Montag, 11. September 2017

* Unsere Jahre in Miller's Valley* von Anna Quindlen, erschienen bei der DVA

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Buchinfos:
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :21.08.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 21.08.2017
  • Verlag : DVA
  • ISBN: 9783421047588
  • Fester Einband
  • Sprache: Deutsch

Rezension

INHALT: Die Autorin erzählt die Geschichte einer amerikanischen Farmer-Familie in den 50er und 60er Jahren, die schon über zweihundert Jahre in einem kleinen, ruhigen Tal namens Miller’s Valley lebt und zwar aus der Sicht vom jüngsten Mitglied der Familie, dem anfangs elfjährigen Mädchen Mimi Miller. Wir erleben ihre Kindheit und später ihren Entwicklungsprozess zur jungen, erwachsenen Frau in ihrem Heimatort. Doch das Tal soll geflutet und ein Fluss gestaut werden. Die ansässige Tal-Bevölkerung stemmt sich mit aller Kraft gegen diese schon langjährigen Pläne des Staates. Alle würden ihre Heimat und ihre persönliche Vergangenheit verlieren, wenn diese Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung, so die Meinung der Regierung, durchgeführt werden,,,,,

MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch hat beim Betrachten des Covers bei mir tatsächlich ein angenehmes Heimatgefühl mit Erinnerungen im Kopf  an Düfte von Rosen, Lavendel, gebackenem Kuchen und frischen Früchten ausgelöst.
Diese freudige Erwartung auf ein angenehmes, zur Entspannung taugliches Buch wurde hauptsächlich auch eingelöst. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und gut verständlich. Ihre Protagonisten sind liebevoll, sorgfältig und ehrlich ausgestattete Charaktere , teilweise mit kauzigen  Eigenschaften, Geheimnissen und Gewohnheiten, wie sie in einer bunten, sozialen Talgemeinschaft immer zu finden sind.  
Aber Anna Quindlen springt, nach oft nur kurzen Sätzen, nach wenigen Augenblicken, immer wieder in eine andere  gedankliche Thematik und/oder Situation. Kurz gesagt, ich beschreibe das mit einer Redewendung : * Sie erzählt und kommt vom Hölzchen auf’s  Stöckchen* . Das war sehr mühsam und ich bin jetzt, am Ende des Buches der Meinung, dass es anfangs etwas mit dem Alter der elfjährigen jungen Mimi zu tun hat. Dieser hektische, anstrengende  Schreibstil verschwand nämlich plötzlich, als die Jugend der erzählenden Mimi zu Sprache kam.   
Anna Quindlen wollte dem Leser sicher damit die springende Denk- und Handlungsweise eines Kindes verdeutlichen, hat mich aber dadurch ein wenig verwirrt und enttäuscht. Auch der Epilog am Ende des Buches war in meinen Augen eher ein zu abrupt erzählter Schluss eines ganzen Menschenlebens und der Geschichte des Tales.  Als Leser hat man sich zwar  sagen können : „Aha, so ist also alles ausgegangen“, aber ich fand es nicht zwingend notwendig zum Verständnis des Romans und seiner vielen, unterschiedlichen Protagonisten, wie dem Bruder und Vietnam-Veteran Tommy, der psychisch gestörten Tante Ruth oder dem beständigen Jugendfreund Donald.  

Insgesamt gesehen ist es ein gutes, lesenswertes Buch über unterschiedliche Familiencharaktere, vor allem aber  auch über das typische amerikanische Landleben während der 50er und 60er Jahre , welches ich mit drei  *** Sternen empfehlen möchte.     
Herzlichen Dank an die Autorin und den DVA Verlag in der RandomHouse Group für das ansprechende Buch.

Freitag, 8. September 2017

*Das Lied des Lebens*

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Texte von Hermann Hesse aus dem Buch *Das Lied des Lebens*, Seite 215 vom Insel Verlag

Herbstgeruch (Hermann Hesse)

Wieder hat ein Sommer uns verlassen,
Starb dahin in einem Spätgewitter.
Regen rauscht geduldig , und im nassen
Walde duftet es so bang und bitter.

Herbstzeitlose starrt im Grase blässlich
Und der Pilze wucherndes Gedränge.
Unser Tal, noch gestern unermeßlich
Weit und licht, verhüllt sich und wird enge.

Enge wird und duftet bang und bitter
Diese Welt, dem Lichte abgewendet.
Rüsten wir uns auf das Spätgewitter,
Das des Lebens Sommertraum beendet!

Donnerstag, 7. September 2017

*Sitzen ist fürn Arsch* von Dr. Vivien Suchert, erschienen im Heyne Verlag

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.06.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2017
  • Verlag : Heyne
  • ISBN: 9783453604377
  • Flexibler Einband 208 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Rezension

INHALT/KLAPPENTEXT: Wer länger sitzt, ist früher tot! Evolutionär ist der Mensch zum Laufen gemacht. Doch was tun wir? Ob Auto, Büro oder Sofa – wir wechseln von einer Sitzgelegenheit zur nächsten. Und handeln uns damit allerlei Übel ein: von Rückenbeschwerden, Übergewicht und Diabetes bis hin zu Depressionen, Herzkrankheiten und Krebs. Die junge Wissenschaftlerin Vivien Suchert erklärt in diesem eigenhändig illustrierten Buch unterhaltsam, wie wir das Laufen verlernt haben, wo Sitzfallen lauern und warum Sport nur die halbe Miete ist.

