Mittwoch, 1. April 2026

*Sanditz* von Lukas Rietzschel - erschienen im dtv-Verlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*        

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. 

Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie. 

Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit. 

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman ›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“.  

Meine Meinung zum Buch: 
Der Autor Lukas Rietzschel gehört zur jungen Generation, die nach der Wende das Licht der Welt erblickt hat. Genau vierzig Jahre nach meiner Geburt. 
Er beschreibt den gewöhnlichen DDR-Alltag der Menschen genau und sehr stimmig . Zumindest habe ich es vor 1989 auch so ähnlich bei Besuchen zu DDR-Zeiten teilweise erlebt - alles untermauert durch die Erzählungen, Erfahrungen von verwandten Menschen und Bekannten aus diesem vergangenen Land und seiner Zeit. Das fiktive Sanditz könnte jeder Ort gewesen sein , doch der Tagebaubetrieb in der Lausitz mit dem Verschwinden von Landschaft, den Dörfern und seinen Menschen gibt dem Roman mit seinen so unterschiedlichen Protagonist*innen  einen traurigen, fremdartigen , fast melancholischen Hintergrund. Aber die Zeit steht nie still und auch die Jahre nach der Wende, die uns allen viel näher und klarer erscheinen,  bekommen den perfekten, realen Rahmen vom Autor. Er hat ein Stück deutscher Geschichte verewigt mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bevölkerung, die  charakterlichen Veränderungen im Leben der typisch Ostdeutschen korrekten Familie Wenzel und den vielen, bunten Nebenfiguren, die in seinem Roman eine bedeutende Rolle spielen, auf - und abtauchen in der nie langweiligen  Rahmenhandlung.
 Das Buch erzählt  bis zum heutigen andauernden Ukraine Krieg, den das Familienmitglied Tom als Freiwilliger Soldat erlebt und schildert. Diesen grausamen Schilderungen im letzten Drittel des Buches möchte ich eine Triggerwarnung ( Kriegsereignise, Gewalt, Tod, ) hier mitgeben. 

Das Buch liest sich wie ein spannendes Geschichtslehrbuch der letzten Jahrzehnte. Ein echter Krimi pur für alle Generationen zum NACHERLEBEN  und VERSTEHEN.

FÜNF STERNE ***** 



Herzlichen Dank an den Autor und den dtv-Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar, welches ich auf der lbm26 erhalten habe. 
    

                                                                       

 

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