Sonntag, 3. September 2017

*Wo drei Flüsse sich kreuzen* von Hannah Kent, erschienen im Droemer Verlag

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Hardcover, Droemer HC
01.09.2017, 432 S.
ISBN: 978-3-426-19979-4


Rezension

INHALT:  
Wir schreiben das Jahr 1825 in Irland/County Kerry.
Nóra lebt seit  dem plötzlichen  Tod ihres innig geliebten Ehemannes einsam und abgeschieden mit ihrem Enkel Micheál in ihrer einfachen, mit Reet gedeckten Kate. Micheál ist der Sohn ihrer verstorbenen Tochter Johanna, der von dem Vater des Jungen  zu den Grosseltern in Obhut gegeben wurde. Micheál ist vier Jahre alt, ungewöhnlich zart und nicht altersgemäß entwickelt. Nóra sorgt sich sehr um den Kleinen und stellt nach dem Tod ihres Ehemannes Martin die vierzehnjährige Mary Clifford als Magd ein , die sich um das Kind kümmern soll. Die abergläubische Bevölkerung des abgeschiedenen Tales ist der festen Überzeugung, dass der zurückgebliebene Junge ein Wechselbalg ist, ein sogenanntes Feenkind.
 Nóra sucht Hilfe  für das kranke Kind bei der geheimnisvollen, alten  Kräuterfrau, Heilerin und Aussenseiterin Nance Roche, die die *Gabe*besitzt  mit der Anders-Welt und dem *guten Feenvolk* Kontakt aufzunehmen.
Eine verhängnisvolle Geschichte voller Heimlichkeit, Brutalität und Missverständnissen zwischen drei Frauen und der  in alten Traditionen und Aberglauben  verhafteten Talbevölkerung nimmt nun ihren tragischen Verlauf,,,

Zitat Seite 370. 
Beschreibung von Mary:
Sie war doch nur ein Mädchen vom Moor. Ein Mädchen von binsenbewachsenem, torfigen Grund, aus dem die Erde schwarz herausquoll und auf dem man immer Gras, Staub oder Lehm unter den Füßen hatte, nie Kopfsteinpflaster oder die lackierte Oberfläche von Holz.

Zitat Seite 51
 Nór’as Schicksalsschlag:
„Dein Sohn bleibt dein Sohn , bis er heiratet, aber deine Tochter bleibt deine Tochter , bis du stirbst. Und jetzt auch noch deinen Mann zu verlieren…Gott ist wirklich grausam: Er nimmt die , die wir am meisten lieben, am ehesten zu sich.“

Zitat Seite 215
Nance Roche, die Heilerin mit der Gabe: 
Nance saß in der Dunkelheit ihrer Kate und beobachtete durch die offenstehende Tür , wie das sterbende Jahr sich dem Schnee ergab. Die Nacht senkte sich heilig, als ob die Herrlichkeit Gottes im Wechsel von Hell zu Dunkel wohnte. In ihren zerlumpten Umhang gehüllt, hörte sie die Stille laut wie eine Klosterglocke. In dieser Nacht würden sie beginnen. Mit der Heilung. Dem mysteriösem Flehen. Dem Auftrennen alter Magie.

MEINE MEINUNG:
Lange hat mich ein Buch nicht so beeindruckt wie das Obige, denn es ist eine wahre Geschichte. Das Cover versetzte mich schon beim Betrachten in eine angespannte Stimmung voll unheimlicher Vorahnungen. Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt und jedem Kapitel wird als Titel eine Kräuterpflanze gewidmet wie zum Beispiel die Wasserschwertlilie, Nesseln , das Kreuzkraut oder auch einem Baum wie der Esche. Der Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Buch *Das Seelenhaus* genossen habe, ist total flüssig, einprägsam , voll beeindruckender , bildhafter Sätze und fantasievoll. Ihre zarten und stimmigen Naturbeschreibungen der irischen Landschaft haben in meinen Augen sogar eine poetische Nuance.  Hannah Kent hat sich intensiv mit dem irischen Volks- und Brauchtum  beschäftigt und hervorragend in alten Archiven und Bibliotheken recherchiert.  Sicher hat sie auch alte, mündliche Überlieferungen aus der heutigen Bevölkerung einfliessen lassen. Für viele Ereignisse setzt sie sogar  gälische Begriffe in kursiver Schreibweise ein. Piseógs zum Beispiel sind Flüche, schlechte Wünsche, die man auch bildlich mit Steinen und Pflanzen errichten kann. Die inneren Widersprüche und Konflikte zwischen christlich-katholischem Glauben und alten , heidnischen Bräuchen,  die in der Bevölkerung zu dieser Zeit brodelten, hat sie perfekt und glaubhaft dargestellt. Irisches Landleben der damaligen Zeit pur. 
Die Armut und Unwissenheit  der Menschen vor der grossen Hungersnot und Auswanderungswelle in Irland sind mir durch diese Lektüre  wirklich zu Herzen gegangen. Was auch gerade Frauen durch Kindbett, Schwangerschaft und Armut aushalten mussten, war unglaublich.

Der Arzt der Armen ist der Tod.
Liagh gach boicht bas

Für dieses spannende und ungewöhnliche Buch gibt es eine absolute Leseempfehlung von fünf ***** Sternen von mir.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.








