Meine Meinung zum Buch:
Die Wirren des Zweiten Weltkrieges erfassen im Jahr 1940 ganz Europa . Auch die in London lebende Familie Millie und Reginald Thompson, Eltern der 11- jährigen Bea erfahren die Schrecken der gefährlichen Luftangriffe. Es gibt die Möglichkeit Kinder aus den Großstädten aufs Land zu schicken oder sogar nach Amerika in die USA. Kurzerhand wird für Bea eine Schiffspassage gebucht und sie bekommt einen Platz in einer Gastfamilie zugewiesen. Die Eltern Mr. und Mrs. G, der Familie Gregory sowie deren Söhne William und Gerald nehmen sie liebevoll auf und versuchen ihr den Aufenthalt in einem fremden Land so angenehm wie möglich zu machen. Beas Mutter ist sehr unglücklich über diese Trennung, leidet unter dem Verlust ihrer Tochter, doch ihr Ehemann und vernünftige Gründe überzeugen sie , der Reise zuzustimmen. Auch Bea möchte eigentlich nicht abreisen , doch sie muss sich fügen.
Die Autorin hat in ihrem Schreibstil warmherzig, gefühlvoll und realistisch diese Situation für die Leser*innen erzählt. Die Emotionen der verschiedenen Protagonist*innen sehr sorgfältig ausgearbeitet und harmonieren überzeugend mit den unterschiedlichen Charakteren. Beas Erlebnisse während der Sommeraufenthalte auf einer kleinen Insel in Maine konnte man sehr gut nachvollziehen. Das Glück des perfekten Eingewöhnens erfährt sie während ihres fünfjährigen Aufenthaltes bei der Familie Gregory in den USA. Eine zarte Liebe bahnt sich dort für Bea an. Die drei Jugendlichen sind unzertrennlich. Doch Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern quälen sie, zumal die Erinnerungen an Millie und Reginald immer mehr verblassen. Eine Rückkehr bleibt jedoch unausweichlich, und wir erfahren noch einiges über tragische und verbindende Ereignisse in beiden Familien während der nächsten Jahrzehnte. Dieser Teil des Romans ist nicht weniger emotional als der Aufenthalt in der Gastfamilie.
Dieses Buch ist eine schön erzählte Familiengeschichte, verbunden vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, der allerdings im Buch eher als Nebenschauplatz erwähnt wird.
Eine Leseempfehlung mit fünf ***** Sternen gebe ich sehr gerne!
INHALT/KLAPPENTEXT: London 1940: Um ihre elfjährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teilt Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss ...
Laura Spence-Ash, 1959 geboren, studierte an der Rutgers University in Newark Creative Writing und lebt in New Jersey. Ihre Erzählungen sind in verschiedenen Literaturzeitschriften erschienen; für ihr Schreiben erhielt sie mehrere Stipendien. Ihr Debütroman Und dahinter das Meer wurde in den USA zum Bestseller und wird in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Claudia Feldmann studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seit mehr als zwanzig Jahren aus dem Englischen und Französischen. Unter anderem hat sie Eoin Colfer und Graeme Macrae Burnet und für mare zuletzt Julia R. Kellys Das Geschenk des Meeres (2025) ins Deutsche übertragen.
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