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Sonntag, 14. Juni 2026

*Wochenrückblick vom 8.6.-14.6.26*



 GETAN: Diese Woche war sehr turbulent gewesen  durch eine Reise nach Bayern mit  Familien - und Kinderbetreuung, lustige Biertests ;-)  und leider. viel Regen , der uns etwas in unseren Aktivitäten behindert hat. Aber es war trotzdem sehr schön, mit Erkenntnisreichen  Aktivitäten, wie einem Besuch im Dinosaurier Park Altmühltal. . Die Hin - und Rückreise mit jeweils fünf Stunden Autofahrt gestaltete sich etwas anstrengend.  

GEDACHT: Die Mentalität der Menschen  in Süddeutschland unterscheidet sich doch sehr von der Gemütsverfassung der Bevölkerung im Norden unseres Landes. 

GEÄRGERT: Da fällt mir nichts Wesentliches ein. 

GEFREUT: Über das rege Familienleben und drei neue Rezensionsexemplare vom Dumont Verlag *DER VERGESSENE WALD* IN EINER LESERUNDE BEI LOVELYBOOKS. Zwei Bücher aus dem Droemer - Knaur Verlag *DIE MITTERNACHTSREISE* von Matt Haig und *CODE NULL* von Florian Schwieger. Vielen lieben Dank dafür!

GESEHEN: Kein TV, nur einer Folge von *In aller Freundschaft* und Nachrichten aus aller Welt. 

GELESEN: Am Abend manchmal einige Seiten im neuen e-book Mattanza aus dem Mare Verlag.

 

Inhalt/Klappentext: Seit jeher bestimmen das Meer, der Wind und vor allem der Thunfisch das Leben auf der kleinen süditalienischen Insel Katria. Angeführt vom Raìs, gibt die Mattanza, der Höhepunkt des traditionellen Thunfischfangs, den Rhythmus der Insulaner vor. Doch nachdem der Enkel und letzte legitime Erbe des Raìs gegen alle Erwartungen als Mädchen geboren wird, muss Nora beweisen, dass sie auch als Frau die Traditionen ihrer Gemeinde wahren und ihrem Großvater nachfolgen kann.

Während sich die Welt um Katria immer schneller dreht, erreichen die ersten Wellen des Tourismus die Insel und schließlich auch der Strom an Menschen, für die dieses Stück Land das erste Stückchen Europa bedeutet. Der Wandel scheint unaufhaltsam und stellt Nora vor die Frage, wie weit sie zu gehen bereit ist, um ihre Traditionen zu schützen. 

Germana Fabiano, geboren 1971 in Palermo, lebt heute auf Sizilien und in Tübingen, wo sie ihre Arbeit als Autorin mit einer Dozentur für Menschenrechte an der Universität verbindet. 2009 veröffentlichte sie ihren Debütroman Balarm und wurde für eine ihrer Kurzgeschichten mit dem Colonna d’Eroma ausgezeichnet. Nach weiteren Publikationen ist Mattanza ihr erstes Buch, das auf Deutsch erscheint. 


https://www.mare.de/buecher/mattanza-670

Werbung, unbezahlt 



Dienstag, 9. Juni 2026

*Und dahinter das Meer* von Laura Spence-Ash - erschienen im Mare Verlag

*Unbezahlte Werbung, selbstgekauftes Buch*

Meine Meinung zum Buch: 

Die Wirren des Zweiten Weltkrieges erfassen im Jahr 1940 ganz Europa . Auch die in London lebende Familie Millie und Reginald Thompson, Eltern  der 11- jährigen  Bea erfahren die Schrecken der gefährlichen Luftangriffe. Es gibt die Möglichkeit Kinder aus den Großstädten aufs Land zu schicken oder sogar nach Amerika in die USA. Kurzerhand wird für Bea eine Schiffspassage gebucht und sie  bekommt einen Platz in einer Gastfamilie zugewiesen. Die Eltern Mr. und Mrs. G,  der Familie Gregory sowie deren Söhne William und Gerald nehmen sie liebevoll auf und versuchen ihr den Aufenthalt in einem fremden Land so angenehm wie möglich zu machen. Beas Mutter ist sehr unglücklich über diese Trennung, leidet unter dem  Verlust ihrer Tochter, doch ihr Ehemann und vernünftige Gründe überzeugen sie , der Reise zuzustimmen. Auch Bea möchte eigentlich nicht abreisen , doch sie muss sich fügen. 


