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Freitag, 17. November 2023

*Tochter des Marschlands* von Virginia Hartmann - erschienen im Heyne Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Frauke Brodd
Originaltitel: The Marsh Queen
Originalverlag: Simon & Schuster
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-42700-6
Erschienen am  11. Mai 2023
  
INHALT/KLAPPENTEXT: Loni Mae Murrow liebt ihr geordnetes Leben in Washington, D.C., wo sie ihr Talent zum Beruf gemacht hat: Für ein Naturkundemuseum fertigt sie naturgetreue Zeichnungen von Vögeln an. Als ihre Mutter Ruth erkrankt, folgt sie nur widerwillig der Bitte ihres Bruders, in die Kleinstadt ihrer Kindheit im Marschland Floridas zu kommen. Denn inmitten der unberührten Landschaft lauern die Erinnerungen an Ruths Gefühlskälte und an den tragischen Tod ihres Vaters Boyd als Loni zwölf Jahre alt war. Dann findet sie einen Hinweis, der Boyds Bootsunfall in einem neuen Licht erscheinen lässt. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Und nach dem, was Familie, Liebe und Heimat für sie bedeuten.

Virginia Hartman unterrichtet Creative Writing an der George Washington University in Washington, D.C. Ihre Erzählungen, in denen das Verhältnis des Menschen zur Natur eine tragende Rolle spielt, wurden für diverse Preise nominiert. »Tochter des Marschlands« ist ihr erster Roman.

Mein Leseeindruck: Ich habe sehr lange gezögert dieses Buch mit dem für mich  wunderbar ansprechenden Cover zu lesen. Denn es hat mich auch vom Klappentext zu sehr an den Roman von Delia Owens *Der Gesang der Flusskrebse* erinnert, welches mich total überwältigt und begeistert hatte. 

Doch es kam anders als erwartet. Der Debüt Roman von Virginia Hartmann besticht durch einen völlig anderen , fast magischen, sogar hypnotischen und warmherzigen Schreibstil und andere Protagonisten Charaktere. Die Geschichte wird aus der Sicht der erwachsenen Loni aufgezeigt und führt  dennoch immer wieder zurück in ihre Kindheit und das  damalige Erleben der Natur und  Tierwelt Floridas. Dort hat sie die Landschaft  des Marschlands kennen und  lieben gelernt , ihre ersten Malversuche von Vögeln ausprobiert und viele Bootstouren mit dem geliebten Vater unternommen, der plötzlich und unerwartet  durch einen Unfall verschwand als Loni zwölf Jahre alt war. Das Verhältnis zu ihrer kühlen Mom Ruth ist sehr zwiespältig. Durch Tagebucheinträge der Mutter erfährt der Leser einiges über Lonis Eltern, ihrer Ehe und kann dadurch die Kaltherzigkeit und Gefühlskälte der Mutter besser nachvollziehen. So erging es mir zumindest. 

Die erwachsene Loni führt inzwischen ein ruhiges und zufriedenes Leben in Washington D.C., arbeitet dort in einem Naturkunde Museum  und hat  ihr Zeichentalent zum Beruf gemacht . Doch dann wird Loni von ihrem jüngeren Bruder Phil und seiner Familie um Hilfe bei der Pflege der demenzkranken Mutter gebeten. Loni reist in ihre alte Heimat, begibt sich wieder auf spannende Bootstouren durch die Sümpfe des Marschlands, lernt den sympathischen Adlai kennen und schätzen. Das damalige plötzliche Verschwinden ihres Vater Boyd wird für sie im Kopf wieder ganz gegenwärtig und sie begibt sich auf Spurensuche um den Hergang des Unfalls für sich persönlich neu aufzuklären... 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese packende und sehr emotionale Geschichte, die inmitten einer faszinierenden Natur der Sümpfe von Florida spielt. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Heyne Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplars!

Mittwoch, 15. November 2023

*Das Erbe der Villa Sanddorn* Band 5 von Lena Johannson erschienen im Knaur Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

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Erscheinungstermin: 01.09.2023

INHALT/Klappentext: Ein Rügen-Roman

Die Sanddorn-Reihe, Band 5 Urlaub für Herz und Seele auf Rügen: Die Villa Sanddorn hat wieder geöffnet!

Im 5. Wohlfühlroman der Sanddorn-Reihe geht es um ein Familiengeheimnis aus der Zeit der DDR und um eine große Liebe – garniert mit ganz viel Ostsee-Zauber.

 Beim dringend nötigen Entrümpeln machen Ziska und Nik auf dem Dachboden der Villa Sanddorn einen erstaunlichen Fund: Ein geheimnisvoller Gast hat die Chronik der Villa – und damit auch ein Stück der Geschichte Rügens – aufgezeichnet.

