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Sonntag, 31. Mai 2026

*Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Rezensionsexemplar, unbezahlte Werbung*

Meine Meinung zum Buch:

Zwei Orte, einer in Deutschland und einer in Österreich gelegen, durch einen Fluss, die SALZACH getrennt, spielen in dieser tragischen Geschichte  eine entscheidende Rolle. Wir befinden uns kurz vor dem 1. Weltkrieg (1914-1918) . Die Menschen beider Länder führen ein harmonisches und friedliches Leben miteinander. Durch Handel, familiäre Verbindungen im bäuerlichen Leben schufen sie enge und liebevolle Beziehungen zueinander. Der Fluss Salzach als Hindernis wurde kaum beachtet, denn es es gibt ja den FÄHRMANN, der bei Tag und Nacht, in Notsituationen durch seine Tätigkeit mit der Holzfähre den Menschen beider Länder zur Seite stand. Sein gefährlicher und wichtiger Beruf ist einigen gesellschaftlichen Regeln unterworfen. So war es ihm beispielsweise verboten eine Familie  zu gründen , da diese bei einem Unglück des Fährmannes auf dem Wasser mittellos dastehen würde. 

Drei reizende kleine Kinder, der Hannes, die Elisabeth und die Annemarie spielen oft gemeinsam am Fluss mit ihren Puppen. Sie kennen die Gefahr des Wassers noch nicht, sind eng befreundet. Es passiert noch kein Unglück. Diese Freundschaft wird sie ein Leben lang begleiten, halten, aber auch mit dramatischen Ereignissen im Erwachsenen-Leben prüfen. Über allem lag das Murmeln des Flusses mit seinem sanften Fließen, den stürmischen Wellen im Winter,  bei Gewitter und Hochwasser die Begleitmusik dazu.

 Der nun erwachsene Fährmann Hannes ist der tragende Protagonist in diesem Roman. Als sechsjähriger Bub fällt er in die Salzach im Beisein seines Onkel Georg. Er war der damalige Fährmann. Hannes erkrankt lebensbedrohend, kämpft um sein Leben, begleitet von guten  Genesungswünschen der Menschen beider Orte des Flusses. Sein Schicksal steht fest nach der Genesung. Er wird als Fährmann ein einsames Leben in vererbter  Familientradition in der nächsten Generation weiterführen. Seine beiden Freundinnen Elisabeth und Annemarie, die auf der deutschen Seite des Flusses leben, werden mit tragischen Schicksalsentwicklungen in der Liebe, Ehe, auch während und nach dem Krieg konfrontiert. Elisabeth führt auf dem Steiner Hof ein hartes, arbeitsreiches und liebloses Leben. Der Annemarie ergeht es in der Liebe nicht viel besser. Sie muss schon als Kind im Wirtshaus der Eltern helfen und ist aufdringlichen, betrunkenen Männern von klein auf  hilflos ausgeliefert. Der liebenswerte und gutmütige  Hannes steht als feste, zuverlässige Bezugsperson zu den beiden Frauen und hilft in vielen Situationen. Doch wenn zwei Frauen denselben Mann lieben , kann viel passieren,,,,,, 

Dieser Roman hat mich durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin magisch angezogen.  Die Autorin schreibt intensiv,  eindringlich in einem österreichisch-bayrischen Dialekt, der damaligen Ausdrucksweise gut angepasst. Dennoch ist sie klar und verständlich zu verfolgen. Meine Gefühle während des Lesens wechselten laufend zwischen Glückseligkeit, tiefer Traurigkeit, dramatischem Entsetzen, Fassungslosigkeit ob der Brutalität  und des Hasses von Menschen aufeinander, hin und her. Dieses Wechselbad der Gefühle war schwer auszuhalten und an Spannung kaum zu überbieten. Die damalige gesellschaftliche Rolle der Frauen bereitete mir besondere Sorge. Brutalität, wenig Wertschätzung im bäuerlichen Umfeld waren an der Tagesordnung. Das patriarchaisch geprägte Weltbild sowie die politische Meinung der damaligen Zeit hat ein Übriges dazu getan. Angst, Hass und die Verzweiflung der Frauen hat die Autorin eindrücklich und kraftvoll in ihrem Werk dargestellt. Der 1. Weltkrieg  stürzte die Menschen beider Länder in unvorstellbares Leid und Armut. Die Frauen hatten nun die doppelte Arbeit auf den Höfen zu erbringen, gewannen dadurch aber auch  eine neue Selbständigkeit und Selbstvertrauen. Ihre poetische Seite beim Schreiben hat die Autorin in den wunderschönen Ausführungen des Flusses Salzach und des Wassers bewiesen.

 Sehr gern gebe ich eine uneingeschränkte  Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN für diesen aufwühlenden und tiefgründigen Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 


INHALT/KLAPPENTEXT: Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer. 



 

Donnerstag, 21. Mai 2026

ICH BIN LESEND UNTERWEGS IN *Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Werbung, unbezahlt Rezensionsexemplar


Ich bin lesend unterwegs in obigem Buch auf Seite 67 und schon in einem Lesesog gefangen. Der Schreibstil passt sich der bayrisch-österreichischen Ausdrucksweise an, allerdings nicht so intensiv wie im ersten Roman *Die Schwarzgeherin* der Autorin.  Man fühlt sich sofort mit den vergangenen Zeitrahmen verbunden. Das liegt sicher auch den Überschriften der 23 Kapitel mit Jahresdatum , Name und Alter der jeweiligen Protagonist*innen. Es ist ein fiktiver Heimatroman mit bäuerlichen Hintergründen, die man in heutiger Zeit kaum mehr finden kann. Eine aus Holz gefertigte Fähre nur mit händischer Kraft über einen Gebirgsfluss zu leiten gehört der Vergangenheit an,,,,, 


 Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

https://www.droemer-knaur.de/buch/regina-denk-der-faehrmann-9783426566282

 
Ich wünsche ein schönes und vor allem sonniges Pfingstfest !




Mittwoch, 20. Mai 2026

*Moonfleet* von John Meade Falkner - erschienen im Unionsverlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*
 

INHALT/KLAPPENTEXT:

Der Waisenjunge John Trenchard wächst in einem Schmugglernest namens Moonfleet auf. Die Leute im Dorf erzählen sich, der Kirchhof werde vom Geist des berüchtigten Colonel Mohune heimgesucht, der dort vor seinem Tod einen Schatz versteckt hat. Durch einen Zufall entdeckt John die Familiengruft der Mohunes, die auch Schmugglern als Versteck dient. Im Sarg des Colonels findet er ein Amulett mit einem rätselhaften Pergament, von dem er sich Aufschluss über den Verbleib des Schatzes erhofft. Zusammen mit Elzevir Block, dem Anführer der Schmugglerbande, macht er sich auf, den Schatz zu heben. Aber ihr tollkühner Plan birgt manche Gefahr, und mehr als einmal setzen die beiden ihr Leben aufs Spiel.

Einer der berühmtesten Abenteuerromane der Literaturgeschichte, in neuer Übersetzung zu entdecken. 

Autor: John Meade Falkner (1858–1932), geboren in der Grafschaft Wiltshire, war Autor, Antiquar und Unternehmer. Nach dem Studium in Oxford arbeitete er zunächst als Lehrer, unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa und fand anschließend Anstellung als Privatlehrer im Hause eines Waffenfabrikanten. Später trat er in dessen Unternehmen ein und leitete es von 1915 bis 1926. Anschließend wurde er Honorarprofessor für Paläografie. Falkner veröffentlichte drei Romane, mehrere Reiseführer und eine Geschichte der Grafschaft Oxfordshire.

Übersetzer: Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Politische Wissenschaften und Geschichte. Nach Aufenthalten in Rom und Amsterdam lebte er von 1986 bis 1999 in Paris. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller und Übersetzer u. a. der Werke von Marcel Proust, John Dos Passos, Graham Greene und Paul Bowles. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa 2008 als Mainzer Stadtschreiber und 2016 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Gesamtwerk.

Verlagslink   


Meine Meinung zum Buch: 

Der Autor entführt uns ins 18. Jahrhundert an die malerische Südküste Englands. Kleine Dörfer und versteckte Höhlen an einsamen Sandstränden boten damals den Schmugglern ausreichend Unterschlupf, um ihre kostbaren Genusswaren wie Alkohol, Tee und Tabak heimlich bei Nacht über das Meer und an den Steuerbehörden vorbei an Land zu schaffen.

