bei C.Bertelsmann

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

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Erschienen am 16.10.24 

INHALT/KLAPPENTEXT: Januar 1988. Als Familie Simon-Hauschke Ost-Berlin im Morgengrauen verlässt, liegt mehr als ein Jahr der Ausgrenzung hinter ihnen. Der größte Schlag: Sie dürfen nur zu dritt ausreisen, denn für Sohn Christian gilt der Ausreiseantrag nicht mehr … Viele Jahre nach der Wiedervereinigung kommt es auf einer Familienfeier zum Eklat: Zu viele Geheimnisse und Lügen haben sich in den Jahren der DDR, zur Zeit des Mauerfalls und in der Nachwendezeit angestaut, zu groß ist die Last des Schweigens. Erst Urenkelin Lou, die Journalistik-Studentin, beginnt, kritische Fragen zu stellen. Dabei muss sie erkennen, wie schwer es ist, den eigenen moralischen Ansprüchen gerecht zu werden.

Margarethe Adler, Jahrgang 1971, studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und absolvierte eine Drehbuchausbildung. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Autorin und Rechercheurin für Film und Fernsehen. Seit 2011 veröffentlicht sie sehr erfolgreich historische Romane, in deren Mittelpunkt selbstbewusste, autarke Frauen stehen.

Meine Meinung zum Buch:

Bei Familienfeiern treffen oft Personen aufeinander , die nur  einen bestimmten Lebensabschnitt miteinander geteilt haben. Jede*r sieht die Vergangenheit aus seiner Sicht und es kommt auch zu neuen Erkenntnissen und im besten Fall zu einem freundlichen  und liebevollen Austausch von Erinnerungen. 

Doch wie ergeht es  Familie Hauschke-Simon bei einem solchen Treffen, die in einer Diktatur vor Jahrzehnten zwei verschiedene Leben führen mussten? Damals gab es (hier in der ehemaligen DDR)  eine fast unausgesprochene Regel, dass nichts aus dem privaten Familienleben an die Öffentlichkeit dringen darf. Doch im öffentlichen Gesellschaftsleben verhalten sich die gleichen Familienmitglieder in einer Diktatur staatskonform , kritisieren das politische Leben und System nie und legen sogar ihre inneren Familienstrukturen dem Staat offen dar. Die Repressalien, denen Familien , die einen Ausreiseantrag vor der Maueröffnung gestellt haben, waren grausam, ungerecht und menschenfeindlich. Familie Hauschke-Simon ist diesen schweren Weg gegangen - aus Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung. Fast wären Familienmitglieder daran zerbrochen.  Finden sie nach Jahrzehnten wieder ehrlich und vertrauensvoll zueinander?

Dieser Thematik unserer deutsch - deutschen Vergangenheit hat sich die Autorin mit sorgfältiger, genauer Recherche und aus dem Hintergrund vieler Zeitzeugenbefragungen in ihrem Roman befasst. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, flüssig und kam sehr authentisch bei mir an. Sehr gut hat die Autorin dargestellt, daß Verhaltensweisen wie Schweigen, Lüge und Verdächtigung die Meinungs - und Redefreiheit, die Gedankenwelt auch im privaten Familienleben negativ beeinflusst haben. Von Generation zu Generation wurden  diese unguten Verhaltensweisen im privaten Familienleben weitergegeben.

Wie geht nun die Urenkelin Lou, in westlicher Freiheit und ohne staatliche Repressalien aufgewachsen,  mit diesen vergangenen Ereignissen um, die ihre Familie in Ost - und Westfragmente zerstört hat?  Sie erfährt wie schwer es ist während ihrer Recherchearbeit in alten Stasi Akten objektiv zu bleiben und die sogenannte Wahrheit zu erkennen. Gibt es sie überhaupt?

Dieser Roman ist eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen.

Vielen Dank an die Autorin und den C.Bertelmann Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar!


