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Dienstag, 18. August 2026

*Das Blau auf der anderen Seite* von Lucinde Hutzenlaub - erschienen im Penguin Verlag

*Werbung, unbezahlt*

Meine Meinung zum Buch:

Dieser farbenprächtig und abwechslungsreiche Wohlfühlroman spielt in zwei Zeitsträngen . Im heute und jetzt in Neuseeland, sowie in der dunklen Zeit der Verfolgung von Juden und anderen unbeliebten Volksgruppen in Deutschland  kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges. 

Karla beginnt zunächst allein ihren Roadtrip im Jahr 2025, geplant für drei Monate durch das Land und trauert unermesslich betrübt um ihre zu früh verstorbene grosse Liebe Sebastian. Sie hatten diese Reise ursprünglich zusammen geplant.
Karla und Alex lernen sich ebenso im Jahr 2025 in Neuseeland kennen. Doch sehr schnell findet sie Trost und Verständnis bei Alex, dem Neuseeländer mit deutschen Wurzeln.
Sie fasst Vertrauen und eine zarte Beziehung zueinander entwickelt sich. Die schöne, fremdartige Landschaft, das Meer und die blühende Vegetation faszinieren die junge Reisende. Alex lebt mit seiner Grossmutter Marge auf einer alteingesessen Apfelbaum Plantage in einem in die Jahre gekommenen , verwunschenem Farmhaus. 

Im  zweiten Zeitstrang des Buches reisen wir in die Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1938. Die Familie des jüdischen Arztes Dr. Joshua Eichelbaum flieht aus Deutschland nach Neuseeland. Seine Tagebucheinträge, von seiner Ehefrau Hannah und der 10 jährigen Tochter Margret erzählen diese traurige, ihr Leben rettende Abreise aus der Heimat in eine unbekannte Zukunft. 

Es ist ein freundliches Buch. Für meinen Lesegeschmack teilweise zu freundlich, zu weich in sanften, gefälligen Sätzen und Redewendungen verfasst, die mir sehr bekannt vorkamen aus vielen anderen Wohlfühlromanen.Vor allem im heute spielenden Teil dieser Geschichte.  Auch die schnell wachsende Beziehungsentwicklung zwischen Karla und Alex erschien mir nicht wirklichkeitsnah während ihrer Trauerarbeit.   
 Trotz der traurigen Grundthematik von Verfolgung und Vertreibung im zweiten Zeitstrang des Buches hat es die Autorin geschafft, eine atmosphärisch positiv geprägte Stimmung zu halten und weiter auszubauen. Ein neues Familienleben beginnt in Neuseeland für die Familie Eichelbaum. Wie dieses gestaltet wurde, könnt ihr in diesem Roman miterleben.Vor allem die spannende Entwicklung zwischen der eigenwilligen Marge und  der verliebten Karla  im letzten Drittel des Buches. Es ist die Geschichte einer Annäherung zwischen einer alten und einer jungen Frau. Diese Darstellung war für mich der bedeutendste und beste Teil des Buches.   

Ich vergebe gern VIER **** Sterne für diesen Wohlfühlroman.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.   



INHALT/KLAPPENTEXT: 

Joshua sagt, der Himmel hier über Neuseeland sei größer und viel blauer. Er hat recht. Dieser Himmel erzählt andere Geschichten. Geschichten von Hoffnung, vielleicht. Oder vom Überleben.

Ihre Hochzeitsreise sollte Karla und Sebastian nach Neuseeland führen. Doch Sebastian stirbt, und Karla steht vor den Scherben ihres Lebens. Dass es ihr gelungen ist, den Flug nach Christchurch dennoch zu buchen, wundert sie selbst am meisten. Als sie einen Zwischenhalt auf der Apfelplantage der 97-Jährigen Auswandererin Marge macht, stößt sie in der Scheune auf Dokumente von Dr. Joshua Eichelbaum, die von einer dunklen Epoche in Deutschland erzählen. Und von einem Band, das die beiden ungleichen Frauen auf schicksalhafte Weise verbindet.

Ein tief unter die Haut gehender Roman über Neuanfänge in Neuseeland, eine höchst ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Möglichkeit einer jungen Witwe, über Mut, Liebe und Freundschaft einen Weg in die Zukunft zu finden.

AUTORIN: 
Lucinde Hutzenlaub wurde in Stuttgart geboren, wo sie nach mehreren Auslandsaufenthalten wieder lebt. Die gefeierte Bestsellerautorin ist Kommunikationsdesignerin, systemische Coach und Heilpraktikerin, sie ist geschieden, hat drei Töchter und einen Sohn. Die Fans ihrer DONNA-Kolumne »Lucindes Welt« lieben sie für ihren Witz und ihre Authentizität. Bei Penguin erschienen zuletzt ihr Roman »In Liebe, Deine Paula« sowie, zusammen mit Heike Abidi, »Ich dachte, zu zweit muss man nicht alles selber machen«.




Erschienen am 17.6.26




 

Sonntag, 16. August 2026

*Goliaths Auge* von Diego Muzzio - erschienen im Mare Verlag

*Werbung, unbezahlt* 
Erschienen am 23.7.26

Mein Leseeindruck zum Buch:

Beim Betrachten des Cover könnte man auf eine abenteuerliche Geschichte über das Meer, Stürme, Geschichten über das Leben einsamer Leuchtturm Wärter hoffen. Wäre da nicht ein ganz kleines Detail in der rechten unteren Ecke des Cover, welches auf noch mehr Dramatik und Nervenkitzel hindeutet. So kam es auch, denn die ca. zweihundert Seiten des gebundenen Buches konnte ich nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe diesen Schauerroman, so kann ich es bezeichnen , in zwei Tagen durchgelesen. Es war eine begeisternde, spannende, aber auch abstossend, grauenvoll erschütternde Lesereise. Ich bin immer noch geflasht und denke darüber nach - auch und gerade über die überraschende Endaussage des Buches, die ich hier auf keinen Fall spoilern möchte. Die Stimmung im Buch ist  immer von einer sehr düsteren und gefährlichen Atmosphäre geprägt. Stürme mit riesigem Wellengang, aggressive Meeresvogel und die schreckliche Einsamkeit und Not für Menschen, die auf so einem kleinen umtosten Archipel inmitten des Ozeans allein leben müssen, prägen den gesamten Roman. Der besonders aussagekräftige und bunte Schreibstil des Autors fesselt total. Ich denke, die Übersetzung ist auch gut gelungen. 

Dr. Pierce, dem Psychiater und  Leiter einer Nervenheilanstalt in den 1920 er Jahren in Edinborough,  Schottland habe ich zu Beginn der Geschichte voll und ganz vertraut. Er kümmert sich um Kriegsveteranen, die mit schweren Traumata aus dem 1. Weltkrieg zurückkehrten. Doch dann wuchsen Zweifel in mir, denn Dr. Pierce war nicht nur als Arzt dort tätig. Er war selbst betroffen und hatte sich eine schwere Kopfverletzung während des Gemetzel an der Somme in Frankreich zugezogen. 

Er bekommt einen neuen Patienten, genannt der *Schwimmer* vom *Northern Lighthouse Board*, einer Organisation zum Bau und  der Kontrolle von  bestehenden Leuchttürmen, zugewiesen. Zwanghafte Schwimmbewegungen bis zur völligen Erschöpfung kennzeichnen das Krankheitsbild von David Bradley, genannt „der Ingenieur". Er war auf dem schlimmsten, der Hölle aller Leuchttürme, genannt *Goliaths Auge*  stationiert zur Überprüfung wegen angeblich irreparabler Schäden des Bauwerks.  

Beide Männer kämpfen mit ihren persönlichen Traumata. 
 Dr. Pierce verschafft sich Erleichterung durch eine Morphinabhängkeit und versucht seinem Patienten David Bradley mit Hypnose von seiner Zwangsstörung zu befreien. Ausserdem verfasst er eine Abhandlung über sein neu erfundenes Heilverfahren und möchte damit Kollegen im In - und europäischen Ausland beeindrucken und überzeugen..... ob ihm dies gelingt müsst ihr euch nun selber erlesen und ich wünsche euch starke Nerven für diesen aussergewöhnlichen Roman. 

 Das Buch ist eine  absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen und man kann es unbedingt in das Genre Psychothriller, Schauerroman  ähnlich dem Buch von  Mary Shelly's  *Frankenstein*, einordnen. 
 


Über den Autor und weitere Mitwirkende

Diego Muzzio, geboren 1969 in Buenos Aires, studierte Literatur und Fremdsprachen. Als Autor von diversen Gedichtbänden, Kurzgeschichten und Romanen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Roman »Goliaths Auge« wurde in fünf Sprachen übersetzt und mit dem Kónex Foundation Award (2024) und dem Medifé Filba Foundation Award (2023) prämiert. Muzzio lebt heute in Le Mans, Frankreich.

Kirsten Brandt geboren 1963, studierte nach einer Buchhandelslehre Portugiesisch, Englisch und Deutsch und lebte sieben Jahre in Barcelona. Für mare übersetzte sie u. a. José Luis González Macías‘ »Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt« (2023). Für ihre Übersetzungen aus dem Spanischen, Katalanischen und Portugiesischen wurde sie vielfach ausgezeichnet.


Herzlichen Dank an den Autor und den Mare Verlag für das gebundene Leseexemplar ! 







 





 

*Wochenrückblick vom 10.8.- 16.8.26*

*Werbung, unbezahlt*



GETAN: Alles Schöne was bei Besuch gern gemacht wird und allen Freude bereitet. 
Erzählen, Spielen, Ausflüge planen, Kochen, Schwimmbadbesuch u.s.w.  .  
Blumen giessen mit dem (noch) zu  begeisterndem kleinsten dreijährigen Enkel. Wenig Hausarbeit, nur das Nötigste.  ! Auch mal schön :-) ! Eine Reise in das schöne Braunschweig zum Feiern. 

GEDACHT: Wie schnell die mit schönen Aktivitäten gefüllten Tage vorbeisausen,,,,

GEÄRGERT: Über die vielen Geschäftsleerstände unserer kleinen Stadt. Die Welt verändert sich und mit ihr die Einkaufsgewohnheiten der Bevölkerung.  

GEFREUT:  Über die Einschulung eines Enkeljungen, den Übergang auf das Gymnasium eines Enkelmädchen. Alle freuten sich darüber bei einem Familientreffen mit über zwanzig Personen.  Wie klein die Erstklässler auf dem Schulhof erschienen!!  Bei vielen Kindern war  der Ranzen fast grösser als das tragende Kind. Ein Tierparkbesuch bei herrlich angenehmen Wetter in der Wochenmitte war entspannend und wir konnten zwei neu eingezogene Yaks bewundern.  Es war jeden Tag in der vergangenen Woche so angenehm warm, dass wir im Freien frühstücken konnten. 

GESEHEN:  Einen Schwedenkrimi am Freitag auf Arte. 

GELESEN: Ich habe  *Katzenberge*  beenden können mit einem zwiespältigen Gefühl. Eine mir schon lange bekannte, traurige Erkenntnis. Die Geschichte wiederholt sich. Menschen ähnlicher und/oder verschiedener Nationalitäten vertreiben sich gegenseitig , beanspruchen egoistisch Gebiete, ganze Länder für sich, morden und brandschatzen dafür.  https://de.wikipedia.org/wiki/Galizien


Heidelandschaft am Wilseder Berg, Lüneburger Heide 




Freitag, 14. August 2026

Ich bin lesend unterwegs in : *Goliaths Auge* von Diego Muzzio - erschienen im Mare Verlag

*Werbung, unbezahlt* 

Erschienen am 23.7.26 

https://www.mare.de/neuerscheinungen  Im Link gibt es eine Leseprobe vom Mare Verlag !

INHALT/KLAPPENTEXT:

Edinburgh in den 1920ern: Der Psychiater Dr. Pierce erprobt innovative Hypnosemethoden an seinen kriegsversehrten Patienten, als eines Nachts der Vorstand des Northern Lighthouse Board an die Pforten seiner Nervenheilanstalt klopft. Er ersucht Heilung für den Ingenieur David Bradley. Seit Bradley von der Inspektion des argentinischen Leuchtturms Goliaths Auge zurückgekehrt ist, verfällt er, kaum von seiner Zwangsjacke befreit, stumm in manische Schwimmbewegungen. Einziges Zeugnis der vergangenen Wochen ist sein Tagebuch, das Grausames erahnen lässt. Dr. Pierce ist fasziniert – Bradleys Heilung soll ihm als sein Meisterstück zu internationaler Anerkennung verhelfen. Doch auch seine eigene Vergangenheit wirft schwarze Schatten, und je tiefer er sich in den Fall versenkt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Psychiater und Patienten, zwischen Wahn und Wirklichkeit.


Diego Muzzio, geboren 1969 in Buenos Aires, studierte Literatur und Fremdsprachen. Als Autor von diversen Gedichtbänden, Kurzgeschichten und Romanen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Roman Goliaths Auge wurde in fünf Sprachen übersetzt und mit dem Konex Foundation Award (2024) und dem Medifé Filba Foundation Award (2023) prämiert. Muzzio lebt heute in Le Mans, Frankreich.



Montag, 10. August 2026

*Katzenberge* von Sabrina Janesch

*Werbung, unbezahlt* , *Buch selbst gekauft, gebraucht*

Diese Geschichte und vor allem der Schreibstil der Autorin fesselt mich total. Eine Reise nach Polen, in das vergangene *Schlesien*,  die Suche nach den Wurzeln der Familie, seinen Menschen, die Geschichte und das Eintauchen in eine fast unberührte Landschaft. Dieses Buch wird im September 2026 neu beim Rowohlt Verlag aufgelegt. https://de.wikipedia.org/wiki/Galizien

Schon ihr Roman *Sibir* hatte mich als Hörbuch begeistert und bis in die kasachische Steppe geführt. 


INHALT /KLAPPENTEXT: Eine magische Spurensuche, eine bewegende Familiengeschichte

Fesselnd erzählt Sabrina Janesch von Schuld, die nicht vergeht, und Heimat, die fremd bleibt: Die junge Journalistin Nele Leibert fährt von Berlin nach Niederschlesien, um von ihrem geliebten Großvater Abschied zu nehmen. Kaum angekommen, wird sie von Erinnerungen eingeholt. Auf einen dunklen Verdacht hin folgt sie den Spuren ihrer Familie bis nach Galizien - an den Ursprung von Flucht und Vertreibung. Doch wie bannt man einen Fluch, der älter ist als man selbst?

Ausgezeichnet mit dem Mara-Cassens-Preis für das beste Romandebüt des Jahres, dem Nicolas-Born-Förderpreis und dem Anna Seghers-Preis.

«Federleicht pendelt der Roman zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und beschwört dabei das Leben dreier Kriegs- und Nachkriegsgenerationen herauf.» Hanns-Josef Ortheil



Die Autorin Sabrina Janesch wurde 1985 in Niedersachsen geboren. Sie ist die Tochter einer polnischen Mutter und eines Vaters, der als Kind aus dem Wartheland nach Zentralasien verschleppt wurde. Für ihre Romane erhielt Janesch zahlreiche Preise; «Die goldene Stadt» (2017) wurde zum Bestseller. Für die Recherche zu «Sibir» sprach sie mit Zeitzeugen, las Tagebücher, historische Dokumente. Ihre Reise führte sie schließlich bis in das kasachische Steppendorf, in dem ihr Vater seine Kindheit verbracht hat. Sabrina Janesch lebt mit ihrer Familie in Münster.


Sonntag, 9. August 2026

*Schatten über den Highlands* von Constanze Wilken - erschienen im Goldmann Verlag

*Werbung, unbezahlt*


MEINE MEINUNG ZUM BUCH:

Pferde, Schottland, das Leben der Traveller - der *fahrenden Leute* , die auch heute noch oft ruhelos durch die Landschaft von Schottland, Irland reisen. Die Liebe. 

Das sind Themen mit denen sich dieses sehr bunte und gut verfasste Wohlfühlbuch von Constanze Wilken beschäftigt. 

Der süsse Duft der violett blühenden Heidelandschaft steigt beim Lesen des Buches betörend im Kopf auf. Hufgetrappel, der herbe Geruch von Pferden, Heu und auch Mist kommen hinzu. Vermischt werden diese Eindrücke mit einer herzberührenden Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. Lizzie und Ronain. Sie sind Traveller, aufgewachsen in einer engen und behüteten Gemeinschaft verschiedener Clans. Ronain wollte immer schon  seinen Traum von einem Leben als Tierarzt verwirklichen - doch es wurden ihm viele Steine auf diesem Weg vor die Füsse geworfen. 
Lizzie wählt einen anderen Lebensweg,  mag nicht mehr im Familienverbund  umherziehen, geht nach Glasgow, begegnet dem alten Mr. Murphy in seinem Buchladen. Er kümmert sich rührend um die einsame, heimatlos gewordene Lizzie und schenkt ihr neue Perspektiven mit dem Arbeiten in seiner Buchhandlung. Lizzie hat von kleinauf Bücher geliebt. Sie wurden ihr vom Vater Donnie weggenommen, verboten, ja sogar verbrannt. Doch nun, heute  ist der alte Donnie schwer krank . Lizzie wird nach Hause gerufen. Ihr Vater möchte sie trotz vieler Zerwürfnisse noch einmal sehen und sprechen. Schweren Herzens macht sie sich auf den Weg in die alte Heimat. 

 Alles verändert sich für die beiden Traveller- Familien. Missverständnisse und Geheimnisse klären sich zum Positiven  auf.  Doch eines bleibt für alle das Wichtigste in der Zukunft : ihre Liebe zu den Pferden, ihrer Aufzucht, den Pferdeauktionen, der vertraute Familien-Zusammenhalt und die Liebe der Traveller zum Umherziehen und Reisen, die Empathie der Horsemen zu den Pferden und letztendlich sogar die Liebe zu Büchern. 

Ich habe wunderbare Stunden in den Highlands verbracht und bedanke mich herzlich bei der Autorin und dem Goldmann Verlag für das Print-Rezensionasexemplar.

LESEEMPFEHLUNG MIT FÜNF  ***** STERNEN IM GENRE WOHLFÜHLROMAN.  


INHALT/KLAPPENTEXT: 
Die junge Lizzie Farland hat sich fernab der Highlands ein neues Leben in Glasgow aufgebaut . Doch als sie einen alarmierenden Brief ihres Vaters, des Pferdezüchters Donnie, erhält, macht sie sich sofort auf den Weg zurück in ihre alte Heimat, die idyllische Grafschaft Perthshire. Der schwerkranke Donnie hat einen letzten Wunsch an seine Tochter: Er möchte sie vor seinem Tod mit Ronain verheiraten, dem Sohn seines besten Freundes. Als junges Mädchen war Lizzie in den sympathischen, gut aussehenden Ronain verliebt – dann musste er für drei Jahre ins Gefängnis, und Lizzie hat ihm nie verziehen. Sie ahnt nichts von dem gut gehüteten Geheimnis hinter Ronains damaliger Verurteilung ...

Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Als Autorin ist sie sowohl mit großen Frauen- als auch mit historischen Romanen erfolgreich.

 

*Wochenrückblick vom 3.8.-9.8.26*

(Werbung, unbezahlt)

 

GETAN: Alles für den Familienbesuch vorbereitet, eingekauft und geräumt.  Ich habe wieder einige gesunde, vegane Gerichte von Prof. Longo nachgekocht und genossen. Es gab aber auch einmal Fleisch in der Woche. Diese Praktik kenne ich schon lange -  seit meiner Kindheit. 

GEDACHT: Die heissen Tage vergehen für mich unendlich langsam. Ich flüchte eher in meine Bücher als in den Wald :-) !  Das Wasservorräte verschwinden überall in Europa in diesem heissen Sommer - unsere Lebensgrundlage!  Es ist gefährlich,  dass Atomkraftwerke nicht mehr gekühlt werden können, wie es grad in Ungarn auftritt. 

GEÄRGERT: Wie kann man immer noch so stur an den fossilen Energieträgern hängen  so wie es Politik und Konzerne vormachen ? Sie kappen gnadenlos die Lebensgrundlagen kommender Generationen. 

GEFREUT: Auf den Besuch der Kinder und Enkel aus Süddeutschland.. Die Einschulung eines Enkeljungen in Norddeutschland in der nächsten Woche miterleben zu dürfen wird sicher  eine grosse Freude für die ganze Familie.  

GESEHEN: Nichts Wichtiges. Im TV gibt es eh nur langweilige Wiederholungen alter Sendungen.   Einige spannende Krimis aus Schweden auf Arte. 

GELESEN: Ein ruhiges, stilles Buch von Malachy Tallack gelesen und  rezensiert. Sein Schreibstil gefällt mir sehr. Ich kenne ihn von seinen anderen Büchern.

Zum Entspannen bei heissem Wetter lese ich einen Wohlfühlroman aus den schottischen Highlands von Constanze Wilken. Info siehe an der Seitenleiste.   Die Kurzrezension kommt in der nächsten Woche hier zum Nachlesen. 



Ich wünsch euch eine gute Woche!
 


Mittwoch, 5. August 2026

*DER OZEAN SO WILD UND WEIT* von Malachy Tallack - erschienen im Luchterhand Verlag

*Werbung, unbezahlt*



MEINE MEINUNG ZUM BUCH:
Jack ist ein 62 jähriger Eigenbrötler, der im Haus seiner Kindheit  auf einer der Shetland Inseln  wohnen geblieben ist. Allein, ohne Familie , nur seine geliebt Country-Musik ist ihm Freund und Begleiter seines stillen und bescheidenen Lebens. Lange Spaziergänge im rauen Klima an der Meeresküste halten ihn fit und seine sozialen Kontakte haben sich auf wenige Nachbarkontakte,  Einkaufsfahrten in den kleinen Dorfshop oder in die nächste grössere Stadt beschränkt. Er ist zufrieden, doch manchmal nagt ein kleines Gefühl von verpassten Chancen in seinem Inneren an ihm. Der tragische Tod seiner Eltern hat seine ursprüngliche Lebensplanung in jungen Jahren als freier Musiker in Schottland verhindert. Er fühlt sich an das Leben im Cottage, seinen Erinnerungen an die Vergangenheit stark gebunden. 
Doch eines Tages liegt beim Heimkommen eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Haustür. Er ist verwirrt, glaubt an einen Schabernack,  öffnet dieses Päckchen und ist verblüfft,,,,,,

Dieses Buch strahlt eine unglaublich Ruhe beim Lesen aus, die sofort fast körperlich spürbar ist. Der Autor erzählt aus dem Leben von Jacks Eltern , die Geschichten von den Fahrten des ehemaligen Walfängers Sonny, seiner Ehefrau Kathleen und  dem Grossonkel Tom. Er ist  der Eigentümer des kleinen Cottage an der Küste hinter einem Berg und lebt fortan mit Sonny, Kathleen und Jack ein bescheidenes, aber glückliches Leben.  Das kleine Haus versteckt sich perfekt dort vor Sturm und Regen und liegt doch in der Nähe der Meeresküste. Jack's glückliche Kindheit wird geschildert, seine enge und nahe Beziehung zu seinem Onkel Tom, die tägliche  Unrast des Vaters und ehemaligen Walfängers und der liebevollen,  alle Konflikte zwischen den beiden Männern Tom und Sonny ausgleichenden Mutter Kathleen. Und immer wieder ist es die Musik, seine Gitarre und die eigenen Songs, die den schüchternen Jack in seiner eigenen Welt fest halten und  begleiten. Doch es fehlen Menschen in seinem späteren, einsamen Leben. Auch das ahnt er erst spät und  schmerzlich. Er versucht dieses Gefühl zu ignorieren,  tröstet sich mit seiner grossen Musiksammlung und dem eigenen Komponieren und Musizieren. 
 Was ihn verändert, aus seinem Schneckenhaus holt, verwundert und letztendlich beglückt ist im weiteren Verlauf des Buches wunderbar und beruhigend  für die Leser*innen zu erleben.  

Meine Bewertung: Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF***** Sternen für Leser*innen die ein kleines, unaufgeregtes und einfaches  Leben verfolgen möchten. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Luchterhand Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 

INHALT / KLAPPENTEXT: Ein Roman über die unermessliche Kraft des Meeres und der Freundschaft
1957: Sonny verdient sich seinen Lebensunterhalt auf einem Walfangschiff im Südatlantik. Der Alltag auf dem Ozean ist rau, er lehrt ihn die Zerbrechlichkeit des Daseins. Als er schließlich in seine Heimat zurückkehrt, auf die Shetlandinseln, um sich mit seiner Frau Kathleen und seinem Sohn Jack eine Existenz aufzubauen, liegt das schwere Erbe seiner Zeit auf See wie ein Schatten über der Familie.

Viele Jahrzehnte später lebt Jack nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein zurückgezogenes Leben im alten Cottage der Familie. Jack ist wie die karge Landschaft um ihn herum: stoisch und schweigsam, immer schon da. All seine Gefühle wandern in die Country-Songs, die er selbst schreibt und die er in einem anderen Leben auf der Bühne gesungen hätte. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Tür liegt und eine Freundschaft mit der jungen Nachbarstochter beginnt, die Jack eine neue Perspektive auf seinen Platz in der Welt eröffnet.

Malachy Tallack hat einen unvergesslichen Roman geschrieben, der voller kleiner Augenblicke ist und voller großer Momente: ein Buch über die lebensverändernde Kraft der Freundschaft und der Musik.

Malachy Tallack ist Schriftsteller, Singer-Songwriter und Journalist. 2014 gewann er den New Writers Award des Scottish Book Trust und 2015 die Robert Louis Stevenson Fellowship. Mit seinem ersten Buch »60º Nord« kam er auf die Shortlist des Saltire First Book Award, das zweite, »Von Inseln, die keiner je fand«, wurde 2016 bei der Verleihung der Edward Stanford Travel Writing Awards als Illustrated Travel Book of the Year ausgezeichnet. Beide Bücher beschäftigen sich mit Nature Writing, Geschichte und Memoir. Sein Debütroman »Das Tal in der Mitte der Welt« kam 2018 auf die Shortlist des Highland Book Prize und wurde für den Royal Society of Literature Ondaatje Prize nominiert. Malachy Tallack ist in Shetland aufgewachsen und lebt aktuell in Stirlingshire.

 Übersetzung: Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, gest. 2024 in München, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", war der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

Cornelius Reiber, geboren 1973, studierte Germanistik, Geschichte und Kulturwissenschaften in Köln und Berlin. Er lebt als Übersetzer in Berlin, daneben lehrt er an der Universität Basel.