Dienstag, 9. Januar 2018

*Die Rose von Tibet* von Lionel Davidson, erschienen im Penguin Verlag

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.12.1994
  • Aktuelle Ausgabe : 09.10.2017
  • Verlag : Penguin
  • ISBN: 9783328100034
  • Flexibler Einband 544 Seiten
  • Sprache: Deutsch




Werbung





Rezension



INHALT/KLAPPENTEXT:

Januar 1949: Der britische Filmemacher Hugh Whittington soll auf einer Expedition in der Nähe des Mount Everest ums Leben gekommen sein. Doch sein Stiefbruder Charles gelangt an Informationen, die ihn an Hughs Tod zweifeln lassen. Er ist entschlossen, nach Tibet zu reisen und ihn zu finden, doch die Grenzen des Landes sind abgeriegelt. Auf gefährlichen Pfaden gelangt Charles schließlich ins verbotene Land, wo sein Bruder sich in einem Kloster aufhalten soll. Doch statt auf Hugh trifft er dort auf eine faszinierende Frau mit einem tödlichen Geheimnis …

MEINE MEINUNG:
Ich hatte mir von diesem Roman und Klappentext sehr viel Abenteuer, spannende Beschreibungen  über Land und Leute versprochen , wurde aber leider enttäuscht und muss nach langer Lese-Zeit zugeben: 
Es war ein Buch, welches mich nicht begeistern konnte!
Die langatmigen  und umständlichen Epiloge am Anfang und Ende des Buches lassen den Leser unbefriedigt und ohne Spannung zurück. Den Schreibstil des Autoren empfand ich als sprunghaft und unruhig. Man rätselt immer wieder wie er in diese oder die nächste Begebenheit so schnell hineinkommen konnte. Ich habe beim Lesen ganz oft Langeweile empfunden durch umständliche Formulierungen und Beschreibungen von Situationen und Gedanken des Protagonisten.
Meine Gedanken konnten laufend abschweifen und das bedeutet meistens ein Todesurteil für die Lektüre.
Mich störte auch die abschätzige Meinung des Protagonisten über die Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung. Seine westlich geprägte, arrogante Geisteshaltung kam sehr deutlich zum Ausdruck und hat mich ganz klar verärgert. Ich empfand diese Geschichte teilweise als skurril und der Lehrer und Stiefbruder  Charles erschien mir mit seinem Verhalten oft nicht authentisch. Vielleicht liegt  meine Unzufriedenheit auch an der unruhigen Lesezeit über die Weihnachtstage. Ich habe den berühmten *roten Faden* immer nur mit viel Sucherei wiedergefunden und plötzlich war die Farbe verblasst oder hatte gar gewechselt. 
Es war einfach wohl leider das falsche Buch zum falschen Zeitpunkt für mich,,,,möge sich der interessierte Leser aber immer ein eigenes Bild  machen, denn ich wertschätze jeden Autor und seine anstrengende Arbeit.

Meine Bewertung: ZWEI ** Sterne für ein Buch, welches mich nicht begeistern konnte!

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Bereitstellung des  Leseexemplars.

Montag, 8. Januar 2018

*Das Leben der Rebecca Jones* von Angharad Price, erschienen bei dtv

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.12.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 05.05.2017
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423145640
  • Flexibler Einband 176 Seiten
  • Sprache: Deutsch