In dem kleinen Dorf Moonfleet lebt der Waisenjunge John Trenchard bei seiner strengen Tante. Er ist ein unternehmungslustiger und neugieriger Junge, der gerne im Dorf, auf dem Friedhof und an der Meeresküste umherstreift und nach vermeintlichen Abenteuern Ausschau hält. Zufällig beobachtet er Schmuggler bei ihren Touren und gerät dabei auf einem unheimlichen alten Friedhof in Lebensgefahr. Der Schankwirt des Dorfes, Elzevir Block, rettet ihm das Leben und kümmert sich fortan um den Jungen. In der jahrhundertealten Schänke hört der junge John von den Seeleuten so manche alte Legende, wie auch die Geschichte eines verschwundenen alten Schatzes. Es soll ein strahlender Diamant sein, der allerdings von einem Fluch belegt sein soll, für den der vor hundert Jahren verstorbene Colonel Mohune verantwortlich gemacht wird.

Falkner lässt in seinem Roman den jungen John in der Ich-Form von seinen Gedanken und Abenteuern erzählen, die er mit seinem väterlichen Freund und Beschützer Elzevir Block erlebt. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese vielfältigen Erlebnisse und die Suche nach dem Schatz nicht näher erwähnen, aber sie enthalten alles, was man sich aus dem Genre des klassischen Abenteuerromans nur wünschen kann. Das Buch liest sich geschmeidig und spannend und fesselt durch die neue Übersetzung, die Michael Kleeberg unserem heutigen Sprachverständnis angepasst hat. Es ist fast ein „Coming-of-Age“-Roman vor einem historischen Hintergrund. Das Buch ist für jedes Lesealter geeignet (ab 15 Jahren). Der Roman erzählt mitreißend und empathisch zusätzlich die persönliche Entwicklung des Jungen John Trenchard über Jahre hinweg zum erwachsenen Mann.

Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN.

Herzlichen Dank an das Team des Union Verlags für die Zusendung des Rezensionsexemplar.

 

Freitag, 15. Mai 2026

*Schwesternland* von Katharina Fuchs - erschienen im Droemer Verlag

 

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*



Meine Meinung zum Buch:

Henriette Barnstorf lädt zu ihrem 100. Geburtstag die Familie in ihr Sommerhaus im Havelland ein. Doch der von allen geliebte Sohn fehlt. Die gesamte Familie trauert und vermisst ihn sehr. Die vier erwachsenen Enkelmädchen und ihre Tochter lieben diese Familientreffen dort; sind doch ihre glücklichen Erinnerungen verbunden mit sorglosen, warmen Sommertagen, dem Duft der Wiesen, blühenden Obstbäumen sowie kreativen Spielzeiten miteinander aus Kindheitstagen. Die Großcousine Max hat für die rüstige Jubilarin ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Es ist ein Ahnengutachten, welches über dreihundert Jahre in die Vergangenheit zurückreicht, bis nach Lyon in Frankreich. Enkelin Antonia, die Geschichte studiert, ist fasziniert davon, besonders aber von Jeanne Beauvais, einer jungen Hugenottin, die einer reichen Seidenhändler- und Tuchmacherfamilie aus Lyon entstammt.

Die Autorin erzählt in zwei Zeitsträngen: einerseits über die schwierigen Nachforschungen von Antonia in Archiven, Museen sowie bei interessanten Menschen in der Schweiz und im Frankreich der Gegenwart. Die dramatischen Erlebnisse der Jeanne Beauvais während ihrer Flucht aus Frankreich in das protestantische Brandenburg des 17. Jahrhunderts werden so lebendig und real geschildert, dass man mit Bangen dem Schicksal der französischen Hugenottenfamilie folgt. Der harmonische Lesefluss führt die Leser*innen mit viel Wissen und einer stimmigen Atmosphäre in diese aufregenden Schicksalstage, Wochen und Jahre ein.
Die Zeitsprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit werden durch eine besondere, fantasievolle Vorstellungsgabe der Antonia erklärt und leiten die Leser*innen ganz natürlich und ohne Erzähllücken in das jeweilige aktuelle Geschehen. Es geht um die Vertreibung der protestantischen Hugenotten aus dem katholisch regierten Frankreich des 17. Jahrhunderts. In brutalster Weise wurde diese Bevölkerungsgruppe verfolgt, vertrieben, ermordet oder ihres Vermögens beraubt, wenn sie nicht ihrem Glauben abschwören wollten. So kam es zu großen Wanderungen dieser Menschen in protestantische Herrschaftsgebiete, wie nach Brandenburg in Deutschland.

Besonders interessant fand ich die herausgearbeiteten Parallelen zwischen der Stellung der Frauen in der Vergangenheit und heute, die sich in Teilen leider immer noch sehr ähneln. Die Ansichten über das Leben, was Toleranz, Gleichberechtigung und ein rücksichtsvolles Umgehen miteinander in der jeweiligen Gesellschaft betrifft, sind auch heute immer noch nicht in vollem Umfang erreicht. Die Autorin hat nach meiner Ansicht hervorragend recherchiert und geschickt einen Übergang zu nachfolgenden Bänden einer neuen Reihe über die anderen drei Schwestern vorbereitet.

Fünf  ***** Sterne !

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das wunderbar stimmige , gebundene Rezensionsexemplar.

Katharina Fuchs, geboren 1963 in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und lebt heute mit ihrer Familie im Taunus. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und Paris war sie viele Jahre als Juristin tätig. Seit ihrem Spiegelbestseller „Zwei Handvoll Leben“ widmet sie sich ganz dem Schreiben. In ihren Romanen erzählt Katharina Fuchs von Familien über Generationen hinweg, von historischen Zäsuren und ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Viele ihrer Bücher sind von der eigenen Familiengeschichte inspiriert. Schwesternland ist ihr jüngster Roman.


Donnerstag, 9. April 2026

*Win your Heart* von Kristin Maciver - erschienen im Knaur Verlag

(Werbung, unbezahlt,, Rezensionsexemplar)

 https://www.droemer-knaur.de/buch/kristin-maciver-limerick-love-win-your-heart-9783426564325

INHALT/KLAPPENTEXT: Limerick Love. Win Your Heart

Roman | Band 2 der historischen New Adult Romance-Reihe

Limerick Love, Band 2


Würdest du alles risikieren, um sein Herz zu gewinnen?

Die spannend-romantische New Adult Sports Romance ist der zweite historische New Adult-Liebesroman der »Limerick Love«-Dilogie: Sinnlichkeit und ein Schuss Humor treffen auf ein malerisches Setting im historischen Irland.

Irland, 1462. Im Dorf ihrer Großmutter sucht Sláine Ó Meadhra nach einem Neuanfang. Stattdessen findet sie ihn: Callum. Doch ihr Freund aus Kindheitstagen hat eine mysteriöse Vergangenheit: Manche nennen ihn einen Piraten, andere einen Mörder. Er hält Sláine auf Abstand, so sehr sie auch seine Nähe sucht. Enttäuscht wendet sie sich dem charismatischen Rian zu und entdeckt an seiner Seite ihre Liebe zum Rudern. Doch ihr Herz schlägt bereits für Callum … Ein großes Ruderturnier wird schließlich zu Callums letzter Chance, seinen Namen reinzuwaschen. Aber skrupellose Gegner lassen ihm und Sláine nur eine Wahl: gemeinsam kämpfen – oder untergehen.

Historical Romance im malerischen Irland mit einer spritzigen Portion Sport und den Tropes Broken Hero, Bad boy with a good heart and Grumpy meets Sunshine

Lass dich von Kristin MacIver in die Gewässer Irlands entführen und entdecke eine mitreißende Liebesgeschichte über den Kampf um Freiheit und Glück!

Entdecke auch Kristin MacIvers 1. Band der Dilogie, »Break the Rules. Limerick Love«, in dem Sláines Bruder Ruairí, ein leidenschaftlicher Hurling-Spieler, und die rebellische Lady Viv gegen ihr Schicksal aufbegehren.

Frei nach dem Ausspruch „Herz über Kopf“ entschied sich Kristin MacIver nach ihrem Management-Studium in Irland und den Niederlanden für das Schreiben. Ihre Faszination für alles Keltische, ihre Leidenschaft für vergangene Zeiten und ihre Liebe zur Natur inspirieren sie zu ihren Geschichten. Sie lebt mit ihrem Partner in der Nähe von Stuttgart, wo man sie in ihrer Freizeit entweder auf dem Pferderücken oder im Theater findet. Mit Mut und Liebe durch das Leben zu gehen, ist ihr wichtig.

