Sonntag, 14. Februar 2021

Sommerleses Bücherkiste: *Unter Wasser Nacht* - Kristina Hauff

Sommerleses Bücherkiste: Unter Wasser Nacht - Kristina Hauff: Ein atmosphärisches Familiendrama lässt tief blicken Bei Hanser Blau erscheint der Roman "Unter Wasser Nacht" von Kristina Hauf...

Kristina Hauff wurde am Niederrhein geboren. Sie arbeitete als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und am Theater. Unter ihrem echten Namen Susanne Kliem schreibt sie erfolgreiche Kriminalromane. Für „ Unter Wasser Nacht“ verbrachte sie längere Zeit im Wendland und recherchierte in Archiven. Kristina Hauff lebt mit ihrer Familie in Berlin.

*Werbung*




Sonntag, 7. Februar 2021

Biografischer Blog: Velma Wallis: Zwei alte Frauen

Biografischer Blog: Velma Wallis: Zwei alte Frauen: Velma Wallis, geboren 1960 als eines von dreizehn Kindern in Fort Yukon/Alaska, wurde in den traditionellen Werten ihres Volkes, der Athabas...

Donnerstag, 4. Februar 2021

*BLOGPAUSE*

*BLOGPAUSE* ,

meine Lesebrille funktioniert nicht mehr gut. Ich warte auf eine NEUE !




Donnerstag, 28. Januar 2021

*Das Lied des Lebens* - Insel Taschenbuch - Gedicht

Liebe Leser*innen, 

im Moment komme ich mit meinen Lektüren nicht so recht voran und kann diese Woche keine neue Rezi einstellen. Zum Trost ein kleines Gedicht von meinem Lieblingsdichter Hermann Hesse, entnommen aus obengenanntem Büchlein vom Insel TaschenbuchVerlag. Ich find es passend, da wir uns ja auch im Kampf gegen eine Pandemie befinden!


Im vierten Kriegsjahr (Hermann Hesse)


Wenn auch der Abend kalt und traurig ist

Und Regen rauscht,

Ich singe doch mein Lied zu dieser Frist,

Weiß nicht wer lauscht.



Wenn auch die Welt in Krieg und Angst erstickt ,

An manchem Ort

Brennt heimlich doch, ob niemand sie erblickt,

Die Liebe fort. 

Dienstag, 19. Januar 2021

*Winter in Bloomsbury* von Annie Darling erschienen im Penguin Verlag

 

*Werbung , unbezahlt*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Ivana Marinović

Originaltitel: A Winter Kiss In Rochester Mews

Originalverlag: Harper Collins, London 2018

Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10607-4

Erschienen am  28. September 2020


Inhalt/Klappentext: Mattie backt die köstlichsten Weihnachtsplätzchen, doch das Rezept für ihren Traummann hat sie noch nicht gefunden ...


Die himmlischen selbstgebackenen Köstlichkeiten, die Mattie im Tearoom der kleinen Buchhandlung in Bloomsbury serviert, sind weit über die Grenzen des Londoner Stadtteils bekannt. Eigentlich müsste der Dezember mit seinen leuchtend geschmückten Straßen und duftenden Weihnachtsplätzchen für Mattie die schönste Zeit des Jahres sein – wenn ihr vor Jahren nicht ausgerechnet an Heiligabend das Herz gebrochen worden wäre. Es gibt nur eins, was Mattie noch schlimmer findet als die Feiertage: ihren unverschämten, aber gleichzeitig ziemlich attraktiven Kollegen Tom. Doch als mitten im Weihnachtstrubel die gesamte Belegschaft ausfällt, müssen Mattie und Tom den Laden plötzlich ganz allein führen ... 

Annie Darling lebt in einer winzigen Londoner Wohnung, in der man vor lauter Bücherstapeln kaum laufen kann. Ihre großen Leidenschaften sind Liebesromane und ihre Katze. »Der kleine Laden in Bloomsbury« ist Annie Darlings Debüt in deutscher Sprache und der Beginn einer Reihe um eine wunderbare kleine Buchhandlung in Bloomsbury.


