Meine Meinung zum Buch:
Wir machen eine Zeitreise zurück in das Jahr 1958 und besuchen den Kontinent Australien. Dort lebt seit Generationen die Familie MacBride ruhig und abgeschieden im riesigen, trockenen Westen des Landes. Mutter Lorna, Vater Phil und die Kinder Warren, Rosie und Matt arbeiten auf ihrer Schafffarm und leben von dem Verkauf der Wolle und der Tiere. Der junge liebenswerte Andy, ein Stein- und Fossilienliebhaber in seiner Jugend, stösst durch ein tragisches Ereignis erst später zur Familie dazu. Wir begleiten dieses Leben im Outback in einem Zeitraum von ca. vierzig Jahren.
Sofort empfand ich Hitze, den roten Staub, den Geruch der Schafe und die unendliche Weite dieser Farm beim Lesen. Stimmig, flüssig, sorgfältig erzählt und aufbereitet von der Autorin, die zehn Jahre an diesem Werk gearbeitet hat. Und es ist ihr gelungen. Ein Familienroman, der alles bietet was im Laufe von Generationen als Tragödie, Glückseligkeit und/oder Schicksal bezeichnet werden kann.
Durch einen tragischen Autounfall mit einem Känguru verlieren Phil und Warren ihr Leben. Der jüngste Sohn Matt überlebt schwerverletzt und hat lebenslang an den Folgen einer Kopfverletzung wie Gedächtnisverlust, Sprachstörungen zu leiden. Mutter Lorna und die Tochter Rosie übernehmen die Leitung , Verantwortung für die Farm und den verletzten Matt.
Die Zeiten ändern sich in den 60er Jahren. Auch die alte Uhr *Old Wally* im Haus der MacBrides tickt unbarmherzig voran. Die Suche nach Rohstoffen nimmt auch in Australien einen grossen gesellschaftlichen Stellenwert ein. Bergbauunternehmen stecken ihre Claims auf den Gebieten der Schafffarmen ab zur Erzgewinnung. ALLES was unterhalb der Erdkruste liegt, gehört nicht den Farmen. So ist es im Gesetz geregelt.
Als sehr beeindruckend empfand ich die Schilderungen der psychischen Entwicklungen und Darstellungen aller Protagonist*innen, auch der Nebenrollen. Zwischenmenschliche Beziehungen werden warmherzig , oft nur andeutungsweise und für die Leser*innen nicht wertend, langsam aufgerollt. Ausschweifungen , Verfehlungen, Schuld, Hass, Neid, finden im Buch einen realistischen Platz im Laufe der Jahrzehnte. Es werden auch Glücksmomente nicht vergessen und ausführlich erzählt.
Je länger ich in den Zeilen dieses fulminanten Buches versank, desto grösser wurde mein Wunsch , dass es nie enden sollte. Ich gebe gern eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen für diesen epischen, grossartig geschriebenen Roman.
Herzlichen Dank an die Autorin und die Penguin Random House Verlagsgruppe für dieses gebundene Leseexemplar mit einem komfortablen Lesebändchen.
INHALT/KLAPPENTEXT: Westaustralien 1958: Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück nur knapp. Doch als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, schlägt das Schicksal ein zweites Mal zu: Ausgerechnet Matthews Rückkehr nach Meredith Downs kostet ein weiteres Mitglied der MacBrides das Leben, während ein anderes das seine opfert, um ein unschuldiges Kind zu retten. Matt steht vor einer schmerzhaften Zerreißprobe …
M. L. Stedman legt wie keine Zweite den Finger auf die ganz großen zwischenmenschlichen Konflikte – und macht aus ihnen eine überwältigende und heilsame Leseerfahrung. Dies bewies sie 2013 mit ihrem Debütroman: »Das Licht zwischen den Meeren« wurde in 45 Sprachen übersetzt und mit Michael Fassbender und Rachel Weisz in den Hauptrollen für Hollywood verfilmt. Mehr als ein Jahrzehnt nahm sie sich Zeit für ihren zweiten Roman »Ein weites Leben«, der weltweit im Frühjahr 2026 erschien und zum internationalem Bestseller wurde.
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