MEINE MEINUNG:
Wie recht die Autorin doch hat. Nun sitze ich schon wieder und schreibe  etwas über diesen guten Ratgeber.  Die Autorin erinnert uns auf humorvolle, lustige und einprägsame Weise  daran, den sogenannten *Sitzfallen* aus dem Weg zu gehen und erinnert immer wieder  in ihrem Text daran, dass der Mensch evolutionsmässig  zum *LAUFEN und BEWEGEN* geboren wird. Ihre kompetenten Literaturquellen dazu hat sie auf acht Seiten aufgelistet. 
Seit einigen tausend Jahren sind wir ja nun nicht mehr als Jäger und Sammler in Steppe und Wald tätig, sondern fahren  heute gemütlich mit dem Auto zum Supermarkt, wo uns Nahrung im Überfluss erwartet. Um dem Leser diese Probleme der Bewegungsarmut  ein wenig klarer  und bewusster zu machen, stellt sie uns auf witzige Art und Weise *Ottfried* und sein Leben vor. Ein Typ, der vor 50 000 Jahren durch die Steppe gestreift ist und sich höchstens mal einen Stein unter den *Allerwertesten* geschoben hat. Ottfried taucht immer wieder auf  und sie hat zusätzlich nette Comics zur Verdeutlichung  der Thematik  *Bewegungsarmut *in das Buch eingebunden. 
Zum Glück kennt  sie aber Tipps und Tricks  der *Sitzfalle* zu entkommen und lässt uns an ihrem wertvollem Wissen teilhaben. Denn auch mit zwei Stunden sportlicher Betätigung in der Woche, die nach ihrer Meinung längst nicht ausreichen, landet man zur Belohnung doch immer wieder in der *Sitzfalle*.
Dr. Vivien Suchert macht natürlich in ihrem Buch auch darauf aufmerksam, dass wir zuviel und nicht unbedingt das Richtige essen. 

Insgesamt ist dieses nette Buch ein guter Ratgeber, der aufrüttelt und uns zu jeglicher Art von Bewegung auffordert. Dabei schneidet die übliche Arbeit einer fleissigen Hausfrau in ihren Augen  gar nicht schlecht ab,,,, und nun steh ich auf!
Meine Bewertung : Drei gute *** Sterne !

 Danke für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 5. September 2017

*Nach Onkalo* von Kerstin Preiwuß, erschienen im Berlin Verlag

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  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.03.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 01.03.2017
  • Verlag : Berlin Verlag
  • ISBN: 9783827013149
  • Fester Einband 240 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Autorin Kerstin Preiwuß
  • Leseprobe

Rezension

INHALT: 
Hans Matuschek, ein vierzigjähriger  einfacher , bodenständiger Mann , der noch immer bei seiner Mutter lebt und dort von ihr fürsorglich betreut wird, treffen einige schwere Schicksalsschläge. Seine Mutter stirbt plötzlich und er vermisst sie sehr - zwar nicht in jeder privaten Lebenslage ( beim Telefonsex verwünschte er oft ihre Anwesenheit im Haus, da sie ihn wegen der Kosten gern kontrolliert hat und schweigende Vorwürfe tätigte ) - aber da sind noch seine geliebten Tauben, um die er sich seit Kindertagen  verantwortungsvoll und mit Hingabe kümmert und die russischen Nachbarn Galina und sein Angelfreund Igor, der Matuschek  oft nachsichtig und belehrend mit dem Kosenamen Towarischtsch anspricht. Auch der alte, eigenbrötlerische Taubenzüchter Witt, ein ehemaliger Mitarbeiter im Kernkraftwerk Lubmin, hat immer ein Auge auf den unpraktischen Junggesellen Matuschek. Hans Matuschek ist zwar ein ungelernter Arbeiter, hat aber einen Job als fleissiger Wetterbeobachter auf einem russischen Flugplatz. Sein kleines, privates Glück findet er in seiner Liebe zu Irina. Doch als sie ihn verlässt (die Nachbarn verlassen ihn auch, Igor stirbt, Galina zieht fort und der windige Internethändler Lewandowski zieht in deren Haus ein) , bricht für ihn die Welt zusammen und er gibt sich verwahrlosend seiner Trauer und Verzweiflung hin. Zu allem Unglück verliert er auch noch seinen Arbeitsplatz, auf den er immer  sehr stolz war,,,,

Zitat auf Seite 104 über die Heimkehr von Matuschek's Tauben: 
Aber darum geht es ihm nicht, sondern da ist dieses Gefühl , das sich stumm in ihm ausweitet und ihn für alles entschädigt, was sonst fehlt. 
Wenn sie aus dem Himmel stürzen. Wenn sie die Flügel anlegen und zack, einfach da sind. Zu wissen, dass die Tauben kommen, dass sie immer wieder kommen , egal von wo, und sein Haus ist das Zentrum der Welt. Solange er sie fliegen lässt, kommen sie zurück. Das ist es, was er braucht, dafür kriegt er das Flattern, und langsam wird er nervös, weil Witt sich noch nicht gemeldet hat. 