Meine Meinung zum Buch: 

Die Autorin entführt uns in das Irland des 15. Jahrhundert (1462) und erzählt  gefühlvoll und empathisch über das 
Leben und die grossen Lieben der jungen Sláine in einem kleinen Flecken,  an den Flüssen Maigue und Shannon gelegen. Die Protagonistin ist charakterstark, besitzt diplomatisches Durchsetzungsvermögen, Ehrlichkeit und viel Empathie für ihre Familie, Freund*inen sowie ihr gesamtes dörfliches Umfeld. Sie punktet dadurch sofort während der gesamten Lektüre. Geprägt durch eine liebevolle Kinderfreundschaft zu Callum hat sie sich diese tiefe Zuneigung bewahrt , verliert ihn leider jahrelang aus den Augen. Als erwachsene junge Menschen begegnen sich die beiden wieder und finden mal mehr , mal weniger wieder zusammen als Freunde. Überschattet wird diese aufkeimende, junge neue Liebe durch Gerüchte, dass Callum sich zu einem  gefürchteten und berüchtigten Piraten und Mörder entwickelt hat.

Diese historische und gefühlvolle New Adult Romance liest sich schnell und zügig . Der einfache und gefällige Schreibstil stört den Lesefluss in keiner Weise und so fliegt man durch dieses Buch im historischen Irland. Anerkennenswert ist die Beachtung der gälischen Sprache , die durch Namen und einigen kurzen Beschreibungen erwähnt wird. Von der irischen Geschichte  hätte ich mir allerdings viel mehr Erklärungen  gewünscht, denn die historischen Gegebenheiten der damaligen Zeit kommen viel zu kurz, oder werden eher gar nicht erwähnt. Auch die Charakterdarstellungen aller Protagonisten entsprechen eher unseren heutigen Wertvorstellungen der Moderne und sind in jeder Weise den Wünschen und Vorstellungen junger Leser*innen  der Lektüre gut angepasst. Eine Song-Playlist zu Beginn des Buches und ein kleines Glossar über Namen , Aussprache und Beziehungen der Protagonist*innen vervollständigen diesen gewählten Eindruck. 

Dieser Roman schenkt uns eine schöne und unterhaltende Lektüre für einige Stunden.
Das Buch kann ohne Probleme gelesen werden , auch wenn man den ersten Band nicht kennt.  

DREI *** Sterne ! 

Vielen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar mit dem ausgesprochen hübschen Cover. 

 

Montag, 6. April 2026

*Wochenrückblick vom 30.3.- 5.4.26*


 GETAN: Eine Kurzreise an die Nordseeküste über die Osterfeiertage, die gleichzeitig ein schöner Familientreff war. 

GEDACHT:  Auf den Dörfern und in den Städten des CUXLANDES verändert sich viel. Leerstände und Geschäftsaufgaben greifen auch dort um sich. Viele Kartoffel- und Eierverkaufshäuschen säumen die gradlinigen Strassen mit schönen, alten Baumalleen. 

GEÄRGERT: Über nix von Bedeutung für diesen Beitrag hier. 

GEFREUT: Über das Blühen und Grünen überall. Vor allem über die Farbe Rosa vieler Blüten und eine neue Musselin-Bluse. 

GESEHEN: Die tolle Hansestadt Stade mit seinen idyllischen und stimmungsvollen Häusern und Gassen am kleinen Hafengelände. Ein rauchendes Osterfeuer mit Strauchschnitt - von weitem. Herrlich einsame Moorlandschaften des Geestlandes,,,,

GELESEN: Eine schön geschriebene Liebesgeschichte, die im historischen Irland spielt. Ein Roman zum Ablenken und Reisen in die Vergangenheit. Weit bin ich allerdings nicht gekommen, da das reale Leben zu präsent und fordernd war.  


Ich wünsch Euch einen guten Wochenstart. 


*Unterwegs in ,,,Win your Heart*



Würdest du alles risikieren, um sein Herz zu gewinnen?
Die spannend-romantische New Adult Sports Romance ist der zweite historische New Adult-Liebesroman der »Limerick Love«-Dilogie: Sinnlichkeit und ein Schuss Humor treffen auf ein malerisches Setting im historischen Irland.
Irland, 1462. Im Dorf ihrer Großmutter sucht Sláine Ó Meadhra nach einem Neuanfang. Stattdessen findet sie ihn: Callum. Doch ihr Freund aus Kindheitstagen hat eine mysteriöse Vergangenheit: Manche nennen ihn einen Piraten, andere einen Mörder. Er hält Sláine auf Abstand, so sehr sie auch seine Nähe sucht. Enttäuscht wendet sie sich dem charismatischen Rian zu und entdeckt an seiner Seite ihre Liebe zum Rudern. Doch ihr Herz schlägt bereits für Callum … Ein großes Ruderturnier wird schließlich zu Callums letzter Chance, seinen Namen reinzuwaschen. Aber skrupellose Gegner lassen ihm und Sláine nur eine Wahl: gemeinsam kämpfen – oder untergehen.
Historical Romance im malerischen Irland mit einer spritzigen Portion Sport und den Tropes Broken Hero, Bad boy with a good heart and Grumpy meets Sunshine
Lass dich von Kristin MacIver in die Gewässer Irlands entführen und entdecke eine mitreißende Liebesgeschichte über den Kampf um Freiheit und Glück!
Entdecke auch Kristin MacIvers 1. Band der Dilogie, »Break the Rules. Limerick Love«, in dem Sláines Bruder Ruairí, ein leidenschaftlicher Hurling-Spieler, und die rebellische Lady Viv gegen ihr Schicksal aufbegehren.
Außerdem sind diese historische Liebesromane, die in Schottland spielen, von Kristin MacIver bei Knaur erschienen:
Der Traum der Lady Flower (Celtic Dreams 1)
Die Liebe der Lady River (Celtic Dreams 2)
Der Mut der Lady Leaf (Celtic Dreams 3)
(Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar)


 

Donnerstag, 18. September 2025

*Das weinrote Tagebuch* von Kathleen Winter - erschienen im btb - Verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

Erschienen am 13.8.2025

INHALT/KLAPPENTEXT: England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dorothy Wordsworth, Anfang dreißig, hat bisher ein wildes und unkonventionelles Leben geführt. Und sie ist die Vertraute und kreative Unterstützerin ihres berühmten Bruders William – einige glauben sogar, sie sei das Geheimnis hinter dessen dichterischem Ruhm. Nun hat sie gemeinsam mit ihm und seiner Frau ein vermeintliches Idyll im malerischen Lake District geschaffen.

Als William den jungen Landarbeiter James Dixon einstellt, entwickelt sich zwischen ihm und Dorothy – trotz der sozialen Kluft - ein besonderes Verhältnis. Einer Frau wie ihr ist er bisher noch nicht begegnet. Er wird zum stillen Zeugen des Alltags in Dorothys schillerndem literarischen Kreis, aber auch zum Werkzeug des Bruders, der seine Schwester hintergeht

»Das weinrote Tagebuch« lässt uns eintauchen in eine Welt voller emotionaler und künstlerischer Kämpfe, von Triumphen und persönlichem Verrat – und beindruckender Natur. Vor allem aber in die Geschichte einer starken und ungewöhnlichen Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz entschlossen ist, nach ihren eigenen Regeln zu leben.

Kathleen Winter ist Journalistin, Romanautorin, verfasst Kurzgeschichtenund schreibt Drehbücher für das kanadische Fernsehen. Ihr Debütroman *Annabel*war ein Bestseller in Kanada und ein internationaler Erfolg. Ihr Memoir *Eisgesang* war nominiert für den Hilary Weston Writers Trust Prize for Nonfiction und den RBC Taylor Prize. Kathleen Winter hat lange in St. John's auf Neufundland gelebt. Heute lebt sie in Montreal. 

Meine Meinung zum Buch:

Dieser Roman erzählt die traurige Lebensgeschichte einer verkannten Dichterin, die zu ihrer Zeit keine anerkannte Schriftstellerin sein durfte. Im England des frühen 19. Jahrhunderts war es in der Gesellschaft absolut verpönt, Literatur von begabten Frauen wie Dorothy (Rotha) Wordsworth zu lesen. Ihr Bruder war der bekannte und berühmte Schriftsteller William Wordsworth, der nicht unerheblich von Dorothys literarischer Begabung profitierte und sich von ihr inspirieren liess. 

Die Autorin Kathleen Winter hat das Verhältnis zwischen den Geschwistern intensiv erforscht und eine fiktive Geschichte erschaffen, die teilweise auf wahren Begebenheiten beruht.

Der junge Landarbeiter James Dixon begegnet seiner lebenslangen Liebe Rotha zum ersten Mal im zarten Alter von fünf Jahren. Sie beeindruckt den kleinen Jungen mit ihrer Wildheit, Lebendigkeit und dem Ausdruck ihrer kohlrabenschwarzen Augen. Diese Schwärmerei begleitet ihn auch, als er als junger Landarbeiter und Hausmeister für William, seine Frau Mary und seine Schwester Dorothy in Rydal zu arbeiten beginnt. Zu Beginn des Romans sitzt der über 50-jährige James Dixon am Todestag von Rotha zu Füßen eines Bergahorns und erzählt dem Baum und seinen Bienen die lange Leidens- und Liebesgeschichte über Dorothy Wordsworth.

Ich habe diesen fast verwunschenen Roman geliebt, ihn langsam gelesen und immer auf ein gutes, glückliches Ende gehofft. Leider ist das nicht eingetreten, aber der Genuss von Kathleen Winters wunderschönem und klaren Schreibstil hat mich mit der Härte des Lebens versöhnt. James Dixon teilt mit uns Leser*innen seine Erlebnisse mit der von ihm sehr verehrten Dorothy Wordsworth. Er hilft der kleinen Familiengemeinschaft von William, seiner Frau Mary und seiner Schwester Dorothy in allen Dingen des alltäglichen Lebens – von Reparaturen im Haus bis zur Gartenpflege – inmitten der herrlichen Landschaft des malerischen Lake Districts bei Rydal. Die Autorin lässt James Dixon zusätzlich aus seiner einfachen Sichtweise von den literarischen Ausflügen des Geschwisterpaares berichten. Einfache zwischenmenschliche Beziehungen gibt es in diesem Roman sonst nicht. Erst zum Ende des Buches wird die rätselhafte Freundschaft zwischen Dorothy und Mary Lamb für den Leser verständlich dargelegt.

Zum Ende ihres Lebens war die alternde Rotha nicht mehr fähig, ihre geliebten Wanderungen durchzuführen. So baute James Dixon ihr ein Holzwägelchen, mit dem er sie spazieren fuhr. Zusätzlich quälten sie Bauch- und Zahnschmerzen ihr Leben lang – wohl auch ein Ausdruck ihrer schwierigen seelischen Verfassung, die immer wieder im Buch thematisiert wird. 

Das Buch hat mich sehr berührt und ich spreche eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen aus. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-verlag für das Rezensionsexemplar. 





Donnerstag, 12. Juni 2025

*Das letzte Viertel des Mondes* von Chi Zijian - erschienen im Blessing Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Verlags Link

Erschienen am  28.5.25

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Eine alte Frau blickt auf ihr Leben: Sie ist die Witwe des letzten Häuptlings der Ewenken, eines Nomadenvolkes an der russisch-chinesischen Grenze. Ihre Existenz und die ihres Stammes sind bestimmt von den klaren Regeln der Gemeinschaft, der engen Symbiose mit der Natur, den Rentieren, der Jagd, den Wäldern. Doch im China des 20. Jahrhunderts machen die politischen Umwälzungen auch vor der Welt der Nomaden nicht halt. Die japanische Besetzung der Mandschurei zwingt die Männer in den Krieg, der Sozialismus der Mao-Zeit die Familien in die Städte und in geschlossene Häuser. Nur die alte Frau und ihre Sippe halten unbeirrt an ihrer traditionellen Lebensweise fest.

Chi Zijian wurde 1964 in Chinas nördlichstem Dorf, Mohe, an der russisch-chinesischen Grenze geboren. Seit ihrem literarischen Debüt »Unter den Bäumen« 1983 hat sie mehr als vierzig Einzelwerke veröffentlicht und gehört zu den erfolgreichsten Autorinnen Chinas. Ihr Werk wurde dreimal mit dem Lu Xun-Literaturpreis ausgezeichnet. 2008 erhielt sie u.a. für ihr Werk »Landschaft im See« mit dem Mao Dun-Preis die höchste Auszeichnung für Belletristik in China. 2004 erhielt sie das Suspence-Sentence Fellowship der australischen James Joyce-Foundation. Ihre Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, auf Deutsch ist dies die erste Übersetzung

Aus dem Chinesischen von Karin Betz

Karin Betz übersetzt chinesische und englische Literatur, sie ist Dozentin für literarische Übersetzung, Herausgeberin, Moderatorin und DJ. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Mo Yan, Liao Yiwu und Liu Cixin. Für ihre Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2024 und dem Special Book Award of China. 




Meine Meinung zum Buch: 

In diesem thematisch sehr interessantem Roman geht es um das Schicksal und die Geschichte einer kleinen indigenen Volksgruppe, den Ewenken. Sie sind verwurzelt im Bergland des nördlichen China, grenzüberschreitend zur Mongolei und den Grenzen der ehemaligen Sowjetunion. Eine alte 90 jährige Frau dieses Stammes erzählt ihre Lebensgeschichte, die zu Beginn des 20. Jahrhundert beginnt und mit vielen Sagen, Bräuchen, ihren persönlichen Erlebnissen und der Geschichte ihres Nomadenstammes bunt und eindringlich von ihr in schlichten Worten erzählt wird.

Der gut zu lesende, einfache und doch bunte Schreibstil der erfolgreichen chinesischen Autorin hat mich sehr beeindruckt. Ich denke und hoffe, dass der Übersetzerin KARIN BETZ damit eine sehr gute Arbeit gelungen ist. Diese Beurteilung aus meiner Sicht ist natürlich immer absolut subjektiv zu sehen. 

Diese Buch ist auch als ein Geschichtsunterricht in lockerer und anschaulicher Form zu erlesen und zwar aus der erzählenden Ich-Form  der 90jährigen Ewenkin, die ihr Leben aus einer Rückschau von neun Jahrzehnten passieren lässt. Das hat die Autorin in vier Teilen hervorragend dargestellt.Ein ausführliches Personverzeichnis als Anhang war sehr hilfreich für mich um die Verwandtschaftsbeziehungen der Protagonist*innen besser zu verstehen.  Eine gute und sorgfältige Recherche die sich mit dem Glauben und der Kultur der EWENKEN beschäftigt hat, liegt dem ganzen Buch wohl zu Grunde.Die Autorin hat sogar einige Zeit eng mit den EWENKEN verbracht.      

Die Veränderungen der natürlichen Lebensumstände durch Kriege und Umweltzerstörungen haben mich betroffen gemacht und beim Lesen oft aufblicken und nachdenken lassen. Einem Nomadenvolk, welches Jahrtausende im Einklang mit der Natur gelebt hat,  wurden und werden auch heute noch durch unsere sogenannte *Zivilisation* alle Lebensgrundlagen zerstört. In den einst unberührten Bergwäldern wird Raubbau an der Natur durch die zum Beispiel holzverarbeitende Industrie  betrieben - und den wenigen Ewenken, die noch als Nomaden leben möchten und können, wird ihre Lebensgrundlage , nämlich das Jagen und Umherziehen mit ihren Rentieren,genommen.  Viele Kriege im Grenzgebiet und die Verfolgung dieser ethnischen Minderheit der *EWENKEN*  in der Vergangenheit durch Russen, Japaner und Chinesen hat ein übriges dazu getan. Dieses damals unberührte, grenzübergreifende Bergland ist grösser als Europa!

Wer Interesse an dieser Verwobenheit von Geschichte, dem Schicksal ethnischer Minderheiten in Nordasien hat, ist mit dieser Lektüre bestens versorgt. 

Meine Bewertung für dieses hervorragende Buch:

 FÜNF ***** STERNE! 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Blessing Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!

    


Donnerstag, 1. Mai 2025

*Der Aufbruch* von Ingeborg Arvola - erschienen im btb-Verlag

 

*unbezahlte Werbung* 

Verlags Link

Erschienen am 19.3.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Nordfinnland, 1859: Brita Caisa wird nach einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann von der Kirche verstoßen und muss ihren Heimatort verlassen. Sie setzt ihre beiden Söhne auf einen Rentierschlitten, nimmt ihre Skier und bricht in einem Tross auf zum norwegischen Eismeer. Dort, so heißt es, soll das Meer vor Fischen brodeln und es ausreichend Arbeit und Essen geben. Als sie unterwegs den Hofbesitzer Mikko kennen lernt und eine vorläufige Anstellung findet, spürt sie, dass sie sich mit ihm eine Zukunft vorstellen könnte. Doch die gegenseitige Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt. Poetisch und voller Intensität schildert Ingeborg Arvola eine junge Frau, die mit den Normen der Gesellschaft hadert und mutig ihren eigenen Weg geht. In einer Welt, geprägt von der nordisch-kargen Landschaft, der Bedeutung des Fischfangs, Gottesgläubigkeit und einer tiefen, von Mystik durchzogenen Verbindung zur Natur.

Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.

Meine Meinung zum Buch: 
Ingeborg Arvola lässt uns teilhaben an einem Stück eigener Familiengeschichte, welche sie sorgfältig recherchiert hat. Sie entführt uns in die Jahre 1859 - 1862. Wir befinden uns in der Finnmark und begleiten eine 35-jährige Mutter mit zwei Jungen auf ihrem Schlitten, den sie mit ihren Ski durch die unwirtlichen dichten, tief verschneiten Wälder der Finnmark zieht. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Hunger,Entbehrungen sowie hämischen Nachreden ihres Dorfes und der Nachbarn, treibt sie an zu dieser Reise an die Küste des Eismeeres in Norwegen. Brita Caisa Seiparjærvi ist eine besonders schöne Frau mit aussergewöhnlichen Heilkräften und nicht verheiratet. Ihr älterer Sohn entstammt aus einer Beziehung mit einem verheiratetem Mann. Der Vater des kleineren Jungen verstarb früh, plötzlich und unerwartet. Der Pastor ihrer Kirchen-Gemeinde hat sie als unzüchtige Hure, Mutter von zwei unehelichen Kindern offen beschimpft, einer Kirchenstrafe unterzogen und blossgestellt.In ihrer Heimatgemeinde hatte sie nun mit ihren beiden Kindern keine glückliche Zukunft mehr zu erwarten.

Die Autorin beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, deren strenge Regeln uns kaum noch vertraut sind, die wir nicht akzeptieren. Auch Brita Caisa will sich den üblichen, damaligen Gepflogenheiten nicht fügen und bricht aus ihrem Leben aus. Sie hat ihren Söhnen zwar versprochen an der Eismeerküste zu heiraten, lernt aber den verheirateten Mikko kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und alles kommt anders, als dem grossen Jungen Aleksi und dem dreijährigen Heikki versprochen.

Der Roman erzählt in flüssigem und schön zu lesendem Ich-Stil vom Leben der Brita Caisa, ihrer Familie, den Bekannten und Freund*innen. Ich bin durch die Seiten geflogen und in ein ursprüngliches Leben in tiefen, dunklen Wäldern, Mooren mit Molte Beeren, Flüssen, Meeresküsten und eingeschnittenen Fjorden abgetaucht und war völlig gefesselt von dieser vergangenen, beschwerlichen Zeit. Der Duft von Holzfeuern aus einfachen Saunen, Tieren wie Schafen, Rentieren und von salzigen Meeres Brisen, getränkt mit Fischgeruch und dem Kreischen der Meeres Vögel entstand automatisch in meinem Kopfkino.  Ein Personenverzeichnis mit Namens Varianten in Finnisch und Norwegisch hat mir bei der Orientierung der vielen Personen und deren ungewöhnlicher Namen geholfen.Damals haben dort Volksgruppen wie Schweden, Norweger, Finnen,Samen,Russen miteinander gelebt und so die Finnmark bunt bevölkert.

Der wunderbare Schreibstil mit sehr poetisch verfassten Naturbeobachtungen hat mich verzaubert und sehr beeindruckt.  Der alte, mystisch angehauchte Volksglauben, die immerwährende Anwesenheit des *kleinen Volkes* mit seinen geheimnisvollen Besonderheiten und die Heilkraft der Brita Caisa bei Verletzungen und/oder Geburten, die sie aus der Natur und ihrem *inneren Wesen* zieht, haben mich fasziniert. Viele Ausdrücke und Lieder im Text eingestreut, in Original Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, oder einer Mischung konnte ich zwar nicht verstehen und/oder für mich übersetzen, haben mich aber trotzdem berührt und die Authentizität des Geschehens und des Textes unterstrichen.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch! Absolut lesenswert.  

Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-verlag für das gebundene  Print-Rezensionsexemplar.            

 



 

  

   


Freitag, 25. April 2025

*Fernwehland* von Kati Naumann - erschienen bei der Verlagsgruppe HarperCollins


Verlags Link

*Werbung, unbezahlt. Rezensionsexemplar*

Erschienen am 28.1.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Die Astoria ist das älteste seetüchtige Kreuzfahrtschiff der Welt. Seit über siebzig Jahren trägt es die Menschen übers Meer und hat schon unzählige Schicksale bestimmt. Nach einer Kollision mit dem Luxusschiff Andrea Doria wurde es an die DDR verkauft und fortan für Urlaubsreisen eingesetzt. Auf seinen Fahrten bis in die Karibik geraten das Schiff und seine Passagiere auch zwischen die Fronten des Kalten Krieges.


Die Stewardess Simone und der Matrose Henri haben sich vor vielen Jahren auf diesem Schiff kennengelernt. Heute treten sie noch einmal eine Kreuzfahrt mit der Astoria und damit auch eine Reise in ihre Vergangenheit an. Denn sie begegnen dabei der Schwedin Frida, die als Kind die Schiffstaufe erlebt hat und deren Geschichte ebenfalls ganz eng mit der des Schiffes verbunden ist.

Kati Naumann wurde 1963 in Leipzig geboren. In Sonneberg, im ehemaligen Sperrgebiet im Thüringer Wald, verbrachte sie einen Großteil ihrer Kindheit. Die studierte Museologin schrieb bereits mehrere Romane sowie Songtexte für verschiedene Künstler und das Libretto zu dem Musical Elixier (Musik von Tobias Künzel). Sie verfasste Drehbücher für Kindersendungen und entwickelte mehrere Hörspiel- und Buchreihen für Kinder. Kati Naumann lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Leipzig.

Mein Leseeindruck zum Buch:

In dieser fiktiv angelegten , sehr atmosphärisch geschriebenen Familiengeschichte geht es  um die Schifffahrt der ehemaligen DDR. Es handelt sich hauptsächlich um das älteste, seetüchtige  Kreuzfahrtschiff aller Zeiten, die ASTORIA. Im Jahr 1946 wurde sie in Schweden gebaut und fuhr zuerst unter dem Namen *Stockholm* zur See. Acht Jahre später havarierte dieses Schiff vor NEW YORK mit dem Luxusschiff  ANDREA DORIA  und wurde nach der Reparatur an die damalige DDR  günstig verkauft. Sie erhielt dort den Namen *Völkerfreundschaft* und wurde als Kreuzfahrtschiff für Urlaubsfahrten sorgfältig ausgesuchter  Bürger*innen der DDR über die Weltmeere fünfundzwanzig Jahre  genutzt. 

Kati Naumann hat in diesem Umfeld eine fiktive Familiengeschichte erdacht, die in zwei Zeitebenen spielt.  Sie beginnt vor dem 2. Weltkrieg als Grossmutter Dora noch bei der sächsischen Elbschiffahrt gearbeitet hat. Sohn Erwin und der Enkel Henri wachsen auch an der Elbe in Kötzschenbroda auf und sind der Schifffahrt und den Meeren immer leidenschaftlich verbunden.  Henri's Kinderwunsch später als Matrose auf internationalen Gewässern und den Weltmeeren zu fahren erfüllt sich tatsächlich. Dort lernt er seine grosse Liebe, die Stewardess Simone kennen. Sie arbeiten beide lange Jahre zusammen auf der *Völkerfreundschaft*.  Wir erleben in diesem Roman die Entwicklung der sozialistischen DDR  sehr genau - vor allem durch die lebendigen Schilderungen von bewegenden Lebensverläufen und den harten Arbeitsbedingungen aller Familienmitglieder. 

Nach der Wende erfüllen sich Henri und Simone einen Lebenstraum und leisten sich eine Kreuzfahrt auf der ehemaligen *Völkerfreundschaft* - nun aber als Gäste. Sie lernen Frida kennen, eine  ältere  Schwedin, die schon als Kind die Jungfernfahrt der *Stockholm* miterlebt hat und immer wieder auf unzähligen Kreuzfahrten des immer gleichen Schiffes, welches über die Jahrzehnte unter zwölf verschiedenen Namen fuhr,  dort glückliche Stunden erlebt hat. Sie freunden sich miteinander an und die jugendliche, allein reisende, kecke Elli schliesst sich ihnen an. Ein besonderer, geheimnisvollerLebenskreis, der alle Protagonist*innen miteinander verbindet, beginnt sich dadurch zu schliessen. 

Das Buch besticht durch einen einfachen und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin,  angereichert mit vielen abenteuerlich angehauchten Phantasievorstellungen aus Vergangenheit und Träumereien der Protagonist*innen Henri , Erwin und Dora, Simone und Frida. Kati Naumann hat diese fiktive, bunte Familiengeschichte mit sehr viel guter Recherche und besten Ortskenntnissen verfasst.  Etwas Geduld beim Verfolgen des Buches  ist allerdings angesagt, denn die vielen, etwas ausufernden, maritimen Schilderungen von Ereignissen der Hochseefahrt wie Stürmen, Schiffsunglücken, Arbeitsbedingungen auf See und dem sogenannten *Kalten Krieg* treffen sicher nicht jeden Lesegeschmack. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne !

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag HARPERCOLLINS für das Leseexemplar, welches ich auf der LBM2025 erhalten habe.  


Sonntag, 6. April 2025

*Pearly Everlasting* von Tammy Armstrong - erschienen im Diogenes Verlag

*Rezensionsexemplar, unbezahlte Werbung*

Erschienen am 26.3.25 

Verlags Link

INHALT/KLAPPENTEXT: Kanada, 1934: Das Mädchen Pearly Everlasting, zu Deutsch Silberimmortelle, ist fünfzehn und in einem Holzfällercamp mitten im Wald aufgewachsen – zusammen mit dem Bären Bruno, der seit ihrer Geburt ein Teil der Familie ist. Doch dann beschuldigt man Bruno, einen Mann getötet zu haben. Der Bär wird weggebracht, niemand weiß, wohin. Verzweifelt und entschlossen macht Pearly sich zu Fuß auf den Weg durch die tief verschneite kanadische Landschaft, um Bruno zu suchen.

Tammy Armstrong, geboren 1974, ist eine kanadische Lyrikerin und Autorin. Sie studierte Creative Writing an der University of British Columbia und hat in Literatur und Critical Animal Studies promoviert. Sie lebt in einem Hummerfischerdorf an der Südküste von Nova Scotia.

 Peter Torberg ,geboren 1958 in Dortmund , studierte in Münster und in Milwaukee. Seit 1990 arbeitet er als freier Übersetzer , u.a. der Werke von Patricia Highsmith, John Irving, Michael Ondaatje, John le Carré, Mark Twain, Irvine Welsh und Oscar Wilde. 


MEINE MEINUNG ZUM BUCH: 

Ein anrührend erstaunliches, sehr altes kanadisches Foto aus dem Jahr 1903, indem eine Frau ein Bärenjunges an der Brust stillt, bildet die Grundlage dieser fiktiven Geschichte der jungen kanadischen Lyrikerin Tammy Armstrong.

Wir befinden uns tief in den kanadischen Wäldern in einem Holzfällercamp während der 1930er Jahre. Das Leben dort ist hart, beschwerlich und gefährlich für die Arbeiter und ihre Angehörigen. Strenge Winter mit eisigen Temperaturen,  heftigen Schneefällen, Windbruch und die gefährliche Waldarbeit verlangen den Männern alles ab. Sie sind Unfällen, Krankheiten und Trennungen von ihren Familien durch die weiten, unwegsamen Entfernungen in der Wildnis fast hilflos ausgeliefert. Edon, der Koch, seine Frau Eula, eine Heilerin und deren gemeinsames  Baby *Pearly Everlasting*, zu Deutsch *Silberimmortelle* ist die einzige junge Familie im Camp. Sie bietet den Waldarbeitern menschliche Wärme, Verpflegungssicherheit im Kochhaus, sowie ärztliche Hilfe durch die Naturheilerin Eula. Als der Vater ein hilfloses Bärenwelpen Junges auf seinen Streifzügen durch den Wald findet und es zu seiner kleinen Tochter in die Wiege legt, wird das von den Holzfällern gleichmütig akzeptiert. Das passiert im *falschen Frühling* 1918 , der sehr kalt daherkam. Eula betreut den kleinen Bären Bruno wie ein eigenes Kind, legt ihn sogar an die Brust. Er wird sozusagen Pearl'ys Bruder und Spielgefährte von klein auf. 

Alle mögen Bruno und seine Bären-Streiche, wie das Erhaschen von Nahrung und übermütige Herumtollen im Camp 33.  Mensch und Tier verbinden sich durch eine gemeinsam gefundene Körpersprache, Lieder und Worte. Nur *Swicker* , Leiter des Camp 33 kann Bruno nicht ausstehen. Er ist der Meinung dass ein Bär nicht in menschliche Gesellschaft gehört. Es kommt zur Katastrophe. Swicker wird ermordet im Wald aufgefunden und Bruno dieser Tat verdächtigt und gewaltsam aus dem Lager entfernt. Für Pearly ist das unfassbar. Das inzwischen 15 jährige Mädchen macht sich auf die Suche nach seinem besten Freund und Spielgefährten Bruno.

In vielen Kapiteln beschreibt Tammy Armstrong die Kindheit von Pearly in der Ich-Form, die Spiele und das emotionale Zusammenwachsen von Pearly und Bruno in einer anrührenden und zärtlichen Sprache, die immer wieder von Mythen aus der Wildnis und poetisch beschriebenen Naturbeobachtungen aufgelockert wird. Der Zusammenhalt der jungen Familie, verbunden mit den Schicksalen der Holzfäller fasziniert und unterhält die Leser*innen  mit den unterschiedlichsten Schicksalen und Gewohnheiten der zusammengewürfelten Arbeiter. Eula und Ivy verarzten die kranken und verletzten Männer, Ansell hilft Edon im Kochzelt und über allen schwebt der immer gegenwärtige *Old Jack* über dem Camp 33 und den Wäldern - ein nicht fassbares Naturwesen des Waldes, welcher für alles , Gutes, Böses, Unheimliches, Schrecken und Wunder verantwortlich ist. Mythische und poetische Betrachtungen des Waldes und der Natur erwachen in diesem Roman immer wieder durch den lebendigen, zärtlichen und sehr bildhaften Schreibstil der Autorin zum Leben. Pearly hat für Bruno sogar ein *Bärenlied* komponiert, mit dem sie ihn immer zu sich locken kann. Die Ethnologin und Lieder-Fängerin Ebony nimmt dieses mit ihren Geräten auf und macht es so für die Nachwelt unvergessen.  

Doch als die junge  15 jährige Pearly aufbricht um ihren Freund Bruno zu suchen, begibt sie sich in das gefährlichste Abenteuer ihres jungen Lebens - in einen  Kampf mit den vereisten Elementen der Wildnis und Natur - und den Mitmenschen der sogenannten Zivilisation. 

Das Buch ist grossartig geschrieben , ein echter Coming-of-Age und Abenteuer Roman in bester Ausstattung ! Ich möchte aus diesen Gründen eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN aussprechen. 

Vielen Dank an die Autorin Tammy Armstrong und den DIOGENES VERLAG für das gebundene Print Rezensionsexemplar. 











      

 



  

        

 

Donnerstag, 12. Dezember 2024

*Die Templer. Rose und Kreuz* von Daniel Wolf - erschienen im Goldmann Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

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Erschienen am 16.10.24

INHALT/KLAPPENTEXT: Frankreich 1293. Das ganze Land wird von Unruhen erschüttert, selbst der einflussreiche Templerorden muss ums Überleben kämpfen. In diesen gefährlichen Zeiten begibt sich der Knappe Constantin auf eine fast aussichtslose Mission: Für seinen Herrn soll er einen sagenumwobenen Stein finden, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Constantin hofft, sich durch die abenteuerliche Reise als angehender Ritter zu beweisen. Dabei wird er von der temperamentvollen Mélisande begleitet, die sich ihm angeschlossen hat, um einer erzwungenen Ehe zu entfliehen. Constantin ist noch nie einer so eigensinnigen jungen Frau begegnet, gleichzeitig fasziniert ihn ihr Mut. Doch Mut allein wird sie nicht retten, als die beiden dem Templer Gérard begegnen und in einen tödlichen Rachefeldzug verstrickt werden, der den geheimnisvollen Orden bedroht ...

Daniel Wolf ist das Pseudonym von Christoph Lode. Der 1977 geborene Schriftsteller arbeitete zunächst u.a. als Musiklehrer, in einer Chemiefabrik und in einer psychiatrischen Klinik, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit den historischen Romanen um die Händlerfamilie Fleury, »Das Salz der Erde«, »Das Licht der Welt«, »Das Gold des Meeres« und »Die Gabe des Himmels«, gelang ihm ebenso der Sprung auf die Bestsellerlisten wie mit den zwei Bänden der Friesensaga »Im Zeichen des Löwen« und »Im Bann des Adlers«. Der Autor lebt in Speyer. Weitere Titel von Daniel Wolf sind bei Goldmann in Vorbereitung.

Meine Meinung zum Buch:

 Als erstes ist mir beim Aufklappen des Buches vorn und hinten die informative Karte von Teilen Frankreichs, der Champagne, der Picardie, der Normandie und dem Herzogtum Lothringen  aus dem Jahr Anno Domini 1293 aufgefallen. Das folgende Personenregister der Protagonist*innen erleichtert beim Lesen die Orientierung , da historisch verbürgte Persönlichkeiten mit einem Stern gekennzeichnet wurden. Der Roman dreht sich um eine spannende , fiktive Geschichte, die im Mittelalter angelegt ist, sich aber auch mit historisch verbürgten Ereignissen prächtig schmückt.  Der Templerorden  spielt eine wichtige Rolle, wie auch das sogenannte *einfache Volk*  aus Bauern, Dieben, Pfaffen, Kaufmannsleuten und Adeligen.  Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt, die sich *Drachenstein*, *Gnitaheide*, *Calypso u. Penelope* und *Clara valis* nennen.

 Es geht um die Reise des jungen Constantin Fleury, der sich auf die Suche für seinen Herrn Enguerrand IV, dem Baron von Coucy, nach einem heilenden,  legendären Drachenstein aufmacht, um seinem Vater und der Familie endlich als Belohnung das lang ersehnte  Leben auf einem eigenen Lehen zu ermöglichen. Constantin wird von der jungen, kecken und mutigen Cousine Mélisande begleitet, die unbedingt einer ungeliebten Ehe aus dem Weg gehen möchte. Eine heimliche Abenteuerreise mit dem jungen Herrn Fleury kommt ihr geradezu recht. Auch das unruhige Leben des Templers Gérard gibt einen tollen Einblick in diese unruhige Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen von Klerus, dem Rittertum und der adeligen, weltlichen Herrschaftsklasse. Als Gérard, Constantin und Mélisande aufeinandertreffen, zieht er die beiden jungen Leute in einen gefährlichen Feldzug. 

Der typisch lebendige und der Zeit angepasste, flüssige Schreibstil von Daniel Wolf entführt sogartig in das Denken und Handeln der damaligen Welt. Eine wohl sehr gut und sorgfältig durchgeführte, historische Recherche liegt dem zu Grunde. Man fliegt förmlich durch die fast neunhundert Seiten und langweilt sich währenddessen nie beim Lesen. Historische Ereignisse wechseln ab mit spannenden , abenteuerlichen und oft humorvollen Begebenheiten aus dieser Zeit, die bei jedem*er Leser*in ein einzigartiges und ganz persönliches Kopfkino erzeugt,,,,,,

Meine Bewertung aus dem Genre *historischer Roman* : Fünf ***** Sterne!

Herzlichen Dank an Daniel Wolf und den Goldmann Verlag für das umfangreiche, gebundene  Rezensionsexemplar!


Dienstag, 3. Dezember 2024

*Moorhöhe* von Maria Turtschaninoff - erschienen im Rowohlt Kindler Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagslink

Erschienen am 15.10.24

INHALT/KLAPPENTEXT: Ein Hof in Finnland, fünf Jahrhunderte. Eine universelle Geschichte von Mensch und Natur.

Nevabacka, «Moorhöhe», heißt das kleine Gehöft im Norden Finnlands, umgeben von Flieder- und Moltebeerbüschen und eingebettet in mythische Wald- und Moorlandschaften. Die Menschen hier sind tief im alten Volksglauben verwurzelt, für sie ist nur ein Leben im Verbund mit der Natur denkbar.

Im 17. Jahrhundert setzt der Bauernsohn Matts den ersten Spatenstich, seinen Nachkommen folgen wir bis ins 21. Jahrhundert hinein und lernen die unterschiedlichsten Bewohner des Hofs kennen: ein kleines Mädchen, das durch das Moor streift und einem Troll zu begegnen glaubt; einen Pfarrer, der während des Kriegs seinen Gottesglauben verliert; eine junge Frau aus der Großstadt, die den Sommer auf Nevabacka verbringen muss und von Heimweh geplagt ist – bis sie dem Zauber des Landlebens erliegt.

«Moorhöhe» erzählt von Menschenleben, die flüchtig sind wie Libellen. Und von der Natur als großer Konstante, die mal kultiviert, mal ausgebeutet wird, mal Rückzugsort ist und mal ein Ort, den es zu bewahren gilt.

Maria Turtschaninoff, geboren 1977, studierte Humanökologie und arbeitet heute hauptberuflich als Schriftstellerin. Ihre «Maresi»-Fantasy-Trilogie für junge Erwachsene wurde in dreißig Sprachen übersetzt und in ihrer finnischen Heimat mehrfach ausgezeichnet. «Moorhöhe» ist ihr erstes Buch für Erwachsene. Es erscheint in dreiundzwanzig Ländern und wurde 2022 mit dem schwedischen YLE-Literaturpreis ausgezeichnet.

Meine Meinung zum Buch: 

Nevabacka, die Moorhöhe hat mich eintauchen lassen in eine mir unbekannte finnische Naturlandschaft, die sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, die dort lebenden Menschen geprägt hat, die auf diesem alten Gehöft abgelegen,  mitten im Wald  ihre Lebenszeit verbringen.

Dieser sehr schön zu lesende  Roman in feiner Sprache  ist in Beschreibungen über fünf Jahrhundertbereiche eingeteilt, die vom 17. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert reichen. Die Schicksale der damals dort lebenden Menschen hat die Autorin sehr emphatisch und der jeweiligen Zeit wunderbar angepasst - in unvergesslichen Kopfbildern, geprägt von zeittypischen Charakteren der Protagonisten des jeweiligen Jahrhundert. Gerade auch die Veränderung des Waldes, der  Moore, der dort lebenden Tiere hat die Autorin mit poetischen und berührenden Beschreibungen eingefangen und  den Leser*innen stimmig übermittelt. 

Die bäuerliche Welt der frühen Jahrhunderte mit den arbeitsreichen und mythenreichen Vorstellungen der Hofbevölkerung haben mich berührt und vieles verstehen lassen, was wir in heutiger Zeit vielleicht als Aberglauben bezeichnen würden. Das Interessante an diesen Erzählungen aus den Jahrhunderten sind die Verbindungen der Menschen untereinander als Vorfahren. Nur beim aufmerksamen Lesen und durch kleine Hinweise erkennen wir wieder , wer mit wem verwandt, verbunden, verliebt, verhasst war. Die Menschen dort waren in allen Zeiten wortkarg, hart arbeitend, ihr Schicksal annehmend und haben mit Treue und Liebe  zu ihrem Hof und den dazu gehörenden Wald - und Moorlandschaften gehalten. 

Aber auch die Natur verändert sich. Vom Umfeld für Bären, Wölfe, Waldrene in früher Zeit  bis hin zur aufkommenden  kommerziellen Plantagenwirtschaft  zur Holzverarbeitung der heutigen Wälder im 21. Jahrhundert. 

Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung und eine mystische  und spannende Reise durch fünf Jahrhunderte Finnlands in einer abgelegenen Naturlandschaft. 

Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne. 

Lieben Dank an die Autorin und den Rowohlt Kindler Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar. 



 

 

Mittwoch, 16. Oktober 2024

*Die Schwarzgeherin* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

Verlagslink

Erschienen am 2.9.2024

INHALT/KLAPPENTEXT: Ein abgelegenes Tal in den Tiroler Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts. Das entbehrungsreiche Leben in ihrem von Aufklärung und Fortschritt vergessenen Dorf hat die 18-jährige Theres hart werden lassen – aber auch mutig, stolz und stark.

Als der mysteriöse Xaver im Tal auftaucht, verliebt sich Theres in den Fremden, den alle anderen bald für einen Wilddieb halten. In einer Gewitternacht wollen die Bauern dem Wilderer eine Falle stellen, doch der Vermummte entkommt schwer verletzt. Am nächsten Tag ist auch Xaver spurlos verschwunden. Außer sich verkündet Theres, Xavers Kind unter dem Herzen zu tragen, und flüchtet in die wilde Einsamkeit der Hochalpen. Dort will sie ihre uneheliche Tochter in Freiheit großziehen und von dem leben, was ihr die Berge schenken.

Ihr Leben verbringt sie zusammen mit ihrer Tochter in der Heimat, die sie nie ganz aufnimmt, aber auch nicht loslässt, bis ihr Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Liebe nicht nur ihr Leben in Gefahr bringt ...

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König hat sie sich bisher dem bayerischen Krimi-Humor verschrieben. Nun wagt sie mit "Die Schwarzgeherin" einen dramatischen, düsteren Ton, bei dem man bis zur letzten Seite den Atem anhält.


Mein Leseeindruck zum Buch: 

Wir reisen in eine alpine Bergwelt und finden uns wieder  im 19. Jahrhundert, mitten in den Bergen Tirols. Das abgelegene Tal ist schwer und nur unter Mühen  zu erreichen. Die Talbewohner verlassen ihre Dörfer selten, sind fleissige Bergbauern, die hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Alles ist von der Gnade und dem Wohlwollen des Herrgott und seiner heiligen Kirche abhängig. Es gibt strenge Regeln in dieser abgeschiedenen gläubigen Gemeinschaft , denen sich Männer und vor allem Frauen und Kinder fügen müssen. Es ist eine absolut patriarchisch geprägte Welt. 

In dieser fast fromm zu nennenden Umgebung wächst die junge Theres auf. Ihre Mutter stammt aus dem *Italienischen* , gibt ihr und allen früh verstorbenen Geschwistern viel Liebe und  Herzensgüte mit auf den Lebensweg.  Auch sie verstirbt und Theres steht plötzlich mit neun Jahren dem Haushalt des Lachermeyer Hofes vor. Theres widersetzt sich von klein auf vielen gängigen Ritualen auf dem Hof wie zum Beispiel dem Brauch des Tötens neugeborener Kätzchen, ist entsetzt über diese grausamen Handlungen des Vaters. Sie lernt schnell, dass es oft sinnvoll ist, kleine, wertvolle Geheimnisse für sich zu bewahren und dem harten, schweigsamen Vater nicht zu vertrauen. Ihr einziger Freund und Gefährte ist der gleichaltrige Leopold vom Xantner Hof. Die beiden Kinder sind unzertrennliche Freunde und eine spätere Heirat erscheint beiden Familien als sinnvoll und normal. Doch die aufkeimende Liebe und Leidenschaft  der erwachsenen Theres, entgegen allen Widerständen der misstrauischen Dorfbevölkerung und ihrer Familie zum mysteriösen Xaver Kargl bringt alle Planungen durcheinander,,,,

Der Schreibstil von Regina Denk erscheint sofort  durch den leicht bayrisch/österreichisch angehauchten, geschriebenen Dialekt als etwas ganz Besonderes und erinnert atmosphärisch an in den Bergen spielende Heimatromane. Er ist aber für jede*en zu verstehen und man braucht deswegen vor den fast vierhundert Seiten keine Scheu oder Bedenken zu haben. Alles ist prima zu lesen und vor allem gut verständlich und als moderner Heimatroman zu sehen, der gedanklich in unsere heutige Zeit passt. Man lernt in verschiedenen Kapiteln und Zeiten das Kind Theres kennen, die junge neunzehnjährige Theres, die achtunddreißigjährige *Schwarzgeherin Theres* sowie ihre junge Tochter Maria, achtzehn Jahre alt. Denn die Bezeichnung *Schwarzgeherin* bedeutet, dass sie eine *Wilderin*  und *Kräuterfrau* ist, die sich freiwillig außerhalb der dörflichen Gemeinschaft gestellt hat und oben auf dem Berg in einer Hütte abgeschieden und unter einfachsten Bedingungen lebt. Von den einfachen und abergläubischen Talbewohnern wird sie oft bei Krankheit und Kindbett Problemen zu Rate gezogen, oft mit den heimlichen Gedanken dabei, dass sie vielleicht doch eine Hex* sei. Wie nun die Wandlung von einem jungen, unschuldigem Kind zu einer Hex* und/oder *Schwarzgeherin* verlief, zeichnet Regina Denk treffend und empathisch in dieser sehr spannenden und dramatischen Lebensgeschichte auf. 

Dieser Roman ist ein Plädoyer für die Selbstbestimmung und Freiheit der Frauen und stellt sich gegen die vorherrschende patriarchaische Welt der Männer, die damals , wie auch heute leider immer noch oft gegeben war/ist. In den Kapiteln *Zwischenspiel* beschreibt die Autorin die freiheitliche Lebensspanne eines Adlerpärchen, welches sein Leben lang bis zum Tod des Partners beisammen bleibt.

Zitat Seite 382: "Eine jede muss sich fügen in dieses Leben, weil ihr gar nix anderes übrig bleibt, weil es einem die Mutter schon beibringt, dass man heiratet und Kinder kriegt und  folgt, damit man dazugehört, damit die Kinder dazugehören. Dass man gehorcht und das man still ist, dass man wegschaut, wenn der Mann sich nicht benehmen kann, dass man dableibt, selbst wenn er einen haut... du bist nicht die Einzige, die gern frei wär, Theres, aber es kann nicht eine jede einfach davonlaufen, die meisten, die müssen bleiben und es aushalten, die meisten, die sind erst frei, wenn es vorbei ist."Und die Schwarzgeherin spürte die Wahrheit in den Worten der anderen Frau, und anstelle von Wut empfand sie plötzlich fürchterlich trauriges Mitleid mit  ihr und  mit sich selbst und mit allen anderen Töchtern, Ehefrauen, Müttern, die von dieser Unmöglichkeit des Freiseins betroffen waren. Waren sie am Ende nicht alle gleich? " 

Dieser Roman ist eine absolute Leseempfehlung und ein Lesehighlight , dem ich sehr gerne FÜNF ***** Sterne gebe. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.  


 

Montag, 14. Oktober 2024

*Sing, wilder Vogel, sing - von Jaqueline O'Mahony - erschienen im Diogenes Verlag

 *Werbung, unbezahlt*                 

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Erschienen am 25.9.2024

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Aus dem irischen Englisch von pociao und Roberto de Hollanda

Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.

Jacqueline O’Mahony, geboren 1972 in Cork, Irland, begann schon früh zu schreiben und wurde mit 14 Jahren von der Zeitung ›Irish Examiner‹ als »Young Irish Writer of the Year« ausgezeichnet. Nach Studienjahren in Irland, Italien und den USA hat sie als Stylistin und Journalistin für ›Vogue‹ und andere Medien gearbeitet und 2015 an der City University ihren Master in Creative Writing absolviert. Sie wurde bereits für diverse Preise nominiert und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London.

Mein Leseeindruck zum Buch:

Wir begleiten den Lebensweg einer irischen Frau im 19. Jahrhundert während der grossen Hungersnot, die das Land in den Grundfesten seiner Existenz erschütterte. Eine Million Menschen starben und zwei Millionen Menschen verliessen die grüne Insel und wanderten aus in die ganze Welt. Beliebte Ziele waren die USA und Australien. Diese Katastrophe bildet den Hintergrund für den Lebensweg der fiktiven Honora im Roman oder auch Nell, wie sie sich später in den USA nennt. 

Grosse Hungersnot in Irland


Die junge Honora hatte im irischen Doolough keinen guten Start ins Leben. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und ein Rotkehlchen flog in das Haus, was nach altem irischen Wissen Unglück über das Kind und seine Familie bringen würde. Ihr Vater lehnte das Kind aus diesen Gründen ab und Honorar wuchs allein gelassen von ihrer dörflichen Umwelt wild und ungebunden auf. Der Wald und die Natur  waren ihre Spielplätze und liebsten Aufenthaltsorte - nur die alte Kräuterfrau Alice hielt ein wenig Kontakt zu dem Kind. Sie wuchs zu einer selbständigen und sehr schönen jungen Frau heran und heiratete William. Während der grossen Hungersnot verstarb auch er und das gemeinsame Kind.  Den Verlust des Kindes hat Honora nie verwunden und verarbeitet.  Die fiktive Honora überlebt den historisch verbürgten  Marsch der Dorfbewohner von Doolough nach Louisburg, den die englischstämmigen  Grundeigentümer erzwungen hatten. Vierhundert Menschen verstarben, gestrandet an einem See im Nirgendwo. Niemand überlebte. Honora schmuggelte sich mit der Hilfe von anderen Auswanderern auf ein Schiff und reiste nach Amerika um dort der Hungersnot zu entfliehen und ihr Glück zu finden. 


Honora's starker Wille , ihre unabhängige Persönlichkeit und  ihre gedankliche Welt hat die Autorin perfekt den Leser*innen nahe gebracht. Ihre Ausbeutung als Dienstmädchen und leichtes Mädchen in einem Bordell hat Honora tapfer und mit viel Kraft durchgestanden bis ein Kunde sie heiraten möchte. Er nimmt sie mit in die Weiten der Prärie. Dort geht es ihr gut und doch fühlt sich Honora immer wieder gefangen und unglücklich in ihren Beziehungen zu den sie umgebenden Menschen. Sie sehnt sich nach Freiheit in wilder Natur und Unabhängigkeit von rechtlichen Zwängen und Regeln einer  Gemeinschaft.  Alles verändert sich sich für sie als sie den indigenen Joseph kennenlernt. Sein persönliches Schicksal von Vertreibung , Flucht, Hungersnot ist ihrem nicht unähnlich.  

Diese Verbundenheit von zwei so unterschiedlichen Leben und Individuen auf verschiedenen Kontinenten so klar und einleuchtend darzustellen, ist der Autorin perfekt gelungen. Dieses Buch und der lebendige, anschaulich bunte, flüssige und spannende Schreibstil der jungen irischen Autorin hat mich völlig in seinen Bann gezogen, so dass ich das Buch nach wenigen Tagen beenden konnte  - und es hat noch lange in mir nachgehallt und meine Empfindungen und Gefühle mit neuen Eindrücken beeinflusst, da ich Irland als Reiseland sehr liebe und gut kenne. 

Dieser aufregende Roman ist eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen!


Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Print-Rezensionsexemplar.