Liebe Leser*innen, leider muss ich aus Krankheitsgründen eine kurzfristige Blogpause mit wenigen Beiträgen einlegen!
Alles Gute und einen harmonischen Jahresübergang ins Jahr 2022 wünsche ich Euch!
Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
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*Werbung, unbezahlt*
ISBN-13 9783711200259
40 Seiten / 230 mm x 310 mm
Benevento Verlag BERGWELTEN - erschienen am 11.12.2020
Inhalt/Klappentext: Laylas Reise in die beeindruckende Welt des Hochgebirges – ein Bilderbuch für die ganze Familie. Reinhold Messners erstes Bilderbuch erzählt von einem kleinen Mädchen mit einem ganz besonderen Namen: Layla – das bedeutet »auf dem Berggipfel«. Gemeinsam mit ihrem Vater macht sie sich auf den Weg in ein weit entferntes Land. Genau wie er ist sie verzaubert von der Welt des Schneekönigs, wo die Menschen unter harten Bedingungen und doch im Einklang mit der Natur ein ganz besonderes Leben führen. - Laylas abenteuerliche Reise ins Hochgebirge, stimmungsvoll illustriert von Davide Panizza - Mit klarer Sprache den Zauber der Berge erklären: Ein Buch, das Kinder ab 5 Jahren neugierig auf die Natur macht - Die Suche nach Schönheit und die Entdeckung der Stille: ein poetisches Bilderbuch für die ganze Familie - Wie aus Naturbegegnungen ökologisches Bewusstsein entsteht: eine Einladung, Umweltschutz neu zu denken - Warum es sich lohnt, unberührte Natur zu bewahren: Reinhold Messners Botschaft an die nächste Generation Liebe zu den Bergen und Respekt vor der Natur: was Reinhold Messner Kindern mit auf den Weg geben will Reinhold Messner setzt sich seit vielen Jahren für Umweltschutz und gegen übertriebenen Konsum ein. In seinem Kinderbuch über die Reise in eine fremde Welt voller eis- und schneebedeckter Gipfel sendet er eine klare Botschaft und vermittelt altersgerecht die große Bedeutung von Natur- und Klimaschutz. Mit diesem Bilderbuch gibt Reinhold Messner seine Liebe zu den Bergen weiter - ein Buch zum Vorlesen, Staunen und Nachdenken für Kinder, Eltern und Pädagogen!
Reinhold Messner, geboren 1944, ist der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Als Kletterer, Grenzgänger und »Philosoph in Aktion« hat er immer wieder neue Maßstäbe gesetzt: Er bestieg als erster Mensch alle vierzehn Achttausender und durchquerte zusammen mit Arved Fuchs die Antarktis zu Fuß. Heute kämpft er für einen ökologisch nachhaltigen Umgang mit der Natur, bewirtschaftet Bergbauernhöfe und gestaltet an sechs Standorten das Messner Mountain Museum. Zudem widmet er sich nun dem Bergfilm als Autor, Regisseur und Produzent.
Mein Eindruck: Beim ersten Durchblättern des Kinderbuches sind mir die wunderbaren, in harmonischen Farben zusammengestellten Illustrationen von Davide Panizza positiv aufgefallen. Klare Landschafts- und Bergformen sowie kindgerecht gezeichnete Abbildungen von Dörfern, Tieren und Menschen begeistern sofort!
Mit dem Text des Buches bin ich als Erwachsener Mensch gut klargekommen. Die Botschaft wird eindeutig und eindringlich vom Autor in teils poetischen und teilweise philosophischen Betrachtungen dargestellt. Bergnatur und Umwelt der dort lebenden Bevölkerungsgruppe sind zu schützen und bewahren. Die Begeisterung des Autors für das Hochgebirge, seine unberührte Stille und Einsamkeit klingt immer wieder im Text hindurch . Doch ist es heute wirklich noch so? Leider nicht ganz. Der alpine, professionelle Bergtourismus hat auch dort im fernen Himalaya Einzug gehalten.
Das Buch soll Kinder ab fünf Jahren ansprechen, sie für die Natur begeistern und sie animieren diese Schönheit durch Verzicht auf Konsum, Respekt vor der Natur und den dort lebenden Menschen zu begreifen. Die einfache und bildhafte Sprache des Autors und seine Gedankengänge werden allerdings ohne kindgerechte Nachbesserungen und Erklärungen des vorlesenden Erwachsenen für Kinder dieser Altersgruppe kaum verständlich sein. Es ist allerdings eine sehr passende Gelegenheit um mit den Kindern in einen kleinen Austausch über das Thema Umweltschutz der Berge und seiner dort lebenden Bevölkerung zu kommen.
Anders sieht es für Kinder ab ca. neun Jahren aus. Sie können meist schon fremde Texte eigenständig lesen und werden viel Freude und eigene Gedanken zum Buch und Thema entwickeln können.
Meine Bewertung: VIER **** Sterne für dieses wunderbar illustrierte Kinderbuch.
Herzlichen Dank an den Autor und den *Bergwelten Verlag* aus der Benevento Gruppe für die Zusendung des sehr schönen Rezensionsexemplars!
ISBN-13 9783710402593
240 Seiten / 198 mm x 246 mm
Servus Erscheinungstermin: 13.10.2020 (Nachdruck: 28.10.2021)
INHALT/KLAPPENTEXT: Besinnliche Adventszeit: Mit Rezepten und Deko-Ideen die Vorfreude genießen
Weihnachten ist eine Zeit voller Bräuche und Traditionen, oft verbunden mit Kindheitserinnerungen, die besonders durch ganz bestimmte Gerüche wieder ganz nahe sind: Wenn es nach Bratäpfeln, Zimt und Tannennadeln duftet, kommt ganz automatisch Weihnachtsstimmung auf. Die österreichische Spitzenköchin Johanna Maier erzählt in ihrem Buch ganz persönlich, was Weihnachten für sie zur schönsten Zeit im Jahr macht.