Meine Meinung: Dieses Büchlein ist der letzte Band einer vierteiligen Reihe. Jedes Buch kann  man aber auch einzeln für sich geniessen.  Das ansprechende Cover mit dem Schneemann und einem Weihnachtsbaum vermittelt sofort ein gefälliges und leichtes Leseversprechen. Es ist ein absolutes Wohlfühlbuch, welches flüssig und angenehm zu lesen ist und  von der Autorin  romantisch und liebevoll verfasst wurde.

Mattie führt einen kleinen Tearoom in der Nachbarschaft der Buchhandlung *Happy Ends* , liebt den Kundenkontakt und backt wunderbare Scones, Kuchen und Torten. Es ist ihre Leidenschaft  und doch vermisst sie eine persönliche  Liebesbeziehung nach einer bitteren Enttäuschung in ihrem Leben. Plötzlich muss sie sich aus arbeitstechnischen Gründen mit dem Buchhändler Tom auseinandersetzen und erlebt so manche positive und auch negative  Überraschung mit ihm. Es gibt noch einige nette andere Protagonisten wie Posy , die schwangere Inhaberin der kleinen Buchhandlung, sowie die emsige Nina, die sich sehr gerne um die Dekoration des Ladens  und auch des Tearooms kümmert. Ich möchte abschliessend noch die scheue Verity erwähnen, die sich lieber im Hintergrund der Buchhandlung aufhält. 

Das Setting spielt in London zur Vorweihnachtszeit, doch man kann dieses Buch  gern während der gesamten Wintermonate geniessen. Es vermittelt sehr schön diese Atmosphäre und lässt trotzdem der Fantasie des Lesers allen Spielraum.

MEINE BEWERTUNG: FÜNF ***** STERNE für diesen turbulenten und amüsanten Wohlfühlroman!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!


Sonntag, 3. Januar 2021

*Das Flüstern der Bäume* von Michael Christie - erschienen im Penguin Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Stephan Kleiner

Originaltitel: Greenwood

Originalverlag: McClelland + Stewart

Hardcover mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 20 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-328-60079-4

Erschienen am  05. Oktober 2020


Inhalt/Klappentext: Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas

Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder …

Michael Christie, in Thunder Bay, Ontario, geboren, studierte Psychologie und arbeitete in der Obdachlosenhilfe, bevor er 2011 sein Debüt »The Beggar’s Garden« veröffentlichte. »Das Flüstern der Bäume« ist sein zweiter Roman, der mehrfach nominiert wurde, u.a. für den bedeutendsten kanadischen Literaturpreis, den Scotiabank Giller Prize. Michael Christie lebt mit seiner Familie in einem selbst gezimmerten Holzhaus auf der Insel Galiano vor Vancouver.

Meine Meinung: Der mystische Titel hat mich schon magisch angezogen. Seit wann können Bäume flüstern? Doch wenn man allein in einem Wald dem Rauschen der Äste und Blätter länger zuhört, bemerke ich jedesmal wie man mit diesen Lebe -    Wesen und Wahrnehmungen Kontakt zu ihnen aufnehmen kann. Das ist allerdings meine ganz persönliche Meinung  und hat erstmal mit dieser Lektüre nicht viel zu tun. Nun zum Buch! 

In einem Zeitraum von über einhundertdreissig Jahre verfolgen wir in dieser Lektüre  eine Geschichte der Vernichtung, Zerstörung und Missachtung der kanadischen Wälder -  zusätzlich der Wälder unserer bekannten Kontinente der Erde. Unsere Spezie Mensch hat es auf den Primärwald (Urwald) hauptsächlich abgesehen. Diese Wälder erschienen uns Menschen zeitweise bedrohlich und menschenfeindlich.  

Der Autor schildert in seiner Familien-Geschichte Erlebnisse  in einer fiktiven und teilweise dystopischen Schreibweise, auch in der Zukunft. Die sprachgewaltigen und berührenden Ausführungen von Michael Christie faszinieren von Beginn an und schenken  dem Lesefluss einen freudigen und befriedigenden Lauf. Auch unsere Generation erlebt schon trockene Sommer und ungewöhnliche Klimaveränderungen mit Sandstürmen , dem Abschmelzen der Polkappen. Im Buch von Christie haben diese Veränderungen so ein grosses Maß erlangt, dass die Besuche kanadischer Wälder auf ein bestimmtes Größenmass geregelt werden - immer unter der Prämisse des notwendigen Naturschutz , die von Naturparkführern streng reglementiert wurde.  

Die persönliche Familien - Geschichte der Brüder Harris und Everett Greenwood, sowie deren Nachfahren bis in das Jahr 2038 hinein hat mich zwar gefesselt, aber nicht unbedingt begeistert . Diese beiden Protagonisten überzeugten nicht in ihrer Charakterdarstellung und vor allem knüpften sie für mich kein positives Band zu ihren Nachkommen. Durch ihre Handlungen erscheint das ganz natürlich  für ihre Kinder und Enkel  und ist doch schmerzlich - vor allem für die ahnungslose Jacinda, die erst nach und nach von den Verwicklungen ihrer Familie mit den Wäldern erfährt. Für die aufstrebenden Jahre der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden wertvolle Ressourcen für immer vernichtet und durch die Klimaveränderungen können sie kaum wieder hergestellt werden. Das ist die schmerzliche Bilanz, die nach dem Lesen dieses Buches immer stärker in den Fokus des Lesers rückt. Die komplizierte Familiengeschichte spielt den passenden Rahmen für dieses Drama in der Geschichte der Menschheit!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese aufrüttelnde Lektüre.


Herzlichen Dank an den Autor und den Penguin Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!






Freitag, 1. Januar 2021

*Danke*

 


Ich wünsche ein gutes und vor allem gesundes          Lesejahr 2021!

DANKE, möchte ich allen Lesern hier sagen für Eure Treue und Unermüdlichkeit auf meinem Bücherblog immer wieder herumzustöbern. Mein Dank gilt auch den vielen unterschiedlichen Autoren und Verlagen, die mich mit ihren Rezensionsexemplaren so reich beschenken. Ich freue mich über jedes einzelne Werk und sie werden in meinem Bücherregal gehegt und gepflegt, sowie an interessierte Lesefreunde gern ausgeliehen. Habt es gut im neuen Jahr 2021. Ich wünsche uns allen neue und fantasiereiche Lesefunde. 




Freitag, 25. Dezember 2020

*Die Weihnachtsmaus*

 Die Weihnachtsmaus

von James Krüss


Die Weihnachtsmaus ist sonderbar

(sogar für die Gelehrten),

Denn einmal nur im ganzen Jahr

entdeckt man ihre Fährten.


Mit Fallen und mit Rattengift

kann man die Maus nicht fangen.

Sie ist, was diesen Punkt betrifft,

noch nie ins Garn gegangen.


Das ganze Jahr macht diese Maus

den Menschen keine Plage.

Doch plötzlich aus dem Loch heraus

kriecht sie am Weihnachtstage.


Zum Beispiel war vom Festgebäck,

das Mutter gut verborgen,

mit einem mal das Beste weg

am ersten Weihnachtsmorgen.


Da sagte jeder rundheraus:

Ich hab‘ es nicht genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen.


Ein andres Mal verschwand sogar

das Marzipan von Peter;

Was seltsam und erstaunlich war.

Denn niemand fand es später.


Der Christian rief rundheraus:

ich hab es nicht genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen!


Ein drittes Mal verschwand vom Baum,

an dem die Kugeln hingen,

ein Weihnachtsmann aus Eierschaum

nebst andren leck’ren Dingen.


Die Nelly sagte rundheraus:

Ich habe nichts genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen!


Und Ernst und Hans und der Papa,

die riefen: welche Plage!

Die böse Maus ist wieder da

und just am Feiertage!


Nur Mutter sprach kein Klagewort.

Sie sagte unumwunden:

Sind erst die Süßigkeiten fort,

ist auch die Maus verschwunden!


Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,

sobald der Baum geleert war,

sobald das letzte Festgebäck

gegessen und verzehrt war.


Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,

– bei Fränzchen oder Lieschen –

da gäb es keine Weihnachtsmaus,

dann zweifle ich ein bißchen!


Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!

Das könnte euch so passen!

Was man von Weihnachtsmäusen denkt,

bleibt jedem überlassen.





Donnerstag, 24. Dezember 2020

*Der heilige Abend*

 



Ich wünsche allen Leser*innen ein gesegnetes und gesundes Weihnachtsfest !


Weihnachten


Markt und Straßen stehn verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh’ ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.


An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.


Und ich wandre aus den Mauern

Bis hinaus in’s freie Feld,

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!


