Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
Dienstag, 16. Juli 2024
*Die Psychologie des Waldes* von Suse Schumacher - erschienen im Kailash Verlag
Freitag, 5. Juli 2024
*Die Tage des Wals* von Elizabeth O'Connor - erschienen im Blessing Verlag
*unbezahlte Werbung*
INHALT/KLAPPENTEXT:
1938: Auf einer abgelegenen Insel vor der walisischen Küste träumt die achtzehnjährige Manod von einer Zukunft auf dem Festland. Als ein Wal strandet, ist er für die kleine Gemeinschaft von Fischern nicht nur ein schlechtes Omen, sondern spült auch Edward und Joan aus Oxford an, die auf der Insel ethnografische Studien betreiben möchten. Manod ist fasziniert von ihnen und wird, klug und zielstrebig wie sie ist, zu deren Übersetzerin und Gehilfin. Doch was als Zweckgemeinschaft begann, nimmt eine folgenreiche Wendung, als daraus eine Freundschaft wird, die aufgeladen ist mit Hoffnungen und Sehnsüchten.
Elizabeth O’Connor schreibt Prosa und Gedichte, hat Kurzgeschichten in The White Review und Granta veröffentlicht und 2020 den renommierten The White Review Short Story Prize gewonnen. Sie hat einen PhD in Englischer Literatur und lebt in Birmingham. »Die Tage des Wals« ist ihr Debüt.
Meine Meinung zum Buch:
In über zweihundert Seiten entführt uns die junge Autorin in ihrem Debüt-Roman in das Jahr 1938 auf eine winzige Insel, gelegen vor der Walisischen Küste. Die Bewohner, hauptsächlich Fischer mit ihren Familien, führen ein karges, einfaches und oft gefährdetes Leben. Wer sich auf das Meer wagt setzt sein Leben aufs Spiel, denn kein Inselbewohner kann Schwimmen. Das war keine Besonderheit, sondern für die damalige Zeit ein übliches Phänomen. Das Meer, seine Wetterbedingungen und der alltägliche Fischfang bestimmen den Alltag. Eines Tages wird ein Wal an den Strand gespült und es beginnt eine aufregende Zeit für die Inselbewohner. Auch die junge 18 jährige Manod wird mit ihrer Familie von diesem Strudel erfasst. Sie beginnt als Übersetzerin des Gälischen Dialekts in die englische Sprache und gerät immer mehr unter den Einfluss von zwei Wissenschafter*innen, die den Wal untersuchen sollen. Die Wissenschaftler*innen, ein Mann und eine Frau, berichten Manod immer mehr aus ihrem Forscher-Leben in England an der Universität und schüren in dem jungen Mädchen eine neue Sehnsucht nach Bildung und einem eigenständigen, selbstbestimmten Lernen und Leben. Alles erscheint ihr erstrebenswert und sie plant Neues für ihre Zukunft. Doch Enttäuschungen , auch menschlicher Art folgen und Manod macht bittere Erfahrungen,,,,,,
Der Schreibstil der Autorin ist in relativ kurze Kapitel eingeteilt und besticht durch seine klare Einfachheit, die das mühselige und gefährliche Leben der Fischerei zur damaligen Zeit perfekt schildern. Es wird eine dichte atmosphärische Stimmung aufgebaut, die mit prosaähnlichen Beschreibungen der einsamen, schönen und naturnahen Insel wunderbar auflockert. Die kleine, fiktive Insel steht im Roman als Beispiel für die vielen Inseln der Gaeltacht vor Schottland, Irland und/oder inmitten des Atlantik gelegen. So erklärt es die Autorin mit irischen Wurzeln im Nachwort. Aus Erzählungen ihrer Familie konnte sie sehr viele Traditionen und Gebräuche in ihren Roman einfügen......
Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diesen stimmigen und wertvollen Roman aus einer vergangenen Zeit der Inselfischerei an der Westküste der irischen See und/oder des Atlantik.
Mittwoch, 26. Juni 2024
*Das Trio* von Johanna Hedman - erschienen im Luchterhand Verlag
*unbezahlte Werbung*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Trion
Originalverlag: Norstedts
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-630-87764-8
Erschienen am 20. März 2024
INHALT/KLAPPENTEXT: Drei Freunde in ihren Zwanzigern: Thora, Hugo und August. Sie stammen aus verschiedenen Welten. Aber in zwei magischen Sommern erleben sie eine Liebe fürs Leben. Thora, einzige Tochter einer charismatischen Stockholmer Industriellenfamilie. August, angehender Künstler, seit Jahren ihr bester Freund und manchmal auch mehr. Hugo, gleichermaßen fasziniert wie verängstigt von dieser neuen und privilegierten Welt, in die er unvermittelt als Untermieter von Thoras Eltern gestoßen wird. Bald sind die drei unzertrennlich und verbringen jede wache Minute miteinander: in Cafés, auf Radtouren, in Paris, London, Berlin. Unter der Oberfläche lauern starke Gefühle; Themen wie Identität, Klasse und Liebe brechen auf. Das fragile Gleichgewicht zwischen ihnen droht schon bald zu zerbrechen, aber noch ist alles in der Schwebe, noch ist alles möglich.
Johanna Hedman wurde 1993 in Stockholm geboren. Sie hat einen Master-Abschluss in Peace & Conflict Studies von der Universität Uppsala und absolvierte ein Praktikum bei der schwedischen UN-Delegation in New York, wo sie Protokoll bei den Sitzungen des Sicherheitsrates führte. Sie hat in Paris, Indien und in New York gelebt und gearbeitet. Dies ist ihr erster Roman.
Meine Meinung zum Buch: *Drei junge Menschen sind auf der Suche nach ihrem persönlichem Lebensentwurf.* Mit diesem kurzen Satz könnte man alles zu diesem Buch sagen und doch ist es nur eine vage Aussage.