Johanna Maier
Als erste und bislang einzige Frau wurde Johanna Maier vom Gault Millau mit vier Hauben sowie vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet. Für viele Gourmets gilt sie daher als „beste Köchin der Welt“. 2010 erfüllte sich die vierfache Mutter ihren Lebenstraum einer eigenen Kochschule und schloss 2015 die Ausbildung zur Praktikerin der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEH) ab. Das Wissen um gesunde Ernährung wendet sie mit Leidenschaft in ihrer Küche an.
SONSTIGE AUFNAHMEN VON
Uschi Korda
Uschi Korda ist eine der renommiertesten Kochbuchautorinnen Österreichs. Die gebürtige Wienerin lebt ihre gastrosophische Kompetenz landauf, landab bei der Suche nach unseren kulinarischen Wurzeln aus.
MEIN LESEEINDRUCK: Endlich ist es wieder soweit! Das waren meine ersten Gedanken zum Advent, als ich das wunderschöne Buch von Johanna Maier und Uschi Korda auspacken durfte. Ein stimmiges Buch zu dieser schönsten Zeit des Jahres haben uns beide Autorinnen geschenkt. Es ist ein sehr persönliches Buch von Johanna Maier, die sich nicht scheut von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit der eigenen Familie, den Kindern und Enkelkindern zu berichten. Denn nun hat sie Zeit. Nach einem arbeitsreichen und erfüllendem Leben in der Salzburger Gastronomie gibt sie alte Bräuche, Traditionen und Lebensanschauungen an ihre Familie wieder und gleichzeitig auch an uns Leser*rinnen mit diesem Buch. Heimelige und künstlerisch sehr gelungene Fotos von Uschi Korda begleiten die einzelnen Artikel und Abschnitte im Buch. Es ist ein Schatz, den man getrost an die nächste Generation in der Familie weitergeben kann, denn er ist zeitlos, unterliegt nicht dem immer wechselnden weihnachtlichen Mainstream, seien es die Farben der Kerzen oder/und neue Anleitungen zum Feiern dieses traditionellen Festes.
Johanna Maier erzählt ausführlich von den Gebräuchen, Gerüchen und Geschmäckern ihrer Kindheit - verbunden mit Gedanken an Eltern und Grosseltern. Der heilige Abend als Höhepunkt der stillen und oft auch arbeitsreichen Adventszeit wird sehr schön aus der Erinnerung geschildert. Alte Rezepte werden ( immer für vier Personen) genauestens beschrieben und animieren zum Nachmachen. Es sind herzhafte Gerichte, wie zum Beispiel die traditionelle Mettensuppe, süsse Buchteln, Gebäck in vielen kreativen Ausführungen und Vorschläge für ein gelungenes Weihnachtsmenü.
Alte Lieder, Gedichte und die stimmungsvollen Fotos von Uschi Korda bringen Abwechslung in diese herrliche kulinarische und gedankliche Weihnachtsreise. Auch das Basteln von kleinen Mitbringseln und weihnachtliches Dekorieren des Hauses werden liebevoll und ausführlich gezeigt. Die Anleitung zur Herstellung eines *Kranz der Freude* hat mir besonders gut gefallen und ich zeige sie gerne in einem Foto.
*Werbung, unbezahlt*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: The Fourth Shore
Originalverlag: Fleet
Taschenbuch, Klappenbroschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-35999-4
Erschienen am 10. Mai 2021
INHALT/ KLAPPENTEXT: Rom, 1929. Mit siebzehn lässt Liliana ihre italienische Heimat hinter sich und reist voller Abenteuerlust mit dem Schiff nach Tripolis. Als sie an der Reling steht und auf die verheißungsvolle weiße Stadt blickt, ahnt sie noch nicht, was sie im italienisch besetzten Libyen erwartet: Eine Freundschaft mit der wunderschönen, wilden Beduinin Farida und eine verhängnisvolle Affäre mit Ugo, einem Oberst der Luftwaffe und überzeugtem Faschisten. Unweigerlich verknüpfen sich drei Schicksale und münden in eine unaufhaltsame Katastrophe, die Lilianas Leben und das ihrer Familie für immer prägen wird.
Virginia Baily studierte Italienisch, Französisch und Englisch und leitet eine Zeitschrift für Kurzgeschichten, die sie mitbegründete. Neben dem Schreiben gilt ihre Leidenschaft Reisen nach Afrika und Italien. Im ersten Licht des Morgens schrieb sie während eines langen Aufenthalts in Rom. Der Roman wurde in England zum Bestseller und erscheint in zwölf Ländern. Heute lebt die Autorin im südenglischen Exeter.
Mein Leseeindruck: Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen und zwar in den Jahren 1924, 1929 und 1980. Wir begleiten die junge Liliana in die nordafrikanische bunte Welt von Libyen und erleben ihre Lebensgeschichte zusätzlich aus der Sicht mehrerer Protagonisten. Die damalige Zeit, in der faschistische Strömungen in Italien und Libyen aufkamen, gibt durch die Schilderungen im Buch einen tiefen Einblick in die politischen Zustände. Aufmerksames Lesen ist unbedingt erforderlich, denn die Autorin springt oft unvermittelt in den Zeiten und zwischen den Erzählungen und Wahrnehmungen verschiedener Protagonisten hin und her. Das empfand ich als störend, schwierig, verwirrend und ab und an sogar langweilig, obwohl der Schreibstil der Autorin zu Beginn des Romanes gefällig und angenehm wirkt.
Mit der Charakterdarstellung der jungen und später auch älteren Liliana bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie erschien mir oberflächlich, leicht beeinflussbar und ihre sexuelle Hörigkeit zum faschistischen Oberst Ugo eher abstossend. Schade, denn das Thema des Buches mit dem geschichtlichen Hintergrund und der Verknüpfung von Italien und Libyen im Faschismus ist weitgehend unbekannt und verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit.
