Dienstag, 6. Januar 2026

*Der Mädchenname* von Aurora Tamigio - erschienen im btb-Verlag

 

*unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar*

Erschienen am 8.10.25

INHALT/KLAPPENTEXT: Anfang des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in den sizilianischen Bergen: Früh zeigt sich, dass die kleine Rosa aus dem Stoff der Pflanze gemacht zu sein scheint, deren Namen sie trägt: Blüten, die immer wieder zum Leben erwachen, das Holz stark und widerstandsfähig. Als Frau gilt sie wenig, doch ihrem Vater und ihren Brüdern, beugt sie sich nie ganz. Als sie Sebastiano Quaranta kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Rosa brennt mit ihm durch, sie heiraten und eröffnen gemeinsam ein Gasthaus, das zum begehrten Anlaufpunkt wird. Kurz darauf werden ihnen der hübsche Fernando, Donato, der Priester werden wird, und schließlich Selma geboren, deren Hände so zart sind wie die Stickereien, mit denen sie Stoffe schmückt. Selma heiratet gegen Rosas Rat und besseren Wissens, ihre unglückliche Ehe hat Auswirkungen auf ihre eigenen Töchter. Patrizia, die kämpferischste der drei Schwestern, Lavinia, die das Kino liebt, und Nesthäkchen Marinella, die davon träumt, Italien zu verlassen.

Aurora Tamigio wurde 1988 in Palermo geboren und wuchs in Mailand auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Drehbuchschreiben für Filme. Sie hat als freie Autorin für das Kino gearbeitet sowie als Texterin in einer Werbeagentur. Sie ist Chefredakteurin des Filmmagazins Silenzioinsala.com. »Der Mädchenname« ist ihr erster Roman, der in Italien alle Verkaufsrekorde gebrochen hat und monatelang auf der Bestsellerliste stand. Aurora Tamigio wurde mit dem Literaturpreis IO Donna - Heldinnen von heute (2023) und dem renommierten Premio Bancarella (2024) ausgezeichnet.


REZENSION: Eine Reise nach Sizilien mit Aurora Tamigio

Zum Jahresbeginn hat es mich literarisch in eines meiner absoluten Lieblingsländer gezogen: Italien. Genauer gesagt nach Sizilien. Die Autorin Aurora Tamigio ist dort längst kein Geheimtipp mehr – ihr Debüt wurde von den Buchhändlern zum Lieblingsbuch gekürt und stürmte die Bestsellerlisten. Nachdem ich es gelesen habe, verstehe ich absolut, warum!

Drei Generationen, ein Schicksal

Der Roman spannt einen weiten Bogen über drei Generationen sizilianischer Frauen. Alles beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit der zärtlichen, fast schon magischen Liebe zwischen Rosa und Sebastiano Quaranta. Doch das Buch ist weit mehr als eine Romanze; es ist ein packendes historisches Zeitzeugnis über das Leben und Überleben in einer patriarchalischen Gesellschaft.

Rosa: Der Ursprung der Stärke

Rosa hat es nicht leicht. In den Bergen aufgewachsen, geprägt von einem gewalttätigen Vater und dominanten Brüdern, gelingt ihr mit Sebastiano die Flucht in ein neues Leben. Gemeinsam eröffnen sie ein Gasthaus – ein Projekt, in das Rosa all ihr Herzblut steckt. Trotz aller Widerstände kämpft sie mit weiblichem Geschick und unbeugsamem Willen für das Glück ihrer drei Kinder Fernando, Donato und Selma.

Das Erbe der Frauen

Im weiteren Verlauf begleiten wir Selma, die zwar in ihrer Ehe unglücklich ist, aber drei völlig unterschiedliche Töchter großzieht: Patrizia, Lavinia und Marinella. So verschieden die Charaktere auch sein mögen, eines zieht sich wie ein roter Faden durch die Generationen:

• Die bedingungslose Liebe zur Familie.

• Der unstillbare Drang nach Selbstbestimmung.

• Die Suche nach einem eigenen Weg abseits starrer Traditionen.

Mein Fazit:

Dieser wunderschöne Wohlfühlroman schenkt emotionale und teils aufwühlende Lesestunden. Besonders toll fand ich, wie die Autorin die Balance zwischen familiärer Harmonie, tief verwurzelten Traditionen und dem jeweiligen Zeitgeschehen hält.

Ein atmosphärischer Schmöker, der Fernweh nach dem Süden weckt!

Vier Sterne !


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