Thora, die lebensfern aufgewachsene verwöhnte, reiche Industriellentochter, der angehende Künstler August und der stille Hugo, der sich seinen Lebensunterhalt hart erarbeiten muss, begegnen sich in jungen Jahren in Stockholm während ihrer Studienzeit. Alle sind Kinder ihrer Zeit, lieben ihr Smartphone - kommunizieren oft digital. Sie feiern gern, sind ausgelassen, studieren intensiv Literatur, Jura, Kunst. Alle schauen stark darauf ihre Individualität im Freundes- und Verwandtenumfeld egozentrisch zu präsentieren.
Der Schreibstil der jungen Autorin hat mich gefordert, oft wurden langweilige Alltagsbanalitäten junger Menschen ununterbrochen hintereinander aufgereiht und es tauchten laufend in den Dialogen folgende Fragestellungen zwischen den drei Protagonist*innen auf * Liebst du mich, magst du mich, melde dich*. Das Buch war in drei Teile aufgestellt, in denen jeweils abwechselnd aus der Sicht von Thora und Hugo erzählt wurde. Das hat mir gut gefallen und den Sinn geschärft für die vielen Missverständnisse zwischen den drei Freund*innen.
Diese emotionale Liebesgeschichte einer Dreier-Beziehung in jungen Jahren vermittelt viel Dynamik und Lebensfreude - aber enthält auch viele seelische Verletzungen. Sie berührt das Herz und hat mich mit dem Ende leider auch etwas enttäuscht, denn der Glanz des Lebens und der Jugend erlosch im Lauf der Zeit,,,,,
Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen Roman, der das Lebensgefühl und die Sinnsuche junger Menschen sehr gut ausdrückt.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung des gebundenen Rezensionsexemplar.
Montag, 17. Juni 2024
*Island Dreams - Die Imkerei am Meer* von Charlotte McGregor - erschienen im Heyne Verlag
*Werbung, unbezahlt*
ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-42883-6
Erschienen am 15. Mai 2024
INHALT / KLAPPENTEXT: Hazel Armstrong liebt ihre Arbeit als Imkerin auf den Scilly-Inseln. Seit gut drei Jahren kümmert sie sich um die Bienen, schleudert Honig und führt Touristen durch die Ruinen von Tresco. Hazel ist mit ihrer fröhlichen Art und ihrem aufgedrehten Terrier Toby bei den Einheimischen allseits beliebt. Von der dunkelsten Zeit in ihrem Leben ahnt niemand etwas. Ihre beste Freundin Pippa bohrt immer wieder nach und stößt auf die unnachgiebige Mauer, die Hazel errichtet hat, um sich zu schützen. Als jedoch mit dem Bodyguard Benedict und dem Fotografen Chris gleich zwei Männer auftauchen, die ihrem Geheimnis gefährlich nahe kommen, muss sie sich der Vergangenheit stellen. Dass sie starke Gefühle für beide Männer entwickelt, hilft dabei nicht unbedingt …
Mit Sehnsuchtsorten kennt sich Charlotte McGregor aus. Schon in frühester Kindheit fühlte sie sich zu Städten und Ländern hingezogen, die sie nur aus Büchern oder Filmen kannte. Kein Wunder, dass sie aus ihrem Fernweh einen Beruf gemacht hat. Die Journalistin schrieb jahrelang Reiseberichte für Zeitungen und Magazine, ehe sie ihre Lieblingsorte auch in Romanen verewigte. Derzeit schlägt ihr Herz für Schottland, wo sie regelmäßig mit ihrem Mann durch Städte, Dörfer und die Highlands streift und sich voller Enthusiasmus auf Whisky, Haggis und Kilts stürzt.
Mein Leseeindruck zum Buch:
Dieser zweite Band aus der *Island Dreams Reihe* der beliebten Autorin hat mich ebenso wie der erste Band *Der Garten am Meer* voll in den Bann gezogen und wieder begeistert. Ein Wohlfühlbuch zum Abschalten und Träumen pur. Die Reise geht wieder auf die wunderschöne Scilly-Insel *Tresco* .
Hazel Armstrong ist seit drei Jahren eine ruhige, beliebte und zurückgezogen lebende Insel-Bewohnerin von Tresco und widmet ihre ganze Energie der Imkerei. Sie hat sich durch ihre achtsame Arbeit bei der Honigherstellung einen bekannten Namen gemacht und verkauft ihre Honigernte an die Bewohner, Touristen und Restaurants auf Tresco. Ihr Hundefreund Toby ist immer an ihrer Seite zu finden und sorgt mit seinem Temperament und liebenswürdigen Auftritten für jede Menge Aufregung.
Pippa, die junge Gartenliebhaberin und Hazel's beste Freundin begleitet die beiden mit viel Sympathie und Hilfe. Ihr Charakter und Lebensweg auf der Insel wurde im ersten Band der *Island Dreams Reihe* ausführlich dargestellt. Die beiden Freundinnen Hazel und Pippa rudern leidenschaftlich gern in ihrer Freizeit mit anderen Mädels auf dem Meer zwischen den Inseln, wenn auch mit mässigem sportlichem Erfolg. Spass und Geselligkeit stehen im Mittelpunkt der lustigen Rudertruppe.
Doch niemand auf der Insel ahnt und weiss etwas von Hazel's dramatischer Vergangenheit und ihrem Leben vor ihrem Aufenthalt auf Tresco. Auch Pippa nicht. Hazel lernt nun zufällig zwei unterschiedliche junge Männer kennen, die sie faszinieren und an ihre geheimnisvolle Vergangenheit erinnern. Was hat Chris, den attraktiven Fotografen auf die abgelegene Insel Tresco verschlagen und welcher Arbeit geht Ben eigentlich nach? Wie wird Hazel mit ihren neuen Freunden umgehen und in welchem Verhältnis steht die junge, königliche Royal-Familie zu ihrem Bekannten Ben, mit dem sie eine kurze und heftige Leidenschaft verbindet?
Charlotte McGregor hat diese sympathisch geschriebene Geschichte spannend, flüssig und in herrlich atmosphärischem Meeres - und Insel Flair verfasst und verführt die Leser*rin konsequent und liebenswürdig bis zur letzten Seite in bekannter Schreibweise ihrer Wohlfühl Bücher.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne im Genre Romance.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Heyne Verlag für die Zusendung des TB -Rezensionsexemplars.
Mittwoch, 5. Juni 2024
*Unsere Kräuterfrauen* von Karin Burchart - erschienen im Servus Verlag
*Werbung, unbezahlt*
ISBN-13 9783710403798
erschienen am 23.5.24
INHALT/Klappentext: Hilfe beim Einschlafen, ein natürlicher Schmerzstiller oder duftende Schönheitswasser – in 25 Porträts teilen Kräuterfrauen aus Österreich Bayern und Südtirol in diesem Buch ihr Wissen über Heilpflanzen. Das ganze Jahr über sind sie in der Natur unterwegs und nutzen ihre vielfältigen Gaben, um hilfreiche Mittel für viele Bereiche der Naturheilkunde herzustellen. Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie selbst die Heilkräfte der Natur: Körper und Geist werden es Ihnen danken
- Althergebrachte Wildkräuterrezepte, verständlich erklärt.
- Leben im Einklang mit der Natur: Wie die Kräuterfrauen altes Wissen nutzen
- Rezeptbuch mit über 40 Heilmitteln aus der Naturapotheke: unterstützt Ihre Gesundheit das ganze Jahr über
- Nadelbäume, Blumen, Kräuter: Ein Streifzug durch die Welt der Heilpflanzen und Alpenkräuter
- Vielfältige Heilkräuter-Kunde aus 25 Perspektiven
Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen: So nutzen Sie die Heilkräfte der Natur .Selbstgemachtes Fichtenbadesalz für die Schnupfennase, Hagebutten zur Hemmung von Entzündungsprozessen oder fröhlich gelbe Schlüsselblumen, um die Nerven zu beruhigen: Die Kräuterfrauen kennen für viele Beschwerden die richtige Heilpflanze und Anwendung, um der Gesundheit ein wenig auf die Sprünge zu helfen! Von Januar bis Dezember gibt es die verschiedensten Knospen, Triebe, Blätter und Blüten zu sammeln, die in der Naturapotheke ihren festen Platz haben. Erweitern Sie Ihr Wissen über Pflanzenheilkunde – schauen Sie den Kräuterfrauen über die Schulter!
Karin Buchart studierte Ernährungswissenschaften, ihre Doktorarbeit über biogene Arzneimittel ist die Grundlage für die TEH-Akademie. Die Lehrbeauftragte am Zentrum für Gastrosophie der Universität Salzburg ist Mitbegründerin des Europäischen Instituts für Angewandte Pflanzenheilkunde, Autorin mehrerer Bücher, Kolumnistin bei den Salzburger Nachrichten und beim Magazin Servus in Stadt und Land und leitet zahlreiche Seminare und Workshops zu den Themen Kräuterkunde, Ernährung und Gesundheit.
Mein Eindruck zum Buch:
Fünfundzwanzig erfahrene Kräuterfrauen aus dem Alpenraum schenken uns ihr ganz persönliches Wissen aus ihren speziellen Fachgebieten, welche sich mit Gesundheit , Körperpflege und Ernährung beschäftigen. Wunderschön farbig bebildert, regt diese wertvolle Lektüre sofort zum Durchblättern und Nachmachen an. In einhundertachtundfünfzig Seiten werden die vier Jahreszeiten nacheinander in ihren Monaten dargestellt. Mit passenden Rezepten und persönlichen Porträts und Lebensgeschichten der fünfundzwanzig Heilerinnen liest sich jeder Monat aufregend und interessant . Denn besondere Heilerinnen sind sie auch heute noch in unserer Zeit, die mit ihrem alten Wissen aus der Volksheilkunde, teils fünfhundert Jahre und älter, unsere moderne Schulmedizin bereichern und ergänzen. Vor hunderten von Jahren haben sie sich oft im Verborgenen verstecken müssen, um nicht als Hexen verfolgt und geächtet zu werden. Ihr Wissen hat alle Zeiten überdauert und wir können uns heute freuen und staunen über ihre Heilerfolge. Am Ende des Buches unter dem Kapitel *Gut zu wissen* wird jede Heilerin noch einmal kurz mit ihrer Vita erwähnt und danach folgen alle Rezepte im Überblick , alphabetisch geordnet.
Besonders beeindruckt hat mich Siegrids Schlummertrunk (Siegrid Hirsch), eine *Schlafmilch* die aus Blaumohn, Hanfsamen, getrockneten Hopfenblüten, Haferflocken, Dinkelflocken, Hagebuttenmus, Hollergelee, Teekräutern aus Lindenblüten, Johanniskraut und Melisse besteht, Anis, Ingwer, Sternanis und Kardamomkapseln. Mit Schafmilch, Ziegenmilch, sowie Hafer - oder Mandelmilch ist dieses Rezept ebenso wie mit Kuhmilch anzusetzen. All diese Zutaten kommen in die kalte Milch, aufkochen - etwas simmern lassen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen der Kräuter kann beliebig auch gern mit Honig gesüsst werden. Am besten trinkt man die Milch direkt vor dem Zubettgehen.
Unter dem Monat September im Kapitel *Seufzerkraut und Schnupfenbutter* findet man von der Kräuterpädagogin Iris Lins ein schönes Rezept für die dann beginnende Erkältungszeit und zwar den *Bäuchlein-Balsam mit Dost*, der krampflösend und entspannend wirkt. Er duftet fein und hilft bei roten Schnupfennasen. Seine Bestandteile sind Olivenöl , getrockneter oder frischer Dost, Bienenwachs und evtl. ätherische Öl.
Ich habe euch nun hoffentlich neugierig gemacht auf dieses Schatz-Büchlein und bewerte es gern und begeistert mit FÜNF ***** STERNEN.
Vielen Dank an alle Kräuterfrauen, Karin Burchart und den Servus-Verlag für diesen herrlichen und wertvollen Wissensratgeber als Rezensionsexemplar.
Donnerstag, 30. Mai 2024
*Was das Meer verspricht* von Alexandra Blöchl - erschienen im dtv-verlag
*Werbung, unbezahlt*
ISBN: 978-3-423-28388-5
Erscheinungsdatum: 14.03.2024
1. Auflage
280 Seiten
INHALT /Klappentext: Vida hat ihr ganzes Leben auf einer kleinen Insel im Norden verbracht. Während ihr Bruder Zander schon früh alles hinter sich ließ, um auf dem Festland sein Glück zu suchen, fühlt Vida sich den Eltern verpflichtet. Sie wird das Geschäft übernehmen, ihren Kindheitsfreund heiraten – ihre Zukunft hat Vida nie in Frage gestellt. Das ändert sich, als eine junge Frau auf die Insel zieht. Marie ist unabhängig, selbstbewusst, frei. Das Gegenteil von Vida. Die beiden Frauen freunden sich an, mehr als das. Und zum ersten Mal wächst in Vida der Wunsch, aus dem Schatten ihres bisherigen Lebens herauszutreten. Doch dann kehrt überraschend Zander zurück auf die Insel. Auch er ist fasziniert von Marie, und mit einem Mal gerät alles aus den Fugen.
Alexandra Blöchl wurde 1969 in Wuppertal geboren und lebt als freie Autorin in der Nähe von München. Unter anderen Namen veröffentlichte sie bereits Bestsellerromane. Mit dem vorliegenden Roman schlägt sie nun ein neues Kapitel in ihrer schriftstellerischen Laufbahn auf. Dafür erhielt sie im Oktober 2022 das Arbeitsstipendium für Literatur der Stadt München.
Meine Meinung zum Buch:
Mit dem angenehmen und sehr aussagekräftigen Schreibstil der Autorin konnte ich mich sofort anfreunden. Kleine, relativ kurze Kapitel erleichtern das Verstehen und durch diese fast erzwungenen Pausen wird viel Raum für eigene Gedanken gegeben.
Die junge Vida ( ihr Name bedeutet *Leben* ), lebt zufrieden , ausgeglichen und glücklich in ihrer kleinen Welt auf einer abgelegenen nordischen Insel mitten im rauen Atlantik. Sie hilft ihren Eltern fleissig im einzigen Laden, hat enge Kontakte zur Bevölkerung. Das wilde Meer, das unbeständige Wetter sind die wichtigen Konstanten, nach denen die Menschen ihr Leben dort ausrichten. Auch Vida lebt in ihrer Familie und Umwelt zufrieden und vermeintlich glücklich. Sie plant eine Heirat mit ihrem Freund Jannis und beide Familien der Kinder- und Jugendfreunde freuen sich und erwarten diese Verbindung mit Geduld und Zuversicht. Dann zieht die junge, geheimnisvolle Marie auf die Insel und tritt in Vida's Leben ein wie ein glitzernder, vor Licht sprühender Komet. Plötzlich verändert sich alles für die bodenständige Vida.....
Faszinierend fand ich ich die minutiös beschriebene Veränderung von Vida*s Fühlen und Denken über ihre bisherige Lebenssituation. Das hat die Autorin wunderbar und offen dem Leser dargelegt. Lange schwebt man mit Vida in ihrer neuen glückseligen Beziehung zu Marie, die vom Schwimmen im Kostüm einer Meerjungfrau im eiskalten Meerwasser begeistert ist und Vida damit ansteckt, sie in eine ganz neue Sinneserfahrung einführt. In diese neue Körpererfahrung vermischt sich eine für Vida bisher unbekannte Sympathie zu einer Frau wie Marie, die anscheinend lebendig, leicht und fröhlich im Leben steht. Doch stimmt das wirklich? Auch Marie hat Geheimnisse , die sie versucht zu verbergen. Als Vida's grosser Bruder Zander zu Besuch auf die Insel kommt, verändert sich alles für Vida, Marie und Zander.
Wie diese dramatisch geschriebene Geschichte weitergeht, solltet ihr euch selbst erlesen,,,,,,
Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für die beeindruckenden Charakterstudien vom Leben der Protagonist*innen auf einer einsamen, nordisch geprägten Insel.
Herzlichen Dank an die Autorin und den dtv-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!
Freitag, 24. Mai 2024
*Der Pakt der Frauen * von Julia Kröhn - erschienen im Heyne Verlag
*unbezahlte Werbung*
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27421-1
Erschienen am 20. März 2024
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
INHALT/KLAPPENTEXT: Zwei Frauen, zwei Leben – und eine Geschichte, die Mut macht
Wien 1976. Die junge Dozentin Katharina Adler sorgt bei den männlichen Kollegen regelmäßig für Schnappatmung. Selbstbewusst trägt sie knalligen Lippenstift und verbotenerweise im Hörsaal Hosen. Außerdem hat sie sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaft zu revolutionieren. Dafür widmet sie sich Büchern, die von Frauen geschrieben wurden, speziell Kochbüchern. Als ihr dabei eine Rezeptsammlung aus der Feder ihrer Mutter Jule unterkommt, erkennt Katharina, dass sie erst die Geheimnisse ihrer eigenen Familie aufdecken muss, bevor sie die Welt verändern kann. Gemeinsam reisen sie und Jule nach Schlesien, an Katharinas Geburtsort. Dort lernt sie, dass es nichts Stärkeres gibt als Frauen, die zusammenhalten.
Die große Leidenschaft von Julia Kröhn ist nicht nur das Erzählen von Geschichten, sondern auch die Beschäftigung mit Geschichte: Die studierte Historikerin veröffentlichte – teils unter Pseudonym – bereits zahlreiche Romane, die sich weltweit über eine Million Mal verkauft haben. Ihr größter Erfolg hierzulande war »Das Modehaus«, ein Top-20-SPIEGEL-Bestseller; zuletzt widmete sich Julia Kröhn ihrem Herzensthema: den Büchern. In ihrer Dilogie »Die Buchhändlerinnen von Frankfurt« erzählt sie die Geschichte einer Verlagsbuchhandlung aus der Perspektive zweier Schwestern, von der Nachkriegszeit bis zur Studentenrevolte. In ihrem neuen Roman »Papierkinder« errichtet sie den historischen Kinderrechtlerinnen Emma Döltz, Clara Grunwald und Eglantyne Jebb ein fiktionales Denkmal in Form eines mitreißenden Romans.