Fazit: Ich möchte diesem Buch drei *** Sterne geben.
Vielen Dank an den Diana Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar.
*Werbung, unbezahlt*
Hörbuch
5 Std. 20 Min.
erschienen am 28. Juli 2021
Inhalt / Klappentext: Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.
Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman ›Irgendwann werden wir uns alles erzählen‹, der von Emily Atef verfilmt wird. Ihr letzter Roman, ›Die Liebe im Ernstfall‹, stand monatelang auf der Bestsellerliste und wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Daniela Krien lebt mit ihren zwei Töchtern in Leipzig.
Mein Höreindruck: Dagmar Manzel, die Erzählerin des Hörbuches hat es mit ihrer ruhigen und angenehmen Stimme verstanden, mich stundenlang zu faszinieren. Diese erzählende Geschichte der 30 jährigen Ehe von Rahel und Peter beginnt mit einer aktuellen Katastrophe, die man als Metapher verstehen kann. Die gebuchte Ferienwohnung in einem Haus in den Bergen brennt völlig aus und das Ehepaar verschiebt nun ihr Ferienziel in die Uckermarck, wo sie Haus und Hof der langjährigen Freunde Viktor und Ruth hüten. Das Buch spielt in der Wendezeit zu Beginn der neunziger Jahre. Die Psychologin Rahel und der Literaturwissenschaftler Peter haben den größten Teil ihrer Ehe aber in den Jahren der ehemaligen DDR verbracht, verbunden in einer engen Freundschaft mit Viktor und Ruth.
Es brennt in ihrer Beziehung, allerdings nicht mehr in Leidenschaft , sondern eher mit zerstörerischer Kraft und Heftigkeit. Eine leise Erzählung mit vielen feinen Untertönen und Schwingungen hat die Autorin Daniela Krien dargelegt. Verborgene und verdrängte Beziehungsprobleme der beiden Protagonisten Rahel und Peter kommen an die Oberfläche des Bewusstseins und stellen vieles in Frage. Auch die Beziehung der Elternschaft zu den Kindern Selma und Simon. Sie wird rückblickend im Hörbuch aufgerollt. Hauptsächlich von Rahel, der erzählenden professionellen Psychologin, die aber im Umgang mit ihrer Familie höchst hilflos und emotionslos erscheint. Peter, eigentlich der ruhende Pol der Familie, kommt mit den neuen Gepflogenheiten nach der Wende nicht mehr mit den jungen Leuten an der Uni zurecht und resigniert in seiner Lehrtätigkeit, welche zusätzlich im privaten Bereich zu einer gewissen Starre und Passivität führt. Für mich war diese Familiengeschichte ein spannendes Zeugnis auch der damaligen *Zeit der Wende* . Die unterschiedlichen Lebensansichten von Eltern und Kindern, sowie der unterschiedlichen Gesellschaftssysteme prallen hart aufeinander.
Finden die Eltern und Partner Peter und Rahel wieder wie in alten Tagen zueinander? Wie entwickelt sich die weitere Beziehung zu den erwachsenen Kindern und Enkeln? Das alles ist in diesem sehr gutem Roman fesselnd und spannungsgeladen zu erfahren.
Mein Fazit: FÜNF ***** Sterne für diese hervorragende Familienerzählung.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung des Audiobuches!
Hardcover Leinen 224 Seiten
erschienen am 25. August 2021
978-3-257-07166-5
INHALT/KLAPPENTEXT: Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist. Viel zu klug und liebenswürdig. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er.
Stefanie vor Schulte, 1974 in Hannover geboren, ist studierte Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Marburg. ›Junge mit schwarzem Hahn‹ ist ihr erster Roman. Junge mit schwarzem Hahn im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals Hamburg für ›Klaus-Michael Kühne-Preis‹ nominiert, 2021
Mein Leseeindruck: Ein phantastisches , schönes und zugleich erschreckendes Märchen für Erwachsene hat uns die Autorin mit ihrem Debüt Roman geschenkt. Ein unwiderstehlicher Lesesog hat mich in eine Geschichte, die vor ca. fünfhundert Jahren spielt, hineingezogen. Prägnante Sätze mit mehreren Hintergründen, oft mit einem schmunzelndem und liebenswürdigem Humor vom Protagonisten Martin ausgestattet, lockern die grausamen Kriegs- und Armutsbetrachtungen dieser unruhigen Zeit auf. Es sind die Charaktere unterschiedlicher Menschen, die dem Buch Würze und Atmosphäre geben. Da sind drei bodenständige Männer aus Martins Dorf, die dem unschuldigen Kind und seinem praktischen Rat eine neue Kirchentür zu bauen, vertrauen. Und doch spüren sie unterschwellig ihre eigene naive Unfähigkeit klug und praktisch zu denken, da sie von Aberglauben und von einer damals üblichen Kirchenhörigkeit total beeinflusst sind. Alle Dorfbewohner misstrauen auch Martin, der als dreijähriges Kind einer Tragödie beiwohnen musste und seit dieser Zeit eine enge Freundschaft mit einem schwarzen Hahn pflegt, der immer bei ihm am Körper oder auf seiner Schulter lebt. Nur die junge und hübsche Franzi, die im Wirtshaus bedient, ist dem jungen Martin gut zugetan.
Martin sieht eine Chance diesem unguten Dorfklima zu entkommen und begibt sich mit dem Kirchenmaler auf eine gefährliche Reise um eine Mission zu erfüllen.