 

Donnerstag, 6. März 2025

*Wildhonig* von Jodi Picoult und Jennifer Finney Boylan - erschienen bei C.Bertelsmann

*Werbung, unbezahlt*

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Erschienen am 30.5.24

INHALT/KLAPPENTEXT: Olivia McAfee hätte nie gedacht, je wieder in ihre verschlafenen Heimatstadt in New Hampshire zurückzukehren, in das Haus ihrer Kindheit. Doch als ihr Mann, ein brillanter Chirurg, seine dunkle Seite offenbarte, war die Flucht dorthin für sie und ihren Sohn Asher die einzige Wahl. Sie fassen schnell Fuß, Olivia übernimmt den Imkereibetrieb ihres Vaters, und Asher verliebt sich in Lily, die wie er neu an der Schule ist. Lily erwidert seine Liebe, allerdings trägt sie ein Geheimnis mit sich herum, und sie ist sich nicht sicher, ob sie Ash wirklich alles anvertrauen kann. 


Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Lily ist tot, und Asher wird von der Polizei verhört. Olivia ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt. Aber in Ash schlummern auch Anteile seines Vaters. Als sich der Verdacht gegen ihn verhärtet, merkt sie, dass er etwas verbirgt ...

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie neunzwanzig Romane, von denen viele auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste standen. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem renommierten New England Book Award. Jodi Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

Jennifer Finney Boylan schrieb zahlreiche erfolgreiche Romane und Artikel für die New York Times. Sie war Anna Quindlen Writer-in-Residence am Barnard College und von 2022 bis 2023 Fellow an Radcliff Institute for Advances Study der Harvard University. Zudem ist sie eine bekannte Menschenrechtsaktivistin und Kuratorin des PEN America. Mit ihrer Frau Deedie und ihren beiden Kindern lebt sie in New York City und in Belgrade Lakes.


Meine Meinung zum Buch:  

Olivia McAfee kehrt mit ihrem Sohn Asher in ihr Elternhaus in New Hampshire zurück und kümmert sich dort um die Bienen, wie sie es seit ihrer Kindheit gewohnt ist und  immer geliebt hat. Die beiden fliehen aus einer gewalttätigen Familienbeziehung, ausgelöst durch Olivias Ehemann, einen erfolgreichen Chirurgen, den Vater von Asher.  Der junge Asher findet sofort Anschluss in einem Eishockey Team  und verliebt sich in die Schulkameradin Lily. Plötzlich gerät Asher in eine gefährliche Situation. Lily wird tot aufgefunden und Asher wird in diesen Tötungsdelikt verwickelt. Olivia glaubt an die Unschuld ihres Sohnes. Es folgt ein dramatisches Gerichtsverfahren. Auch der Vater von Asher , ein bekannter Chirurg taucht wieder auf. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter diesem Mord an Lily? Diese Ereignisse beschreiben die beiden Autorinnen aus unterschiedlichen Sichtweisen und sehr genau. 

In schöner Regelmässigkeit erschienen in den letzten Jahren, ja gar Jahrzehnten,  die packenden  Romane von Jodi Picoult und ich habe sie meist mit Begeisterung gelesen. Doch diesmal war etwas ein wenig anders bei diesem Buch und ich habe mit Erstaunen wahrgenommen, dass die Autorin diesen Roman in einer Gemeinschaftsarbeit mit Jennifer Finney Boylan erstellt hat. Beide haben diesen Roman gemeinsam während der Pandemie verfasst - jeweils eigene Motive und Gedanken dazu finden sich im Anhang des Buches. Nette Rezepte aus *Olivias Notizbuch* und *Ashers Rechenheft* füllen die letzten Seiten. 

Ich habe mich etwas schwer getan die fünfhundertachtundfünfzig Seiten immer aufmerksam und begeistert zu verfolgen. Es geht um die Imkerei, deren Ausführungen  und Erklärungen  dazu liegt wohl eine sehr sorgfältige Recherche zu Grunde - für mich fast ein wenig zu ausschweifend, wobei ich diese Thematik, vor allem Honig , sehr gerne mag. Das Buch hat zusätzlich einige Längen, die man bewältigen muss. Die Geschichte wird abwechselnd aus Olivias und Lily Sicht geschildert. Ein Geheimnis wird angedeutet und nur Asher wird es durch die enge Freundschaft zu Lily aufklären können. Das folgende Gerichtsverfahren erinnert zuverlässig an viele bekannte Romane der Jodi Picoult, in denen auch jemand angeklagt wurde. Trotzdem schafft sie es immer die Leser*in durch ihre flüssige und nie langweilige Schreibkunst an ihre Bücher zu fesseln. So war es auch in *Wildhonig*. 

Lasst euch in diese Geschichte  hineinziehen - aktuelle Themen wie  die sexuelle Orientierung junger Menschen und Geschlechtsumwandlungen bieten trotz einiger Längen im Buch ein spannendes Leseerlebnis. 

Meine Bewertung : VIER **** Sterne !

Herzlichen Dank an die beiden Autorinnen und den C.Bertelmann Verlag für das Rezensionsexemplar.  



 

Dienstag, 11. Februar 2025

*Der Tag, an dem die Hummer wiederkamen* von Cilla & Rolf Börjlind - erschienen im btb Verlag

 *unbezahlte Werbung*

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Erschienen am:

13.11.2024

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Sieben Menschen suchen ihr Glück in einem kleinen schwedischen Dorf am Meer.

An einer abgelegenen Bucht an der Westküste Schwedens liegt ein Dorf mit dem sprechenden Namen Schattenseite. Da der Ort von hohen Bergen umgeben ist, erreicht ihn die Sonne nur alle fünf Jahre. Ein astronomisches Phänomen, das genau zum Zeitpunkt auftritt, als diese Geschichte spielt. Wir schreiben das Jahr 1960. Unberührt vom Lauf der Zeit scheint das Leben in Schattenseite seinen Weg zu gehen. Die sechs Freunde Märta, Malte, Gustav, Picasso, Inka und Columbus waren eigentlich schon immer hier. Doch wenn sie ehrlich sind, passiert nichts wirklich Aufregendes mehr, seit die Hummer vor Jahren – warum, weiß niemand so genau – die Bucht verlassen haben. Dies ändert sich schlagartig, als eines Tages ein geheimnisvoller junger Mann auftaucht und behauptet, sein Name sei Georg von Nichts ...

Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Ihre Serie um Polizistin Olivia Rönning und Kommissar Tom Stilton wurde sehr erfolgreich für das ZDF verfilmt. Die Kriminalromane sind Bestseller und erscheinen in 30 Ländern.

Meine Meinung zum Buch: 

Das ansprechende Cover mit dem hübschen und hoffnungsfrohen Titel hatte mich zu diesem Buch geführt. Ich hoffte auf einen romantischen  Feel-Good-Wohlfühlroman  in  vierhundertfünfzig Seiten. Leider haben die beiden Autor*innen  mit ihrem neuen Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen können.  

Ein fast zu laxer Schreibstil hatte Mühe meine Aufmerksamkeit auf Dauer zu fesseln. In relativ kurzen Kapiteln gibt es zwar einige humorige Szenen , Beschreibungen von aussergewöhnlichen Menschen, die wohl alle aus der fiktiven Wunsch-Fantasie-Welt der beiden Filmemacher*innen stammen.  Die skurrilen Charaktere der sieben Freunde des Ortes *Schattenseite* sind eigenartig zusammengestellt und konnten mich nur ab und zu in ihre Welt- und Wervorstellungen ziehen und zum Lächeln bringen. Märta, Malte, Gustav, Picasso, Inka und Columbus — auch genannt der Erbsenclub - sind schon ein komisches Gespann. In diese ungewöhnliche Freundes-Gemeinschaft taucht *Georg von Nichts* ein, der alle mit einem verschlossenem  Karton und seinem geheimnisvollen Lebenserzählungen verzaubert und neugierig macht. Thematisch geht es bei jedem der oben genannten Freunde in ihren Darstellungen durch die beiden Autor*innen um Liebe, Freundschaft, Vergangenheit, Zukunftsvorstellungen, Traumata, Sehnsüchte, Hoffnungen und Gewohnheiten.

