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Donnerstag, 30. August 2018

*Blogpause*

                                            BLOGPAUSE  bis 17. September



Mittwoch, 22. August 2018

*Anna* von Niccolò Ammaniti, erschienen bei Julia Eisele Verlags GmbH

*Werbung*


REZENSION

Inhalt /Klappentext:

Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. 

Meine Meinung:
Was für ein hübscher Titel-Name für eine gar nicht hübsche Dystopie! Das gebundene Buch mit dem ansprechenden Cover und dem roten Lesebändchen war kaum bei mir angekommen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, habe es praktisch in einem Rutsch verschlungen. *Verschlungen* , dieses rohe und drohende Wort passt perfekt zu diesem Roman eines Weltunterganges. Der Autor erzählt fesselnd, erzeugt entsetzliche Kopfbilder durch eine abgeklärte und spannende Schreibweise. Eine Katastrophe wird von der nächsten abgelöst. Man glaubt auf jeder Seite fassungslos, dass es nun doch gar keine Steigerung von Entsetzen, Gewalt, Hilflosigkeit, Hunger, Not und Einsamkeit geben könne. Doch es geht immer weiter. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben zu Beginn in einem relativ geschützten Raum auf *Gut Maulbeerbaum*. Für die beiden verlorenen Kinder ist die *Zeit des Lichts *, wie Anna es nennt, untergegangen. Nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie sie es kannten. Und doch machen sie hin und wieder gute Erfahrungen, gewinnen einen treuen, tierischen Gefährten und Anna tauscht ihre Kindheit gegen die Verantwortung und Sorge für ihren kleinen Bruder ein, den sie liebt und beschützt.

Die apokalyptischen Beschreibungen des Autors von brennenden , zerstörten Landschaften erzeugten Ängste in mir, Zweifel an unserem westlichen Lebensstil, der so total abhängig von Technik und Energie ist. Diese Kinder werden in ein Leben zurückgeworfen, in dem die Suche nach Überlebensmöglichkeiten zum Kernpunkt ihres Daseins wird. 
Aber sie sind kleine, zwar noch unfertige Kinder, handeln oft instinktiv menschlich, kreativ, liebevoll, manchmal auch grausam und gleichgültig gegenüber anderen Lebewesen. Ein Selbstschutz, dem sie instinktiv folgen. 
Diese Organisation von  Kinderbanden, ihren Gesetzen, die der Autor beklemmend beschreibt, hat mich tatsächlich ein wenig an *Herr der Fliegen* von William Golding erinnert. Aber *Anna* liegt viel näher an einer möglichen Realität , die der Menschheit das Fürchten lehren könnte. *Die Rote, das Virus* , könnte ja durch viele andere Katastrophen, die die Menschheit auslöschen  würde, ersetzt werden. Das ging mir  beim Lesen immer wieder durch den Kopf. Sei es ein weltweiter Atomschlag, oder auch eine Naturkatastrophe. 

Ein interessantes Buch, das vom extremen menschlichem  Überlebenswillen berichtet, von Mut, Tapferkeit und auch Liebe. Von der Gefahr einer Verrohung durch das Machtstreben einzelner Gruppen, das Durchsetzen von den Grundstrukturen einer Diktatur.

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für ein grossartiges, aber auch schockierendes Buch, welches uns das Fürchten nahe bringt. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die schnelle Zusendung des Rezensionsexemplares!



Montag, 20. August 2018

*Sommersturm über Cornwall* von Louisa Leaman, erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung*

Info zur Autorin und Buch, erschienen am 21.5.2018

Rezension

Inhalt/ Klappentext:
Nina Munroe ist eine Karrierefrau mit einem attraktiven Verlobten und einer exakt geplanten Zukunft. Bis der Tod ihres Vaters alles verändert: Bei der Testamentseröffnung erfährt Nina, dass ihre Eltern ein Strandhaus an der Küste von Cornwall besaßen, das sie nun erbt: Snare Cove. Als sie das Cottage besucht, entdeckt Nina, dass das Haus den Schlüssel zu einem Geheimnis birgt, das mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun hat. Unterstützt von dem Lebenskünstler Danny kommt sie allmählich ihrer Familiengeschichte auf die Spur. Nina ahnt allerdings nicht, welche Geister der Vergangenheit sie mit ihren Nachforschungen geweckt hat ...

Meine Meinung: Dieses Buch lebt hauptsächlich von der schönen Atmosphäre an den windigen und wilden Stränden von Cornwall!
Schmuggleratmosphäre, Piratentum, alte Legenden, die voller Mystik und Geheimnissen stecken, geben dieser Geschichte die nötige Spannung und fesseln den Leser unterhaltsam mit sehr attraktiven und bunten Bildern von Meer und Küste. 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, geübte Leser fliegen schnell durch das Buch und man kann gut aus der Realität abtauchen ins schöne Cornwall. 

Denn die Hauptprotagonisten fallen ein wenig durch unglaubhaftes und sprunghaftes Verhalten auf. Vor allem die junge Nina macht laufend überraschende Kehrtwendungen in ihrem Handeln während ihrer Suche nach den unheimlichen  Geheimnissen und Geschichten, die das alte und baufällige Strandhaus umgeben. Der Leser fängt an zu staunen über soviel Naivität und teenagermässiges Verhalten einer jungen Frau von sechsunddreissig  Jahren. Ja, sie hat es schwer, nie den Verlust der verstorbenen  Mutter verwunden, das männliche Familienoberhaupt brillierte in seiner Vaterrolle nicht, sondern war ein verantwortungsloser Geselle mit einem Hang zur Gewalt. Immer wieder tauchen vor ihrem inneren Auge Bildsequenzen aus ihrer Kindheit auf, die ihr fremd  und unheimlich erscheinen, sogar Angstzustände auslösen.  Aber wie die Autorin wohl vom richtigen Leben gut abgeschaut hat, so läuft es auch im Buch. Nina wählt in ihrer hilflosen Unsicherheit einen Verlobten, der ihrem Vater ein wenig ähnelt. Der ehrgeizige Karrieremann Jake hat alles unter Kontrolle, den Job, seine Finanzen als auch die naive Nina.
Aber nun taucht Danny auf, ein ganz anderer Typ Mann, der Nina mit seinem forschen und spontanem Verhalten als armer Künstler und seefahrender Küstenfischer auf ganz andere Gedanken und Empfindungen bringt,,,

Dieses nette Taschenbuch hat mich gut unterhalten und mir einige unbeschwerte Lesestunden geschenkt, wobei ich mit Nina's pubertärer Charakterbeschreibung und ihren Stimmungsschwankungen doch einige Probleme hatte. 
Meine Bewertung: DREI *** gute Sterne für diese unterhaltsame Liebes- und Küstengeschichte.  

Ein Dankeschön geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar mit dem hübschen Cottage-Cover! 





Freitag, 17. August 2018

*Freitagsfüller*


Freitagsfüller
Eine Mitmachaktion der lieben Barbara!   DANKE!

1.   Eigentlich müsste ich  ich jetzt gleich einen Apfelkuchen backen! Müsste ? Nein, ich MÖCHTE!

2.    Beim Fliegen strecke ich gern die Beine aus und deswegen sitze ich gern in der Mitte.

3.   Unter dem Tisch sitzt doch immer mein kleiner Lesebegleiter, direkt zu meinen Füssen!

4.    Lebensmittel-Produkte  mit verschiedenen Namen und Label schmecken oft gleich oder  mindestens  genau so gut.

5.   Solange noch Sommer ist,  geniesse ich schöne Lesestunden auf meiner Terrasse.

6.   Apfelkuchen ist übrigens einer meiner Lieblingskuchen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf morgen , morgen habe ich geplant, etwas im Garten zu werkeln  und Sonntag möchte ich mir den Tag nicht von irgendwelchen Verpflichtungen  verplanen lassen!


Danke für die schönen Bilder lieber R.  !



Donnerstag, 16. August 2018

*Das brennende Mädchen* von Claire Messud, erschienen bei HOFFMANN UND CAMPE

*Werbung*


Rezension

INHALT und KLAPPENTEXT:
Die besonnene Julia und die draufgängerische Cassie wachsen zusammen in einer Kleinstadt in Massachusetts auf und sind unzertrennlich. Doch eines Sommers zerbricht ihre Freundschaft schleichend, aber für immer. Was ist passiert? Claire Messud erzählt davon, warum der Verlust der ersten großen Freundschaft uns so sehr prägt, und stellt zugleich die großen Fragen: Wie gut können wir einander jemals kennen? Wie wahr sind die Geschichten, mit denen wir uns unser Leben und unsere Beziehungen zu erklären versuchen?

MEINE MEINUNG: Gebannt habe ich den Verlauf des Romanes und die Entwicklung der Freundschaft von Julia und Cassie verfolgt. Beide Kinder, sie sind zu Beginn des Buches zwölf Jahre alt, wachsen unzertrennlich und liebevoll zueinander, fast wie Zwillinge, auf. Sie erkunden zusammen geheimnisvolle Welten wie verfallene Häuser, alte Steinbrüche, bauen sich eine eigene Fantasiewelt dort auf und schirmen ihre Welt gegenüber den Erwachsenen ab. Sie sind beste Freundinnen der Welt und glauben es für immer zu bleiben. Und doch zeigen sich dem Leser zu Beginn schon immer wieder kleine Zweifel an dieser Aussage, die Claire Messud geschickt und unterschwellig vermittelt. Man hofft von Herzen, dass es anders ausgehen möge, weiss aber ahnungsvoll um die Aussichtslosigkeit dieses Wunsches.  Die Freundinnen spüren auch diese bestimmte leise Angst, die immer stärker wird und sich in den Vordergrund  ihrer Gedanken drängt. Es ist die Angst vor dem Erwachsenwerden, das Aufkeimen von Zweifeln an der Freundin und ihrer Zuneigung, die immer näher kommende, unbekannte und bedrohlich erscheinende Erwachsenenwelt. Die Zukunft scheint nebulös und drohend vor ihnen zu liegen. Sie verstehen plötzlich die Welt, sich selber und die Freundin nicht mehr!  

Die Autorin lässt Julia diese Geschichte im Rückblick aus ihrer  Perspektive erzählen.  Beide Mädchen stammen aus Elternhäusern, die recht unterschiedlich sind. Cassie wächst vaterlos  mit einer Mutter auf , die das kleine Mädchen zwar über alles liebt, aber recht verloren, einfach und rätselhaft in ihrer Charakter-Beschreibung durch die Autorin wirkt.  Julia dagegen bekommt alles! Zuwendung, Liebe und Bildung aus ihrem Elternhaus.  Sie entwickelt sich weiter, entdeckt das Theaterspiel für sich und der Kontakt zu Cassie's Welt, der plötzlich nur noch  aus Musik, Party und ersten Jungenbekanntschaften besteht, wird immer schwächer. 
Und  doch halten beide Mädchen krampfhaft am Mythos der grossen Freundschaft fest, obwohl sie das Auseinanderdriften deutlich spüren.  
Diese Entwicklung versucht die Autorin mit ihrem sanften und einfühlendem Schreibstil dem Leser nahe zu bringen. Es gelingt ihr  fast perfekt, durch Andeutungen, Gedankensplittern, aber eben nur aus  Julies Sicht der Dinge als fast erwachsene junge Frau. Der Leser beobachtet Cassie aus der Ferne, zieht daraus  Schlüsse für sich, aber immer nur fundierend aus Julies Gedankenwelt.  Auch der Titel passt in meinen Augen gut zum Roman, er erschreckt zwar beim ersten Wahrnehmen, aber er trifft zu. 
Eine brennende , klaffende innere Wunde trennt die ehemaligen Freundinnen auf immer und jeder von uns hat vielleicht schon einmal den Schmerz einer verlorenen Freundschaft empfunden und kann diese Aussage nachfühlen. 
Genau das vermittelt Claire Messud einfühlsam, machmal zwar etwas langatmig im Schreibstil und fast unlustig in traurigen Szenarien. 
Das ist kein vergnügtes und amüsantes Buch, eher etwas nachdenklich machend, aber absolut lesenswert. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen grossartigen Roman über den Verlust der Kindheit mit einer absoluten Liebe zum Mitmenschen, mit teilweise fesselnden  Einblicken in das Abhandenkommen dieser Fähigkeit. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 




Mittwoch, 15. August 2018

*Irische Sehnsucht* von Maeve Binchy, erschienen im Knaur Verlag

*Werbung*


Rezension:

Inhalt/Klappentext:

Erzählungen von der Grünen Insel

21 warmherzige Erzählungen aus dem Nachlass der beliebten irischen Bestseller-Autorin. Mit ihren berührenden und gefühlvollen Kurzgeschichten lässt Maeve Binchy die Leserinnen am Leben und Alltag verschiedener Frauen in Irland teilhaben. Sie zeigt ihre unterschiedlichen Charaktere, ihre Wünsche, Ängste und Hoffnungen. Beziehungen gehen in die Brüche oder werden auf die Probe gestellt, neue Lieben und Freundschaften entstehen. Die Frauen kämpfen für ihre Träume und müssen sich ihren Ängsten stellen, um glücklich zu werden. Es sind Liebesgeschichten, Beziehungsgeschichten, Kurzgeschichten aus Irland – über Liebe, Freundschaft und etwas, das wohl jeder von uns kennt: Sehnsucht. 

Meine Meinung: Sehnsucht nach Irland hat das wunderbare Cover des gebundenen Buches sofort bei mir entfacht. Damit meine ich nun nicht nur die menschliche Sehnsucht nach Liebe, Freundschaft und Harmonie , sondern ich hatte gehofft von dieser Autorin auch etwas mehr  über ihr Heimatland und speziell die irische Mentalität der Bevölkerung zu erfahren. Leider haben diese Geschichten meine Sehnsucht nach irischem Feeling  nicht wirklich mildern können. Aber ich habe mit dieser leichten Lektüre einige unbeschwerte Lesestunden genossen, die mir gute Laune bereitet haben. Ab und an  haben mich die  Geschichten auch zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil, der 2012 verstorbenen Autorin Maeve Binchy ist leicht, beschwingt und sehr flüssig zu lesen. Diese Kurzgeschichten stammen aus ihrem Nachlass und sind typische Frauenlektüren, die von sehr viel Menschenkenntnis der berühmten Autorin zeugen. Sie hat  auch Theaterstücke und Kolumnen für die Irish Times  verfasst hat und ist eine echte Bestseller Autorin. 
Lasst Euch mitnehmen auf eine vergnügliche Reise zu Beziehungsgeflechten , Liebesgeschichten und schnuppert ein wenig frische Luft von der grünen Insel Irland. 

Meine Bewertung: DREI *** STERNE für die guten und feinen Geschichten der Bestseller-Autorin!

Lieben Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

Freitag, 10. August 2018

*Freitagsfüller*

Freitagsfüller
Schon wieder Freitag? Man glaubt es kaum.  Willkommen beim wöchentlichen Freitags-Füller Lückentext!
1. Jetzt kann man sich wieder anderen, wichtigeren Dingen widmen, als über die Hitze zu stöhnen und/oder sich im Haus zu verstecken!
2.  Mit manchen Menschen ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, einen mündlichen Austausch zu führen, ohne innere Widerworte zu formulieren und sie dem anderen nicht noch unhöflich an den Kopf zu werfen.
3. Es macht Spaß sich nun draussen  im Garten aufzuhalten und die frisch gewaschene Atmosphäre zu geniessen. 
4.  Lesen wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte. HAHA, ein Highlight?? Was soll das sein?  Kann ich denn in die Zukunft schauen?
5. Ich frage mich, was viele  kleine inhabergeführte Buchhandlungen dazu treibt, den Kopf in den Sand zu stecken und das INTERNET zu ignorieren. Das kann ich ich nur als ahnungslos dumm bewerten....
6. Einen grossen Teil meiner Lebenszeit der Familie und den Kindern zu widmen, das war es  wert.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen frischen Gartenabend, morgen habe ich geplant, entspannt auf dem Markt zu bummeln und Sonntag möchte ich die Sonntagsruhe geniessen!
Diesen Lückentext hat uns die liebe Barbara vom Blog scrapimpulse zur Verfügung gestellt. 

DANKESCHÖN !



Dienstag, 7. August 2018

*Die Unvollkommenheit der Liebe* von Elizabeth Strout, erschienen bei btb





Rezension

INHALT: Die Schriftstellerin Lucy Barton liegt nach einem Routineeingriff und einer nachfolgenden unklaren Infektion wochenlang in New York in einer Klinik. Ihre Mutter, die sie Jahre nicht gesehen oder gesprochen hat, besucht sie und bleibt Tag und Nacht an ihrem Bett sitzen und begleitet sie. Eine ganze Woche,,,,

Meine Meinung:
Die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout hat den vorliegenden Roman im Jahr 2016 unter dem Titel "My name is Lucy Barton" veröffentlicht.
Schüchtern und  sehr sensibel gewährt die Autorin dem Leser Einblick in die Seelenlage der Schrifststellerin Lucy Barton, die eine kritische Phase ihres Lebens, hervorgerufen durch eine mysteriöse Infektion, durchsteht. Durch die plötzliche Anwesenheit ihrer Mutter am Krankenbett, angereist aus Illinois , begeben sich beide Frauen auf eine gemeinsame Reise in die gemeinsame Vergangenheit der Familie. Lucy reflektiert plötzlich vergessene Erinnerungen aus ihrer ärmlichen Kindheit in einer Familie, in der Weinen und/oder Beschwerden streng von den Eltern untersagt wurden. Lucy's Geschwister, aber auch ihre Eltern, sahen in ihr immer eine Aussenseiterin, die anders war und ihren eigenen speziellen Weg ging. Der Zusammenhalt und die Gemeinsamkeiten der Kinder beschränkten sich auf das Durchwühlen von Lebensmittelmülleimern der Supermärkte oder gehobener Restaurants. Die Familie war unglaublich arm. Ihre Wohnung bestand aus einer Garage und Lucy litt und schämte sich dafür im reichen Amerika. All diese Gefühle aus dem Familienleben  waren nie ein Thema zwischen Mutter und Tochter, auch jetzt bleibt so vieles unausgesprochen, aber zwischen den Zeilen vermittelt die Autorin dem Leser diese ungesagten Worte über Schuld, Verbitterung, Verletzungen und unausgesprochener Liebe zu einander, eben ein unvollkommener Austausch von Liebe, Ablehnung,Vorwürfen und letztendlich auch vom Verzeihen.
Der Schreibstil besteht aus kurzen , einprägenden Sätzen, die von der Autorin oft eindringlich in noch kürzerer Satzform wiederholt werden. Ich konnte mich ruhig und gelassen darauf einlassen. Meine eigenen Vorstellungen über diese intimen Gespräche zwischen Mutter und Tochter bekamen dadurch genügend Raum.  
Viele Menschen hat Lucy mir in das Herz gelegt, wie den gütigen jüdischen Arzt des Krankenhauses, der sie täglich besucht, aber für die gesamte Zeit in der Klinik nur fünf Besuche berechnet. Oder ihren Nachbarn, mit dem sie ein stillschweigendes  seelisches Verstehen verbindet. 
Im Buch steht  die Persönlichkeit und das Empfinden  der *Lucy Barton* im Vordergrund , IHRE Geschichte, nicht die Beziehung ihrer gescheiterten Ehe mit William, oder das liebevolle Verhältnis zu ihren beiden Mädchen und dem Sohn Jeremy. Das war klar und faszinierend  zu erlesen. Die Geschichte wirkt nicht überfrachtet mit Hinweisen  auf zu viele andere Komponenten ihres Lebens. 
Das kommt auch sehr gut durch diesen Satz zum Ausdruck:

"Diese Geschichte hier, das ist meine, Meine. Und ich bin Lucy Barton."

Ob dieser Roman autobiografische Hintergründe enthält, ist mir nicht klar. 
Nach meinem Gefühl könnte es vielleicht so sein!

Meine Bewertung: FÜNF STERNE ***** für diesen grossartigen Einblick in die Seele und die Gefühle einer ganz besonderen  Frau und Schriftstellerin.

Danke an die Autorin für diesen Roman und an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!


Montag, 6. August 2018

*Die Mittsommerlüge*, von Katrine Nørregaard , erschienen im Diana-Verlag

*Werbung*


Inhalt /Klappentext:Zwanzig Jahre war Kristian spurlos verschwunden. Seine Tochter Louise verzeiht ihm nie, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hat. Und auch ihre Mutter versteht Louise nicht. Wieso hat sie ihr Schicksal klaglos ertragen? Doch als Kristians stirbt, können Mutter und Tochter nicht mehr schweigen. Denn er hinterlässt ihnen nicht nur viele Fragen, sondern auch ein idyllisches Sommerhaus am Limfjord – von dem niemand etwas wusste. Zusammen mit Louises Tochter Ida verbringen die Frauen eine Woche in dem Haus. Was hat Kristian dort so viele Jahre getan? Welches Geheimnis hütete er?



Meine Meinung:

Ich habe nun die dreihundertsechsundsechzig Seiten dieses Buches bewältigt und bin ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. In den ersten hundert Seiten geschieht nicht viel. Ich habe ernsthaft ans Abbrechen gedacht, aber dann ballen sich die Ereignisse und der Leser wird fast überrolt davon.  
Die Geschichte dieser Patchwork-Familie war eher ein Psychogramm und die versuchte Darstellung der Seelenlage jedes einzelnen Familienmitgliedes. Drei Frauen, Grossmutter, Mutter und Enkelin erzählen und beschreiben die Situationen aus ihrer jeweiligen  gegenwärtigen Perspektive und streifen auch ansatzweise immer wieder die Geschehnisse der Vergangenheit in ihren Erinnerungen. Idyllisch und harmonisch sind diese Schilderungen sicher nicht. Sie triefen von unterschwelligem Hass der Protagonistinnen, Unmut, Schuld und unausgesprochenen Verletzungen gegeneinander. Eine normale, oder gar heile Welt und ein vernünftiges Miteinander ist das in meinen Augen nicht.  Wahrscheinlich eher vielen realen, traurigen Familiengeschichten treffend abgeschaut und/oder aus dem Erfahrungsschatz der noch recht jungen und begabten Autorin geschöpft. Ihr  Schreibstil ist keineswegs langweilig oder anstrengend. Sie schreibt flüssig und man kann angenehm durch die Geschichte fliegen, wenn man diese  vielen negativen Verletzungen der drei Generationen gegeneinander  gut verarbeiten kann und nicht an sich heranlässt. Sehr viel Melancholie und Düsternis mutet sie dem Leser zu.

Als unpassend empfand ich den Titel des Romans. Er versucht eine heile nordische Welt in einem Ferienhaus am Fjord vorzugaukeln. Dem ist NICHT so. Diese Gehässigkeiten und Konflikte unter den Frauen sind nicht angenehm zu verarbeiten für den Leser und haben mir oft das Interesse am Buch und die Lesefreude verdorben. 

Merkwürdig abweichend, viel zu harmonisch  war auch der Schluss dieser Familiengeschichte, der so gar nicht zu den vorherigen kleinen familiären Katastrophen gepasst hat. Ich möchte nicht Spoilern, aber Luise ist und war eine Betrogene und Hintergangene dieser Familie und hat mir am Ende richtig leid getan.
Auch die lasche Handhabung und tolerante Einstellung der Familie zum Thema sexuelle Beziehungen innerhalb einer Familie hat mir nicht gefallen.  

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes, aber sehr konfliktreiches Buch.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar.

Freitag, 3. August 2018

*Freitagsfüller*

Freitags-Füller

Heute ist wieder der Freitagsfüller von Barbara hier zu erlesen. Auch bei diesen Temperaturen ist sie unermüdlich beim Posten!Danke!

1. Nach welchen Kriterien die Kunden in der Buchhandlung ihre Buchauswahl treffen, wird mir immer ein Rätsel mit sieben Siegeln bleiben.
2. Die Klimaveränderung zeichnet sich immer deutlicher ab und ich habe es schon sehr lange befürchtet.
3.  In meinem Bett, an meinem  Bett und um mein Bett ringsherum stapeln sich meine Lieblings-Bücher . Ob das  wohl stimmt??
4.  Die neuen Verlagsvorschauen zu durchforsten hat sich wieder mal richtig gelohnt.
5.  Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren tritt leider zu oft das Negative in den Vordergrund, was auch immer gemeint ist ;-) !
6.   In einem Restaurant zu sitzen , macht zur Zeit nur Sinn an einem kühlen Plätzchen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen lauen Tropenabend, wie so oft in letzter Zeit , morgen habe ich geplant, nichts besonderes zu machen und Sonntag möchte ich ebenso nix machen.