Mittwoch, 26. August 2020

*Das Julius Spital* Ärztin in stürmischen Zeiten, von Claudia & Nadja Beinert, erschienen im Knaur Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN:
9783426523773
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Flexibler Einband
Umfang:
512 Seiten
Verlag:
Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
03.08.2020

Inhalt/Klappentext: Der zweite Teil der opulenten Familiensaga aus dem 19. Jahrhundert:
Die Frauen der Familie Winkelmann kämpfen darum, als Ärztinnen Menschen helfen zu dürfen

Würzburg Ende des 19. Jahrhunderts
Ebenso wie ihre Großmutter Viviana Winkelmann kämpft Henrike für das Recht der Frauen auf ein selbstbestimmtes Leben – und die Zulassung zum Medizinstudium: Ihr Wunsch zu heilen ist so stark, dass sie heimlich als Reserve-Wärterin in der Irrenanstalt des Juliusspitals arbeitet, das dieser Tage wegen der Entdeckung der „Zauberstrahlen“ von Professor Röntgen kopfsteht. Ihr Traum ist es, als Irrenärztin das Leid der Geisteskranken zu lindern und bei dem vielgerühmten Professor Rieger im Spital zu studieren. Als Henrike sich jedoch in einen französischen Medizinstudenten verliebt, kommen ihre Geheimnisse ans Licht. Kurz darauf wird Würzburg von der Tuberkulose heimgesucht, und plötzlich geht es für Henrike um Leben und Tod. Ihr Traum von der Medizin und die Abschaffung des Immatrikulationsverbotes für Frauen rücken in weite Ferne.


Geschichte lebendig werden zu lassen, ist die große Leidenschaft der Zwillingsschwestern Claudia und Nadja Beinert: Fünf historische Romane haben sie bereits gemeinsam geschrieben.
Das spannende Thema »Frauen in der Medizin« hat sie zu ihrer großen Familiensaga um mehrere Generationen von Ärztinnen und das Julius-Spital in Würzburg inspiriert.
»Ärztin aus Leidenschaft« war der erste Band der Familiensaga und erzählt die Geschichte von Henrikes Großmutter Viviana Winkelmann, die von ihrer eigenen Familie verstoßen wird.

Meine Meinung: Im zweiten Band der mitreissenden Reihe um das *Julius Spital* im historischen Würzburg reisen wir in die Zeit von 1895 - 1903 . Wie erwartet haben die beiden Autorinnen in ihrer gekonnten und fesselnden Schreibweise die  Geschichte um die Winkelmann - Frauen und das Ringen um ein Recht auf berufliche Weiterbildung und Studienzulassung für Frauen an deutschen Universitäten weitergeführt. In diesem zweiten Band steht die Enkelin Henrike Hertz im Fokus des Geschehens ! Sie kämpft genau so hartnäckig wie ihre Grossmutter Viviana Winkelmann um Ihre Zulassung zum Medizin Studium . Ihr grosser und leidenschaftlicher Wunsch ist es, eine Ärztin für Geisteskranke Menschen zu werden.


Zwar ist zu dieser Zeit die Berliner Charité mit seinen Gelehrten und Forschungen im allgmeinen Gespräch, doch in Würzburg hat  der Physiker Conrad Röntgen die X-Strahlen entdeckt, die dann nach seinem Namen benannt wurden als sogenannte Röntgenstrahlen. Das Julius Spital war nun wieder als bahnbrechendes Krankenhaus der Forschung in aller Munde.  Auch der Konkurrenzkampf um die Erstentdeckung zwischen Philipp Lenard und Conrad Röntgen, dem Nobelpreisträger, bekommt einen Rahmen in diesem Buch, welcher perfekt und mit professioneller Recherche der Autorinnen angelegt ist.  

Ein toller Roman der reale Geschichte mit einem ansprechenden  belletristischen Roman-Geschehen verbindet und der mich begeistert hat. Der Schreibstil war flüssig und lebendig zu lesen, erzählt auch aus mehreren Perspektiven wie dem Anatomieprofessor Rudolf Albert von Koelliker, der bekannten Grossmutter Viviana Winkelmann aus dem ersten Band, ihrem Ehemann Richard und deren Tochter Ella. Emotionen wurden von den Autorinnen auch in dramatischen Szenen vermittelt wie während der Arbeit im Irrenhaus, welcher Henrike mit Enthusiasmus und Hartnäckigkeit heimlich, ohne Wissen der Eltern, jahrelang nachgegangen ist. Ein informatives Nachwort der Beinert-Schwestern vermittelt noch einiges mehr an Hintergrundwissen über diese Zeit und den damaligen Gelehrten, Ärzten  und Forschern des  Julius Spitals.  Auch die Liebe kommt in diesem Band  nicht zu kurz, als die junge Henrike einem französischem Studenten im Spital begegnet und seinem Charme erliegt,,,,,

Meine Bewertung: Auch für diesen grossartigen  Band vergebe ich gerne FÜNF ***** Sterne.

Herzlichen Dank an die Autorinnen und den Knaur Verlag für die Zusendung des Leseexemplars. 


Samstag, 15. August 2020

*Das Julius Spital* Ärztin aus Leidenschaft von Claudia und Nadja Beinert, erschienen im Knaur Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN:
9783426523766
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Flexibler Einband
Umfang:
576 Seiten
Verlag:
Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
04.05.2020

Inhalt/ Klappentext: Würzburg im 19. Jahrhundert: Bankierstochter Viviana Winkelmann träumt davon, Ärztin zu werden – obwohl Frauen seit 1800 nicht mehr studieren dürfen. Als die junge Frau sich unstandesgemäß verliebt und schwanger wird, wirft ihre Familie sie aus dem Stadtpalais. Um sich und ihre kleine Tochter Ella über Wasser zu halten, verdingt sich die einst vornehme Viviana als Gehilfin in der Apotheke des renommierten Würzburger Juliusspitals. Doch soll das wirklich alles sein, was sie als Frau im Leben erreichen kann? Sie belauscht Vorlesungen berühmter Ärzte am Spital und lernt Professor Virchow kennen, der einer Weltsensation auf der Spur ist. Ihre Zukunft, das spürt sie, liegt als Ärztin im Spital – auch wenn ihr dadurch nicht nur der eigene Bruder zum erbitterten Feind wird.

Die Zwillingsschwestern Claudia und Nadja Beinert haben gemeinsam bereits fünf historische Romane geschrieben; Geschichte lebendig werden zu lassen, ist ihre große Leidenschaft. Mit der Familiensaga »Das Juliusspital« um mehrere Generationen von Ärztinnen und das Juliusspital in Würzburg wenden sie sich dem spannenden Thema »Frauen in der Medizin« zu.

Meine Meinung:

Lebendige Geschichte, zwischen Fiktion und Wahrheit angesiedelt,  dem Leser in ihren Büchern mit fiktiven und historisch verbürgten Personen zu vermitteln, das ist eine sehr grosse Begabung der Zwillingsschwestern Beinert. Der flüssige und angenehme Roman-Schreibstil fesselt, fasziniert mit fantastischen Kopfbildern aus der damaligen Zeit. Mit sorgfältiger Recherche der Zustände im  Würzburg des 19. Jahrhundert  zeichnen sie in dieser Reihe , die teilweise im Julius Spital spielt,  ein buntes und vielfältiges Gesellschaftsbild mit seinen Schwächen und Stärken. 

