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Montag, 2. April 2018

*Die Gabe des Himmels* von Daniel Wolf, erschienen im Goldmann Verlag

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :19.03.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
  • Verlag : Goldmann
  • ISBN: 9783442483198
  • Flexibler Einband 956 Seiten
  • Sprache: Deutsch
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Rezension

INHALT:
Wir befinden uns im Jahr 1346 in dem kleinen Städtchen Varennes-Saint-Jaques (Lothringen), in dem die Kaufmanns-Familie Fleury schon seit einigen Generationen zu einer angesehenen Patrizierfamilie aufgestiegen ist. 
Doch der junge Sprössling Adrien Fleury verfolgt andere Ziele und beginnt ein Medizinstudium in fernen Montpellier, welches er leider nur teilweise beenden kann, da er den Professoren zu wissbegierig und aufrührerisch erscheint. Er wagt sich sogar an Leichensezierungen heran, was zur damaligen Zeit völlig verpönt und verboten war. Adrien wird gezwungenen das Studium abzubrechen, geht zurück in seine Heimatstadt und wird dort schnell ein beliebter und erfolgreicher Heiler.
Das ist auch bitter nötig, denn die Pest und ein allgemeiner Hass auf die jüdischen Gemeinden und ihre Verfolgung durch die christliche Bevölkerung  verbreiten sich rasend schnell in Europa. Auch das kleine , beschauliche Städtchen wird nicht verschont und der Leser erlebt die Pest mit schrecklichen Bildern im Kopf hautnah mit. Die christliche Bevölkerung beobachtet nun die jüdische Minderheit mit Argwohn, Hass und vielen Vorurteilen.  

Der junge Christ Adrien wertschätzt die jüdische Heilerin Lea und diese zarte Liebesgeschichte zwischen den jungen Leuten unterschiedlicher Konfessionen gibt dem Roman eine ganz besondere Zärtlichkeit und Würze. 

MEINE MEINUNG: 
Neunhundertfünfzig Seiten konnten mich nicht abschrecken , diesem sehr interessanten und spannenden Roman zügig zu folgen. Ich habe jede einzelne Seite genossen und bin dank der blumigen und prägnanten Ausdrucksweise von Daniel Wolf tief in die damalige Zeit eingetaucht. Das Städtchen Varennes-Saint-Jaques war mir sehr vertraut, da ich die drei vorigen Bände über das Schicksal der Familie Fleury mit Begeisterung gelesen habe. 
Dieser vierte Band ist jedoch auch als alleiniger, erster Lesegenuss des begabten Schriftstellers zu empfehlen.
Der Autor hat die unterschiedlichen Charaktere von Adrien und seinen Familienangehörigen wunderbar klar herausgearbeitet. Die Charakter-Beschreibungen der christlichen und jüdischen Bevölkerung in dieser Kleinstadt erzeugen sofort bildhafte und den damaligen Zuständen  entsprechende, zeitgemässe Vorstellungen im Kopf.
 Allgemeine Armut, Unwissenheit und  die religiöse Besessenheit der Flagellanten  (Geißler, eine christliche Laienbewegung des 13. und 14. Jahrhundert  , die auf Besitz verzichtet und Buße durch Selbstkasteiung ausführt), nehmen einen grossen Stellenwert im öffentlichen Leben ein. Daniel Wolf widmet sich intensiv den Beziehungen zwischen der kleinen jüdischen Gemeinde und der christlichen Bevölkerung. Er hat sehr gut recherchiert und der Leser erfährt viel über jüdische Bräuche im Mittelalter. Das alltägliche Leben dieser jüdischen Minderheit, die unauffällig und friedlich ihr Auskommen in einem eigenen Viertel sucht, wird anschaulich dargestellt.
Die christlich geprägte Stadt-Gemeinschaft , schon organisiert in verschiedenen Handwerkergilden, wird vom Autor ebenso sorgfältig beschrieben. 


