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Donnerstag, 9. März 2017

*Eine englische Ehe*, erschienen im Piper-Verlag

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Das Buch entwickelt einen unwiderstehlichen Sog auf mich,,,die Frau und Mutter taucht nach zwölf Jahren plötzlicher Abwesenheit auf der anderen Strassenseite auf .. der Ehemann, ein Literaturprofessor (der lockeren Art im Umgang mit hübschen, jungen Studentinnen, ihr wisst sicher was ich meine) sieht es, ist schockiert , läuft ihr nach - sie bleibt wieder verschwunden, wie vor zwölf  Jahren. Was zu dieser Zeit niemand weiss, auch die Kinder noch nicht: Vor zwölf Jahren hat sie ein Resüme über ihre Ehe auf vielen Zetteln geschrieben und in SEINEN Büchern hinterlassen,,,,,,ich leide beim Lesen mit allen Protagonisten  und bin trotzdem hoffnungsvollen Mutes auf eine gute Wende,,,


                                                                                                      Rezension

INHALT:  Ingrid , Mutter von zwei Töchtern, taucht nach zwölf Jahren plötzlicher , ungeklärter Abwesenheit in den Blickwinkel von Gil auf . SIE steht auf der anderen Strassenseite einer Buchhandlung am Meer.  ER, der Ehemann Gil, schaut aus dem Fenster, ist schockiert , läuft ihr nach .  ER ist ein Literaturprofessor und Schriftsteller der lockeren Art im Umgang mit hübschen, jungen Studentinnen.  SIE bleibt wieder verschwunden, taucht nicht auf, wie vor zwölf Jahren -  ist trotz aller Bemühungen nicht aufzufinden. 
Was zu dieser Zeit niemand weiss, auch die Kinder nicht: Vor zwölf Jahren hat sie ein Resüme über ihre Ehe in Vergangenheitsform aufgeschrieben,  auf vielen Zetteln in Briefform an Gil gerichtet und sie in SEINEN Büchern hinterlassen.  Es bleibt auch im Lauf des Romas ein wenig unklar , was Mann und Kinder davon wirklich finden und lesen.   Der Leser verfolgt in diesen Briefen IHR persönliches  Innenleben und vor allen Dingen IHRE Empfindungen über das Eheleben mit dem eigenwilligen und dominanten Schriftsteller und Frauenverführer Gil.  Gil hat ein eigenes Schreibhäuschen am Meer, abseits im Garten gelegen, in dem Frau und Kinder unerwünscht sind.  Ausserdem verlässt er seine Familie oft aus verschiedenen Gründen, manchmal beruflicher Art, manchmal um sich einfach rücksichtslos aus privaten Motiven  mit verschiedenen Frauen zu treffen. Ihr einziger Halt , ihr Ehemann entzieht sich und lässt sie einsam und voller Probleme mit sich und den Kindern  in einem wunderschön gelegenem Haus am Meer zurück.  Das Schwimmen,ihr liebstes Hobby am Meer, welches Gil ihr aus unerfindlichen Gründen verbieten möchte , geben ihr Kraft und Durchhaltevermögen in dieser ungleichen Lebenskonstellation.