Donnerstag, 31. August 2017

*Halali* von Ingrid Noll, erschienen im Diogenes Verlag

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  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 26.07.2017
  • Verlag : Diogenes
  • ISBN: 9783257803839
  • Audio CD
  • Sprache: Deutsch
Infos zur Autorin:Ingrid Noll

Rezension

INHALT: 
Die 82 jährige Holda , auch Frau Holle oder nur Holle genannt , lebt mit ihrer Enkelin Laura, die der neuen Social media Generation  angehört , im gleichen Haus. Laura besucht ihre Grossmutter regelmäßig und bringt ihr oft etwas zum Essen vorbei , holt dafür gern ihre frisch gebügelte Wäsche ab. Aber am liebsten hört sie ihrer Grossmutter zu, wenn diese von ihren aufregenden Erlebnissen als junge Frau, zusammen mit ihrer Freundin Karin, in den Fünfziger Jahren in Bonn/Bad Godesberg erzählt.

 Karin und Holda haben beide im Innenministerium als Sekretärinnen gearbeitet. Holda vergleicht in ihren Erzählungen die Veränderungen des  alltäglichen Lebens von damals zu heute und bringt Laura dadurch gern zum Staunen und Lachen. Holda stammt aus einer fleissigen Bäckerfamilie in der Eifel und war wohl in ihrer Jugend ein braves, ehrliches und  recht bescheidenes Mädchen. Ihre Freundin Karin, aus einer adeligen Familie stammend,  war dagegen recht keck , lebenslustig und sehr fordernd . Durch diese  charakterlichen Gegensätze gab es natürlich oft kleine Reibungen zwischen den ungleichen Freundinnen.  Liebste Gesprächsthemen der Beiden unterschiedlichen Freundinnen waren : „ Wie angele ich mir einen Ehemann“? und das Austauschen von Informationen über Ihren ungeliebten Kollegen Burkhard Jäger,  von ihnen nur noch *Der Jäger* genannt. Karin’s erstrebtes Ziel ist es , durch Heirat zur Botschaftsgattin aufzusteigen, aber Holle träumt nur von einer romantischen Liebe.
Holle und Karin stolpern zufällig in dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, verdächtigen ihren *Jäger* und nun nimmt die Geschichte an Fahrt auf mit Leichen im Rhein, geheimen, toten Briefkästen mit mysteriösen Botschaften und Briefen. Holle und Karin geraten in immer tiefere - auch gefährliche und kriminelle Machenschaften - bis hin zum Mord.
*Halali* wird ihr Schlachtruf , wenn ihre sogenannte Jagd auf einen vermeintlichen Spion, oder aus einer prickelnd gefährlichen Situation, dem Ende entgegengeht,,,,,

MEINE MEINUNG:
Als erstes ist mir die melodische, tiefe und angenehme Stimme von Nina Petri aufgefallen, die gleichzeitig die alte Holle und die junge Sprechweise von der Enkelin Laura gekonnt auseinander gehalten hat. Durch ihre professionelle Interpretation der unterschiedlichen Stimmen aller Protagonisten wusste man beim Hören immer sofort, wer nun im Mittelpunkt der Geschichte stand.
 Ich musste sehr oft lächeln, wenn Holle ihrer jungen Enkelin mit feinsinnigem Humor und  viel Wissen von damals erzählt hat. 
Ingrid Noll hat dem Hörer eine perfekte Studie der Fünfziger Jahre - Gesellschaft durch die Protagonistin Holle erzählen lassen, fein verpackt in eine Kriminalkomödie , die sie mit rheinischem Lokalkolorit und vielen gängigen Redewendungen und Sprichwörtern ausgestattet hat. Ich habe mich dadurch oft wie  in meine Kindheit zurückgesetzt gefühlt und köstlich amüsiert. Manchmal hatte die Erzählung vielleicht sogar autobiografische Züge , bedingt durch das Alter der Autorin und ihrer erzählenden älteren Protagonistin Holle. Aber das ist ein ganz persönlicher Eindruck von mir.  
Die Spannungsbögen  in dieser Geschichte lassen manchmal zu wünschen übrig, aber es wird nie langweilig  und die Gedanken schweifen NICHT ab. 

Ich hatte einige unterhaltsame Hörstunden, die mir viel Spass bereitet haben. 
Meine Bewertung: Eine absolute Hörempfehlung mit fünf ***** Sternen!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die unterhaltsame Audio-CD.












    *Das Lied des Lebens* erschienen im Insel Taschenbuch

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    Die schönsten Gedichte 
    Ausgewählt von Volker Michels
    INSEL VERLAG

    Ich möchte Euch hier auf meinem Blog in lockerer Zeit - und Reihenfolge Gedichte von Hermann Hesse vorstellen, damit sie nicht in der Hektik unserer Zeit verschwinden. Es ist eines meiner älteren Lieblingsbücher, in denen ich ab und an blättere und lese....

    Voll Blüten (Hermann Hesse)

    Voll Blüten steht der Pfirsichbaum,
    Nicht jede wird zur Frucht,
    Sie schimmern hell wie Rosenschaum
    Durch Blau und Wolkenflucht.

    Wie Blüten gehn Gedanken auf,
    Hundert an jedem Tag-
    Laß blühen! laß dem Ding den Lauf!
    Frag nicht nach dem Ertrag!

    Es muß auch Spiel und Unschuld sein
    Und Blütenüberfluß,
    Sonst wär die Welt uns viel zu klein
    Und Leben kein Genuß.



