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Mittwoch, 11. März 2026

*Bambino* von Marco Balzano - erschienen im Diogenes Verlag

 

*unbezahlte Werbung , Rezensionsexemplar*

Verlagslink


INHALT/KLAPPENTEXT: 

Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.


Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Mit seinem Roman ›Das Leben wartet nicht‹ gewann er den Premio Campiello. Mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega, in Italien und im deutschsprachigen Raum war das Buch ein großer Bestseller. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.

Auszeichnungen

 Ich bleibe hier für das ›Lieblingsbuch der Unabhängigen‹ nominiert, 2020

 ›Premio Bagutta‹ für Resto qui, 2019

 ›Prix Méditerranée étranger‹ für Je reste ici (Resto qui), 2019

 ›Premio Asti d’Appello‹ für Resto qui, 2018

 Je reste ici (Resto qui) in Frankreich auf der Shortlist des ›Prix du roman FNAC‹, 2018

 2. Platz des ›Premio Strega‹ für Resto qui, 2018

 Je reste ici (Resto qui) in Frankreich auf der Shortlist des ›Prix Femina‹, 2018

 ›Premio Campiello‹ für L’ultimo arrivato, 2015 

Meine Meinung zum Buch: 

Und wieder führt mich ein Buch in das Jahr 1920 und ich werde mit einem unangenehmen und doch aktuellem Thema konfrontiert. Dem FASCHISMUS !

Was bringt einen Menschen dazu sich seinen düsteren, dunklen, brutalen Seiten zu öffnen und seinen Mitmenschen Unbeschreibliches anzutun? Diese Überlegungen haben mich über zweihundertundvierzig Seiten begleitet und nicht mehr losgelassen . Von der ersten bis zur letzten Seite des Buches. 

Mattia Gregori hat schon als Kind grausame Wesenszüge gehabt, die von seinen liebevollen Eltern nicht verstanden, sondern einfach ignoriert wurden. Als Erwachsener Mensch wendet er sich dem aufkommenden Faschismus zu, quält, bedroht, bestiehlt und tötet am Ende sogar ohne Skrupel seine Mitmenschen. Er verliert Freunde durch diesen Wesenszug  - und fühlt sich allein, im Stich gelassen, unverstanden. Das alles beginnt und spielt sich in einer Grenzregion zwischen Italien, Slowenien , Kroatien in den 1920er  Jahren ab, in der Stadt und Region um Triest.  Eine dunkle Zeit Italiens wird über die Geschichte dieser Region vermittelt. 

Ich habe mich durch dieses Buch gequält und musste es oft aus der Hand legen um die unbeschreiblichen, grausamen Schilderungen und Handlungen des Mattia Gregori zu verarbeiten. Der Autor hat mit diesem Roman die Schwelle zur Horrorliteratur fast erreicht. Das Seelenleben von Mattia wird erbarmungslos in einem kaum auszuhaltendem Schreibstil geschildert. So habe ich diese Thematik beim Lesen noch nie erlebt. Trotzdem hat sich mein Eindruck von dieser Lektüre zum Ende des Buches hin gemildert. Mattia hat sich verändert durch die Härte des Krieges, die auch ihn nun betroffen hat, durch die Liebe zu einer Frau, durch die Suche nach seiner leiblichen Mutter, deren Existenz ihm sein Vater ein Leben lang vorenthalten hat. Nur seine Ziehmutter Tella hat ihm dieses Geheimnis auf ihrem Sterbebett noch verraten. 

Eine Lektüre die durch den Schreibstil des Autors beeindruckt,  von der Thematik nicht schön ist, aber am Ende eine Versöhnung mit Mattia und seinem Verhalten anbietet. Keine Lektüre für zart besaitete Leser*innen. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne. 

DANKE an den Autor und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.