MEINE MEINUNG: Beim Betrachten des schön gestalteten Cover und Titels, ein gebundenes Buch , mit einem traditionellen Lesebändchen versehen , kam mir die leise Ahnung, dass es hauptsächlich um Leben und Geschichte der  Frau geht ,natürlich bezugnehmend auf den Ehemann und die gemeinsame Ehe.  Der Roman fängt mysteriös und geheimnisvoll an, ist fast wie ein Krimi aufgebaut und spielt in zwei Zeitebenen. Einmal in der Beschreibung des Vergangenen anhand der Briefaufzeichnungen von Ingrid. Zweitens nach zwölf Jahren, die Zeit beschreibend , die Gil mit den Kindern allein verbringt. Ich bin schnell mit den Hauptprotagonisten Ingrid, Gil und den Kindern Nan und Flora vertraut geworden, dank der flüssigen, spannenden, einfühlsamen und sehr angenehm zu lesenden Schreibweise der Autorin. Das Hineinstolpern der jungen, naiven Studentin Ingrid in die Ehe mit dem sehr viel älteren Gil, hat mich betroffen gemacht.  Ihre realen  Erfahrungen mit dem Alltag einer sehr jungen , unerfahrenen Mutter, der niemand beistand, haben mich sehr berührt. Eigentlich passiert alles so, wie es Louise,  eine alte Studienfreundin von Ingrid immer warnend prophezeit  hat.  Gil’s Liebe würde verfliegen und Ingrids Enttäuschung würde ihre Wünsche und Hoffnungen an das Leben  zerstören.
Beim Lesen hat sich bei mir immer mehr Entrüstung aufgebaut  gegenüber dieser Art von Ehe.  Eine englische , kühle Ehe!  Ingrid leidet unter der Vernachlässigung durch ihren Ehemann. Die Autorin hat es geschafft, dieses mit jedem Brief von Ingrid an Gil deutlicher werden zu lassen. Eindringlich fordert Ingrid seine Rückkehr, konnte sich ihm persönlich und verbal wohl mit ihren Wünschen  nicht öffnen. Die Briefnotizen werden bitterer, enttäuschender und ich habe mit Ingrid gelitten und auf Veränderung gehofft. Mit viel Einfühlungsvermögen und sehr guter, intensiver Erzählweise hat Claire Fuller diese  traurige Entwicklung beschrieben. Das Buch behandelt die typischen Eheprobleme, wie Untreue, Enttäuschung, Verletzung , Unverständnis für den Partner und seine Wünsche .  Die Briefaufzeichnungen wurden von Ingrid in einer sehr kurzen Zeitspanne geschrieben, sozusagen eine Abrechnung mit dem Eheleben, kurz vor ihrem  mysteriösem Verschwinden vom Strand des Meeres. Trotz allem hat sich jedes Mitglied dieser  Familie in seiner Persönlichkeit zum Positiven weiterentwickelt,  vielleicht gerade auch weil das Familienleben nie glatt und heil verlaufen ist. Ich habe mir beim Lesen oft  die Frage gestellt, ob die Hoffnung auf eine gute, konventionelle Ehe überhaupt für die meisten Menschen erstrebenswert ist. 
Das Ende des Buches tröstet aber den Leser und hat einen sehr überraschenden Ausgang, von dem ich hier natürlich nichts verraten werde.


Ein grossartiges Buch, dem ich mit Begeisterung fünf Sterne geben möchte.
Vielen herzlichen  Dank an die Autorin und den Piper-Verlag für das  gebundene Leseexemplar!
*****

Sonntag, 5. März 2017

*Als die Sonne im Meer verschwand* erschienen im Diana-Verlag

                                                                 



                                                                         
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Buchdetails


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :18.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 11.10.2016
  • Verlag : Diana
  • ISBN: 9783453359147
  • Flexibler Einband 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch


Rezension

KLAPPENTEXT/INHALT: In einem malerischen Dorf (Beit Daras) in Palästina wachsen die Geschwister der Familie Baraka auf. Doch an einem Tag im Jahr 1948 geht ihre Kindheit jäh zu Ende. Israelische Soldaten stecken ihr Haus in Brand und zwingen sie gewaltsam zur Flucht. Nazmiyya versucht, dem Leid der Flüchtlingslager zu trotzen, Mamduh zieht bis ans andere Ende der Welt. Sie verlieren ihre Familie, ihre Heimat und einander – nie aber die Hoffnung. Und Hoffnung ist es auch, die sechzig Jahre später Mamduhs Enkelin aus Amerika nach Gaza führt …

MEINE MEINUNG:
Drei bis vier Generationen habe ich die Geschichte dieser zersprengten Familie in Flüchtlingsheimen ,Kinderheimen,Pflegefamilien, im Ausland, im Gaza-Streifen verfolgt. Der Roman war nicht immer einfach zu lesen, da von der Autorin sehr viele arabische Namen für Gefühlsbeschreibungen, Verwandtschaftsbeziehungen und Handlungen verwendet werden. Der Nahostkonflikt zwischen Palästinensern und Israelis wird sehr einseitig und mit  einem absoluten Feindbild, nämlich den Israelis, geschildert. Ohne das hinten im Buch stehende Glossar hätte ich mir auch kein gutes Bild des Geschehens vom Roman machen können. Ab der Mitte des Buches wurde es mir einfach zuviel. Zuviel beschriebene Grausamkeiten, zuviel Tod, zuviel Angst, zuviel Vertreibung, zuviel Demütigungen, zuviel aufeinander folgende Schicksalsschläge für die Familie, die neben Krieg, Flucht, Missbrauch, Verbannung, Gefangenschaft und Tod auch noch Krankheiten beinhalteten. Abmildernd wirken dann wieder die mystischen Erzählungen von Dschinns, Träumen und poetischen, blumigen Sätzen und kleinen Erzählungen am Beginn jedes neuen Kapitels . Die starken, einfachen Familiencharaktere der Frauen und die Beziehungen von Geschwistern, Eltern, Tanten, Onkel und Cousins zueinander werden herzlich und berührend beschrieben. Ein undurchdringliches Geflecht von Gefühlen und auch Abhängigkeiten der verschiedensten Familienmitglieder zueinander zeigt sich immer wieder beim Lesen. Die Autorin schreibt zwar flüssig und gut lesbar, aber durch immer wieder kehrende Zeitsprünge muss man sich im Kopf zusätzlich eine eigene Geschichte des Geschehens zusammenschreiben.
Diese Lektüre hat mein Herz sehr berührt und das Schlimme an diesem Roman:
Der Konflikt ist noch lange nicht beigelegt und alle Menschen leiden - auch die Israelis! Die Menschlichkeit und Menschenrechte werden mit Füssen getreten.


Vielen Dank an den Diana-Verlag und die Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplar. Ein gutes Buch, welches ich mit drei Sternen bewerten möchte.

Es muss doch Frühling werden,,,,

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß doch Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht,
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren!

Drum still, und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden,
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden:
Nur unverzagt auf Gott gebaut,
Es muß doch Frühling werden.
(1815 - 1884), deutscher Lyriker und Dramatiker

Samstag, 4. März 2017

*Die Frauen von La Principal* erschienen im Insel Verlag

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Meine derzeitige Lektüre, fesselnd, bildhaft beschrieben, romantisch, interessant . Der Roman spiegelt Frauenschicksale von drei Generationen auf einem Weingut in Spanien (Katalonien),,,eigentlich möchte ich, dass dieser Roman nicht endet.
So gut gefällt mir diese Heimat Geschichte,,,


                                                               REZENSION

INHALT:
Dieser wunderbare Roman erzählt die Familiengeschichte der Nachkommen des katalanischen Weingutbesitzer Andreu Roderich aus dem Dorf Pous , gelegen in der Abadia. Vier Söhne und die Tochter Maria gehören zur engeren Familie. Das Weingut *La Principal* vererbt Andreu überraschend seiner jüngsten Tochter Maria, entgegen allen Gepflogenheiten dieser Zeit, die es dann durch eigene Anstrengungen schafft, den Betrieb im ausgehenden 19. Jahrhundert mit eiserner Selbstdisziplin und strenger Hand zum Erfolg zu führen. Es ist noch eine Zeit, die stark vom patriarchalischem Gedankengut geprägt war. Maria hatte es als Frau nicht einfach und liess sich sich zum Beispiel in einer Sedia (Sänfte) zum Gottesdienst tragen und erlangte schliesslich den Respekt und Ehrerbietung als Herrin des Weingutes *La Principal* im Dorf Pous.
In diesen Jahren wurden viele Weingüter durch die grassierende Reblausplage vernichtet. Maria schaffte es, den wirtschaftlichen Ruin zu verhindern und vererbte das Gut an ihre Tochter, die zweite Maria. Diese lebte in der Zeit des spanischen Bürgerkriegs und der anschliessenden Franco-Diktatur. Der Roman entwickelt sich dann überraschend auch zu einem Krimi in Verbindung zu Homosexualität in der Gesellschaft, damals ein absolutes Tabu-Thema.
Auch die dritte Maria ist eine begabte Geschäftsfrau, lebt in den Nachkriegsjahren bis hinein in das 21. Jahrhundert und führt das Weingut mit Geschick und Erfolg weiter. 
Verwoben mit dem Leben dieser drei Frauen ist das Erleben und Handeln der Amme Ursula auf La Principal, die als Chronistin und Erzählerin in den verschiedenen Zeitsträngen des Romans auftritt. 

MEINE MEINUNG:
Die Weinberge , flirrende Hitze, ursprüngliche Dörfer, bodenständige Menschen und die alten Weingüter Katalonien, erzeugen eigene, bunte und lebhafte Bilder im Kopf beim Lesen dieses Romans über drei starke Frauengenerationen .Geschickt  und träumerisch lässt der Autor die alte Amme Ursula von den drei Marias erzählen. Am Anfang der Geschichte muss man ein wenig aufpassen um die Zeitstränge und die Maria’s nicht zu verwechseln. Aber der Autor hat die verschieden Zeiten und ihre Besonderheiten sehr gut und atmosphärisch dicht geschildert, so dass eine Vertauschung der Gestalten und Charaktere von Grossmutter, Mutter und Enkelin nicht passieren kann. Dieses Buch war ein sehr schönes Lesevergnügen, welches in einem ungewöhnlichem Rahmen gespielt hat. 
Seine Heimatliebe und Verbundenheit zu Katalonien hat Lluís Llach in den zwei Teilen des Romas begeistert eingebunden und er vermag den Leser damit zu fesseln. Emotionen werden toll rübergebracht, sei es von der *Alten* oder jungen Maria aus heutigen Jahren, die eine schöne Beziehung zum alternden Vater Lorenc pflegt und die Lebens-Geheimnisse ihrer Mutter und Grossmutter erfährt.
Der Roman ist so vielfältig, erzählt von Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern, enthält sehr viele gut beschriebene Nebenprotagonisten, dass man eigentlich nicht möchte , dass der Roman nun endet.

Herzlichen Dank an den Insel-Verlag und den Autor für die Bereitstellung des Leseexemplar. Ein grossartiges Buch, beurteilt mit fünf Sternen von mir.


Montag, 20. Februar 2017

Überleben,,,,

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Buchdetails

Ich überlebte diesen Familienroman an einem Wochenende, länger hätte ich es auch nicht ertragen ,,,,


                                         Rezension

INHALT:  Der Roman beschreibt die Lebensgeschichte einer jungen Frau mit Namen Jessica , geboren im Jahr 1987 unter witzigen Umständen. Nämlich in einer italienischen Trattoria , mitten im Gastraum , hinter der Theke.... sozusagen eine Sturzgeburt,,,, so würden es medizinische Fachleute vielleicht beschreiben.
 Der italienische Papa Renzo, Mama Tiziana und viele kuriose Freunde und Gäste der ehemals durch und durch schwäbischen Wirtschaft  begleiten die kleine Jessica liebevoll von diesem Tag an bis zum Erwachsenwerden,,,,, 

MEINE MEINUNG: Meine Meinung ist natürlich nie für alle Leser einsichtig, aber nach einigen Seiten fiel mir das Lesen sehr schwer. Es gibt Teile in diesem Roman mit einem witzigen und lustigem Schreibstil und man fühlt sich wie in einem Comic-Theater gefangen. Dann stockt man beim Lesen, muss sich jedes Wort erkämpfen und hat das Gefühl ein konstruiertes Wörter-Wirr-Warr zu erleben. Die Charaktere der Geschichte werden liebevoll und sehr witzig beschrieben, man kann sie gut wiedererkennen  als liebevollen Vater, besorgte Mama, nette Freunde und auch einige aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Es passiert nicht viel während dieser vielen Jahre, nur eben der normale Lebenswahnsinn. 
Trotzdem hat dieser Schreibstil für mich keine eigene Faszination entwickelt. Oder bin ich für Neues nicht mehr empfänglich? Ich weiss es nicht und ich möchte dieses Buch sicher nicht verschenken oder als Höhepunkt für mich bezeichnen. 
Eine Leseempfehlung mit zwei Sternen ist sicher und ich wünsche der Autorin mehr begeisterte Leser/rinnen. Ich war es jedenfalls nicht!
Herzlichen Dank an den Penguin-Verlag, Random House Group für die Bereitstellung des mit einem ansprechendem Cover versehene Leseexemplar.

Freitag, 17. Februar 2017

*Das Lied der Hugenotten* von Deana Zinßmeister, erschienen im GOLDMANN VERLAG



Wirklich grausam , was Menschen einander antun können! Im anzuklickenden Link die Hintergründe  des Buches. Fesselnd und ansprechend geschrieben, trotz der blutigen und widerlichen Thematik.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 16.01.2017
  • Verlag : Goldmann
  • ISBN: 9783442484096
  • Flexibler Einband 460 Seiten
  • Sprache: Deutsch

                                                                 REZENSION


INHALT: Wir tauchen ein in das Frankreich des 16. Jahrhundert  und schreiben das Jahr 1572. Es ist eine unruhige Zeit . Ganz Europa wird von religiösen Macht - und Glaubenskämpfen der Christenheit und seiner weltlichen Führer  heimgesucht, auch in Frankreich gibt es grosse Konflikte zwischen Katholiken und den Hugenotten. Jacon Desgranges, ein junger Glashüttenbetreiber  aus Paris hat es geschafft mit seinen vorzüglichen, künstlerischen  Arbeiten sogar den Königshof beliefern zu dürfen. Er ist ein fürsorglicher Familienvater, seine Frau Catherine erwartet ein Kind und der älteste Sohn Pierre ist fünf Jahre alt. Doch das Glück der jungen Hugenotten-Familie zerbricht in der sogenannten BARTHOLOMÄUSNACHT. Tausende Hugenotten werden von Katholiken in dieser Nacht grausam öffentlich verfolgt, vertrieben und ermordet . Auch Catherine befindet sich unter den Toten und die Werkstatt von Jacon wird erbarmungslos zerstört. Jacon sieht keine Zukunft mehr für sich, den Sohn Pierre und die neugeborene Tochter Magali in der Stadt. Er begibt sich auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise mit dem Ziel La Rochelle an der Atlantikküste, immer mit der Angst lebend, als Hugenotte im Land erkannt und verfolgt zu werden. In La Rochelle sollen Hugenotten ihren Glauben leben dürfen….

MEINE MEINUNG: Die Autorin hat einen sehr gut recherchierten, spannenden historischen Roman geschrieben. Sie beeindruckt mit einem flüssigen , leicht aufzunehmenden Schreibstil und einer klaren, eindeutigen Sprache. Ich wurde nicht durch zuviel ausführliches Fachwissen über die historischen Hintergründe dieses Religionskonfliktes gelangweilt. Wer mehr und ausführlichere Informationen darüber möchte, kann sich gerne über den untenstehenden, anzuklickenden Link informieren. Deana Zinßmeister hat geschickt fiktive Erlebnisse mit geschichtlichen Fakten verbunden. Das ausführliche Personenregister am Beginn des Buches ist sehr aufschlussreich und informativ. Geschichtlich verbürgte Persönlichkeiten wurden mit einem Sternchen gekennzeichnet. Sie hat ihren Roman in drei Zeitabläufe gegliedert und so die Flucht, das dörfliche  Leben im Verborgenen unter falschen Identitäten und den Neubeginn eines neuen Lebens geschildert. Auch zwei unterschiedliche Zeit - und Erzählstränge, das Leben von Olivier und der Familie Desgranges (Marty) hat sie fliessend zusammenlaufen lassen.
Manchmal hatte der Roman einige Längen beim Lesen, die sie mit zu vielen einfachen Schilderungen des Alltags der damaligen Zeit erzeugt hat. Für viele unbedarfte Leser von historischen Romanen ist das sicher spannend, ich hab es schon oft in anderen Büchern gelesen.
Ich möchte eine Leseempfehlung mit vier Sternen aussprechen und danke der Autorin und dem Goldmann-Verlag herzlich für das schöne Lesevergnügen. 






Mittwoch, 8. Februar 2017

*Wo die ungesagten Worte bleiben* Marie Jansen bei Blanvalet

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Sie bleiben tatsächlich verschwunden , die Worte . Ich bin auf Seite 100 und langweile mich immer noch. 
Das ist kein gutes Zeichen,,,,aber ich lese natürlich weiter,,,,auch Kritik muss man (Frau) verarbeiten.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.01.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 16.01.2017
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783734103247
  • Flexibler Einband 410 Seiten
  • Sprache: Deutsch
                                                                     REZENSION

INHALT:  Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, erstens in der jetzigen Zeit und dann während der deutschen Besetzung von Frankreich im 2. Weltkrieg.  Die junge Architektin Sabine bekommt von ihrem Chef einen Sanierungsauftrag  für ein altes Schloss in Frankreich. Dieses Anwesen liegt sehr abgelegen an einem See im sagenumwobenen Wald von Brocéliande , in der Bretagne. Während sie sich dort aufhält , Vermessungsarbeiten durchführt, den  attraktiven Schlossbesitzer Nicolas Geradin kennenlernt, findet sie in einem geheimen Keller unter der Treppe,  einen alten Koffer mit einem blutbefleckten Brautkleid und mehreren Filmrollen. Mit Hilfe und zusammen mit einem jungen französischen Gästeführer schauen sie sich die alten Filme an, die wohl im Jahr 1940 von der jungen Audrey gedreht worden sind. Es sind Filme ohne Ton….

Die zweite Zeitebene erzählt auf der Grundlage dieser Filmaufnahmen das Leben der Schlossbewohner, der Familie Perriéres , und der Menschen des Dorfes Paimpont während der deutschen  Besetzungszeit 1940 in Frankreich,,,,

MEINE MEINUNG: Während der ersten 100 Seiten habe ich mich schrecklich gelangweilt beim Lesen. Der zu der Zeit etwas einfach gehaltene Schreibstil der Autorin konnte mich weder für die  unscheinbaren Protagonisten, noch den Ablauf des Geschehens begeistern. Der Roman wurde erst interessanter, als die zweite Zeitebene während der deutschen Besetzung im Jahr 1940 ins Spiel kam und die junge Audrey mit dem deutschen Offizier Rudolf eine zarte Beziehung anknüpfte. 
Die schönen und romantischen Beschreibungen des geheimnisvollen Waldes von Brocéliande haben mich dann allerdings etwas versöhnt und ich konnte nun alles gut vor dem inneren Auge verfolgen. Der Schreibstil wurde lockerer, ausschweifender, bildhafter und hat sich mit schrecklichen Begebenheiten aus dieser Kriegszeit, wie Hunger, Hass auf die Besetzer, Geheimnissen  und Gräuel des  2.Krieges imposant eingeprägt. Die Autorin hat es aber auch noch solide und geschickt geschafft , Vergangenheit und Gegenwart mit den verschiedenen Protagonisten zu verknüpfen. 

Der Roman berührt schon allein durch den Schrecken, den das Nazi-Regime während des 2. Weltkrieg  in Europa und Frankreich verbreitet hat und auch durch die persönlichen Schicksalsverbindungen. Er ist eine Mahnung gegen Unmenschlichkeit, den Krieg und ein Plädoyer für Völkerverständigung und Frieden. Das hübsche Cover mit Schleife und Blume empfinde ich als nicht so passend für dieses Thema. Auch der Titel führt von der Aussage etwas in die Irre.
Aus all diesen Gründen möchte ich eine Leseempfehlung mit drei Sternen aussprechen.

Herzlichen Dank an die Autorin und die Random House Group für die Bereitstellung des Leseexemplar.