    Dienstag, 29. August 2017

    *Das Ohr des Kapitäns* von Gisbert Haefs, erschienen im Heyne Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :14.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 14.08.2017
    • Verlag : Heyne
    • ISBN: 9783453269309
    • Fester Einband 400 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    • INHALT/Klappentext:
    • Der Autor Gisbert Haefs

    Sklavenhandel, Schmuggelware und ein Kriegsgrund,,,, 

    Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Jahr 1713 erhalten englische Händler das Monopol für die Belieferung des spanischen Kolonialreichs in Südamerika mit schwarzen Sklaven. Eines Tages weigert sich der »Händler« Jenkins (de facto wohl Schmuggler), sich von der spanischen Küstenwache vor Kuba kontrollieren zu lassen, worauf der spanische Kapitän dem Zeternden kurzerhand das linke Ohr abschneidet. Als Jenkins das Beweisstück in London vorlegt, ist das in der aufgeheizten Stimmung für England Grund genug, mit dem größten Flottenaufgebot seit der Armada zu reagieren. Es kommt zum Kolonialkrieg in der Karibik. Der später berühmte Romanautor Tobias Smollett nimmt als junger Assistenzarzt an Bord eines britischen Linienschiffs an der Unternehmung teil.
    MEINE MEINUNG: Das schöne Cover mit den tollen Windjammern und mit Teilen einer historischen Landkarte hat mich sofort angesprochen und ich habe ein buntes und spannendes Historiendrama , das sich zwischen den beiden damals führenden Seemächten England und Spanien abspielt, erwartet. Meine Erwartungen wurden auch erfüllt , leider aber  nicht ganz was die Spannungsbögen und meinen Zugang zu den Charakteren des Buches betraf.
    Das geschichtliche Wissen, welches der Autor vermittelt ist ungeheuer gross und umfassend, was normalerweise für einen  historischen Roman sonst kaum üblich ist. Und doch hat mir ein wenig die Spannung und der Zugang zu den Protagonisten gefehlt. Da es hauptsächlich gestandene *Seebären* sind, hätte ich mir mehr Temperament und Buntheit in ihren Erzählungen gewünscht, wobei die Atmosphäre auf See und in den Häfen sehr stimmig und interessant vom Autor geschildert wurde. Ich bin mit diesen  See-Männern als Romanfiguren einfach nicht warm geworden und wurde nicht wirklich von ihnen beeindruckt.
    Ein  Glossar wäre sehr hilfreich gewesen, denn viele Begriffe aus der Seefahrt sind mir völlig unbekannt, wie zum Beispiel eine Schebecke .
    Die schönen, alten und informativen Karten am Beginn des Buches haben mich aber schnell darüber hinweg getröstet.
    Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Zitate vor jedem Kapitel von bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel von Heinrich Heine,  Zitat Seite 322 vor dem Kapitel * Wunder in Cartagena*:

    Aber das Leben ist im Grunde so fatal ernsthaft, daß es nicht zu ertragen wäre ohne solche Verbindung des Pathetischen mit dem Komischen.

    oder von Harold Temperley (1909) Seite 44 vor dem Kapitel *Downing Street 1738*:

    Man kann sagen, Jenkins Ohr symbolisierte die Empfindungen der englischen Öffentlichkeit ganz allgemein , ihren Haß auf die Spanier als grausame Papisten, ihre insulare Verachtung des Ausländers, und so weiter. Die Frage ist, wie ausschlaggebend diese Gefühle für die Kriegserklärung waren...Es war vielleicht der erste englische Krieg , bei dem wirtschaftliche Interessen den absoluten Vorrang hatten.

    Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, aber vor allem mein geschichtliches Wissen über diese Zeit  erweitert.
    Meine Bewertung : **** Vier Sterne.

    Herzlichen Dank an den Heyne Verlag und den Autor für dieses sehr informative Werk.


    Samstag, 26. August 2017

    *Nach Onkalo* von Kerstin Preiwuß, erschienen im Berlin Verlag

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    Dieses Buch hat mich heute vom Berlin Verlag  erreicht! Ich freu mich riesig darüber! Herzlichen Dank!
    Es wurde auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 gesetzt.
    Über den Inhalt und die Autorin habe ich einige Infos für Euch!

    Inhalt mit fortführender  Leseprobe:  Matuschek ist vierzig, als seine Mutter stirbt, mit der er sich das Haus teilte. Ohne ihre Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Eine Frau hat er nicht und von dort, wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer, der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer von anderen längst aufgegebenen Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Das kann schon reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber dann geht etwas schief und er beginnt von neuem.
    "Nach Onkalo" zeigt eine Welt am Rand, in der sich die großen Fragen nicht weniger deutlich stellen: wie man sein Leben aushält und dabei glücklich wird. Matuschek will nur seinen Alltag meistern. Doch vielleicht befähigt ihn genau das zur Erkenntnis "ob das Leben die Mühe lohnt".







    Donnerstag, 17. August 2017

    *Damals* von Tessa Hadley, erschienen im Piper Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.08.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 01.08.2017
    • Verlag : Piper
    • ISBN: 9783492057905
    • Fester Einband 384 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    •  Infos zur Autorin: Tessa Hadley beim Piper Verlag
    • Leseprobe

    INHALT:
    Vier Geschwister treffen sich ,wie so oft schon, im alten langsam verfallendem Pfarrhaus der Grosseltern auf dem Land zu einem dreiwöchigen Aufenthalt , um über die Zukunft des renovierungsbedürftigen Hauses zu beraten. Harriet, die Älteste in dieser Runde, ist eine verschlossene und etwas spröde Frau, die in Kindertagen oft die Verantwortung für die Geschwister Alice, Roland und Fran übernommen hat. Ihre gemeinsame Mutter Jill verstarb in jungen Jahren, der Vater hat die Familie  früh verlassen  und die Kinder haben zeitweise  mit der Mutter bei den Grosseltern gelebt.
     Roland hat seine  frisch verliebte argentinische  Frau Pilar und die jugendliche Tochter Molly, aus erster Ehe, mitgebracht.  Die ledige Alice hat ohne Absprache mit den anderen Geschwistern überraschend den Halbwüchsigen Kasim eingeladen. Er ist der Sohn eines ihrer vielen Liebhaber. Fran reist mit Ivy ( neun Jahre alt) und Arthur (sechs Jahre  alt ) an.  Ihre Ehe mit Jeff steht auf der Kippe.  Er ist bei diesem Treffen nicht dabei. 
    Familiäre Verwicklungen  und Auseinandersetzungen der Geschwister  und  der anderen Beteiligten, die bis in die Kindheit und Vergangenheit,  die bis zu den Grosseltern (einer Pfarrehe) reichen, bahnen sich an. Persönliche Katastrophen wie Krankheit und Versagen der Protagonisten werden nicht ausgelassen und mit Trauer,  Bedauern und viel Verständnis und Mitgefühl von Seiten  der Autorin erzählt . 
     Diese  romantisch, stimmige  Erzählweise eines romantischen Sommeraufenthaltes einer Familie  in einem alten , geheimnisvollen Haus tun ein Übriges um den Leser zu verzaubern,,,,,

    MEINE MEINUNG: 
    Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Zuerst wird die Gegenwart beschrieben, dann schweift die Autorin in die Vergangenheit ab, um im dritten Teil wieder in die Gegenwart zurückzukehren.
    Ich habe ca. fünfzig Seiten gebraucht bis ich in dieser Geschichte mit voller Aufmerksamkeit gelandet bin.  Dazu möchte ich sagen, dass es wohl  an meiner anfänglichen  Unkonzentriertheit gelegen hat und nicht am  wunderbaren Schreibstil der Autorin. 
    Zitat Seite 11: In den Räumen standen noch immer die Möbel ihrer Grosseltern;silbrig schimmerten die Tapeten hinter den staksigen Stühlen, dem schwarz lackierten Klavier, dem Sekretär. Die an der Bilderschiene aufgehängten Gemälde waren dunkle Höhlen. 
    Alice hatte ihrer Therapeutin erzählt, dass sie ständig von diesem Haus träumte. Alle anderen Häuser , in denen sie gelebt hatte, kamen ihr dagegen wie Bühnenbilder vor.

    Die Autorin benutzt eine unglaublich ausschmückende Bildersprache mit einer immer wieder neuen Vielfalt der Begriffe. Diese Ausdrucksweise  hat mich magisch gefangen genommen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Sie spielt mit dem Leser, lässt einiges in Vergangenheit und Gegenwart offen und/oder deutet Geschehnisse oft  nur an. Für die eigene Fantasie bleibt immer genug Raum bei Lesen. Tessa Hadley hat mit unglaublichem Fingerspitzengefühl  ein Psychogram aller beteiligten Protagonisten erstellt, das mich sehr gefesselt hat.  Auffällig war, wie gut sie den Unterschied zwischen Denken und tatsächlichem Handeln der Geschwister herausgearbeitet hat.  Auch ihre fantasievollen Gedanken und Spiele  um die Kinder in einem verlassenen uraltem Cottage im Wald, das eine wichtige Rolle im Roman einnimmt , fand ich sehr interessant. Deutlich wurden die unterschiedlichen Denkweisen von Kindern und Erwachsenen erzählt. 
    Seite 14 : Als die Kinder durch den von einer alten, weissen Kletterrose überwucherten, steinernen Torbogen in den Garten hinter dem Haus schlenderten, sahen sie aus wie Figuren eines altmodischen Theaterstücks: Ivy in einem langen, viktorianischen, rüschenbesetzten Rock aus kakifarbener Seide, dazu ein mit rosa Palietten besetztes Oberteil. Sie liebte es in ihrem Kopf Fantasiewelten zu erschaffen. 

    Ich kann diesen Roman uneingeschränkt  mit fünf ***** Sternen empfehlen, was mich persönlich am Ende des Buches freudig überrascht hat. 
    Herzlichen Dank an die Autorin und den Piper Verlag für das schöne ,  gebundene Rezensionsexemplar.





    Donnerstag, 10. August 2017

    *Judith und das liebe Vieh*, von Judith Reinhard, erschienen im Güters Loher Verlags Haus

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :25.04.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 25.04.2017
    • Verlag : Gütersloher Verlagshaus
    • ISBN: 9783579086644
    • Fester Einband
    • Sprache: Deutsch
     Infos über die Autorin:Judith Reinhard

    Rezension

    INHALT: 
    Judith Reinhard, eine bekannte und erfolgreiche Modejournalistin, in der Kindheit auf dem Land an der Wümme aufgewachsen, besinnt sich nach einem oberflächlichem und glitzerndem Konsumleben auf ehrliche Werte wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Wertschätzung der Natur und dem Leben gegenüber.Sie übernimmt die Verantwortung für den geerbten zwanzig Hektar grossen Bauernhof der Eltern. Diese Wandlung in ihrem Denken und Handeln hat sie einer Mutterkuhherde von Galloway-Rindern zu verdanken ,,,,, 

    MEINE MEINUNG: 
    Dieses gebundene Buch (221 Seiten) mit einem Foto der Autorin Judith Reinhard auf dem Cover, welches SIE im Vordergrund abbildet und nicht die schwarzwolligen Galloways, konnte ich an einem Tag voller Lesezeit schnell durchlesen. Der Schreibstil der beiden Autorinnen Judith Reinhard und Bruni Prasske ist sehr einfach und gut verständlich gehalten. Stimmige und schöne  Beschreibungen von Landschaft  und Tieren haben mich gut unterhalten. Das Buch ähnelt  eher einem Tatsachenbericht mit einer autobiografischen Lebensbeichte und ist kein Roman im üblichen Sinn. Ich kann dieses Buch für mich in kein anderes Genre einordnen. 
    Obwohl Frau Reinhard jahrelang während der Ausübung ihrer Arbeit entsetzliche, menschenverachtende  Produktionsstätten von Kleidung in Asien und Ausbeutung von Frauen beobachten konnte, haben es erst diese sanftmütigen Rinder und die Landschaft an der Wümme geschafft, sie in ihren Bann zu ziehen um ihren stressigen (und sogar in ihren Augen unsinnigen) Job aufzugeben, in dem man sogar hungert, um den Ansprüchen des Modebetriebs gerecht zu werden.
    Die Naivität und die Unwissenheit über das Leben auf dem Land, mit der sie sich dort auf dem Hof einbringt, haben mich allerdings ein wenig erstaunt. 
    Das Buch berichtet über einen Zeitraum von ca. zwölf Jahren. Der Roman weist einige Längen und zu schnelle Zeitsprünge am Ende auf, die mir nicht gefallen haben. Seitenlange, ausführliche Beschreibungen über unterschiedliche  Schlachtmethoden  - und ihre Durchführungen wären meiner Meinung auch nicht nötig gewesen um darzustellen, dass das Tierwohl immer an erster Stelle stehen sollte bei der Fleischbeschaffung für die Bevölkerung.