Die junge, fiktive  Protagonistin  Viviana Winkelmann wuchs mir ans Herz mit ihrer Leidenschaft zur Medizin, ihrer herzlichen, natürlichen und sympathischen Charakterdarstellung und ihrem diplomatischen  und leidenschaftlichem Eintreten für die Rechte der Frauen auf Bildung und Ausbildung. Frauen wurden in dieser Zeit hauptsächlich von einer Männer dominierten Gesellschaftsstruktur  auf die drei K's , Kinder, Küche, Kirche reduziert. Gymnasien für Mädchen, Töchterschulen wurden erst langsam eingeführt, denn ohne eine allgemeine Vorbildung war auch ein Zugang zu einem  Beruf und/oder Universitätsstudium  ganz und gar unmöglich. 


Mir hat sehr gut gefallen, dass sich Viviana  im Roman an der wahren Geschichte und persönlichen Entwicklung  der Ärztin Dorothea Erxleben ein Beispiel genommen hat und die Autorinnen  haben dieses geschickt und mit viel Enthusiasmus in das Buch eingefügt. Viviana Winkelmann lernt viele berühmte Gelehrte kennen , wie Rudolf Virchow,  nimmt heimlich an Vorlesungen teil  und eröffnet sich damit ein ganz neues Bild von der Medizin. Mit Fleiss und Engagement arbeitet sie auch in einer Apotheke, um so den unabhängigen  Lebensunterhalt für sich und ihre kleine Tochter zu ermöglichen. Die Familiengeschichte der Winkelmann's  mit dem unglücklichen Bruder und Bankier Valentin, dem sympathischen Vater Johann, der herzlosen Mutter Elisabeth, der Tante Constanze und Großmutter Ernestine  spielt einen prächtigen und tragischen Rahmen in diesem Roman. Gerade auch Valentins Lebensschicksal erschütterte mich. Er zerbricht an den Gesellschaftsformen seiner Zeit. 

Aber auch Viviana's neue Familie, die sie in ihrer schweren Zeit als alleinstehende, schwangere, junge Frau gefunden hat, mit Magda, sowie den Kindern Wenke und Bruno, vermitteln einen guten Eindruck vom Leben der einfachen Leute in der Pleich, einem Armenviertel in Würzburg.  

 Mit Freude und Spannung werde ich nun in den zweiten Band der Reihe eintauchen,,,,

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für dieses grossartige Buch!

Vielen Dank an die Autorinnen und den Verlag für das Rezensionsexemplar!


Hier ist  für interessierte Leser viel Wissenswertes über die erste Ärztin Deutschlands nachzulesen. 

  




Sonntag, 9. August 2020

*Der unsichtbare Garten* von Karine Lambert, erschienen im Diana Verlag

*Werbung, unbezahlt* 

Aus dem Französischen von Pauline Kurbasik

Originaltitel: Toutes les couleurs de la nuit

Originalverlag: Calmann-Lévy

Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-453-29240-6

Erschienen am  25. Mai 2020

https://www.randomhouse.de/Buch/Der-unsichtbare-Garten/Karine-Lambert/Diana-Verlag/e565815.rhd

INHALT/KLAPPENTEXT: Vincent wird erblinden. Eine seltene Augenkrankheit zerstört alle Träume, alle Zukunftspläne des jungen Mannes. Rastlos arbeitet er eine Liste an letzten Abenteuern und Wünschen ab. Erst bei einem Besuch auf dem Land findet er wieder zu sich. Er will den verwilderten Gemüsegarten seines Großvaters bestellen, solange er noch sieht. Und während er jätet, gräbt und sät, tritt Nachbarin Coline zwischen seine Cosmeen und Küchenkräuter. Wenn er sich einer Fremden öffnen kann, dann vielleicht auch einer Welt in neuen Farben?

MEIN LESEEINDRUCK:

Die Bücher der Autorin haben mich bisher begeistert und sehr gut unterhalten. So sprach mich auch sofort das wunderschöne Cover des obigen Buches an. Es passt hervorragend zur eher dramatischen Thematik des Buches. Ein milchglasähnlicher Umschlag bedeckt bunte Blüten und Blätter, die sanft durch die Hülle scheinen. Trotz der Traurigkeit, die dieser Stoff vielleicht schon im Klappentext vermittelt, zeigt es die positive Entwicklung eines jungen Menschen, der überraschend von einer tückischen Augenkrankheit überrollt wird. Der 35 jährige Tennistrainer Vincent ist schwer verliebt, plant mit seiner Freundin eine Familie zu gründen - und stürzt plötzlich in einen psychisch bodenlosen Abgrund der unterschiedlichsten Empfindungen.

Die Autorin bedient sich in diesem Buch eines besonderen Schreibstils, den sie durch sehr kurze Sätze und Kapitel dem Leser vermittelt. Persönliche Tagebucheintragungen von Vincent mit Begriffen zum Thema Blindheit und Sehen vervollständigen die Kapitel und bringen dem Leser Vincent's Gefühlswelt nahe. Ich war mit dieser Art der Erzählung nicht ganz zufrieden und konnte zu Vincent keine wirklich gute und intensive Lesebeziehung aufbauen. Natürlich hatte ich Mitleid mit seinem Schicksal, war erschrocken und berührt! Der Entwicklungsprozess des jungen Mannes über Wut, Trauer bis hin zu selbstständigen und praktischen Alltagshilfen wird sehr lange dargestellt. In meinen Augen zu lange! Erst im letzten Drittel des Buches hat mich die Lektüre gepackt, da nun endlich auch der verwunschene Garten des Grossvaters und sein altes gemütliches Haus ins Spiel kamen. Sowie die Erinnerung an unbeschwerte glückliche Tage der Kindheit, die Vincent dort in den Ferien verbrachte und die er nun voller Freude im Rückblick mit anderen Augen erlebt. Eine neue Liebe zur interessanten Nachbarin Coline bahnt sich langsam seinen Weg und sein alter Freund Arnaud aus der Tenniszeit steht ihm mit Rat und Tat zur Hilfe, was man von seinen Eltern nicht sagen kann. Deren plötzlicher Sinneswandel den Sohn zu einem selbständigem Leben zu begleiten, erscheint mir von der Autorin künstlich und zu schnell eingefügt in dieses Lebensdrama. 

Meine Bewertung: Drei *** Sterne für dieses gute und dramatische Buch!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diana Verlag für das schöne , gebundene Rezensionsexemplar!


Samstag, 8. August 2020

*Die Schauspielerin* von Anne Enright, erschienen im Penguin Verlag

 

*Werbung, , Rezensionsexemplar*

Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: Actress
Originalverlag: Cape
Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60134-0
Erschienen am  23. März 2020

Inhalt/Klappentext: Kann man seine Mutter wirklich kennen? Norah blickt zurück auf das Leben ihrer Mutter, der einst gefeierten Schauspielerin Katherine O’Dell, die es von den irischen Dorfbühnen bis nach Hollywood geschafft hat. Doch mit zunehmendem Alter verblasste ihr Stern, sie betäubte sich mit Alkohol und Tabletten, bis es eines Tages zu einem bizarren Skandal kam: Ohne Vorwarnung schoss sie auf einen Filmproduzenten. Jeder Augenblick in Katherines Leben war große Geste, und Norah war ihr Publikum. Wer aber war diese Frau, die alles für die Kunst gab, deren Beziehungen kalt waren – und warum erzählte sie Norah nie, wer ihr Vater ist? 