Werbung

Rezension

INHALT:  
Dieser Roman erzählt die Biografie  der Familie Jones , die seit ca. 1000 Jahren eine  abgelegene Farm in Wales  bewirtschaftet. Wir verfolgen die aktuellen Familiengeschehnisse aus dem Tal Tynybraich in einem Zeitraum von ca. einhundert Jahren vom Beginn des 20. Jahrhundert bis 2012, erzählt von der Ich-Erzählerin Rebecca, die mit  ihren Eltern und dem Bruder Bob die Farm hütet und nebenher als Näherin zuhause arbeitet.  In der Familie tritt immer wieder ein Gendefekt von unheilbarer Blindheit auf. Drei Brüder von Rebecca sind davon betroffen und werden im zarten Kindesalter mit drei Jahren von den Eltern auf eine Blindenschule zur Ausbildung geschickt. Sie üben als erwachsene Menschen akademische Berufe aus, haben aber zeitlebens eine enge Verbindung zu ihrer Familie, Farm und der walisischen Heimat.  Alle Familienmitglieder sind literarisch sehr belesen und bewandert. Es gibt eine alte Bücher-Familentruhe mit  verschiedenen Schriften und Werken, auch  des Vorfahren Hugh Jones. Rebecca und ihre Geschwister haben von kleinauf darin gelesen und gestöbert….

KLAPPENTEXT: „Das Leben einer Frau.Die Stille eines walisischen Tals. Eine Geschichte von Tradition und Wandel voller Innigkeit und Würde.“

MEINE MEINUNG: Die poetische , lyrische , leise Sprache, deren Angharad Price sich in ihrem wunderbaren Roman bedient, hat mich sehr berührt. Ich habe mit grossem Interesse diese Familiengeschichte verfolgt .  Kleine und viele grosse Katastrophen, wie der Tod der jungen Schwägerin Kate, die ein Neugeborenes und ein  Kleinkind hinterlässt, ebenso wie die Blindheit einiger  Geschwister. Der blinde William, die schon über sechzigjährigen Eltern von Rebecca und sie selber kümmern sich selbstlos und rührend um die Kleinen und unterstützen Sohn und Bruder BOB auf unglaubliche Weise.  All das und viele andere Ereignisse  werden ohne Hast, Aufgeregtheit oder Anklage geschildert und bestechen durch die Schlichtheit der Worte und Sätze. Die wunderbare Landschaft, ihre Romantik , die  Heimatliebe  von  Rebecca und ihrer Familie zum diesem Landstrich , haben auch mich bezaubert!
Trotz der schweren, körperlichen Arbeit auf der Farm ist die ganze Familie geistig sehr rege. Ich finde das ist  bewundernswert.  Aber es ist auch ein grosses Geschenk, welches Rebecca  mit ihrem immerwährenden zur Verfügung stehendem Leben ihren Leuten gibt.  Sie opfert sich auf für die Familie , dem Fortbestehen von Traditionen und verzichtet auf persönliche Liebe und Familie zugunsten ihrer Geschwister, Eltern und Heimatliebe.

Das ca. einhundertsiebzig Seiten enthaltende Taschenbuch wird mit wertvollen alten  Original - Bildern der Familie Jones dokumentiert und vor jedem Kapitel finden wir Zeilen des schreibenden Vorfahren Hugh Jones.
Zitat  Kapitel 2 , Seite 47:
„Siehe, der Winter ist fort, vorüber ist die Zeit des Regens, und wieder zum Vorschein kommen die Blumen der Erde, und wieder zu hören ist der Vögel Gesang: Mit jedem Tag verweilt das Licht länger, und immer wieder blickt hoch aus ihrem Himmelszelt die Sonne, und nichts kann sich entziehen ihrer Glut. 
Hugh Jones , 1774

Meine Bewertung für dieses schöne Werk : FÜNF***** grossartige STERNE!

Vielen Dank an die Autorin und den dtv-Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

Montag, 1. Januar 2018

*WUNDER Weisse Tage* von Jeanette Winterson, erschienen im WUNDERRAUM Verlag

Werbung
Dieses Buch hat mich gerade noch rechtzeitig am 29.12.17 erreicht, um die zwölf winterlichen  Geschichten zu geniessen, die sich ein wenig an die Rauhnächte anlehnen. Es ist sehr ansprechend aufgemacht und bietet  Geschichten und ungewöhnliche Rezepte zum Nachkochen, zur  Unterhaltung, zum Nachdenken und Diskutieren,,,,
Die zwölf Rauhnächte

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.10.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 16.10.2017
  • Verlag : Wunderraum
  • ISBN: 9783336547852
  • Fester Einband 320 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Autorin Jeanette Winterson

REZENSION

Ich sah das Buch, nahm es in die Hand und war sofort verzaubert. Das Buch hat eine edle Ausstattung mit schlichtem, klassischen Anspruch , versehen mit einem netten Lesebändchen.

