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Freitag, 24. Juli 2026

*Tage am Fluss* von Jochen Mariss - erschienen im KIWI-VERLAG

Ich lese gerade,,,,, 

(Werbung, unbezahlt*)

INHALT/KLAPPENTEXT:

An einem heißen Sommertag strandet ein junger Mann bei der Fährfrau Sara Harmsen und bringt all ihre sorgsam errichteten Mauern ins Wanken. Ein Roman über alte Wunden und den Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen.
Sara Harmsen betreibt eine kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit dem Rest der Welt verbindet. Mit sieben Hühnern, drei Schafen und der Hündin Luna lebt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss. Eines Tages taucht auf Saras Fähre ein junger Mann mit einer Kopfverletzung auf, Leon. Sara verarztet den jungen Mann und versteckt ihn bei sich. Dafür verlangt sie, dass er ihr bei den Arbeiten rund um ihr Haus hilft. Beim Scheren der Schafe, bei der Reparatur des Hühnerstalls und beim Sensen der Obstwiese kommen sich Sara und Leon zögerlich näher und bringen den Mut auf, sich ihren alten Wunden zu stellen. Und sie teilen ihre Liebe zur Natur und die Sorge um unseren Planeten. Als die beiden sich gegen eine geplante Brücke wenden, die Saras Fähre bedroht, sehen sie sich Anfeindungen und Übergriffen aus dem Dorf ausgesetzt. Und dann tritt auch noch der Fluss über die Ufer …

Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u. a. in Form von Foto-Text-Postkarten, und machten seinen Namen im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten und Kinderbücher. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. »Tage am Fluss« ist sein Romandebüt.

Mein erster Eindruck: Eine leicht zu lesende Lektüre, die unsere  Klimaveränderungen, den Widerstand junger Menschen gegen die Zerstörung der Natur zum Thema macht.  



Mittwoch, 29. April 2026

*Mirabellentage* von Martina Bogdahn - erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag


 *unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar* https://www.kiwi-verlag.de/buch/martina-bogdahn-mirabellentage-9783462013542

Meine Meinung zum Buch: 

Ein unbeschwertes Dorfleben, irgendwo im fränkischen Bayern am Brombachstausee gelegen: Die Autorin zeichnet ein buntes Bild einer heilen Welt. Blühende Obst- und Gemüsegärten, der Duft von frisch gebackenem Brot sowie fleißige, ehrliche und gottesfürchtige Menschen spielen in dieser stimmigen, wenn auch etwas weltfremd dargestellten Gemeinde die tragende Rolle.

Inmitten dieser behüteten Gemeinschaft steht als moralische Instanz der Pfarrer Josef Heubeck zusammen mit seiner Haushälterin Anna Nass, die er seit Kindertagen kennt und schätzt. Anna ist die gute Seele der Gemeinde: Sie sorgt für den Pfarrer und organisiert unermüdlich Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Doch als der Pfarrer eines Morgens nach dem Genuss einer Schwarzwälder Kirschtorte tot in der Küche aufgefunden wird, bricht für die 55-jährige Anna ihre wohlgeordnete Welt zusammen. Plötzlich muss sie sich völlig neuen Herausforderungen stellen – von der Organisation der Beerdigung bis hin zur Einführung des neuen Pfarrers Fridtjof, der von der Nordseeküste stammt und Plattdeutsch spricht.

Doch geht es in dieser Dorfgemeinschaft tatsächlich so harmonisch und friedlich zu, wie es den Anschein hat?

Die 336 Seiten konnten mich davon leider nicht überzeugen. Zwar lässt sich das Buch durch den naiven, recht einfachen und gefälligen Schreibstil sehr zügig lesen, doch der Inhalt blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Wir erfahren viel über Annas Herkunft, ihre Eltern und ihre lebenslange Freundschaft zu Josef. Durch die häufigen Rückblenden beschlich mich jedoch laufend das Gefühl, einem altbackenen Denken der 1950er-Jahre beizuwohnen – obwohl die Handlung im Jahr 2010 spielt.

Zudem gab es für meinen Geschmack zu viele übertriebene, skurrile und beinahe abstruse Ereignisse mit Tieren und Menschen, die beim Lesen eher Unbehagen als Freude auslösten. Aus Spoilergründen möchte ich hier nicht zu tief ins Detail gehen, aber diese merkwürdigen Begebenheiten drängten den eigentlich ernsthaften und guten Ansatz – nämlich Annas Neuanfang und ihre Lebensplanung – völlig in den Hintergrund.

Ihre tiefe Verbundenheit zur Natur, zum Wald und zu ihrem geliebten Marillenbaum im Pfarrgarten hätte eine schöne Basis gebildet. Auch die Anekdoten über die originellen Dorfbewohner wirkten auf mich oft zu überzeichnet. Ein Beispiel: Das Aufbewahren von Leichenasche in einer alten Kakaodose (auch wenn es dem Wunsch des verstorbenen Pfarrers entsprach) gab meinem Lesevergnügen einen herben Dämpfer. Das entspricht schlicht nicht meiner Vorstellung von Humor.

Fazit:

Ein leicht zu lesender Roman mit einer sympathischen Grundidee, der sich für mich jedoch zu sehr in skurrilen Übersteigerungen verlor.

*** DREI STERNE 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplars.  

Martina Bogdahn, geboren 1976 in Weißenburg, ist auf einem Einödhof in Mittelfranken aufgewachsen und hat in Nürnberg Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt und arbeitet als Fotografin in München. Ihr Debütroman »Mühlensommer« stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.