Sterne hoch die Kreise schlingen,

Aus des Schneees Einsamkeit

Steigt’s wie wunderbares Singen –

O du gnadenreiche Zeit!


(Joseph von Eichendorff)

Sonntag, 20. Dezember 2020

* 4. Advent *

 


Knecht Ruprecht


Ruprecht: Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.
Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.


(Theodor Storm)



Sonntag, 13. Dezember 2020

* 3. Advent *

 Die weiße Weihnachtsrose


Wenn über Wege tief beschneit

Der Schlitten lustig rennt,

Im Spätjahr in der Dämmerzeit,

Die Wochen im Advent,

Wenn aus dem Schnee das junge Reh

Sich Kräuter sucht und Moose,

Blüht unverdorrt im Frost noch fort

Die weiße Weihnachtsrose.


Kein Blümchen sonst auf weiter Flur;

In ihrem Dornenkleid

Nur sie, die niedre Distel nur

Trotzt allem Winterleid;

Das macht, sie will erwarten still,

Bis sich die Sonne wendet,

Damit sie weiß, daß Schnee und Eis

Auch diesmal wieder endet.


Doch ist's geschehn, nimmt fühlbar kaum

Der Nächte Dunkel ab,

Dann sinkt mit einem Hoffnungstraum

Auch sie zurück ins Grab.

Nun schläft sie gern, sie hat von fern

Des Frühlings Gruß vernommen,

Und o wie bald wird glanzumwallt

Er sie zu wecken kommen!


Hermann Lingg (1820 - 1905), seit 1890 Ritter von Lingg, deutscher Dichter, Mitglied des Münchener Dichterkreises »Die Krokodile«, verfasste u. a. das Epos »Die Völkerwanderung«


Quelle: Lingg, H., Gedichte. zwischen 1853 und 1885






Sonntag, 6. Dezember 2020

*2. Advent*

 Advent


Es treibt der Wind im Winterwalde

die Flockenherde wie ein Hirt 

und manche Tanne ahnt, wie balde

sie fromm und lichterheilig wird,

und lauscht hinaus. Den weißen Wegen 

streckt sie die Zweige hin – bereit, 

und wehrt dem Wind und wächst entgegen

der einen Nacht der Herrlichkeit.


Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker; gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne


Quelle: Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1913




Dienstag, 1. Dezember 2020

*Advent*


Letzte Blüten

Noch eine Ros' am kahlen Strauch
Fand im Advent ich aufgeblüht,
Noch eines Liedes zarter Hauch
Klang mir verstohlen im Gemüt.

Der Rose Blätter taumeln hin,
Da ich sie kaum berührt, ins Beet,
Das Liedchen schwand mir aus dem Sinn –
Für Sommerkinder ist's zu spät!

Paul Heyse (1830 - 1914), eigentlich Paul Johann Ludwig von Heyse, deutscher Romanist, Novellist und Übersetzer, Nobelpreisträger für Literatur 1910

Quelle: Heyse, P., Gedichte. Ein Wintertagebuch. Entstanden 1901-1902, Erstdruck 1903




 

Sonntag, 22. November 2020

*Dieses ganze Leben* von Raffaella Romagnolo

 

*Werbung, unbezahlt*

Hardcover Leinen

272 Seiten 

erschienen am 28. Oktober 2020 

Inhalt /Klappentext: Paola passt nicht in diese Welt, findet sie. Wo Glanz und Erfolg das Maß vorgeben, hält sie sich lieber an ihren Bruder, der im Rollstuhl sitzt, gerne Schach spielt und auf Likes pfeift. Auf Verordnung ihrer Mutter muss Paola täglich mit Richi an die frische Luft. Eine gute Gelegenheit, der Enge der elterlichen Villa zu entfliehen und Gegenden zu erkunden, wo Paola das wahre Leben vermutet – das so ganz anders ist, als sie dachte.

Raffaella Romagnolo, geboren 1971 in Casale Monferrato. Sie unterrichtet Geschichte und Italienisch an einem Gymnasium. Seit 2007 schreibt sie auch Romane – mit Erfolg. Ihr Roman ›Bella Ciao‹ sorgte international für Aufmerksamkeit und erschien in zahlreichen Sprachen. Für ›La figlia sbagliata‹ war sie für den Premio Strega nominiert, ebenso mit ihrem Jugendbuch ›Respira con me‹. Raffaella Romagnolo lebt in Rocca Grimalda im Piemont.