Schwarze , unheimliche Reiter entführen seit langer Zeit plötzlich und unerwartet immer wieder Kinder und verschleppen sie in unbekannte Gefilde. Martin möchte diesen merkwürdigen und traurigen Geschehnissen auf den Grund gehen und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise,,,,,,
Fazit: Eine wunderbare, Hoffnung gebende Geschichte des Mittelalters, gewürzt mit Humor und offenem, liebenswürdigen Menschenverstand. Fünf ***** Sterne für dieses grossartige Lesevergnügen.
Vielen Dank für das gebundene Rezensionsexemplar!
*Werbung unbezahlt*
ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 288 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-28124-0
Erschienen am 13. September 2021
Inhalt/Klappentext: Eine furchtbare Entscheidung, die hundert Jahre zurückliegt. Eine ausgelöschte Familie. Und ein Dorf, das bis heute schweigt.
1995, ein idyllisches Dorf in Oberbayern. Kurz vor Weihnachten geschieht dort ein bestialischer Mehrfachmord. Drei Menschen sterben, der Täter begeht Suizid, die Polizei kommt zu dem Schluss, dass „Hass“ das Mordmotiv gewesen ist, und stellt die Ermittlungen ein. Doch woher kommt dieser unbändige Hass?
Christiane Tramitz, selbst in diesem Ort aufgewachsen, macht sich auf die Suche und stößt auf furchtbare Ereignisse, die über hundert Jahre zurückliegen: Alles begann mit einer jungen Frau, einer unglücklichen Liebe und einer tragischen Entscheidung, die sich über zwei Generationen hinweg auswirkte und in die ebenso grauenhafte wie verzweifelte Tat mündete. Basierend auf dieser wahren Geschichte und ihren eigenen Recherchen hat die Bestsellerautorin einen True-Crime-Roman geschrieben, der den alten Fall neu aufrollt – abgründig, erschütternd und packend.
Christiane Tramitz wuchs in Oberbayern in einem kleinen Dorf auf, zeitweise auch in den rauen Ötztaler Alpen. Zudem sammelte sie während ihrer Berliner Zeit ausreichend Großstadterfahrung. Ihre Leidenschaft gilt dem Reisen, den Menschen und, seit über 30 Jahren, dem Schreiben. Nachdem die promovierte Verhaltensforscherin zahlreiche Sachbücher über menschliches Verhalten verfasst hatte, wandte sie sich vermehrt dem Genre True Crime bzw. Tatsachenroman zu. Neben den Erfolgstiteln »Irren ist männlich« und »Unter Glatzen« verfasste sie auch den Spiegelbestseller »Harte Tage, gute Jahre«. Für ihre Veröffentlichung über Straßenkinder erhielt sie den Karl-Buchrucker-Förderpreis. Die Autorin hat zwei Kinder und lebt in Oberbayern.
Mein Leseeindruck: Auch hinter der scheinbar heilen Idylle eines Dorfes, in einer wunderbaren Landschaft, lauern oft die Grausamkeit , das Verbrechen, die Unmenschlichkeit! So geschehen nach einer wahren Begebenheit. Intelligent und offen aufgegriffen von der Autorin Christiane Tramitz. Der Lesesog ist magisch und fesselnd, da ihr Schreibstil ein wenig der bayrischen Mundart angeglichen ist. Aber doch lesbar, packend und verständlich für jede*n Leser*in.
Sie beschreibt die Atmosphäre eines kleinen, hübschen Dorfes in Oberbayern sowie die Beziehungen seiner Bewohner zueinander während eines Zeitraums von ca. einhundert Jahren. Neben den Genres Kriminalroman, Heimatroman hat sie damit auch ein Stück Zeitgeschichte des 20. Jahrhundert aufgeblättert. Die Armut nach dem 1. Weltkrieg, der aufkommende Faschismus in der NS - Zeit unter den *kleinen Leuten* im dörflichen Leben bekommen einen wichtigen Raum im Buch. Und doch geht sie in ihrem Roman zu Beginn sehr auf die Liebes - Beziehungen der Protagonisten Vroni Zinsmayer und des Lenz Binder ein. Mit ihrer unglücklichen Liebe zueinander beginnen alle Beziehungs-Verwicklungen und die darauf folgenden unglücklichen Ereignisse im Dorf. Die Zeiten ändern sich im Verlauf des Buches. Nur die Charaktere der Menschen nicht. Sie werden mit ihren negativen und positiven Eigenschaften im Roman der jeweiligen Zeitströmung angepasst. Psychologisch scharf und genau von der Autorin gezeichnet.
Alois Trachsler, der alte Kräutermann beobachtet und sinniert darüber, spielt eine unheimliche Rolle im Dorf, wird von allen bewundert, akzeptiert und doch für verrückt gehalten. Sein plötzliches Verschwinden in der NS-Zeit klagt offen an.
Mich hat dieses Buch beeindruckt, da es das Grauen und die Unmenschlichkeit unter der heilen Oberfläche des Lebens anprangert. Nicht nur auf dem Dorf. Offen einsehbar, für jeden aufmerksamen Leser*in fassbar und erschütternd.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen True Crime Roman.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
*Werbung, unbezahlt*
Herausgeber : Servus; 1. Edition (19. Oktober 2021)
Sprache : Deutsch
Broschiert : 240 Seiten
ISBN-10 : 3710402905
ISBN-13 : 978-3710402906
Abmessungen : 21.9 x 2.5 x 26.7 cm
Inhalt/Klappentext: Ins Rampenlicht mit Kraut und Rüben: Kreative Rezepte mit Gemüse
Ob Grünkohl, Rote Rüben oder Sellerie: Viele heimische Gemüsesorten stecken voller gesunder Inhaltsstoffe und stehen auch im Winter aus regionalem Anbau in hoher Qualität zur Verfügung. Dennoch wird Wintergemüse in der Küche oft stiefmütterlich behandelt. Dieses Kochbuch zeigt: Karotte, Kraut und Kohl können so viel mehr sein als eine langweilige Sättigungsbeilage!
Neben klassischer Hausmannskost wie Stöckelkraut und Kürbisgulasch finden Sie hier zahlreiche Rezeptideen, die Sie überraschen werden: Lassen Sie sich Rotkrautsoufflé mit Schokosauce auf der Zunge zergehen und verwöhnen Sie Gäste mit leckerem Schwarzwurzel-Curry!
- Wärmend, herzhaft, unwiderstehlich: Gemüse-Rezepte für die kalte Jahreszeit
Uschi Korda ist eine der renommiertesten Kochbuch Autorinnen Österreichs. Die gebürtige Wienerin lebt ihre gastrosophische Kompetenz landauf, landab bei der Suche nach unseren kulinarischen Wurzeln aus.
Erwin Werlberger, heute ein Starkoch, wurde mit der Liebe zum Kochen groß: Aufgewachsen auf einem Bauernhof, der Gäste beherbergte und Vollpension anbot, konnte er seiner Großmutter und Mutter, die auch Kochen unterrichtete, bereits sehr früh in der Küche über die Schulter schauen. Die Lehrzeit absolvierte er beim Stanglwirt in Going am Wilden Kaiser, dann begann seine abwechslungsreiche Ausbildungszeit in diversen Spitzenhäusern: Hotel Mirabeau in Zermatt, Hotel Bareiss in Baiersbronn, Restaurant Tantris in München, Gasthaus Gramshammer in Vail/Colorado, Schloss Fuschl in Hof bei Salzburg, Ikarus in Salzburg und seit 2005 im Gasthaus Winterstellgut in Annaberg im Salzburger Land.
Erwin Werlberger hat für seine Kreativität in der Küche zahlreiche Auszeichnungen überreicht bekommen, darunter 2013 die Trophée Gourmet A la Carte für die „Beste österreichische Küche“.
Mein Leseeindruck: Viele Jahrhunderte, ja gar Jahrtausende haben unsere Vorfahren die kalte und unwirtliche Jahreszeit mit Wintergemüse und/oder Vorratshaltung überlebt. Bisher habe ich nur mit den gängigen Wintergemüsen wie Rotkohl , Weisskohl, Wirsingkohl gekocht und ähnlich sehr bekannte Rezepte und Gemüse benutzt. Manchmal kehrte etwas Langeweile in meine Küche während der Wintermonate ein, da meine Kocherfahrungen und Gerichte immer ähnlich ausfielen. Damit ist es nun endgültig vorbei! Bei der Durchsicht dieses Kochbuches, ausgestattet mit wunderschönen Bildern und Wintereinstimmungen, habe ich tolle neue Ein-und Durchblicke gewonnen. Chicorée, Karotte, Grünkohl, Rotkraut, Pastinake, Schwarzwurzel, Rote Rübe, Chinakohl, Weißkraut, Kürbis, Sellerie, Topinambur, Kohlsprossen, Radicchio, Petersilienwurzel und Wirsing bekommen in diesem Kochbuch einen wunderbaren Auftritt!
Die beiden Autoren teilen ihr jahrzehntelanges Know-How und vor allem neue Koch Kreationen mit den Leser*innen. Sechzehn Gemüsesorten werden in ansprechenden Bildern vorgestellt, ihre Herkunft erklärt und es wird von ihrer Tauglichkeit aus einer neuen und kreativen Winterküche berichtet. Über den Anbau im eigenen Garten und die Konservierung für die Vorratshaltung wird ebenso klar und deutlich erzählt. Es sind alles Gemüsesorten die in unserem Klima regional angebaut werden können. Gute, verständliche Anleitungen, sowie praktische Tipps vervollständigen diesen angenehmen und begeisternden Eindruck.
Besonders beeindruckend fand ich dass aus allen Gemüsesorten auch ein süsser Nachtisch bereitet werden kann wie zum Beispiel Kübiskernparfait mit Topfencreme oder ein Rotkrautsoufflé mit Schokosauce. Die Aufzählung aller Möglichkeiten für einen gesunden und schmackhaften Nachtisch sind sehr anregend für den Gaumen und es wird sicher einige Zeit dauern alles nachzukochen und/oder auszuprobieren.
Und nun zur Vorratshaltung! Ein Wirsingaufstrich oder Schwarzwurzelchips waren mir bisher unbekannt und warten nun wie viele andere Köstlichkeiten auf ihre Zubereitung. Hier ein Rezept zum Ausprobieren, im Buch auf Seite 220 zu finden:
Grünkohlpesto:
200 g Grünkohl
150 g Pinienkerne, geröstet
150 g Parmesan, fein gerieben
50 g halbgetrocknete Paradeiser (Tomaten)
300 ml Olivenöl
Saft von 1/2 Limette
1 Msp. schwarzer Pfeffer
ZUBEREITUNG: Grünkohl putzen und klein schneiden. In Salzwasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken, damit er die Farbe behält. Abseihen, das Wasser auspressen und trockentupfen. Grünkohl mit den restlichen Zutaten in der Küchenmaschine mixen und abschmecken. In saubere Gläser füllen und sterilisieren oder portionsweise in Gefrierbeutel füllen und einfrieren. Gläser halten im Kühlschrank verschlossen 6 Monate. Passt für Nudelgerichte und in Salaten.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses aussergewöhnlich und besondere Kochbuch für die Wintermonate!
Herzlichen Dank an die Autor*innen und den Servus Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar! Es wird einen Ehrenplatz in meinem Kochbuchregal bekommen.
Der Roman zum Buchmessengastland Kanada 2021
*Werbung, unbezahlt*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Französischen von Sonja Finck
Originaltitel: Manikanetish
Originalverlag: Mémoir d'encrier, Montreal 20217
Hardcover mit Schutzumschlag, 144 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-570-10382-1
Erschienen am 04. Oktober 2021
Inhalt /Klappentext: Yammie lässt das Stadtleben und ihren Freund Nicolas hinter sich, um im First-Nation-Reservat Uashat als Lehrerin zu arbeiten. Ist sie noch eine Innu, wie die indigene Bevölkerung im Norden des Staates Québec genannt wird, oder ist sie durch Erziehung und Studium der französischen Sprache schon „zu weiß“ geworden? Kann sie als junge Lehrerin den Heranwachsenden, deren Zukunft von Alkohol und Depressionen überschattet ist, Perspektiven bieten? Nach einem ereignisreichen Jahr sind die Schüler Yammie ans Herz gewachsen. Und sie erkennt, dass nicht nur die Jugendlichen gereift sind, sondern dass auch sie sehr viel von ihnen gelernt hat. Gefühlvoll und authentisch – dieser Roman erzählt vom Leben der kanadischen Ureinwohner, von ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen. Der C. Bertelsmann Verlag dankt dem Canada Council for the Arts für die Förderung der Übersetzung. We acknowledge the support of the Canada Council for the Arts. Nous remercions le Conseil des arts du Canada de son soutien.
Naomi Fontaine, geboren 1987 in Uashat, ist die bekannteste indigene frankokanadische Schriftstellerin der Gegenwart und eine der wenigen First-Nation-Autorinnen und Autoren, die auf Französisch schreiben. Als Kind verließ sie mit ihrer Mutter das Reservat, um in Québec-Stadt zu leben, wo sie Pädagogik studierte. Ihr Debüt »Kuessipan« erschien 2011 und wurde preisgekrönt und verfilmt. »Die kleine Schule der großen Hoffnung«, ihr zweiter Roman, stand 2018 auf der Shortlist des renommiertesten kanadischen Literaturpreises, des Governor General's Award und war auch in Frankreich ein großer Erfolg. Das Buch wird derzeit als Fernsehserie verfilmt.
Mein Leseeindruck: Einhundertundvierzig Seiten die das Herz berühren und einen prägenden Eindruck über das heutige seelische Befinden jugendlicher Innu, einer indigenen Bevölkerungsgruppe Kanadas vermitteln. Die Wurzeln der Autorin Naomi Fontaine reichen tief in die Vergangenheit dieser Bevölkerungsgruppe hinein und doch hat sie sich durch ihre Erziehung in einer Grossstadt unter sogenannten *Weißen* sehr weit vom Denken und Handeln ihrer Angehörigen entfernt.
Yammie, die junge Lehrerin muss selber wieder lernen mit ihren jungen Schülern des Reservates in einen neuen Dialog zu treten. Und es gelingt ihr. Die Autorin bringt sehr viele, wohl auch biografische Erfahrungen, in ihre kurzen, knapp und doch einprägenden Kapitel hinein. Der Roman lässt sich sehr gut lesen und auch verstehen. Er gibt einen klaren Überblick über die heutigen Probleme, Sehnsüchte und Wünsche der jungen First-Nation-Generation, die durch Alkohol und Drogen stark gefährdet ist.
Eine schriftliche Kultur der Innu ist und war nie vorhanden - alles wurde jahrhundertelang mündlich vermittelt. Doch durch die harschen Erziehungsmethoden der staatlichen Behörden in der Neuzeit wurde den Kindern oft von klein auf verboten zum Beispiel in ihrer Muttersprache zu reden. Sie wurden ihren Familien entfremdet, mussten Internate und Schulen weit entfernt von ihrer gewohnten Umgebung besuchen. Ihnen wurde kurzerhand die Kultur der Frankokanadier übergestülpt. Doch die Suche dieser Bevölkerungsgruppe nach ihren Wurzeln ist nicht verloren gegangen - ich hoffe sie werden sich ihren Weg in unserer Welt erkämpfen und ihre alten Werte und Lebensansichten wiederfinden. Dieses Buch macht Hoffnung!
Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne!
Danke für die Zusendung des Rezensionsexemplars!
*Werbung unbezahlt*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Elfriede Peschel
Originaltitel: The Book of Two Ways
Originalverlag: Ballantine Books, New York 2020
Hardcover mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 18 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-570-10415-6
Erschienen am 30. August 2021
Inhalt/Klappentext: Dawn Edelstein hatte sich einst bei Ausgrabungen in Ägypten in einen Kollegen verliebt, mit dem sie alte Grabtexte entschlüsselte. Bis ein Telefonanruf ihr Leben komplett umkrempelte. Fünfzehn Jahre später ist Dawn verheiratet, hat eine Tochter im Teenager-Alter und arbeitet in Boston als Sterbebegleiterin. Als sie einen Flugzeugabsturz überlebt, drängt sich ihr die Frage auf, ob das gute Leben, das sie hat, noch viel besser hätte sein können. Auf der Suche nach der Antwort kehrt sie nach Ägypten zu dem Mann zurück, den sie einst leidenschaftlich liebte.
»Umwege des Lebens«, der beeindruckende neue Roman von US-Bestsellerautorin Jodi Picoult, setzt sich mit den großen Fragen auseinander, die uns in der Lebensmitte beschäftigen: Was ist uns wichtig, mit wem wollen wir leben und wie sterben? Und ist es möglich – und akzeptabel, Entscheidungen zu revidieren und einen anderen Weg einzuschlagen?
Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste standen. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.
Mein Leseeindruck: Ich habe sehr viele Romane der bekannten Bestseller Autorin gelesen und war immer begeistert von ihren Themen, die meist von ernsten und das Herz berührenden Themen handelten. Oft ging es auch um Prozesse, in den Familien verwickelt waren , die um *Gerechtigkeit* zu bekommen, einen beeindruckenden Kampf führten. Der Schreibstil war immer flüssig und angenehm zu lesen , gut zu verstehen, logisch aufgebaut. Sie hat sozusagen zum Leser eine enge Verbindung aufgebaut, fast mit ihm geplaudert.
