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Dienstag, 20. Oktober 2026

*Bruderherz* von Michael Robotham - erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:

Das Cover verspricht eigentlich einen gruseligen Thriller. Der Klappentext harmoniert leider nicht wirklich mit diesem Versprechen, worüber ich gar nicht unglücklich bin. 

Ich habe einen Spannungsroman, ein emotionales Familiendrama um einen naiven, liebenswerten, durch einen Sauerstoffmangel während der Geburt betroffenen Jungen,  erlesen.  Seine mentalen Fähigkeiten sind unterentwickelt - im starken Gegensatz zu seiner sehr guten  körperlichen Verfassung und Kraft. Und  ich habe einen beschützenden grossen Bruder kennengelernt, der versucht sein Bestes für Luke zu geben. Er übernimmt Verantwortung für Luke in vielen Lebenssituationen. All das  reicht nicht aus um eine Katastrophe zu verhindern. Die fast 18 jährige Saxon wurde vergewaltigt und ermordet. Luke scheint darin verwickelt zu sein und  begeht Selbstmord.  
Arlo Hackett verbringt zwölf Jahre seines Lebens im Gefängnis, da ihm eine Mitschuld an der Ermordung der jungen Saxon durch seinen jüngeren Bruder gegeben wird.  

Arlo glaubt nicht an die Schuld seines  jüngeren Bruder Luke und versucht im Rückblick nach seiner Entlassung Unregelmässigkeiten während der Polizeiermittlungen aufzuklären. Er stösst dabei auf  feindselige Reaktionen, Lügen und menschliche Geheimnisse der gesamten Stadtbevölkerung von Yulara....

Michale Robotham erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen, aus der Gegenwart nach Arlos Haftentlassung sowie aus den Rückblicken. Themen wie Schuld, Sühne, Hass, Neid, Vorurteile, auch gerade von der Bevölkerung  Yularas, werden ehrlich, atmosphärisch
 stimmig, geschildert.  Muffiges und boshaftes Kleinstadtleben inclusive. 
In ca. fünfhundert Seiten hat der Autor gefühlvoll und  realitätsnah seine Protagonist*innen gezeichnet . Sein Schreibstil ist sehr detailreich. lebhaft und fesselnd. Trotzdem beschlich mich ein kleines Gefühl von Ungeduld gegen Ende der fünfhundert Seiten. Eine etwas kürzere Fassung hätte dem Buch  sicher nicht geschadet. 

 VIER**** STERNE !




INHALT/KLAPPENTEXT: Nach zwölf Jahren hinter Gittern kehrt Arlo Hackett in seine australische Heimatstadt Yulara zurück – ein Ort, dessen Bewohner ihn einst verurteilten und verstießen. Damals wurde er der Beihilfe zu einem schweren Verbrechen beschuldigt, das sein Bruder Luke begangen haben soll. Doch Arlo hat nie an Lukes Schuld geglaubt und will nun herausfinden, was wirklich passiert ist. Aber die Menschen in Yulara begegnen ihm mit Misstrauen und Feindseligkeit. Wer lügt, wer verschweigt etwas – und wem kann Arlo überhaupt noch trauen? Während er sich seinen schmerzhaften Erinnerungen stellt und der Wahrheit immer näherkommt, gerät sein Leben erneut aus den Fugen. Zwischen Verrat und Schuld muss er sich die Frage stellen, ob Vergebung möglich ist – oder ob sie alles zerstört, was ihm noch geblieben ist.

Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange als Journalist tätig, bevor er sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit seinen Romanen stürmt er regelmäßig die Bestsellerlisten und wurde bereits mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem mit dem renommierten Gold Dagger. Michael Robotham lebt mit seiner Familie in Sydney.

Übersetzt von Kristian Lutze


 

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