Die Autorin hat in ihrem Schreibstil warmherzig, gefühlvoll und realistisch diese Situation für die Leser*innen erzählt. Die Emotionen der verschiedenen Protagonist*innen sehr sorgfältig ausgearbeitet und harmonieren überzeugend mit den unterschiedlichen Charakteren. Beas Erlebnisse während der Sommeraufenthalte auf einer kleinen Insel in Maine konnte man sehr gut nachvollziehen. Das Glück des perfekten Eingewöhnens erfährt sie während ihres  fünfjährigen Aufenthaltes bei der Familie Gregory in den USA. Eine zarte Liebe bahnt sich dort für Bea an. Die drei Jugendlichen sind unzertrennlich. Doch Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern quälen sie, zumal die Erinnerungen an Millie und Reginald immer mehr verblassen. Eine Rückkehr bleibt jedoch unausweichlich, und wir erfahren noch einiges über tragische und verbindende  Ereignisse in beiden  Familien während der nächsten Jahrzehnte. Dieser Teil des Romans ist nicht weniger emotional als der Aufenthalt in der Gastfamilie.

Dieses Buch ist eine schön erzählte Familiengeschichte,  verbunden vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, der allerdings im Buch eher als Nebenschauplatz erwähnt wird.

Eine Leseempfehlung mit fünf ***** Sternen gebe ich sehr gerne!

INHALT/KLAPPENTEXT: London 1940: Um ihre elfjährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teilt Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss ...

Laura Spence-Ash, 1959 geboren, studierte an der Rutgers University in Newark Creative Writing und lebt in New Jersey. Ihre Erzählungen sind in verschiedenen Literaturzeitschriften erschienen; für ihr Schreiben erhielt sie mehrere Stipendien. Ihr Debütroman Und dahinter das Meer wurde in den USA zum Bestseller und wird in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Claudia Feldmann studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seit mehr als zwanzig Jahren aus dem Englischen und Französischen. Unter anderem hat sie Eoin Colfer und Graeme Macrae Burnet und für mare zuletzt Julia R. Kellys Das Geschenk des Meeres (2025) ins Deutsche übertragen.


 
 
 

 

Sonntag, 7. Juni 2026

*Wochenrückblick* vom 1.6.-7.6.26



 

GETAN: Die vergangene Woche war gut gefüllt mit Lesen und dem Schreiben von zwei Rezensionen . Das Gartenwetter hat mich nicht mit Sonne verwöhnt, sondern Starkregen , Gewitter und Sturm haben sich abwechselnd die Hand gegeben ;-) . Ein nicht so befriedigender Arztbesuch hat meine Stimmung auch etwas runtergezogen. Das neue Thema heisst: Mehr Bewegung, weniger Süsses naschen ! Mal schauen wie ich das umsetzen werde. 

GEDACHT: Je älter man wird, desto schneller vergehen die Jahre.

GEÄRGERT: Über die Ablehnung der Mitgliedschaft  in den UN-Rat. Ist aber kein Wunder bei den wässrigen und schwammigen Aussagen unserer Politik zum Völkerrecht, den Kriegen u.s.w. 

GEFREUT: Ein  entspannter Friseurbesuch mit einem Plausch war eine nette Abwechslung im Alltag. Ich habe mich sehr über ein Buch gefreut, das  ich in einem Bücherschrank entdeckt habe mit dem Titel: Frauen, die schreiben, leben gefährlich von Stefan Bollman - mit einem Vorwort von Elke Heidenreich. Tatsächlich habe ich es vor 15 Jahren fast schon einmal kaufen wollen. Nun ist es per Zufall bei mir gelandet. 

GESEHEN: Im TV nichts Besonderes, nur deprimierende Nachrichten aus aller Welt. 

GELESEN: Siehe oben . Angefangen habe ich heute mit der Lektüre von * Und dahinter das Meer* von Laura Spence-Ash - erschienen im Mare Verlag, selbst gekauft!

Ich wünsch euch eine angenehme, etwas wärmere Woche mit Sonnenschein. 



Inhalt/Klappentext: London 1940: Um ihre elfjährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teilt Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss ...

Freitag, 5. Juni 2026

*Eine ganz besondere Reise* von Emma Heming Willis - erschienen im Kailash Verlag

 

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*

Meine Meinung zum Buch: Bruce Willis, der bekannte Schauspieler, musste seine Karriere im Jahr 2022 aufgrund einer dramatischen Erkrankung beenden. Die Diagnose lautete: Frontotemporale Demenz (FTD). Im Vordergrund dieser Erkrankung stehen tiefgreifende Wesensveränderungen, Persönlichkeitsstörungen, auffälliges Sozialverhalten und/oder gravierende Sprachprobleme.

In dem vorliegenden Buch seiner Ehefrau Emma Heming Willis wird die Geschichte vom Beginn der Diagnose bis zum völligen Ausbruch dieser Krankheit erzählt und erklärt. Die Krankheit ist nicht heilbar.
Das Buch liest sich sehr berührend. Emma Heming Willis, Mutter zweier gemeinsamer Mädchen mit dem erkrankten Vater und Ehemann, verbirgt ihre Emotionen nicht. Authentisch, offen und ohne Tabus schildert sie die Veränderungen im Familienleben, das Zurückstellen eigener Bedürfnisse – sei es Schlaf, Sport oder ganz normale Zusammenkünfte mit Familie und Freunden. Bruce Willis brachte aus erster Ehe drei Töchter in die neue Beziehung mit.
Die Autorin berichtet in einem liebevollen, sehr respektvollen und verständnisvollen Schreibstil von ihren persönlichen Erfahrungen. Immer wieder finden sich aufmunternde Bemerkungen für Leserinnen und Leser, deren Angehörige ebenfalls von dieser heimtückischen Krankheit betroffen sind. Die zahlreichen Kapitel bieten Lösungsansätze und Hilfestellungen für Betroffene. Es ist ein Ratgeber, der je nach Interesse und Bedürfnis entweder im Ganzen oder abschnittsweise gelesen werden kann.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung mit fünf Sternen aus. 

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.

Inhalt/Klappentext: Ein Mut-mach-Buch für alle, die demenzkranke Angehörige begleiten


An dem Tag, an dem bei Emmas Ehemann Bruce Willis eine frontotemporale Demenz diagnostiziert wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie fühlt sich völlig verloren und alleingelassen, vor allem von den Ärzten. Wie soll ihr Leben jetzt weitergehen? Wie kann sie sich bestmöglich um Bruce und gleichzeitig um ihre beiden kleinen Töchter kümmern?
Mit „Eine ganz besondere Reise“ hat Emma das Buch geschrieben, das sie sich selbst in dieser Situation gewünscht hätte: einen kompetenten "Reiseführer" für die große Herausforderung, die die Pflege eines Partners oder Angehörigen mit Demenz bedeutet. Dabei lässt sie uns an ihrem eigenen Weg und ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben: vom Umgang mit der Diagnose über die Bewältigung von Emotionen bis hin zur nötigen Selbstfürsorge. Zu all diesen Themen sucht sich Emma Rat bei weltweit führenden Experten und lässt diese aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse in das Buch miteinfließen.
Für Emma ist diese "Reise" auch deshalb so "besonders", weil sie eine Transformation erlebt und eine bis dahin nicht gekannte innere Stärke in sich findet. Mit diesem Buch schenkt sie Betroffenen – wie eine beste Freundin – seelischen Beistand und gibt ihnen das, was sie so dringend brauchen: Kraft, Mut, Hoffnung – und das Gefühl, nicht allein dazustehen.

Emma Heming Willis ist ein erfolgreiches ehemaliges Model und die Ehefrau von Bruce Willis. Seit bei ihm Ende 2022 Frontotemporale Demenz (FTD) diagnostiziert wurde, engagiert sie sich für die Aufklärung über Demenz und wurde zu einer leidenschaftlichen Stimme von Pflegepartner*innen und betroffenen Familien. Es ist ihr ein großes Anliegen, ihre Erfahrungen zu teilen und Pflegenden das Gefühl zu geben, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind. Emma und Bruce haben zwei gemeinsame Töchter.


Mittwoch, 3. Juni 2026

*SIEBECK EIN SATTES LEBEN* von Dr. Christoph Wirtz - erschienen im ZS Verlag der Edel Verlagsgruppe GmbH.

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*
                   Erschienen am 3.6.26


INHALT/KLAPPENTEXT:
Niemand schrieb in Deutschland je böser, witziger, eleganter über Essen und Trinken als Wolfram Siebeck – über großartige Restaurants und grauenvolle Kneipen, über die höchsten Höhen des Genusses und düsterste Abgründe deutscher Mehlschwitze. Als er 2016 starb, hatte er als Autor und Kolumnist Generationen von Lesern und Köchen geprägt und die Restaurantlandschaft verändert: stilistisch geschliffen, polemisch, amüsant. Christoph Wirtz, einer der „sprachgewaltigsten deutschen Gastrojournalisten“ (FAZ), setzt ihm zum 10. Todestag ein Denkmal: Als Porträt eines Mannes, dessen Leben als Kindersoldat an der Ostfront begann – und dann wie in einem Rausch zu den besten Restaurants von Paris, durch die Lavendelfelder der Provence und die elegantesten Hotels von London führte.

Dr. Christoph Wirtz schreibt seit über 20 Jahren über sämtliche Facetten der Genusskultur, veröffentlichte seine Texte als Autor, Kolumnist und ehemaliger Chefredakteur des Gault&Millau u.a. regelmäßig in der Welt am Sonntag, dem Stern oder dem Magazin Der Feinschmecker. Vermutlich wäre es ohne Wolfram Siebecks Bücher in der Bibliothek seiner Eltern nie dazu gekommen.


 Meine Meinung zum Buch: 

 In seiner Biografie widmet sich Dr. Christoph Wirtz der*Kritikerlegende des Kochens*  Wolfram Siebeck. Zahlreiche, oft humorvollen Anekdoten zeichnen Siebecks Werdegang und seine  Entwicklung zum einflussreichen Kochkritiker und Vermittler eines neuen Geschmackserlebnisses  der deutschen Küche nach. 

Seine schwierige Kindheit in einem typischen Arbeiter- Quartier des Ruhrgebiets, seine Zeit im zweitenWeltkrieg an der Ostfront sowie  seine beeindruckende Karriere als Buchautor, jahrzehntelanger Kolumnist grosser Wochenzeitschriften wie *Die Zeit* und anderer Medien, werden vom Autor Dr. Wirtz lebendig und lebensnah dargestellt. 

Anlässlich des 10. Gedenktages von Wolfram Siebeck hat der Autor diese lebendig geschriebene, sehr treffende Biografie verfasst. 

Wolfram Siebeck war zeitlebens  von der französischen Kochkultur inspiriert  und integrierte viele dieser Aspekte in seine neuen Rezepte und Anregungen für althergebrachte Gerichte. Sein oberstes Anliegen für eine gelungene Küche war die Verwendung von erstklassigen, frischen Produkten und deren sofortiger Verarbeitung. 

Er pflegte Kontakte zu vielen zeitgenössischen Köchen, Restaurants und Winzern  und informierte sich beständig , am liebsten vor Ort. Seine unabhängige Meinung, die oft abseits des Mainstreams lag, brachte ihm auch viel Kritik ein  - sowohl  von Fachleuten als auch von  der allgemeinen Leserschaft. Mit seiner bissigen und gelegentlich etwas arroganten Haltung gegenüber den Geschmacks - und Kochgewohnheiten  der Deutschen  verärgerte er viele Menschen  und zog sich deren Unmut zu.

Dieses Buch bietet  einen tiefen Einblick in die berufliche Entwicklung und Karriere mit all seinen Höhen und Tiefen eines aussergewöhnlichen Lebens, geprägt von Höhen und Tiefen, Kochen und gutem Genussessen. 

Ich gebe gern eine absolute Leseempfehlung mit Fünf ***** STERNEN.

Vielen Dank an den Autor und Verlag  für das mit interessanten Fotos ausgestattete Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen einer Leserunde auf der Plattform https://www.lovelybooks.de erhalten habe. 

 




Sonntag, 31. Mai 2026

*Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Rezensionsexemplar, unbezahlte Werbung*

Meine Meinung zum Buch:

Zwei Orte, einer in Deutschland und einer in Österreich gelegen, durch einen Fluss, die SALZACH getrennt, spielen in dieser tragischen Geschichte  eine entscheidende Rolle. Wir befinden uns kurz vor dem 1. Weltkrieg (1914-1918) . Die Menschen beider Länder führen ein harmonisches und friedliches Leben miteinander. Durch Handel, familiäre Verbindungen im bäuerlichen Leben schufen sie enge und liebevolle Beziehungen zueinander. Der Fluss Salzach als Hindernis wurde kaum beachtet, denn es es gibt ja den FÄHRMANN, der bei Tag und Nacht, in Notsituationen durch seine Tätigkeit mit der Holzfähre den Menschen beider Länder zur Seite stand. Sein gefährlicher und wichtiger Beruf ist einigen gesellschaftlichen Regeln unterworfen. So war es ihm beispielsweise verboten eine Familie  zu gründen , da diese bei einem Unglück des Fährmannes auf dem Wasser mittellos dastehen würde. 

Drei reizende kleine Kinder, der Hannes, die Elisabeth und die Annemarie spielen oft gemeinsam am Fluss mit ihren Puppen. Sie kennen die Gefahr des Wassers noch nicht, sind eng befreundet. Es passiert noch kein Unglück. Diese Freundschaft wird sie ein Leben lang begleiten, halten, aber auch mit dramatischen Ereignissen im Erwachsenen-Leben prüfen. Über allem lag das Murmeln des Flusses mit seinem sanften Fließen, den stürmischen Wellen im Winter,  bei Gewitter und Hochwasser die Begleitmusik dazu.

 Der nun erwachsene Fährmann Hannes ist der tragende Protagonist in diesem Roman. Als sechsjähriger Bub fällt er in die Salzach im Beisein seines Onkel Georg. Er war der damalige Fährmann. Hannes erkrankt lebensbedrohend, kämpft um sein Leben, begleitet von guten  Genesungswünschen der Menschen beider Orte des Flusses. Sein Schicksal steht fest nach der Genesung. Er wird als Fährmann ein einsames Leben in vererbter  Familientradition in der nächsten Generation weiterführen. Seine beiden Freundinnen Elisabeth und Annemarie, die auf der deutschen Seite des Flusses leben, werden mit tragischen Schicksalsentwicklungen in der Liebe, Ehe, auch während und nach dem Krieg konfrontiert. Elisabeth führt auf dem Steiner Hof ein hartes, arbeitsreiches und liebloses Leben. Der Annemarie ergeht es in der Liebe nicht viel besser. Sie muss schon als Kind im Wirtshaus der Eltern helfen und ist aufdringlichen, betrunkenen Männern von klein auf  hilflos ausgeliefert. Der liebenswerte und gutmütige  Hannes steht als feste, zuverlässige Bezugsperson zu den beiden Frauen und hilft in vielen Situationen. Doch wenn zwei Frauen denselben Mann lieben , kann viel passieren,,,,,, 

Dieser Roman hat mich durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin magisch angezogen.  Die Autorin schreibt intensiv,  eindringlich in einem österreichisch-bayrischen Dialekt, der damaligen Ausdrucksweise gut angepasst. Dennoch ist sie klar und verständlich zu verfolgen. Meine Gefühle während des Lesens wechselten laufend zwischen Glückseligkeit, tiefer Traurigkeit, dramatischem Entsetzen, Fassungslosigkeit ob der Brutalität  und des Hasses von Menschen aufeinander, hin und her. Dieses Wechselbad der Gefühle war schwer auszuhalten und an Spannung kaum zu überbieten. Die damalige gesellschaftliche Rolle der Frauen bereitete mir besondere Sorge. Brutalität, wenig Wertschätzung im bäuerlichen Umfeld waren an der Tagesordnung. Das patriarchaisch geprägte Weltbild sowie die politische Meinung der damaligen Zeit hat ein Übriges dazu getan. Angst, Hass und die Verzweiflung der Frauen hat die Autorin eindrücklich und kraftvoll in ihrem Werk dargestellt. Der 1. Weltkrieg  stürzte die Menschen beider Länder in unvorstellbares Leid und Armut. Die Frauen hatten nun die doppelte Arbeit auf den Höfen zu erbringen, gewannen dadurch aber auch  eine neue Selbständigkeit und Selbstvertrauen. Ihre poetische Seite beim Schreiben hat die Autorin in den wunderschönen Ausführungen des Flusses Salzach und des Wassers bewiesen.

 Sehr gern gebe ich eine uneingeschränkte  Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN für diesen aufwühlenden und tiefgründigen Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 


INHALT/KLAPPENTEXT: Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer. 



 

Donnerstag, 21. Mai 2026

ICH BIN LESEND UNTERWEGS IN *Der Fährmann* von Regina Denk - erschienen im Droemer Verlag

*Werbung, unbezahlt Rezensionsexemplar


Ich bin lesend unterwegs in obigem Buch auf Seite 67 und schon in einem Lesesog gefangen. Der Schreibstil passt sich der bayrisch-österreichischen Ausdrucksweise an, allerdings nicht so intensiv wie im ersten Roman *Die Schwarzgeherin* der Autorin.  Man fühlt sich sofort mit den vergangenen Zeitrahmen verbunden. Das liegt sicher auch den Überschriften der 23 Kapitel mit Jahresdatum , Name und Alter der jeweiligen Protagonist*innen. Es ist ein fiktiver Heimatroman mit bäuerlichen Hintergründen, die man in heutiger Zeit kaum mehr finden kann. Eine aus Holz gefertigte Fähre nur mit händischer Kraft über einen Gebirgsfluss zu leiten gehört der Vergangenheit an,,,,, 


 Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

https://www.droemer-knaur.de/buch/regina-denk-der-faehrmann-9783426566282

 
Ich wünsche ein schönes und vor allem sonniges Pfingstfest !




Mittwoch, 20. Mai 2026

*Moonfleet* von John Meade Falkner - erschienen im Unionsverlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*
 

INHALT/KLAPPENTEXT:

Der Waisenjunge John Trenchard wächst in einem Schmugglernest namens Moonfleet auf. Die Leute im Dorf erzählen sich, der Kirchhof werde vom Geist des berüchtigten Colonel Mohune heimgesucht, der dort vor seinem Tod einen Schatz versteckt hat. Durch einen Zufall entdeckt John die Familiengruft der Mohunes, die auch Schmugglern als Versteck dient. Im Sarg des Colonels findet er ein Amulett mit einem rätselhaften Pergament, von dem er sich Aufschluss über den Verbleib des Schatzes erhofft. Zusammen mit Elzevir Block, dem Anführer der Schmugglerbande, macht er sich auf, den Schatz zu heben. Aber ihr tollkühner Plan birgt manche Gefahr, und mehr als einmal setzen die beiden ihr Leben aufs Spiel.

Einer der berühmtesten Abenteuerromane der Literaturgeschichte, in neuer Übersetzung zu entdecken. 

Autor: John Meade Falkner (1858–1932), geboren in der Grafschaft Wiltshire, war Autor, Antiquar und Unternehmer. Nach dem Studium in Oxford arbeitete er zunächst als Lehrer, unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa und fand anschließend Anstellung als Privatlehrer im Hause eines Waffenfabrikanten. Später trat er in dessen Unternehmen ein und leitete es von 1915 bis 1926. Anschließend wurde er Honorarprofessor für Paläografie. Falkner veröffentlichte drei Romane, mehrere Reiseführer und eine Geschichte der Grafschaft Oxfordshire.

Übersetzer: Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Politische Wissenschaften und Geschichte. Nach Aufenthalten in Rom und Amsterdam lebte er von 1986 bis 1999 in Paris. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller und Übersetzer u. a. der Werke von Marcel Proust, John Dos Passos, Graham Greene und Paul Bowles. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, etwa 2008 als Mainzer Stadtschreiber und 2016 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Gesamtwerk.

Verlagslink   


Meine Meinung zum Buch: 

Der Autor entführt uns ins 18. Jahrhundert an die malerische Südküste Englands. Kleine Dörfer und versteckte Höhlen an einsamen Sandstränden boten damals den Schmugglern ausreichend Unterschlupf, um ihre kostbaren Genusswaren wie Alkohol, Tee und Tabak heimlich bei Nacht über das Meer und an den Steuerbehörden vorbei an Land zu schaffen.

In dem kleinen Dorf Moonfleet lebt der Waisenjunge John Trenchard bei seiner strengen Tante. Er ist ein unternehmungslustiger und neugieriger Junge, der gerne im Dorf, auf dem Friedhof und an der Meeresküste umherstreift und nach vermeintlichen Abenteuern Ausschau hält. Zufällig beobachtet er Schmuggler bei ihren Touren und gerät dabei auf einem unheimlichen alten Friedhof in Lebensgefahr. Der Schankwirt des Dorfes, Elzevir Block, rettet ihm das Leben und kümmert sich fortan um den Jungen. In der jahrhundertealten Schänke hört der junge John von den Seeleuten so manche alte Legende, wie auch die Geschichte eines verschwundenen alten Schatzes. Es soll ein strahlender Diamant sein, der allerdings von einem Fluch belegt sein soll, für den der vor hundert Jahren verstorbene Colonel Mohune verantwortlich gemacht wird.

Falkner lässt in seinem Roman den jungen John in der Ich-Form von seinen Gedanken und Abenteuern erzählen, die er mit seinem väterlichen Freund und Beschützer Elzevir Block erlebt. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese vielfältigen Erlebnisse und die Suche nach dem Schatz nicht näher erwähnen, aber sie enthalten alles, was man sich aus dem Genre des klassischen Abenteuerromans nur wünschen kann. Das Buch liest sich geschmeidig und spannend und fesselt durch die neue Übersetzung, die Michael Kleeberg unserem heutigen Sprachverständnis angepasst hat. Es ist fast ein „Coming-of-Age“-Roman vor einem historischen Hintergrund. Das Buch ist für jedes Lesealter geeignet (ab 15 Jahren). Der Roman erzählt mitreißend und empathisch zusätzlich die persönliche Entwicklung des Jungen John Trenchard über Jahre hinweg zum erwachsenen Mann.

Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN.

Herzlichen Dank an das Team des Union Verlags für die Zusendung des Rezensionsexemplar.