    Meine Bewertung: Ein gutes Buch, dem ich drei *** Sterne gebe.

    Dankeschön an die Autorin und  das Gütersloher Verlags Haus in der Random House Group für das Rezensionsexemplar. 








    Mittwoch, 9. August 2017

    * Das Buch der Ketzer * von Walter Nigg, erschienen im Diogenes Verlag

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.04.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 26.04.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257069938
    • Fester Einband
    • Sprache: Deutsch
    Infos zum Autor:Walter Nigg

    MEINE MEINUNG: Das gebundene Buch vom Diogenes Verlag mit seinen 593 Seiten ist ein sehr wertvolles Nachschlagewerk über sogenannte *Ketzer*, deren Meinungen und Ansichten  von der christlichen Kirche teilweise abgelehnt wurden und deren Verfechter auch verfolgt worden sind,,,

    Der Schweizer  evangelisch-reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hat in seiner umfangreichen Arbeit viele wissenswerte Informationen über unterschiedliche Personen zusammengetragen und ausgewertet. In 24 Kapiteln stellt er bekannte Persönlichkeiten und ihr Wirken für die Gesellschaft dar.
    Es handelt sich dabei um Menschen wie Martin Luther, der von der Katholischen Kirche  als Ketzer verurteilt wurde, aber nun als Begründer der evangelisch-lutherischen Kirche volles Ansehen und Beachtung erlangt hat.
    Auch Schriftsteller , Philosophen, Theologen, Gottes-und Wahrheitssucher  und Wissenschaftler finden seine Beachtung und Beschreibung.
    Die Waldenser und Katharer  und ihre Bewegungen werden erwähnt und erklärt. Hexenverfolgungen im Mittelalter und Inquisitionsverfehlungen der Kirche kommen nicht zu kurz, werden nicht verschwiegen und schonungslos mit gründlicher Recherche an den Pranger gestellt.
    Auch bekannten Literaten  wie Leo Tolstoi, Gotthold Ephraim Lessing und Meister Eckhart  sind eigene Kapitel gewidmet. 
    Der Autor schreibt sehr bildlich und mit viel christlicher  Empathie für diese Gruppen und Personen und das macht jeden Abschnitt für sich sehr lesenswert. Sein Wissen hat er anschaulich vermittelt und es stellt ein absolutes Highlight für Religionsinteressierte und *Suchende* Leser dar.

    Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE

    Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für diese wertvolle Rezensionsexemplar. 




    Dienstag, 8. August 2017

    *Letzter Bus nach Coffeeville* von J.Paul Henderson, erschienen im Diogenes Verlag

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :23.03.2016
    • Aktuelle Ausgabe : 24.05.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257243918
    • Flexibler Einband 528 Seiten
    • Sprache: Deutsch
    Meine neue Lektüre vom Autor : J.Paul Henderson

    Ich bin auf Seite 40 und schon jetzt von dem schrägen Humor und den Charakteren  der Romanfiguren  Doc (Gene), Bob und Nancy angetan,,,bis jetzt lese ich von den Geschehnissen in  ihren jungen Jahren,,,

    Zitat Seite 41, Nancy fragt  Gene (Doc):

    "Ich weiss nicht, ob wir jemals heiraten, aber ich bin sicher , wir bleiben auf jeden Fall für immer Freunde. Du würdest alles für mich tun , oder? "

    Dieser  Roman ist ein Roadtrip über unterschiedlichste  Menschen  und beschreibt den Verlauf einer von vielen möglichen Alzheimer Erkrankungen,,, und wie man auf ungewöhnliche Weise damit leben ( und sterben) kann und muss,,, ein Buch voll von schrägem Humor, witzigen Dialogen und Situationskomik der Protagonisten   -  aber auch die Ernsthaftigkeit und Gefühlstiefe der Romancharaktere  werden aufgezeigt !

    Rezension (8.8.17)

    MEINE MEINUNG:

    Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und der Autor stellt sorgfältig und genau die sehr unterschiedlichen Protagonisten Nancy, Gene (Doc), Bob, Jack, Eric vor, ihre Kindheit und Jugend, ihre Gemeinsamkeiten und Beziehungen  untereinander und ihre Lebensgeschichten vor. Das Thema Alzheimer wird am Anfang nur behutsam , eher gar nicht erwähnt. Man bekommt mehr Einblick in die Geschichte,  das Leben und gesellschaftliche  Geschehen der USA, was ich als sehr interessant  und lesenswert empfand! Nancy und Gene führen nach dem Zerbrechen ihrer jungen Liebe jeweils ein Familienleben mit anderen Partnern, fühlen sich aber freundschaftlich lebenslang miteinander verbunden. 
    Der Schreibstil des Autoren ist sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen, langweilt nie und ich habe mich trotz des ernsten Thema sehr gut unterhalten gefühlt. Seine Schreibweise hat mein Herz berührt, traurig gemacht und mich plötzlich durch witzige Situationskomik wieder zum Lachen gebracht.  
    Trotzdem steuert die Geschichte im zweiten Teil unaufhaltsam  auf das Thema Alzheimer und Demenz zu, welches am Ende jedes Menschenleben zu Charakterveränderungen und einem völlig anderem Lebensgefühl führen kann. 
    Nancy und Gene haben sich vor Nancy's Erkrankung  eine Lösung zurecht gelegt und sie vertraut ihrer ersten Liebe und Jugendfreund Gene, der Arzt von Beruf ist , voll und ganz.  Auch für Gene ist es ein wichtiges Erlebnis in seinem Ruhestandsdasein und er mobilisiert all seine Kraft, Wissen und Beziehungen um Nancy beizustehen.  
    Und er tut ALLES für sie, ob man das nun als Verfehlung ansehen mag oder als leichte, gleitende  Hilfe in das Jenseits.

    Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt über unsere Hilflosigkeit dem Sterben gegenüber. 
    Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses wertvolle Rezensionsexemplar.

    Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE 







    Montag, 31. Juli 2017

    *Kindes Kind* von Barbara Vine , erschienen im DIOGENES-VERLAG

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    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :28.06.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 28.06.2017
    • Verlag : Diogenes
    • ISBN: 9783257243956
    • Flexibler Einband
    • Sprache: Deutsch
    Infos zur Autorin: Barbara Vine

    REZENSION

    INHALT: 
    Andrew und Grace erben ein Haus im Jahr 2011 von ihrer Grossmutter. Sie teilen es es sich friedlich und leben harmonisch und freundlich zusammen. Grace, eine  Literaturwissenschaftlerin arbeitet fleissig an ihrer Doktorarbeit über das Schicksal von Müttern unehelicher Kinder anhand der Literatur der letzten Jahrhunderte. Ihr homosexueller Bruder Andrew ist im literarischen  Verlagswesen tätig. 
    Plötzlich taucht der Schriftsteller James , Andrews Liebhaber immer öfter im gemeinsamen Haus der Geschwister  auf und verstört Grace mit seiner provokativen Meinung über  die Behandlung schwuler Männer und alleinstehender  Frauen mit unehelichen Kindern in unserer Gesellschaft. Trotz offensichtlich gegensätzlicher Meinungen  fühlen sich James und Grace zueinander hingezogen und Grace wird vom Liebhaber ihres Bruders schwanger,,,,, 

    Grace beschäftigt sich neben dem Verfassen ihrer Doktorarbeit   mit einem unveröffentlichten Roman von Martin Greenwell, den sie in der umfangreichen  Bibliothek der Grossmutter entdeckt hat. 
    Dieser Roman ist ein eigener Plot in dem Buch , spielt in den Dreissiger und Vierziger Jahren, bis in den 2. Weltkrieg hinein  und erzählt die Lebensgeschichte eines Geschwisterpaares namens John und Maud. 
    John ist ein homosexueller Lehrer und seine unverheiratete  Schwester Maud bekommt mit 15 Jahren ein Kind. Sie bekommt keine Unterstützung vom Kindsvater oder der Eltern und wird in der damaligen Gesellschaft verachtet und gemieden. Die Geschwister John und Maud beschliessen fern der Heimatgemeinde als Ehepaar aufzutreten und dem Kind eine Familie zu geben. Schwierige Verwicklungen stehen an, als John’s  Liebhaber Bertie sich in ihr Leben einmischt und ein Verbrechen geschieht,,,, 

    MEINE MEINUNG: 
    Das handliche Taschenbuch mit 362  Seiten lässt sich dank des interessanten und aufschlussreichen Schreibstils der Autorin flüssig und angenehm lesen. Die bekannte  britische Krimi Autorin Ruth Rendell hat unter dem Pseudonym  * Barbara  Vine * ein packendes und gutes Buch über Tabu-Themen geschrieben. Sie hat mich mühelos in diesen zwei Geschichten in die jeweilige Zeit und ihre Eigenschaften gezogen. Barbara Vine erzählt  dramatisch über die Nöte und Ängste  homsexueller Männer, die in den Dreissiger und Vierziger Jahren  auch noch strafrechtlich verfolgt wurden. Die gängigen Gesellschaftsregeln, haben damals  jede Lebenskonstellation ausserhalb einer  Ehe nicht akzeptiert und verachtet. Darunter fielen auch junge Mädchen mit unehelichen Kindern. Maud’s Denken und  das Handeln Ihrer Eltern in den dreissiger und vierziger Jahren  waren mir sehr fremd und haben mich entsetzt. Leider hat Maud aus ihrer misslichen Lage keine positiven Schlüsse entwickelt und diese negativen Meinungen als Mutter  sogar an ihre unschuldige Tochter Hope weitervermittelt. Die Charakterdarstellung von Maud war mir sehr unsympathisch.

     Auch Grace hatte in Ihrer Zeit (2011) Schwierigkeiten mit sich und der Konstellation , dass der Liebhaber ihres Bruders gleichzeitig der Vater ihres ungeborenen Kindes war, hat dieses Problem aber mehr oder weniger akzeptiert, zumindest besser als das homosexuelle Pärchen Andrew und James.
    Psychologisch raffiniert aufgestellt und packend hat Barbara Vine die ungleichen Geschwisterpaare und deren fesselnde  Lebensgeschichten erzählt. 
    Am Ende des Buches hat man sogar das Gefühl sich nun in einem Psychothriller zu befinden, welches aber nur wenige Seiten anhielt. 

    Dieses gute  Buch empfinde ich als einen Aufruf und eine  Ermutigung  zu Toleranz und Menschlichkeit, damit jeder Mann  und jede Frau  seine privaten sexuellen Neigungen nach eigener Entscheidung ausleben DARF und KANN !

    Meine Bewertung: Vier **** Sterne !

    Herzlichen Dank an den Diogenes -Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplar!

    Donnerstag, 27. Juli 2017

    *In unendlicher Ferne* von Emylia Hall, erschienen bei btb

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.02.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 13.02.2017
    • Verlag : btb
    • ISBN: 9783442714667
    • Flexibler Einband 448 Seiten
    • Sprache: Deutsch
     Die Autorin: Emylia Hall


    Rezension

    INHALT: 
    Die junge Robyn Swinton zieht mit ihren Eltern in ein wunderschön am Meer gelegenes Haus in Cornwall. Bei ihrem ersten Surfversuch in der wildromantischen Bucht Rockabilly wird sie von Jago Winters, ihrem gleichaltrigen  Nachbarn vor dem Ertrinken gerettet. Dieses traumatische Erlebnis verbindet die jungen Menschen innerlich mit einer tiefen Freundschaft. 
    Beide  beschreiten unterschiedliche Lebenswege . Jago lebt weiterhin als bodenständiger  Handwerker  in Merrin/Cornwall. Robyn zieht es  nach London , wo sie mit dem Musiker Eliot ein verrücktes und wildes Grossstadtleben führt. Aber  es es zieht sie in unregelmässigen  Abständen an das Meer und zu ihrem geliebten Surfsport zurück nach Cornwall, wo sie in der Bucht  Rockabilly immer wieder Jago Winters begegnet, aber plötzlich hält das  Leben und die LIEBE zu Eliot eine Überraschung für die jungen Leute bereit,,,,,,,

    Jago’s Vater Denny, die Erinnerungen an die verstorbene Mutter  und Frau Rosalind sowie  das Auftreten  von Robyn’s Eltern (Marilyn und Simon)  erscheinen als  angenehme Figuren am Rande des Romans mit ihren eigenen Geschichten,,,,, 

    MEINE MEINUNG: Das schöne Cover verspricht einen romantischen Cornwall-Roman, was auch gehalten wird. Die  Landschaftsbeschreibungen  und die imposanten Eindrücke vom Meer und der Küste mit dem wahnsinnig hellen Licht  , die diesen Landstrich zum Leuchten bringen , werden sehr stimmig und ohne Kitsch von der Autorin im Roman an den Leser vermittelt.

    Die  Lebens- und Selbstfindungs - Geschichten der beiden Hauptprotagonisten Robyn und Jago werden beeindruckend aus  ihrer jeweiligen Sicht in eigenen Strängen  erzählt und man erhält als Leser einen guten Einblick in das innere Erleben der zwei Teenies. 
    Ich habe eine typische , verhaltene Liebesgeschichte der verpassten Gelegenheiten erlesen, die von Unerfahrenheit  und Schüchternheit der Liebenden nur so strotzte. Der schöne und romantische  Schreibstil der Autorin hat mich aber sehr  angesprochen , nur dadurch konnte ich manche Länge in diesem Roman ertragen. 
    Laufend hoffte man, dass Jago und Robyn nun endlich auch als Liebende zu einander finden würden, aber lange geschah nichts dergleichen. 
    Interessant fand ich die persönlichen  Entwicklungen der jungen Robyn und des Musikers Eliot, die beide aus ihrer Sturm- und Drangzeit in London  unmittelbar in ein Leben von Verantwortung und Selbstverzicht geworfen wurden…..lasst Euch von diesem Roman einfach einfangen und überraschen,,,,

    Meine Bewertung: Vier **** Sterne. 

    Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-Verlag in der Random House Group!

    Mittwoch, 26. Juli 2017

    *Gartenreiseführer SÜDWESTENGLAND* von Heidi Howcroft, erschienen im DVA Verlag

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.06.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2017
    • Verlag : DVA
    • ISBN: 9783421040732
    • Flexibler Einband
    • Sprache: Deutsch
    Autorin:Heidi Howcroft

    Heidi Howcroft (Autorin)

    Heidi Howcroft ist Landschaftsarchitektin, Autorin und Gartenjournalistin. Nach einer Ausbildung in England hat sie ihre Berufserfahrung in Deutschland gesammelt, wo sie lange Jahre im Planungs- und Ausstellungswesen tätig war. Die deutschsprachige Britin hat bereits 20 Bücher veröffentlicht und ist eine gefragte Reisebegleiterin auf Gartenreisen und -kreuzfahrten. Wenn sie nicht mit Lesungen, Vorträgen oder dem Entwurf von Privatgärten beschäftigt ist, pflegt sie ihren Cottagegarten in einem kleinen Dorf im Südwesten von England.

    REZENSION

    MEINE MEINUNG:
    Der kleine handliche Gartenreiseführer mit dem Titel SÜDWESTENGLAND hat bei mir sofort alte Sehnsüchte nach dieser Landschaft und seinen wunderschönen Gärten geweckt, da ich diesen Land- strich vor dreiundzwanzig Jahren schon einmal bereist habe. Das tolle Foto auf dem Einband vom Minack Theatre Garden war mir sofort vertraut. Man hört beim Betrachten fast das Meeresrauschen und spürt kleine Gischtnebel der rauen See , die dem  Führer mit dem fast wasserfesten Einband und Papier kaum Schaden antun können
    Die Autorin, eine bekannte Gartenjournalistin hat die Grafschaften Dorset, Somerset, Devon und Cornwall mit seinen Gärten genauestens  und mit vielen , mir neuen Tips und Anregungen versehen , beschrieben.
     Neunundfünfzig (59) Gärten stellt sie vor, mit sorgfältigen Hinweisen auf  die unterschiedlichen Gartenthemen, Besonderheiten des jeweiligen Garten, Sternchenbewertungen, Öffnungszeiten,  Übernachtungsmöglichkeiten, Preisen, Parkmöglichkeiten, Barrierefreiheit und vielen anderen,  kleinen Tips wie zum Beispiel * festes Schuhwerk erforderlich* ! Cafe's, Pubs und Restaurants werden aufgeführt. Alle denkbaren Kontaktdaten, auch Internetadressen, hat sie sorgfältig aufgelistet.
    Durch das milde Golfstrom - Klima begünstigt,  gibt es im Südwesten subtropische Gärten, Cottage-Gärten, Landschafts-Gärten, Waldgärten, botanische Sammlungen, Nutzgärten und viele vom National Trust betreute Häuser und Anlagen zu besichtigen. Man wird sicherlich mehr als eine Reise benötigen , um diese Vielfalt an Gartenanlagen  bewundern zu können. 
     Die Autorin bietet zudem in ihrem Führer  kurze, fertig ausgearbeitete Garten- Touren-Beschreibungen an, die man ohne Bedenken übernehmen und nachreisen kann. Auch ihren Tip , nicht unbedingt vierzehn Tage von Garten zu Garten hetzen, sondern sich Zeit zu nehmen, empfinde ich als sehr wertvoll. Auch hier gilt die Devise : Wenige und intensive Besuche bieten mehr Vergnügen!

    Andere  touristische Sehenswürdigkeiten in der Umgebung des jeweiligen Garten werden ebenso vorgestellt, wie in Dorset der *Hardy Way* . Für Lesebegeisterte ist der englische Schriftsteller Thomas Hardy sicher ein Begriff mit seinen Alltagsdramen  ( Tess of the Durbervilles), die sehr eng mit Landschaft und Lebensstil des 19.Jahrhundert verwoben sind. Der *Hardy Way* ist  ca. 340 km lang und führt an vielen Schauplätzen seiner Romane vorbei.

    Diesen wertvollen Reiseführer hat Heidi Howcroft mit eigenen, romantischen und herrlichen Bildern verschiedener Gärten  ausgestattet und das bietet beim Betrachten einen wunderbaren Vorgeschmack auf die anstehenden Besuche.  

    Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne.

    Danke für diesen schönen Reisebegleiter an die Autorin und den DVA-VERLAG in der Random House Group. 
      



    Montag, 24. Juli 2017

    *Die Frauen von Salem* von Brunonia Barry, erschienen bei btb

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    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :13.06.2017
    • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2017
    • Verlag : btb
    • ISBN: 9783442714360
    • Flexibler Einband 448 Seiten
    • Sprache: Deutsch

    Zum besseren Verständnis des Romans empfehle ich bei Wikipedia einige Infos abzurufen und zu lesen.



    REZENSION

    INHALT:  Salem in Neuengland, eine Stadt in der es im Jahr 1692 Hexenverfolgungen und Prozesse gab. Die Bevölkerung und einige Nachkommen dieser verurteilten und ermordeten  Frauen profitieren in heutiger Zeit immer noch von diesem schrecklichen Ereignis, da es viele Touristen gerade an Halloween in die Stadt zieht.  
    Callie Cahill musste als fünfjähriges Kind Schreckliches miterleben. Ihre Mutter und zwei  ihrer Freundinnen wurden vor ihren Augen im Jahr 1989 ermordet. Rose Whelan, eine stadtbekannte und renomierte Historikerin wird verdächtigt, dieses Verbrechen begangen zu haben. Es konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden. 
    Erneut stirbt ein Junge auf mysteriöse Weise und wieder ist die inzwischen etwas verwirrte, obdachlose, ehemalige Wissenschaftlerin Rose in dieses Geschehen verwickelt. John Rafferty, der Polizeichef ermittelt in dem Fall  und entdeckt  Verbindungen zu  der inzwischen  nun erwachsenen Callie, Rose Whelan und dem Geschehen vor Jahrhunderten. Ist Rose womöglich eine Banshee? Der irisch geprägte Aberglaube an Feen und ihre Wandlungen  ist in der Bevölkerung von Salem immer noch vorhanden,,,,

    MEINE MEINUNG: Vorsicht! Dieser Roman ist kein echter Krimi, wie ihn Liebhaber dieses Genre  vielleicht erwarten würden. Mystische, esoterische Vorstellungen, Aberglauben, religiöser Fanatismus  sind in diesem Roman von der Autorin, einem bunten Flickenteppich gleich, in diese unheimliche Geschichte eingewoben worden. Ihr Schreibstil ist gut verständlich und anschaulich. Teilweise gibt es in diesem Roman einige Längen, aber es lohnt sich weiterzulesen, da der Spannungsbogen immer wieder neu aufgebaut wird.  Brunonia Barry hat den Ort Salem sehr stimmig beschrieben und man spürt den Sog der alten Geschichten, die auch in den Köpfen der Bevölkerung immer noch lebendig aufspielen. Hexen - ich würde eher sagen , es sind weise Frauen , die sich mit alternativen Kräuterheilmethoden auskennen, leben auch heute noch dort. Man mag an diesen Zauber glauben  oder nicht, die Autorin hat mit diesen Hilfsmitteln eine spannende, manchmal etwas surreal erscheinende Geschichte erschaffen und mir damit einige anregende *Märchenstunden* für Erwachsene geschenkt.  Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

    Meine Bewertung: Vier **** Sterne.

    Herzlichen Dank an die Autorin und die Random House Group für dieses unterhaltsame Leseexemplar!

    Feenwohnung im Wald,,,