Sonntag, 8. April 2018

*ÜBER DEN TELLERRAND HINAUS*, Essenzen eines Jahrhundertgourmets, erschienen im LUDWIG VERLAG


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :26.03.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 26.03.2018
  • Verlag : Ludwig
  • ISBN: 9783453281028
  • Fester Einband 240 Seiten
  • Sprache: Deutsch
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Infos über den Gastrokritiker Wolfram Siebeck

Rezension 

INHALT: 
Auf zweihunderteinundreissig Seiten lesen wir gesammelte Eindrücke aus dem Nachlass des bekannten Gastrokritiker Wolfram Siebeck. Das Buch enthält ein sogenanntes Küchen-ABC beginnend mit A wie Aberglaube und es endet typischerweise nicht mit Z , sondern mit G wie Glücklichsein!
Zu jedem der über achtzig Artikel hat die Illustratorin Isabel Klett humorvolle und witzige Zeichnungen, gehalten in rot-schwarzer Gestaltung auf weissem Untergrund, zugefügt. 
Eckart Witzigmann hat ein imposantes Vorwort zu den Essenzen über den Jahrhundertgourmet Wolfram Siebeck geschrieben. 

MEINE MEINUNG: 
Wer kennt den milde lächelnden, gern einen Strohhut tragenden Gastrokritiker Wolfram Siebeck nicht? 
Seine Beiträge und Rezeptbeigaben im Zeit-Magazin der Wochenzeitung *Die Zeit* und anderen Journalen haben ihn und seine Koch - und Ernährungs -Tipps sehr bekannt gemacht in Deutschland. 
In dem wunderschön gestaltetem, oben beschriebenem Buch werden viele seiner wertvollen Tips noch einmal ausführlich nah zum Leser gebracht. Für die ehrliche Feinschmeckerküche sind es ausgewählte und unverzichtbare Beigaben zum Kochen und für die gesunde und vernünftige Ernährung. Seine Missbilligung gegen Fastfood, künstlich veränderte Grundnahrungsmittel und unsinnige Massentierhaltungspraktiken kommen immer wieder zum Vorschein. Sein Plädoyer für scharfe Messer, logisch erprobte natürliche Garmethoden und Kochen mit frischen Zutaten sind sicher jedem Geniesser sympathisch. 
Diese  lockere Plauderei erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit für die vielen Weisheiten über Kochen, Nahrungsmittel und Leben, die er uns im Laufe seiner jahrzehntelangen Aufklärung geschenkt hat. 
Wer im Buch Rezepte mit Vorgaben sucht, wird diese nicht finden.

Meine Bewertung: FÜNF *****Sterne für ein grossartiges Buch.

Mein Dank geht an den Ludwig Verlag für die Bereitstellung des wunderschönen Rezensionsexemplares!

*Tulpengold* von Eva Völler erschienen im Lübbe Verlag

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :23.02.2018
    • Aktuelle Ausgabe : 23.02.2018
    • Verlag : Lübbe
    • ISBN: 9783431040845
    • Fester Einband 608 Seiten
    • Sprache: Deutsch
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    Rezension

    Inhalt: 
    Wir befinden uns Im Jahr 1636 in der Stadt Amsterdam.
    Der junge Pieter, ein witziger und intelligenter Malerlehrling kommt einer Mordserie auf die Spur, in die auch sein Meister Rembrandt verwickelt wird.
    Pieter liebt die Mathematik, logische Schlussfolgerungen seiner eigenen Überlegungen und stellt  auch gern die Handlungen  seiner Mitmenschen in  den Mittelpunkt seiner alles hinterfragenden Gedankenwelt. 
    In Amsterdam kursierte zur damaligen Zeit der Handel um wertvolle Tulpenzwiebel-Papiere, die von allen Bevölkerungsschichten heiss begehrt und gekauft wurden. 
    Kann der Handel  mit den kleinen , etwas unscheinbaren Tulpenzwiebeln etwas mit den Morden zu tun haben? 

    MEINE MEINUNG:
    Das hübsche Tulpencover hat mich angesprochen und eine Verbindung zwischen einem Historienroman und den charaktervollen Frühlingsblumen erschien mir lesenswert und ungewöhnlich.
    Die Autorin Eva Völler , auch bekannt unter dem Namen Charlotte Thomas, hat ein sehr lebhaftes und bunt wirkendes Bild der Stadt Amsterdam beschrieben, welches mich sofort in diesen Trubel hineingetragen hat. 
    Die  zugefrorenen Grachten, auf denen sich Schlittschuhläufer tummeln , die Atmosphäre der Fischmärkte und die rauchige Tabakluft der Schankwirtschaften haben mich tief in die damalige Zeit versetzt. 
    Die Atmosphäre und der Duft nach Leinöl und Firniss der Malwerkstätten grosser Künstler, wie Rembrandt , hat ein übriges dazu getan.
    Der Tulpenhandel versprach Spannung und Verwicklungen.

    Der witzige und etwas lebensfremde Pieter wirkte auf mich allerdings wie ein kauziger Eigenbrötler und seine laufenden  mathematischen Berechnungen und Gedankengänge  haben mich immer wieder aus dieser tollen Lesestimmung herausgerissen. Da ich keine begeisterte Krimileserin bin, konnte mich auch die allmähliche Verwicklung in eine kriminalistische Recherche nicht wirklich fesseln. 
    Ich habe mich einfach ein wenig gelangweilt und wirkliche Spannung auf die Ergreifung des Mörders kam bei mir nicht auf. 
    Das tut mir ein wenig leid um das tolle Thema des Tulpenhandels und die wunderbare Stadt Amsterdam. Die Autorin hat darüber sehr gut informiert, aber ich hätte mir mehr menschliche Verwicklungen und Beschreibungen der unterschiedlichen Protagonisten im gesamten Roman gewünscht. Pieter war zwar nett, aber für mich als Leserin eben kein ausreichend fesselnder Charakter - und Sympathieträger. Der ganze Roman hat bei mir durch diese kleinen Schwächen leider einen blassen, eigentümlichen Leseeindruck hinterlassen.
    Meine Bewertung: VIER ****STERNE  für dieses tolle Buch mit kleinen Schwächen.

    Herzlichen Dank an die Autorin und den Lübbe Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar.


    Freitag, 6. April 2018

    *Freitagsfüller*



    Heute bin ich wieder bei Barbara's Aktion zum Text ergänzen dabei.  Schaut auf ihrer Seite nach!
    Jeder kann dort mitmachen.
    Vielen Dank dafür Barbara!

    1.  Heute wird hier der Garten und seine Bodenbeschaffenheit inspiziert. Ich hoffe, dass ich nicht mehr versinken werde.
    2.  Mit kleinen Kindern gibt es immer was zu lachen.
    3.  Es sieht nicht gut aus,  wenn ich meine Staudenbeete so betrachte.....
    4.  Bienen und andere Insekten sind schon zum Nektar suchen bei den Weidenkätzchen eingeladen.
    5. Ich kann verstehen , dass viele Menschen sich Sorgen um die Insektenwelt machen!
    6.  Nehmt doch öfter mal Honig  vom Imker zum Süssen  statt Zucker.
    7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Sofa nach der Gartenarbeit, morgen habe ich geplant, auf der Terrasse in der Sonne zu lesen und Sonntag möchte ich den Frühling einfach nur geniessen. 
     Frühling am Bodensee!
    Danke für die schönen Bilder Rodolfo!

    Donnerstag, 5. April 2018

    *SUMM,WENN DU DAS LIED NICHT KENNST* von Bianca Marais , erschienen im Wunderraum Verlag

    Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :12.03.2018
    • Aktuelle Ausgabe : 12.03.2018
    • Verlag : Wunderraum
    • ISBN: 9783336547944
    • Fester Einband 509 Seiten
    • Sprache: Deutsch
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    Rezension


    INHALT: 
    Der Hintergrund dieses aufwühlenden Romanes ist historisch belegt !
    Soweto/ Südafrika 1976. Farbige Kinder und Schüler demonstrieren  für ihre Sprach-Freiheit und gegen das unmenschliche Apartheidsystem in ihrem Land. Einhundert Kinder und Jugendliche , darunter 12 jährige, werden von der Polizei gnadenlos in einer Kirche niedergemetzelt, in der sie sich verschanzt hatten.

    Die siebzehnjährige Nomsa ist eine der Organisatorinnen des Aufstandes und wird vermisst. Ihre Mutter Beauty , eine 50 jährige farbige Lehrerin, die in einem kleinen Dorf in der abgeschiedenen Transkei in traditioneller Weise lebt und arbeitet, reist  nach Johannesburg um ihre verschollene Tochter zu suchen. 

    Gleichzeitig verliert die weisse 9 jährige Robin auf grausame Art ihre Eltern. Sie werden während dieser Unruhen von Farbigen ermordet. Robin kommt in die Obhut ihrer Tante Edith , die  den Mutter- und Elternpart aber nicht übernehmen möchte. Ein schwarzes Kindermädchen soll sich während der zeitweiligen Abwesenheit von Tante Edith (sie ist Stewardess) um die traumatisierte Robin kümmern. Es ist die farbige Beauty.

    MEINE MEINUNG: 
    Der für mich interessant klingende Titel aus dem Wunderraum Verlag hatte mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die Erklärung des Titels erfolgt übrigens in einer tragischen Situation für die kleine Robin. Die wunderschöne Aufmachung mit  grünen Blüten und fliegenden Vögeln auf dem Cover hat zu meiner Anfrage geführt. Der Schreibstil der Autorin mit südafrikanischen Wurzeln  fesselte mich sofort. Bildhaft und zärtlich werden glückliche Szenen und Momente aus Robins Familienleben  im Kopf des Lesers aufgerufen . Doch diese Idylle verändert sich sehr schnell. 

    Plötzlich beschreibt die Autorin das Unfassbare, weitab von Robins heiler Kinderwelt. Die Grausamkeit der damaligen Rassentrennung tritt offen und hässlich zu Tage. Blutvergiessen, Mord, Hass und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen.  Die Armut und das Elend der Arbeiter in den Goldminen werden plastisch und schonungslos von der Autorin geschildert. Sechzehn Stunden unter Tage waren keine Seltenheit für die farbigen Arbeiter. Der Befreiungskampf für die Rechte der farbigen Bevölkerung nimmt einen unschönen Verlauf. Bespitzelung, Denunziation  der Farbigen und der auf ihrer Seite und für ihre Rechte mitkämpfenden weissen Menschen, sind normale Verhaltensweisen und es entsteht ein tiefer Graben in diesem Land zwischen den Menschen. 
    Das paranoide Verhalten eines grossen Teils  der weissen Bevölkerung wird sichtbar und ist für unsere heutige Vorstellungswelt von Familie innerhalb einer Gesellschaft  kaum nachvollziehbar. Auf der einen Seite wird dem schwarzen Personal sogar die Betreuung der Babys anvertraut, aber ein gemeinsames öffentliches Leben für einfachste Situationen zwischen weissen und farbigen Menschen darf es nicht geben. 
    Die Autorin hat in dieses fiktive Romangeschehen eigene authentische Erfahrungen mit dem Leben in Südafrika und dem Umgang mit der Rassentrennung verflochten. Das ist ihr ganz perfekt gelungen! Sie ist auch von einer farbigen Maid ( Ausdruck für ein Kindermädchen) liebevoll betreut worden und berichtet ehrlich und gefühlvoll von dieser glücklichen Zeit in ihrem Leben  
    Dass das Personal nur einmal im Jahr zur Familie reisen durfte und fremde Kinder statt der eigenen betreuen musste, beschämt sie im Nachhinein sehr und sie ist am Ende des Buches noch einmal intensiv in einem Extraartikel auf dieses eine Problem von vielen anderen eingegangen.
    Eine Landkarte am Ende des Buches zeigt die verschiedenen Provinzen auf. Das ausführliche Glossar mit Spezialbegriffen hilft dem Leser sich im Buch und Text zurechtzufinden. In Südafrika gibt es allein elf offizielle, verschiedene Sprachdialekte.
    Dieses Buch hat mich  emotional sehr aufgebracht beim Lesen, traurig gemacht, Hoffnung auf Veränderung aufgezeigt und Verständnis für alle Seiten des Konfliktes geweckt. 

    Es war eine dunkle Zeit, die von der Autorin genauestens beschrieben wurde, damit sie nicht vergessen wird. 

    Meine Leseempfehlung: FÜNF ***** grossartige Sterne für diesen wichtigen und mitfühlenden Roman.

    Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses Rezensionsexemplar ! 

    https://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid

    https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_in_Soweto



    Montag, 2. April 2018

    *Die Gabe des Himmels* von Daniel Wolf, erschienen im Goldmann Verlag

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :19.03.2018
    • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
    • Verlag : Goldmann
    • ISBN: 9783442483198
    • Flexibler Einband 956 Seiten
    • Sprache: Deutsch
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    Rezension

    INHALT:
    Wir befinden uns im Jahr 1346 in dem kleinen Städtchen Varennes-Saint-Jaques (Lothringen), in dem die Kaufmanns-Familie Fleury schon seit einigen Generationen zu einer angesehenen Patrizierfamilie aufgestiegen ist. 
    Doch der junge Sprössling Adrien Fleury verfolgt andere Ziele und beginnt ein Medizinstudium in fernen Montpellier, welches er leider nur teilweise beenden kann, da er den Professoren zu wissbegierig und aufrührerisch erscheint. Er wagt sich sogar an Leichensezierungen heran, was zur damaligen Zeit völlig verpönt und verboten war. Adrien wird gezwungenen das Studium abzubrechen, geht zurück in seine Heimatstadt und wird dort schnell ein beliebter und erfolgreicher Heiler.
    Das ist auch bitter nötig, denn die Pest und ein allgemeiner Hass auf die jüdischen Gemeinden und ihre Verfolgung durch die christliche Bevölkerung  verbreiten sich rasend schnell in Europa. Auch das kleine , beschauliche Städtchen wird nicht verschont und der Leser erlebt die Pest mit schrecklichen Bildern im Kopf hautnah mit. Die christliche Bevölkerung beobachtet nun die jüdische Minderheit mit Argwohn, Hass und vielen Vorurteilen.  

    Der junge Christ Adrien wertschätzt die jüdische Heilerin Lea und diese zarte Liebesgeschichte zwischen den jungen Leuten unterschiedlicher Konfessionen gibt dem Roman eine ganz besondere Zärtlichkeit und Würze. 

    MEINE MEINUNG: 
    Neunhundertfünfzig Seiten konnten mich nicht abschrecken , diesem sehr interessanten und spannenden Roman zügig zu folgen. Ich habe jede einzelne Seite genossen und bin dank der blumigen und prägnanten Ausdrucksweise von Daniel Wolf tief in die damalige Zeit eingetaucht. Das Städtchen Varennes-Saint-Jaques war mir sehr vertraut, da ich die drei vorigen Bände über das Schicksal der Familie Fleury mit Begeisterung gelesen habe. 
    Dieser vierte Band ist jedoch auch als alleiniger, erster Lesegenuss des begabten Schriftstellers zu empfehlen.
    Der Autor hat die unterschiedlichen Charaktere von Adrien und seinen Familienangehörigen wunderbar klar herausgearbeitet. Die Charakter-Beschreibungen der christlichen und jüdischen Bevölkerung in dieser Kleinstadt erzeugen sofort bildhafte und den damaligen Zuständen  entsprechende, zeitgemässe Vorstellungen im Kopf.
     Allgemeine Armut, Unwissenheit und  die religiöse Besessenheit der Flagellanten  (Geißler, eine christliche Laienbewegung des 13. und 14. Jahrhundert  , die auf Besitz verzichtet und Buße durch Selbstkasteiung ausführt), nehmen einen grossen Stellenwert im öffentlichen Leben ein. Daniel Wolf widmet sich intensiv den Beziehungen zwischen der kleinen jüdischen Gemeinde und der christlichen Bevölkerung. Er hat sehr gut recherchiert und der Leser erfährt viel über jüdische Bräuche im Mittelalter. Das alltägliche Leben dieser jüdischen Minderheit, die unauffällig und friedlich ihr Auskommen in einem eigenen Viertel sucht, wird anschaulich dargestellt.
    Die christlich geprägte Stadt-Gemeinschaft , schon organisiert in verschiedenen Handwerkergilden, wird vom Autor ebenso sorgfältig beschrieben. 


    Gängige Heilmethoden mit Kräutern und Elixieren wie zum Beispiel Theriak, waren im Mittelalter sehr beliebt und wurden oft gegeben und Daniel Wolf hat viele Informationen über die Anwendung dieser Arznei in seinem Buch verarbeitet. Dieses Theriak ist eine Mischung aus ca. fünfzig Zutaten wie unterschiedlichen Opiaten, Kräutern, tierischen Häuten (Schlange und deren Fleisch plus Sud aus den Giftbissen), Entenblut, Krötenfleisch und  Exkrementen, von denen wir nach heutigen Standards lieber nichts wissen möchten. Auch chirurgische Eingriffe und Maßnahmen werden genauestens  im Roman geschildert. 
    Doch die Pest, deren Verbreitung nicht aufgehalten werden kann, macht vor niemanden Halt in der Kleinstadt. Die Juden werden beschuldigt Brunnen zu vergiften und diese unbekannte Seuche zu verbreiten. 
    So nimmt das Leben und Leiden für alle Bewohner von Varennes-Saint-Jaques einen unheilvollen Verlauf.

    Für mich war dieser Roman ein Highlight im Genre *Historischer Roman* und ich bewerte dieses grossartige Buch gerne mit FÜNF ***** Sternen.    

    Herzlichen Dank an den Autor und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

    Sonntag, 1. April 2018

    *ALLES WAS GLÄNZT* von Marie Gamillscheg, erschienen im Luchterhand Verlag

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :19.03.2018
    • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
    • Verlag : Luchterhand
    • ISBN: 9783630875613
    • Fester Einband 224 Seiten
    • Sprache: Deutsch
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    Infos zur Autorin Marie Gamillscheg









    Rezension



    INHALT: 
    Die Aushöhlung  eines Berges durch den Abbau von wertvollen Gesteinen ist das prägende Thema dieses Buches. Der zeitweise Wohlstand eines am Fuße des Abbaugebietes liegenden Dorfes und der anschließende, langsame Niedergang der Siedlung durch die Ausbeutung der Natur werden dramatisch von der jungen Autorin geschildert. Die geplünderte Landschaft bedroht nun die Bevölkerung und ihr Leben durch einen möglichen Zusammenbruch der alten Stollen. 

    Menschliche Schicksale und Begebenheiten wurden in diesem Roman eindringlich mit der Geschichte des Berg - und Erzabbau verwoben. Der kleine Flecken entvölkert sich. Verschiedene Protagonisten, wie die Denkweisen der Gastwirtin Susa, Besitzerin der ESPRESSO Bar, ihres alternden Gastes und ehemaligen Bergarbeiter Wenisch, werden präzise und fesselnd dargestellt.  Auch die Arbeit des Regionalmanagers Merih, der einen Strukturwandel und eine Umsiedlung der Bevölkerung in den Ortskern  anstoßen möchte, stehen im Mittelpunkt des Romans. Doch ein tödlicher Autounfall des allseits beliebten Martin erschüttert die Dorfbewohner.  Die beiden jungen Schwestern Esther und Teresa trauern um den jungen Mann und Freund und spielen mit dem Gedanken an einen Umzug in eine größere Stadt, wie es so viele ihrer Mitbewohner getan haben.   
    Kann es einen Neubeginn für den sterbenden Ort geben?

    MEINE MEINUNG:
    Den Einstieg in die Thematik und den anspruchsvollen Schreibstil hat mir die junge Autorin  mit ihrem Erstlingswerk  nicht leicht gemacht. Teilweise liest man einen nüchternen Tatsachenbericht , aus dem man nur langsam eigene Schlüsse ziehen kann. Dann öffnet sich die Geschichte plötzlich abwechslungsreich und mit vielseitigen Facetten seiner Protagonisten, die man nun in verschiedene soziale Strukturen einordnen kann.
    Poetisch geschriebene Abschnitte und Zeilen verführen immer wieder zum Nachdenken und Nachspüren des Geschriebenen.
    Zitat Seite 97 : „ Mancher Stein war von besonderer Beschaffenheit. In ihm schien ein weißes Licht, das sich tausendfach ins Innere spiegelte. Es erzählte von unbekannten Welten, entdeckte im Gewöhnlichen das Geheimnis, im Einzelnen den Zusammenhang, im Endlichen die Unendlichkeit.“ 

    Die Verbindungen innerhalb der Bevölkerung treten nun klar und schonungslos zu Tage. Es sind  teilweise positive Beziehungen, aber es treten auch negative Gewalt und Aggressionen zu Tage.

    Das Lesen dieses Buches hat mich nicht unbedingt in eine glückliche Stimmung versetzt. Dazu ist die Thematik sterbender Regionen, die Ausbeutung der Natur und ihrer Ressourcen und der etwas schwermütige und bedächtige Schreibstil der Autorin nicht geeignet. Ingesamt ist es in meinen Augen aber ein sehr interessantes und lesenswertes Erstlingswerk einer jungen, begabten Schriftstellerin. 

    Meine Bewertung: VIER **** Sterne für ein ungewöhnliches Buch und Thema.   

    Vielen Dank  an die Autorin und den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

    Hier unter dem Link findet ihr eine Rezension der lieben Mimi!

    Mittwoch, 21. März 2018

    *ALLES WAS GLÄNZT* von Marie Gamillscheg, erschienen bei Luchterhand

    Eine Aktion der Bloggerin Charleen, die heute gut zu einem gerade erhaltenem Buch passt.
    Ihre nette Aufforderung lautet: 
    *Zeige ein Cover mit einem Gebirge/Berg drauf*

    Das tu ich hiermit gerne. Da ich bisher nur ein paar Seiten hineingelesen habe, zeige ich Euch den Klappentext dazu. 

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    • Erscheinungsdatum Erstausgabe :19.03.2018
    • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
    • Verlag : Luchterhand
    • ISBN: 9783630875613
    • Fester Einband 224 Seiten
    • Sprache: Deutsch



    Klappentext:
    Marie Gamillscheg nimmt den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt. Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns. 
    Tief in den Stollen des alten Bergwerks tut sich was – und alle im Dorf können es spüren. Die Wirtin Susa zum Beispiel, wenn sie im „Espresso“ nachts die Pumpen von den Ketchup-Eimern schraubt. Oder der alte Wenisch, ihr letzter Stammgast. Sogar der Bürgermeister, wenn er nicht gerade auf Kur ist. Zuallererst aber hat es der schweigsame Martin gespürt, bis er dann eines Morgens die Kontrolle über sein Auto verlor. Es ist, als würde der Berg zittern, als könne er jeden Augenblick in sich zusammenbrechen. Für die junge Teresa und den Neuankömmling Merih ist die Sache klar: Sie will sich endlich absetzen aus dem maroden Ort, er hingegen sucht einen Neuanfang - ausgerechnet hier.

    Dienstag, 20. März 2018

    *FRÜHLINGS Gedichte* erschienen im Reclam Verlag

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    Da nun heute der astronomische Frühling beginnt, Tag-und Nachtgleiche-Zeitpunkt um 17.15 Uhr , (das hat mir ein lieber Freund verraten), ein kurzes Gedicht von Ernst Jandl, entnommen aus obigem kleinen Büchlein vom Reclam Verlag. Ich glaube, es passt gut zum heutigen Tag!


    frühlingsbeginn (Ernst Jandl)

    weißen ich schneen
    frier beißen Finger
    fußen eis rutschen
    nasen ich tropf-tropf









    *Gemeinsam lesen*

     
    Eine Aktion von www.schlunzenbuecher.de
    bei der ich ab und zu gerne teilnehme! Vielen Dank an Euch dafür! Schön, dass wir uns kurz auf der Leipziger Buchmesse gesehen haben!


    1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
    Kapitel fünfundreissig, Seite 485 von 956 Seiten!!!!!!
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    2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
    Während Adrianus in Paris weilte, stahl sich im Moseltal der Spätsommer davon.

    3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
    Der Autor hat einen genialen Schreibstil für einen historischen Roman und zieht den Leser auf jeder Seite ganz tief hinein in diese Zeit und das Geschehen im Buch. Ich habe alle seine drei Vorgänger Romane um die Familie Fleury gelesen und ich bin der Meinung: Der Autor schreibt von Buch zu Buch immer fesselnder, mit genauester Recherche und flüssigem Lesestil! Langeweile kenn ich nicht beim Lesen seiner Bücher.
    4. Wo und wann trifft man dich beim Lesen an? 
    Mich trifft man hauptsächlich zu Hause an beim Lesen. Lieblingsleseplätze sind bei schönem Wetter im Garten unter Bäumen oder auf der Terrasse. Bei unangenehmen Temperaturen mache ich es mir gern in meinem gemütlichen Lesesessel bequem, immer begleitet von meinem treuen Micky! Drinnen und draussen!
     (Daniela )