Ich war  nicht verzaubert, sondern eher gelangweilt und musste mich durch diese Geschichte mit viel Mühe und Fleiss lesen. Es entwickelte sich eine farbige und unwahrscheinliche Fiktionsgeschichte in meinem Kopf, die ich nicht wirklich ernst nehmen konnte. 
Aber auch dieses Buch wird seine Leser*innen finden und mit drei *** Sternen bewertet, ist es ein *gutes Buch*. 
Für mich war es leider nicht die perfekte und begeisternde Lektüre!

Herzlichen Dank an die beiden Autor*innen und den btb-Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar. 

   

Freitag, 7. Februar 2025

*Stadt der Hunde* von Leon de Winter - erschienen im Diogenes Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Hardcover Leinen

272 Seiten 

erschienen am 22. Januar 2025 

978-3-257-07281-5 

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INHALT/KLAPPENTEXT: Der renommierte niederländische Gehirnchirurg Jaap Hollander ist im Ruhestand, aber Ruhe findet er nicht. Seit seine Tochter zehn Jahre zuvor in Israel verschwunden ist, kehrt er jedes Jahr nach Tel Aviv und in die Wüste Negev zurück. Diesmal wird er dort unversehens gebeten, eine äußerst riskante Gehirnoperation durchzuführen. Er sagt zu, obwohl die Erfolgsaussichten verschwindend gering sind. Nicht nur das Leben seiner mächtigen Patientin hängt von der Operation ab, vielleicht eröffnet sie ihm sogar eine neue Spur zu seiner Tochter.

Leon de Winter, geboren 1954 in ’s-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden, arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher und lebt in den Niederlanden. 2002 erhielt er den ›Welt‹-Literaturpreis, 2006 die Buber-Rosenzweig-Medaille für seinen Kampf gegen Antisemitismus, und 2009 wurde er mit dem Literaturpreis der Provinz Brabant für ›Das Recht auf Rückkehr‹ ausgezeichnet. Seine Romane wurden in 20 Sprachen übersetzt, zuletzt erschienen bei Diogenes ›Ein gutes Herz‹ (2013) und ›Geronimo‹ (2016).

Auszeichnungen

 Literaturpreis der Provinz Brabant (›Schrijversprijs der Brabantse Letteren‹) für Das Recht auf Rückkehr, 2009

 Buber-Rosenzweig-Medaille, 2006

 WELT-Literaturpreis für sein Gesamtwerk, 2002

 ›Welt-Literaturpreis‹ für Leon de Winter: »Die Jury ehrt Leon de Winter für seine so komplex wie spannend angelegten Romane, die am Beispiel meist jüdischer Protagonisten hochkomisch und psychologisch einfühlsam vom Getriebensein des modernen Menschen erzählen. Sein Schreiben zeichnet sich durch einen souveränen Wechsel von Nähe und Distanz im Hinblick auf seine Figuren aus, durch ein meisterliches Gespür für pointierte Dialoge, durch die gekonnte Verknüpfung verschiedener Haupt- und Nebenhandlungen, die seine Bücher so komplex wie spannend machen. Er wird für sein Gesamtwerk geehrt.«, 2002

 ›Reina Prinsen Geerlings-Preis‹ für De (ver)wording van de jongere Dürer, 1978

Verfilmungen

 SuperTex, Jan Schütt, 2003

 Der Himmel von Hollywood, Sönke Wortmann, 2001

 Hoffmans Hunger, Leon de Winter, 1993


Meine Meinung zum Buch: 

Jaap ist ein begnadeter Arzt und Wissenschaftler. In der Neurochirurgie weltweit einfach der Beste! Im Privat- und Familienleben läuft es allerdings nicht so gut und glatt  für ihn, den Sohn des Ölhändlers aus Holland.  Seine Emotionen gegenüber Frau und Tochter Lea sind kühl, abgeklärt - er tut sich schwer mit einer warmherzigen und ehrlichen Liebe  und Beziehung zu ihnen. Er begehrt viele attraktive Frauen und sie begehren ihn - den berühmten  Gehirnchirurgen. 

Das Ehepaar verliert die Tochter tragisch und unerwartet in der Wüste Negev in Israel  durch einen Unglücksfall, als Lea mit einem Freund dort auf der Suche nach ihren jüdischen Wurzeln war. Die Ehe zerbricht, Jaap ist nun im Ruhestand. Er reist jedes Jahr nach Tel Aviv  und in die Wüste Negev, in der vagen Hoffnung eine lebende Tochter wiederzufinden. Plötzlich bekommt er trotz Ruhestand die medizinische Anfrage eines arabischen Herrschers . Jaap wird gebeten der Tochter und jungen Prinzessin Noora einen komplizierten Hirntumor zu entfernen. Jaap sagt zu - der israelische Staat ist auch involviert und unter grösster Geheimhaltung beider, eigentlich verfeindeter Staaten,  wird der Eingriff in die Wege geleitet. 

Diese Lektüre hat mich unglaublich gefesselt und ich habe sie fast ohne Pause gelesen. Die anfängliche Beschreibung des Charakters von Jaap hat einen grossen Raum eingenommen und war sehr wichtig zum Verstehen des weiteren Geschehen. Jaap war mir zu Beginn des Romans nicht sympathisch. Seine kühle Denk - und Lebensweise wurde vom Autor klar, ehrlich, nicht wertend dargestellt. Diese Wahrheiten und unausgesprochen Ereignisse sowie die Entwicklung des Romans  so zu beschreiben, dass man vieles klar nur zwischen den Zeilen erlesen kann - ist eine grossartige Schreibkunst. Der Einblick in die Neurochirurgie war spannend und ich habe um das Leben von Noora gebangt - doch dann geschahen so viele dramatische Ereignisse, die ich nicht schildern möchte und kann, um hier nicht zu Spoilern. Geld-Vermögen sowie die politische Situation in nahen Osten zwischen Israel und den arabischen Staaten spielen eine beeindruckende Rolle. Das kann ich andeuten. Aber ist das Fiktion oder Wirklichkeit ? Oder gar beides? Oder trifft es gar nicht zu? Viele neue Fragen sind  mir beim Lesen des Buches in den Sinn gekommen und die Antworten fallen bestimmt für jeden Menschen anders aus.  

Die bunten Einblicke des Autor's in das lebhaft sprudelnde Grossstadtleben von Tel Aviv haben mich begeistert. Die Suche nach der nun doch schmerzhaft vermissten Tochter Lea in Jaap's letztem Lebensabschnitt des Ruhestands  nimmt einen wichtigen und bedeutenden  Raum im Roman ein.  Die aufkommende Freundschaft zwischen Jaap und dem Hund Avi bringt diesen Roman weiter in eine ganz neue , fast spirituelle Dimension.......

Es ist ein fantastisch verfasstes Buch und  ich spreche gerne eine absolute Leseempfehlung mit fünf ***** Sternen aus. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!   


Mittwoch, 22. Januar 2025

*Die heilende Kraft des Vagus* - von Maximilian Moser - erschienen im ecoWing Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Verlagslink

Erschienen am 9.1.25

Inhalt/klappentext: Wie Sie den Vagusnerv stimulieren und gesünder leben 

Er ist der längste Nerv in unserem Körper: Der Vagusnerv reguliert das Immunsystem und ist das zentrale Kommunikationsorgan zwischen dem Gehirn und den Organen, aber auch zum Mikrobiom, den nützlichen Bakterien des Menschen. Die Erforschung seiner Bedeutung für unsere Gesundheit führt zu erstaunlichen Erkenntnissen. In diesem Buch finden Sie dieses Wissen und die Wege, wie Sie es für Ihre Gesundheit nutzen können.

- Umfassendes Sachbuch mit vielen Tipps zur Stärkung Ihrer Gesundheit

- Weniger Stress, mehr Resilienz und ein starkes Immunsystem: Alltagstaugliche Methoden und praktische Übungen für den Vagusnerv

- Wege zur ganzheitlichen Gesundheit durch ein besseres Verständnis des „Selbstheilungsnervs“

- Der Vagus und seine Bedeutung: Wie er zur Verbesserung von Entzündungen sowie psychischen und chronischen Erkrankungen beitragen kann

- Ein Buch für alle, die ihr Leben ganzheitlicher und gesünder gestalten möchten

Der Wert des Summens, der Klang der Stille und der Tanz des Herzens: Ein starker Vagusnerv für Gesundheit und Wohlbefinden

Die Bedeutung des Vagusnervs ist so vielfältig und komplex wie die Gesundheit selbst. Der international anerkannte und erfahrene Professor Maximilian Moser erforscht seit 30 Jahren das vegetative Nervensystem, insbesondere den Vagusnerv und seine Funktion sowie damit verbundene Therapien.

Erfahren Sie, wie Sie mit diesem Wundernerv Ihr Immunsystem stärken, Ihre Gesundheit verbessern und Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren können.

Univ.-Prof. Maximilian Moser, geboren 1956 in Klagenfurt, ist Physiologe und Chronobiologe. Bis 2021 war er Professor an der Medizinischen Universität Graz, heute leitet er das Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung in Weiz. Seit 30 Jahren erforscht er in zahlreichen Projekten das vegetative Nervensystem und die Wirkungen des Vagusnervs auf die Gesundheit des Menschen. Maximilian Moser ist Bestseller- und Longsellerautor und in internationalen Forschungsprojekten tätig. 

Meine Meinung zum Buch: (Alle Tipps und Infos von mir sind ohne Gewähr) !

Mit sehr grossen Interesse bin ich dem neuen Buch von Uni.-Prof. Maximilian Moser gefolgt und konnte tatsächlich für mich ganz persönlich viele Ratschläge verinnerlichen und sogar teilweise umsetzen. 

Der Vagusnerv,  auch *Wundernerv* umgangssprachlich gern genannt, ist unser größter Körpernerv.  Er verantwortet so viele unterschiedliche Funktionen, die immer noch nicht von der Wissenschaft vollständig erforscht wurden. 

Uni.-Prof. Maximilian Moser  hat sich diesem komplexen Thema in seinem neuen Buch gewidmet und erklärt gut verständlich , auch für Laien, seine Funktionen und gibt Infos zu diesem Nerv, der zum Beispiel auch für das Altern verantwortlich ist. 

Der Untertitel *Wie uns der Wundernerv Entspannung und Gesundheit schenkt* erklärt gut vorausschauend worum es ihm bei diesem Buch geht. 

Folgende Kapitelüberschriften bilden eine wichtige Einführung und sollten genau gelesen werden , bevor man sich die Übungen zur Aktivierung der Selbstheilung anschaut - oder gar umsetzt. 

Die Erforschung des vegetativen Nervensystems

Die vernachlässigte Kraft des Schlafs

Exkurs: Rhythmus und Vagus

Die heilende Kraft des Vagus

Psyche und Vagus - mentale Übungen zur Vagusstärkungund zum Aufbau einer resistenten Gesundheit

Atemübungen und Vagusstimulation

Entschleunigung und Vagus

Ernährung und Vagus

Was können Sie tun, um diese neuen Erkenntnisse für ihre persönliche Gesundheit einzusetzen?


Im Anhang des Serviceteil finden sich wertvolle Informationen und Adressen über vagusfördernde Lebensmittel und Pflanzen für den Garten oder Balkon . Eine ansprechende und sympathische  Danksagung, sowie Anmerkungen über benutzte und weiterführende Literatur schliesst dieses kleine, wertvolle Schatz-Büchlein für die eigene Gesundheitsfürsorge ab. Ich bin zu der persönlichen Erkenntnis  gekommen, dass für mich eine gute Schlafvorsorge und regelmässige Atemübungen nun zu meinem Alltag gehören werden. Eine gute und gesunde Ernährung, wie von Uni.-Prof. Maximilian Moser empfohlen und beschrieben gehört natürlich dazu, um ein gut funktionierendes  Immunsystem, welches eng mit dem Darmbiom verknüpft ist, zu erhalten. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne !


Herzlichen Dank an den Autor und den ecoWing Verlag für dieses wertvolle gebundene Rezensionsexemplar.