MEINE MEINUNG: 
Die fast lyrisch anmutende, sprachgewaltige Ausdrucksweise von Kerstin Preiwuß hat mich ausserordentlich gepackt und mit einem unwiderstehlichem Sog immer wieder schnell zum Buch greifen lassen. Sie beschreibt ergreifend wie Matuschek unaufhaltsam in eine Depression abgleitet, sich selber nicht mehr wertschätzt , verwahrlost und sich auch noch vom neuen aggressiven  Nachbarn Lewandowski manipulieren lässt. Es macht eigentlich keine Freude diesen Absturz zu beobachten und zu lesen, aber das Buch beiseite legen oder gar zu vergessen, funktioniert überhaupt nicht. Kerstin Preiwuß versteht es meisterhaft die Einsamkeit, Hilflosigkeit und den Zweifel an sich selber bei Hans Matuschek zu beschreiben. Das Buch ist ein starkes Psychogram vom Hauptprotagonisten und seiner Mitmenschen , auch von der abgeschiedenen , ländlichen Umwelt an einem See. Die Idylle dieser Landschaft steht in krassem Gegensatz zum Denken und Handeln dieses zurückgelassenen, einsamen Menschen in Ostdeutschland. Ich empfand ihn nicht als sympathischen oder anziehenden Mann, aber seine naive Verzweiflung und Denkweise haben sehr an mein Mitleid appelliert. Er ist EINFACH NUR EIN MENSCH mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern und Verhaltensweisen, die man sich nur vorstellen kann. Aber er hat auch Stärken und wie er es schafft, diese wieder zu aktivieren - das ist ein spannendes und am Ende doch wieder ein erschreckendes Erlebniss für den Leser…..

Meine Bewertung : Fünf *****Sterne für ein grossartiges Buch!

 Ein herzliches Dankeschön an die Autorin und den Berlin Verlag bei Piper für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Sonntag, 3. September 2017

*Wo drei Flüsse sich kreuzen* von Hannah Kent, erschienen im Droemer Verlag

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Hardcover, Droemer HC
01.09.2017, 432 S.
ISBN: 978-3-426-19979-4


Rezension

INHALT:  
Wir schreiben das Jahr 1825 in Irland/County Kerry.
Nóra lebt seit  dem plötzlichen  Tod ihres innig geliebten Ehemannes einsam und abgeschieden mit ihrem Enkel Micheál in ihrer einfachen, mit Reet gedeckten Kate. Micheál ist der Sohn ihrer verstorbenen Tochter Johanna, der von dem Vater des Jungen  zu den Grosseltern in Obhut gegeben wurde. Micheál ist vier Jahre alt, ungewöhnlich zart und nicht altersgemäß entwickelt. Nóra sorgt sich sehr um den Kleinen und stellt nach dem Tod ihres Ehemannes Martin die vierzehnjährige Mary Clifford als Magd ein , die sich um das Kind kümmern soll. Die abergläubische Bevölkerung des abgeschiedenen Tales ist der festen Überzeugung, dass der zurückgebliebene Junge ein Wechselbalg ist, ein sogenanntes Feenkind.
 Nóra sucht Hilfe  für das kranke Kind bei der geheimnisvollen, alten  Kräuterfrau, Heilerin und Aussenseiterin Nance Roche, die die *Gabe*besitzt  mit der Anders-Welt und dem *guten Feenvolk* Kontakt aufzunehmen.
Eine verhängnisvolle Geschichte voller Heimlichkeit, Brutalität und Missverständnissen zwischen drei Frauen und der  in alten Traditionen und Aberglauben  verhafteten Talbevölkerung nimmt nun ihren tragischen Verlauf,,,

Zitat Seite 370. 
Beschreibung von Mary:
Sie war doch nur ein Mädchen vom Moor. Ein Mädchen von binsenbewachsenem, torfigen Grund, aus dem die Erde schwarz herausquoll und auf dem man immer Gras, Staub oder Lehm unter den Füßen hatte, nie Kopfsteinpflaster oder die lackierte Oberfläche von Holz.

Zitat Seite 51
 Nór’as Schicksalsschlag:
„Dein Sohn bleibt dein Sohn , bis er heiratet, aber deine Tochter bleibt deine Tochter , bis du stirbst. Und jetzt auch noch deinen Mann zu verlieren…Gott ist wirklich grausam: Er nimmt die , die wir am meisten lieben, am ehesten zu sich.“

Zitat Seite 215
Nance Roche, die Heilerin mit der Gabe: 
Nance saß in der Dunkelheit ihrer Kate und beobachtete durch die offenstehende Tür , wie das sterbende Jahr sich dem Schnee ergab. Die Nacht senkte sich heilig, als ob die Herrlichkeit Gottes im Wechsel von Hell zu Dunkel wohnte. In ihren zerlumpten Umhang gehüllt, hörte sie die Stille laut wie eine Klosterglocke. In dieser Nacht würden sie beginnen. Mit der Heilung. Dem mysteriösem Flehen. Dem Auftrennen alter Magie.

MEINE MEINUNG:
Lange hat mich ein Buch nicht so beeindruckt wie das Obige, denn es ist eine wahre Geschichte. Das Cover versetzte mich schon beim Betrachten in eine angespannte Stimmung voll unheimlicher Vorahnungen. Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt und jedem Kapitel wird als Titel eine Kräuterpflanze gewidmet wie zum Beispiel die Wasserschwertlilie, Nesseln , das Kreuzkraut oder auch einem Baum wie der Esche. Der Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Buch *Das Seelenhaus* genossen habe, ist total flüssig, einprägsam , voll beeindruckender , bildhafter Sätze und fantasievoll. Ihre zarten und stimmigen Naturbeschreibungen der irischen Landschaft haben in meinen Augen sogar eine poetische Nuance.  Hannah Kent hat sich intensiv mit dem irischen Volks- und Brauchtum  beschäftigt und hervorragend in alten Archiven und Bibliotheken recherchiert.  Sicher hat sie auch alte, mündliche Überlieferungen aus der heutigen Bevölkerung einfliessen lassen. Für viele Ereignisse setzt sie sogar  gälische Begriffe in kursiver Schreibweise ein. Piseógs zum Beispiel sind Flüche, schlechte Wünsche, die man auch bildlich mit Steinen und Pflanzen errichten kann. Die inneren Widersprüche und Konflikte zwischen christlich-katholischem Glauben und alten , heidnischen Bräuchen,  die in der Bevölkerung zu dieser Zeit brodelten, hat sie perfekt und glaubhaft dargestellt. Irisches Landleben der damaligen Zeit pur. 
Die Armut und Unwissenheit  der Menschen vor der grossen Hungersnot und Auswanderungswelle in Irland sind mir durch diese Lektüre  wirklich zu Herzen gegangen. Was auch gerade Frauen durch Kindbett, Schwangerschaft und Armut aushalten mussten, war unglaublich.

Der Arzt der Armen ist der Tod.
Liagh gach boicht bas

Für dieses spannende und ungewöhnliche Buch gibt es eine absolute Leseempfehlung von fünf ***** Sternen von mir.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.








Donnerstag, 31. August 2017

*Halali* von Ingrid Noll, erschienen im Diogenes Verlag

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  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 26.07.2017
  • Verlag : Diogenes
  • ISBN: 9783257803839
  • Audio CD
  • Sprache: Deutsch
Infos zur Autorin:Ingrid Noll

Rezension

INHALT: 
Die 82 jährige Holda , auch Frau Holle oder nur Holle genannt , lebt mit ihrer Enkelin Laura, die der neuen Social media Generation  angehört , im gleichen Haus. Laura besucht ihre Grossmutter regelmäßig und bringt ihr oft etwas zum Essen vorbei , holt dafür gern ihre frisch gebügelte Wäsche ab. Aber am liebsten hört sie ihrer Grossmutter zu, wenn diese von ihren aufregenden Erlebnissen als junge Frau, zusammen mit ihrer Freundin Karin, in den Fünfziger Jahren in Bonn/Bad Godesberg erzählt.

 Karin und Holda haben beide im Innenministerium als Sekretärinnen gearbeitet. Holda vergleicht in ihren Erzählungen die Veränderungen des  alltäglichen Lebens von damals zu heute und bringt Laura dadurch gern zum Staunen und Lachen. Holda stammt aus einer fleissigen Bäckerfamilie in der Eifel und war wohl in ihrer Jugend ein braves, ehrliches und  recht bescheidenes Mädchen. Ihre Freundin Karin, aus einer adeligen Familie stammend,  war dagegen recht keck , lebenslustig und sehr fordernd . Durch diese  charakterlichen Gegensätze gab es natürlich oft kleine Reibungen zwischen den ungleichen Freundinnen.  Liebste Gesprächsthemen der Beiden unterschiedlichen Freundinnen waren : „ Wie angele ich mir einen Ehemann“? und das Austauschen von Informationen über Ihren ungeliebten Kollegen Burkhard Jäger,  von ihnen nur noch *Der Jäger* genannt. Karin’s erstrebtes Ziel ist es , durch Heirat zur Botschaftsgattin aufzusteigen, aber Holle träumt nur von einer romantischen Liebe.
Holle und Karin stolpern zufällig in dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, verdächtigen ihren *Jäger* und nun nimmt die Geschichte an Fahrt auf mit Leichen im Rhein, geheimen, toten Briefkästen mit mysteriösen Botschaften und Briefen. Holle und Karin geraten in immer tiefere - auch gefährliche und kriminelle Machenschaften - bis hin zum Mord.
*Halali* wird ihr Schlachtruf , wenn ihre sogenannte Jagd auf einen vermeintlichen Spion, oder aus einer prickelnd gefährlichen Situation, dem Ende entgegengeht,,,,,

MEINE MEINUNG:
Als erstes ist mir die melodische, tiefe und angenehme Stimme von Nina Petri aufgefallen, die gleichzeitig die alte Holle und die junge Sprechweise von der Enkelin Laura gekonnt auseinander gehalten hat. Durch ihre professionelle Interpretation der unterschiedlichen Stimmen aller Protagonisten wusste man beim Hören immer sofort, wer nun im Mittelpunkt der Geschichte stand.
 Ich musste sehr oft lächeln, wenn Holle ihrer jungen Enkelin mit feinsinnigem Humor und  viel Wissen von damals erzählt hat. 
Ingrid Noll hat dem Hörer eine perfekte Studie der Fünfziger Jahre - Gesellschaft durch die Protagonistin Holle erzählen lassen, fein verpackt in eine Kriminalkomödie , die sie mit rheinischem Lokalkolorit und vielen gängigen Redewendungen und Sprichwörtern ausgestattet hat. Ich habe mich dadurch oft wie  in meine Kindheit zurückgesetzt gefühlt und köstlich amüsiert. Manchmal hatte die Erzählung vielleicht sogar autobiografische Züge , bedingt durch das Alter der Autorin und ihrer erzählenden älteren Protagonistin Holle. Aber das ist ein ganz persönlicher Eindruck von mir.  
Die Spannungsbögen  in dieser Geschichte lassen manchmal zu wünschen übrig, aber es wird nie langweilig  und die Gedanken schweifen NICHT ab. 

Ich hatte einige unterhaltsame Hörstunden, die mir viel Spass bereitet haben. 
Meine Bewertung: Eine absolute Hörempfehlung mit fünf ***** Sternen!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die unterhaltsame Audio-CD.












    *Das Lied des Lebens* erschienen im Insel Taschenbuch

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    Die schönsten Gedichte 
    Ausgewählt von Volker Michels
    INSEL VERLAG

    Ich möchte Euch hier auf meinem Blog in lockerer Zeit - und Reihenfolge Gedichte von Hermann Hesse vorstellen, damit sie nicht in der Hektik unserer Zeit verschwinden. Es ist eines meiner älteren Lieblingsbücher, in denen ich ab und an blättere und lese....

    Voll Blüten (Hermann Hesse)

    Voll Blüten steht der Pfirsichbaum,
    Nicht jede wird zur Frucht,
    Sie schimmern hell wie Rosenschaum
    Durch Blau und Wolkenflucht.

    Wie Blüten gehn Gedanken auf,
    Hundert an jedem Tag-
    Laß blühen! laß dem Ding den Lauf!
    Frag nicht nach dem Ertrag!

    Es muß auch Spiel und Unschuld sein
    Und Blütenüberfluß,
    Sonst wär die Welt uns viel zu klein
    Und Leben kein Genuß.



    Dienstag, 29. August 2017

    *Das Ohr des Kapitäns* von Gisbert Haefs, erschienen im Heyne Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :14.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 14.08.2017
    • Verlag : Heyne
    • ISBN: 9783453269309
    • Fester Einband 400 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    • INHALT/Klappentext:
    • Der Autor Gisbert Haefs

    Sklavenhandel, Schmuggelware und ein Kriegsgrund,,,, 

    Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1713 erhalten englische Händler das Monopol für die Belieferung des spanischen Kolonialreichs in Südamerika mit schwarzen Sklaven. Eines Tages weigert sich der »Händler« Jenkins (de facto wohl Schmuggler), sich von der spanischen Küstenwache vor Kuba kontrollieren zu lassen, worauf der spanische Kapitän dem Zeternden kurzerhand das linke Ohr abschneidet. Als Jenkins das Beweisstück in London vorlegt, ist das in der aufgeheizten Stimmung für England Grund genug, mit dem größten Flottenaufgebot seit der Armada zu reagieren. Es kommt zum Kolonialkrieg in der Karibik. Der später berühmte Romanautor Tobias Smollett nimmt als junger Assistenzarzt an Bord eines britischen Linienschiffs an der Unternehmung teil.
    MEINE MEINUNG: Das schöne Cover mit den tollen Windjammern und mit Teilen einer historischen Landkarte hat mich sofort angesprochen und ich habe ein buntes und spannendes Historiendrama , das sich zwischen den beiden damals führenden Seemächten England und Spanien abspielt, erwartet. Meine Erwartungen wurden auch erfüllt , leider aber  nicht ganz was die Spannungsbögen und meinen Zugang zu den Charakteren des Buches betraf.
    Das geschichtliche Wissen, welches der Autor vermittelt ist ungeheuer gross und umfassend, was normalerweise für einen  historischen Roman sonst kaum üblich ist. Und doch hat mir ein wenig die Spannung und der Zugang zu den Protagonisten gefehlt. Da es hauptsächlich gestandene *Seebären* sind, hätte ich mir mehr Temperament und Buntheit in ihren Erzählungen gewünscht, wobei die Atmosphäre auf See und in den Häfen sehr stimmig und interessant vom Autor geschildert wurde. Ich bin mit diesen  See-Männern als Romanfiguren einfach nicht warm geworden und wurde nicht wirklich von ihnen beeindruckt.
    Ein  Glossar wäre sehr hilfreich gewesen, denn viele Begriffe aus der Seefahrt sind mir völlig unbekannt, wie zum Beispiel eine Schebecke .
    Die schönen, alten und informativen Karten am Beginn des Buches haben mich aber schnell darüber hinweg getröstet.
    Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Zitate vor jedem Kapitel von bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel von Heinrich Heine,  Zitat Seite 322 vor dem Kapitel * Wunder in Cartagena*:

    Aber das Leben ist im Grunde so fatal ernsthaft, daß es nicht zu ertragen wäre ohne solche Verbindung des Pathetischen mit dem Komischen.

    oder von Harold Temperley (1909) Seite 44 vor dem Kapitel *Downing Street 1738*:

    Man kann sagen, Jenkins Ohr symbolisierte die Empfindungen der englischen Öffentlichkeit ganz allgemein , ihren Haß auf die Spanier als grausame Papisten, ihre insulare Verachtung des Ausländers, und so weiter. Die Frage ist, wie ausschlaggebend diese Gefühle für die Kriegserklärung waren...Es war vielleicht der erste englische Krieg , bei dem wirtschaftliche Interessen den absoluten Vorrang hatten.

    Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, aber vor allem mein geschichtliches Wissen über diese Zeit  erweitert.
    Meine Bewertung : **** Vier Sterne.

    Herzlichen Dank an den Heyne Verlag und den Autor für dieses sehr informative Werk.


    Samstag, 26. August 2017

    *Nach Onkalo* von Kerstin Preiwuß, erschienen im Berlin Verlag

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    Dieses Buch hat mich heute vom Berlin Verlag  erreicht! Ich freu mich riesig darüber! Herzlichen Dank!
    Es wurde auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 gesetzt.
    Über den Inhalt und die Autorin habe ich einige Infos für Euch!

    Inhalt mit fortführender  Leseprobe:  Matuschek ist vierzig, als seine Mutter stirbt, mit der er sich das Haus teilte. Ohne ihre Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Eine Frau hat er nicht und von dort, wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer, der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer von anderen längst aufgegebenen Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Das kann schon reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber dann geht etwas schief und er beginnt von neuem.
    "Nach Onkalo" zeigt eine Welt am Rand, in der sich die großen Fragen nicht weniger deutlich stellen: wie man sein Leben aushält und dabei glücklich wird. Matuschek will nur seinen Alltag meistern. Doch vielleicht befähigt ihn genau das zur Erkenntnis "ob das Leben die Mühe lohnt".







    Donnerstag, 17. August 2017

    *Damals* von Tessa Hadley, erschienen im Piper Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 01.08.2017
    • Verlag : Piper
    • ISBN: 9783492057905
    • Fester Einband 384 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    •  Infos zur Autorin: Tessa Hadley beim Piper Verlag
    • Leseprobe

    INHALT:
    Vier Geschwister treffen sich ,wie so oft schon, im alten langsam verfallendem Pfarrhaus der Grosseltern auf dem Land zu einem dreiwöchigen Aufenthalt , um über die Zukunft des renovierungsbedürftigen Hauses zu beraten. Harriet, die Älteste in dieser Runde, ist eine verschlossene und etwas spröde Frau, die in Kindertagen oft die Verantwortung für die Geschwister Alice, Roland und Fran übernommen hat. Ihre gemeinsame Mutter Jill verstarb in jungen Jahren, der Vater hat die Familie  früh verlassen  und die Kinder haben zeitweise  mit der Mutter bei den Grosseltern gelebt.
     Roland hat seine  frisch verliebte argentinische  Frau Pilar und die jugendliche Tochter Molly, aus erster Ehe, mitgebracht.  Die ledige Alice hat ohne Absprache mit den anderen Geschwistern überraschend den Halbwüchsigen Kasim eingeladen. Er ist der Sohn eines ihrer vielen Liebhaber. Fran reist mit Ivy ( neun Jahre alt) und Arthur (sechs Jahre  alt ) an.  Ihre Ehe mit Jeff steht auf der Kippe.  Er ist bei diesem Treffen nicht dabei. 
    Familiäre Verwicklungen  und Auseinandersetzungen der Geschwister  und  der anderen Beteiligten, die bis in die Kindheit und Vergangenheit,  die bis zu den Grosseltern (einer Pfarrehe) reichen, bahnen sich an. Persönliche Katastrophen wie Krankheit und Versagen der Protagonisten werden nicht ausgelassen und mit Trauer,  Bedauern und viel Verständnis und Mitgefühl von Seiten  der Autorin erzählt . 
     Diese  romantisch, stimmige  Erzählweise eines romantischen Sommeraufenthaltes einer Familie  in einem alten , geheimnisvollen Haus tun ein Übriges um den Leser zu verzaubern,,,,,

    MEINE MEINUNG: 
    Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Zuerst wird die Gegenwart beschrieben, dann schweift die Autorin in die Vergangenheit ab, um im dritten Teil wieder in die Gegenwart zurückzukehren.
    Ich habe ca. fünfzig Seiten gebraucht bis ich in dieser Geschichte mit voller Aufmerksamkeit gelandet bin.  Dazu möchte ich sagen, dass es wohl  an meiner anfänglichen  Unkonzentriertheit gelegen hat und nicht am  wunderbaren Schreibstil der Autorin. 
    Zitat Seite 11: In den Räumen standen noch immer die Möbel ihrer Grosseltern;silbrig schimmerten die Tapeten hinter den staksigen Stühlen, dem schwarz lackierten Klavier, dem Sekretär. Die an der Bilderschiene aufgehängten Gemälde waren dunkle Höhlen. 
    Alice hatte ihrer Therapeutin erzählt, dass sie ständig von diesem Haus träumte. Alle anderen Häuser , in denen sie gelebt hatte, kamen ihr dagegen wie Bühnenbilder vor.

    Die Autorin benutzt eine unglaublich ausschmückende Bildersprache mit einer immer wieder neuen Vielfalt der Begriffe. Diese Ausdrucksweise  hat mich magisch gefangen genommen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Sie spielt mit dem Leser, lässt einiges in Vergangenheit und Gegenwart offen und/oder deutet Geschehnisse oft  nur an. Für die eigene Fantasie bleibt immer genug Raum bei Lesen. Tessa Hadley hat mit unglaublichem Fingerspitzengefühl  ein Psychogram aller beteiligten Protagonisten erstellt, das mich sehr gefesselt hat.  Auffällig war, wie gut sie den Unterschied zwischen Denken und tatsächlichem Handeln der Geschwister herausgearbeitet hat.  Auch ihre fantasievollen Gedanken und Spiele  um die Kinder in einem verlassenen uraltem Cottage im Wald, das eine wichtige Rolle im Roman einnimmt , fand ich sehr interessant. Deutlich wurden die unterschiedlichen Denkweisen von Kindern und Erwachsenen erzählt. 
    Seite 14 : Als die Kinder durch den von einer alten, weissen Kletterrose überwucherten, steinernen Torbogen in den Garten hinter dem Haus schlenderten, sahen sie aus wie Figuren eines altmodischen Theaterstücks: Ivy in einem langen, viktorianischen, rüschenbesetzten Rock aus kakifarbener Seide, dazu ein mit rosa Palietten besetztes Oberteil. Sie liebte es in ihrem Kopf Fantasiewelten zu erschaffen. 

    Ich kann diesen Roman uneingeschränkt  mit fünf ***** Sternen empfehlen, was mich persönlich am Ende des Buches freudig überrascht hat. 
    Herzlichen Dank an die Autorin und den Piper Verlag für das schöne ,  gebundene Rezensionsexemplar.





    Donnerstag, 10. August 2017

    *Judith und das liebe Vieh*, von Judith Reinhard, erschienen im Güters Loher Verlags Haus

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :25.04.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 25.04.2017
    • Verlag : Gütersloher Verlagshaus
    • ISBN: 9783579086644
    • Fester Einband
    • Sprache: Deutsch
     Infos über die Autorin:Judith Reinhard

    Rezension

    INHALT: 
    Judith Reinhard, eine bekannte und erfolgreiche Modejournalistin, in der Kindheit auf dem Land an der Wümme aufgewachsen, besinnt sich nach einem oberflächlichem und glitzerndem Konsumleben auf ehrliche Werte wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Wertschätzung der Natur und dem Leben gegenüber.Sie übernimmt die Verantwortung für den geerbten zwanzig Hektar grossen Bauernhof der Eltern. Diese Wandlung in ihrem Denken und Handeln hat sie einer Mutterkuhherde von Galloway-Rindern zu verdanken ,,,,, 

    MEINE MEINUNG: 
    Dieses gebundene Buch (221 Seiten) mit einem Foto der Autorin Judith Reinhard auf dem Cover, welches SIE im Vordergrund abbildet und nicht die schwarzwolligen Galloways, konnte ich an einem Tag voller Lesezeit schnell durchlesen. Der Schreibstil der beiden Autorinnen Judith Reinhard und Bruni Prasske ist sehr einfach und gut verständlich gehalten. Stimmige und schöne  Beschreibungen von Landschaft  und Tieren haben mich gut unterhalten. Das Buch ähnelt  eher einem Tatsachenbericht mit einer autobiografischen Lebensbeichte und ist kein Roman im üblichen Sinn. Ich kann dieses Buch für mich in kein anderes Genre einordnen. 
    Obwohl Frau Reinhard jahrelang während der Ausübung ihrer Arbeit entsetzliche, menschenverachtende  Produktionsstätten von Kleidung in Asien und Ausbeutung von Frauen beobachten konnte, haben es erst diese sanftmütigen Rinder und die Landschaft an der Wümme geschafft, sie in ihren Bann zu ziehen um ihren stressigen (und sogar in ihren Augen unsinnigen) Job aufzugeben, in dem man sogar hungert, um den Ansprüchen des Modebetriebs gerecht zu werden.
    Die Naivität und die Unwissenheit über das Leben auf dem Land, mit der sie sich dort auf dem Hof einbringt, haben mich allerdings ein wenig erstaunt. 
    Das Buch berichtet über einen Zeitraum von ca. zwölf Jahren. Der Roman weist einige Längen und zu schnelle Zeitsprünge am Ende auf, die mir nicht gefallen haben. Seitenlange, ausführliche Beschreibungen über unterschiedliche  Schlachtmethoden  - und ihre Durchführungen wären meiner Meinung auch nicht nötig gewesen um darzustellen, dass das Tierwohl immer an erster Stelle stehen sollte bei der Fleischbeschaffung für die Bevölkerung.

    Meine Bewertung: Ein gutes Buch, dem ich drei *** Sterne gebe.

    Dankeschön an die Autorin und  das Gütersloher Verlags Haus in der Random House Group für das Rezensionsexemplar. 








    Mittwoch, 9. August 2017

    * Das Buch der Ketzer * von Walter Nigg, erschienen im Diogenes Verlag

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.04.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 26.04.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257069938
    • Fester Einband
    • Sprache: Deutsch
    Infos zum Autor:Walter Nigg

    MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch vom Diogenes Verlag mit seinen 593 Seiten ist ein sehr wertvolles Nachschlagewerk über sogenannte *Ketzer*, deren Meinungen und Ansichten  von der christlichen Kirche teilweise abgelehnt wurden und deren Verfechter auch verfolgt worden sind,,,

    Der Schweizer  evangelisch-reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hat in seiner umfangreichen Arbeit viele wissenswerte Informationen über unterschiedliche Personen zusammengetragen und ausgewertet. In 24 Kapiteln stellt er bekannte Persönlichkeiten und ihr Wirken für die Gesellschaft dar.
    Es handelt sich dabei um Menschen wie Martin Luther, der von der Katholischen Kirche  als Ketzer verurteilt wurde, aber nun als Begründer der evangelisch-lutherischen Kirche volles Ansehen und Beachtung erlangt hat.
    Auch Schriftsteller , Philosophen, Theologen, Gottes-und Wahrheitssucher  und Wissenschaftler finden seine Beachtung und Beschreibung.
    Die Waldenser und Katharer  und ihre Bewegungen werden erwähnt und erklärt. Hexenverfolgungen im Mittelalter und Inquisitionsverfehlungen der Kirche kommen nicht zu kurz, werden nicht verschwiegen und schonungslos mit gründlicher Recherche an den Pranger gestellt.
    Auch bekannten Literaten  wie Leo Tolstoi, Gotthold Ephraim Lessing und Meister Eckhart  sind eigene Kapitel gewidmet. 
    Der Autor schreibt sehr bildlich und mit viel christlicher  Empathie für diese Gruppen und Personen und das macht jeden Abschnitt für sich sehr lesenswert. Sein Wissen hat er anschaulich vermittelt und es stellt ein absolutes Highlight für Religionsinteressierte und *Suchende* Leser dar.

    Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE

    Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für diese wertvolle Rezensionsexemplar. 




    Dienstag, 8. August 2017

    *Letzter Bus nach Coffeeville* von J.Paul Henderson, erschienen im Diogenes Verlag

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :23.03.2016
    • Aktuelle Ausgabe : 24.05.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257243918
    • Flexibler Einband 528 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    Meine neue Lektüre vom Autor : J.Paul Henderson

    Ich bin auf Seite 40 und schon jetzt von dem schrägen Humor und den Charakteren  der Romanfiguren  Doc (Gene), Bob und Nancy angetan,,,bis jetzt lese ich von den Geschehnissen in  ihren jungen Jahren,,,

    Zitat Seite 41, Nancy fragt  Gene (Doc):

    "Ich weiss nicht, ob wir jemals heiraten, aber ich bin sicher , wir bleiben auf jeden Fall für immer Freunde. Du würdest alles für mich tun , oder? "

    Dieser  Roman ist ein Roadtrip über unterschiedlichste  Menschen  und beschreibt den Verlauf einer von vielen möglichen Alzheimer Erkrankungen,,, und wie man auf ungewöhnliche Weise damit leben ( und sterben) kann und muss,,, ein Buch voll von schrägem Humor, witzigen Dialogen und Situationskomik der Protagonisten   -  aber auch die Ernsthaftigkeit und Gefühlstiefe der Romancharaktere  werden aufgezeigt !

    Rezension (8.8.17)

    MEINE MEINUNG:

    Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und der Autor stellt sorgfältig und genau die sehr unterschiedlichen Protagonisten Nancy, Gene (Doc), Bob, Jack, Eric vor, ihre Kindheit und Jugend, ihre Gemeinsamkeiten und Beziehungen  untereinander und ihre Lebensgeschichten vor. Das Thema Alzheimer wird am Anfang nur behutsam , eher gar nicht erwähnt. Man bekommt mehr Einblick in die Geschichte,  das Leben und gesellschaftliche  Geschehen der USA, was ich als sehr interessant  und lesenswert empfand! Nancy und Gene führen nach dem Zerbrechen ihrer jungen Liebe jeweils ein Familienleben mit anderen Partnern, fühlen sich aber freundschaftlich lebenslang miteinander verbunden. 
    Der Schreibstil des Autoren ist sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen, langweilt nie und ich habe mich trotz des ernsten Thema sehr gut unterhalten gefühlt. Seine Schreibweise hat mein Herz berührt, traurig gemacht und mich plötzlich durch witzige Situationskomik wieder zum Lachen gebracht.  
    Trotzdem steuert die Geschichte im zweiten Teil unaufhaltsam  auf das Thema Alzheimer und Demenz zu, welches am Ende jedes Menschenleben zu Charakterveränderungen und einem völlig anderem Lebensgefühl führen kann. 
    Nancy und Gene haben sich vor Nancy's Erkrankung  eine Lösung zurecht gelegt und sie vertraut ihrer ersten Liebe und Jugendfreund Gene, der Arzt von Beruf ist , voll und ganz.  Auch für Gene ist es ein wichtiges Erlebnis in seinem Ruhestandsdasein und er mobilisiert all seine Kraft, Wissen und Beziehungen um Nancy beizustehen.  
    Und er tut ALLES für sie, ob man das nun als Verfehlung ansehen mag oder als leichte, gleitende  Hilfe in das Jenseits.

    Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt über unsere Hilflosigkeit dem Sterben gegenüber. 
    Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses wertvolle Rezensionsexemplar.

    Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE