Montag, 20. Februar 2017

Überleben,,,,

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Buchdetails

Ich überlebte diesen Familienroman an einem Wochenende, länger hätte ich es auch nicht ertragen ,,,,


                                         Rezension

INHALT:  Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte einer jungen Frau mit Namen Jessica , geboren im Jahr 1987 unter witzigen Umständen. Nämlich in einer italienischen Trattoria , mitten im Gastraum , hinter der Theke.... sozusagen eine Sturzgeburt,,,, so würden es medizinische Fachleute vielleicht beschreiben.
 Der italienische Papa Renzo, Mama Tiziana und viele kuriose Freunde und Gäste der ehemals durch und durch schwäbischen Wirtschaft  begleiten die kleine Jessica liebevoll von diesem Tag an bis zum Erwachsenwerden,,,,, 

MEINE MEINUNG: Meine Meinung ist natürlich nie für alle Leser einsichtig, aber nach einigen Seiten fiel mir das Lesen sehr schwer. Es gibt Teile in diesem Roman mit einem witzigen und lustigem Schreibstil und man fühlt sich wie in einem Comic-Theater gefangen. Dann stockt man beim Lesen, muss sich jedes Wort erkämpfen und hat das Gefühl ein konstruiertes Wörter-Wirr-Warr zu erleben. Die Charaktere der Geschichte werden liebevoll und sehr witzig beschrieben, man kann sie gut wiedererkennen  als liebevollen Vater, besorgte Mama, nette Freunde und auch einige aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Es passiert nicht viel während dieser vielen Jahre, nur eben der normale Lebenswahnsinn. 
Trotzdem hat dieser Schreibstil für mich keine eigene Faszination entwickelt. Oder bin ich für Neues nicht mehr empfänglich? Ich weiss es nicht und ich möchte dieses Buch sicher nicht verschenken oder als Höhepunkt für mich bezeichnen. 
Eine Leseempfehlung mit zwei Sternen ist sicher und ich wünsche der Autorin mehr begeisterte Leser/rinnen. Ich war es jedenfalls nicht!
Herzlichen Dank an den Penguin-Verlag, Random House Group für die Bereitstellung des mit einem ansprechendem Cover versehene Leseexemplar.

Freitag, 17. Februar 2017

*Das Lied der Hugenotten* von Deana Zinßmeister, erschienen im GOLDMANN VERLAG



Wirklich grausam , was Menschen einander antun können! Im anzuklickenden Link die Hintergründe  des Buches. Fesselnd und ansprechend geschrieben, trotz der blutigen und widerlichen Thematik.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 16.01.2017
  • Verlag : Goldmann
  • ISBN: 9783442484096
  • Flexibler Einband 460 Seiten
  • Sprache: Deutsch

                                                                 REZENSION


INHALT: Wir tauchen ein in das Frankreich des 16. Jahrhundert  und schreiben das Jahr 1572. Es ist eine unruhige Zeit . Ganz Europa wird von religiösen Macht - und Glaubenskämpfen der Christenheit und seiner weltlichen Führer  heimgesucht, auch in Frankreich gibt es grosse Konflikte zwischen Katholiken und den Hugenotten. Jacon Desgranges, ein junger Glashüttenbetreiber  aus Paris hat es geschafft mit seinen vorzüglichen, künstlerischen  Arbeiten sogar den Königshof beliefern zu dürfen. Er ist ein fürsorglicher Familienvater, seine Frau Catherine erwartet ein Kind und der älteste Sohn Pierre ist fünf Jahre alt. Doch das Glück der jungen Hugenotten-Familie zerbricht in der sogenannten BARTHOLOMÄUSNACHT. Tausende Hugenotten werden von Katholiken in dieser Nacht grausam öffentlich verfolgt, vertrieben und ermordet . Auch Catherine befindet sich unter den Toten und die Werkstatt von Jacon wird erbarmungslos zerstört. Jacon sieht keine Zukunft mehr für sich, den Sohn Pierre und die neugeborene Tochter Magali in der Stadt. Er begibt sich auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise mit dem Ziel La Rochelle an der Atlantikküste, immer mit der Angst lebend, als Hugenotte im Land erkannt und verfolgt zu werden. In La Rochelle sollen Hugenotten ihren Glauben leben dürfen….

MEINE MEINUNG: Die Autorin hat einen sehr gut recherchierten, spannenden historischen Roman geschrieben. Sie beeindruckt mit einem flüssigen , leicht aufzunehmenden Schreibstil und einer klaren, eindeutigen Sprache. Ich wurde nicht durch zuviel ausführliches Fachwissen über die historischen Hintergründe dieses Religionskonfliktes gelangweilt. Wer mehr und ausführlichere Informationen darüber möchte, kann sich gerne über den untenstehenden, anzuklickenden Link informieren. Deana Zinßmeister hat geschickt fiktive Erlebnisse mit geschichtlichen Fakten verbunden. Das ausführliche Personenregister am Beginn des Buches ist sehr aufschlussreich und informativ. Geschichtlich verbürgte Persönlichkeiten wurden mit einem Sternchen gekennzeichnet. Sie hat ihren Roman in drei Zeitabläufe gegliedert und so die Flucht, das dörfliche  Leben im Verborgenen unter falschen Identitäten und den Neubeginn eines neuen Lebens geschildert. Auch zwei unterschiedliche Zeit - und Erzählstränge, das Leben von Olivier und der Familie Desgranges (Marty) hat sie fliessend zusammenlaufen lassen.
Manchmal hatte der Roman einige Längen beim Lesen, die sie mit zu vielen einfachen Schilderungen des Alltags der damaligen Zeit erzeugt hat. Für viele unbedarfte Leser von historischen Romanen ist das sicher spannend, ich hab es schon oft in anderen Büchern gelesen.
Ich möchte eine Leseempfehlung mit vier Sternen aussprechen und danke der Autorin und dem Goldmann-Verlag herzlich für das schöne Lesevergnügen. 






Mittwoch, 8. Februar 2017

*Wo die ungesagten Worte bleiben* Marie Jansen bei Blanvalet

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Sie bleiben tatsächlich verschwunden , die Worte . Ich bin auf Seite 100 und langweile mich immer noch. 
Das ist kein gutes Zeichen,,,,aber ich lese natürlich weiter,,,,auch Kritik muss man (Frau) verarbeiten.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 16.01.2017
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783734103247
  • Flexibler Einband 410 Seiten
  • Sprache: Deutsch
                                                                     REZENSION

INHALT:  Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, erstens in der jetzigen Zeit und dann während der deutschen Besetzung von Frankreich im 2. Weltkrieg.  Die junge Architektin Sabine bekommt von ihrem Chef einen Sanierungsauftrag  für ein altes Schloss in Frankreich. Dieses Anwesen liegt sehr abgelegen an einem See im sagenumwobenen Wald von Brocéliande , in der Bretagne. Während sie sich dort aufhält , Vermessungsarbeiten durchführt, den  attraktiven Schlossbesitzer Nicolas Geradin kennenlernt, findet sie in einem geheimen Keller unter der Treppe,  einen alten Koffer mit einem blutbefleckten Brautkleid und mehreren Filmrollen. Mit Hilfe und zusammen mit einem jungen französischen Gästeführer schauen sie sich die alten Filme an, die wohl im Jahr 1940 von der jungen Audrey gedreht worden sind. Es sind Filme ohne Ton….

Die zweite Zeitebene erzählt auf der Grundlage dieser Filmaufnahmen das Leben der Schlossbewohner, der Familie Perriéres , und der Menschen des Dorfes Paimpont während der deutschen  Besetzungszeit 1940 in Frankreich,,,,

MEINE MEINUNG: Während der ersten 100 Seiten habe ich mich schrecklich gelangweilt beim Lesen. Der zu der Zeit etwas einfach gehaltene Schreibstil der Autorin konnte mich weder für die  unscheinbaren Protagonisten, noch den Ablauf des Geschehens begeistern. Der Roman wurde erst interessanter, als die zweite Zeitebene während der deutschen Besetzung im Jahr 1940 ins Spiel kam und die junge Audrey mit dem deutschen Offizier Rudolf eine zarte Beziehung anknüpfte. 
Die schönen und romantischen Beschreibungen des geheimnisvollen Waldes von Brocéliande haben mich dann allerdings etwas versöhnt und ich konnte nun alles gut vor dem inneren Auge verfolgen. Der Schreibstil wurde lockerer, ausschweifender, bildhafter und hat sich mit schrecklichen Begebenheiten aus dieser Kriegszeit, wie Hunger, Hass auf die Besetzer, Geheimnissen  und Gräuel des  2.Krieges imposant eingeprägt. Die Autorin hat es aber auch noch solide und geschickt geschafft , Vergangenheit und Gegenwart mit den verschiedenen Protagonisten zu verknüpfen. 

Der Roman berührt schon allein durch den Schrecken, den das Nazi-Regime während des 2. Weltkrieg  in Europa und Frankreich verbreitet hat und auch durch die persönlichen Schicksalsverbindungen. Er ist eine Mahnung gegen Unmenschlichkeit, den Krieg und ein Plädoyer für Völkerverständigung und Frieden. Das hübsche Cover mit Schleife und Blume empfinde ich als nicht so passend für dieses Thema. Auch der Titel führt von der Aussage etwas in die Irre.
Aus all diesen Gründen möchte ich eine Leseempfehlung mit drei Sternen aussprechen.

Herzlichen Dank an die Autorin und die Random House Group für die Bereitstellung des Leseexemplar.


Sonntag, 5. Februar 2017

*Das Geheimnis jener Tage* , von Z. Miller, erschienen im Insel Verlag

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Meine derzeitige Lektüre , Teilnahme an einer Leserunde organisiert vom Insel-Verlag und Lovelybooks,,,,,ratet mal wo die Geschichte spielt ;-)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :15.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 15.01.2017
  • Verlag : Insel Verlag
  • ISBN: 9783458361961
  • Flexibler Einband 516 Seiten
  • Sprache: Deutsch
Autor: Zoë Miller, geboren in Dublin, begann schon früh damit, Geschichten zu schreiben. Bevor sie 2009 ihren ersten Roman veröffentlichte, arbeitete sie als freie Journalistin, daneben veröffentlichte sie Kurzgeschichten, für die sie auch ausgezeichnet wurde. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren Kindern in Dublin. Das Geheimnis jener Tage ist ihr insgesamt sechster Roman, der 2015 bei Hachette Ireland erschien.
 Quelle: http://www.suhrkamp.de/autoren/zoe_miller_14503.html

                                                     REZENSION

INHALT:  Carrie Cassidy, eine junge Frau von dreissig Jahren kommt über  den Tod der geliebten Eltern Sylvie und John durch einen Flugzeugabsturz vor fünf Jahren nicht hinweg und fühlt sich schuldig und verantwortlich, da sie zu dieser Reise geraten hatte.  Sie kann keine Trauerarbeit bewältigen, meidet alle Kontakte und Gedanken an jene glücklichen Jahre mit den Eltern  und löst sogar die Beziehung zu ihrem Traummann Mark wegen diverser Komplexe und Schuldgefühle auf. Verschiedene , immer wieder wechselnde Jobs vermitteln ihr zusätzlich das Gefühl des Versagens in ihrem Leben. 
Plötzlich nimmt Maria, die Frau des  blinden, todkranken  Schweizer Musikers Luis Meyer Kontakt zu ihr auf und bittet um ein Gespräch. Sylvie soll vor dreissig Jahren, im September 1980 eine vierzehn Tage andauernde Affäre mit Luis gehabt haben. Carrie möchte das von ihrer Mutter nicht glauben , nimmt vorsichtig Nachforschungen über das damalige Leben ihrer Mutter in Angriff und entwickelt sich dabei zu einer neuen, offenen, lebensbejahenden Persönlichkeit,,,

MEINE MEINUNG: Wenn man sich auf das Lesen meiner kurzen Inhaltsangabe des Buches oder auf den Klappentext beschränkt, könnte man glauben, es handele sich um eine übliche, seichte und harmlose Familiengeschichte, die mit einem romantischen Hintergrund im schönen Irland spielt. Das sehr gut gestaltete Cover der rauhen, herrlichen , irischen Küste verstärkt auch noch diesen Eindruck. 
Weit gefehlt! 
Diese rasante , in über fünfhundert Seiten erzählte Geschichte entwickelt sich zu einem Krimi, ja fast unheimlichen Thriller, der beim Leser diffuse Ängste und Bedrohungsgefühle auslöst. Der Roman spielt in zwei Zeitsträngen - das Leben von Carrie im Heute, Jetzt in DUBLIN,CORK und auf WILLOW HALL - und im September 1980 werden Geschehnisse aus Sylvies Leben, ihrer Freundin Beth, und deren Ehemann Adam packend erzählt . In angenehmer Länge zu lesenden Kapiteln springt die Autorin hin und her und man setzt nach und nach das Puzzle des Romans im Kopf zusammen. Meine Emotionen während des Lesens kann ich als Achterbahnfahrt zwischen, Freude, Glück, Wut, Verstehen und immer wieder Angst und Besorgnis bezeichnen. Ich konnte den Roman immer nur für kurze Zeit aus der Hand legen und hab so manch andere, persönliche Angelegenheit und Pflicht einfach im Kopf ganz weit nach hinten geschoben. Das passiert mir als langjähriger Leserin nicht mehr allzu oft !
Auch der Zeitgeist des streng Katholischen Irland der 80er Jahre wurde von der jungen Autorin glaubhaft und real dargestellt. Ich kann es aus meinen Erinnerungen während vieler Reisen und Begegnungen mit Land und Leuten von damals nur bestätigen.
Ich möchte dieses Buch als spannende, gleichzeitig angenehm zu lesende, unterhaltende Familiengeschichte mit fünf Sternchen empfehlen. 

Herzlichen Dank an die Autorin, den Insel-Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung des Romanes. Diese Leserunde mit den anderen Lesern war sehr kompakt und hat mir viel Freude und schöne Anregungen gegeben.

Freitag, 3. Februar 2017

*Das Lied der Freiheit* von Ildefonso Falcones, Penguin Verlag

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :06.10.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 09.01.2017
  • Verlag : Penguin
  • ISBN: 9783328100201
  • Flexibler Einband 752 Seiten
  • Sprache: Deutsch
                                                                                  REZENSION


INHALT:  Wir befinden uns im Südwesten Spaniens , in Andalusien und schreiben das Jahr 1748.
Caridad, eine freigelassene, farbige Sklavin aus Kuba freundet sich mit den dort lebenden Zigeunerfamilien an. Ihre wunderschöne Freundin Milagros, eine begabte Sängerin und Tänzerin und deren Grossvater Melchor beschützen die unsichere und schüchterne Caridad, wobei die Zigeuner doch selber in diesem Land zu den Verfolgten und Geächteten der spanischen Gesellschaft gehören. Mit Tabakverkauf, Wahrsagen,Tanzen, Singen und allerlei Geschäften verdienen sie sich ihren kargen Lebensunterhalt und geben ein buntes, verschmitztes und prächtiges Bild ihrer verschworenen Gemeinschaft ab. Liebe, Leidenschaft, Intrigen und der kraftvolle Flamenco prägen diese Menschen. Der Einfluss von Kirche und Gesellschaft des anderen Spanien auf diese Lebensweise bleiben eher gering,,,, 

MEINE MEINUNG: Nach wenigen Seiten wurde ich voll und ganz von dem magischen Sog des Themas Zigeunergesellschaft und der faszinierend, bunten, bildhaften Schreibweise des Autors in die Lebensgeschichten von Caridad, Milagros und Melchors, sowie den vielen , unterschiedlichen Persönlichkeiten der spanischen Gesellschaft hineingezogen. Das über 700 Seiten umfassende , dramatische Werk hat der Autor in fünf Abschnitte eingeteilt die da heissen:

I Großartige Göttin
II Blutgesang
III Die Stimme der Freiheit
IV Gezügelte Leidenschaft
V Mit gebrochener Stimme

Ich bin zwar durch die Geschichte geflogen, aber eine leicht zu lesende Lektüre ist auch dieses Buch von  Ildefonso Falcones nicht. Er hat eine gute historische Recherche zu einem sehr anspruchsvollem, historischen Roman verarbeitet. Seine teilweise verschachtelten Ausführungen, Abschweifungen in Beschreibungen von Landschaften, Städten und Kirchen können manchem Leser leicht zuviel werden.
Entweder mag und liest man das gerne - oder man verliert den Faden und damit auch die bildhaften Darstellungen im Kopf, die unerlässlich zum Verstehen des Buches sind. Die Protagonisten hat er geschickt mit dem geschichtlichem Kontext verknüpft und damit  eine sehr schöne Symbiose von Historie und Fiktion geschaffen. Liebhaber/rinnen von romantischer Liebe, Musik ,Flamenco kommen beim Lesen voll auf ihre Kosten. Es ist allerdings auch bei den Zigeunern eine von Männern beherrschte Welt und die weiblichen Protagonisten können sich nur mit Zusammenhalt, weiblicher List und Intelligenz dieser oft rohen Einflussnahme auf ihr LIEBEN und LEBEN erwehren. Gewalt und Hass bedrohen alle  Gesellschaftsschichten - und Kulturen im Andalusien dieser Zeit.
Dieses Buch ist ein ganz besonderes , langes Leseerlebnis, welches unbedingt fünf Sterne bekommt und das ich nur weiterempfehlen kann. Vielen herzlichen Dank an den Autor und RandomHouse für das Leseexemplar.

Mittwoch, 1. Februar 2017

*Glückssterne* von Claudia Winter ,der Hörverlag, Random House Group



                                                                                      REZENSION

INHALT:
Josefine , eine  junge, taffe Rechtsanwältin aus Frankfurt a.M. steckt mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen. Ihr kühler rational denkend und handelnder Anwalts-Kollege Justus ist der Auserwählte. Plötzlich verschwindet der Familienring , den jede Braut dieser Familie seit Generationen tragen MUSS, da sonst die Ehe unter einem unglücklichen Stern stehen würde. Josefine verdächtigt ihre Cousine Charly , den Ring aus dem Safe gestohlen zu haben und macht sich auf einen Roadtrip nach Schottland, um den Ring wieder zu holen. Ihre beiden ältlichen und witzigen Grosstanten Li und Bri, ein Zwillingspärchen, reisen ihr nach ,,, die lustigen, humorvollen, merkwürdigen Verwicklungen im schottischen Hochland, mit seinem unvergleichlichem Charme von Regenbogen, Tee , Scones und seinen freundlichen Menschen beginnen…..

MEINE MEINUNG: 
Diese in einem wunderschönem Shabbychic_ Cover liegende CD verspricht etwas, was diese neun Stunden dauernde Lesung von Jessica Schwarz auch dann hält.
Eine rührende, humorvolle Liebesgeschichte, die sprudelnd, voll witziger Episoden und fast vorhersehbarer Ereignisse den Hörer bei guter Laune hält und nicht auf dem Sofa einschlafen lässt, wie so manches Hörbuch.
Dazu trägt auf jeden Fall die angenehme Stimme von Jessica Schwarz bei, die sich in ihrer ausdrucksstarken Betonung jedem Charakter dieser Geschichte anzupassen vermag. Die zaghafte und leise Stimme der Grosstante Li besticht ebenso, wie der sehr männlich und attraktiv sprechende Konditor Aidan, der sich langsam in das Herz von Josefine boomt.
Eine kleines Manko möchte ich noch erwähnen. Die Darstellung der Charaktere und der Verlauf  der süssen, fast schon kitschigen Liebesgeschichte sind etwas stereotyp, vorhersehbar und einfach von der Autorin Claudia dargestellt worden.
Aus diesem Grund für diese schöne Hör-Unterhaltung vier Sternchen.


Vielen herzlichen Dank für das hübsche Hörbuch mit den feinen, schottischen Rezepten inliegend,  an die Random House Group und die Autorin Claudia Winter.
Es gibt auch eine Print Ausgabe!

Donnerstag, 26. Januar 2017

*Die Flügel der Freiheit* von Tilman Röhrig, erschienen bei Piper/Pendo Verlag



Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :04.10.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 04.10.2016
  • Verlag : Pendo Verlag
  • ISBN: 9783866123342
  • Fester Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Belegte Historie und Fiktion über Martin Luther und seine Zeit . Eine sehr gelungene Mischung....
Meine Meinung über dieses Buch folgt in den nächsten Tagen! 


                                                                               REZENSION


Inhalt:
 Der Roman spielt zur Zeit der Reformation durch Martin Luther und seiner Zeitgenossen wie dem ehemaligen Weggefährten und dann Widersacher Thomas Müntzer, dem Künstler Lucas Cranach d.Ä. und Melanchthon, Philologe und Philosoph, der auch eine treibende Kraft der Reformation war, die dann letztendlich den grausamen und schrecklichen 30 jährigen Krieg in Europa ausgelöst hat,,,,

Meine Meinung:
Es ist ein Buch für Leser, die sich mit Religion und Glaube auseinandersetzen möchten.

Zitat  von Martin Luther aus Seite 345: „der Glaube…“,Luther hieb die Faust auf den Tisch,“ der Glaube ist nicht abhängig vom Verstand!“ Er atmete tief. „ Mit Euren überstürzten Veränderungen können niemals Flügel der Freiheit wachsen. Zu allem radikal Neuen stellt ihr enge und viel strengere Regeln auf.“ Wieder trank Luther, leerte den Krug bis auf den Grund.

Mit vielen, recht derben, authentischen Beschreibungen der Spässe und Bemerkungen aus der Feder des Reformators Martin Luther spart der Autor absolut nicht. Ich bin schnell in die etwas altmodisch anmutende Sprache des Buches hineingekommen und fand mich sofort in dieser Zeit zurecht. 
Der Roman hält einen tollen Spagat zwischen Geschichtswahrheit und Fiktion eines historischen Roman parat. Sie ist nie trocken und langweiliger Geschichtsunterricht , sondern es bauen sich lebendige Bilder, gerade auch der wichtigen Personen, auf. Mir wurde zum Beispiel erst beim Lesen klar , dass zum Beispiel Thomas Müntzer eine recht gespaltene und komplizierte, fanatische Persönlichkeit war, die das einfache Volk wirklich zum Aufstand, Gewalt und Blutvergiessen verführt hat. 
Luther war eigentlich gemässigt, wollte langsam und vorsichtig eingefahrene Weltanschauungen verändern , immer auch mit Blick und Vorsicht  auf die politisch Mächtigen seiner Zeit. Dem Judentum stand er sehr kritisch gegenüber - vorsichtig ausgedrückt. All diese Verflechtungen wurden mit fiktiven Personen  - zum Beispiel  der Liebesgeschichte zwischen Barthel und Dorlein mit Leben gefüllt. Ich bin durch die Seiten geflogen und hab immer wieder in dem sehr gut gestaltetem Glossar nachschauen können, wer nun eine reale Person dieser Zeit war und wer aus der phantasievollen Feder des Autors entsprang, es war sehr gut gekennzeichnet. Auch die schön gestaltete, einfache Karte im Einband des Buches war eine tolle Hilfe zur räumlichen Orientierung der mitspielenden Orte. 

Für mich war dieses Buch ein schöner Einstieg und Einführung in das sogenannte *Lutherjahr* und ich kann eine absolute Leseempfehlung mit fünf Sternen aussprechen.

Vielen Dank an den Piper Verlag / Pendo Verlag und den Autor  für die Bereitstellung des schön gebundenen Rezensionsexemplares.


Montag, 23. Januar 2017

*Gärtner-Latein* von Richard Bird, erschienen bei der DVA

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Gärtner-Latein, Von den Geheimnissen der Pflanzennamen
Richard Bird, übersetzt von Stefan Leppert
144 Seiten, Hardcover
Deutsche Verlags-Anstalt, 2016, ISBN 978-3-421-04033-6, 14,99 Euro
                                                        REZENSION
Ein wunderbares, fein mit bunten Blumenblüten und Gräsern bebildertes Büchlein auf jeder Seite im handlichen Format. Es ist eine kleine Erkennungshilfe für den Hobbybotaniker und/oder den Freizeit-Gärtner für seine Pflanzen, der des Lateinischen nicht mächtig ist. Das Buch beschreibt und übersetzt botanische Begriffe vom Latein in die deutsche Sprache, Blumennamen und ihre Beschreibungen, wie Farbe, Aussehen, Lebensraum.
Es ist  in verschiedene Lebensräume eingeteilt, wie Lebensraum Gebirge, Wald, offene Landschaft, Feuchtland und widmet sich jedem Lebensraum auf einigen Seiten , auch in Bezug auf Standort, Kontinente, Länder, Orte, Himmelsrichtungen, Duft, Geschmack, Farben und Blütenformen.
Hübsch und ansprechend illustriert von Dawn Cooper wirkt es bescheiden und ist etwas für Blumenfreunde, die über  Herkunft der Blumen , Ihrer Namen und Eigenschaften rasch Informationen nachschlagen möchten.
Als praktische Hilfe zum Gärtnern kann ich es leider nicht empfehlen, eher ist es ein ansprechendes Mitbringsel für den wissbegierigen Blumen - und Pflanzenfreund, der kein Latein beherrscht.

In dieser Kategorie verdient es fünf Sternchen.
Herzlichen Dank an DVA und den Autor für das nette Leseexemplar. 




Freitag, 20. Januar 2017

Richtig leben ...und dann tu, was du willst, Jürgen Domian erschienen als TB im Penguin Verlag

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :22.09.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 09.01.2017
  • Verlag : Penguin
  • ISBN: 9783328100867
  • Flexibler Einband 224 Seiten
  • Sprache: Deutsch

                                                                            REZENSION

    Inhalt:  Jürgen Domian berichtet in diesem Buch über seine eigenen spirituellen Lebenserfahrungen mit dem Zen-Buddhismus und beschäftigt sich mit den sieben Todsünden aus der christlichen Morallehre, die von vielen anderen Religionen auch immer wieder aufgezählt werden.
    Es sind der HOCHMUT, die GIER, der NEID,  der ZORN, die WOLLUST, die VÖLLEREI , die TRÄGHEIT. 
    Der Autor bezieht sich in seinen eigenen Ausführungen in diesem Buch auch auf auf den deutschen Denker Immanuel Kant mit dessen Fragen nach dem Sinn des Lebens, die ich hier kurz aufführe:
    Was kann ich wissen?
    Was soll ich tun?
    Was darf ich hoffen?
    Was ist der Mensch?
    Herr Domain schöpft auch aus seinen Gesprächen , die er in vielen  öffentlichen Sendungen beim WDR mit  tausenden Menschen geführt hat. 

    Eine dunkle Seite des Denkens mit negativen Widersprüchen - fett gedruckt im Buch  - widerspricht immer wieder und zeigt eine allgemeingültige, egoistische und kommerzielle Lebensanschauung unserer Gesellschaft auf.

    Meine Meinung: Das Buch lässt sich schnell, flüssig und leicht lesen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, sehr gut verständlich für jeden Leser. Herr Domian ist begeistert von der Lehre des Zen-Buddhismus, gibt aber gleichzeitig  ehrlich und offen zu , nur an der Oberfläche dieser Lebenseinstellung zu kratzen. Das hat mir gut gefallen, denn in diese, aus einer völlig anderen spirituellen Welt stammenden Geisteshaltung einzudringen, erscheint mir schwierig zu sein.
    Den Titel des Buches „Richtig leben“ finde ich nicht so passend ,denn es ist kein Ratgeber, wie man vermuten könnte. Allerdings die Unterzeile  „…und dann tu, was du willst“ , deutet das schon an.
    Eine Anregung zum eigenen Denken und vor allem Anstiftung zum selbstständigen, verantwortlichem Handeln ist es aber auf jeden Fall. Es macht Mut eigene Wege im Leben zu gehen und prangert immer wieder den Materialismus und den Egoismus in unserer Gesellschaft an. Ob dieses Buch tatsächlich Menschen in eine andere Geisteshaltung ziehen kann , sei dahingestellt, aber möglich ist ja bekanntlich alles in unserem Leben,,,,

    Ich vergebe gerne VIER  Sterne und bedanke mich beim Penguin Verlag aus der Random House Gruppe und dem Autor für die Bereitstellung des Taschenbuch.

      Sonntag, 8. Januar 2017

      *Die Zwillinge* von TESSA DE LOO, erschienen im Diana Verlag

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      Ein imposantes Zeitdokument des 20 .Jahrhundert - verwoben mit der Lebensgeschichte eines weiblichen Zwillingspärchens, welches in jungen Jahren getrennt wurde.

      Zitat Seite 82 :" Knirschend schoben sich die Schichten der Zeit übereinander.Vor dem Krieg,nach dem Krieg, die Jahre der Wirtschaftskrise, vor hundert Jahren..."


      Buchdetails

      • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.05.1997
      • Aktuelle Ausgabe : 13.06.2016
      • Verlag : Diana
      • ISBN: 9783453359079
      • Flexibler Einband 528 Seiten
      • Sprache: Deutsch
       Eine ausführliche Rezension erfolgt demnächst ! 

                                                                         REZENSION


      Inhalt: Die Zwillinge Anna und Lotte werden als Kinder im zarten Alter von sechs Jahren (1922) in Köln getrennt und verbringen ihre Kindheit in unterschiedlichen Lebensräumen. Anna wächst bodenständig auf einem Bauernhof im Teutoburger Wald auf und Lotte lebt bei Verwandten in Holland. Sie verlieren infolge der Kriegsereignisse fast jeden Kontakt zueinander, obwohl beide in Gedanken oft bei der anderen Schwester sind.
      Zufällig treffen sich die beiden älteren Damen , (1990), inzwischen vierundsiebzig Jahre alt, wegen arthritischer Beschwerden in einem Spa wieder und knüpfen vorsichtig Kontakt miteinander, erzählen sich ihre Lebensgeschichte,,,,

      Meine Meinung: Die niederländische Autorin TESSA DE LOO lässt die beiden alten Damen abwechselnd, aber chronologisch aus ihren jeweilig eigenen Erinnerungen erzählen. Die Zeitgeschichte nach 1922 wird ausführlich beschreiben, das hat mich sehr angeregt und an die Erzählungen meiner Eltern und Grosseltern erinnert, die plötzlich wieder sehr lebendig vor mir standen. Anna , die es nicht leicht hatte in einem einfachen Dorf, umgeben von Gewalt , wenigen Bildungsmöglichkeiten und richtiger Armut war mir sehr sympathisch. Sie war eine Kämpferin und hat sich nie aufgegeben.
      Lotte, ein Kind von kränklicher Gesundheit, hat sich mit ihrer neuen Umwelt und holländischen Familie sehr identifiziert und wurde eine *echte Holländerin* vom Charakter und Handeln.
      Dieses Erzählen der beiden Frauen ermöglicht dem Leser die Zeit von 1922 - 1945 aus den verschiedenen Blickwinkeln der Holländer und der Deutschen zu verfolgen. Ein tolle, sehr persönlich beschriebene Geschichtsstunde des Zeitgeschehens. Es geht um gegenseitige Schuldzuweisungen der beiden Völker wegen des  2.Krieges, Missverständnisse, Vorurteile und eingefahrenen Denkweisen. Lotte findet auch nach langer Zeit kein echtes Versöhnen mit Deutschland und ihren Wurzeln, obwohl Anna immer wieder um Verständnis und Verstehen bittet mit ihren Erzählungen. Interessant fand ich auch die deutlich unterschiedliche Darstellung der beiden Charaktere von Anna und Lotte. Anna, immer positv und voller Tatendrang, korpulent und lebenslustig trotz herber Schicksalsschläge. Lotte, zart, zurückhaltend, spröde, eingestellt voller Bitternis zu ihren deutschen Wurzeln.
      Ein wenig schade fand ich, dass die Zeit nach 1945 in den Unterhaltungen der beiden alten Damen gar nicht zur Sprache kam. Wir erfahren fast nichts darüber. Ich denke, es ist aber von der Schriftstellerin mit Absicht so gestaltet worden.
      Das Anliegen von TESSA DE LOO war es, die deutsch-niederländischen Beziehungen  vor und nach dem 2. Weltkrieg , anhand persönlicher Lebensgeschichten, dem Leser nahe zu bringen.
      Das ist ihr mit diesem Buch voll und ganz gelungen.
      Eine absolute Leseempfehlung mit fünf Sternchen von mir!


      Herzlichen Dank für das Leseexemplar an RandomHouse und die Autorin.


      *Das Blut der Pikten*, Zach/Bauer im Heyne-Verlag

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                                                                            Rezension
      Inhalt: Die Ureinwohner Britanniens, die Pikten haben sich im Jahr 937 A.D. nach Grönland zurückgezogen , um der Ausrottung in ihrer ursprünglichen Heimat zu entgehen. Die Lebensbedingungen sind hart, es gibt strenge Winter und sie leben dort recht abgeschieden von anderen Volksgruppen. Bis eines Tages ein Schiff der Nordmänner strandet und die Schiffsleute eine Seuche in sich tragen und die Pikten  damit infizieren. Diese beschliessen nach langem Zögern in ihre alte Heimat zurückzukehren und ein Teil des Volkes macht sich auf den Weg über das Meer,,,,,

      Meine Meinung:

      Ich  musste mich regelrecht zwingen im oben abgebildetem Buch weiter zu lesen.Es ist kein typisch historischer Roman in meinen Augen, sondern eher eine oberflächliche Zusammenstellung von Fakten, ungenau beschriebenen , viel zu vielen Personen, deren Charaktere einfach in ein paar Sätzen angerissen wurden und die dann nie oder nur noch selten wieder auftauchten. Nur die drei Geschwister um den Protagonisten Kineth erhalten meine Sympathie in der Geschichte. Der Roman ist nicht einmal  besonders blutig oder mit brutalen Szenen ausgestattet. Ich habe einfach keinen echten, fesselnden, roten Faden gefunden. Das Glossar wird superklein gehalten, wohl um den Leser nicht zu überfordern . Dabei bin ich eigentlich frohgemut auf diese Geschichte eingegangen - endlich über die Ureinwohner Britanniens - die sagenumwobenen Pikten, etwas zu erfahren. Teilweise sind diese Erwartungen auch erfüllt worden. Zumindest weiss ich nun, dass sie wohl intensiv tätowiert waren. Ich habe trotz allem keinen echten Zugang gefunden und mich durch das Buch gequält. Leider. Ich vergebe mit ungutem Gefühl nur drei Sternchen.


      Herzlichen Dank an den Heyne-Verlag, RandomHouse und die beiden Autoren für die Bereitstellung des Buches.

      Dienstag, 3. Januar 2017

      Eine Sommerreise mitten im Winter,,,

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      Diese quirlige Familiengeschichte lässt sich locker und fluffig herunterlesen,,,amüsant , charmant und voller Gefühle...

      Rezension folgt bald,,,,,

                                                                  REZENSION


      Inhalt: Lola Lessing, Lehramtstudentin aus München fährt mit ihren Eltern und Geschwistern sechs Wochen nach Cornwall in  den kleinen romantischen Fischerort St.Yves.
      Ihre Grossmutter hat sie alle dorthin sehr bestimmend eingeladen, ohne einen Grund für diesen überraschenden Familientreff in England  zu nennen,,,,nur der Tod des von allen sehr geliebten Grossvaters  vor einem Jahr, erscheint allen plausibel zu sein für diese Einladung. Sie wollen ihre Grossmutter in diesem Schmerz natürlich nicht allein lassen und folgen diesem anscheinend harmlosen Urlaubsaufenthalt. Allerdings gibt es nach der Ankunft eine für alle etwas  kränkende Überraschung. Die über Siebzigjährige Grossmutter wird wieder heiraten,,, die Turbulenzen und das Gefühlskarussell innerhalb der Familie kommt in Gang,,,,

      Meine Meinung: Mit einem quirligen und charmanten Schreibstil präsentiert Anne Sanders diesen netten Familienroman. Stimmung und Atmosphäre entführen den Leser sofort in den nach Seeluft und Urlaub riechenden Küstenort und Hafen von St. Yves in Cornwall. Die Charaktere der Familienenprotagonisten werden dem Leser sympathisch, humorvoll und sehr lebensnah  präsentiert und man kommt sehr schnell in diese Geschichte hinein. Nur die Grossmutter erscheint vom Charakter her kühl, korrekt und etwas unnahbar zu sein. 
       Der Roman wird in zwei Zeitebenen erzählt. Erstens im Heute und Jetzt  einer ganz normalen Familie aus München, die ihre Zeit zusammen in Cornwall geniessen möchte. Die junge Lola verliebt sich heftig in diesem Sommer in den jungen, attraktiven Musiker Chase. Auch ihr siebzehnjähriger Bruder vergnügt sich mit einem Urlaubsflirt und den Eltern kommt es auch sehr gelegen vom ehelichen Alltag etwas Abstand zu bekommen. Zweitens erlesen wir die Jugend der Grossmutter aus den Fünfziger Jahren und ihre geheime Liebesgeschichte (sie ist 15 Jahre alt) mit dem Musiker Sam, den sie in St. Yves kennen und lieben lernt. 
      Ich möchte nicht so viel verraten, da eigentlich nicht viel mehr als Gefühls - und Befindlichkeitsbeschreibungen der Protagonisten in  dieser Geschichte zu erlesen sind. Vertrauen und ein unerschütterliches Zusammengehörigkeitsgefühl bringen die Familienmitglieder immer wieder zusammen, trotz aller Unterschiede. Es passiert nicht viel und trotzdem fliegt man begeistert von Seite zu Seite und erfreut sich an Liebe, Gefühl und ausgelassener Stimmung - dazu trägt auch die prickelnd, erotische Beziehung von Lola und Chase bei.

      Manchmal habe ich mir nicht soviel Länge gewünscht und war beim Lesen etwas gelangweilt, der Ausgang dieser Urlaubsgeschichte  war doch ziemlich offensichtlich und ich war dann froh über das Ende des Romans. Gerne vergebe ich vier Sterne.


      Herzlichen Dank an den Blanvalet-Verlag, RandomHouse und die Autorin für diese zauberhafte Sommergeschichte, die mich im Winter aufgeheitert hat.





      Mittwoch, 28. Dezember 2016

      Wege, die das Leben geht - erschienen bei btb-Verlag, RandomHouse

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      Veränderungen im Leben einer chaotischen jungen Frau

      Alkohol, Dunkelheit, Orientierungslosigkeit, Frauenschicksale - diese vier Begriffe fallen mir auf Anhieb bei oben genannter Lektüre ein. Aber möchte Eyja dieses wirklich aus ihrem Leben verbannen? Eher doch  die Mutter , die Grossmutter und deren Freundin Runa möchten Eyja zu ihrer wirklichen Passion führen - DEM SCHREIBEN .

      Ich bin auf Seite 202 des Buches und fasziniert von diesem ganz anderen Island, es ist nicht das Island der gewaltigen Naturerlebnisse, wie wir es meist sehen - sondern ein gewaltiges Gefühlsdrama,,,,


                                                         Rezension



      Inhalt: Ein Island der Westfjorden - ein Island verschiedener Generationen . Die sehr junge Eyja hat ihr Leben selbst in die Hand genommen. Alkohol, Drogen, Party-Leben und allgemeine Orientierungslosigkeit haben sie dazu gebracht einen älteren , bodenständigen Mann aus den Westfjorden, der auch ihr Vater sein könnte, zu heiraten. Sie liebt und lebt sorglos mit dem alkoholkranken Garri und ihrer Schwester Agga zusammen und ist  selber auch dem Trinken nie abgeneigt. Ein seltsames Trio. 

      Endlich greifen Mutter, Grossmutter und Cousine Runa ein und schlagen Eyja einen Aufenthalt in Schweden vor, um sie vor Garri und seinem zweifelhaften Einfluss auf das junge Mädchen zu schützen. Ausserdem glauben sie an die Begabung der jungen Eyja für das Schreiben und möchten ihr die Ruhe und Gelegenheit in einem abgelegenen, schwedischem Sommerhaus an einem See geben um diese Neigung zu erweitern.

       Eyjas Grossvater war Literatur-Nobelpreisträger und sein Ruhm strahlt leuchtend in der Familiengeschichte. Auch Eyjas Mutter hat erfolgreich Kolumnen für Zeitungen geschrieben, aber durch familiäre Belastungen (Vier Kinder und eigene Alkoholprobleme) irgendwann damit aufgehört. Hat Eyja diese Familienbegabung und Passion für die Literatur geerbt?


      Meine Meinung: Ein schwer zu lesendes Buch, Sätze und Abschnitte kann man auf keinen Fall leicht überfliegen. Zum Glück ist es in drei Abschnitte eingeteilt und zusätzlich noch in kleine Kapitel mit sehr ausdrucksstarken Überschriften. Zeitsprünge sind schwer und nur aufmerksam zu erlesen, tragen aber sehr gut zum Verständnis der Familiengeschichte und Eyjas Persönlichkeit bei. Zum Beispiel ein Zitat über Eyjas Empfinden auf Seite 87 „Umgeben von Trauernden wird man zum Nichts“ , oder auf Seite 89 „Das Dorf, so wie es vor der Lawine gewesen war, sollte Eyja erst ein Jahr später wieder betreten,nachdem sie entdeckt hatte,dass sie mit einer Schreibmaschine in die Vergangenheit reisen konnte.“  
      Auch Eyjas Grossmutter wurde zum Schreiben nach Schweden geschickt und zwar kurz nach der Geburt von Eyjas Mutter, die dadurch als kleiner Säugling von ihrer Mutter getrennt wurde und weinend monatelang in den Armen anderer Frauen der Familie lag. Die Geschichte ist ein Verwobensein der Lebensgeschichten von Grossmutter, Mutter und Enkelin - immer mit dem Anspruch des Schreibens neben dem Familienleben und der unbändigen Lebenslustdroge ALKOHOL. Sehr treffend beschrieben im Kapitel „Durst“ auf Seite 319. Zitat: „Ihre Tochter hatte gejammert.Sie war so durstig gewesen, dass der Durst sie das ganze Leben hindurch begleiten sollte. Was war mit ihr los gewesen?“ Inmitten, eher über diesen komplizierten Familienbanden, steht immer der literarische Grossvater mit seinem Ruhm. Andere Männer der Familie schrumpfen meist in die Bedeutungslosigkeit und werden von den drei Frauen beliebig oft ausgetauscht. 
      Ich habe lange gebraucht um Eyja und ihre charakterliche Entwicklung zu verstehen und auch um Sympathie für sie zu entwickeln. Oft endeten meine eigenen Gedanken bei ihren chaotischen Handlungen in *Wie kann sie nur,,,,*

      Eine schwieriges, aktuelles Problembuch - auch über Alkohol und den intellektuellen Anspruch einer begabten Familie. Es ist sehr lesenswert und atmosphärisch dicht geschrieben und ich vergebe gern fünf Sterne . Eine Herausforderung für den interessierten Leser. 
      Herzlichen Dank an den btb-Verlag bei RandomHouse für die Bereitstellung des Leseexemplar.

      Montag, 19. Dezember 2016

      *Porträt einer Ehe* von Robin Black, LUCHTERHAND

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      Dieses Buch fesselt, Gus die Malerin und Owen, der Schriftsteller, sie verbindet eine innige Gemeinschaft - bis jetzt! Sie haben sich beide auf das Land zurückgezogen - leben ruhig - ohne eigene Kinder. Kann das gutgehen? Sind sie sich selber genug?? Was ist mit Freunden und Familie los? Ich muss dringend weiterlesen,,,,,

      REZENSION

      Inhalt: Gus, eine begabte Malerin und Owen, der Schriftsteller, beide Ende des 40. Lebensjahrzehnt führen eine ruhige und harmonische Ehe . Sie sind von der Stadt auf das Land in eine altes entlegenes Farmhaus gezogen, haben Freunde und Bekannte hinter sich gelassen , um ihrer künstlerischen Schaffenskraft neuen, ruhigen Entfaltungsraum zu geben. Sie verstehen sich auch ohne grosse Worte, oft nur durch Blickkontakt und kurze zärtliche Körperberührungen. Owen nutzt zum Schreiben ihre etwas dunkle, alte Scheune und Gus ein helles, schönes Atelier im Wohnhaus. Gus ist eine in sich gekehrte , etwas schüchterne Persönlichkeit, stammt aus einem strengen jüdischem Elternhaus. Sie hat die Mutter im Alter von zwei Jahren verloren, ihre über alles geliebte herzliche Schwester Charlotte starb vor sechs Jahren. Zum an Demenz erkrankten Vater und zur anderen Schwester hat sie wenig Kontakt.  Die schüchterne Gus hatte eine aufregende Affäre vor Jahren mit Bill , die sie ihrem geliebten Owen gebeichtet hatte. Plötzlich zieht die Malerin Alison in ein  leerstehendes Farmhaus - in Sichtweite vom Grundstück der beiden Künstler. Owen und vor allem Gus beginnen eine etwas erzwungene Freundschaft mit  der geheimnisvollen Alison und deren Tochter Nora,,,,

      Meine Meinung: Eine Freundschaft, die sich als immerwährende, unterschwellige Bedrohung der Zweisamkeit von Gus und Owen darstellt. So vermittelt die Autorin diese beginnende Beziehung mit den Worten „In den letzten Tagen vor seinem Tod besuchte mein Mann Alison jeden Tag.“ (Seite 9) . Eigentlich passiert in dieser Geschichte über eine ganz normale Ehe nicht viel. Die Ich-Erzählerin Gus schaut zurück auf ihre Ehe, die aus biologischen Gründen kinderlos geblieben ist. Sie reflektiert immer wieder ihre leidenschaftliche Affäre mit Bill, auch spricht sie mit der neuen Freundin Alison darüber, da Owen dieses Thema strikt meidet und ablehnt. Robin Black beschreibt mit ganz viel Dichte und Einfühlungsvermögen die Gefühle und Stimmungen dieses künstlerischen Paares. Auch die Schreibblockade von Owen und die Hemmungen beim künstlerischem Malen von Gus kommen nicht zu kurz. Laine, eine der anderen drei Protagonisten, die Tochter von Bill , spielt eine starke Rolle als Kinderersatz und später auch als Malkollegin für Gus. Gus hat Laine lange Malunterricht gegeben - und auch Lebenshilfe. 
      Dann kommt Nora, die 22 jährige Tochter von Alison,  ins Spiel - und alles verändert sich zwischen Owen und Gus. Nora bewundert Owen sehr und hat selber eigene literarische Ambitionen. Die Persönlichkeit von Gus hat Robin Black sehr zartfühlend und sensibel beschrieben, gerade auch als sie sich um ihren an Demenz erkrankten Vater kümmern muss. Gus ist sich ihrer harmonischen und feinen Beziehung zu Owen so sicher, dass sie erst spät bemerkt, das sich Owen langsam und vorsichtig zurückzieht und sich ihr entfremdet,,,,,
      Ein schönes Buch, eine tolle Prosa, die uns Robin Black mit diesem Werk geschenkt hat.  Sie hat es geschafft die Stimmungen und Gefühle dieser starken Partnerschaft einzufangen, auch die langsam aufkommenden Zweifel und und das sich ändernde Vertrauen in dieser Partnerschaft zueinander. Zwei bezeichnende Sätze für dieses poetische Schreiben möchte ich noch aufführen.

      Zitat Seite 139: „Ich brauchte nur zu zeichnen. Oder zu malen. Beziehungsweise es nicht einmal tatsächlich zu tun, sondern es mir nur vorzustellen; darüber nachzudenken, was mein nächstes Bild werden würde, mich umzusehen und nicht mehr Mütter und Kinder wahrzunehmen, sondern nur noch Gegenstände, Personen, Oberflächen, Licht.“
      Ganz bezeichnend für dieses Buch und diese Ehe ist auch der folgende Satz auf Seite 54 :“ In einer Ehe laufen oft zwei Gespräche nebeneinander ab. Das, das man gerade führt, und das, das man gerade nicht führt. Manchmal weiss man nicht einmal, wann dieses zweite, stillschweigende , begonnen hat.“

      Fünf Sterne sind dieser berührenden Lektüre gewiss und ich bedanke mich herzlich beim Luchterhand Verlang, RandomHouse und der Autorin für das schöne gebundene Leseexemplar.