Sonntag, 31. Mai 2026

*Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Rezensionsexemplar, unbezahlte Werbung*

Meine Meinung zum Buch:

Zwei Orte, einer in Deutschland und einer in Österreich gelegen, durch einen Fluss, die SALZACH getrennt, spielen in dieser tragischen Geschichte  eine entscheidende Rolle. Wir befinden uns kurz vor dem 1. Weltkrieg (1914-1918) . Die Menschen beider Länder führen ein harmonisches und friedliches Leben miteinander. Durch Handel, familiäre Verbindungen im bäuerlichen Leben schufen sie enge und liebevolle Beziehungen zueinander. Der Fluss Salzach als Hindernis wurde kaum beachtet, denn es es gibt ja den FÄHRMANN, der bei Tag und Nacht, in Notsituationen durch seine Tätigkeit mit der Holzfähre den Menschen beider Länder zur Seite stand. Sein gefährlicher und wichtiger Beruf ist einigen gesellschaftlichen Regeln unterworfen. So war es ihm beispielsweise verboten eine Familie  zu gründen , da diese bei einem Unglück des Fährmannes auf dem Wasser mittellos dastehen würde. 

Drei reizende kleine Kinder, der Hannes, die Elisabeth und die Annemarie spielen oft gemeinsam am Fluss mit ihren Puppen. Sie kennen die Gefahr des Wassers noch nicht, sind eng befreundet. Es passiert noch kein Unglück. Diese Freundschaft wird sie ein Leben lang begleiten, halten, aber auch mit dramatischen Ereignissen im Erwachsenen-Leben prüfen. Über allem lag das Murmeln des Flusses mit seinem sanften Fließen, den stürmischen Wellen im Winter,  bei Gewitter und Hochwasser die Begleitmusik dazu.

 Der nun erwachsene Fährmann Hannes ist der tragende Protagonist in diesem Roman. Als sechsjähriger Bub fällt er in die Salzach im Beisein seines Onkel Georg. Er war der damalige Fährmann. Hannes erkrankt lebensbedrohend, kämpft um sein Leben, begleitet von guten  Genesungswünschen der Menschen beider Orte des Flusses. Sein Schicksal steht fest nach der Genesung. Er wird als Fährmann ein einsames Leben in vererbter  Familientradition in der nächsten Generation weiterführen. Seine beiden Freundinnen Elisabeth und Annemarie, die auf der deutschen Seite des Flusses leben, werden mit tragischen Schicksalsentwicklungen in der Liebe, Ehe, auch während und nach dem Krieg konfrontiert. Elisabeth führt auf dem Steiner Hof ein hartes, arbeitsreiches und liebloses Leben. Der Annemarie ergeht es in der Liebe nicht viel besser. Sie muss schon als Kind im Wirtshaus der Eltern helfen und ist aufdringlichen, betrunkenen Männern von klein auf  hilflos ausgeliefert. Der liebenswerte und gutmütige  Hannes steht als feste, zuverlässige Bezugsperson zu den beiden Frauen und hilft in vielen Situationen. Doch wenn zwei Frauen denselben Mann lieben , kann viel passieren,,,,,, 

Dieser Roman hat mich durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin magisch angezogen.  Die Autorin schreibt intensiv,  eindringlich in einem österreichisch-bayrischen Dialekt, der damaligen Ausdrucksweise gut angepasst. Dennoch ist sie klar und verständlich zu verfolgen. Meine Gefühle während des Lesens wechselten laufend zwischen Glückseligkeit, tiefer Traurigkeit, dramatischem Entsetzen, Fassungslosigkeit ob der Brutalität  und des Hasses von Menschen aufeinander, hin und her. Dieses Wechselbad der Gefühle war schwer auszuhalten und an Spannung kaum zu überbieten. Die damalige gesellschaftliche Rolle der Frauen bereitete mir besondere Sorge. Brutalität, wenig Wertschätzung im bäuerlichen Umfeld waren an der Tagesordnung. Das patriarchaisch geprägte Weltbild sowie die politische Meinung der damaligen Zeit hat ein Übriges dazu getan. Angst, Hass und die Verzweiflung der Frauen hat die Autorin eindrücklich und kraftvoll in ihrem Werk dargestellt. Der 1. Weltkrieg  stürzte die Menschen beider Länder in unvorstellbares Leid und Armut. Die Frauen hatten nun die doppelte Arbeit auf den Höfen zu erbringen, gewannen dadurch aber auch  eine neue Selbständigkeit und Selbstvertrauen. Ihre poetische Seite beim Schreiben hat die Autorin in den wunderschönen Ausführungen des Flusses Salzach und des Wassers bewiesen.

 Sehr gern gebe ich eine uneingeschränkte  Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN für diesen aufwühlenden und tiefgründigen Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 


INHALT/KLAPPENTEXT: Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer. 



 

Donnerstag, 21. Mai 2026

ICH BIN LESEND UNTERWEGS IN *Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Werbung, unbezahlt Rezensionsexemplar


Ich bin lesend unterwegs in obigem Buch auf Seite 67 und schon in einem Lesesog gefangen. Der Schreibstil passt sich der bayrisch-österreichischen Ausdrucksweise an, allerdings nicht so intensiv wie im ersten Roman *Die Schwarzgeherin* der Autorin.  Man fühlt sich sofort mit den vergangenen Zeitrahmen verbunden. Das liegt sicher auch den Überschriften der 23 Kapitel mit Jahresdatum , Name und Alter der jeweiligen Protagonist*innen. Es ist ein fiktiver Heimatroman mit bäuerlichen Hintergründen, die man in heutiger Zeit kaum mehr finden kann. Eine aus Holz gefertigte Fähre nur mit händischer Kraft über einen Gebirgsfluss zu leiten gehört der Vergangenheit an,,,,, 


 Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

https://www.droemer-knaur.de/buch/regina-denk-der-faehrmann-9783426566282

 
Ich wünsche ein schönes und vor allem sonniges Pfingstfest !




Mittwoch, 20. Mai 2026

*Moonfleet* von John Meade Falkner - erschienen im Unionsverlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*
 

INHALT/KLAPPENTEXT:

Der Waisenjunge John Trenchard wächst in einem Schmugglernest namens Moonfleet auf. Die Leute im Dorf erzählen sich, der Kirchhof werde vom Geist des berüchtigten Colonel Mohune heimgesucht, der dort vor seinem Tod einen Schatz versteckt hat. Durch einen Zufall entdeckt John die Familiengruft der Mohunes, die auch Schmugglern als Versteck dient. Im Sarg des Colonels findet er ein Amulett mit einem rätselhaften Pergament, von dem er sich Aufschluss über den Verbleib des Schatzes erhofft. Zusammen mit Elzevir Block, dem Anführer der Schmugglerbande, macht er sich auf, den Schatz zu heben. Aber ihr tollkühner Plan birgt manche Gefahr, und mehr als einmal setzen die beiden ihr Leben aufs Spiel.

Einer der berühmtesten Abenteuerromane der Literaturgeschichte, in neuer Übersetzung zu entdecken. 

Autor: John Meade Falkner (1858–1932), geboren in der Grafschaft Wiltshire, war Autor, Antiquar und Unternehmer. Nach dem Studium in Oxford arbeitete er zunächst als Lehrer, unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa und fand anschließend Anstellung als Privatlehrer im Hause eines Waffenfabrikanten. Später trat er in dessen Unternehmen ein und leitete es von 1915 bis 1926. Anschließend wurde er Honorarprofessor für Paläografie. Falkner veröffentlichte drei Romane, mehrere Reiseführer und eine Geschichte der Grafschaft Oxfordshire.

Übersetzer: Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Politische Wissenschaften und Geschichte. Nach Aufenthalten in Rom und Amsterdam lebte er von 1986 bis 1999 in Paris. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller und Übersetzer u. a. der Werke von Marcel Proust, John Dos Passos, Graham Greene und Paul Bowles. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa 2008 als Mainzer Stadtschreiber und 2016 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Gesamtwerk.

Verlagslink   


Meine Meinung zum Buch: 

Der Autor entführt uns ins 18. Jahrhundert an die malerische Südküste Englands. Kleine Dörfer und versteckte Höhlen an einsamen Sandstränden boten damals den Schmugglern ausreichend Unterschlupf, um ihre kostbaren Genusswaren wie Alkohol, Tee und Tabak heimlich bei Nacht über das Meer und an den Steuerbehörden vorbei an Land zu schaffen.

In dem kleinen Dorf Moonfleet lebt der Waisenjunge John Trenchard bei seiner strengen Tante. Er ist ein unternehmungslustiger und neugieriger Junge, der gerne im Dorf, auf dem Friedhof und an der Meeresküste umherstreift und nach vermeintlichen Abenteuern Ausschau hält. Zufällig beobachtet er Schmuggler bei ihren Touren und gerät dabei auf einem unheimlichen alten Friedhof in Lebensgefahr. Der Schankwirt des Dorfes, Elzevir Block, rettet ihm das Leben und kümmert sich fortan um den Jungen. In der jahrhundertealten Schänke hört der junge John von den Seeleuten so manche alte Legende, wie auch die Geschichte eines verschwundenen alten Schatzes. Es soll ein strahlender Diamant sein, der allerdings von einem Fluch belegt sein soll, für den der vor hundert Jahren verstorbene Colonel Mohune verantwortlich gemacht wird.

Falkner lässt in seinem Roman den jungen John in der Ich-Form von seinen Gedanken und Abenteuern erzählen, die er mit seinem väterlichen Freund und Beschützer Elzevir Block erlebt. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese vielfältigen Erlebnisse und die Suche nach dem Schatz nicht näher erwähnen, aber sie enthalten alles, was man sich aus dem Genre des klassischen Abenteuerromans nur wünschen kann. Das Buch liest sich geschmeidig und spannend und fesselt durch die neue Übersetzung, die Michael Kleeberg unserem heutigen Sprachverständnis angepasst hat. Es ist fast ein „Coming-of-Age“-Roman vor einem historischen Hintergrund. Das Buch ist für jedes Lesealter geeignet (ab 15 Jahren). Der Roman erzählt mitreißend und empathisch zusätzlich die persönliche Entwicklung des Jungen John Trenchard über Jahre hinweg zum erwachsenen Mann.

Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN.

Herzlichen Dank an das Team des Union Verlags für die Zusendung des Rezensionsexemplar.

 

Dienstag, 19. Mai 2026

*Die Frauen der Familie* von Katherena Vermette - erschienen im btb-verlag

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

https://www.penguin.de/buecher/katherena-vermette-die-frauen-der-familie/taschenbuch/9783442770625

TRIGGERWARNUNG: Dieses Buch handelt davon, sich in dem System zurechtzufinden, das man uns aufgezwungen hat, insoweit enthält es für diejenigen, deren Leben deshalb traumatisch beeinflusst wurde, viele Trigger. Dazu gehören Schilderungen von Inobhutnahme, Isolationshaft, Selbstmordgedanken, Drogenkonsum und körperliche Gewalt. (Aber es geht nicht nur darum, okay? Ich werde versuchen, möglichst viel Liebe und Hoffnung dazwischenzupacken.)

Erschienen am 10.Dezember 2025 

Katherena Vermette, indigene Kanadiern, aufgewachsen in Winnipeg, Manitoba, ist Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. Ihr Debütroman Was in jener Nacht geschah war Bestseller und Debattenbuch in Kanada und wurde vielfach ausgezeichnet: McNally Robinson Book of the Year Award, Margaret Laurence Award for Fiction, Carol Shields Winnipeg Book Award. Shortlist Governor’s General Literaray Award und Rogers Writers‘ Trust, Endrunde von Canada Reads, der großen Buchkampagne des kanadischen öffentlichen Fernrsehens CBC. Der Roman The Strangers wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet und war Nummer-1-Bestseller in Kanada. 

Klappentext/Inhalt:Der Nummer-1-Bestseller aus Kanada - »Eine erschütternde Anklage gegen den Druck und die Widrigkeiten, denen indigene Frauen ausgesetzt sind.« Toronto Star

Cedar hat fast vergessen, wie ihre Familie aussieht. Phoenix hat fast vergessen, wie sich Freiheit anfühlt. Und Elsie hat die Hoffnung fast aufgegeben. Beinahe. Das sind die Frauen der Familie Stranger, die jede von ihren eigenen Dämonen geplagt wird.

Nachdem Cedar einige Zeit in Pflegefamilien verbracht hat, zieht sie zu ihrem ihr eigentlich fremden Vater. Sie kämpft mit dem Schmerz der Trennung von ihrer Mutter Elsie und ihrer älteren Schwester Phoenix, hofft aber dennoch auf ein neues Kapitel in ihrem Leben, nur um sich wieder in einem fremden Haus unter Fremden zu finden.

Phoenix bringt in einer Jugendstrafanstalt ein Baby zur Welt, das sie nie großziehen wird, und versucht, sich selbst zu verzeihen, dass sie anderen sehr viel Leid verursacht hat.

Ihre Mutter Elsie kämpft mit ihrer Sucht und ist entschlossen ist, ihr Leben umzukrempeln. Dabei schöpft sie Kraft in dem Gedanken, bald wieder mit ihren Töchtern vereint zu sein. Für die beiden möchte sie – anders als ihre eigene Mutter – ein Mensch sein, auf den sie sich die sie sich verlassen können.

Meine Meinung zum Buch:

Wir begleiten im Buch über einen Zeitraum von fünf Jahren drei indigene Frauen der Familie Stranger. Und zwar generationsübergreifend. Am Schluss des Buches werden die verwandtschaftlichen Beziehungen in einem Stammbaum noch einmal klar dargestellt. Das empfand ich beim Lesen als sehr hilfreich. Es fällt mir sehr schwer über dieses aufrüttelnde und erschütternde Buch hier zu schreiben. Es ist kein Wohlfühlroman, keine rührende Familien - oder Liebesgeschichte , wobei die Autorin in ihrer Triggerwarnung verspricht auch über Liebe zu berichten. 

Wir begegnen der harten und grausamen Realität indigener Menschen in Kanada, einer Demokratie in heutiger Zeit  mit einem funktionierendem Rechtssystem. Sie wachsen in Reservaten auf, bekommen zu wenig Bildung und gesellschaftliche Achtung. Die Familienstrukturen werden durch kriminell ausufernde Suchtkrankheiten zerstört, sowie Ihre Wurzeln, die ihnen Jahrtausende auf diesem Kontinent Halt und Orientierung gegeben haben. Stellt euch beim Lesen auf traurige Ereignisse, Gewalt, Rassismus,Tränen,Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ein. 

Großmutter) Margaret, (Mutter) Elsie, (Elsies Kinder) Phoenix und Cedar sind die Frauen dieser Geschichte , meist verlassen von den männlichen Mitgliedern dieser Familie Stranger. 

 Es wird aus der Sichtweise jeder einzelnen Frau berichtet, einzig Cedar spricht im Buch in der Ich-Form. Einblicke in Krankheit durch Drogenabhängigkeit sind etwas fast Normales und Gewalt im Gefängnis und / oder Pflegefamilien gehören auch zum Lesealltag. Von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen, denen die Kinder von klein auf ausgesetzt werden. Ich musste das Buch oft an die Seite legen, da es einfach viel Gewalt enthält und mich sehr emotional berührt hat.  

Doch es ist ein wichtiges Thema, welches nicht verschwiegen oder vertuscht werden darf. Vielleicht hilft es einigen Leser*innen erst einmal in eine Leseprobe des Buches hinein zu schnuppern,  um danach eine Entscheidung für oder gegen das Lesen zu finden. 

Fünf ***** Sterne. 

Mein Dank gilt der Autorin und dem btb-verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.    



 

Montag, 18. Mai 2026

*Wochenrückblick vom 11.5.-17.5.26*

 

*Beitrag enthält WERBUNG*

GETAN: Die *Eisheiligen Tage*  haben mich an das Haus und den Kaminofen gefesselt. Sonst war es eine normale Woche mit vielen unerwarteten Regengüssen, die der Natur nur gut getan haben. Ich habe eine kleine, aber feine Veranstaltung in Kassel besucht, die BUCHKASSEL im Palais Bellevue ! Unabhängige Verlage und Kleinverleger haben dort an zwei Tagen ihre aktuellen Programme vorgestellt. Ein schönes Highlight der Woche. Ich freu mich nun sehr auf ein Buch aus dem Verlagshausroemerweg, dessen Programm mir ausserordentlich gut gefallen hat.  *HELL UND LAUT*  von Sarah Raich.   https://www.verlagshausroemerweg.de/products/hell-und-laut?_pos=1&_psq=Hell+und+laut&_ss=e&_v=1.0 

INHALT /KLAPPENTEXT: Warum kann Hrotsvit sich einfach nicht anpassen? Immer bringt ihr Eigensinn sie in Schwierigkeiten. Statt der Predigt zu lauschen, korrigiert sie das Latein des Priesters. Statt harmloser Muster webt sie einen nackten König, der ein Schwein reitet. Statt die vereinbarte Ehe mit einem grausamen Herzog einzugehen, versucht sie zu fliehen. Niemand verurteilt es, wenn ihr Verlobter sie schlägt oder mächtige Hofmitglieder sich an ihr vergehen wollen. Immer wieder soll sie sich einem fremdbestimmten Leben fügen, wie es sich für eine Frau gehört. Doch Hrotsvit hat andere Pläne. Ihr Herz gehört den Büchern, und sie will selbst Stimme sein für all die ungehörten Frauen. So gelangt sie über Umwege ans Stift Gandersheim, wo sie Dramen verfasst, in denen Frauen ihre Vergewaltiger beschämen und offenbaren, dass sie über das verfügen, was ihnen von der Kirche abgesprochen wird: eine Seele. Liutprand ist verbittert: Von den Mächtigen wird er nur benutzt, muss ihre Launen ertragen und ihre skrupellosen Befehle ausführen. Dabei hat Gott ihn auserwählt, Großes zu schaffen. Sicher vergibt er ihm, dass er das Keuschheitsgelübde bricht. Das ist schließlich nicht seine Schuld. Außerdem hat er Talent: scharfsinnig und böse ist sein Humor, wortgewandt seine Zunge. Damit lässt sich Karriere machen. Und Liutprand will aufsteigen, so hoch es geht, um nie wieder als Stiefelabtreter herzuhalten. Dafür geht er sogar über Leichen. Und dann trifft er diese Hrotsvit, die ungewöhnlich klug ist für eine Frau … Ein mitreißender Roman über das Leben der Hrotsvit von Gandersheim, die als erste deutsche Dichterin gilt und deren bemerkenswerte Dramen an #MeToo erinnern – und das im 10. Jahrhundert.


 

GEDACHT: Sonst gab es in vergangenen Jahren, in dieser Woche, die ersten Obstbaumblüten. In diesem Jahr ist diese Blühzeit schon lange vergangen. 

GEÄRGERT: Über diesen merkwürdigen ESC und seine schrecklichen Liedkompositionen, denen angeblich Millionen Menschen begeistert zuhören und zuschauen??? 

GEFREUT: Über einen Geburtstag und einen Hochzeitstag in der Familie.

GESEHEN: Da fallen mir nur Schreckensnachrichten im TV aus aller Welt ein. 

GELESEN: Zwei schöne und empfehlenswerte  Bücher , *Schwesternland* von Katharina Fuchs und *Der letzte Leuchtturm*von Michael Pedersen beendet und meine Leseeindrücke dazu geschrieben und veröffentlicht. Nun bin ich sehr gespannt wie es weitergeht bei *Moonfleet*von John Meade Falkner aus dem Unionsverlag.

Habt eine gute neue Woche !

Freitag, 15. Mai 2026

*Schwesternland* von Katharina Fuchs - erschienen im Droemer Verlag

 

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*



Meine Meinung zum Buch:

Henriette Barnstorf lädt zu ihrem 100. Geburtstag die Familie in ihr Sommerhaus im Havelland ein. Doch der von allen geliebte Sohn fehlt. Die gesamte Familie trauert und vermisst ihn sehr. Die vier erwachsenen Enkelmädchen und ihre Tochter lieben diese Familientreffen dort; sind doch ihre glücklichen Erinnerungen verbunden mit sorglosen, warmen Sommertagen, dem Duft der Wiesen, blühenden Obstbäumen sowie kreativen Spielzeiten miteinander aus Kindheitstagen. Die Großcousine Max hat für die rüstige Jubilarin ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Es ist ein Ahnengutachten, welches über dreihundert Jahre in die Vergangenheit zurückreicht, bis nach Lyon in Frankreich. Enkelin Antonia, die Geschichte studiert, ist fasziniert davon, besonders aber von Jeanne Beauvais, einer jungen Hugenottin, die einer reichen Seidenhändler- und Tuchmacherfamilie aus Lyon entstammt.

Die Autorin erzählt in zwei Zeitsträngen: einerseits über die schwierigen Nachforschungen von Antonia in Archiven, Museen sowie bei interessanten Menschen in der Schweiz und im Frankreich der Gegenwart. Die dramatischen Erlebnisse der Jeanne Beauvais während ihrer Flucht aus Frankreich in das protestantische Brandenburg des 17. Jahrhunderts werden so lebendig und real geschildert, dass man mit Bangen dem Schicksal der französischen Hugenottenfamilie folgt. Der harmonische Lesefluss führt die Leser*innen mit viel Wissen und einer stimmigen Atmosphäre in diese aufregenden Schicksalstage, Wochen und Jahre ein.
Die Zeitsprünge von der Gegenwart in die Vergangenheit werden durch eine besondere, fantasievolle Vorstellungsgabe der Antonia erklärt und leiten die Leser*innen ganz natürlich und ohne Erzähllücken in das jeweilige aktuelle Geschehen. Es geht um die Vertreibung der protestantischen Hugenotten aus dem katholisch regierten Frankreich des 17. Jahrhunderts. In brutalster Weise wurde diese Bevölkerungsgruppe verfolgt, vertrieben, ermordet oder ihres Vermögens beraubt, wenn sie nicht ihrem Glauben abschwören wollten. So kam es zu großen Wanderungen dieser Menschen in protestantische Herrschaftsgebiete, wie nach Brandenburg in Deutschland.

Besonders interessant fand ich die herausgearbeiteten Parallelen zwischen der Stellung der Frauen in der Vergangenheit und heute, die sich in Teilen leider immer noch sehr ähneln. Die Ansichten über das Leben, was Toleranz, Gleichberechtigung und ein rücksichtsvolles Umgehen miteinander in der jeweiligen Gesellschaft betrifft, sind auch heute immer noch nicht in vollem Umfang erreicht. Die Autorin hat nach meiner Ansicht hervorragend recherchiert und geschickt einen Übergang zu nachfolgenden Bänden einer neuen Reihe über die anderen drei Schwestern vorbereitet.

Fünf  ***** Sterne !

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das wunderbar stimmige , gebundene Rezensionsexemplar.

Katharina Fuchs, geboren 1963 in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und lebt heute mit ihrer Familie im Taunus. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und Paris war sie viele Jahre als Juristin tätig. Seit ihrem Spiegelbestseller „Zwei Handvoll Leben“ widmet sie sich ganz dem Schreiben. In ihren Romanen erzählt Katharina Fuchs von Familien über Generationen hinweg, von historischen Zäsuren und ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Viele ihrer Bücher sind von der eigenen Familiengeschichte inspiriert. Schwesternland ist ihr jüngster Roman.


Dienstag, 12. Mai 2026

*DER LETZTE LEUCHTTURM* von Michael Pedersen - erschienen im Dumont Verlag

 *Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*


https://www.dumont-buchverlag.de/buch/michael-pedersen-der-letzte-leuchtturm-9783755800620-t-7741  


MICHAEL PEDERSEN, geboren 1984, ist ein renommierter schottischer Lyriker, Autor, Spoken Word Performer und der derzeitige Poet Laureate von Edinburgh. Zuletzt erschien 2022 das viel besprochene und von der Kritik gefeierte Memoir ›Boy Friends‹ über Trauer und Freundschaften unter Männern sowie 2023 sein Gedichtband ›The Cat Prince & Other Poems‹. ›Der letzte Leuchtturm‹ ist Michael Pedersens Romandebüt.

STEPHAN KLEINER, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Bret Easton Ellis, Michel Houellebecq, Hanya Yanagihara und Seán Hewitt ins Deutsche. 2024 wurde er für seine Arbeit mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet.


Mein Leseeindruck: 


Der an sich zweifelnde und immer wieder mit Gedankenspielen um seinen Suizid ringende Schriftsteller Firth reist als Feriengast auf eine kleine Leuchtturminsel. Sie heisst Muckle Flugga, eine im Norden gelegene Insel der Shetlands.  Er beabsichtigt seinem Leben nun dort ein Ende zu setzen. Doch es kommt völlig anders als geplant. Die aufkeimende Freundschaft mit Ouse, dem Sohn des Gastgebers und Leuchtturmwärters der Insel verändert alles.   


Das Wetter dort ist rau und wild. Tosende Stürme und Wellen sowie viele einsame Stunden begleiten den Alltag, denen alle Lebewesen der Insel, Mensch und Tier ausgesetzt sind. Ouse ist ein sensibler junger Mann , der seit dem Tod der Mutter unter den oft gewalttätigen Launen und Handlungen seines Vaters leidet. Sein Trost und imaginärer Freund ist der Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson, mit dem er Zwiegespräche in seinem Atelier führt. Er verbringt  dort viel Zeit mit dem Stricken von Pullovern , dem Weben von Teppichen. Das Entwerfen von neuen Mustern in seinem geliebten Skizzenbüchern gehört zu seinen liebsten Tätigkeiten. Zusätzlich sorgt er für das leibliche Wohl auf der abgeschiedenen Insel für seinen Vater und die Feriengäste. Als Firth und Ouse sich näher kennenlernen, entwickelt sich eine enge und harmonische Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern. Der hartherzige, in patriarchalen Strukturen denkende Vater versucht diese zarte Freundschaft mit Gewalt und zorniger Bösartigkeit zu verhindern.  Sein Sohn erscheint ihm zu weich und sensibel , stellt sich nicht den harten Anforderungen des Berufes eines Leuchtturmwärters. Firth, der Schriftsteller und malende Vogelkundler wird vom Vater laufend vor Ouse der Lächerlichkeit und einer naiven Unfähigkeit in allen Lebenssituationen preisgegeben. Doch Firth hält dagegen und erzählt Ouse heimlich vom möglichen, freiem Leben in Edinborough als freischaffender Künstler. Und wir begegnen der jungen Figgie. Sie stellt mit Ihrem Boot und Fahrten zur Insel sowie den Proviantlieferungen den Kontakt zur Aussenwelt her und klärt Firth über die Vergangenheit der kleinen Leuchtturmwärter - Familie auf. 


Das Lesen des Buches mit seinen außerordentlich, schönen, feinsinnigen Sätzen war ein Lesefest für mich, welches ich auf jeder Seite langsam und dafür umso ausgiebiger genossen habe. Zauberhafte, bildgewaltige  Satz - und Wortkombinationen haben mich begeistert und ich danke dem Autor und dem deutschen Übersetzer Stephan Kleiner ganz herzlich für diese herrlichen, poetischen Anregungen und Begriffe. Die stimmige, einsam gelegene Atmosphäre der rauen See wurde ebenso gut transformiert wie die empathischen Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten zueinander. 


FÜNF *****  STERNE für diese grossartige Lektüre.


Herzlichen Dank an den Autor und den Dumont Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar  mit dem wundschön gestaltetem Cover und dem komfortablen Lesebändchen. 




Montag, 11. Mai 2026

*Wochenrückblick vom 4.5.-10.5.26*



GETAN: Eine Reise nach Bayern hat mir  sehr viel Familienfreude geschenkt ! Es ist immer sehr erfrischend den dortigen Dialekt zu hören, oft nicht zu verstehen ;-)   - überhaupt ist die bayrische Mentalität der Menschen eine ganz andere als in Norddeutschland. Heuschnupfen Medikamente besorgt und nehmen müssen, da die Eichenblüte bei mir einen heftigen neuen Schub ausgelöst hat.

GEDACHT: Wie schön, dass Deutschland so eine bunte,  vielfältige  Kulturlandschaft besitzt. 

GEÄRGERT: Dazu fällt mir nichts Wesentliches ein. 

GEFREUT: Über die mentale Entwicklung und körperlich ständig wachsende Geschicklichkeit des dreijährigen Enkelkindes. 

GESEHEN: Nicht so viel von der Welt, da meine Allergie sich ein wenig in Richtung  allergisches Asthma entwickelt hat. Ich habe viel Zeit im Haus verbracht. 

GELESEN: Dazu bin ich kaum gekommen, Hausarbeit und Kinderbetreuung haben viel Zeit in Anspruch genommen. 

Endlich regnet es richtig stark am heutigen Morgen und es geht mir sofort besser, da die allergieauslösenden Pollen aus der Atmosphäre gewaschen werden. 

Ich wünsche euch einen guten Wochenstart!

 

Sonntag, 3. Mai 2026

*Wochenrückblick vom 27.4.-3.5.26*


 

Getan: Diese Woche war es relativ ruhig bei mir! Ausser der üblichen, täglich anfallenden Haus- und Gartenarbeit, dem Lesen und Rezensieren habe ich nicht viel anderes gemacht, denn der allgemeine  Pollenflug , vor allen Dingen von Birke, Eiche, Buche, Gräsern, der Obstblüte, Raps und was weiss ich noch ;-) ,  hat meine Laune und das Allgemeinbefinden ziemlich beeinträchtigt. 

Gedacht: Warum werden diese Beschwerden von Jahr zu Jahr immer heftiger? Mein Immunsystem wird wohl schwächer,,,,ist meine persönliche Erklärung. 

Geärgert: Mir fällt grad nichts Wichtiges ein - auch gut!

Gefreut: Ein netter Abend bei Freunden und dem Verzehr einer leckeren Lachs-Lauch-Quiche war ein kleiner Lichtblick an einem Abend .  Ein ausgiebiger Rundgang durch ihren Garten und das Wachsen der Kräuter, Stauden und Blühen der Bäume  wurden bewundert. Über den  erfrischenden und schönen Besuch eines 10 -jährigen Enkelkindes von Freitag bis Sonntag. 

Gesehen: Eine Serie über zusammengewürfelte 14 - jährige  Jugendliche aus ganz Deutschland, die zusammen die 9. Klasse in Norwegen verbringen möchten. Für ein ganzes Jahr!  Das hätte mir in meiner Jugend auch gefallen. 

GELESEN: *Mirabellentage* gelesen und rezensiert, welches mich ziemlich enttäuscht hat. Siehe unter diesem Beitrag zu erlesen. Ich nehme mir vor den gehypten Büchern der sozialen Medien   nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zu widmen !

Nun wünsch ich euch eine gute (Lese)Woche!

Tschüss