Anne Enright, 1962 in Dublin geboren, zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart und wurde 2015 zur ersten Laureate for Irish Fiction ernannt. »Das Familientreffen« wurde unter anderem 2007 mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet, ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller. Für »Anatomie einer Affäre« (2011) erhielt sie die Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction und für »Rosaleens Fest« (2015) den Irish Novel of the Year Prize. »Die Schauspielerin« ist ihr siebter Roman; er wurde für den Women's Prize for Fiction nominiert.



Mein Leseeindruck: 

Wieder habe ich zu einem Buch von Anne Enright gegriffen, da mich ihr Bestseller *Das Familientreffen* total begeistert hatte. Zusätzlich hat mich die Thematik einer Mutter-Tochter Beziehung angelockt. Ich bin sehr gut in den Fluss dieser Erzählung hineingekommen, obwohl ich etwas enttäuscht darüber war, dass es keine autobiografische Erzählung ihrer eigenen Mutter-Tochter Beziehung war. Alles was in diesem Buch zu erlesen ist, besteht angeblich aus einer Fiktion dieser Thematik, wobei ich das trotz allem nicht ganz glauben kann. Eigene Erfahrungen treiben bei Autoren*innen oft ganz unterschwellig in solchen Fiktionen dahin, unbemerkt, still und leise. 

Norah, die Tochter der berühmten irischen Schauspielerin Katherine O’Dell,beobachtet ihre Mutter, wertet deren Leben, wägt ab zwischen Liebe, Sympathie - aber auch zwischen Nichtverstehen, Ablehnung ja sogar fast Hassgefühlen. Ihre Mutter Katherine feierte grosse Erfolge in den Nachkriegsjahren in England , Irland und sogar in Hollywood. Eine solche Kindheit in diesem Umfeld ist für mich schwer vorstellbar, doch Anne Enright schafft es mit ihrer brillanten  Schreibweise und Erzählkunst diese Erfahrung zu vermitteln. Auf der Höhe ihrer Schauspielkarriere in Hollywood bekommt Katherine ein uneheliches Kind, die kleine Norah. Sie kehrt mit ihr nach England zurück, verzichtet auf Ruhm und Anerkennung zugunsten des Kindes. Über die Vaterschaft verliert sie auch gegenüber ihrer Tochter später nie ein Wort. Es bleibt ein Geheimnis. Norah wächst im Irland der 1970er Jahre auf, entwickelt sich zu einer selbstbewussten, feministischen jungen Frau, während ihre Mutter ihrem ehemaligen Ruhm und früheren Erfolgen hinterher trauert und in Depressionen verfällt. Auf der Suche nach ihren Wurzeln entdeckt Norah ihr unbekannte Seiten der Mutter und begegnet allen früheren Geschehnissen kaum wertend und mit viel Verständnis und Liebe. 


Die Autorin lässt durch Norah's Sichtweise sehr viele andere Personen und Charaktere in die Geschichte einfliessen. Ich hatte oft Schwierigkeiten all diese bunten Protagonisten auseinander zu halten und wieder zu erkennen nach einigen Kapiteln und Lebenszeiten. Es waren mir oft einfach zu viele Personen und Lebens-Schicksale, die nur kurz angekratzt wurden. Ich war manchmal verwirrt, musste nachschlagen oder einige Seiten öfter nachlesen. Das hat meinem Lesefluss- und Verständnis leider nicht so gut getan. Trotz dieses Kritikpunktes hat mich der faszinierende und nie langweilige Schreibstil der Autorin  immer wieder begeistert und auch gefordert!

Meine Bewertung:

VIER **** Sterne für dieses eindrucksvolle Werk der Autorin!

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für dieses schöne, gebundene Rezensionsexemplar!


Freitag, 7. August 2020

*Die Köchin von Castamar (2)* von Fernando J. Múñez, erschienen im C. Bertelsmann Verlag

                                                                                          


*Werbung unbezahlt, da Rezensionsexemplar*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Spanischen von Anja Rüdiger
Originaltitel: La cocinera de Castamar
Originalverlag: Planeta
Paperback , Klappenbroschur, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10413-2
Erschienen am  09. Juni 2020

Inhalt/Klappentext: Clara, Chefköchin am Hof von Castamar, schwärmt schon lange für den Herzog. Doch obwohl sie mehrere eindeutige Zeichen erhalten hat, kann sie immer noch kaum glauben, dass der Herzog ihre Gefühle erwidert. Als Clara bei einem großen Festessen den Gästen des Herzogs vorgestellt wird, gerät die Situation außer Kontrolle: Mehrere Adlige machen anzügliche Bemerkungen, bis Clara - ihrer niedrigen Stellung zum Trotz - ihrer Wut freien Lauf lässt. Ein Skandal, der sofort die Runde macht. Doch der Herzog gibt nicht auf, um Clara zu werben. Auch wenn er damit ins Netz der Verschwörung gerät, die seine Feinde seit Langem sorgfältig inszeniert haben ...

Der Autor Fernando J. Múñez, geboren 1972 in Madrid, studierte Philosophie und Filmwissenschaften. Er verfasste Drehbücher und Jugendliteratur, bevor er die historische Saga »Die Köchin von Castamar« schrieb, die in Spanien sofort zum Bestseller wurde. Eine TV-Verfilmung ist bereits in Vorbereitung.



Meine Meinung: Nachdem ich den ersten Band dieser Reihe vor einiger Zeit  gelesen hatte und auch hier auf dem Blog eine Rezension zu erlesen ist, war ich natürlich sehr gespannt auf die Fortsetzung der Castamar Reihe. Dieser zweite Band der *Castamar Saga* kann allerdings auch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Das möchte ich kurz erwähnen! Wer mag kann natürlich meine Meinung zum ersten Buch dieser Reihe hier  https://literaturgarten.blogspot.com/2020/06/die-kochin-von-castamar-von-fernando-j.html nachlesen. 


Diesen zweiten Band hat der Autor wie ein perfekt ausgetüfteltes Kochrezept in einem verständlichem Schreibstil verfasst. Eine gute Recherche der damaligen Gesellschaftsstrukturen - und die Verhältnisse des Spaniens im 18. Jahrhundert, hat er gefällig und und angenehm zu lesend mit vielen Infos und Emotionen gewürzt.  Hinsichtlich auf die Liebesgeschichte zwischen dem Herzog Diego und der Köchin Clara lassen die Erwartungen auf eine romantische und liebevolle Entwicklung nicht zu wünschen übrig. Eine absolut leichte , für die Sommerzeit passende Wohlfühl-Lektüre erwartet die Leser*rinnen. 

Exzellente Rezeptideen und Menüzusammenstellungen der begabten Clara lassen wieder die Gedanken zu eigenen Kochexperimenten abschweifen und bereiten neuen Kochideen die Bahn. Ich denke mit diesem zweiten Band ist man erst einmal zu diesem Thema gut bedient worden. 

Meine Bewertung: FÜNF Sterne ***** für diesen schönen , historischen Wohlfühl-Roman aus dem Genre * Liebesroman * !

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar !




Mittwoch, 15. Juli 2020

Biografischer Blog: Isolde Ohlbaum: Lesen

Biografischer Blog: Isolde Ohlbaum: Lesen: Unter den Arkaden des Odéons waren Reihen von gebundenen, mit Goldschnitt  versehenen Büchern ausgelegt, die bereits aufgeschnitten w...

Mittwoch, 1. Juli 2020

*Ich bleibe hier* von Marco Balzano, erschienen im Diogenes Verlag

*Werbung, unbezahlt*
Verlagslink

Inhalt/Klappentext:

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.


Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer für Literatur an einem Mailänder Gymnasium. Mit seinem letzten Roman, ›Das Leben wartet nicht‹, gewann er den Premio Campiello, mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.




Mein Leseeindruck: 
In ergreifender und berührender Erzählweise zieht uns der bekannte Autor Marco Balzano in die vergangene Zeit der versunkenen Südtiroler Bergdörfer Reschen und Graun im Vinschgau. Der Autor erzählt das private Schicksal von Trina, die sich ein Leben lang auf die Suche nach ihrer Tochter Marica begibt, welche als junges Mädchen, fast noch Kind, ihre Heimat und Eltern mit Verwandten heimlich verliess.Aber hauptsächlich ihr Widerstand gegen verschiedene Staatsmächte und ihre Unterdrückungsmechanismen prägen dieses Buch und seine erzählte Geschichte. 
Die grossen und überragenden Themen, die Marco Balzano in seinem neuen Buch aufgreift, sind die tragischen Jahre des Faschismus unter dem Diktator Mussolini, die Zeit des Nationalsozialismus dort im Dreiländereck von Österreich, der Schweiz und Italien.Südtirol wurde von diesen Ereignissen überrannt und fand sich plötzlich in Italien wieder. Die deutsche Sprache wurde verpönt und die ruhigen kleinen Bergdörfer mit ihrer bäuerlich geprägten Bevölkerungsstruktur verstanden ihre Welt nicht mehr.Der Widerstand gegen die politische italienische Vorherrschaft wächst allgemein in der Bevölkerung und auch die Hauptprotagonistin Trina und ihre Familie, finden sich plötzlich inmitten komplizierter weltpolitischer  Verwicklungen wieder. 
Nach einer unbeschwerten Jugend, hatte sie in den 20er Jahren zusammen mit zwei engen Freundinnen eine Ausbildung zur zweisprachlichen Lehrerin absolviert, brav die italienische Sprache erlernt - und musste in ihrer Muttersprache Deutsch nun plötzlich heimlich und unter Repressalien unterrichten.
Diese neue Zeit bringt zusätzlich auch andere komplizierte Probleme. Der Energiehunger der grossen Konzerne wächst ins Unermessliche. Für den Bau eines Staudammes sollen zwei Dörfer einer intakten Kulturlandschaft dem Wasser geopfert werden. Heute kann man immer noch im Reschen See einen versunkenen Kirchturm betrachten, der auf dem Cover des obigen Buches beeindruckend abgebildet ist.
Diese Geschichte hatte auf mich einen unglaublichen Einfluss beim Lesen, von Seite zu Seite stieg der Spannungsbogen kontinuierlich.Ich war gefangen und erschüttert von Trina's harten Erlebnissen beim Lehren, während des Krieges, auf der Flucht mit ihrem Ehemann in die Berge vor den Nationalsozialisten. Schreckliche Erlebnisse  auf Leben und Tod während ihrer Flucht vor dem Krieg prägen sie und erschüttern sie und ihren Ehemann aufs Äusserste. 
Der angenehme  Schreibstil des Autors ist klar, deutlich, voller Emotionen und absolut spannend verfasst.Ein wichtiges Buch, welches vom Widerstand gegen  politische Diktaturen und wirtschaftlichen Machthunger, sowie von der damaligen Skrupellosigkeit der Energie-Konzerne berichtet. Bitte unbedingt lesen!


Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für dieses herausragende Buch!


Vielen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!      




Dienstag, 30. Juni 2020

*Heilkraft der Alpen* von Arnulf Hartl und Christina Geyer, erschienen im Bergwelten Verlag bei Benevento Publishing Salzburg-München

*Werbung, unbezahlt*

Verlagslink

Inhalt /Klappentext: Wandern für die Gesundheit: Berge helfen heilen
Frische Luft und Bergpanorama sind eine Wohltat: Für viele Menschen gehören Ausflüge in die Natur und Wanderurlaube in den Bergen zum festen Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung. Doch wussten Sie, dass sich die positive Wirkung der Alpen auf Geist und Körper auch wissenschaftlich nachweisen lässt? Arnulf Hartl, Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und die Journalistin Christina Geyer präsentieren in ihrem Buch die wichtigsten Fakten zu diesem Thema:
- Die Bedeutung der Natur für die Medizin: Wie schon die Ärzte des Altertums mit den Gaben der Natur arbeiteten
- Auszeit in den Bergen: Aus der Sommerfrische von einst entwickelte sich der moderne Wellnessurlaub
- Die Kraft des Wassers: Linderung asthmatischer und allergischer Beschwerden durch Wasserfälle und Heilbäder
- Gesunder Körper, gesunder Geist: Die positive Wirkung von Urlaub in den Alpen auf die Psyche
Hinaus aus der Stadt, hinaus aus der Erschöpfung: so tun uns die Alpen gut.
Arnulf Hartl plädiert kenntnisreich für Aufenthalte in den Alpen als alternative Form der Medizin – nicht nur heilend, sondern vor allem vorbeugend! Die von ihm vorgestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen, was Spaziergänger und Wanderbegeisterte schon lange wussten: Eine Auszeit in den Alpen ist gut für Körper und Seele – Naturheilkunde zu Fuß!


Die Autoren: 

Arnulf Hartl ist Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und forscht an der medizinischen und psychologischen Wirkung der Natur auf die Gesundheit des Menschen.

Christina Geyer, gebürtige Wienerin, lebt und arbeitet als freie Journalistin in der steirischen Nationalpark Region Gesäuse.


Mein Leseeindruck: Das wunderschöne  und ästhetisch ansprechend gestaltete Cover des Buches hat mich sofort beim Betrachten angesprochen und mein Wunsch es genauer zu lesen, wurde immer grösser. Freundlicherweise hat mir der Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Persönliche Heilung erfahren von vielen psychischen und physischen Störungen und Zivilisationserkrankungen in einer ganz besonders schönen Umgebung haben die Autoren eindrucksvoll mit wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen, vielen Diagrammen und statistischen Ausführungen in ihrem Buch vermittelt. In elf  Sinn führenden Kapiteln mit folgenden Überschriften wird der Leser sanft und populärwissenschaftlich verständlich in die Problematik von Krankheit und Heilung durch die alpine Bergwelt eingeführt.  Einem Vorwort folgen diese Kapitel-Titel:

WIESO WANDERN GLÜCKLICH MACHT

DIE WURZELN DER NATURMEDIZIN

URLAUB FÜR DIE GESUNDHEIT

AUS DER HÖHLE IN DIE STADT

HEIMWEH NACH DRAUSSEN

DAS *BAMBI SYNDROM* ODER ZURÜCK ZUR NATUR

DOKTOR DARWIN

DER WIRKSTOFF NATUR

BEIPACKZETTEL WISSENSCHAFT

JEDE WANDERUNG BEGINNT MIT EINEM ERSTEN SCHRITT

Zu Beginn der Lektüre und beim ersten Durchblättern fühlte ich mich fast entmutigt durch die vielen Diagramme und die anscheinend sehr wissenschaftlichen Ausführungen. Dieses Gefühl verflog völlig, denn beide Autoren schreiben sehr verständlich, flüssig und angenehm zu erlesen. Ich habe viel Neues über die Wurzeln der Naturmedizin erfahren, den Einfluss unterschiedlicher Naturwirkstoffe auf Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,Allergien,Asthma,Stress und auch Depressionen. Diese körperliche und geistige Bewusstseinserfahrung durch Bewegung,Wandern, Entspannen und Nachdenken in der alpinen Landschaft, könnte auch mit dem modernen Begriff *Waldbaden* bezeichnet werden. Das Wandern und Bewegen in der Natur kann in jeder Wald - und Wiesen Landschaft wertvolle Impulse geben, nicht nur in den Alpen. Darauf weist der Autor auch ausdrücklich hin. Die Seele und der Geist kommen zur Ruhe, können neue Kraft tanken und der Mensch fühlt sich auch körperlich einfach wohl. Herrliche Landschaftsbilder im Buch runden das Bild von Harmonie und sanfter Heilung in und durch die Naturlandschaft ab. 


Das Buch ist eine wunderbare Einstimmung auf einen Wanderurlaub, eine Wellnesskur in den Bergen oder ähnlichen Aufenthalten im alpinen Raum.Diese Lektüre ist eine hochwertige Einführung in die Ökomedizin und vermittelt einfach Spass, Vorfreude und ganz viel fundiertes Wissen beim Lesen.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne.     




Mittwoch, 24. Juni 2020

*Die Köchin von Castamar*, von Fernando J. Múñez, erschienen bei C.Bertelsmann

*Werbung, unbezahlt. Rezensionsexemplar*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Spanischen von Anja Rüdiger
Originaltitel: La cocinera de Castamar
Originalverlag: Planeta
Paperback , Klappenbroschur, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10392-0
Erschienen am  11. Mai 2020

Verlagslink

Inhalt/Klappentext: Verführerische Speisen, verbotene Liebschaften und Ränkespiele am Hofe des Herzogs

Spanien im 18. Jahrhundert: Clara, frisch angestellt als Hilfsköchin am Hof von Castamar, weckt durch ihre raffinierten Köstlichkeiten schon bald das Interesse des verwitweten Herzogs. Da es für beide nicht möglich ist, miteinander in Kontakt zu treten, entwickeln sie anhand von in Kochbüchern versteckten Notizen und außergewöhnlichen Gerichten eine ›Geheimsprache‹. Doch schon bald kursieren am Hof erste Gerüchte. Und mit den Gerüchten wächst auch die Zahl der Widersacher, welche die ganz und gar nicht standesgemäße Annäherung zwischen dem Herzog und seiner Köching argwöhnisch beobachten ...

Fernando J. Múñez, geboren 1972 in Madrid, studierte Philosophie und Filmwissenschaften. Er verfasste Drehbücher und Jugendliteratur, bevor er die historische Saga »Die Köchin von Castamar« schrieb, die in Spanien sofort zum Bestseller wurde. Eine TV-Verfilmung ist bereits in Vorbereitung.


Mein Leseeindruck: Den Schreibstil des Autors Fernando J. Múñez habe ich nun als gute, flüssige und angenehm zu lesende Sommer- und Wohlfühllektüre im Kopf abgespeichert. 

Er entführt den Leser in eine bunte und opulente Historienwelt des 18. Jahrhundert nach Spanien, in der es voller Intrigen, Ränke , Liebschaften und politischen Entwicklungen aufregend zugeht. Clara als Protagonistin, die junge hübsche Tochter einer adeligen und gebildeten Arzt-Familie der damaligen Zeit , vermittelt Liebreiz, Wissen und ein perfektes Können in ihrem Beruf als Köchin. Sie kocht aus Leidenschaft, hat es von ihrer Mutter erlernt und kann dadurch relativ unabhängig in grossen Häusern ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen. Sie leidet allerdings unter Agoraphobie  (Angst vor z.B. öffentlichen Plätzen oder bestimmten Situationen), kann dieses unangenehme  Handicap aber oft sehr geschickt vor ihrem Umfeld verbergen. 


Eine Liebesgeschichte darf natürlich in diesem Genre nicht fehlen und der attraktive und liebenswerte Herzog Diego von Castamar, der vor über neun Jahren seine geliebte Ehefrau Alba durch einen tragischen Reitunfall verlor, spielt plötzlich eine Rolle im Leben der neu eingestellten Chefköchin Clara, die das Adels-Haus mit ihren Gaumen-Köstlichkeiten verwöhnt und erstaunt. Beim Lesen ihrer exzellenten Rezeptideen ist mir öfter das Wasser im Mund zusammengelaufen  und meine Gedanken wurden automatisch auf eigene, neu zu erprobende Kochprojekte der spanischen Küche gelenkt. 

Etwas anstrengend waren für mich  nur die vielen spanischen Nebenprotagonisten mit ihren komplizierten Namensgebungen , die mir  sehr fremd und  fast exotisch erschienen. Auch die spanische Geschichte erschien mir in grossen Teilen unbekannt, doch konnte ich einige interessante Fakten neu erfahren und erlernen! 

 Zu meiner Freude geht die *Castamar Saga* weiter und ich bin sehr gespannt auf den Fortsetzungsband mit dem Untertitel *Auf Liebe und Tod* !


Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen schönen Historien- und Liebesroman !

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

Mandelcreme à la Castamar

Zutaten:


1 Vanilleschote


1 Becher Sahne


5 EL Agaven-Dicksaft


4 EL Puddingpulver mit Vanillegeschmack


500 ml Mandelmilch


Zubereitung:


400 ml Mandelmilch in einen Topf geben. Vanilleschote mit einem Messer der Länge nach aufschneiden und das Vanillemark herauskratzen, zur Mandelmilch geben und einmal aufkochen lassen. Die restlichen 100 ml Mandelmilch mit dem Puddingpulver in einer Schüssel gut verrühren. Agaven-Dicksaft hinzufügen. Den Topf von der Kochstelle nehmen und die angerührte Flüssigkeit mit einem Schneebesen in die heiße Mandelmilch einrühren. Unter Rühren erneut kurz aufkochen, den Pudding abkühlen lassen, anschließend 30 Min. kühl stellen. Sahne steif schlagen und löffelweise unter den Pudding heben. Die Creme auf vier Schälchen verteilen und ca. 1 Stunde kühl stellen. Gerne mit Fruchtsoße genießen.

Mittwoch, 10. Juni 2020

*Emily Eternal* von M.G. Wheaton, erschienen bei Heyne

*Werbung, unbezahlt. Rezensionsexemplar*

Verlagsinfo

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Charlotte Lungstrass-Kapfer
Originaltitel: Emily Eternal
Originalverlag: Grand Central Publishing
Paperback , Broschur, 384 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-31996-7
Erschienen am  11. Mai 2020

Inhalt / Klappentext: Emily ist eine KI. Sie wurde designt und programmiert, um den Menschen in allen Lebenslagen zu helfen. Und obwohl das eigentlich gar nicht möglich sein sollte, liebt Emily die Menschen. Aber als die Sonne zu erlöschen droht, hat auch sie kein Programm, um das zu verhindern. Dennoch fasst sie einen Plan, um die Welt zu retten. Doch nicht jeder glaubt an ihre guten Absichten, und so wird Emilys Liebe zu den Menschen auf eine harte Probe gestellt ...

M. G. Wheaton wurde in Texas geboren und arbeitete zunächst in der IT-Branche, bevor er sich als freischaffender Journalist und Autor selbstständig machte. Seine Artikel erschienen unter anderem im »Hollywood Reporter«, im »SFX Magazine« und in der Zeitschrift »Total Film«. Er schreibt außerdem Drehbücher und plottet Videospiele. M. G. Wheaton ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Los Angeles.


Mein Leseeindruck:

Bücher aus dem Sci-Fi Genre lese ich relativ selten und bin zu Beginn recht schnell und begeistert durch das Buch geflogen. Das interessant gestaltete Cover mit dem ebenmässigen Gesicht und den ungewöhnlichen Augen hatte mich sehr angezogen und beeindruckt. Der flüssige und angenehme Schreibstil des Autors überraschte mich und hat mir Spass gemacht. Allerdings haben mich zu viele technische Beschreibungen und Ausführungen am Ende des Romans teilweise gelangweilt und die Freude am Lesen etwas eingeschränkt. Das Buch erschien mir dadurch auch etwas zu sehr in die Länge gezogen. Das war schade und ich blieb etwas enttäuscht zum Ende der Lektüre zurück. 


Der programmierten,  künstlichen Intelligenz  Emily wurden sehr viele menschlich anmutende Bewusstseinszüge mitgegeben und das hat sie sehr sympathisch gemacht. Emily hat die Menschheit freundlich betrachtet und ihr Vorhaben die Bevölkerung vor dem anstehenden Weltuntergang zu retten, wurde vom Autor mit Leidenschaft und sehr grossmütig dargestellt. Ihre kleine Erschaffungsgeschichte und Beziehung zu Nathan ihrem Programmierer , sowie zu ihrem geliebten und von ihr umschwärmten Jason wurde mitfühlend erzählt und hat mein Herz berührt. Auch der umgebende Freundeskreis und deren unterschiedliche Beziehungen zur menschlich auftretenden Emily hat der Autor gut herausgearbeitet.  Ich hatte beim Lesen aber oft das Gefühl , dass das eigentliche Problem des Buches, die erlöschende Sonne als Gefahr und Bedrohung für die Erde und ihre Bevölkerung, nicht ausdrücklich genug vom Autor in den Vordergrund gestellt wurde. Das Entsetzen der Menschen hielt sich in Grenzen, sie haben ihr Schicksal ruhig hingenommen. Nur Emily hat unermüdlich an einer Lösung gearbeitet. Dank ihres Vermögens sich in die Gedanken und Gefühle jedes Menschen  voll  hinein zu versetzen und sie in ihren Handlungen zu lenken , erschien sie mir menschlicher und verständnisvoller als ihr Programmierer, die Freunde und der Rest der Weltpopulation. Diese Darstellung ist dem Autor recht gut gelungen. 

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und gebe dem Buch gern DREI gute *** STERNE. 

Vielen Dank an den Autor und den Verlag für das Rezensionsexemplar ! 

Mittwoch, 27. Mai 2020

*Labyrinth* von Burhan Sönmez, erschienen im btb Verlag

*Werbung, unbezahlt. Rezensionsexemplar*
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe
Originaltitel: Labirent
Originalverlag: İletişim Yayınları
Hardcover mit Schutzumschlag, 160 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75838-8
Erschienen am  02. März 2020

Inhalt /Klappentext:

Boratin, ein junger Musiker öffnet nach einem Selbstmordversuch in einem Istanbuler Krankenhaus die Augen. Er kann sich an nichts erinnern, nicht einmal an seine eigenen Lieder. Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass die einzige Wahrheit sein geschundener Körper ist. Nicht wissend, ob das Vergessen nun Fluch oder Segen ist, begibt er sich nach draußen, auf die Suche nach sich und seiner Geschichte, mitten hinein in die flirrende Metropole am Bosporus, die ihm in ihrer Gebrochenheit und ihrer Geschichtsvergessenheit zum Erschrecken ähnlich ist. Wir folgen Boratin auf seiner Suche, und wissen dabei nie mehr, als er selbst. Seine unbeantworteten Fragen werden zu Fragen, nach deren Beantwortung wir selbst suchen.

Burhan Sönmez wurde 1965 in Zentralanatolien geboren und wuchs sowohl mit der kurdischen als auch der türkischen Sprache auf. Er studierte Jura in Istanbul. Sönmez war Mitglied des türkischen Menschenrechtsvereins IHD und Gründungsmitglied der demokratischen Stiftung TAKSAV. Bei einem Übergriff durch die Polizei wurde er 1996 in der Türkei schwer verletzt und anschließend dank der Freedom-from-Torture-Stiftung in England medizinisch versorgt. Er unterrichtet an der Middle East Technical University in Ankara, schreibt für verschiedene unabhängige Medien und ist aktives Mitglied des türkischen und englischen PEN. Burhan Sönmez lebt mit seiner Familie in Istanbul und Cambridge. Seine preisgekrönten Romane erscheinen inzwischen in über zwanzig Ländern.



Meine Meinung: Es war eine packende Reise durch die MEGA CITY ISTANBUL, erlebt durch eine Ich-Erzählung, die Gedanken, Erinnerungen und Begegnungen mit Menschen des früheren Lebens eines jungen Musikers. Er erinnert sich NICHT an seine Persönlichkeit und Erlebnisse, wachte im Krankenhaus auf, wo ihm gesagt wurde, dass er von der Bosporus-Brücke, mit ausgebreiteten Armen, freiwillig und gedankenverloren in die tiefe Dunkelheit des Wassers geflogen ist. Ich bin teilweise in den Worten des Autors versunken, habe jeden Satz genossen, der poetisch und melancholisch, mit einer spürbar tiefen inneren Trauer erzählt. Philosophische Gedanken treiben den jungen Musiker um, während seiner Suche nach der Vergangenheit seines Lebens und dem Gedächtnis. Einige Menschen bieten ihm Halt in seiner Verlorenheit. Da ist sein Freund Bek und die Schwester aus der fernen Heimat auf dem Land, die er drei Jahre nicht besucht hat. Sagt sie zumindest, nach einigen Telefonaten. Boratin kann es kaum glauben, hört aufmerksam ihren Erzählungen aus seiner Kindheit auf dem Dorf zu. Auf Seite 115 kommt mir allerdings der Verdacht, dass seine Trauer und der versuchte Suizid auch noch andere Gründe hat, die im Buch nur unterschwellig und vorsichtig genannt, eher angedeutet werden. 


ZITAT Seite 115 "Was hat das A auf den Plakaten zu bedeuten, fragte ich. Ich meine, warum ist es auf das Gesicht eines Sultans gemalt, der vor hundert Jahren gelebt hat? Sie brechen in Gelächter aus. Glauben, ich hätte einen guten Scherz gemacht. Sie haben recht, sagen sie, der Mann steht JETZT an der Spitze des Staates, aber er trägt den Kopf von vor hundert Jahren. Deshalb haben wir seinen Kopf übermalt. Ihr habt das getan? Ja, letzte Woche bei den PROTESTEN." 

Dieses Buch und das obige Zitat haben mich überrascht durch die wunderbar poetische Ausdrucksweise des Autors.  Und zwar durch seine leisen Zwischentönen und die fesselnden, atmosphärischen Schilderungen einer Millionenstadt mit der Buntheit und Lebenslust ihrer teilweise sehr jungen Bevölkerung.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses Buch im grossartigen Schreibstil und in atmosphärischer Dichte verfasst.

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.  





Dienstag, 19. Mai 2020

*Zwei Wochen im Juni* von Anne Müller, erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar*

ISBN: 978-3-328-60109-8
Erschienen am  27. April 2020

Verlagslink

Inhalt/Klappentext: Wenn das geliebte Elternhaus verkauft werden muss - und die eigenen Träume zu leben beginnen

Ada liebt ihr Elternhaus an der Ostsee mit dem herrlichen Bauerngarten, doch nun heißt es, Abschied nehmen. Nach dem Tod der Mutter muss Gragaard verkauft werden. Zusammen mit ihrer Schwester Toni räumt sie Haus und Bootsschuppen aus, und eine Reise in die Vergangenheit beginnt: Da sind die Abendkleider der Mutter, die die rauschenden Sommerfeste wiederaufleben lassen und die glücklichen Tage, bevor der Vater die Familie verließ. Und da sind die Ölporträts, die der russische Maler Maxim, um dessen Aufmerksamkeit die Mädchen buhlten, einst von ihnen angefertigt hat. Als sie im Sekretär einen Brief der Mutter an sie beide finden, fasst Ada endlich den Mut, sich ihren Sehnsüchten zu stellen, und aus dem Abschied wird Aufbruch.


Anne Müller wuchs in Schleswig-Holstein auf und lebt heute in Berlin. Nach dem Studium der Theater- und Literaturwissenschaften arbeitete sie zunächst als Radiojournalistin, dann als Drehbuchautorin. »Sommer in Super 8« ist ihr erster literarischer Roman, der viele begeisterte Leserinnen und Leser gefunden hat.


Meine Meinung: 

Das wunderschön illustrierte Cover, im herrlichen Himmelblau und Orange gestaltet,  fällt sofort ins Auge und verspricht ein traumhaftes und romantisches Lesevergnügen, welches auch eingehalten wurde. Das blaue Cover, mit weißen Blütenständen verziert, mit festem Einband und in angenehmer Lesegrösse, stellt eine gelungene Beziehung zur künstlerisch begabten Ada, dem Meer und Himmel dar. Als Malerin liebt sie diese Farbkombination und stellt sie gerne in ihren Bildern dar. 

Zitat Seite 9 " Ich habe was, was du nicht hast. Ihr Spiel auf Autofahrten. Toni, die immer hinter dem Beifahrersitz und der Mutter saß, gehörte die rechte Hälfte der Welt, ihr, Ada, die linke. "

 Die Geschichte von Toni, Ada und ihren Eltern, wird in Gegenwart und mit  Rückblicken in das Kindheitserleben der Schwestern erzählt. Die Autorin lässt die jüngere Ada eindrucksvoll aus ihren Erinnerungen in zwei Ebenen aus der Ich-Erzählweise sprechen. Dies gelingt ihr mit einem ganz besonders zauberhaften und klarem Schreibstil, der berührt und viele Emotionen bei den Leser*rinnen weckt. Eigentlich ist es eine ganz unromantische Angelegenheit,  zu der sich die inzwischen erwachsenen Geschwister im Elternhaus an der Ostsee treffen. Die Mutter ist plötzlich verstorben und der Haushalt muss aufgelöst werden.  Die lebhafte, ältere Toni ( Antonia) , mitten im Leben stehend als Lehrerin , Ehefrau und Mutter einer pubertierenden Tochter perlt mit ihren aktiven Ideen und  stürmischen Handlungen durch das Buch. Im Gegensatz dazu steht die stillere, künstlerisch begabte jüngere Schwester Ada, die als Single in einer Grossstadt lebt. Beide Geschwister verbindet eine enge Beziehung an die Erinnerung von Familienleben und Kindheit im Ostseeort Gragaard. 


Die vierzehntägige Zeit, die sich die jungen Frauen  zum Aufräumen und Auflösen des Hausstandes genommen haben, wird auch eine Zeit des Aufarbeitens der vergangenen Tage und eine Reflexion ihrer jetzigen Lebenssituationen werden. Die Beziehung der Schwestern zueinander und das Verständnis füreinander vertiefen sich und führen die beiden in ganz neue Lebens-Ansichten und zu neuen Handlungswegen. Behutsam öffnet die Autorin mit ihrer bildhaften Schreibweise die Erinnerungen der vergangenen Jahre und auch Schmerz und so manche  Verletzung aller Familienmitglieder  treten zu Tage, bedingt durch die Trennung des Vaters von der Mutter nach 17 Ehejahren. Erschüttert begreifen die Geschwister, dass auch ihre Mutter nicht immer so glücklich war, wie sie geglaubt hatten als Kinder und Jugendliche. Sie kommen einem Geheimnis auf die Spur und sehen ihre Mutter nun auch klarer in ihrer Ganzheit einer weiblichen Persönlichkeit, die zugunsten der Familie und Ehe ihre künstlerische Laufbahn als Musikerin aufgegeben hatte.  Die Autorin erzählt all das in leisen Tönen und  tiefgründigen Ausführungen, die den/die Leser*rinnen zu eigenen Gedanken und Emotionen führt. 

Es ist eine stille, feine Lektüre der leisen Töne, in der nicht viel passiert, die aber dennoch voller Lebensweisheit und Klugheit steckt. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE !

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das schöne, gebundene Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 13. Mai 2020

*Die Insel der Leuchttürme* von Lily Graham, erschienen im Diana Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Verlagslink

Inhalt/Klappentext:

 Ein altes Haus im warmen, mediterranen Licht auf einer balearischen Insel. Ein Ort, von der Zeit vergessen, der von lange vergangenen Sommern, sonnengeküssten Erinnerungen und einem schrecklichen Verrat erzählt … 

Ihr verstorbener Mann James hinterlässt Charlotte ein unerwartetes Geschenk auf Formentera: das wunderschöne alte Haus mit dem klingenden Namen Marisal, das einst ihrer Großmutter gehörte. Als Charlotte dorthin reist, kommt sie der verborgenen Geschichte ihrer Familie, die eng mit dem dunklen Geheimnis der Insel verwoben ist, auf die Spur. Und sie erfährt von einer verhängnisvollen Liebe, die viele Leben in Gefahr brachte und von zwei Schwestern, die ein tragischer Verlust entzweite …


Lily Graham wurde in Johannesburg, Südafrika geboren. Daher stammt wahrscheinlich auch ihre Sehnsucht nach dem Meer, die sie immer begleitet. Heute lebt sie mit ihrem Mann und der Bulldogge Fudge in England und lässt ihre Liebe zum Meer in ihre Bücher einfließen. »Die Insel der Leuchttürme« ist ihr erstes Buch im Diana Verlag.