Doch dieser neue Roman ist völlig anders geschrieben. Sie springt oft in Gegenwart und Vergangenheit der Hauptprotagonistin Dawn unvermittelt und überraschend hin und her , sorgt dadurch für leichte Verwirrungen, macht natürlich auch den Leser*in neugierig auf den Lebensverlauf von Dawn Edelstein. In den ersten siebzig Seiten hatte ich das Gefühl einer wissenschaftlichen Vorlesung über Ägyptologie beizuwohnen. Diese Art des Schreibens gewann im Verlauf des Buches immer wieder die Oberhand. Interessantes wissenschaftliches Wissen wurde vermittelt, aber sicher wird ein grosser Teil der Leser*innen den Roman irgendwann enttäuscht zur Seite legen. Viele Zeichnungen von Hieroglyphen und Abbildungen aus jahrtausendealten Gräbern dieser untergegangen Kultur vervollständigen diesen prägenden Eindruck. Die Beschäftigung der jungen Wissenschaftlerin mit dem Tod und vielen Ritualen dieser alten Kultur gewannen einfach zu viel Platz im Buch. Da der Ehemann Brian ein begeisterter Quantenphysiker von Beruf ist, folgten Vorstellungen und wissenschaftliche Erklärungen auch über diesen komplizierten Wissenschaftszweig der Physik.
Auch die Bindung der Leser*innen zu den Protagonisten*innen Dawn, ihrem Ehemann Brian, der Tochter Meret und dem ehemaligen Kollegen Wyatt hatten für mich nicht die gewohnte Anziehungskraft und Faszination, die sie sonst so gekonnt vermittelt hat. Das Liebesleben mit Wyatt in Ägypten und Dawn's Erzählen über ihre nachfolgende Ehe mit Brian hatten etwas Leidenschaftsloses mit blassen Emotionen. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin die Erinnerung an die Vergangenheit der Jugend aufgefrischt hat - immer in egoistischer Sichtweise und Hoffnung auf den eigenenVorteil und/oder das sogenannte *Glück* im mittleren Lebensalter.
Interessant erschienen mir allerdings die Beschreibungen der beruflichen Erfahrungen von Dawn als Sterbebegleiterin.
Meine Bewertung : Das Buch ist unter einigen Vorbehalten lesenswert und ich möchte es mit vier **** Sternen bewerten.
Herzlichen Dank für die Zusendung des gebundenen Leseexemplars!
*Werbung, unbezahlt *
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Norwegischen von Sylvia Kall, Ina Kronenberger
Originaltitel: Full spredning
Originalverlag: Forlaget
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-75934-7
Erschienen am 16. August 2021
Inhalt/Klappentext: Wie konnte es so weit kommen? Elin – Mitte 50, Allgemeinärztin seit 20 Jahren und genauso lange verheiratet mit Aksel – ist kurzerhand in ihre Praxis gezogen. Während Aksel jede freie Minute mit Skilanglauf verbringt, schickt Elin eines Abends schon leicht angeschickert eine Nachricht an ihren Jugendfreund Bjørn – der antwortet prompt. Elin fühlt sich das erste Mal seit Langem wieder richtig lebendig. Aus Alltagsresignation wird erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. Doch eine langjährige Ehe und das gutsituierte Leben im Reihenhaus lassen sich nicht so leicht abschütteln. Das ist die Ausgangssituation des vielfach ausgezeichneten Romans, der mit entlarvender Ehrlichkeit das Beziehungsleben der modernen Großstädter in mittleren Jahren unter die Lupe nimmt.
Nina Lykke, geboren 1965 in Trondheim, Norwegen wuchs in Oslo auf. Sie studierte Grafik in Kopenhagen, arbeitete als Grafikdesignerin und war von 1997 bis 2003 Redaktionsmitglied der feministischen Zeitschrift »Utflukt«. Ihren Durchbruch als Schriftstellerin hatte Lykke mit ihrem Roman »Aufruhr in mittleren Jahren«, der in Norwegen eines der am meisten besprochenen Bücher des Jahres war.
Mein Leseeindruck: *Alles wird gut* , dieser schöne Titel - der auch eine beliebte Redensart ist, sowie das hübsche Blumencover des Buches hatten mich zum Lesen angeregt und ich hoffte auf einen packenden Wohlfühl Roman mit einem guten, das Gemüt beruhigendem Ende. Leider kam alles ganz anders und völlig unerwartet bei dieser Lektüre.
Elin, Aksel und Bjørn waren für mich Protagonisten , denen ich im Verlauf des Buches nicht meine ganze positive Aufmerksamkeit und Sympathie schenken konnte. Elin, die von der Autorin in den Mittelpunkt der Geschichte gerückt wurde entwickelte sich von Seite zu Seite immer mehr zu einer NO-GO Person. Zu Beginn der Geschichte als etwas überforderte Allgmeinärztin dargestellt, verwandelte sie sich immer mehr in eine boshafte, unfreundliche, gar feindselige Person, die mit ihren Patienten keinen objektiven Umgang wahren konnte. Als eine seit Jahrzehnten gestandene Ärztin hatte ich eigentlich ein anderes Verhalten von ihr erwartet. Statt dessen wurde sie von persönlichen Süchten wie Alkohol Exzessen und einer aufgewärmten Beziehung aus Jugendjahren gebeutelt. Dass sie sich in ihren inneren Monologen nur noch dem Skelett in ihrem Behandlungszimmer öffnen konnte, keine realen Freunde hatte, erschien mir merkwürdig und bedauernswert. Auch Ehemann Aksel und der alte Jugendfreund Bjørn waren keine Ansprechpartner um sie aus ihrer Patientenmüdigkeit herauszuholen. Ihre Affäre mit Bjørn, in die sie aus Versehen hineingerutscht war, quälte sie. Ihr Telefon und ihr Sozial Media Verhalten samt unmässigem SMS-Verkehr mit dem neuen Liebhaber liebte und hasste sie zu gleich. Sie war für mich keine Protagonistin, mit der ich mich als Leser*in identifizieren konnte, sondern eine bedauernswerte und zerrissene Person. Sicher war diese Charakterdarstellung von der Autorin beabsichtigt, leider hat sie mich persönlich damit nicht begeistert. Das Buch und Thema wurden für mich sehr schwer nachvollziehbar und nicht fassbar.
Ihr Schreibstil war flüssig, gut zu lesen und verständlich, hat aber in meinen Augen nicht so gut die Wirklichkeit gespiegelt. Er war in einer schlaksigen Ausdrucksweise verfasst, die ich eher einem Teenie Roman zuordnen würde. Ob dieser Roman tatsächlich eine ehrliche Darstellung des Beziehungslebens der Großstädter im mittleren Lebensabschnitt aufzeigt, vermag ich schwer zu beurteilen und bezweifle das ein wenig.
Meine Lesebewertung: Drei *** Sterne !
Vielen Dank für die Zusendung des Rezensionsexemplar!
*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
320 Seiten
erschienen am 29. September 2021
*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
256 Seiten
erschienen am 29. September 2021
Inhalt/Klappentext: Nach dem Tod ihrer Eltern versucht die Journalistin Louise Brown der Endlichkeit des Lebens etwas Sinnstiftendes abzugewinnen. Sie wird Trauerrednerin und Zeugin dessen, was von uns bleibt. Dies verändert nicht nur ihre Einstellung zum Tod, sondern auch ihre Haltung zum Leben. Louise Brown schenkt uns unvergessliche Bilder, die daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht. Ein tröstendes und befreiendes Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind.
Louise Brown, geboren 1975 in London, zog als Jugendliche mit ihrer Familie ins norddeutsche Ostholstein. Sie studierte Politikwissenschaft in Nordengland, Kiel und Berlin. Sie ist Journalistin und seit einigen Jahren auch als Trauerrednerin in Hamburg tätig. Dort moderierte sie auch das erste ›Death Café‹. In ihrem Podcast ›Meine perfekte Beerdigung‹ spricht sie mit Menschen darüber, wie sie einmal verabschiedet werden wollen. Louise Brown lebt mit ihrem Partner, zwei Kindern und Hund in Hamburg.
Mein Leseeindruck: Ein Buch über Tod und Sterben im Titel. Mancher Leser*in klickt nun sofort weiter, um dieses Tabu Thema gar nicht erst in seinen Gedankenfluss einzulassen. Für mich war es eines der spannendsten, wärmsten und ehrlichsten Bücher des Jahres, ein echtes Highlight und Geschenk.
Zitat auf Seite 223 von den Autoren Tiziano Terzani und Folco Terzani, entnommen aus dem Buch *Das Ende ist mein Anfang: Ein Vater, ein Sohn und die grosse Reise des Lebens* . Übersetzt aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Deutsche Verlags-Anstalt München 2017, S. 15.
"Wenn wir anfangen würden zu graben, fänden wir überall zu Staub zerfallene Knochen, die Überreste des Lebens.Kannst du dir vorstellen, wie viele Abermilliarden von Lebewesen auf dieser Erde gestorben sind? Die sind alle da! (...)Dieser immense Friedhof aber, die Erde, ist wunderschön! Mit all den Blumen, die darauf wachsen, mit all den Ameisen und Elefanten, die darüberlaufen. Er ist die Natur!"
Die Autorin , eine Trauerrednerin und Journalistin hat mit berührender Sanftheit und einem emphatischen Schreibstil über ihre Arbeit , sowie über ihre eigenen Erfahrungen mit dem kurz hintereinander folgendem Tod beider Elternteile berichtet. Sie hat ihren Erfahrungsbericht in drei Teile aufgelistet:
1. Teil Konfrontation mit dem Tod
2. Teil Leben mit der Trauer
3.Teil Die Endlichkeit annehmen
Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Was werden meine Anghörigen nach meinem Ableben über mich berichten und was wissen sie wirklich von mir? Wissen sie eine Wahrheit , die nur meine sein kann? Wahrscheinlich nicht, aber sie werden sich an viele kleine Begebenheiten und Anekdoten aus unserem gemeinsamen (Er)Leben erinnern, sich hoffentlich an fröhliche und unbeschwerte Stunden erinnern. Aber sicher durch Trauerrede und Beisetzung auch die eigene Vergänglichkeit, dunkle Stunden der Verzweiflung und negative Gedanken im gemeinsamen (Er)Leben vor Augen haben.
Diese Aussage hat die Autorin in den Mittelpunkt ihres Buches gestellt - auch mit einer Aussage, die sicher stimmt.
*Der Tod kennt keine Gerechtigkeit*
Und doch hat mich diese Lektüre beruhigt und befreit, mir Mut gemacht über das Thema Tod und Sterben mit vielen Menschen zu reden. Vor allen mit den mir Nahestehenden. Seien es Freunde und/oder die Familie. Nichts bringt Menschen so zueinander wie dieses Thema. Diese Erfahrung hat Louise Brown auch durch den Besuch sogenannter * Death Cafés * gemacht, in denen bei Tee, süssem Kuchen und Kaffee zum Gespräch mit anderen, fremden Menschen ermutigt wird. Eine gute Idee , die sicher viel Zuspruch in grösseren und vielleicht auch kleineren Orten bekommen wird.
Das Buch schenkt dem Leser ruhige und philosophische Lesezeiten , einen flüssigen und warmherzigen Schreibstil, erzählt Fragmente aus den Trauerreden der Autorin, regt zum Nachdenken über ein ganz natürliches Thema an, welches uns alle irgendwann einmal intensiv beschäftigen wird.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese emotional packende Lektüre!
Vielen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!