Zitat Seite 227 : "Und jetzt die 12 Tage von Weihnachten bis Dreikönig: Schmausen, Wärme, Erholung, Freude, Besinnlichkeit , Singen, gute Taten, Mitgefühl und eine gewisse Sinnhaftigkeit des Lebens."

Die in Grossbritannien sehr bekannte Autorin Jeanette Winterson nimmt den Leser mit in ihre  aufregende Welt der Fantasie, der Mythen , unseren Wünschen und Empfindungen während der Weihnachtszeit und der 12 magischen Nächte zwischen Heiligabend und den ersten Tagen des neuen Jahres. Sie erzählt ihre zwölf Geschichten in einem immer neuen Schreibstil, angepasst an das jeweilige Thema. Sie verwandelt ihre Gedanken und Themen immer wieder neu und lässt den Leser von einer Geschichte zur nächsten ungeduldig fliegen.  
Es geht in dieser Lektüre um viele menschliche Emotionen wie das Verstehen um  den * Geist der Weihnacht *, die Kraft der Liebe , des Verzeihen unseres eigenen Versagens und dem unserer Mitmenschen. Der Schrecken einer Gespenstergeschichte (Die Mistelbraut) kommt ebenso überzeugend aus ihrer Feder, wie das liebevolle , mitmenschliche Kümmern um eine andere Person in  der Erzählung *Die SchneeMama*. Vertrauen, Zuwendung, Mitmenschlichkeit leben, träumerisch und romantisch angehaucht sind diese zauberhaften Geschichten. 

Gewürzt hat Jeanette Winterson dieses Potpourri mit Plaudereien am Ende jeder Geschichte über  klassische, englische Rezepte, die hierzulande nicht so bekannt sind, aber trotzdem mit etwas Engagement leicht nachzukochen sind, wie zum Beispiel ein schöner Glühwein aus Rot- und Portwein, sowie mit  Gewürzen wie Ingwer, Zimt, Lorbeerblatt, Rohrzucker und einer mit Nelken gespickten Apfelsine, was in dem Fall ja auch bei uns wohlbekannt ist. Bei Mince Pies mit einer Mischung aus Mincemeat sieht es hier in Deutschland schon anders aus. 
In diesen Plaudereien nimmt sie den Leser auch mit zu ihren Bekanntschaften mit anderen Autoren/innen wie Ruth Rendell, die unter dem Namen Barbara Vine auch sehr interessante Bücher geschrieben hat. Auch sehr persönliche Erlebnisse mit Eltern und Lebenspartnerinnen kommen offen und mit viel Mut ehrlich zur Sprache. 
Dieses schöne Buch ist ein kleiner Schatz, den ich sicher gerne an jedem Weihnachtsfest aus dem Regal holen werde um mich auf diese wunderhafte Zeit des Jahres einzustimmen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für  die Zusendung dieses grossartigen Leseexemplars.

Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für diese zauberhafte Lektüre.   


Donnerstag, 21. Dezember 2017

*Die Rose von Tibet* von Lionel Davidson, erschienen im Penguin Verlag

                                                                                           Produktinformation
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.12.1994
  • Aktuelle Ausgabe : 09.10.2017
  • Verlag : Penguin
  • ISBN: 9783328100034
  • Flexibler Einband 544 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Infos zum Spannungsautor Lionel Davidson
Mit dieser Lektüre werde ich mich über die Weihnachtstage beschäftigen, falls überhaupt Zeit zum Lesen bleiben wird. Der Roman entwickelt von Anfang an Spannung und Neugier auf diese Geschichte , die eine Mischung aus Abenteuerroman, mystisch-esoterischen Begebenheiten und der Atmosphäre des Landes Tibet im Jahr 1950 vermittelt......


Dienstag, 19. Dezember 2017

*MUDBOUND Die Tränen von Mississippi*, erschienen im Pendo Verlag

Werbung
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.11.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 02.11.2017
  • Verlag : Pendo Verlag
  • ISBN: 9783866124561
  • Flexibler Einband 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Rezension

INHALT:  
In Mississippi, am Ende des 2. Weltkrieges spielt dieses mitreissende Südstaaten-Drama. Die etwas spröde, schon ältere Laura heiratet den Kriegsheimkehrer Henry McAllan. Sie verlässt ihr wohl behütetes Elternhaus und folgt ihrem Ehemann auf eine abgelegene Baumwollfarm mit dem bezeichnenden Namen *MUDBOUND*, was soviel wie Schlammloch bedeutet. Das Leben auf der Farm verlangt einiges von Laura ab, doch Florence, die Frau des farbigen Land-Pächters Hap steht ihr im Haushalt und bei den Geburten ihrer Kinder zur Seite. Wäre da nicht der liebenswerte und freundliche , immer mit guter Laune auftretende Bruder Jamie, auch ein Kriegsheimkehrer, der bei der Luftwaffe gedient hat, würde sie an dem für sie ungewohnten primitiven und  hartem Alltag verzweifeln.So erträgt sie alles klaglos, tapfer und verliebt sich sogar in ihren Schwager. Schwüle, brütende Hitze , Insektenplagen , immer wiederkehrendes Hochwasser, kein fliessendes Wasser und kein Strom erschweren das tägliche Leben der weissen Familie.  Grossvater Pappy, der mit auf der Farm lebt, ist keine Hilfe , sondern terrorisiert auf gerissene und unsympathische Art seine beiden Söhne , die Schwiegertochter  und Enkeltöchter. 
Hap’s Sohn Ronsel kehrt auch aus dem Krieg heim. Er war bei einem Panzerbataillon in Europa und hat dort eine weisse Frau lieben gelernt und leidet darunter, dass er zu Hause als Afroamerikaner wieder abschätzig behandelt wird. 
Ronsel und Jamie freunden sich an - und ein dramatisches Geschehen bestimmt das Schicksal der beiden Familien,,,,,

MEINE MEINUNG:
Atemlos  habe ich dieses dramatische Südstaatenepos verschlungen.
Die Autorin bedient sich eines mitreissenden, sehr bildhaft beschreibenden Schreibstils. Sie lässt die sechs Protagonisten Laura, Henry, Jamie, Hap, Florence und Ronsel jeweils aus ihrer Sicht diese schlimme Atmosphäre der damaligen strikten Rassentrennung von *Schwarz* und *Weiss* erzählen. Diese katastrophalen Zustände haben abstruse Gesellschaftsnormen hervorgebracht. Zum Beispiel durfte ein Farbiger nicht neben einem weissen Menschen vorne im Auto sitzen. Farbige wurden auf die Ladefläche verbannt. Die Autorin spricht packend unser  Herz und Mitgefühl an mit ihrer Geschichte. Sie erzählt eindrucksvoll von Freundschaft, Liebe und Mut, seelischen Verletzungen und Verzweiflung , vor allem aber von der Hilflosigkeit der Betroffenen, diese Unmenschlichkeiten zwischen Farbigen und Weißen zu verhindern oder gar zu besiegen.  Es ist ein sehr dunkles Thema der amerikanischen Geschichte, welche auch heute immer noch krasse und bösartige Auswüchse von Diskriminierung  und Rassismus in der Gesellschaft hervorbringt.
Hillary Jordan hat übrigens in ihren Roman vieles aus den Erzählungen ihrer Grosseltern geschöpft, die auf einer einfachen Farm in Arkansas gelebt haben. Sie hat ihre Grossmutter als die Protagonistin Laura in ihrem Buch verewigt. 
Erst durch das Auftauchen des farbigen Ronsel nahm dieser Roman wohl einen dramatischen, ganz eigenen Verlauf. 
Dieser Roman wird mich innerlich noch lange Zeit beschäftigen.

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diese grossartige Lektüre!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Pendo Verlag bei PIPER für dieses Rezensionsexemplar.

    Freitag, 15. Dezember 2017

    *Die Zeit der Rose* von Heather Cooper, erschienen im Goldmann Verlag

    Werbung


    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :20.11.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 20.11.2017
    • Verlag : Goldmann
    • ISBN: 9783442486113
    • Flexibler Einband 350 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    • Autorin Heather Cooper

    REZENSION

    INHALT: 
    Wir befinden uns im Jahr 1862 auf der Isle of Wight und verfolgen das Geschehen um die Familie Stanhope. Die Hauptprotagonistin und jüngste Tochter Eveline unterscheidet sich vom Charakter und Verhalten ein wenig von ihren Geschwistern und fällt heraus  aus dem üblichen Verhalten von Frauen ihrer Zeit. Sie möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und ist zum Kummer ihrer Mutter noch nicht verheiratet. Ihr Interesse gilt der neu aufkommenden Fotografie und sie erlernt das Schwimmen als Frau. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Zeit.
     Auch andere aufregende Veränderungen erschüttern die Insel. Es wird eine Eisenbahnlinie neu erbaut und Eveline ist trotz ihrer unabhängigen Denkweise anfangs davon nicht erbaut, da sie der Meinung ist , diese Bautätigkeiten verschandeln die schöne Landschaft. Sie lernt den jungen Ingenieur Thomas Armitage kennen und die Geschichte nimmt ihren Lauf,,,,,

    MEINE MEINUNG: 
    Ich hatte mir vom Titel und Klappentext eine entspannende und leichte Geschichte erhofft und meine Erwartungen wurden tatsächlich erfüllt.
    Die Autorin hat einen ansprechenden, durchweg ruhigen und angenehmen Schreibstil, der mir bildhaft diese Zeit vor Augen geführt hat. Das Geschehen plätschert locker vor sich hin und man kann getrost auch eine Lesepause einlegen, kommt trotzdem sofort immer wieder in diese Geschichte, die von Familienfesten und neuen Lebenserfahrungen der jungen Eveline geprägt sind, wie dem Schwimmenlernen in einem altmodische Badekleid, mit der Unterstützung eines Badekarren.
    Leider schafft es die Autorin nicht , den Spannungsbogen bis zum Ende des Buches zu erhalten. Es passiert einfach nicht so viel und in meinen Augen ist die Persönlichkeit von Eveline zu stark unserem modernen , heutigen Frauenbild angepasst. Das wirkt etwas überzogen und passt nicht zur Realität der damaligen Zeit.

    Trotzdem hat mich das Buch  zeitweise sehr gut unterhalten und ich gebe ihm gern DREI *** GUTE STERNE in meiner Bewertung.
    Herzlichen Dank an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

    Donnerstag, 14. Dezember 2017

    *Das Lied des Lebens* , erschienen im Insel-Taschenbuchverlag

    Werbung
    Produktinformation
    Heute möchte ich wieder ein kleines Gedicht aus obigen Gedicht-Büchlein vorstellen.
    Es ist im  Insel-Verlag erschienen . Der Autor Hermann Hesse hat diese Zeilen geschrieben.

    Wache Nacht

    Bleich blickt die föhnige Nacht herein,
    Der Mond im Wald will untergehen.
    Was zwingt mich doch mit banger Pein
    Zu wachen und hinauszusehn?

    Ich hab geschlafen und geträumt;
    Was hat mir mitten in der Nacht
    Gerufen und so bang gemacht,
    Als hätt ich Wichtiges versäumt?

    Am liebsten liefe ich vom Haus,
    Vom Garten, Dorf und Lande fort
    Dem Rufe nach, dem Zauberwort,
    Und weiter und zur Welt hinaus.




    Mittwoch, 13. Dezember 2017

    *Die Gesichter der Wahrheit* von Donal Ryan, erschienen im Diogenes-Verlag

    Werbung

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :28.09.2016
    • Aktuelle Ausgabe : 29.11.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257244182
    • Flexibler Einband
    • Sprache: Deutsch

    REZENSION

    INHALT: 
    In einundzwanzig Porträts von Menschen schildert der Autor die Geschehnisse und Handlungen der Menschen eines irischen Dorfes. Durch das soziale Leben und die äusseren , aktuellen Lebens-Umstände sind sie alle auf verschiedene Arten netzwerkähnlich miteinander verbunden. Der Autor beginnt mit BOBBY’S Denken über seinen Vater, seinen Arbeitgeber Pokey Burke, der nach dem Niedergang seiner Baufirma spurlos im Ausland verschwindet, seine Arbeiter nicht versichert hat  und endet mit den Erzählungen von BOBBY’S Ehefrau TRIONA und dem guten Ausgang einer schrecklichen Geschichte über eine Kindesentführung,,,,

    MEINE MEINUNG: 
    Wenn ich an das schöne Irland denke, tauchen sofort herrliche Landschaftsbilder in meinem Inneren auf und herzliche Begegnungen mit seinen Menschen. So geht es sicher den meisten Reisenden, die dieses Land besucht haben. 
    Der Autor Donal Ryan zeigt uns ein ganz anderes Bild der irischen Menschen auf, welches aber absolut real ist und unter der Oberfläche der Freundlichkeit und Gefälligkeit lauert. Das Land und seine Bewohner haben seit Jahrhunderten ärmlich und tapfer um das Überleben gekämpft. Die Schönheit der Landschaft macht leider niemanden satt und zufrieden. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung des sogenannten *Irischen Tigers* bekamen die Menschen Hoffnung auf Wohlstand und ein gutes Auskommen in ihrer Heimat. Leider ist diese hohle Wirtschaftsblase ja ZERPLATZT  und hat viele Aktivitäten und Initiativen brutal zerstört. Viele Menschen, gerade aus unteren Bildungsschichten kämpfen wieder hart um ihre Existenz und das Überleben in herrlicher Umgebung.

    Diese Kämpfe und Geschehnisse bringt Donal Ryan in den 21 Portraits oft in harter, slangähnlicher Strassensprache zu Papier. Manchmal scheint er das Motto zu beherzigen : Aufgeschrieben wie gehört oder/und gedacht. Es liest sich in vielen Charakterdarstellungen erschütternd in stimmigem Schreibstil, einfach, hart und kantig wie die Landschaft der irischen Westküste. Die Lektüre macht betroffen und traurig und doch finden viele Protagonisten zu Mut und Kraft zurück. Sie schaffen es mit Heiterkeit und Leidensfähigkeit  ihre Situationen zu bewältigen und/oder hinzunehmen. Der Autor beschreibt ehrlich einen Teil seiner irischen Mitbürger und nimmt kein Blatt vor den Mund.
     Ob er sich damit in seinem Heimatland viele Freunde gemacht hat, wage ich zu bezweifeln. Die Wahrheit, oder das was man dafür hält, tut anderen Menschen oft sehr weh.

    Das Buch ist ein tief erschütterndes, großartiges Lese-Drama, dem ich gerne eine Leseempfehlung  mit FÜNF ***** STERNEN gebe. 

     Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar!