Meine Meinung: 

Das wunderschön gestaltete Cover weist sofort auf einen Wohlfühl-Roman hin, der Sommer, Sonne und Meer verspricht. So liest sich diese Geschichte auch zu Beginn. Schnell, beschwingt, mit viel Esprit. Gebannt bin ich durch die Seiten geflogen und wurde  durch den einfachen und bildhaften Schreibstil der Autorin in meiner Annahme bestätigt. Der Roman beginnt sehr traurig und bleibt auch lange deprimierend, denn die englische Hauptprotagonistin Charlotte, hat ihren geliebten Ehemann zu früh durch eine Krebserkrankung verloren. Aber er hat etwas Wunderbares für sie erstanden und ihr ein altes Haus, gelegen auf der Insel Formentera mit dem romantischen Namen Marisal, überschrieben. Sie lernt neue , auf der Insel ansässige Menschen kennen  und da ist natürlich noch ihre heutige Familie.  Ihr Bruder Alex und ihre Tochter Stage stehen ihr tapfer nach dem Verlust von Ehemann James zur Seite. 


Das Buch spielt in zwei Zeitsträngen , der Gegenwart und im 18. Jahrhundert , beginnend im Jahr 1718 auf Formentera. Das Thema ist sehr interessant gewählt und erzählt eine spannende Familientragödie. Es geht vor allem auch um eine geheime jüdische Gemeinschaft der damaligen Zeit, die sich  auf diese kleine Insel zurückgezogen hat und sogar zum Schein zum Christentum konvertiert ist. Die jüdische Gemeinde schottet sich stark ab, besucht  den christlichen Gottesdienst und besitzt sogar geheime Räume unter der Kirche, nämlich eine eigene Synagoge. 


Leider hat mir der zweite wichtige Teil aus dem 18. Jahrhundert, geprägt von einem unscheinbaren und plötzlich langweiligen  Schreibstil der Autorin gar nicht gefallen. Ihre Protagonist*innen dieser Zeit bleiben seltsam uninteressant. Sie benutzt die gleiche moderne Ausdrucks- und Schreibweise wie im beginnenden Teil des Buches und grenzt die beiden Erzähl Stränge in keiner Weise schreibtechnisch voneinander ab.  Der ganze Roman wirkt durch diesen  Schreibstil-Fehler (in meinen Augen)  plötzlich oberflächlich und nichts sagend, langweilig und ist überhaupt nicht mehr ausdrucksstark. Das ist sehr schade, vor allem um das spannende Thema der Judenverfolgung auf den Balearen, von dem ich bisher nicht viel gewußt hatte. Ich war doch sehr enttäuscht und meine anfängliche Lesefreude plätscherte leise dahin und verflog mehr und mehr von Seite zu Seite.


 Aus diesem Grunde möchte ich dem Roman mit diesem eigentlich wichtigen  Themenansatz , aber der atmosphärisch verfehlten Beschreibung einer  Historien Zeit leider nur DREI *** STERNE geben. 

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!  

Montag, 4. Mai 2020

*Im Zeichen des Löwen* von Daniel Wolf, erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Historischer Roman
Friesen-Saga 1
Erscheinungstermin: 17. Februar 2020

Verlagsinfo

Inhalt/Klappentext: 

Friesland 1351: Schiffe zu bauen – das war schon immer der Traum des junge Zimmermanns Jann Wilken. Mit seinen genialen Ideen will er die Seefahrt revolutionieren und sich in den Häfen der Hanse einen Namen machen. Aber Jann hat es nicht leicht. Er ist der uneheliche Sohn des mächtigen Wilke Tammen Osinga, der den Bastard verabscheut und täglich erniedrigt. Der jähzornige Wilke führt eine Blutfehde gegen seinen Erzfeind Enne Rycken und zieht seine Söhne in den Konflikt hinein. Jann ist seit langem heimlich in seine Jugendfreundin Jorien verliebt. Doch als er ihr endlich seine Gefühle gestehen will, wird sein Dorf von Enne angegriffen, und es kommt zur Katastrophe ...


Daniel Wolf ist das Pseudonym von Christoph Lode. Der 1977 geborene Schriftsteller arbeitete zunächst u.a. als Musiklehrer, in einer Chemiefabrik und in einer psychiatrischen Klinik, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mit den historischen Romanen »Das Salz der Erde«, »Das Licht der Welt«, »Das Gold des Meeres« und »Die Gabe des Himmels« gelang ihm der Sprung auf die Bestsellerlisten. Der Autor lebt in Speyer.


Meine Meinung: Dieser fast eintausend (1000) lange Seiten verfasste historische Roman hat mich lange in seinen magischen und spannenden Bann gezogen und gefesselt. Ein ungewöhnliches und für mich relativ neues Thema hat der begabte und junge Autor Daniel Wolf damit aufgegriffen. Es handelt sich um die ersten Anfänge der Hanse-Bewegung im 13. Jahrhundert. Er verfolgt in seinem Buch die Entwicklung eines germanischen Volksstammes an der Nordseeküste gelegen, FRIESEN genannt. Von den heutigen Niederlanden bis Dänemark am Meer beheimatet, hat er diese Volksgruppe mit seinem nie langweiligen, vielfältigen und packendem Schreibstil mitsamt einer hervorragenden Recherche-Arbeit, dem interessierten Leser*rinnen zur Information und vergnüglichem Geschichtsunterricht beim Lesen geschenkt. Karten des Ortes Warfstede , im heutigen Haarlinger Land gelegen, ein fachlich sehr kompetentes Glossar über Schiffbau sowie damalige friesische und maritime Ausdrucksweisen, vervollständigen das Buch aus dem Wissen vom faszinierenden und schwierigen Handwerk der Zimmerleute rund um den Bau der Holzkoggen. 


Die Protagonisten heben sich durch charaktervolle und sehr typische Denkweisen der damaligen Zeit hervor und beeindrucken zusätzlich durch gesunden Menschenverstand und Herzenswärme. Aber der Autor erzählt  auch von unnachgiebiger Härte gegen Natur und Mitmensch, die von den harten und oft bedrohlichen Lebensumständen an der rauen  und unberechenbaren Nordseeküste gefordert wurde. Die Friesen waren immer souverän und fühlten sich frei von Autoritäten, hatten keine Könige, sondern Häuptlinge, die im kleinen Kreis ihre Regierungsgeschäfte führten. 


Diese opulente und farbige Familiensaga entführt den Leser in eine vergangene Welt, die von den Anfängen des Hansebundes geprägt wurde. Vom Handel der Kaufleute und der weiteren Entwicklung der Hanse erfahren wir zwar nicht allzuviel, doch die Familienfehden, Liebes - und Hassgeschichten füllen den Roman mit ausreichendem Leben und spannenden Wendungen. 


Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen grossartigen historischen Roman über die Friesen und das Leben an der stürmischen und unberechenbaren Nordseeküste. 


Herzlichen Dank an den Autor und den Goldmann Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar.