Montag, 30. September 2019

*Gelateria Paradiso* von Stefanie Gerstenberger, erschienen im Diana Verlag

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ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-29217-8
Erschienen am  08. April 2019

Die Autorin: Stefanie Gerstenberger, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u. a. auf Elba und Sizilien. Nach einigen Jahren als Requisiteurin für Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihr erster Roman «Das Limonenhaus» wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von »Magdalenas Garten«, »Oleanderregen«, »Orangenmond«, »Das Sternenboot« und »Piniensommer«. Die Autorin wurde mit dem DELIA-Literaturpreis ausgezeichnet und lebt mit ihrer Familie in Köln.

INHALT/KLAPPENTEXT: Venezien, 1964: Der junge Italiener Lucio macht sich auf den weiten Weg nach Deutschland. Fern der Heimat verwirklicht er sich seinen Traum: eine eigene Eisdiele. Und schon bald findet er auch die Liebe in der kalten Fremde. Doch in Italien wartet seine Verlobte auf ihn.
Bergisches Land, 2018: Bei der Auflösung der alteingesessenen Gelateria Paradiso trifft Susanne auf die elegante Italienerin Francesca. Überraschend werden die beiden so unterschiedlichen Frauen damit konfrontiert, dass sie Halbschwestern sind. 
Zwei Schwestern, die für Jahrzehnte getrennt waren, decken das Geheimnis ihres Vaters auf. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt in Italien.
Zwei Schwestern, eine Eisdiele und ein Familienschicksal
Gelateria Paradiso: Ein junger Italiener verwirklicht seinen Traum fern der Heimat
Venezien 1964: Eine große deutsch-italienische Familiengeschichte beginnt

Meine Meinung: Ich hatte von diesem Buch eine  lebendige, schöne Familiengeschichte, sprühend voll von italienischem Charme und Lebensart erwartet, wurde leider etwas enttäuscht. Der ansprechende Klappentext hatte wohl falsche Erwartungen in mir erweckt, wie auch das sehr schön gestaltete Cover.  Der Schreibstil der Autorin liest sich zwar angenehm und leicht und doch waren über 400 Seiten in diesem Schreibstil  schwer zu ertragen. Vielleicht hängt mein Mißmut auch mit der Charakter-Gestaltung der beiden Halbschwestern zusammen. Francesca , ihr Verhalten, ihre Lebenseinstellung zum Lügen, ihre Geltungssucht empfand ich als unerträglich, kaltherzig und sehr lebensfern. Auch ihre Halbschwester  Susanne konnte mich nicht begeistern und in die Geschichte hineinziehen. Beide Frauen hatten zwar eine schwierige Kindheit, aber das entschuldigt für mich gar nichts. 

Ich habe schon einige Romane über Gastarbeiterkinder Schicksale gelesen , die mich sehr berührt hatten. Vielleicht habe ich diesen oberflächlichen Roman zu sehr mit diesen anderen anspruchsvolleren Lektüren verglichen. Sicher ist dieses Buch nett und leicht als Wohlfühl Roman zu geniessen und findet bestimmt auch zufriedene Leser*rinnen. Für mich war es nicht die passende Lektüre. 

Meine Bewertung: Zwei ** Sterne, da mich dieses Buch leider nicht begeistern konnte!

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das freundlicherweise zugesandte Rezensionsexemplar. 

Dienstag, 17. September 2019

*Graue Bienen* von Andrej Kurkow, erschienen im Diogenes Verlag


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Hardcover Leinen
448 Seiten
erschienen am 01. August 2019

978-3-257-07082-8

Verlagsinfo

Der Autor Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen (er spricht insgesamt elf Sprachen), war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Sein Roman ›Picknick auf dem Eis‹ ist ein Welterfolg. Kurkow lebt als freier Schriftsteller in Kiew und arbeitet auch für Radio und Fernsehen.

Inhalt/Klappentext: Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung und wunderbare Produktivität. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen in eine Gegend bringen, wo sie wieder in Ruhe Nektar sammeln können.


Meine Meinung: Sergej ist ein völlig unpolitischer Invalide und einfacher Mensch mit einer Staublunge, der eigentlich nur für seine Bienen da sein möchte, nachdem Frau und Tochter ihn verlassen haben. Aber er hat Pech. Er lebt in der *Grauen Zone* , dem Niemandsland zwischen zwei kämpfenden Kriegsparteien. Zurückgeblieben, nur die Gesellschaft seines *Feindfreundes* Paschka aus der Kinderzeit bietet ihm etwas Abwechslung. Alle anderen Bewohner des Dorfes sind vor den Kriegswirren geflüchtet.

Zitat Seite 228 : " Interesse hatten die Bienen nur eines - Honig zu sammeln."


Der ruhige und bedächtige Schreibstil des Autors führt in eine völlig fremde  und einfache Welt. In das Leben eines Mannes, für den nur eines wichtig ist. Das Überleben seiner geliebten Bienen in diesen täglichen Kriegswirren, die aus Einsamkeit, vielen Entbehrungen und doch auch kleinen Alltagsfreuden bestehen. Zum Beispiel wenn Paschka am Gartentor auftaucht, zu einem Tee oder Wodka , meist beidem, zu einem Schwätzchen bleibt. Lange begleitet der Leser diese beiden Männer, ohne sich zu langweilen. Es ist eine unbekannte Welt ohne Strom, TV, Nachrichten, voller Entbehrungen und ohne ein typisches Dorfleben. Nur der Gefechtsdonner und einzelne Granat-Einschläge schrecken die Männer - und die Leser*innen auf!


Doch plötzlich verwandelt sich der Roman in ein aufregendes Roadmovie, quer durch die Ukraine bis auf die Krim. Sergej geht auf eine unvorhersehbare Reise mit seinem  Auto, dem grünen Schiguli und dem Bienenanhänger. An jeder Passierstelle muss er sich ausweisen, gerät in den Einflussbereich unterschiedlicher politischer Parteien, findet Zuflucht und Zuneigung bei der Ladenbesitzerin Galja, fährt tatsächlich bis auf die Krim um einen Bienenfreund aus früheren , besseren Zeiten zu besuchen. 

Die Atmosphäre in diesem Buch lebt von den inneren Eindrücken und Gedanken des Sergej, die er sich über die Obrigkeit, das Leben, die unterschiedlichsten Menschen und nicht zuletzt über die Ordnung seiner Bienen als Staat macht, die er der menschlichen Gesellschaft immer vorzieht. Er liebt sie, sie heilen ihn, sie sprechen zu ihm . Sie sind die wahren Kommunisten - glaubt er. Dieses Buch verzaubert, trotz des ernsten, aktuellen Kriegshintergrundes. Vor allem durch die Schilderung der menschlichen Begegnungen des Sergej in der Ukraine und auf der Krim , und von seinen Bienen, die jedes Abenteuer tapfer miterleben, immer bis zur nächsten Bienenweide........

 Ein kleiner, heller Hoffnungsschimmer auf baldige Beruhigung und Verbesserung der allgemeinen politischen Lage bleibt beim Leser nach dem Genuss dieses interessanten und grossartigen Roadmovies zurück. Und das ist gut so.  

Meine Bewertung : FÜNF ***** Sterne für diesen grossartigen Roman!

Danke an den Autor und den Diogenes Verlag für dieses Leseerlebnis!   



Dienstag, 10. September 2019

*DAS GEHEIME BAND ZWISCHEN MENSCH UND NATUR* von Peter Wohlleben, erschienen im Ludwig Verlag

*Werbung, unbezahlt*
ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-453-28095-3
Erschienen am  12. August 2019

Infos zum Buch !

Der Autor: Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, studierte Forstwirtschaft und leitet heute eine Waldakademie in der Eifel. Er ist häufig Gast in TV-Sendungen, hält Vorträge und Seminare und ist Autor von Büchern zu Themen rund um den Wald und die Natur. Mit seinen Bestsellern "Das geheime Leben der Bäume", "Das Seelenleben der Tiere" und "Das geheime Netzwerk der Natur" hat er Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Für seine emotionale und unkonventionelle Wissensvermittlung wurde ihm 2019 die Bayerische Naturschutzmedaille verliehen.


Inhalt/Klappentext: Wie sehr sind wir überhaupt noch mit der Natur verbunden? Peter Wohlleben ist überzeugt: Das Band zwischen Mensch und Natur ist bis heute stark und intakt, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind: Unser Blutdruck normalisiert sich in der Umgebung von Bäumen, die Farbe Grün beruhigt uns, der Wald schärft unsere Sinne, er lehrt uns zu riechen, hören, fühlen und zu sehen. Umgekehrt reagieren aber auch Pflanzen positiv auf menschliche Berührung. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und seiner eigenen jahrzehntelangen Beobachtungen öffnet uns Peter Wohlleben die Augen für das verborgene Zusammenspiel von Mensch und Natur. Er entführt uns in einen wunderbaren Kosmos, in dem der Mensch nicht als überlegenes Wesen erscheint, sondern als ein Teil der Natur wie jede Pflanze, jedes Tier. Und er macht uns bewusst, dass es in unserem ureigenen Interesse ist, dieses wertvolle Gut zu bewahren.


Meine Meinung: Der Autor Peter Wohlleben und seine Bücher, ich kenne all drei Vorgängerlektüren, gehört für mich mit seinen Themen zu den wichtigsten Sachbuch-Autoren unserer Zeit. Sein Plädoyer für den ursprünglichen Wald, den Urwald, der ja heute in dieser Form gar nicht mehr existiert, kommt zur richtigen Zeit. Der Klimawandel bedroht global gesehen jeden Menschen und wir müssen diese bittere Erkenntnis endlich verinnerlichen. Aber welches sind die richtigen Massnahmen um eine Katastrophe zu verhindern, oder zumindest abzumildern?


Der Autor und Wissenschaftler gibt uns , dem normalen Leser, in seinen neuen Ausführungen viele gewinnbringende Antworten in einem flüssigen und angenehmen Schreibstil und Plauderton.  In seinem Buch wirbt er mit seinen populärwissenschaftlichen, verständlichen Ausführungen, die wissenschaftlich begründet sind,  für mehr Empathie und Verständnis der Menschen für den Wald. Dreihundert Jahre Abholzung und  wiederholte Aufforstungen mit einseitigen Plantagenwäldern zur Holzgewinnung haben jahrhundertelang genug Schaden angerichtet. Der Wald und seine Bäume können als langsam wachsendes Ökosystem mit dem rasenden Klimawandel leider nicht mithalten. Bäume und Wälder bräuchten Jahrtausende um sich den neuen Wetterbedingungen anzupassen und/oder anderen Pflanzen - und Baumarten neuen Lebensraum bereitzustellen. Im Wald spazieren, heute auch gern *Waldbaden* genannt, gibt uns, unserer Seele Ruhe, Zufriedenheit und schenkt zudem körperliches Wohlbefinden. Wir brauchen den Wald und seine Bäume zur Sauerstoffversorgung und für unser Klima. Der Wald braucht uns Menschen eigentlich nicht. Er wird auch ohne unsere Spezie auf irgendeine Art weiter gedeihen und wachsen, wie es schon seit Jahrmillionen Jahren gewesen ist. 


Warum nicht einfach den Wald wachsen lassen , wie er möchte?Zumindest auf grösseren ausgewiesenen Flächen. Einen sogenannten Urwald, sich selbst vom Wald erschaffen lassen. Keine Neupflanzungen oder Abholzungen mehr in grossem Umfang. Bäume und Arten werden dort gedeihen, wo sie passende Standorte finden. Das ist seine vernünftige Fragestellung und gleichzeitig eine mögliche Antwort. Der Autor beschreibt und schildert diese Probleme eindringlich und macht dem Leser mit wissenschaftlichen Argumenten klar, dass auch ein grösserer Verbrauch von Holz keine Lösung aller Umweltprobleme sei, sondern die CO 2 Krise noch verschärfen würde. Eine befriedigende Antwort und/oder Lösung kann uns dieses Buch natürlich auch nicht schenken, denn das würde das Thema ins Unendliche ausweiten und den Rahmen sprengen. 

Für mich war diese Lektüre ein grossartiges populärwissenschaftliches Aufklärungsbuch, dem ich gerne FÜNF ***** Sterne und eine absolute Leseempfehlung gebe.

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplar!





Montag, 2. September 2019

*Washington Black* von von Esi Edugyan, erschienen im Eichborn Verlag

EICHBORN
HARDCOVER
SONSTIGE BELLETRISTIK
512 SEITEN
ALTERSEMPFEHLUNG: AB 16 JAHREN
ISBN: 978-3-8479-0665-0
ERSTERSCHEINUNG: 30.08.2019

Info zum Buch und Verlag!
*Werbung, unbezahlt*

Die AUTORIN
ESI EDUGYAN lebt in Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia. Washington Black ist ihr dritter Roman und wurde von Publikum und Kritik gefeiert. Er stand auf der Shortlist für den Man Booker Prize 2018 und wurde mit dem Giller Prize ausgezeichnet.

Inhalt/Klappentext: Die Flucht ist nur der Anfang

Barbados, 1830: Der schwarze Sklavenjunge Washington Black schuftet auf einer Zuckerrohr Plantage unter unmenschlichen Bedingungen. Bis er zum Leibdiener Christopher Wildes auserwählt wird, dem Bruder des brutalen Plantagenbesitzers. Christopher ist Erfinder, Entdecker, Naturwissenschaftler – und Gegner der Sklaverei. Das ungleiche Paar entkommt in einem selbst gebauten Luftschiff von der Plantage. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht, die die beiden um die halbe Welt führen wird. Eine Geschichte von Selbstfindung und Verrat, von Liebe und Erlösung. Und eine Geschichte über die Frage: Was bedeutet Freiheit? 

Meine Meinung: 

Barbados im Jahre 1830 . Die Begebenheiten und Lebensumstände der Sklaven auf einer Zuckerrohr Plantage werden im ersten Teil des vierteiligen Buches drastisch und schonungslos dargestellt. Brutale körperliche und psychische Gewalt gegen die farbigen, abhängigen Sklaven sind an der Tagesordnung. Das Leben des Jungen *Washington Black* wird dennoch behütet von einer starken Frau mit dem Namen Big Kit, bis zu dem Augenblick, indem das Kind in das Herrenhaus geholt wird. Es geht ihm gut bei seinem Besitzer Christopher Wildes und er lernt sehr viel, sogar mit viel Mühe ein wenig Lesen und Schreiben. Doch sein grösstes Talent ist das Zeichnen und Darstellen des Lebens um ihn herum. Christopher, (Titch) genannt, erkennt das und fördert dieses Talent des Jungen. Er mag ihn und ist gegen die Sklaverei seiner Zeit. Dieser erste Teil des Buches hat mich unglaublich gefesselt und wenn ich oben vom *Besitzer* geschrieben habe, krampft sich beim Lesen dieses Begriffes immer wieder mein Herz zusammen vor Entsetzen. Die Autorin hat Washington Black als Ich-Erzähler sein Leben von klein auf erzählen lassen mit beeindruckenden Kopfbildern, die sich durch ihren packenden und bunten Schreibstil entwickelt haben. 


Der Ich-Erzähler *Washington Black* erstaunte mich allerdings öfter durch seinen immerwährenden Gleichmut und seine Sichtweise der Dinge, die manchmal etwas monoton erschien und sich oft wiederholte. Die Glaubwürdigkeit des Erzählstil zu Beginn der Geschichte wird längst nicht durchgehalten bis zum Ende des Buches. Merkwürdig fand ich, dass er nie richtig lesen und schreiben gelernt hat, sich aber aber dennoch schriftlich und mündlich mit vielen Wissenschaftlern ausgetauscht haben soll. Dieser Roman erschien mir manchmal wie ein erfundenes, fiktives Märchenleben und ich konnte zu vielen wichtigen Protagonisten keine wirkliche Lesebeziehung aufbauen, da ich nicht viel aus deren Vergangenheit und von ihren Charakteren erfuhr. 


Die anderen Teile des Buches führen den Leser und die Hauptprotagonisten in die Arktis, Nova Scotia und bis nach England. Betroffen hat mich die immer zu Tage tretende, durchscheinende psychische Abhängigkeit  von *Wash* zu seinem *Herrn* Titch. Doch Titch verlässt ihn irgendwann, schenkt ihm seine angebliche Freiheit, was allerdings nicht stimmt! *Wash* leidet durch diesen Verlust der emotionalen Liebe und Geborgenheit seines Herrn und Freundes. Er wird durch die Welt gejagt von einem Sklavenfänger. Ein jahrelanger Alptraum für ihn beginnt. Als entlaufener Farbiger ist er gebrandmarkt für sein Leben, untrüglich gekennzeichnet durch eine schreckliche Verstümmelung des Gesichts durch einen tragischen Unfall auf Barbados in seiner Kindheit durch den *Wolkenkutter*, einem erfundenem Fluggerät von Christopher Wildes, welches sich noch in der Erprobung befand.


Nach dem Ende der Kindheit und jahrelanger einsamer Odyssee durch die Welt als Jugendlicher erfährt er trotzdem  als erwachsener junger Mann die Liebe und Zuneigung zu einer Frau. Durch die damals übliche Rassentrenuung wird die Beziehung leider eher zu einer Geheimhaltungsangelegenheit. Die Frau Tanna Goff und deren Vater, ein Meeresbiologe, knüpfen eine intensive Beziehung zu ihm und Washington Black hat die Idee zum Bau eines Ozean Museums. Doch was ist aus Titch geworden? Ist er tatsächlich in der Arktis ums Leben gekommen wie sein Vater? Und was waren die  Beweggründe von Christopher Wildes sich so intensiv um ein junges 11jähriges Sklavenkind zu kümmern - um ihn dann als Jugendlichen anschliessend rücksichtslos zu verlassen?

Die Beantwortung dieser vielen offenen Fragen müsst ihr Euch selber erlesen.... 

Meine Bewertung: VIER **** STERNE für dieses ungewöhnliche und interessante Buch!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares ! 


Montag, 19. August 2019

*Das Gute Glück* von Michaela Brohm-Badry, erschienen im Ecowin Verlag

*Werbung, unbezahlt*
BUCHDETAILS
ISBN-13 9783711001702
288 Seiten / 14.5 x 21.0 cm
Ecowin, erschienen im Mai 2019

Info zum Buch und Verlag

Die Autorin:

Michaela Brohm-Badry ist eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Positiven Psychologie. Sie ist Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung an der Universität Trier, ihre Forschungsschwerpunkte sind Motivation, Lernen und Persönlichkeitswachstum. Darüber hinaus ist sie Kolumnistin der WirtschaftsWoche, über ihre Arbeit berichteten unter anderem Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung und ZDF aspekte. Das gute Glück ist ihr erstes Buch im populärwissenschaftlichen Bereich.

Inhalt/Klappentext: Michaela Brohm-Badry zieht mit ihren Hunden in eine einsame Mühle mitten im Nirgendwo. Sie braucht Ruhe und Freiheit um zu schreiben. Gemütlich richtet sie sich in ihrem Rückzugsort ein und vollendet gerade ihr Buch, als sie ein Schmerz wie von einer Pistolenkugel im Kopf trifft. Sie bricht zusammen fernab jeglicher Zivilisation. Ihre schwererziehbare Hündin Nike – mit ein Grund für die gewählte Einsamkeit – schubst sie unablässig und verhindert das Wegdriften ins Koma. Michaela Brohm-Badry schafft es so, einen Notruf an ihre Freundin abzusetzen. Durch eine sofortige Operation am Gehirn überlebt sie ein geplatztes Aneurysma.

Kann man so viel Glück haben? Die Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung setzt sich nun eingehend mit dem Glück auseinander: Wir streben nach maximalem Wohlbefinden, nach einem sinnhaften Leben, nach Erfüllung im Privaten wie im Beruf. Glücklichsein ist unser größtes Lebensziel. Manchen Menschen gelingt das von Natur aus besser als anderen. Immerhin hat die Forschung bewiesen, dass ein glückliches Leben zur Hälfte genetisch bedingt ist.

Doch Michaela Brohm-Badry beweist: Die andere Hälfte des Glücks ist lernbar. Für jeden zeigt sie auf, wie man Glück aktiv selbst finden kann. Die renommierte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Positiven Psychologie zeigt, dass Glück eine Fähigkeit ist, die wir trainieren können wie ein Hobby. In „Das gute Glück“ sind Forschungsbefunde und Assoziationen aus Musik, Geschichte und Literatur eng verwoben mit autobiografischen Passagen. So ist dieses Buch nicht nur ein wertvoller Ratgeber für die Suche nach Glück, sondern auch zu Themen wie Trost, Stärke und positiver Motivation.

Meine Meinung: Dieses Buch hatte mich vom Titel und vor allem von der Cover-Gestaltung als erstes in seinen Bann gezogen und ich wurde nicht enttäuscht! Meine Erwartungen an die teilweise schwierige Aufklärung dieses Begriffes wurde von der renommierten Wissenschaftlerin aufs Beste beantwortet. Sie hat Glück gehabt,  nämlich das Glück zu überleben.  Die Grundvoraussetzung aller weiteren Geschehnisse. Ihr Schreibstil ist sehr sorgfältig und fachkundig verfasst. Und doch hat sie es geschafft auch den *normalen* Leser mit ihren Ausführungen zu fesseln und im Innersten zu berühren. Sie berichtet über sehr persönliche Erfahrungen vor und nach dem Unfall, ihre Beziehung zum Beruf, ihren Kollegen und Studenten an der Universität, zu ihren Lebenspartnerinnen und vor allem zu sich selbst. Diese Autobiografie ist versehen mit wissenschaftlich feststehenden Ergebnissen der positiven Neuropsychologie, die sie geduldig und ausführlich versucht  den Leser*innen nahe zu bringen.

Vor allem eines konnte ich aus dieser Lektüre mitnehmen. Glück bedeutet für jeden Menschen etwas ganz Individuelles und kann sich immer wieder verwandeln, verändern, den Lebensfluss neu gestalten. Jeder neu erlebte Tag ist ein Geschenk an uns, das Hier und Jetzt gesund und voller Optimismus erleben zu dürfen mit geliebten Menschen, einer befriedigenden und ausfüllenden Beschäftigung.  Das sind unschätzbare Werte. Manchmal muss man sie sich erarbeiten. Manchmal beschenkt uns das unplanbare Leben damit aus seiner ganzen überraschenden Fülle.... 

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für dieses grossartige und wertvolle Buch!

Mein Dank gilt der Autorin und dem Ecowin Verlag für diesen feinen Ratgeber!

Donnerstag, 15. August 2019

*Tage in Cape May* von Chip Cheek, erschienen im Blessing Verlag

*Werbung*

Info zum Buch und Verlag

Der Autor: Chip Cheek, geboren 1976, hat bereits in Literaturzeitschriften Kurzgeschichten veröffentlicht, u.a. in The Southern Review, Harvard Review und Washington Square, und erhielt renommierte Schriftstellerstipendien. Tage in Cape May ist sein erster Roman. Chip Cheek lebt in der Nähe von Los Angeles.

INHALT/Klappentext: September 1957: Henry und Effie fahren für die Flitterwochen nach Cape May, ein Ferienort an der Ostküste. Doch das Städtchen ist verlassen, die Saison ist zu Ende. Die beiden jungen Leute aus Georgia fühlen sich fremd, isoliert und in ihrer Schüchternheit gefangen. Gerade als sie beschließen, den Urlaub zu verkürzen, treffen sie zufällig auf Clara, eine Ferienbekanntschaft Effies aus Kindertagen, die eine glamouröse Gruppe von New Yorkern um sich versammelt. Darunter Max, ein reicher Playboy und ihr Liebhaber, und dessen unnahbare und rätselhafte Schwester Alma. Der verlassene Ort wird zu ihrem Spielplatz, und während sie in leer stehende Ferienhäuser einsteigen, Segeln gehen, nackt unter dem Sternenhimmel herumwandern, sich lieben und sich betrinken, geraten Henry und Effie in eine Situation, die den Rest ihres Lebens prägen wird. Ein hypnotisierender Roman, der im Spiegel von Sexualität und gesellschaftlicher Realität der Fünfzigerjahre aktuelle und zeitlose Fragen zu Ehe, Liebe und Loyalität behandelt.


MEINE MEINUNG: 

Mein erster Gedanke nach Beendigung dieses interessanten Romanes über die Gesellschaftsstrukturen aus den 50er Jahren in den USA über zwei junge Menschen, die der Leser in ihren Flitterwochen begleiten darf , war ein altes Sprichwort: 

"Müssiggang ist aller Laster Anfang"

Laster entwickeln sich manchmal  langsam und schleichend. So zu erlesen auch  in diesem Roman über die soziale Entwicklung eines jungen, schüchternen  Ehepaars aus dem ländlichen Georgia.  Alkohol, Abenteuerlust und für sie neuartige Sexerlebnisse mit anderen Partnern haben die beiden naiven jungen Leute völlig aus ihrem normalen Empfinden und Partnerschaft in eine kritische Lebensphase geworfen. Aber was bedeutet schon der Ausdruck *Normal* ? Spass haben, Chillen und sexuelle Freizügigkeit sind Begriffe, welche der damaligen Generation noch nicht so geläufig waren wie den heutigen jungen Menschen.

Der Schreibstil des Autors liest sich durchaus interessant und anregend. Er hat in seinem Roman starke Charaktere geformt, die in ihrer Darstellung während der damaligen Zeit auf jeden Fall als besonders exzentrisch und schillernd auftraten. Das Gruppenverhalten dieser jungen Leute aus New York wurde von ihm  bestechend ehrlich analysiert , sowie auch die üblichen Gesellschaftsstrukturen der damaligen Zeit mit ihrer Prüderie gegenüber Körperlichkeit und ihrer allgemeinen Verlogenheit und Verschleierung von Wahrheit und Realität. Über all diese Widerstände haben sich die jungen Menschen im Gruppenverhalten hinweggesetzt und sich eigene Lebensregeln erstellt.

Der Roman hat mich gut unterhalten, eine Lektüre für Strand und Urlaub, in die man mit Leichtigkeit immer wieder schnell einchecken konnte. Das Ende der Geschichte im Roman war allerdings eine für mich zu kurze Zusammenfassung von anschliessenden vierzig Ehejahren. Das empfand ich als zu abrupt, unpassend und langweilig beschrieben. 

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für dieses gute Buch!

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar!

 

Sonntag, 11. August 2019

*Der Duft von Apfeltarte* von Julie Leutze, erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung*
ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 336 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48915-2
Erschienen am  15. Juli 2019

Die Autorin Julie Leuze

Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen für Erwachsene und Jugendliche. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.


INHALT/KLAPPENTEXT: Als ihre Mutter erkrankt, muss die junge Pariserin Camille auf den elterlichen Apfelhof in der Normandie zurückkehren. Dort heißt es kräftig mitanpacken – es ist ja nur für sechs Wochen, wie Camille sich sagt. Doch die Arbeit bereitet ihr unerwartet Freude. Schließlich hat sie sogar die Idee, wieder eigenen Cidre herzustellen wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Und dann ist da noch dieser attraktive Feriengast aus Paris: Antoine sieht nicht nur gut aus, er kann auch gut zuhören! Doch als der wahre Grund für Antoines einfühlsames Interesse herauskommt, fühlt sich Camille verraten und ist zutiefst enttäuscht. Ist ihre Liebe stark genug, um Antoine diesen Vertrauensbruch zu verzeihen?


Meine Meinung: Dieser LeseReise in die Normandie liegt ein absoluter  WohlfühlRoman zu Grunde, den ich an kurzweiligen Momenten jederzeit weiterverfolgen konnte. Der Schreibstil ist flüssig und gefällig zu lesen und doch breitete sich eine leichte Langeweile beim Lesen in mir aus, da längere Zeit am Beginn nichts Besonderes passiert. Zur Auflockerung hat die junge Autorin zum Glück diese Geschichte mit mehreren Erzähl Perspektiven einiger Protagonisten angereichert. Nämlich aus der Sicht von Camille, ihrer Mutter, eine ihrer Freundinnen und der Tochter einer Nachbarin. So erfahren wir einiges über Camille's Vergangenheit und Einzelheiten ihrer Familiengeschichte. Der Roman punktet durch die zauberhaften Vorstellungen, die sich durch Duft und Geschmacksbeschreibungen von Cidre, Apfelkuchen und einer gemütlichen, normannischen Dorfatmosphäre im Kopf einstellen. Nette und köstliche  Rezepte zum Kochen und Ausprobieren  am Ende des Buches werden sicher einige Leser*innen erfreuen ! Ich habe bis jetzt gern *Camilles abenteuerliche Tagliatelle mit Cidre und Curry* nachgekocht und meine Familie damit überrascht! *Camilles duftende Apfeltarte mit Aprikosenmarmelade* steht demnächst zum Backen an. 

Meine Bewertung: DREI *** STERNE für dieses gute Buch!

Herzlichen Dank für dieses nette Rezensionsexemplar an die Autorin und den Verlag!

Dienstag, 30. Juli 2019

Freitag, 26. Juli 2019

*Das Haus am Rand der Klippen* von Lucy Clarke, erschienen im Piper Verlag

*Werbung*
Erschienen am 04.06.2019
Übersetzt von: Claudia Franz
416 Seiten, Klappenbroschur

Info zum Buch und Verlag

Die Autorin Lucy Clarke studierte Englische Literatur an der Universität von Cardiff, bevor sie sich ganz ihrer Karriere als Schriftstellerin widmete. Ihre Romane erobern auf der ganzen Welt die Bestsellerlisten. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat und die Liebe zum Meer teilt. Den Sommer verbringen sie an der Südküste Englands, den Winter in fernen, exotischen Ländern.

Inhalt/Klappentext: Das Haus am Rand der Klippen war Elles größter Traum. Doch kaum eingezogen, liegt ihre Welt in Trümmern: Ihre Ehe zerbricht, sie ist bankrott, und ihr Verlag drängt auf ihr neues Buch, während sie mit Schreibblockaden und Schlaflosigkeit kämpft. Der Abgabetermin rückt näher, ihre Existenz hängt davon ab, und vielleicht liegt es an den angespannten Nerven, dass sie sich ständig beobachtet fühlt. Doch als Elle von einer Reise zurückkehrt, spürt sie schon beim Betreten ihres Hauses, dass etwas anders ist. Jemand war hier. Und hat ihr schlimmstes Geheimnis entdeckt.


Meine Meinung: Cornwall, eine Schriftstellerin arbeitet dort am Meer - schon diese beiden Begriffe haben ausgereicht, um mich zu diesem Spannungsroman zu führen. Das schön gestaltete Cover hat mir dann den letzten Anstoß gegeben, das Buch zu lesen. Eines hat mir diese Lektüre deutlich vor Augen geführt: ich werde nun nie mein Heim an völlig fremde, unbekannte Menschen über eine Plattform vermieten oder/und zum Tausch für eine Urlaubszeit anbieten. Es hat mich teilweise wirklich atemlos gegruselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist die perfekte Spannungslektüre für den Urlaub am Strand an heissen Tagen, inmitten des realen Lebens. Denn ein regelmässiges Auftauchen aus diesem Buch ist der persönlichen psychischen und physischen Gesundheit nur zuträglich.  

Es ist mein erstes Buch dieser Autorin, ihr flüssiger und gefälliger Schreibstil hat mich positiv überrascht , wie auch die ruhige Art, wie sie die Spannung einer bedrohlichen Atmosphäre nach und nach aufbaut. Elle, die Hauptprotagonistin, eine bekannte Schriftstellerin, lebt zum Glück in einem wunderschönen , neu renoviertem Haus in der Nähe ihrer älteren Schwester Fiona, deren Ehemann Bill und dem gemeinsamen Kind Drake. Die beiden Schwestern vertrauen sich völlig, sind ein Herz und eine Seele. Elle hat immer die Möglichkeit ihre Familie um Rat und Hilfe in allen Angelegenheiten des Lebens zu bitten. Das hat sie auch bitter nötig nach einer Trennung von ihrem Traum-Ehemann Flynn und einem unsteten und labilen Leben als junges Mädchen am Literatur College. Der Leser erfährt nach und nach Einzelheiten aus diesen Erlebnissen in einem anderen Erzähl Strang und die Autorin verbindet beide Geschichten geschickt zusammen, ohne zu viel zu verraten. Vor jedem Kapitel , welches Elle als Titel führt, bekommt der Leser zusätzlich Tips und Infos zum eigenen Schreiben eines Buches. Eine nette Geste der jungen Autorin Lucy Clarke.

Die Schriftstellerei ist ein einsamer Job am Computer und Elle bewegt sich geschickt und oft in den sozialen Medien, um auf diese Art und Weise viel Kontakt zu ihrer Lesergemeinde zu bekommen. Ob das eine gute PR - IDEE ist , müsst ihr Euch selber erlesen......

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und vergebe dem Buch  FÜNF STERNE !

Herzlichen Dank an die Autorin und den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar! 

Dienstag, 23. Juli 2019

*Der Wind in meinem Herzen* von Francesca Diotallevi, erschienen im Wunderraum Verlag


*Werbung*
Info zum Buch und Verlag!

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Italienischen von Barbara Neeb, Katharina Schmidt
Originaltitel: Dentro soffia il vento
Originalverlag: Neri Pozza
Hardcover, Halbleinen, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-336-54803-3
Erschienen am  10. Juni 2019

Inhalt/ Klappentext: 

Ein einfühlsamer Roman über eine junge Außenseiterin in einem italienischen Bergdorf Anfang des 20. Jahrhunderts.

St. Rhémy, Aostatal, während des ersten Weltkriegs: Die junge Fiamma, die sich mit Heilkräutern auskennt, wird von den Dorfbewohnern als "Hexe" gemieden. Nur mit dem jungen Raphaël verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Bis Raphaël im Krieg fällt. Und ein junger ehrgeiziger Pfarrer in den Ort kommt, um die Seele der „Hexe“ zu retten.

Francesca Diotallevi wurde 1985 in Mailand geboren. Sie hat Kulturwisschenschaften studiert und arbeitet in einer Rechtsanwaltskanzlei. Ihr Roman »Der Wind in meinem Herzen« wurde mit dem Premio Neri Pozza ausgezeichnet.


Meine Meinung:

Die schöne Aufmachung der Bücher aus dem Wunderraum Verlag hat es mir ja angetan. Und die Themen-Inhalte und Autoren haben mich bisher nicht enttäuscht. So erging es mir auch mit diesem Band einer jungen italienischen Schriftstellerin, deren Schreibstil einfach und klar ist, wie das Quellwasser eines Gebirgsbaches. Wir befinden uns in der kargen Gebirgslandschaft des Aosta-Tals während des 1.Weltkriegs. Die Menschen dort leben von der Arbeit ihrer Hände, sind sehr religiös, hängen aber trotzdem immer noch ein wenig alten, abergläubischen Vorstellungen an. Eine Kräuterfrau, die im Wald weitab von der Dorfgemeinschaft lebt und sich nicht eingliedert , wird von ihnen als *Hexe* bezeichnet. Das hält die Dorfbewohner aber nicht davon ab , sich heilende Hilfe dort zu holen und als Gegenleistung die *Hexe* mit Lebensmitteln zu versorgen.

Bis zur Hälfte des Buches bin ich schnell und leicht durch die Seiten geflogen und ich wurde durch den Eindruck einer Jugenderzählung gefesselt. Aber dann entwickelt sich eine überraschende Änderung der Schreibweise und vor allem des Inhalts. Er wird tiefgründiger, mit sehr viel Gefühl und Verständnis verfasst. Erklärungen über alte Ressentiments gegenüber fahrenden Leuten, den sogenannten Roma, oder Zigeuner, wie die Autorin diese Menschen nennt, schildert sie warmherzig und mit Sachkenntnis der damaligen Lebensumstände im alpinen Raum. Diese *Kesselflicker* stehen außerhalb der Gesellschaft wie Fiamma. 
Auch der junge Raphael, ein Kinder und Jugendfreund der * Hexe* Fiamma  passt mit seiner Klugheit, dem sanften Wesen und seiner Belesenheit nicht gut in das harte Leben im Dorf Saint Rhémy. Er wird einberufen, zieht in den1.Weltkrieg und wird schmerzlich vermisst. Sein wahrscheinlicher Tod und sein Leiden werden für Fiamma und Raphael's Familie immer deutlicher ....aber es lebt ja noch der Bruder Yann, der nun den Bergbauernhof führt und eine zarte Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.....

Der Roman ist zwar fiktiv und verfremdet , aber es gab diese Kesselflicker oder Zinn-Zigeuner tatsächlich in der Gemeinde Saint Rhémy en Bosses in den Jahren 1919/1920 . Eine Inschrift auf einem Gedenkstein besagt dieses: 

Für die Zinn-Zigeuner, verloren in ihrem Nomadenleben, umherziehend aus harten Lebensnöten, die hier der reinweiße Sturm aus todbringendem Schnee traf und besiegte.

Wanderer, gedenke ihrer und bete für sie. 



Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen Roman im Genre Liebe und historischer Roman!
Vielen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag  für dieses schöne Rezensionsexemplar!

 


Freitag, 19. Juli 2019

*Wolfsinsel* von Lajla Rolstad, erschienen im btb Verlag

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Ulveoya / Wolf Island
Originalverlag: Gyldendal
Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71815-3
Erschienen am  10. Juni 2019
*Werbung*
Info zum Buch und Verlag!

Lajla Rolstad, geboren 1978, schrieb ihre Abschlussarbeit über Bram Stokers "Dracula" und gehört zu den spannendsten jungen Stimmen Norwegens. Nachdem sie in ihrem Romandebüt eine wilde Mischung aus Steampunk und James Bond zu Papier brachte, verarbeitet sie ihrem zweiten Roman ihre eigenen Erfahrungen in der kanadischen Wildnis.


Inhalt/Klappentext: Kraftvoll, persönlich und poetisch - die Erfahrungen einer jungen Frau allein in der Wildnis

»Muss ich so leben, wie ich es bisher getan habe?«, fragt sich Lajla eines Tages – und bucht ein Flugticket nach Kanada. In den folgenden Jahren verbringt sie lange Phasen allein in der Wildnis, trifft Trapper, Hippies, Schamanen und Abenteurer und lernt, dass die Suche nach Freiheit oft mit der Beschränkung aufs Wesentliche beginnt. Eine kraftvolle, wilde und unmittelbare Erzählung, die einen zum Nachdenken zwingt.


Meine Meinung: Der Titel und die das wunderschöne Coverbild einer vielleicht unberührten Naturlandschaft hatten mich sofort überzeugt. Das Buch musste ich einfach lesen, auch der Klappentext hatte meine Neugier geweckt.

Es ist eine absolut ehrliche, sensible und berührende Autobiografie einer jungen norwegischen Schriftstellerin, deren Talent zum Schreiben unumstritten vorhanden ist. Ihr Schreibstil ist sehr wandelbar und doch immer flüssig und angenehm zu lesen.  Ihr neues Buch besteht aus drei Untertiteln, bestehend aus eigenständigen Tatsachenberichten im Buch, nämlich *Wolfskind*, *Wege* und *Ein Tal voller Pferde*. Persönlich hat mich *Wolfskind* besonders angesprochen, einmal durch die ehrliche Schilderung ihres ersten Aufenthalts im wilden Kanada und durch den poetischen , wunderschönen Schreibstil, mit dem sie Naturerlebnisse, das eigene Wachsen ihrer Persönlichkeit in der Einsamkeit, und ihre Begegnungen und positives Erfahren mit anderen Menschen schildert. Sie hütet während der Wintermonate den abgelegenen Hüttenkomplex einer amerikanischen Familie, der aus mehreren Gebäuden besteht. Feuer machen, Holz sammeln, ohne Strom und menschliche Gesellschaft mit den alltäglichen Dingen des Alltags zurechtzukommen, stellt sie selbst und ihre Fähigkeiten auf eine harte Probe. Es liest sich super spannend, man wird ganz wild auf dieses Erleben, aber ich habe sie manchmal um diese sogenannte *Freiheit* trotzdem nicht beneidet. 

 Den Mut und die Kraft für diese Lebensform hat sie sich auch erst im Laufe der Jahre aneignen können, nachdem sie mit vielen Zweifeln gelernt hatte, auf einige Annehmlichkeiten unserer Gesellschaft zu verzichten und auch mit sich selber, ganz allein, klarzukommen. Die Wertschätzung der unberührten Natur, Achtung vor jedem Lebewesen der Wildnis gehören wohl zu ihren schönsten Lebenserfahrungen . In den beiden anderen Teilen des Buches kehrt sie zurück nach Kanada, nachdem sie sich in Norwegen Geld für ihre Reisen verdient hatte. Sie führt ein unstetes Road-Movie-Leben im Auto, bei Freunden, ohne festen Wohnsitz, teilweise wieder allein in der Wildnis, auch in Reservats Gebieten der Native People, mit denen sie sehr innige und gute Kontakte erlebt. Sie lernt Schamanen und ihre Naturmedizin kennen, trifft alte Freunde und ungewöhnliche Menschen, die ähnlich wie sie leben und fühlt sich einfach wohl und geborgen in diesem Umfeld. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für den ersten Teil *Wolfsinsel*, VIER **** Sterne für die folgenden Abschnitte des Buches.

Herzlichen Dank an die Autorin und den btb Verlag für das Leseexemplar!

Donnerstag, 18. Juli 2019

*Grashalme* von Walt Whitman, erschienen im Diogenes Verlag

Taschenbuch
432 Seiten
erschienen am 24. April 2019
*Werbung*Verlagsinfo!

Walt Whitman, geboren 1819 in Long Island, arbeitete als Journalist und später Chefredakteur, bis sein Engagement gegen die Sklaverei seine Karriere beendete. 1855 veröffentlichte er unter dem Titel ›Grashalme‹ einen Gedichtband mit zwölf Gedichten. Entgegen der Kritik und dem finanziellen Misserfolg, dem nur Emersons Enthusiasmus entgegenstand, wuchs die Zahl der aufgenommenen Gedichte von Auflage zu Auflage auf fast 400. 1873 verlor Whitman seine Arbeitsfähigkeit infolge einer Lähmung. Er zog nach Cambden, wo er 1892 starb.

»Buchdrucker, Lehrer, Zimmermann und Zeitungsschreiber; ein Hymniker zeitgenössischen Lebens; unerschütterlicher Optimist, Lobredner der Demokratie.«
Hanns W. Eppelsheimer / Handbuch der Weltliteratur
Info zum Autor!

Inhalt/Klappentext:

Nachdichtungen und Übersetzung von Hans Reisiger

›Grashalme‹ ist eines der bedeutendsten Meisterwerke der Literatur. Es bricht mit den bestehenden Traditionen und erfasst die Seele der amerikanischen Gesellschaft in ihrem Kern. Ein Loblied auf Demokratie, Natur, Liebe und Freundschaft, das bis heute nichts von seiner Schönheit und Menschlichkeit eingebüßt hat.

Meine Meinung:  Die Menge der aufgeführten Schriften und Lyrik in dem gebundenen Büchlein hat mich sehr überrascht. Ich sah mich ausserstande diesen Schatz in einem fortwährenden Lesefluss zu geniessen, sondern taste mich nun ganz langsam, Tag für Tag, an diese ausserordentlichen Aufzeichnungen des berühmten Literaten heran. So viele Gedanken, so viele Anregungen zum eigenen Nachdenken animierend. Dieses Buch wird einen Ehrenplatz im Regal kommen, das bedeutet: ich werde es oft und immer wieder in die Hand nehmen und mir eine Perle zum Lesen aussuchen.
Meine Bewertung: natürlich ***** FÜNF STERNE! 


Zitat Seite 39, aus dem Abschnitt *Gesang von mir selbst* : 

Ein Kind sagte: " Was ist das Gras?" und pflückte es mir

mit vollen Händen.

Wie könnt ich dem Kind antworten? Ich weiss nicht

besser als das Kind, was es ist.


Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für das Leseexemplar!


Mittwoch, 17. Juli 2019

*Bella Ciao* von Raffaella Romagnolo, erschienen im Diogenes Verlag

Hardcover Leinen
528 Seiten
erschienen am 01. April 2019

978-3-257-07062-0
*Werbung*

Info zum Buch und Verlag

Raffaella Romagnolo

Raffaella Romagnolo, geboren 1971 in Casale Monferrato. Sie unterrichtet Geschichte und Italienisch an einem Gymnasium. Seit 2007 schreibt sie auch Romane – mit Erfolg. Für ›La figlia sbagliata‹ war sie für den Premio Strega nominiert. Ihr neuer Roman ›Bella Ciao‹ sorgt international für Aufmerksamkeit und wird in zahlreichen Sprachen erscheinen. Raffaella Romagnolo lebt heute in Rocca Grimalda im Piemont.

INHALT/KLAPPENTEXT: 1946 kommt Mrs. Giulia Masca in einer Limousine mit Chauffeur nach Borgo di Dentro zurück. Fast ein halbes Jahrhundert zuvor hatte sie als Fabrikarbeiterin die piemontesischen Hügel hinter sich gelassen – allein, schwanger und ohne eine Lira –, um in New York ein neues Leben zu beginnen. Während für Giulia der American Dream wahr wurde, machten die Leute in Borgo di Dentro zwei Weltkriege durch, erlebten das Aufkommen des Faschismus und den Befreiungskampf gegen das Regime. Nach und nach erfährt Giulia, wie es ihrer Freundin Anita Leone und deren Familie ergangen ist und wie dem Verlobten, den Giulia damals ohne eine Erklärung zurückgelassen hat. Es sind Geschichten von Krieg und Leid, aber auch von Mut und Liebe, die sie zu hören bekommt – Geschichten, wie sie das 20. Jahrhundert schrieb.


Meine Meinung:  Das Schicksal hat es mit Mrs. Giulia Masca doch noch gut gemeint. Aus der armen Fabrikarbeiterin aus dem Piemont hat sich durch ihre Emigration vor fünfzig Jahren ihr Leben in einem amerikanischen Lebensumfeld zu Wohlstand und einer gewissen Zufriedenheit entwickeln können. Diese packende und inhaltsschwere Erzählung eines italienischen Frauenlebens aus dem 20. Jahrhundert hat mich vollends gefesselt und sehr beeindruckt. 

Die Autorin erzählt nach und nach in zwei Zeitsträngen diese Lebensgeschichte, die mit der Kindheit in einem ärmlichen Dorf im Piemont begonnen hat. Ungeliebt von ihrer Mutter Assunta schliesst sie sich eng an ihre Freundin Anita Leone und deren Familie an. Aber nach einer persönlichen, grossen Enttäuschung verlässt Giulia heimlich und allein ihre Heimat und wandert nach New York aus. Gleichzeitig und zeitnah verfolgt der Leser auch das Schicksal der Familie Leone aus dem Dorf Borgo di Dentro im Piemont. Der italienische Titel dieses Buches lautet tatsächlich auch *Destino* Schicksal. Der packende, dramatisch und angenehm zu lesende Schreibstil hat mich fasziniert und nicht los gelassen. Die damalige Zeitgeschichte , das Aufkommen des Faschismus und des Industriezeitalters, die zwei Weltkriege wurden sorgfältig und mit sehr guter Recherchearbeit beschrieben. Die Stimmung im Land und auf den Dörfern hat die Autorin wohl sehr gut nachempfunden und mir dadurch viel neues Wissen über die italienische Geschichte vermittelt. Der Roman ist eine fiktive und spannende Familiensaga und wurde von Raffaella Romagnolo sehr perfekt in die historische Vergangenheit eingearbeitet und mit ihr bildhaft und kraftvoll verbunden. Die harte Arbeit der Frauen in der Seidenspinnerei Salvi in Borgo di Dentro wird eindringlich geschildert, ebenso wie die Jagd der faschistischen Schwarzhemden auf die aufkommende sozialistische Bewegung, deren Zeitung„L’Emanzipazione“ und die grausame Ermordung der Partisanen im Piemont. Das feudalistische Gutsherren Regime im ländlichen Raum wird auch genauestens dokumentiert mit seiner verlogenen und menschenverachtenden Organisation und Knechtung der Dorfbevölkerung. Der Übergang vom Feudalismus in eine Industriegesellschaft bekommt immer mehr Einfluss auf das Leben der einfachen Menschen.  Die Begeisterung eines grossen Teils der italienischen Bevölkerung für Benito Mussolini, ihren *Duce* wird schonungslos und offen dargestellt. Wir lernen in dieser fulminanten Lektüre viele interessante Charaktere und Originale der italienischen Familie Leone und der amerikanischen Familien Masca, Manfredi und Dubois kennen, deren Zusammenhänge  zum besseren Verständnis in einem Stammbaum am Beginn des Buches aufgeführt werden. 

Für mich war es ein grossartiges, abwechslungs - und lehrreiches  Leseerlebnis und ein Highlight der letzten Monate. 

Meine Bewertung: Fünf *****Sterne für dieses grossartige Buch!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für dieses schön gebundene Rezensionsexemplar!

Diese Rezension wird bei Monerl's Linkparty im Juli 2019 aufgeführt!

 

*Meine besten Tipps bei Beschwerden über die man nicht spricht* erschienen im Bassermann Verlag.


Originaltitel: Gesundheit kennt keine Tabus
Originalverlag: Südwest
Paperback , Flexobroschur, 192 Seiten, 12,0 x 17,0 cm
durchgehend farbig illustriert
ISBN: 978-3-8094-3858-8
Erschienen am  27. August 2018
*Werbung*
Info zum Buch und Verlag!

Der Autor Prof. Hademar Bankhofer, international anerkannter Medizinjournalist auf dem Sektor Naturheilwesen, ist durch seine zahlreichen TV-Auftritte, Kolumnen und seine Bücher einem großen Publikum bekannt. Er versteht es, schwierige medizinische Probleme verständlich zu erklären. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit medizinischen Koryphäen ist er stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und genießt Anerkennung nicht nur bei einem breiten Publikum, sondern auch in medizinischen Fachkreisen.


Inhalt:

Jetzt spricht Professor Hademar Bankhofer über all die Krankheiten, über die man eigentlich nicht spricht. Er gibt praktische und einfache Tipps, wie sich Mundgeruch vermeiden lässt, was bei Inkontinenz und Blähungen zu tun ist oder wie Warzen zu behandeln sind. Sie erfahren außerdem, warum man beim Nasenbohren, Rülpsen, Pupsen und Gähnen kein schlechtes Gewissen haben sollte, sondern etwas für die eigene Gesundheit tut.



Meine Meinung: Die Lektüre dieses kleinen lustigen , mit Comic Bildern versehenen Büchlein, hat mir gute Laune und öfter ein herzhaftes Lachen beim Lesen verschafft. Unterhaltsam und für jeden Leser verständlich , gibt der Autor einfach umzusetzende Tipps und kleine Überlebenshilfen für den geplagten, vielleicht etwas kränklichen und vorsichtigen Patienten bei verschiedenen Übeln, wie Nasenbohren, Rülpsen, Gähnen u.s.w. 

Er hat seine Ausführungen in sieben Kapitteln
verfasst , die da heissen:
Vieles, was sich nicht gehört , ist gesund

Wenn Haare gehen und Läuse kommen

Nix hören, nix sehen, nix merken

Heute schon geschnarcht? &Smells like hell:

Wenn's tröpfelt und brennt

Von wegen Schokoladenseite: Verstopfung & Co.

Ekzeme, Pilze & C0.: wirklich igittigitt?

In lustigem und ansprechendem Plauderton führt der Autor den Leser sanft und behutsam in verschiedene Tabu-Themen ein, über die man nicht gerne mit anderen Menschen spricht, die aber dennoch jeden angehen. Diese kleinen Verfehlungen unseres Körpers betrachtet er nüchtern und immer in Hinblick auf seine  Natürlichkeit und die körperliche und seelische Gesundheit. Von Mundgeruch bis Inkontinenz ist fast alles dabei, was den Menschen so plagen könnte. Man erfährt so,  schöpfend aus seinem ernstem und medizinisch fundiertem Wissen, spielerisch vieles über einige Funktionsweisen unseres Körpers und seine angeblichen Fehlfunktionen, die einen Grund haben. 

Ein leicht zu lesendes, mit viel Wissen angereichertes Buch für jeden Leser. Mit Humor und Leichtigkeit hat der Autor flüssig und unterhaltsam berichtet!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne ! 


Vielen Dank an den Autor und den Verlag für das nette Rezensionsexemplar!


Montag, 1. Juli 2019

*Willkommen im Fairvale Ladies Buch Club* von Sophie Green.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Claudia Franz
Originaltitel: The Inaugural Meeting of the Fairvale Ladies Bookclub
Originalverlag: Hachette Australia
Taschenbuch, Broschur, 512 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48784-4
Erschienen am  18. Februar 2019

Infolink zum Buch und Verlag
*Werbung*

Die Autorin: Sophie Green

Sophie Green ist Autorin und Verlagsleiterin. Sie hat, teilweise unter Pseudonym, bereits einige Romane und Sachbücher verfasst. Bei einem Besuch in Australiens Northern Territory verliebte sie sich in die Landschaft und die Bewohner. Weitere Aufenthalte dort inspirierten sie schließlich zu dem Bestseller »Willkommen im Fairvale Ladies Buchclub«. Sophie Green lebt in Sidney.

Inhalt/Klappentext:Mit ihrem Buchclub trotzen fünf Frauen der Einsamkeit.

Über Bücher finden sie zusammen, und ihre Freundschaft verändert ihr Leben.

Australiens Northern Territory verlangt seinen Bewohnern viel ab. Doch fünf Frauen finden einen Weg, mit dem harten Alltag und der Einsamkeit umzugehen: Sibyl, die mit ihrem Mann die Farm »Fairvale Station« leitet, ruft einen Buchclub ins Leben, dem sich vier Frauen anschließen: Sibyls Schwiegertochter Kate, ihre Freundin Rita, die abenteuerlustige Della und die dreifache Mutter Sallyanne. Jede der Frauen bringt ihre Träume und Sorgen zu den Treffen mit, und im Lauf der Jahre werden sie zu besten Freundinnen, die Schicksalsschläge, Neuanfänge, Liebeswirren und Verluste zusammen meistern.


Rezension

Meine Meinung: Bücher laden uns immer in eine Reise in eine andere Welt ein. So ist es mir mir auch mit dem gelungenem Roman von Sophie Green ergangen. Mein Trip führte mich in die Vergangenheit der Jahre 1978-1981 nach Australien in die heissen, staubigen und abgelegenen  Northern Territorys, wo das tägliche Leben sehr mühsam, immer auf der Hut vor den Launen der Natur, verlaufen kann. Die Farmarbeit auf dem Lande war hart und unbarmherzig. Es gab als ständigen Kontakt zur Aussenwelt nur das Telefon, welches leider und oft immer viele Mithörer hatte. Kein Wunder, dass die fünf Frauen, von ihrer Lebensbiografie recht unterschiedlichen Freundinnen, mit Begeisterung einen Buchclub gründen und sich auch über ihre derzeitigen Lebenssituationen austauschen und Ratschläge erteilen.  Als sehr interessant für mich persönlich  empfand ich die zusätzliche Auflistung populärer Weltereignisse aus jedem erzähltem Jahr vor einigen Kapiteln.  

Der Roman liess sich sehr gefällig und flüssig lesen, der warmherzig erzählende Schreibstil gefiel mir sehr gut, es war eine wahre Wohlfühllektüre zum Entspannen bei heissem Wetter im Lesegarten. Die fünf Hauptprotagonistinnen wurden von der Autorin charaktermässig sorgfältig und sehr unterschiedlich ausgearbeitet und ihre Emotionen und Handlungen standen  immer in einem verständlichen Zusammenhang.

Ich gebe dem Buch gern eine Bewertung von Fünf  *****  grossartigen Sternen im Genre schicksalshafte Frauen - und Liebeslektüre. 

Mein Dank geht auch an die Autorin und Verlag für die Zustellung des Rezensionsexemplar!