    Sonntag, 10. Dezember 2017

    *Leere Herzen* von Juli Zeh, erschienen im Luchterhand Verlag


    Werbung

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.11.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 13.11.2017
    • Verlag : Luchterhand
    • ISBN: 9783630875231
    • Fester Einband 320 Seiten
    • Sprache: Deutsch


    REZENSION

    INHALT: 
    Britta Söldner führt mit ihrem Freund und Geschäftspartner Babak in Braunschweig eine psychotherapeutische Heilpraxis namens *Die Brücke* , die darauf spezialisiert ist selbstmordgefährdete Patienten aus dem Internet zu fischen, zu begleiten und bietet Hilfe an. Wenn die Patienten verschiedene Therapien durchlaufen haben und von ihrer Selbstmordabsicht nicht abzubringen sind , vermittelt *Die Brücke* mehr oder weniger illegal diese Patienten an unterschiedliche Terror Organisationen weiter,,,,

    MEINE MEINUNG: Schon beim Schreiben dieser kleinen, obigen  Inhaltsangabe stellen sich mir wieder die Haare zu Berge. Juli Zeh hat einen dystopisch angehauchten, gesellschaftskritischen Thriller geschrieben , der den Leser fesselt, bestürzt und vom Thema hoffentlich nicht unsere Zukunft sein wird. Ich war ein wenig überrascht von ihrem  Schreibstil, der nicht unbedingt an die Genialität ihrer vorigen Werke erinnert, sondern eher an eine *Normale Thriller Autorin*. Aber genau diese Möglichkeit verschiedene Facetten des Schreibens aufzuzeigen, zeichnet eine grosse Schriftstellerin aus. Man fliegt durch diese  spannende Geschichte , genießt viele Metaphern, wie zum Beispiel den Namen Britta SÖLDNER, eine Söldnerin der neuen Zeit in naher Zukunft, die von Informations Monitoren an den  Verkehrsampeln geprägt ist, von der BBB ( besorgte - Bürger-Bewegung ) , einem Überwachungsstaat mit heimlichem, schrittweisen Abbau der Demokratie. Es gibt viel Privatleben in dieser fiktiven Gesellschaft, politisches Desinteresse der Bevölkerung und Kinder versinken in einer Welt von Baller-Spielen.  Sie fügt geschickt Politiker wie Trump und Merkel beiläufig in ihren Roman ein und gibt ihm damit eine aktuelle Note. 

    Mein Fazit über die Botschaft der Autorin  dieser Geschichte , welches ich erlesen habe  und  das von  Juli Zeh ein  wenig zu offensichtlich und mit leichtem Vorwurf in die Buchwelt geschickt wird:
    Geht bitte wählen, schützt Eure Demokratie , sonst kann Euch ein ähnliches Geschehen wie im Buch drohen. 
    Meine Bewertung: FÜNF *****STERNE .

    Herzlichen Dank an die Autorin und die Random House Group für dieses Rezensionsexemplar!



    Donnerstag, 7. Dezember 2017

    *Dunbar und seine Töchter* von Edward St Aubyn, erschienen im Knaus Verlag

    Werbung

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :20.11.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 20.11.2017
    • Verlag : Knaus
    • ISBN: 9783813506983
    • Fester Einband 256 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Autor Edward St Aubyn

    REZENSION

    INHALT: 
    Henry Dunbar, einer der Protagonisten war zeitlebens ein weltweit operierender, einflussreicher Imperienmogul in der Finanzbranche , der ehrgeizig Geld, Macht und sein Firmenwachstum als Lebensziel ersten Ranges gesehen hat. Mit seiner ersten Ehefrau und den zwei bösartig denkenden und handelnden Töchtern Megan und Abigail, die ihren Vater hassen, hat er ein monströses Familienleben geführt. Die dritte Tochter Florence, aus einer zweiten Beziehung hervorgehend, liebt zwar ihren Vater, aber die Beziehung von Vater und Tochter zueinander ist sehr kompliziert. Diese unguten Familienkonstellationen werden dominiert von kaltem Ehrgeiz nach Macht und Einfluss  aller weiteren Familienmitglieder und Geschäftspartner , obskuren und grausamen Bösartigkeiten nach dem Motto *Jeder gegen Jeden* , perversen  sexuellen Neigungen und Handlungen, weitab von jedem menschlichen, fürsorglichem Miteinander und Wertschätzung der anderen Person. 

    Alles verändert sich, als der schon etwas verwirrte , alte Henry Dunbar mit seinem Freund Peter versucht, daß von den Töchtern ausgesuchte Pflegeheim für alte , wohlhabende Personen heimlich zu verlassen und dadurch jeder Bevormundung von Megan und Abigail zu entgehen. Während seiner Flucht durchlebt Henry Dunbar eine seelische Veränderung und überdenkt sein Leben. Schmerzlich wird ihm bewusst, dass er ALLES verloren hat was wichtig ist im MENSCH-SEIN und zwar durch eigene Machtgier und Rücksichtslosigkeit,,,, sogar die Zuneigung seiner ihn eigentlich liebenden Tochter Florence,,,,,

    MEINE MEINUNG: 
    Edward St Aubyn gehört zu den acht bekannten Autoren die beim „Hogarth Shakespeare-Projekt“ des Knaus Verlag mitmachen und indem die Autoren neuzeitliche Fassungen alter Shakespeare Dramen bearbeiten und diese unterschiedlichen Themen in einem eigenen Roman veröffentlichen. Der Autor hat das Drama *King Lear* von William Shakespeare als Vorlage gewählt. 
    Zu Beginn dieser Lektüre war ich etwas durch den doch recht anspruchsvollen und auch kunstvollen Schreibstil des renommierten Autor verunsichert. Ein Buch für den intellektuellen Leser ? DIESEN Eindruck konnte ich einfach nicht abschütteln und loswerden.  Nach ca. 80 Seiten hatte ich mich aber eingelesen und dieses zeitlose Familiendrama mit Entsetzen verfolgt. Von Harmonie, Frieden und liebevoller Zuwendung war nichts zu erlesen.
    Henry Dunbar’s Flucht mit Peter hatte mich beeindruckt und seine Wahnvorstellungen und einsame Flucht durch die kalte, abgelegene Landschaft haben Mitleid mit ihm in mir hervorgerufen.
    Diese seelische Veränderung durch die Flucht hat der Autor eindrucksvoll dargestellt und war für mich der beste Teil des Romans. 
    Trotzdem konnte ich zu keinem der Protagonisten eine positive Lesebeziehung aufbauen, da mich JEDE Charakterdarstellung abgestossen hat. Das Buch ist halt keine Familiengeschichte im üblichen Sinne, sondern ein grausames Drama über Kaltherzigkeit und Unmenschlichkeit - dem Drama *König Lear* von William Shakespeare eben nachempfunden und spiegelt realistisch unser unmenschliches Finanz- und Gesellschaftssystem und die möglichen Auswirkungen dieser Einflüsse auf die Psyche. 
    Ich war froh, als ich das Buch beendet hatte und möchte es sicher nicht noch einmal lesen oder mich mit diesem Thema beschäftigen.
    Viele Leser werden dieses Buch sicher anders erlesen und beurteilen  und ich hoffe, sie können diese ungewöhnliche Lektüre positiver geniessen als ich.

    Für mich kann es nur VIER **** STERNE in meiner persönlichen Wertung geben.

    Dankeschön für das interessante Leseexemplar an den Autor und den Knaus-Verlag in der Random House Group! 


    Mittwoch, 6. Dezember 2017

    *Nikolaus Tag*

    Danke für das Bild lieber R.


    Zum Nikolaustag erinnere ich gerne an ein Gedicht von Hermann Hesse !

    Ski-Rast (Hermann Hesse)


    Am hohen Hang zur Fahrt bereit,
    Halt ich am Stab für Augenblicke Rast
    Und seh geblendet weit und breit
    Die Welt in Blau und weißem Glast,
    Seh oben schweigend Grat an Grat
    Die Berge einsam und erfroren;
    Hinabwärts ganz in Glanz verloren
    Durch Tal um Tal stürzt der geahnte Pfad.
    Betroffen halt ich eine Weile,
    Von Einsamkeit und Stille übermannt,
    Und gleite abwärts an der schrägen Wand
    Den Tälern zu in atemloser Eile.