Gängige Heilmethoden mit Kräutern und Elixieren wie zum Beispiel Theriak, waren im Mittelalter sehr beliebt und wurden oft gegeben und Daniel Wolf hat viele Informationen über die Anwendung dieser Arznei in seinem Buch verarbeitet. Dieses Theriak ist eine Mischung aus ca. fünfzig Zutaten wie unterschiedlichen Opiaten, Kräutern, tierischen Häuten (Schlange und deren Fleisch plus Sud aus den Giftbissen), Entenblut, Krötenfleisch und  Exkrementen, von denen wir nach heutigen Standards lieber nichts wissen möchten. Auch chirurgische Eingriffe und Maßnahmen werden genauestens  im Roman geschildert. 
Doch die Pest, deren Verbreitung nicht aufgehalten werden kann, macht vor niemanden Halt in der Kleinstadt. Die Juden werden beschuldigt Brunnen zu vergiften und diese unbekannte Seuche zu verbreiten. 
So nimmt das Leben und Leiden für alle Bewohner von Varennes-Saint-Jaques einen unheilvollen Verlauf.

Für mich war dieser Roman ein Highlight im Genre *Historischer Roman* und ich bewerte dieses grossartige Buch gerne mit FÜNF ***** Sternen.    

Herzlichen Dank an den Autor und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

Sonntag, 1. April 2018

*ALLES WAS GLÄNZT* von Marie Gamillscheg, erschienen im Luchterhand Verlag

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :19.03.2018
  • Aktuelle Ausgabe : 19.03.2018
  • Verlag : Luchterhand
  • ISBN: 9783630875613
  • Fester Einband 224 Seiten
  • Sprache: Deutsch
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Infos zur Autorin Marie Gamillscheg









Rezension



INHALT: 
Die Aushöhlung  eines Berges durch den Abbau von wertvollen Gesteinen ist das prägende Thema dieses Buches. Der zeitweise Wohlstand eines am Fuße des Abbaugebietes liegenden Dorfes und der anschließende, langsame Niedergang der Siedlung durch die Ausbeutung der Natur werden dramatisch von der jungen Autorin geschildert. Die geplünderte Landschaft bedroht nun die Bevölkerung und ihr Leben durch einen möglichen Zusammenbruch der alten Stollen. 

Menschliche Schicksale und Begebenheiten wurden in diesem Roman eindringlich mit der Geschichte des Berg - und Erzabbau verwoben. Der kleine Flecken entvölkert sich. Verschiedene Protagonisten, wie die Denkweisen der Gastwirtin Susa, Besitzerin der ESPRESSO Bar, ihres alternden Gastes und ehemaligen Bergarbeiter Wenisch, werden präzise und fesselnd dargestellt.  Auch die Arbeit des Regionalmanagers Merih, der einen Strukturwandel und eine Umsiedlung der Bevölkerung in den Ortskern  anstoßen möchte, stehen im Mittelpunkt des Romans. Doch ein tödlicher Autounfall des allseits beliebten Martin erschüttert die Dorfbewohner.  Die beiden jungen Schwestern Esther und Teresa trauern um den jungen Mann und Freund und spielen mit dem Gedanken an einen Umzug in eine größere Stadt, wie es so viele ihrer Mitbewohner getan haben.   
Kann es einen Neubeginn für den sterbenden Ort geben?

MEINE MEINUNG:
Den Einstieg in die Thematik und den anspruchsvollen Schreibstil hat mir die junge Autorin  mit ihrem Erstlingswerk  nicht leicht gemacht. Teilweise liest man einen nüchternen Tatsachenbericht , aus dem man nur langsam eigene Schlüsse ziehen kann. Dann öffnet sich die Geschichte plötzlich abwechslungsreich und mit vielseitigen Facetten seiner Protagonisten, die man nun in verschiedene soziale Strukturen einordnen kann.
Poetisch geschriebene Abschnitte und Zeilen verführen immer wieder zum Nachdenken und Nachspüren des Geschriebenen.
Zitat Seite 97 : „ Mancher Stein war von besonderer Beschaffenheit. In ihm schien ein weißes Licht, das sich tausendfach ins Innere spiegelte. Es erzählte von unbekannten Welten, entdeckte im Gewöhnlichen das Geheimnis, im Einzelnen den Zusammenhang, im Endlichen die Unendlichkeit.“ 

Die Verbindungen innerhalb der Bevölkerung treten nun klar und schonungslos zu Tage. Es sind  teilweise positive Beziehungen, aber es treten auch negative Gewalt und Aggressionen zu Tage.

