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Montag, 28. Oktober 2019

*Drei* von Dror Mishani, erschienen im Diogenes Verlag

Hardcover Leinen 
336 Seiten 
erschienen am 01. September 2019 
*Werbung, unbezahlt*
Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext:
Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.

Der Autor Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, wurde mit seinen Kriminalromanen rund um Inspektor Avi Avraham international bekannt. Neben dem Schreiben ist er Literaturwissenschaftler, sein Spezialgebiet ist die Geschichte der Kriminalliteratur. Mit ›Drei‹ gelang Dror Mishani der Durchbruch, der Roman wurde in Israel zu einem Mega-Bestseller und einem literarischen Phänomen, eine Verfilmung ist geplant. Dror Mishani lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.


Meine Meinung: Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen und zwar durch die intelligente und anspruchsvolle Schreibweise des bekannten Autors. Das allgemeine Gesellschaftsleben, die israelische Mentalität hat er mit Hilfe der Durchleuchtung und Darstellung der Charaktere der drei Hauptprotagonistinnen mit psychologischer Raffinesse sehr deutlich aufgezeigt . Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Abschnitt lernen wir als Leser*innen Orna kennen. Sie ist eine alleinerziehende, unsichere junge Frau und Mutter, die sehr unter den Scheidungsabsichten ihres Mannes Ronen leidet. Ihre Gedanken und Sorgen drehen sich fast nur um den gemeinsamen Sohn Eran und das Zerbrechen ihrer Ehe. Sie liebt den Sohn über alles und versucht , ihm die Trennung des Vaters von der Familie erträglich zu gestalten. Ein Psychologe betreut das Kind zusätzlich. Doch plötzlich tritt Gil in ihr Leben, der sie gleichzeitig anzieht und abstößt,,,,ihr Hoffnung auf eine neue Liebe, Zuneigung und Verstehen gibt.


Der zweite Teil zeigt uns den Charakter der verlorenen Emilia, einer Migrantin aus Lettland, die in der Alten- und Familienpflege arbeitet. Die Religion zeiht sie magisch an, aber sie hat ein Sprach Handicap - Hebräisch ist für sie immer noch eine Fremdsprache. Sie lernt ebenfalls Menschen kennen , die sie missachten und manchmal beachten, vielleicht sogar lieben - doch auch sie bekommt  Hoffnung auf ein besseres Leben  - vermittelt durch den smarten  Rechtsanwalt Gil. 


Auch die junge , energische Ella, Mutter von drei Mädchen , die fest und sicher in ihrer Beziehung steht, lässt sich trotzdem auf eine zärtliche Beziehung zu Gil ein. Sie erwartet dadurch Ablenkung, Verstehen und Trost in ihrer Situation als überforderte junge Mutter, innere Nähe zu ihm. 


Der erste Teil des Buches hat mich deutlich mehr beeindruckt als die folgenden Teile. Die Spannung wurde langsam , aber deutlich aufgebaut und meine Neugier wurde angestachelt. Trotzdem entstand in mir eine Ahnung des weiteren Geschehen, die sich dann auch bewahrheitet hat. Diese harmlosen  Beziehungsgeschichten und Charakterbeschreibungen der Protagonisten bekamen plötzlich eine ganz andere Färbung und sind in eine gefährliche und undurchsichtige Richtung abgedriftet. Lügen, Selbsttäuschung und überzogene Erwartungen an sich selber, aber auch fehlerhafte Beurteilungen des Verhaltens anderer Menschen ,  füllen das Buch.  Mehr kann und möchte ich hier nicht verraten. 

Meine Bewertung: VIER **** STERNE  für dieses interessante Buch!


Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar. 


Dienstag, 22. Oktober 2019

*Südlichter* von Nina George, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Infos zum Buch und Verlag!