Dienstag, 14. Mai 2024
*Das unsichtbare Band* von Haneen Al-Sayegh - erschienen im dtv Verlag
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*
ISBN: 978-3-423-28398-4
Erscheinungsdatum: 14.03.2024
2. Auflage
336 Seiten
Format: 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Aus dem Arabischen von Hamed Abdel-Samad
INHALT/KLAPPENTEXT: In den Bergen des Libanon wächst die junge Amal in der strengen, patriarchalischen Religionsgemeinschaft der Drusen auf. Sie will nur eines: die Schule besuchen und studieren, doch Mädchen haben dort keine Rechte. Der Großvater lässt zwischen sich und seiner Frau eine Mauer errichten, aber die Mutter darf immerhin Brot backen, und damit bezahlt sie das Schulgeld ihrer Töchter.
Als Amal, die jüngste, mit fünfzehn verheiratet wird und das Elternhaus verlässt, schweigt die Mutter. Unbeirrt, wenn auch gegen viele Widerstände, geht die junge Frau ihren Weg und beginnt zu begreifen, was es heißt, selbstbestimmt zu leben und wahrhaftig zu lieben.
Ein poetischer, anrührender Text über Freiheit, Tradition, die Ambivalenz der Gefühle und das Band, das die Frauen der arabischen Welt verbindet und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen lässt.
In ihrem Debütroman beschreibt Haneen Al-Sayegh eine Kindheit und Jugend in der ultrastrengen Religionsgemeinschaft der Drusen in den Bergen des Libanon. Eine Frau begehrt auf und geht ihren eigenen Weg.
Haneen Al-Sayegh, geboren 1986 im Mount Lebanon, studierte Englische Literatur an der American University of Beirut, arbeitet als Dozentin und Übersetzerin. Sie hat drei Gedichtbände veröffentlicht und wurde mit dem renommierten Naji Noaman Literary Award ausgezeichnet. Haneen Al-Sayegh lebt in Beirut und Berlin.
Meine Meinung zum Buch: Dieses Buch hat viele Emotionen in mir ausgelöst, angefangen mit Entsetzen über die Strenge, die ein Kind, junges Mädchen und Frau in der Religionsgemeinschaft der Drusen im Libanon erfahren hat. Unverständnis und Mitleid mit den Frauen und ihren geschundenen Seelen und Körpern haben fast die Überhand gewonnen. Eine enge Mutter-Tochter-Beziehung spielt im Roman eine tragende und wichtige Rolle. Ich habe versucht vieles aus dieser Religion mit Verzeihen und Verstehen nachzuvollziehen, aber es ist mir sehr schwer gefallen.
Das Buch liest sich in einer erstarrt erscheinenden Ich-Erzählung, deren Person sich quält, an einer chronischen Depression leidet, an sich zweifelt, die Familie liebt und dennoch Abstand gewinnen möchte. Der komplizierte Schreibstil ist in seiner Ausdrucksweise manchmal verwirrend und nicht leicht zu erfassen. Es ist keine leichte und unbeschwerte Lektüre, gibt aber einen Einblick in die Religionsgemeinschaft der Drusen , die an eine Seelenwanderung glauben und nicht zu den Muslimen gehören.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne. Ich denke, dass dieses Buch eventuell autobiografische Wahrheiten der Autorin enthalten kann.
Danke an die Autorin und den dtv-Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.
*unbezahltes Rezensionsexemplar, Werbung*
Übersetzt von Judith Elze, Anne Emmert
Hardcover mit Schutzumschlag, 496 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-424-35128-6
Erschienen am 18. Oktober 2023
INHALT/KLAPPENTEXT: ach einem Schicksalsschlag steht Irene am Tiefpunkt ihres Lebens. Spontan steigt sie in einen Bus ohne zu wissen, wohin er sie führt. Als sie schließlich in einem kleinen Dorf in Mittelamerika landet, quartiert sie sich in einem Hotel am Fuß eines Vulkans ein, wo sie sich zum ersten Mal nach einer langen Zeit zu Hause und geborgen fühlt. Es ist ein paradiesischer Ort, an dem die bunten, wunderschönen Vögel die Künstlerin Irene zum Malen inspirieren.
Durch unvorhergesehene Ereignisse wird ihr das Hotel übertragen. Anfangs noch skeptisch nimmt sie jedoch nach und nach die neue Aufgabe an. Es ist die Gemeinschaft im Hotel und auch dessen besondere Gäste, die ihr einen neuen Lebensinhalt geben. Doch wird sie jemals wieder glücklich sein?
Joyce Maynard war Reporterin bei der New York Times und arbeitet noch heute als freie Journalistin für verschiedene große Magazine. Ihre Kolumnen und Artikel erscheinen in zahlreichen US-Zeitschriften. Mit ihren Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit dem Schriftsteller J.D. Salinger schrieb sie einen internationalen Bestseller. Die Autorin ist Mutter dreier erwachsener Kinder und lebt in Kalifornien und Lake Atitlan, Guatemala.
Mittwoch, 17. April 2024
*Das Erbe von Talgrund* von Rebecca Martin - erschienen im Heyne Verlag
Montag, 15. April 2024
*Meine wilden Kräuterfreunde aus dem Wald* von Anja Fischer - erschienen im Servus Verlag
Freitag, 12. April 2024
*Das Tal der Blumen* von Niviaq Korneliussen - erschienen im btb-verlag
*unbezahlte Werbung*
Aus dem Dänischen von Franziska Hüther
Originaltitel: Blomsterdalen
Originalverlag: Gyldendal
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-76239-2
Erschienen am 01. November 2023
INHALT/KLAPPENTEXT: Als erste grönländische Autorin ausgezeichnet mit dem Nordischen Literaturpreis – ein Roman, der noch lange nachhallt, voller Dringlichkeit und Poesie.
Wie lässt sich damit umgehen, wenn die Lebensfreude plötzlich gedämpft wird und die Sorge überhandnimmt? Eine junge Grönländerin hat noch ihr ganzes Leben vor sich und hadert dennoch mit vielem: Sie hat eine Freundin, die sie liebt. Ihre Familie ist fürsorglich – vielleicht zu sehr. Sie wird demnächst Grönland verlassen, um in Dänemark zu studieren. Und doch fühlt sie sich fehl am Platz: zu dick und nicht gewürdigt in ihrer Kultur, die so viele Demütigungen erlitten hat. Und dann sieht sie täglich die gebrochenen Herzen auf Facebook, die für die vielen jungen Selbstmörder*innen in Grönland stehen. Was bedeutet das für den eigenen Blick auf das Leben? Niviaq Kornenliussen erzählt mit großer literarischer Kraft, aber auch frischem Humor von der Suche nach Identität, der kulturellen Verwurzelung und dem inneren Halt im Leben.
Niviaq Korneliussen, 1990 in Nuuk, Grönland, geboren, gilt als eine der spannendsten jungen literarischen Stimmen im nordischen Raum und als Sprachrohr ihrer Generation. Ihr Roman »Das Tal der Blumen« wurde mit dem Nordischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis nordeuropäischer Länder, der damit zum ersten Mal an eine grönländische Autorin vergeben wurde. Der Roman erhielt begeisterte Kritiken und erscheint in zahlreichen Ländern.
Mein Leseeindruck: Eine junge Grönländerin verlässt zum Studium ihre Heimat, die Familie und ihre beste Freundin und grosse Liebe Maliina. Die Ich-Erzählerin geht nach Dänemark, fühlt sich dort ziemlich verloren und wird von ihren Studienkolleg*innen wohl mit unbewusst rassistischen Äusserungen immer wieder konfrontiert. Sie zieht sich zurück, vernachlässigt ihr Studium und leidet stark an Heimweh.
Die beiden jungen Mädchen haben aneinander die grosse Liebe gefunden und zeigen sie auch mehr oder weniger öffentlich ihren Familien und Freunden. Als Maliinas junge Cousine Gudrun durch einen Suizid verstirbt, bricht unsere Ich-Erzählerin Hals über Kopf zurück in ihre Heimat auf um der verstörten und verzweifelten Geliebten Maliina beizustehen.....
Die Suizid-Rate unter jungen Menschen ist in Grönland ungewöhnlich hoch. Vielleicht auch bedingt durch die monatelange Dunkelheit, eine hohe Anzahl von depressiven Erkrankungen und den von der Gesellschaft akzeptierten exzessiven Alkoholmissbrauch. Dieses Buch mit dem schönen blumigen Cover und Titel beinhaltet diese ernste und traurige Thematik.
Der Schreibstil der jungen Autorin Niviaq Korneliussen ist absolut ehrlich, manchmal sehr derb und oft körperbezogen. Das Buch besticht durch seine Thematik sowie durch seine sogartige und flüssige Ausdrucksweise. Eine Besonderheit, die manchen Leser*in auch schockieren kann , möchte ich noch erwähnen. Es ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die sich SIE, DU, ICH, nennen. Im Abschnitt SIE werden vor jedem Abschnitt insgesamt 45 Suizide und deren Kurz- Beschreibung erwähnt. Die Themen, Tod, Sterben, Suizid, Sehnsucht nach einer inneren Heimat finden als indigener Mensch, spielen die Hauptrollen in diesem Buch. Der enge Zusammenhalt der Familien kann diese verzweifelten Selbstmordraten nicht auffangen. Und der dänische Staat ist mit klinischen Hilfs-Angeboten und Therapieplätzen schlichtweg überfordert. So wird es zumindest im Roman geschildert.
Triggerwarnung: Es ist ein ernstes Buch und man sollte es nur bei absoluter seelischer Gesundheit lesen. Es ist sehr belastend für die Psyche und eher selten humorvoll. Aber die Darstellung einer Liebesbeziehung zwischen Frauen spielt eine ebenso wichtige und beeindruckende Rolle im Roman.
Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE !
Mein Dank geht an die Autorin und den btb-verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.
Freitag, 5. April 2024
*Seit er sein Leben mit einem Tier teilt* von Bodo Kirchhoff - erschienen im dtv-verlag
*Werbung, unbezahlt*
ISBN: 978-3-423-28357-1
Erscheinungsdatum: 11.01.2024
5. Auflage Verlagslink
Inhalt/Klappentext: Vier Tage vor dem Höhepunkt des Sommers, dort, wo sich Louis Arthur Schongauer, einst düsterer Deutscher in Hollywood-Filmen, nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen hat. Jetzt will er nur noch mit seiner Hündin leben, inmitten alter Oliven oberhalb des Gardasees.
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen vielfach gefeierten Romanen ›Die Liebe in groben Zügen‹ (2012) und ›Verlangen und Melancholie‹ (2014) wurde er 2016 für seine Novelle ›Widerfahrnis‹ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen sind die Romane ›Dämmer und Aufruhr‹, (2018), und ›Bericht zur Lage des Glücks‹, (2021).
Mein Leseeindruck zum Buch: Bodo Kirchhoff zeichnet mit dem alternden, 75 jährigen Schauspieler Louis Arthur Schongauer einen aussergewöhnlichen Protagonisten, der uns durch seine reiche und überaus sensible Gedankenwelt führt. Die enge und zärtliche Beziehung zu seinem Hund Ascha , seinem einsam gelegenen Lebensumfeld oberhalb des Gardasees, inmitten von Oliven Bäumen und alten Steinmauern berührt die Leser*innen im Herzen. Poetisch beschriebene Landschaftseindrücke vom Blick auf den See und seine Schönheit verzaubern und versetzen die Leser*innen in einen mystischen, stimmungsvollen und sogartigen Lesefluss. In dieses ruhige und zufriedene Leben von Mensch, Hund und Natur mischen sich zwei unterschiedliche Frauen zeitgleich ein. Die junge Reise Bloggerin Frida , die vom Alter her seine Enkelin sein könnte, strandet per Zufall mit reparaturbedürftigen Wohnmobil in seiner steilen Grundstückseinfahrt. Almut, die Journalistin im mittleren Lebensalter besucht Schongauer um ein Interview mit ihm zu führen über sein Schauspieler-Leben und die tragischen Ereignisse, die zum Tod seiner beiden Ehefrauen führten.
Der Schreibstil von Bodo Kirchhoff fasziniert durch seine wörtliche Rede ohne Zeichensetzung , die er klar und ganz natürlich in den Text einfliessen lässt. Man liest wie in Trance und wird gefordert aufmerksam und ruhig den Gedankengängen, die sich viel um seine Hündin Ascha drehen, Schongauers Reflexionen von Lebenseindrücken aus der Vergangenheit, sowie den aktuellen Diskussionen mit seinen neuen Besucherinnen.
Mit viel Sensibilität und starker Ausdrucksweise gelingt für den Leser*in ein authentischer Blick auf ein ganzes Familien-Menschen-Ehe-Leben, welches sich immer deutlicher und bildhafter öffnet. Fröhliche, glückliche, erotische, traurige, tragische und verzweifelte Momente und Ereignisse spiegeln das Leben des alternden Schauspieler deutlich und behutsam. Die Einblicke in Schongauers Schauspielkarriere beim Mitwirken in Filmen, das Beschreiben von passenden, damals aktuellen Musikstücken empfand ich als sehr informativ und bereichernd für seine persönliche Charakterdarstellung.
Die zarte und reine Liebe zum Tier , dem farbigen und individuellem Menschsein sowie zu den unterschiedlichsten Frauen macht Louis Arthur Schongauer sehr liebenswert und die Sympathie der Leser*innen ist ihm gewiss.
Für mich war dieser Roman ein absolutes Lesehighlight und ich danke dem Autor und dem dtv-verlag ganz herzlich für dieses stimmungsvolle und wertvolle Rezensionsexemplar.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen sensiblen, besonderen und ausdrucksstarken Roman über das Leben an sich, die Entwicklung einer Liebe im Alter und den Beziehungen von Mensch und Tier zueinander.
Montag, 25. März 2024
*Der Wald* von Eleanor Catton - erschienen im btb-verlag
*unbezahlte Werbung*
Aus dem Englischen von Melanie Walz, Meredith Barth
Originaltitel: Birnam Wood
Originalverlag: Granta
Hardcover mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75764-0
Erschienen am 13. März 2024
INHALT/KLAPPENTEXT: Mira Bunting ist die Gründerin einer Guerilla-Gardening-Gruppe namens Birnam Wood.Das Kollektiv pflanzt und erntet, wo es niemand bemerkt: an Straßenrändern, in vergessenen Parks, vernachlässigten Hinterhöfen. Seit Jahren kämpft die Gruppe darum, Birnam Wood langfristig rentabel zu machen. Dann eröffnet sich eine Möglichkeit: Ein Erdrutsch hat den Pass zu einem Naturschutzgebiet abgeschnitten, die Umweltkatastrophe hat auch eine große, scheinbar verlassene Farm eingeschlossen. Als Mira sich das Grundstück auf eigene Faust ansehen will, wird sie dort von Robert Lemoine überrascht. Der mysteriöse amerikanische Milliardär ist fasziniert von Mira und schlägt ihr vor, das Land zu bewirtschaften. Ein Handel, der Folgen haben wird. Wer ist Lemoine wirklich? Kann die Gruppe ihm vertrauen, während die Ideale von Birnam Wood auf die Probe gestellt werden? Können sie sich selbst trauen?
Eleanor Catton erhielt 2013 für ihren Roman »Die Gestirne« den renommierten Booker-Preis. Zuvor erschien ihr Roman »Anatomie des Erwachens«. Als Drehbuchautorin adaptierte sie »Die Gestirne« als TV-Serie und Jane Austens »Emma« als Kinofilm. Geboren in Kanada und aufgewachsen in Neuseeland, lebt sie nun in Cambridge, England.
Meine Meinung zum Buch: Mira und Shelly sind die treibenden Ideengeberinnen einer Guerilla-Gardening-Gruppe namens Birnam Wood. Mira entdeckt eine zum Verkauf stehende Farm, die durch einen Erdrutsch abgelegen und verwaist ist. Sie grenzt an einen streng von der Regierung geschützten Naturpark. Mira Bunting beschliesst dort ein neues Projekt für die Gruppe zu erarbeiten. Die beiden Freundinnen Mira und Shelly stürzen sich mit Begeisterung in ihr neues Vorhaben. Als Mira sich durch Zufall auf einen finanziellen Deal mit dem sehr wohlmeinenden Förderer der Gruppe und reichem Milliardär Robert Lemoine einlässt, verwirft Shelly ihren geheimen Plan die bislang nur idealistisch arbeitende Gruppe in nächster Zeit zu verlassen um eigene finanzielle Wege zu gehen. Der gemeinsame Freund Tony kehrt nach vierjähriger Abwesenheit in Mexiko zurück nach Neuseeland und schliesst sich wieder dem neuen Guerilla - Gardening - Projekt an - wenn auch mit vielen Vorbehalten. Seine linksliberale Lebenseinstellung, die er gerne auf die Gruppe übertragen würde, prallt mit negativer Wucht auf die kapitalistisch geprägte Firma und die Meinung von Robert Lemoine, den er im Grunde seines Herzens verachtet und ablehnt. Die Gruppe beginnt mit heimlichen Anpflanzungen und dem Ausbringen von Sämereien auf dem anscheinend verlassenen Farmgelände. Robert Lemoine möchte dort einen privaten Bunker für sich errichten. Doch gehört ihm diese Farm tatsächlich?
Fünfhundert Seiten in einem durchgängigen Lesefluss zu bewältigen, ist nicht immer problemlos. Ich habe drei wichtige Dinge an diesem Buch zu kritisieren.
Die ersten zweihundert Seiten lesen sich auf keinen Fall spannend wie angekündigt, sondern eher holperig und gequält. Die Story plätschert ausufernd und langweilig mit angeblich intellektuellen Gruppendiskussionen der Guerilla-Gardening-Gruppe vor sich hin . Es werden zwar brandaktuelle Themen unserer Zeit aufgegriffen, wie die tägliche Umweltzerstörung, die Klimaveränderung, die unzulänglichen Antworten der Politik und Wirtschaft auf diese Probleme sowie das allgemeine Verbraucherverhalten. Der Text fesselt bis dahin einfach nicht, Spannung kommt erst zögerlich auf. Auch ist die charakterliche Darstellung der Protagonist*innen eher blass mit narzistischen Charaktereigenschaften, die keine Sympathie der Leser*innen herauskitzeln.
Der deutsche Titel *Der Wald* und auch der englische Originaltitel *Birnam Wood* passen in meinen Augen in keiner Weise zum Inhalt und Geschehen der Handlung und wecken andere Erwartungen beim Leser*in. Es geht zwar um die Zerstörung eines Naturschutzgebietes, aber ein Begriff wie zum Beispiel *Waldökologie* oder ähnliche Beziehungen zum Thema *Wald* werden nicht erwähnt.
Zu guter Letzt erscheint mir das Ende des Romans, zu abrupt, schnell, gewalttätig und ist nur in dem Bewußt Sein zu ertragen, dass es ja ein fiktiver Ökothriller ist, der gern das *komplizierte Böse* im Charakter einzelner Menschen darstellt und nicht unsere menschliche Realität in allen Facetten spiegeln kann.
Meine Bewertung: Zwei bis drei *** Sterne für diese (für mich) enttäuschende Lektüre.
Vielen Dank an die Autorin und den btb-verlag für das Leseexemplar.
Montag, 18. März 2024
*In den Stunden einer Nacht* von Federico Axat - erschienen im btb Verlag
*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Spanischen von Matthias Strobel
Originaltitel: Amnesia
Originalverlag: Edición Destino
Paperback , Klappenbroschur, 432 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-77376-3
Erschienen am 11. Januar 2024
INHALT/KLAPPENTEXT: Mit siebenundzwanzig Jahren ist John Brenner bereits ein trockener Alkoholiker, von seiner Frau geschieden und hat eine vierjährige Tochter, die er seltener sieht, als ihm lieb ist. Eines Nachts wacht er auf dem Fußboden seines Wohnzimmers auf, ohne Erinnerung an die letzten Stunden. Neben ihm liegen eine leere Wodkaflasche, eine Pistole und die Leiche einer Frau, die er noch nie zuvor gesehen hat. Ist er der Mörder, oder hat man ihm die perfekte Falle gestellt? Aber warum sollte ihm jemand einen Mord anhängen? John weiß, dass die Antwort in den Stunden liegt, die er vergessen hat. Als er beginnt nachzuforschen, trifft er im Internet auf einen Mann, der ebenfalls einen Erinnerungsverlust erlitten hat. Und der nachts von jener Frau träumt, die tot in Johns Wohnzimmer lag …
Federico Axat wurde 1975 in Buenos Aires geboren. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Ingenieur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Bücher erscheinen in über 30 Ländern und stoßen bei Leser*innen und Kritiker*innen auf große Anerkennung. Die New York Times feierte ihn als »einen der besten Thrillerautoren der Welt«. Federico Axat verbrachte einige Jahre in den USA, heute lebt und arbeitet er in Buenos Aires.
Mein Leseeindruck: Der spannend klingende Klappentext und das Cover haben mich dazu verführt diesen Psychothriller zu lesen. Der trockene Alkoholiker John Brenner wacht in seinem Wohnzimmer neben einer blutigen, wohl ermordeten Frauenleiche und einer geleerten Wodkaflasche auf. Er verfällt in Panik und kann sich an die vergangenen Stunden nicht mehr erinnern. Hat er im Delirium eine Straftat begangen? Er verlässt überhastet das Haus, läuft in den umliegenden Wald , entdeckt einen Van mit einer elektronischen Überwachungsausrüstung. Er kehrt zurück in sein Heim, aber die Leiche ist nicht mehr da. Blutflecken kann er auch nicht mehr entdecken, dafür eine ihm unbekannte Überwachungskamera in seinem Wohnraum. Voller Angst und Zweifel sucht John telefonischen Rat und Hilfe bei seinem vertrauten Bruder Mark......
Leider erschien mir diese Lektüre von Anfang bis zum Ende verwirrend und hat mich gar nicht so begeistert wie erhofft. Der etwas verzwickte und oft in viele Richtungen deutende Schreibstil des Autor hat zwar mein Kopfkino beschäftigt, aber durch seine oft undurchsichtigen Hinweise auch eher verwirrt. Das hat meinen Lesefluss immer wieder ausgebremst und ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes laufend verschaukelt.
Vielleicht hat mein Missmut beim Lesen auch damit zu tun, dass der Protagonist ein trockener Alkoholiker ist, der mit seinem privaten Leben grosse Schwierigkeiten hat und ich sein Denken nicht gut nachvollziehen konnte. Ich konnte ihm und seinem Gedankenfluss einfach nicht vertrauen! Seine Beziehungen zu diversen weiblichen Freundinnen funktionieren nicht wirklich , nur seine Zuneigung zu seiner kleinen Tochter , dem Bruder Mark und zwei Freunden aus Kinder- und Jugendzeiten geben ihm etwas inneren Halt und Orientierung.
Wahrscheinlich war es einfach nicht das richtige Buch für mich in dieser Lesezeit und ich kann es nur bedingt mit DREI *** Sternen zum Lesen weiterempfehlen.
Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!