Auszeichnungen
 Respira con me ist für den ›Premio Strega‹ nominiert, 2020
 La figlia sbagliata war für den ›Premio Strega‹ nominiert, 2018

Meine Meinung:  Schon immer sind es junge Menschen gewesen, die der aktuellen Welt kritisch und den jeweiligen Gesellschaftsentwicklungen abwägend gegenüber stehen. So ergeht es auch Paola, von  engen Freunden auch liebevoll Paoletta genannt. Sie ist ein ausserordentlich nachdenkliches junges Mädchen von sechzehn Jahren - am Übergang zum Erwachsenendasein. Doch was heisst das wirklich? Paola ist auf der Suche nach Wahrheit. Wahrheit über sich selber, ihren Körper und Geist, ihren behinderten, im Rollstuhl sitzenden Bruder Richie, den sie verantwortungsvoll liebt und beschützt - sogar vor den gemeinsamen Eltern. Das Verhältnis zu Mutter und Vater ist gespalten. Die Familie ist ausserordentlich reich, hat keine Alltagssorgen , auch Paola und Richie nicht. Sie vermisst nur eines für sich und den Bruder. Liebe und Anerkennung durch die Familie.  

Jedoch die lange fügsam gebliebene Paoletta rebelliert endlich. In erster Linie gegen die dominante Mutter, die Paola auf den angepassten Weg des Gehorsams und KLASSENDENKENS  lenken möchte. Paola verheimlicht zum Beispiel gierige Essattackeneinkäufe von Fast Food, die sie auf ihren von der Mutter verordneten Spaziergängen zusammen mit ihrem Bruder Richie tätigt. Aber das ist nur ihr äusserliches Aufbegehren gegen ihre Figurprobleme  und die strengen Regeln der Mutter mit ihrem sogenannten *Babyspeck*.  Auch Vater und Grossvater, bedeutende und einflussreiche Geschäftsmänner und Baulöwen kommen nicht gut weg in Paolas Bewertungssystem. Einzig die Grossmutter schafft es durch ihre Unkonventionalität  Anerkennung von ihr zu bekommen. Und plötzlich entdeckt Paola die Liebe, ein zart wachsendes Pflänzchen in ihrem  Herzen zu einem Jungen aus einer anderen Gesellschaftsschicht. Ihre Selbstliebe und ihr Selbstbewusstsein wachsen und bilden sich neu aus durch diese Erfahrungen.  Antonio und seine Familie sind nicht reich, sie wohnen in einem heruntergekommenen  Hochhausviertel, welches von Paolas Familie erbaut wurde. Doch was geschieht oder geschah in dieser Welt, diesem Leben der Klassen-Gegensätze und vielleicht sogar grässlichen Geheimnisse. Paola forscht nach, hält die Augen offen und findet das Unglaubliche. Ihre kindliche Unschuld wird schwer beschädigt und sie begegnet  einer für sie neuen Realität von Betrug und Verbrechen,,,,,

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für dieses Buch über die Suche der Jugend nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Anerkennung, Selbstfindung und Liebe zu sich und anderen Mitmenschen. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des wunderbar handlichen und gebundenen Rezensionsexemplars !   

Montag, 16. November 2020

*Was der Fluss erzählt* von Diane Setterfield, Hörbuch MP3-CD

 

*Werbung unbezahlt*

Aus dem Englischen von Anke & Eberhard Kreutzer

Originaltitel: Once upon a River (Atria Books)

Originalverlag: Blessing

Hörbuch MP3-CD, 2 CDs, Laufzeit: 13h 45min

ISBN: 978-3-8371-5272-2

Erschienen am  19. Oktober 2020

Inhalt / Klappentext: Eine stürmische Winternacht im England des späten 19. Jahrhunderts: In der Gaststube des „Swan“ sitzen die Bewohner von Radcot zusammen und wärmen sich an ihren Geschichten und Getränken, als ein Mann mit einem leblosen Mädchen im Arm herein stolpert, das er aus der Themse geborgen hat. Die herbeigerufene Krankenschwester kann nur noch den Tod feststellen. Als sie jedoch ein paar Stunden später erneut nach dem Kind schaut, bemerkt sie, dass es wieder atmet. Ein Wunder oder gar Zauberei? Oder gibt es eine medizinische Erklärung? Viel dringlicher wird jedoch bald die Frage: Woher kommt das mysteriöse Mädchen und welche Rolle spielt der Fluss in seiner Geschichte ...?

Diane Setterfield ist promovierte Romanistin und lebte viele Jahre in Frankreich. Bevor sie sich Vollzeit der Schriftstellerei widmete, arbeitete sie als Lehrerin. Ihr Debüt, »Die dreizehnte Geschichte« (Blessing, 2007), war ein internationaler Bestseller und wurde mit Vanessa Redgrave in der Hauptrolle von der BBC verfilmt. Diane Setterfield lebt in Oxford.

Simone Kabst wurde 1973 geboren und studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Sie spielte u. a. an der Schaubühne und am Maxim Gorki Theater Berlin, ist als Gastdozentin an der Hamburg Media School tätig und zurzeit am Theater Poetenpack in Potsdam zu sehen. Immer wieder übernimmt Simone Kabst auch Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, wie »Rote Rosen«, »Claudia, das Mädchen von Kasse 1«, »Fürst Pückler« und »Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat«. Darüber hinaus ist sie eine gefragte Sprecherin für Features, Audioguides und Hörspiele, las für den Hörverlag z. B. Cecelia Aherns »Für immer vielleicht« und Janet Evanovichs »Der Beste zum Kuss« sowie viele von Lucinda Rileys Bestsellern.


Meine Meinung: Die bezaubernde Stimme von Simone Kabst  und ihre sich immer wieder wandelnde Stimmlage, an die vielen wechselnden Protagonisten angepasst, hat mich fast vierzehn Stunden an dieses unglaubliche Hörbuch gefesselt. Ich bin völlig abgetaucht in die Welt des 19. Jahrhundert nach England , in einen kleinen und romantischen Pub namens *SWAN* an der Themse gelegen  im kleinen Flecken Radcot. Dramatisch beginnt dieser tolle, geheimnisvolle und mystische Text, verfasst von Diane Setterfield. Er beginnt wie ein Märchen für Erwachsene und hat trotz aller Hindernisse das Potential entwickelt, ein befriedigendes und aufklärendes Ende des Geschehens zu vermitteln. 

Fast ein Kriminalfall - oder doch nicht? Ein Wunder - kann es so etwas doch geben? Wie kann ein kleines Mädchen nach dem  medizinisch festgestelltem Tod des Ertrinkens wieder lebendig und unbeschadet die Augen aufschlagen? Diese dramatische und in poetischen Worten versteckt dahinfließende Geschichte fesselt und verzaubert. 

Die zusätzlich erzählten Lebens-Geschichten von Menschen der damaligen Zeit, an einem sich immer wieder veränderndem Fluss , mit seinen Mythen und Legenden, faszinieren und kamen mir bunt, schillernd und sehr bildhaft vor. Währenddessen verläuft die aufregende Suche nach der Herkunft des Kindes weiter und weiter,,,, ! Die vielen Geschehnisse und Puzzlestücke damaliger Zeit, Erfahrungen und Beobachtungen von Menschen und ihren Schicksalen , die von der Autorin  neben dieser Suche laufend nachgeschoben werden, schimmern in diesem Roman auf wie das glitzernde Farbenspiel auf der Oberfläche eines von der Sonne gestreichelten Flusses.  Ich war entzückt, traurig, freudig, dachte  oft *Nun ist alles geklärt*! Doch das Verwechselspiel um die Herkunft und den Unfall des Kleinkindes, welches die Autorin dem Leser eindringlich suggeriert , hört lange nicht auf. Eine poetische, wundersame, entzückende, mysteriöse und märchenhafte Erzählung! So kam mir dieses Hörbuch vor. Ob es wohl beim Lesen ähnlich ist ? 

Dieser Frage werde ich vielleicht noch nachgehen,,,,

MEINE BEWERTUNG: FÜNF ***** STERNE für dieses großartige Hörbuch. Eine absolute Hörempfehlung für lange und graue Winterabende. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung dieses Spitzentitel als Rezensionsexemplar!

Das Hörbuch wird auch bei der Linkparty von Monerl veröffentlicht!