Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
Mittwoch, 1. April 2026
*Sanditz* von Lukas Rietzschel - erschienen im dtv-Verlag
Dienstag, 24. März 2026
*Der Duft des Strandhafers* von Gabriella Engelmann - erschienen im Knaur Verlag - Zweiter Teil der Dilogie *Die Bücherfrauen von Listland*
INHALT/KLAPPENTEXT: Vor Jahrzehnten verschwand Fenja Lorenzens ältere Schwester spurlos. Jetzt wird sie endlich erfahren, was damals wirklich geschah.
Es ist Spätsommer, als Journalistin Anna März nach Sylt zurückkehrt, um der 85-jährigen Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer Schwester Martje zu helfen. Denn nach einer Sturmnacht im Jahr 1958 verliert sich jede Spur von ihr. Anna ahnt nicht, dass Martje sich damals in den charismatischen Strandpiraten Hark verliebt hatte und sich nach einem Schiffsunglück auf die Insel Amrum retten konnte. Fenja dagegen scheint mehr über Martjes Verschwinden zu wissen, als sie bereit ist zuzugeben. Je tiefer Anna gräbt, desto klarer wird, wie kompliziert das Verhältnis der Schwestern gewesen sein muss, die sich als Kinder abgöttisch liebten, bevor das Schicksal sie auseinanderriss. Und da ist auch noch Eric, für den Annas Herz nach wie vor schlägt …
Eine Reise nach Sylt, Amrum, Föhr ... Dieser fesselnde Wohlfühlroman lässt einen beim Lesen den Sand unter den Füßen spüren!
Feelgood meets Familiensaga: Nach Band 1, Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben, der Platz 7 der SPIEGEL-Bestsellerliste belegte, folgt hiermit die mitreißende Fortsetzung und der Abschluss von Gabriella Engelmanns bewegender Sylt-Dilogie.
Die gebürtige Münchnerin entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben und fühlt sich im Norden pudelwohl. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Romanautorin. Ihre Liebe gilt Nordfriesland, einer Region, die sie regelmäßig bereist und in der sie gern in einem Häuschen am Deich leben würde.
Dienstag, 24. Februar 2026
*Im Herzen der Nacht * von Rebecca West - erschienen im btb-verlag
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*
Neu erschienen und aufgelegt am 15.10.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Die Wiederentdeckung eines Klassikers - Band 2 der Aubrey-Familiensaga, die vollständig und neu übersetzt bei btb erscheint
London in den 1910er Jahren: Aus den drei Schwestern der Familie Aubrey sind junge Frauen geworden. Die Korsetts und Kleider sind enger, die Frisuren raffinierter und der Müßiggang der Sommertage ist nur noch eine sanfte, ferne Erinnerung. Nach dem Verschwinden ihres charismatischen, aber unzuverlässigen Vaters müssen sich Rose, ihre Schwestern und ihr kleiner Bruder Richard Quin nun der Welt der Erwachsenen, ihren Geheimnissen und Konventionen stellen. Doch ein Ereignis droht die hellen Tage der Unbeschwertheit bald endgültig vergessen zu machen: Ein Krieg, der alles, was ihm in den Weg kommt, mit sich zu nehmen droht, und sich ausbreitet wie eine endlose Nacht.
„Im Herzen der Nacht“ nach „Die Familie Aubrey“ zweiter Teil der Aubrey-Romantrilogie, aber als unabhängiger Roman geschrieben, ist ein perfekter Einstieg in das außergewöhnliche Universum der Rebecca West – ein Meisterwerk, das fast vierzig Jahre nach seinem Erscheinen endlich auf Deutsch entdeckt werden kann.
Dame Rebecca West (1892-1983) wurde als Cicily Isabel Fairfield geboren und wählte ihren Künstlernamen nach einer starken Frauenfigur in einem Ibsen-Drama. West war Journalistin und Reiseschriftstellerin. Sie schrieb unter anderem für The New York Herald Tribune und Harper's Bazaar. Als Berichterstatterin für den Daily Telegraph nahm sie an den Nürnberger Prozessen teil. Sie pendelte zwischen London, New York, Rom und Florenz. Neben ihren journalistischen Texten verfasste sie mehrere erfolgreiche Romane und Erzählungen. »Die Familie Aubrey« ist der erste Teil einer dreibändigen Familiengeschichte. Erstmals 1956 veröffentlicht, wurde der Roman mit dem Originaltitel »The fountain overflows« zum Verkaufshit. »Im Herzen der Nacht« und »Rosamund« erschienen posthum. Die Aubrey-Trilogie ist von Wests eigener Familiengeschichte inspiriert und umfasst fast das gesamte 20. Jahrhundert.
Editorische Notiz , eingefügt am Endes des Buches: Dieser Roman spielt in einer Zeit , in der Vorurteile und Anfeindungen gegen Menschen aller Ethnie, Hautfarbe, sozialer Herkunft oder Religion zum Alltag gehörten. Dem Verlag ist bewusst, dass es sich bei einigen der verwendeten Ausdrücke und Schilderungen um Diffamierungen beziehungsweise Stereotype handelt, deren Verwendung und unverfälschte , nicht beschönigende Übersetzung jedoch zur Charakterisierung der Figuren gehört.
Meine Meinung zum Buch:
Dieser unabhängige zu lesende Roman hat mich tief in die psychische Familienstruktur der Familie Aubrey geführt. Die Autorin hat autobiografische Züge ihrer eigenen Familiengeschichte eingefügt und so mit Sicherheit vieles aus ihrer bewegten Kindheit und dem Erwachsenen-Leben aufgearbeitet.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Rose erzählt, eine der Aubrey-Töchter. Die Musik spielt in ihrer Familie eine grosse Rolle, da die Mutter Clare eine begabte Konzertpianistin war und diese Karriere zugunsten der Familie und ihrer vier Kinder aufgegeben hat. Rose und ihre Schwester Mary, beide musikalisch sehr begabt, werden streng erzogen um auch den Weg einer professionellen Pianistin gehen zu können. Ihr Bruder Richard Quiz ist der absolute Familienliebling, dem vieles nachgesehen wird. Die grosse Schwester Cordelia dagegen hat in der Familie die Rolle des *Sorgenkindes* inne. Sie glaubt fest an ihre musikalische Begabung, die ihr allerdings voll abgeht. Vater Piers, ein erfolgreicher Journalist ist allerdings ein Glücksspieler und unzuverlässiger Versorger. Er bringt die Familie immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten und glänzt durch Abwesenheit.
Der Roman beleuchtet genau die abhängige Position der Frauen und Kinder in der damaligen Gesellschaft und beschreibt den finanziellen und emotionalen Abstieg einer Familie. Die Gedankenwelt der Kinder wird von der Autorin sehr gut aufgezeigt. Ihre Verzweiflung und ihre immer wieder aufkeimende Hoffnung auf eine Besserung der Situation bilden einen grossen Teil des Romans.
Das Buch lässt sich nicht leicht und schnell herunterlesen. Die Autorin benutzt einen intellektuell geprägten, sehr aussagekräftigen und anspruchsvollen Schreibstil, der manche Leser*innen bald langweilen und überfordern könnte. Die psychologischen Hintergründe aller Familiencharaktere werden sorgfältig entwickelt und dargelegt .
Dieses Buch lässt sich geniessen, doch sollte man keine langen Lesepausen einlegen , da man schnell den roten Faden und den Bezug zu den Personen verlieren könnte.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne.
Herzlichen Dank an den btb-verlag für diese Neuauflage eines wertvollen Buches.
Dienstag, 6. Januar 2026
*Der Mädchenname* von Aurora Tamigio - erschienen im btb-Verlag
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*
Erschienen am 8.10.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Anfang des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in den sizilianischen Bergen: Früh zeigt sich, dass die kleine Rosa aus dem Stoff der Pflanze gemacht zu sein scheint, deren Namen sie trägt: Blüten, die immer wieder zum Leben erwachen, das Holz stark und widerstandsfähig. Als Frau gilt sie wenig, doch ihrem Vater und ihren Brüdern, beugt sie sich nie ganz. Als sie Sebastiano Quaranta kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Rosa brennt mit ihm durch, sie heiraten und eröffnen gemeinsam ein Gasthaus, das zum begehrten Anlaufpunkt wird. Kurz darauf werden ihnen der hübsche Fernando, Donato, der Priester werden wird, und schließlich Selma geboren, deren Hände so zart sind wie die Stickereien, mit denen sie Stoffe schmückt. Selma heiratet gegen Rosas Rat und besseren Wissens, ihre unglückliche Ehe hat Auswirkungen auf ihre eigenen Töchter. Patrizia, die kämpferischste der drei Schwestern, Lavinia, die das Kino liebt, und Nesthäkchen Marinella, die davon träumt, Italien zu verlassen.
Aurora Tamigio wurde 1988 in Palermo geboren und wuchs in Mailand auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Drehbuchschreiben für Filme. Sie hat als freie Autorin für das Kino gearbeitet sowie als Texterin in einer Werbeagentur. Sie ist Chefredakteurin des Filmmagazins Silenzioinsala.com. »Der Mädchenname« ist ihr erster Roman, der in Italien alle Verkaufsrekorde gebrochen hat und monatelang auf der Bestsellerliste stand. Aurora Tamigio wurde mit dem Literaturpreis IO Donna - Heldinnen von heute (2023) und dem renommierten Premio Bancarella (2024) ausgezeichnet.
REZENSION: Eine Reise nach Sizilien mit Aurora Tamigio
Zum Jahresbeginn hat es mich literarisch in eines meiner absoluten Lieblingsländer gezogen: Italien. Genauer gesagt nach Sizilien. Die Autorin Aurora Tamigio ist dort längst kein Geheimtipp mehr – ihr Debüt wurde von den Buchhändlern zum Lieblingsbuch gekürt und stürmte die Bestsellerlisten. Nachdem ich es gelesen habe, verstehe ich absolut, warum!
Drei Generationen, ein Schicksal
Der Roman spannt einen weiten Bogen über drei Generationen sizilianischer Frauen. Alles beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit der zärtlichen, fast schon magischen Liebe zwischen Rosa und Sebastiano Quaranta. Doch das Buch ist weit mehr als eine Romanze; es ist ein packendes historisches Zeitzeugnis über das Leben und Überleben in einer patriarchalischen Gesellschaft.
Rosa: Der Ursprung der Stärke
Rosa hat es nicht leicht. In den Bergen aufgewachsen, geprägt von einem gewalttätigen Vater und dominanten Brüdern, gelingt ihr mit Sebastiano die Flucht in ein neues Leben. Gemeinsam eröffnen sie ein Gasthaus – ein Projekt, in das Rosa all ihr Herzblut steckt. Trotz aller Widerstände kämpft sie mit weiblichem Geschick und unbeugsamem Willen für das Glück ihrer drei Kinder Fernando, Donato und Selma.
Das Erbe der Frauen
Im weiteren Verlauf begleiten wir Selma, die zwar in ihrer Ehe unglücklich ist, aber drei völlig unterschiedliche Töchter großzieht: Patrizia, Lavinia und Marinella. So verschieden die Charaktere auch sein mögen, eines zieht sich wie ein roter Faden durch die Generationen:
• Die bedingungslose Liebe zur Familie.
• Der unstillbare Drang nach Selbstbestimmung.
• Die Suche nach einem eigenen Weg abseits starrer Traditionen.
Mein Fazit:
Dieser wunderschöne Wohlfühlroman schenkt emotionale und teils aufwühlende Lesestunden. Besonders toll fand ich, wie die Autorin die Balance zwischen familiärer Harmonie, tief verwurzelten Traditionen und dem jeweiligen Zeitgeschehen hält.
Ein atmosphärischer Schmöker, der Fernweh nach dem Süden weckt!
Mittwoch, 10. September 2025
*Moonlight Mile* von Dennis Lehane - erschienen im Diogenes Verlag
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*
Erschienen am 21.Mai 2025
INHALT/KLAPPENTEXT: Patrick Kenzie und Angela Gennaro sind verheiratet und Eltern einer vierjährigen Tochter. Vier Jahre alt war auch Amanda McCready, als sie entführt und schließlich von Angela und Patrick wiedergefunden wurde. Nun ist Amanda ein Teenager und erneut verschwunden. Ein weiteres Mal macht sich Patrick auf die Suche nach ihr. Doch in welche Abgründe ihn diese Suche führen wird, kann nicht einmal ein abgeklärter Ermittler wie Patrick Kenzie erahnen.
Mehr zum Inhalt
Amanda McCready ist eine überdurchschnittlich intelligente junge Frau, und der 16-Jährigen stehen die besten Colleges des Landes offen, als sie plötzlich verschwindet. Ihre Tante Beatrice wendet sich an Kenzie & Gennaro, die sich, widerwillig zunächst, dann geradezu obsessiv auf
die Suche nach ihr machen. Der Fall McCready hatte sie vor zwölf Jahren, als Amanda schon einmal verschwunden war, an den Rand ihrer Kräfte gebracht: körperlich versehrt, am Ende ihrer Beziehung und der gemeinsamen Detektei. Bei ihren Ermittlungen öffnet sich vor ihnen eine Schlangengrube aus Drogenmafia und Kinderhändlern. Mitten darin Amanda McCready, die alles andere als das bedauernswerte Opfer einer Entführung ist.
Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, schrieb für ›The Wire‹ und war Creative Consultant für ›Boardwalk Empire‹. Er unterrichtet Creative Writing u.a. in Harvard. Seine erfolgreich verfilmten Bücher ›Mystic River‹ und ›Shutter Island‹ sind Weltbestseller. Dennis Lehane lebt in Kalifornien und Boston.
Peter Torberg, geboren 1958 in Dortmund, studierte in Münster und Milwaukee. Seit 1990 arbeitet er als freier Übersetzer, u.a. der Werke von Patricia Highsmith, John Irving, Michael Oondatje, John le Carré, Mark Twain, Irvine Welsh und Oscar Wilde.
Meine Meinung zum Buch:
Für mich war es das erste Buch dieses erfolgreichen Schriftstellers mit den beiden Ermittlern Kenzie und Gennaro.
Entführungen von Kindern und/oder Jugendlichen vermitteln oft eine ganz besondere, bedrückende und erschreckende Stimmung. So habe ich auch diese Suche nach einer verschwundenen Person empfunden, zumal es die zweite Entführung desselben Kindes ist. Aber nun ist die junge Amanda McCready ein Teenager. Etwas widerwillig und gezwungen durch Geldprobleme, nimmt das Ermittlerpaar diesen Fall an.
Der spannende Schreibstil des Autors hat mich gefesselt und tagelang an dieses Buch gebunden. Immerhin sind dreihundertzweiundachtzig Seiten zu bewältigen. Diese Seiten beinhalten alles, was diese Geschichte aus dem heutigen Mainstream zu bieten hat. Es geht um soziale Medien, die exzessive Nutzung eines Handys, die brutalen Machenschaften einer Russenmafia, die allerdings vom Autor einen humorvollen Anstrich bekommen hat und aus diesem Grund etwas lächerlich daherkommt. Jugendämter und Betreuer*innen kommen in diesem Roman ebenfalls nicht gut weg, genauso wenig wie die amerikanische Gesellschaft! Der Roman erschien vor fünfzehn Jahren im Original und die Beschreibungen über den sozialen Niedergang eines Landes passen damals wie heute. Diese Vermutung spreche ich allerdings sehr verhalten aus und maße mir nicht an, das objektiv beurteilen zu können. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne !
Vielen Dank an Autor und den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.
Donnerstag, 14. August 2025
*Die Königin von Dirt Island* - von Donal Ryan - erschienen im Diogenes Verlag
*Werbung unbezahlt, Rezensionsexemplar*
Erschienen asm 23.7.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Nach dem Tod ihres Mannes bringt Eileen ihre Tochter allein durch und verzweifelt fast, als sich die Geschichte wiederholt und auch ihre eigene Tochter jung und unehelich Mutter wird. Doch in den Frauen der Familie Aylward stecken Kraft und Mut, und es reicht ihnen längst nicht, nur eine Nebenrolle im Leben zu spielen.
Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, Tipperary, studierte Bauingenieurwesen und Jura und unterrichtet Creative Writing an der Universität von Limerick. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. Seine Romane ›Die Gesichter der Wahrheit‹ und ›Die Stille des Meeres‹ waren auf der Longlist des Booker Prize.
Auszeichnungen
›Orwell Prize for Political Fiction‹ für Heart be at Peace (Follow-up von Die Gesichter der Wahrheit), 2025
From a Low and Quiet Sea auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2018
›European Union Prize for Literature‹ für die zwölf vielversprechendsten jungen Schriftsteller Europas (als Vertreter von Irland), 2015
›Bord Gáis Energy Irish Book Awards‹ in der Kategorie ›Short Story of the Year‹ für A Slanting of the Sun, 2015
›Guardian First Book Award‹ für The Spinning Heart, 2013
The Spinning Heart auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2013
›Irish Book Awards‹ Best Irish Newcomer und Book of the Year für The Spinning Heart, 2012
Übersetzerin des Buches aus dem irischen Englisch: Anna-Nina Kroll, 1988 in Essen geboren, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seitdem aus dem Englischen.Sie ist die deutsche Stimme von Carmen Maria Machado, Donal Ryan und Anna Burns. 2021 erhielt sie den Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.
Meine Meinung zum Buch:
Eileen ist eine junge irische Mutter, die ungewollt schwanger, nach dem plötzlichen, dramatischen Tod ihres Freundes, ganz kurz verheiratet, ihre kleine Tochter allein gross ziehen muss. Ihre eigene Familie hat sie verstoßen, da die Tochter Saorise unehelich auf die Welt kam. Im konservativ geprägtem Irland der 1980er Jahre war das immer noch ein gesellschaftliches Tabu - gerade wenn die Eheschliessung erst nach der Geburt des Kindes erfolgte. Doch ihre Schwiegermutter und die Brüder Ayward aus der Familie des Kindsvaters stehen ihr jahrzehntelang helfend und warmherzig zur Seite. Saorise wächst behütet auf und wird mit siebzehn Jahren auch ungewollt schwanger. Sie ist ledig, jung, naiv, und hat nur eine vage Erinnerung an den jungen Mann und den Beginn der Schwangerschaft. Mutter und Grossmutter stehen ihr ohne Vorwürfe liebevoll unterstützend zur Seite, verteidigen die junge Frau gegen jegliche bösartigen Angriffe und Verleumdungen aus der Dorfbevölkerung und Eileen's Ursprungs-Familie.
Der Roman ist eine berührende Familiengeschichte, wie sie immer wieder vorkommen mag. Doch durch die charakterstarken und eigensinnigen Frauen und ihren innigen Zusammenhalt in dieser ungewöhnlichen Familienkonstellation bekommt sie eine eindrucksvolle und prägende Ausstrahlung auf die Leser*innen und ist kein seichter Wohlfühlroman für einen Nachmittag. Der Autor Donal Ryan hat dennoch auch lockere und unterhaltende Episoden in die Rahmenhandlung eingefügt und verschafft durch seine feinsinnige und treffsichere Auswahl der Aussagen seiner Protagonist*innen eine ganz besonders stimmige Atmosphäre, die auch das irische Gesellschaftsleben - und Denken dieser Zeit spiegelt. Beeindruckend empfand ich sein Beschreiben über das Fühlen und Denken der so altersmässig unterschiedlichen Frauen der Familie, des Kindes Saorise, deren Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer erwachsenen, verantwortungsvollen und liebevollen Mutter. Die Frauencharaktere wurden teilweise rau, zärtlich, eigensinnig, stark , aber immer mit viel positiver Empathie und Humor füreinander gezeichnet.
Eine tolle Leistung des Autors, der mich in den letzten Jahren schon mit seinen vorherigen Büchern begeistert hat. Sein Schreibstil kommt in diesem Buch ohne *mündliche Rede* aus und ist trotzdem absolut verständlich, schnell und flüssig zu erlesen. Er hat die ca. dreihundertundsiebzig Seiten in angenehm zu lesende, kurze Kapitel verfasst und eingeteilt.
Diese ganz besondere Familiengeschichte ist eine absolute Leseempfehlung und gehört nun zu meinen Highlights des Jahres 2025. Eine einstimmende Leseprobe ist auf der Verlagsseite des Diogenes Verlages (siehe oben) zu finden.
Meine Bewertung: FÜNF***** STERNE.
Herzlichen Dank an den Autor und Diogenes Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar !
Montag, 23. Juni 2025
* Die Bücherfrauen von Listland - Der Gesang der Seeschwalben* von Gabriella Engelmann - erschienen im Knaur Verlag
Erschienen im März 2025
Inhalt/Klappentext: *Die Bücherfrauen von Listland* Teil 1
Die 55-jährige Journalistin und Podcasterin Anna reist für das Schreiben eines Beitrags über die 85-jährige Bücherfrau Fenja Lorenzen an den abgelegenen Lister Ellenbogen. Im reetgedeckten Haus der alten Dame trifft Anna allerdings nur deren Tochter Elisa an. Als ein heftiges Gewitter die antiquarischen Buchschätze bedroht, die Fenja auf dem Dachboden hortet, packen die Frauen gemeinsam an. Dabei fällt Anna ein alter Gedichtband in die Hände, der als Versteck für einen Samtbeutel und eine silberne Dose dient. Ehe sie es sich versieht, wird Anna mit Geheimnissen aus der Vergangenheit konfrontiert, die bis in die Gegenwart reichen. Denn Fenja hatte eine Schwester, die von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand - genau wie Fenja jetzt …
Gabriella Engelmann wurde in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder - und Jugendbüchern.
Meine Meinung zum Buch:
Dieser erste Band der Dilogie * Die Bücherfrauen von Listland - Der Gesang der Seeschwalben* hat mich nach Listland an die Nordseeküste, auf die Insel Sylt entführt. Die Autorin berichtet vom Schicksal der Familie Lorenzen in zwei Zeitebenen. Kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges und den nachfolgenden Jahrzehnten und immer wieder in der Gegenwart spielt dieser stimmungsvolle Wohlfühl Roman der bekannten Autorin Gabriella Engelmann.
Die Geschichte beginnt 1937 mit der jungen Lene, die sich Hals über Kopf in den Buchhändler und Feriengast Marten Behlau verliebt , sich verlobt und bald ein Kind von Marten unter dem Herzen trägt. Doch Marten verschwindet spurlos und Lene heiratet auf Drängen ihrer Eltern Friso Pauls aus Niebüll, zu dem sie zeitlebens keine gute Beziehung aufbauen konnte. Die zwei Töchter von Lene Martje und Fenja wachsen liebevoll behütet von Lene und ihren Eltern auf dem Hof auf. Bis Friso eine dramatische Entscheidung trifft und mit Fenja nach Niebüll zieht und die Insel verlässt,,,,,
Wir begleiten im zweiten Erzählstrang die 55jährige Journalistin Anna bei ihrer Recherche zur geheimnisvollen und teilweise unbekannten Familiengeschichte der 85 jährigen Bücherfrau Fenja Lorenzen, Tochter von Lene und Friso, deren Vorfahren und dem Schicksal der verschollenen grossen Schwester Martje. Annas geliebte Tochter Kathrin lebt in Friedrichstadt und ihr derzeitiges Wohnhaus wird einen wichtigen Hinweis auf den Verbleib von Marten Behlau und seiner Familie spielen.
Der teilweise romantische und stimmungsvolle Schreibstil von Gabriella Engelmann hat mir außerordentlich gut gefallen und auf eine spannende Reise nach Sylt geschickt. Die herrliche Dünenlandschaft auf Listland mit der Landwirtschaft, den Seevögeln und der unberührten Natur gibt der Erzählung einen ganz besonders schönen Rahmen. Der zweite Weltkrieg und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und anderer Gruppen wird im Laufe des Roman - Geschehens allerdings immer bedrohlicher und sichtbarer.
Die vielen Hinweise auf berühmte, bekannte Bücher in beiden erzählten Zeitsträngen geben den Leser*innen Anregungen für neue Lektüren und stellt die Magie der Bücher und des Lesens wunderbar dar. Sogar etwas von Mystery hat die Autorin in den Begegnungen der kleinen Lene aus ihrer Kindheit mit dem Klabautermann BO in beiden Teilen des Buches eingearbeitet. Lene schrieb ihre Erinnerungen und Erlebnisse mit BO in ihren liebevoll verfassten Kinderbüchern für ihre beiden Töchter auf.
Wie es in diesem Genre *Wohlfühlroman* üblich ist hat die Autorin sehr viele , manchmal etwas unglaubwürdige Zufälle in ihren Roman eingefügt, die ich dem Reich einer blühenden und reichen Fantasie zuordnen würde. Aus diesem Grunde möchte ich nur vier gute Sterne vergeben.
Ich bin nun sehr gespannt auf den zweiten Band der *Bücherfrauen* und freue mich schon sehr darauf.
Vielen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Print Taschenbuch mit dem ansprechenden Cover.
Freitag, 25. April 2025
*Fernwehland* von Kati Naumann - erschienen bei der Verlagsgruppe HarperCollins
Verlags Link
*Werbung, unbezahlt. Rezensionsexemplar*
Erschienen am 28.1.25
INHALT/KLAPPENTEXT: Die Astoria ist das älteste seetüchtige Kreuzfahrtschiff der Welt. Seit über siebzig Jahren trägt es die Menschen übers Meer und hat schon unzählige Schicksale bestimmt. Nach einer Kollision mit dem Luxusschiff Andrea Doria wurde es an die DDR verkauft und fortan für Urlaubsreisen eingesetzt. Auf seinen Fahrten bis in die Karibik geraten das Schiff und seine Passagiere auch zwischen die Fronten des Kalten Krieges.
Die Stewardess Simone und der Matrose Henri haben sich vor vielen Jahren auf diesem Schiff kennengelernt. Heute treten sie noch einmal eine Kreuzfahrt mit der Astoria und damit auch eine Reise in ihre Vergangenheit an. Denn sie begegnen dabei der Schwedin Frida, die als Kind die Schiffstaufe erlebt hat und deren Geschichte ebenfalls ganz eng mit der des Schiffes verbunden ist.
Kati Naumann wurde 1963 in Leipzig geboren. In Sonneberg, im ehemaligen Sperrgebiet im Thüringer Wald, verbrachte sie einen Großteil ihrer Kindheit. Die studierte Museologin schrieb bereits mehrere Romane sowie Songtexte für verschiedene Künstler und das Libretto zu dem Musical Elixier (Musik von Tobias Künzel). Sie verfasste Drehbücher für Kindersendungen und entwickelte mehrere Hörspiel- und Buchreihen für Kinder. Kati Naumann lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Leipzig.
Mein Leseeindruck zum Buch:
In dieser fiktiv angelegten , sehr atmosphärisch geschriebenen Familiengeschichte geht es um die Schifffahrt der ehemaligen DDR. Es handelt sich hauptsächlich um das älteste, seetüchtige Kreuzfahrtschiff aller Zeiten, die ASTORIA. Im Jahr 1946 wurde sie in Schweden gebaut und fuhr zuerst unter dem Namen *Stockholm* zur See. Acht Jahre später havarierte dieses Schiff vor NEW YORK mit dem Luxusschiff ANDREA DORIA und wurde nach der Reparatur an die damalige DDR günstig verkauft. Sie erhielt dort den Namen *Völkerfreundschaft* und wurde als Kreuzfahrtschiff für Urlaubsfahrten sorgfältig ausgesuchter Bürger*innen der DDR über die Weltmeere fünfundzwanzig Jahre genutzt.
Kati Naumann hat in diesem Umfeld eine fiktive Familiengeschichte erdacht, die in zwei Zeitebenen spielt. Sie beginnt vor dem 2. Weltkrieg als Grossmutter Dora noch bei der sächsischen Elbschiffahrt gearbeitet hat. Sohn Erwin und der Enkel Henri wachsen auch an der Elbe in Kötzschenbroda auf und sind der Schifffahrt und den Meeren immer leidenschaftlich verbunden. Henri's Kinderwunsch später als Matrose auf internationalen Gewässern und den Weltmeeren zu fahren erfüllt sich tatsächlich. Dort lernt er seine grosse Liebe, die Stewardess Simone kennen. Sie arbeiten beide lange Jahre zusammen auf der *Völkerfreundschaft*. Wir erleben in diesem Roman die Entwicklung der sozialistischen DDR sehr genau - vor allem durch die lebendigen Schilderungen von bewegenden Lebensverläufen und den harten Arbeitsbedingungen aller Familienmitglieder.
Nach der Wende erfüllen sich Henri und Simone einen Lebenstraum und leisten sich eine Kreuzfahrt auf der ehemaligen *Völkerfreundschaft* - nun aber als Gäste. Sie lernen Frida kennen, eine ältere Schwedin, die schon als Kind die Jungfernfahrt der *Stockholm* miterlebt hat und immer wieder auf unzähligen Kreuzfahrten des immer gleichen Schiffes, welches über die Jahrzehnte unter zwölf verschiedenen Namen fuhr, dort glückliche Stunden erlebt hat. Sie freunden sich miteinander an und die jugendliche, allein reisende, kecke Elli schliesst sich ihnen an. Ein besonderer, geheimnisvollerLebenskreis, der alle Protagonist*innen miteinander verbindet, beginnt sich dadurch zu schliessen.
Das Buch besticht durch einen einfachen und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin, angereichert mit vielen abenteuerlich angehauchten Phantasievorstellungen aus Vergangenheit und Träumereien der Protagonist*innen Henri , Erwin und Dora, Simone und Frida. Kati Naumann hat diese fiktive, bunte Familiengeschichte mit sehr viel guter Recherche und besten Ortskenntnissen verfasst. Etwas Geduld beim Verfolgen des Buches ist allerdings angesagt, denn die vielen, etwas ausufernden, maritimen Schilderungen von Ereignissen der Hochseefahrt wie Stürmen, Schiffsunglücken, Arbeitsbedingungen auf See und dem sogenannten *Kalten Krieg* treffen sicher nicht jeden Lesegeschmack.
Meine Bewertung: VIER **** Sterne !
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag HARPERCOLLINS für das Leseexemplar, welches ich auf der LBM2025 erhalten habe.
Sonntag, 16. März 2025
*Die Stunde der Mauersegler* von Margarethe Adler - erschienen bei C.Bertelsmann
Erschienen am 16.10.24
INHALT/KLAPPENTEXT: Januar 1988. Als Familie Simon-Hauschke Ost-Berlin im Morgengrauen verlässt, liegt mehr als ein Jahr der Ausgrenzung hinter ihnen. Der größte Schlag: Sie dürfen nur zu dritt ausreisen, denn für Sohn Christian gilt der Ausreiseantrag nicht mehr … Viele Jahre nach der Wiedervereinigung kommt es auf einer Familienfeier zum Eklat: Zu viele Geheimnisse und Lügen haben sich in den Jahren der DDR, zur Zeit des Mauerfalls und in der Nachwendezeit angestaut, zu groß ist die Last des Schweigens. Erst Urenkelin Lou, die Journalistik-Studentin, beginnt, kritische Fragen zu stellen. Dabei muss sie erkennen, wie schwer es ist, den eigenen moralischen Ansprüchen gerecht zu werden.
Margarethe Adler, Jahrgang 1971, studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und absolvierte eine Drehbuchausbildung. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Autorin und Rechercheurin für Film und Fernsehen. Seit 2011 veröffentlicht sie sehr erfolgreich historische Romane, in deren Mittelpunkt selbstbewusste, autarke Frauen stehen.
Meine Meinung zum Buch:
Bei Familienfeiern treffen oft Personen aufeinander , die nur einen bestimmten Lebensabschnitt miteinander geteilt haben. Jede*r sieht die Vergangenheit aus seiner Sicht und es kommt auch zu neuen Erkenntnissen und im besten Fall zu einem freundlichen und liebevollen Austausch von Erinnerungen.
Doch wie ergeht es Familie Hauschke-Simon bei einem solchen Treffen, die in einer Diktatur vor Jahrzehnten zwei verschiedene Leben führen mussten? Damals gab es (hier in der ehemaligen DDR) eine fast unausgesprochene Regel, dass nichts aus dem privaten Familienleben an die Öffentlichkeit dringen darf. Doch im öffentlichen Gesellschaftsleben verhalten sich die gleichen Familienmitglieder in einer Diktatur staatskonform , kritisieren das politische Leben und System nie und legen sogar ihre inneren Familienstrukturen dem Staat offen dar. Die Repressalien, denen Familien , die einen Ausreiseantrag vor der Maueröffnung gestellt haben, waren grausam, ungerecht und menschenfeindlich. Familie Hauschke-Simon ist diesen schweren Weg gegangen - aus Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung. Fast wären Familienmitglieder daran zerbrochen. Finden sie nach Jahrzehnten wieder ehrlich und vertrauensvoll zueinander?
Dieser Thematik unserer deutsch - deutschen Vergangenheit hat sich die Autorin mit sorgfältiger, genauer Recherche und aus dem Hintergrund vieler Zeitzeugenbefragungen in ihrem Roman befasst. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, flüssig und kam sehr authentisch bei mir an. Sehr gut hat die Autorin dargestellt, daß Verhaltensweisen wie Schweigen, Lüge und Verdächtigung die Meinungs - und Redefreiheit, die Gedankenwelt auch im privaten Familienleben negativ beeinflusst haben. Von Generation zu Generation wurden diese unguten Verhaltensweisen im privaten Familienleben weitergegeben.
Wie geht nun die Urenkelin Lou, in westlicher Freiheit und ohne staatliche Repressalien aufgewachsen, mit diesen vergangenen Ereignissen um, die ihre Familie in Ost - und Westfragmente zerstört hat? Sie erfährt wie schwer es ist während ihrer Recherchearbeit in alten Stasi Akten objektiv zu bleiben und die sogenannte Wahrheit zu erkennen. Gibt es sie überhaupt?
Dieser Roman ist eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen.
Vielen Dank an die Autorin und den C.Bertelmann Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar!
Dienstag, 24. September 2024
*Wellengang* von Anne Griffin - erschienen im Rowohlt Verlag
*unbezahlte Werbung*
Erschienen am 16.7.24
INHALT/ KLAPPENTEXT: Nach einem Schicksalsschlag sucht Rosie Zuflucht auf ihrer Heimatinsel vor der Küste Irlands: auf Roaring Bay mit seinen zwei Stränden und anderthalb Bars, den Klippen, Schafen und Vögeln. Jahrelang hat die Suche nach ihrer verschwundenen Tochter ihr Leben bestimmt und ihre Ehe in eine tiefe Krise gestürzt. Nun erlebt Rosie endlich wieder Momente des Glücks. Den Sommer über springt sie als Kapitänin ein und steuert die Fähre ihres gesundheitlich angeschlagenen Vaters übers Meer. Nirgendwo sonst fühlt sie so viel Hoffnung wie auf der «Aoibhnea», die durch die Fluten gleitet. Doch nach und nach brechen auf der Insel alte Rivalitäten wieder auf. Als Rosie erfährt, dass ihr Vater bankrott ist und die Fähre nicht mehr halten kann, muss sie sich entscheiden: Wird sie abreisen und in ihr altes Leben zurückkehren oder bleiben und kämpfen?
Anne Griffin ist eine irische Schriftstellerin. Sie erhielt für ihre Kurzgeschichten den John McGahern Award for Literature, außerdem stand sie u.a. auf der Shortlist für den Hennessy New Irish Writing Award und den Sunday Business Post Short Story Award.
Ihr Romandebüt, “Ein Leben und eine Nacht”, wurde in zahlreiche Länder verkauft, u. a. in die USA, nach Kanada, Frankreich und Holland, und stand auf Platz 1 der irischen Bestsellerliste. Anne Griffin lebt in Irland.
Mittwoch, 17. April 2024
*Das Erbe von Talgrund* von Rebecca Martin - erschienen im Heyne Verlag
Freitag, 17. November 2023
*Tochter des Marschlands* von Virginia Hartmann - erschienen im Heyne Verlag
*unbezahlte Werbung*
Montag, 30. Oktober 2023
*Schwestern wie Ebbe und Flut* von Thesche Wulff - erschienen im Droemer Verlag
*unbezahlte Werbung*
INHALT/KLAPPENTEXT:
Mira kehrt nach langer Zeit auf ihre Herzensinsel Amrum zurück. Hier lebte ihr geliebter Patenonkel Ocko, der ihr früher beim gemeinsamen Treibgutsammeln tausende Geschichten zu ihren Fundstücken erzählte. Doch nun ist Ocko tot, und Miras Schwester drängt sie, sein altes Kapitänshaus abreißen zu lassen. Als ein Sturm die Insel heimsucht und auch Ockos Haus zerstört, fällt Mira ein ganz besonderes Stück Treibgut in die Hände. Es erinnert sie an eine von Ockos Geschichten, in der sie selbst eine besondere Rolle spielte. Und plötzlich muss sich Mira fragen, ob diese Geschichte mehr war als nur Seemannsgarn. Hatte sie nicht vielmehr mit ihrem eigenen Leben zu tun?
Dienstag, 11. Juli 2023
*So weit der Fluss uns trägt* von Shelley Read - erschienen bei C.Bertelsmann
*Werbung, unbezahlt*
Erschienen am 28. Juni 2023
INHALT/KLAPPENTEXT: Am Fuße der Berge Colorados strömt der Gunnison River an einer alten Pfirsichfarm vorbei. Hier lebt in den 1940ern die 17-jährige Victoria mit ihrem Vater und ihrem Bruder in rauer Abgeschiedenheit. Doch der Tag, an dem sie dem freiheitsliebenden Wil begegnet, verändert alles. Bald ist Victoria gezwungen, das Leben, das sie kennt, aufzugeben und in die Wildnis zu fliehen. Dort muss sie ums Überleben kämpfen – um ihr eigenes und um das ihres ungeborenen Kindes. Als sie endlich die Kraft findet, neu anzufangen, droht der Fluss, alles zu zerstören, was ihrer Familie seit Generationen ein Zuhause war.
Ein lebenskluger Roman über unsere Verbindung zur Natur, über Familie und die Stärke einer Frau, die Unglaubliches erlebt und doch niemals den Mut verliert.
Shelley Read lebt in fünfter Generation mit ihrer Familie mitten in den rauen Elk Mountains in Colorado. Sie ist tief verwurzelt in dieser Gegend und ihrer Natur, die auch ihren Debütroman inspiriert und geprägt hat. »So weit der Fluss« uns trägt hat weltweit für großes Aufsehen gesorgt und erscheint in über 30 Ländern.
Wibke Kuhn, Jahrgang 1972, arbeitete nach dem Studium der Skandinavistik und Italianistik zunächst im Verlag. 2004 machte sie sich als Übersetzerin selbstständig. Sie überträgt skandinavische, englischsprachige und niederländische Romane und Sachbücher ins Deutsche (u. a. Stieg Larsson, Hendrik Groen und Nell Leyshon) und lebt in München.
Meine Meinung: Ein Fluss fliesst unentwegt dahin, wie das Leben der Menschen. Doch plötzlich passiert nur eine Kleinigkeit, der Fluss verändert seinen Lauf, wird gar gestoppt , vergewaltigt und verliert seine natürliche Leichtigkeit und das Fliessen in der Natur.
So ähnlich erging es auch der jungen siebzehnjährigen Torrie (Viktoria Nash) aus Colorado. Ihr junges Leben floss sanft und beschützt von ihrer Familie auf einer Pfirsichplantage in der Nähe der Kleinstadt Iola dahin. Die zufällige Begegnung mit dem sanften und gut aussehenden indigenen Will Moon hat sie aus der Bahn geworfen und in das bisher grösste Abenteuer mit ihrer ersten, grossen Liebe gestürzt.
Das Buch liest sich enorm bildgewaltig, flüssig und nahm mich völlig gefangen. Dieser unglaublich gute Debüt Roman der Autorin beginnt in den 1940er Jahren und endet in den 1970er Jahren. Jahre voller Wandel für die Gesellschaft in Colorado und den amerikanischen Kontinent. Die Industriegesellschaft verändert die Umwelt, Städte verschwanden und auch Menschen. Oft durch Gewalt und Willkür ihrer Mitmenschen. Das hat die indigene Bevölkerung des Kontinents Amerika bitter erfahren müssen - bisher über Jahrhunderte hinweg. Auch der Vietnam-Krieg verändert ein ganzes Land. Die Landschaft wird neu geprägt durch die Aufstauung des Gunnison River zu einem See und dem Verschwinden der Kleinstadt Iola.
Die junge Torrie erträgt die Konsequenzen ihrer Liebe mit solch einer Stärke und Willenskraft, die mir persönlich fast unmenschlich erschien. Sie flieht in die Berge, lebt dort einsam allein in einer Hütte ohne Vorkehrungen und Beistand von Menschen. Sie verhungert fast, verliert dadurch alles. Ihr Liebstes, ihre grosse Liebe, ihre Familie, das behütete Leben auf der Pfirsich-Farm. Aber ihr Leben fliesst weiter, dank zufälliger, glücklicher Umstände. Es ist holperig, voller Probleme und Hindernisse und wir begleiten Viktoria mit ihrem nie zu linderndem Schmerz über Jahrzehnte hinweg. Bis ihr Dasein eine weitere Überraschung und Wende und diese packende Geschichte ein befriedigendes Ende erfährt,,,,,
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese dramatisch und fesselnd erzählte Lebensgeschichte einer starken Frau.
Herzlichen Dank an die Autorin und den C.Bertelsmann Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar mit dem schönen Cover.
Freitag, 7. Juli 2023
*Jahrhundertsommer* von Alice Grünfelder - erschienen im dtv-verlag
*Werbung unbezahlt
Erscheinungsdatum: 18.05.2023
Inhalt/Klappentext: Murrheim, 60er-Jahre: Als Magdas Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlässt, bricht für sie eine Welt zusammen. Denn in ihrem Baden-Württembergischen Heimatort ist sie die einzige geschiedene Frau weit und breit. Das bringt sie nicht nur in finanzielle Nöte, auch ein gesellschaftliches Leben ist kaum mehr möglich, ihre Tochter Ursula wird in der Schule gehänselt.
Doch Magda ist entschlossen, nicht aufzugeben, sie geht Putzen, nimmt jeden Job an. Auf einem Dorffest lernt sie einen amerikanischen Soldaten kennen, mit dem sie einen unvergesslichen Sommer verbringt. Unvergesslich auch deshalb, weil er eines Tages einfach verschwunden und Magda schwanger ist.
Das ohnehin schwierige Verhältnis zu Tochter Ursula, die inzwischen selbst ein Kind hat, wird immer problematischer. Magda bekommt ihre Tochter Ellen und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Zwar gibt sie trotz der widrigen Umstände nicht so schnell auf und stellt sich durchaus den Herausforderungen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit. Doch als ihr Leben wieder einmal an einem Tiefpunkt angelangt ist, hat Enkel Viktor eine zwielichtige Geschäftsidee: Endlich scheint Magda ein Leben in Glück zum Greifen nah.
Alice Grünfelder, aufgewachsen in Schwäbisch Gmünd, studierte nach einer Buchhändlerlehre Sinologie und Germanistik in Berlin und China. Sie war Lektorin beim Unionsverlag in Zürich, für den sie unter anderem die Türkische Bibliothek betreute. Seit 2010 unterrichtet sie Jugendliche und ist als freie Lektorin tätig. Alice Grünfelder ist Herausgeberin mehrerer Asien-Publikationen und veröffentlichte unter anderem Essays und einen Roman. Sie lebt und arbeitet in Zürich.
Meine Meinung : Dieses Buch hat mich geschockt und wieder einmal die Augen dafür geöffnet wie schwer es alleinstehende, verlassene und/oder ledige Frauen mit Kindern in den 60er Jahren im ländlichen Raum hatten.
Magdas's Ehemann verlässt sie und die beiden jungen Kinder wegen einer jüngeren Frau. Das allein löst im schwäbischen Dorf Gerede und Ächtung aus. *Magda muss wohl selbst daran schuld sein* - so die öffentliche Meinung der Dorfbewohner*innen. Es wird über sie *gschwätzt* und als Magda den in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten John kennenlernt, einen wunderschönen Sommer mit ihm verbringt, er nach Vietnam einberufen wird und Magda Nachwuchs, das dritte Kind Ellen von ihm erwartet, nimmt das Gerede und die Verachtung kein Ende mehr. Dieser *Makel* wird Magda's Kinder und Enkel jahrzehntelang unheilvoll verfolgen. Die einfache und gutmütige Frau arbeitet ihr Leben lang schwer als Putzfrau, in einer Gärtnerei, um sich und ihre Kinder durchzubringen, hat nur noch ihre glücklichen Erinnerungen an die vergangene Zeit mit John.
Der ganz besondere, gut und flüssig zu lesende Schreibstil der Autorin mit der vom dortigen Dialekt geprägten Ausdrucksweise und den Gedankengängen der jeweiligen Protagonisten, hat mich fasziniert und gefesselt. Alice Grünfelder widmet sich kapitelweise der Entwicklung von Magda's Leben und Charakter. Deren sich von ihr abwendenden Kindern Ursula, Ellen und dem Sohn sowie dem geliebten Enkel Viktor gibt sie in eigenen Abschnitten jeweils eine Stimme von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. Das biedere und spiessige Dorfleben wird den Leser*innen dadurch bildhaft und eindrucksvoll vermittelt. Es ist voller Vorurteile, Neid, Gehässigkeit gegenüber dieser Aussenseiter-Familie, die materiell zu kämpfen hat und keine emotionale Unterstützung und/oder Anerkennung im Dorf bekommt.
Es ist ein trauriges Buch, von einer damaligen Realität erzählend , welche eine ganze Familie zerstört und vernichtet hat.
Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne.
Herzlichen Dank an die Autorin und den dtv-Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.
Sonntag, 9. Oktober 2022
*Der Mondscheinsee* von Lorna Cook - erschienen bei der Penguin Randomehouse Verlagsgruppe
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Charlotte Breuer, Norbert Möllemann
Originaltitel: The Forbidden Promise
Originalverlag: Avon, London 2020
Taschenbuch, Broschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10573-2
Erschienen am 10. August 2022
INHALT/KLAPPENTEXT: 1940: Der Krieg tobt in ganz Europa. Doch auf Invermoray House in den einsamen schottischen Highlands herrscht noch Frieden. Bis zu Constances 21. Geburtstag, als die junge Erbin des Anwesens kurz vor Mitternacht vor der glamourösen Abendgesellschaft flieht und als Einzige beobachtet, wie ein britisches Flugzeug in den nahegelegenen See stürzt. Constance springt ins Wasser, um den Piloten vor dem sicheren Tod zu retten. Doch das Versprechen, das er ihr abringt, wird ihr Leben auf immer verändern …
2020: PR-Beraterin Kate soll aus dem verfallenen Invermoray House ein luxuriöses Bed and Breakfast machen. Doch der mysteriöse, wenngleich sehr attraktive Lord legt ihr Steine in den Weg, wo er nur kann. Misstrauisch geworden, taucht Kate tiefer in die Geschichte des Herrenhauses ein – und entdeckt, dass der Name einer früheren Bewohnerin nachträglich aus der Familienchronik gestrichen wurde. Bald ist Kate einer schicksalhaften Liebesgeschichte auf der Spur …
Lorna Cook lebt gemeinsam mit ihrem Mann, zwei kleinen Töchtern und dem Familienhund in einem Häuschen an der englischen Küste. Früher arbeitete sie als Journalistin, doch nun hat sie ihren Traum wahr gemacht und konzentriert sich ausschließlich aufs Schreiben von Romanen. Wenn sie nicht selbst schreibt, dann liest sie – gern mit einem Glas Wein neben sich. »Die Sternenbucht« ist ihr Debüt.
Mein Leseeindruck: Die Autorin nimmt den Leser*in mit nach Schottland in das herrschaftliche *Invermory House* . Dieser schöne Wohlfühlroman wird in zwei Zeitsträngen erzählt . Einmal reisen wir mitten in den 2. Weltkrieg in das Jahr 1940 . Die Auflösung aller aufregender Geschehnisse dieser unruhigen Zeit wird im *Heute* erzählt und zwar im Jahr 2020 ! Der Schreibstil liest sich angenehm ansprechend, flüssig, geheimnisvoll und spannend. Obwohl die Geschichte recht vorhersehbar ist für Leser*innen dieses Genres tut dieses dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich habe mich für einige Stunden gut unterhalten gefühlt und konnte im Kopf sehr gut abtauchen in die Atmosphäre der schottischen Landschaft, sowie in die Charaktere ihrer individuellen, etwas wortkargen Menschen.
Meine Bewertung: Drei *** Sterne für diese gute Unterhaltungslektüre aus dem Genre Liebe und Wohlfühlbuch.
Montag, 25. Juli 2022
*Der Riss, durch den das Licht eindringt* von Helen Cullen - erschienen im Wunderraum Verlag
*Werbung, unbezahlt*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Originaltitel: The Truth Must Dazzle Gradually
Originalverlag: Michael Joseph
Hardcover, Pappband, 384 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-31653-3
Erschienen am 14. Juni 2022
Inhalt/Klappentext: Auf einer irischen Insel bereitet sich die Familie Moone auf gemeinsame Feiertage vor. Keiner ahnt, dass ihre Mutter Maeve im Sturm aufs Meer gerudert ist, um nicht zurückzukehren. Zehn Jahre sind seither vergangen, doch die Moones haben den Verlust nie verwunden. Ihr Vater Murtagh arbeitet noch immer als Töpfer auf Inis Óg, während die vier Geschwister damit ringen, Frieden mit der Vergangenheit und Maeves Tod zu schließen. Dazu müssen sie die Geschichte enthüllen, die sich hinter der großen Liebe ihrer Eltern verbarg. Gleichzeitig fließt mit den Jahren neue Liebe in die Risse der zerbrochenen Familie. Aus den Scherben erwächst schließlich für Murtagh ein unerwartetes Glück, das nur Maeve einst erahnt hatte.
Helen Cullen ist in Irland geboren, hat Theaterwissenschaften und Englische Literaturwissenschaft studiert und lebt mittlerweile in London. Allerdings kehrt sie zum Schreiben immer wieder in ihre Heimat zurück. Ihr Debütroman »Die verlorenen Briefe des William Woolf« wurde von Lesern wie Presse gefeiert, und die Irish Times zählt die Autorin zu den aufregendsten jungen Stimmen des Landes.
Mein Leseeindruck: Maeve, eine amerikanische Schauspiel-Studentin und der junge Ire Murtagh lernen sich während ihrer Studienzeit in Dublin kennen , verlieben sich heftig und stürmisch. Eine Heirat und Familiengründung folgen alsbald. Murtagh und Maeve ergreifen die Chance eine kleine Töpferwerkstatt auf Inis Óg zu übernehmen. Fast vier Jahrzehnte begleiten wir die irische Familie Moone auf der irischen Insel Inis Óg, gelegen vor dem Städtchen Galway an der irischen Westküste des Atlantik. Die Inselbewohner sind eine verschworene und eigensinnige Gemeinschaft , die nur durch das Besteigen einer Fähre Kontakt zum Festland bekommt. Bei bestem Wetter, denn nur dann erlaubt die stürmische und unberechenbare See eine Überfahrt.
Maeve kommt von einer einsamen, ungewöhnlichen Bootsfahrt im Jahr 2005 an Heiligabend nicht mehr zurück. So erschreckend beginnt dieses Buch. Die hellen und dunklen Tage der jungen Familie auf der Insel folgen als beeindruckender , bunter und liebevoller Rückblick.
Der tolle, flüssige und interessante Schreibstil der jungen Autorin hat mich sofort für lange Zeit an dieses Buch gefesselt. Die atmosphärischen Schilderungen der Insel und seiner Bewohner haben mich beeindruckt, fasziniert und mich an meine eigenen, persönlichen Reisen und Erlebnisse in diesem Land erinnert. Ein kleines Stück des Irland der 70er und 80 er Jahre hat sie glaubwürdig und wahrhaftig in ihren Zeilen zum Leben erweckt. Die Charaktere der Eltern und ihrer vier Kinder werden individuell und sehr lebensnah von der Autorin dargestellt. *Dunkelchen*, so nennt Murtagh liebevoll seine junge Frau, steht im Mittelpunkt der Familie und des öffentlichen Inselleben. Sie hat ihre Schauspielkarriere schweren Herzens zum Wohl der Familie aufgegeben - und leidet darunter. Sie liebt ihre Kinder über alles und doch fehlt ihr etwas in ihrem Leben. Depressionen überfallen sie regelmässig. Ihr Ehemann und die Kinder werden dadurch geprägt, nehmen Rücksicht - aber sprechen miteinander und mit ihr nicht über diese dunklen Tage ihrer inneren Welt, die sich negativ auf alle Mitglieder der Familie auswirken. Als die Kinder langsam erwachsen werden und sich von den Eltern und der Familie lösen, kommt es zur Katastrophe . Diese Entwicklung des Auseinander Driftens wird im Buch ehrlich und erschreckend aufgedeckt. Das Buch sprüht trotzdem gleichzeitig von Liebe und Verständnis für diesen Prozess.
Die Mutterrolle in ihrer althergebrachten Form überfordert Maeve von Anfang an, engt sie ein und prägt ihre psychische Entwicklung mit der Krankheit Depression . Tragisch ist das zu Erlesen. Leider ist diese zwiespältige Gefühlswelt für viele junge Mütter unserer Zeit bezeichnend, die zwischen Aufopferung für die Familie und eigener Selbstfindung hin und her gerissen werden.
Ein perfekt geschriebenes Buch, gut beobachtend, überberstend voller Liebe und Empathie, aber auch mit vielen dunklen Gedanken, welches mich noch lange beschäftigen wird.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne!
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!










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