Inhalt/ Klappentext:

Mit ihrem neuen Roman schenkt uns Bestseller-Autorin Nina George das Buch, das Monsieur Perdus Anker im Leben ist und ihm auf seiner Reise den Weg weist: »Südlichter« ist eine Geschichte über die Liebe in all ihren wunderbaren Gestalten. Es ist ein Märchen und ein Trostbuch, wie ein Spaziergang vorbei an Cafés und beleuchteten Fenstern und dem weiten Horizont, so weich im südlichen Licht der Provence, und hinter jedem Gesicht eine unerzählte Sehnsucht nach dem unbedingten Leben.
Jetzt, endlich, können wir die ganze Geschichte der Liebe lesen.

Die mehrfach ausgezeichnete internationale Bestsellerautorin Nina George, geboren 1973 in Bielefeld, schreibt seit 1992 Romane, Sachbücher, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten, Blogs und Kolumnen. Ihr Roman Das Lavendelzimmer wurde in 36 Sprachen übersetzt und eroberte weltweit die Charts, so etwa die New York Times-Bestsellerliste in den USA. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jens J. Kramer, schreibt Nina George als Jean Bagnol Provencethriller. Sie lebt in Berlin und in der Bretagne. Seit Juni 2019 ist Nina George Präsidentin des European Writers' Council, dem Dachverband von 38 europäischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverbänden.


Meine Meinung:  

"Es ist was es ist sagt die Liebe" Das ist ein Auszug aus dem Gedicht "Was es ist" von Erich Fried, welches mich immer schon sehr beeindruckt hat. Das neue vorliegende Buch *Südlichter* der bekannten und erfolgreichen Autorin Nina George folgt diesem Ausspruch mit ihren fast poetisch angehauchten Texten. Die Liebe kommt in diesem Buch immer wieder zu Wort, ist eine Haupterzählerin, ärgert sich über ihre Konkurrenten, die Eifersucht, den Neid, die Missgunst und viele andere schlechte menschliche Eigenschaften. 

Nina George entführt den Leser in die bezaubernde Provence mit seinen Gerüchen nach Lavendel , den strahlenden Farben der Landschaft, und köstlichen Gourmet Rezepten zusätzlich in die Welt der Literatur ein.  Francis Meurienne, seine Frau Elsa und deren 12 jähriges Ziehkind Marie-Jeanne leben in dieser Welt und haben sich mit dem Gründen  ihrer Überlandbibliothek einen literarischen Traum erfüllt.  Francis versucht unermüdlich Land-Menschen für Bücher zu interessieren. Erstaunlich und erfreulich, dass durch seine Bemühungen viele Klassiker nun von einfachen und bodenständigen Lesern erobert werden.  Elsa und Marie-Jeanne helfen ihm bei seiner Passion , alle werden beobachtet von der Liebe  und ihren Kommentaren zu den Handlungen.
Marie-Jeanne ist ein besonders ausgesuchter Lieblingsmensch der Liebe.  Sie besitzt die geheimnisvolle Fähigkeit  ein Leuchten, welches jeden Menschen umgibt, zu sehen und zu deuten. 

Der Schreibstil der Autorin ist romantisch, poetisch, verspielt, ja gar zärtlich zu beschreiben. Ein Märchen für erwachsene Leser. Manchmal auch etwas schwierig und um Aufmerksamkeit heischend in verschachtelten Satzkombinationen. Das Buch verzaubert und regt die eigene Phantasie an. Ein ausserordentlicher Lesegenuss für romantisch veranlagte Leser*rinnen. 

Zitat auf Seite 80 zu finden: " Bücher machen Menschen zu Zeitreisenden, Gestaltwandlerinnen, Körpertauscherinnen, Gedankenlesern und Unsterblichen ; Bücher sind folglich die letzte verbliebene , große Alchemie unserer Zeit.  Gefährlich, gefährlich, gefährlich. "

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch! 

Vielen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für dieses schöne gebundene Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 16. Oktober 2019

*Sehnsucht nach St. Kilda* von Isabel Morland, erschienen im Knaur Verlag

Verlag: Knaur TB, Knaur eBook Erscheinungstermin: 04.11.2019 Lieferstatus: Verfügbar 400 Seiten ISBN: 978-3-426-52422-0 (Taschenbuch) ISBN: 978-3-426-45517-3 (E-Book)
*Werbung, da unbezahlt*
Infos zur Autorin und zum Verlag!

Isabel Morland wurde 1963 in Bamberg geboren und wuchs in einer literaturbegeisterten Familie auf. Nach verschiedenen selbstständigen Tätigkeiten und Auslandsaufenthalten studierte sie Kommunikationswissenschaften. Sie arbeitet freiberuflich als Trainerin und Coach. Sie brachte zunächst ihre vier leiblichen Kinder zur Welt, bevor sie sich ihren geistigen Kindern widmete und, angeregt durch die vielen Reisen, zu ihrer ursprünglichen Leidenschaft, dem Schreiben, zurückkehrte.

Diverse ausgedehnte Aufenthalte auf entlegene und verlassene schottische Inseln inspirierten sie zu einem Romanzyklus über die faszinierende Landschaft und Lebensweise der Menschen auf den Hebriden. Seelisch in Schottland verwurzelt, lebt sie mit ihrer Familie in ihrer fränkischen Heimat. Neben ihrer Liebe zum Schreiben hält sie als Hobbyfotografin die Stimmungen der Landschaften ihrer Romane fest.

Klappentext/Inhalt:

Als die 83-jährige Annie McViccar am Strand einen Sluagh sieht – einen Vogelschwarm, der nach altem Glauben aus den Seelen Verstorbener besteht –, weiß sie, dass es an der Zeit ist, einen Schwur einzulösen. Denn vor beinahe 90 Jahren – am Tag der Evakuierung St. Kildas, als sie ihre Heimat für immer verlassen mussten – hat sie einem Jungen ein Versprechen gegeben …
Wenig später erreicht Annie eine Nachricht ihrer Enkelin Rachel: Nach drei schweren Schicksalsschlägen bittet Rachel darum, mit ihrem Sohn Sam zu Annie ziehen zu dürfen. Sam ist fasziniert von seiner Urgroßmutter und will alles über das Leben auf St. Kilda wissen. Für Rachel dagegen ist die Insel nur ein abweisender Fels im Meer, der nur noch von Vögeln bewohnt wird.
Bis Annie ihr für einige Wochen einen Job bei der Verwaltung St. Kildas besorgt. Zusammen mit einigen Helfern soll Rachel für den National Trust Gebäude instandsetzen. Nach und nach nehmen die schroffe Schönheit der Insel und ihre bewegende Geschichte Rachels Herz gefangen. Und sie ist nicht die Einzige, die in den hellen Nächten keinen Schlaf findet und dem Lied St. Kildas lauscht: Da ist auch noch der weltbekannte Fotograf Ailic, der hinter seiner Maske einen tiefen Schmerz verbirgt …

Meine Meinung: Zwei Frauen, zwei unterschiedliche Leben in zwei unterschiedlichen Zeiten - und doch sind sie unzertrennlich miteinander verbunden! Mein drittes Buch dieser Autorin, sowie meine Erwartungen darauf, haben mich nicht enttäuscht, sondern begeistert und ich konnte mich ihrem faszinierendem und fesselndem Schreibstil kaum entziehen. Das Buch wurde schnell von mir beendet und ich war ziemlich traurig, dass dieses Leseerlebnis nun vorbei war.  Auch dieser Roman besticht durch seine atmosphärischen und gefühlvollen Beschreibungen vom Atlantik, den Menschen der Hebriden, zwei Erzählsträngen.  Vom HEUTE UND JETZT LEBEN einer jungen Frau, dem  kleinen Sam und ihrem Lebensschicksal, sowie durch die Schilderungen der Urgrossmutter Annie aus einer vergangenen Zeit (1930) von der schottischen Hebriden-Insel St. Kilda.

Ich hörte beim Lesen förmlich das Kreischen der Seevögel an den steilen Klippen des Eilands, den Wind und hatte den unvergleichlichen Geruch eines Torffeuers in der Nase. Sicher ist das sehr romantisch gesehen, denn dieses Leben dort, mitten im brausendem Atlantik, war alles andere als gemütlich. Es war hart, gefahrvoll und entbehrungsreich. Eine eingeschworene Gemeinschaft von Menschen, die seit ewigen Zeiten  aufeinander angewiesen waren und sehr oft gehungert haben. Das Meer hat ihnen ihre Lebensgrundlage geschenkt - und auch oft genommen , durch Unfälle von Mensch und Tier an den Klippen bei rauher See, Sturm und Wind. Aber sie waren glücklich als Selbstversorger,  die Erwachsenen, die Kinder, wie auch die Protagonisten Annie und Finley. Die Beschreibungen dieses Erzählstranges empfand ich als besonders wertvoll und stimmig erzählt. Die Autorin hat sehr präzise Recherchearbeit geleistet über die damaligen Lebensumstände auf den Hebriden. Auch ein wenig Mystik aus alten Geschichten und Legenden hat Isabel Morland geschickt mit ihrer ganz eigenen, traumhaften Erzählweise in das Geschehen eingebunden.

Spannend sind immer wieder die Gedanken und Erlebnisse der jungen Rachel auf St. Kilda, die dort eine zeitweilige Beschäftigung gefunden hat, dort auf den Spuren und mit den Erzählungen ihrer Urgrossmutter im Kopf wandelt. Rachel trauert seit Jahren um ihren geliebten, früh verstorbenen Ehemann. Sie findet dort Ruhe und Halt auf St. Kilda, in der harmonischen Gemeinschaft der anderen Helfer, die dort für den National Trust forschen und arbeiten. Zwei kleine Liebesromanzen würzen dieses Buch zusätzlich mit einem ganz besonderem zärtlichem Flair. 

Danke liebe Isabel Morland für dieses wunderbare Leseerlebnis!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch! 

Donnerstag, 3. Oktober 2019

*LEBEN SCHREIBEN ATMEN* von Doris Dörrie, erschienen im Diogenes Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
288 Seiten
erschienen am 01. September 2019

978-3-257-07069-9

Verlagsinfo zum Buch !

Inhalt/Klappentext: Schreiben heißt für Doris Dörrie, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen. Wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt. Oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Es ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Doris Dörrie denkt in diesem einzigartigen Buch über das autobiographische Schreiben nach, gibt Tipps und kreative Anleitungen. Und sie legt gleich selbst los und erzählt hinreißend ehrlich von ihrem eigenen Leben.

Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Spielfilm ›Kirschblüten und Dämonen‹) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München ›creative writing‹ und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München.


Meine Meinung: Ein kleines Buch im bekannten Diogenes -Layout von zweihunderteinundsiebzig Seiten  - und so ein grosses Lesevergnügen hat es mir bereitet. Dieses Buch hat mich bereichert, ermutigt und viele neue Aspekte geschenkt zum Verfassen von eigenen Schreibtexten. Ihr Rat lautet: Schreibe jeden Tag zehn Minuten . Nicht mehr. Lass alles aus Deinem Kopf sprudeln, was dort gerade an Gedanken vorhanden ist!


 *Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen* ist ein von mir geliebtes Zitat von Mark Twain. Danach habe ich immer schon versucht zu handeln, aber der Tipp von Doris Dörrie hat mich noch einmal ermutigt zum hemmungslosen Freilassen der Wörter. Sie erzählt in ihrem neuen Buch aus ihrem Leben, ihren  Begegnungen und Erfahrungen mit Mitmenschen, Familie, Freunden, ungeliebten Personen und vielem mehr. Schnell konnte ich durch dieses Buch eilen und habe begierig alle Infos aufgesaugt und versucht zu verinnerlichen. An meinen Arbeitsplatz liegt nun ein kleines hübsches Tagebuch, in dem ich jeden Tag meine Gedanken notieren werde. 

Danke Doris Dörrie für diesen feinen Ratgeber !

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses grossartige Buch!