Das Lesen dieses Buches hat mich nicht unbedingt in eine glückliche Stimmung versetzt. Dazu ist die Thematik sterbender Regionen, die Ausbeutung der Natur und ihrer Ressourcen und der etwas schwermütige und bedächtige Schreibstil der Autorin nicht geeignet. Ingesamt ist es in meinen Augen aber ein sehr interessantes und lesenswertes Erstlingswerk einer jungen, begabten Schriftstellerin. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für ein ungewöhnliches Buch und Thema.   

Vielen Dank  an die Autorin und den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Hier unter dem Link findet ihr eine Rezension der lieben Mimi!

Dienstag, 20. März 2018

*FRÜHLINGS Gedichte* erschienen im Reclam Verlag

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Da nun heute der astronomische Frühling beginnt, Tag-und Nachtgleiche-Zeitpunkt um 17.15 Uhr , (das hat mir ein lieber Freund verraten), ein kurzes Gedicht von Ernst Jandl, entnommen aus obigem kleinen Büchlein vom Reclam Verlag. Ich glaube, es passt gut zum heutigen Tag!


frühlingsbeginn (Ernst Jandl)

weißen ich schneen
frier beißen Finger
fußen eis rutschen
nasen ich tropf-tropf









Montag, 19. März 2018

Buchmesse 2018

Liebe Leser, 

den tausendsten Bericht über die Buchmesse von einer Bloggerin möchte ich hier nicht zum Beitrags-Event gestalten - denn das Buchmesse Event und  ganz besondere Flair muss man  sich persönlich erschnuppern und erarbeiten.  

ICH ZEIGE EUCH aber gern meine gekauften Schätzchen,  die mir sicher viel Freude bereiten werden. Endlich bin ich nun auch stolze Besitzerin aller vier Bände der  Fantasy-Farbseher-Serie *ALABURG* von Greg Walters. Vielen herzlichen Dank schon jetzt lieber Greg für die kommenden, sicher sehr spannenden Lesestunden. 


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Dienstag, 13. März 2018

*Die Gabe des Himmels* von Daniel Wolf, erschienen im Goldmann Verlag

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Dieses wunderbare Buch erscheint erst am 19. März auf dem Buchmarkt, aber ich darf es vorher lesen!
Es ist der vierte Band um die Familie Fleury und spielt wieder in der Stadt Varennes-Saint-Jacques  in LOTHRINGEN.

Danke an den Goldmann Verlag!

Montag, 12. März 2018

*Giselas Samstagsfrage*



Hier ist sie wieder Giselas Samstagsfrage , die ich gerne beantworte.




Ihre heutige Frage lautet:

Euch erscheint eine gute Fee. Ihr dürft Euch alles wünschen, was mit Büchern zu tun hat, aber keine Bücher. Welche Wünsche hättet Ihr?


Das ist eine sehr romantische Vorstellung. Nun hätte ich doch gerne gewusst, ob Gisela selber an das Vorhandensein von Feen und ähnlichen Gestalten fest glaubt?

Seit meinen vielen Aufenthalten in Irland  weiss ich ja , dass es viele unerklärliche Begebenheiten in diesem wundervoll mystischem Land gibt und die Iren und der Fremdenverkehrsverein konnten  mir bisher darauf leider auch keine befriedigende Antwort geben ;-) !

 Meine Fee möchte mir bitte ein kleines Cottage in Irland an der Atlantikküste einrichten, indem ich nette Touristen mit heissem Tee und spannenden Büchern anlocke, die man aber nur beim Besuch meines Lesecafe's lesen darf! Strom sollte vorhanden sein und  fliessendes Wasser bitte! Auf einen kleinen Esel , ein Kätzchen und einen pfiffigen irischen Hütehund  möchte ich natürlich auch nicht verzichten. Bitte liebe Fee, ich möchte meinen Mann bei mir haben, Kinder und Enkelkinder  sollen regelmässig zu Besuch kommen  und ein Internetanschluss würde mir den Spass an meinem Lese-Cafe und den Besuchern versüssen. Ist das nicht ein bescheidener Wunsch von mir?? 





 

Donnerstag, 8. März 2018

*Die Rückkehr der Wale* von Isabel Morland, erschienen im Knaur Verlag



Eine wunderbar leichte  Liebesgeschichte vor der Kulisse einer kleinen Insel der Hebriden,,,,

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.11.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 02.11.2017
  • Verlag : Knaur Taschenbuch
  • ISBN: 9783426521809
  • Flexibler Einband 480 Seiten
  • Sprache: Deutsch
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Rezension 

INHALT/Klappentext: 

Ein großer Liebesroman um einen geheimnisvollen Fremden von der neuen deutschen Autorin Isabel Morland vor dem grandiosen Hintergrund einer wilden Hebriden-Insel
Einst hat Kayla ihren Mann geliebt. Doch immer öfter geraten die beiden in Streit, und Dalziel wird so wütend, dass sie Angst vor ihm hat. Da taucht ein Fremder auf der kleinen, abgeschiedenen Hebriden-Insel auf, über den bald allerhand Gerüchte in Umlauf sind. Auch Kayla ist nach der ersten Begegnung mit Brannan sofort fasziniert von diesem Mann, der ein Geheimnis zu hüten scheint. Ihre eigenen, immer stärker werdenden Gefühle für ihn, aber auch das Gerede der Inselbewohner treiben Kayla mehr und mehr in einen inneren Zwiespalt, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint …


MEINE MEINUNG: Der Roman hat mich vor allem durch das *Beiwerk* der Bamberger Schriftstellerin Isabel Morland überzeugt und begeistert. Die Autorin hat durch viele Reiseerfahrungen diese ganz andere Stimmung einer kleinen schottischen Insel (Harris) sehr real wiedergegeben .  Keltische Mythen und Sagen, gälische Redewendungen und eine facettenreiche und bunte Beschreibung des Inselleben und der gewaltigen Kulisse mit den goldenen Sandstränden,  mitsamt Walen, Delphinen und Seehunden haben mein Herz beim Lesen vor Begeisterung etwas schneller schlagen lassen. Die romantische Kayla mit ihren schwarzen Locken und blauen Augen, dem kämpferischen, willensstarken  Charakter und der blassen Haut wird öfter als *keltische Kriegerin* bezeichnet. Ein mysthischer Ausdruck, vielleicht ein wenig überzogen, aber für das konservativ geprägte  Insel-Umfeld passend beschrieben. Sie führt einen aussichtslosen Kampf um ihre Ehe mit dem unglücklichen Dalziel. Aber da ist noch  der charmante und geheimnisvolle  Brannan,  vielleicht der Nachfahre eines Selkie (so munkeln manche  Insulaner , die an heidnische Bräuche noch fest glauben). Er ist ist der Sage nach ein Seehund-Mensch,ein Gestalten-Wandler,  ein absoluter Frauenverführer, der über eine seltene emphatische Gabe verfügt ( er liest die Emotionen und Gefühle anderer Menschen genauestens) . Er taucht auf und verschwindet plötzlich wieder,  eroberte sofort mit seiner geheimnisvollen,  äusseren und inneren Perfektion auch mein Herz.  Ein Märchentyp für erwachsene Frauen! In diesen Konstellationen driftet diese Geschichte  fast in das Kitschige ab , aber gesehen als leichten Liebesroman, gelesen zur Entspannung und Abwechslung, konnte ich das so annehmen. Es sind  eben perfekt beschriebene Protagonisten , die ihre Liebe zueinander entdecken wie einen magischen Zwang, den sie aber geheim halten müssen.Das Ende dieser Liebesromanze wird zwar offen gehalten, aber die stimmigen Szenen am Ende lassen auf Gutes hoffen.Einige Längen im Text waren leider auch zu überwinden, aber für passionierte Leser ist  auch das kein grosses Hindernis.
Meine Bewertung: Knappe VIER **** Sterne  für diesen schönen Lese-Abstecher auf die Insel Harris. 
Lieben Dank an die Autorin und den Verlag für das schöne  Leseexemplar