So erfahren Ziska und Nik endlich, mit wie viel Liebe und Herzlichkeit die ursprünglichen Besitzer das Haus um 1920 gebaut und als Hotel betrieben haben. Auch als in den 50er-Jahren viele Hoteliers aufgeben müssen, bleibt das Ehepaar auf Rügen und wandelt die Villa in ein Kinderheim um, gegen die Widerstände des DDR-Regimes. Ihr Sohn Georg würde allerdings nur zu gerne fortgehen – bis eine freundliche Welle die junge Alma auf die Insel spült …

 Lena Johannson, Bestseller-Autorin der Romane um die »Villa an der Elbchaussee«, verbindet auch in ihrem 5. Insel-Roman den ganz besonderen Charme Rügens mit einer mitreißenden Geschichte.

 »Sommerfeeling, Rügen-Flair und eine Prise Tiefgang: perfekte Urlaubslektüre, nicht nur für den Strandkorb.«

Buch Magazin über den Rügen-Roman »Sanddorninsel«Die Wohlfühlromane von Lena Johannson über die zauberhafte Ostsee-Insel Rügen sind in folgender Reihenfolge erschienen:

Sanddornsommer

Villa Sanddorn

Sanddorninsel

Sanddornzauber

Das Erbe der Villa Sanddorn


Mein Leseeindruck: Für mich war dieser harmonisch und flüssig geschriebene Wohlfühl Roman von Lena Johannson ein angenehmes und gut ablenkendes Leseerlebnis. Ich bin ohne Probleme in diesen 5. Band der RÜGEN-REIHE eingestiegen, ohne die vorherigen erschienenen Bände zu vermissen und /oder zu kennen. 

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und wird von der älteren Christina im Heute und Jetzt behutsam  erzählt und neu erforscht. Sie nimmt sich eine persönliche Zeit auf der schönen Insel Rügen um sich über ihren neuen Lebensabschnitt als Rentnerin klar zu werden.  In jungen Jahren hat sie zu DDR-Zeiten zauberhafte Erlebnisse an der Ostsee erfahren und in der Villa Sanddorn gelebt, die damals zu DDR -Zeiten  in ein Kinderheim umfunktioniert wurde. Plötzlich taucht während Christinas Urlaub auf der Insel eine alte Chronik der Villa auf, die auf dem Dachboden entdeckt wurde. Christina macht sich auf eine persönliche innere und äussere Spurensuche auf und der Leser*in wird mit vielen menschlichen und gesellschaftlichen Problemen und Lebensumständen der ehemaligen DDR überrascht,,,,

Die  schöne maritime Atmosphäre der Ostseeinsel Rügen hat die Autorin stimmig und begeisternd vermittelt. Lena Johannson hat den Roman übrigens mit Unterstützung ihrer Schwester verfasst.

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen netten Roman aus dem Genre Familie , Liebe, Wohlfühl Roman.  

Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar als Taschenbuch !

 

 


Montag, 30. Oktober 2023

*Schwestern wie Ebbe und Flut* von Thesche Wulff - erschienen im Droemer Verlag

 

*unbezahlte Werbung*

Verlagslink

INHALT/KLAPPENTEXT: 

Mira kehrt nach langer Zeit auf ihre Herzensinsel Amrum zurück. Hier lebte ihr geliebter Patenonkel Ocko, der ihr früher beim gemeinsamen Treibgutsammeln tausende Geschichten zu ihren Fundstücken erzählte. Doch nun ist Ocko tot, und Miras Schwester drängt sie, sein altes Kapitänshaus abreißen zu lassen. Als ein Sturm die Insel heimsucht und auch Ockos Haus zerstört, fällt Mira ein ganz besonderes Stück Treibgut in die Hände. Es erinnert sie an eine von Ockos Geschichten, in der sie selbst eine besondere Rolle spielte. Und plötzlich muss sich Mira fragen, ob diese Geschichte mehr war als nur Seemannsgarn. Hatte sie nicht vielmehr mit ihrem eigenen Leben zu tun?

Die Autorin:
Thesche Wulff ist das Pseudonym einer Autorin, die schon mehrere Kriminalromane veröffentlicht und Drehbücher geschrieben hat. Sie wurde 1962 geboren und liebt den Wind und die endlose Weite des Nordens. Sie lebt mit ihrem Mann dort, wo das Meer so manche Geschichte an den Strand spült.

Mein Leseeindruck: Die Hamburgerin Mira hat viel Zeit als  Kind auf der Insel Amrum verbracht und dort stundenlang mit dem geliebten  Onkel Ocko den Flutsaum am Meer nach Treibgut abgesucht und dabei seinen spannenden Geschichten über die gefundenen Dinge gelauscht. Ihre Schwester Anke und die Eltern waren auch beim Inselleben dabei, spielten aber in den Ferien eine untergeordnete Rolle für Mira. Ihr Onkel Ocko, der in einem alten Kapitänshaus gelebt hat, war ihr strahlender Urlaubsmittelpunkt. Als Ocko stirbt erbt Mira das alte Kapitänshaus und besucht öfter ihre Schwester Anke auf Amrum, die ihren Lebensmittelpunkt als Ferienwohnungsvermieterin mit ihrem Mann Niels und vier Kindern auf der Nordseeinsel gefunden hat. 

Ich habe sehr lange gebraucht um in den Schreibstil und die Gedankenwelt der Autorin eintauchen zu können.  Sie schreibt mir zu langatmig , umständlich, hält sich an unwichtigen Kleinigkeiten ewig lange fest. Sie entwickelt drei Erzählstränge, die man sehr lange nicht in einen Zusammenhang bringen kann und es ermüdet stark beim Verfolgen. Da ist Mira, die sich in ihrer Familie fehl am Platz fühlt und zudem eine ungute Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Anke führt. Der Erzählstrang mit Josefine spielt im Nachkriegsdeutschland in den Bergen. Friede Seemann ist eine 80 jährige alte kinderliebe Dame, die hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten muss. Atmosphärisch dicht und stimmig ist der Autorin die Beschreibung der Insel Amrum gelungen. Nordseeliebhaber*innen kommen in diesem Buch voll auf ihre Kosten. 

Die Versuchung das Buch *Quer* zu lesen ist sehr gross. Ich habe es nicht getan, dafür aber eine lange Lesezeit für die Lektüre verbraucht. 
 
Meine Bewertung: DREI *** Sterne für diese langatmige Familiengeschichte aus dem Genre Wohlfühl Roman. 

Herzlichen Dank an die Autorin und den Droemer Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar ! 

Mittwoch, 11. Oktober 2023

*Muna oder Die Hälfte des Lebens* von Terézia Mora - erschienen im Luchterhand Verlag

 

*unbezahlte Werbung* Verlagslink
ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87496-8
Erschienen am  30. August 2023

INHALT/KLAPPENTEXT: Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023
»Ich weiß, was du willst«, sagte er. »Du bekommst es nicht.« - Der neue große Roman der Georg-Büchner-Preisträgerin und Gewinnerin des Deutschen Buchpreises.

Muna liebt Magnus. Ob und wen Magnus liebt, ist schwer zu sagen. Was geschieht mit einem Leben, das man in Abhängigkeit von einem anderen führt? Muna steht vor dem Abitur, als sie Magnus kennenlernt, Französischlehrer und Fotograf. Mit ihm verbringt sie eine Nacht. Mit dem Mauerfall verschwindet er. Erst sieben Jahre später begegnen sich die beiden wieder und werden ein Paar. Muna glaubt, in der Beziehung zu Magnus ihr Zuhause gefunden zu haben. Doch schon auf der ersten gemeinsamen Reise treten Risse in der Beziehung auf. Im Laufe der Jahre nehmen Kälte, Unberechenbarkeit und Gewalt immer nur zu. Doch Muna ist nicht gewillt aufzugeben.

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman »Das Ungeheuer« erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband »Seltsame Materie«, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzer*innen aus dem Ungarischen.

Mein Leseeindruck:

Muna wächst in einer Kleinstadt der DDR auf und verliebt sich mit siebzehn Jahren  kurz vor ihrem Abiturabschluss in den sehr viel älteren Fotografen und Lehrer Magnus. Sie schaut zu ihm hoch , vergöttert ihn geradezu und teilt eine für sie unvergessliche Nacht mit ihm.  Muna  verliert ihn aus den Augen und trifft ihn  sieben Jahre später wieder. Wieder begibt sie sich in ihre fast kindlich zu nennende  naive Schwärmerei  für diesen Mann, der sie grob, unachtsam, gleichgültig und sogar mit psychischer und körperlicher Gewalt behandelt.  Muna  steht inzwischen beruflich fest auf beiden Beinen als Literaturwissenschaftlerin. Als Leser*rin fragt man sich immer öfter warum sie sich in diese private Hölle begibt. Sie lebt und reist durch Europa , ist beruflich erfolgreich, eine taffe Frau und gewinnt an Lebenserfahrung. Sie ist klug und ehrgeizig, besitzt ein grosses Empathie Empfinden für die Menschen ihrer Umgebung - doch bei Magnus und ihrer Liebe zu ihm legt sich ein merkwürdig toxischer Schalter in ihrem Kopf um. Sie nennt das für sich tatsächlich LIEBE. 

Nein , Muna gibt  ihre Liebe zu Magnus nicht auf. Aus welchen Gründen sie an dieser toxischen Beziehung über Jahre festhält, blieb mir als Leserin verschlossen. Bis zum Ende der Lektüre bin ich nicht zu einer wirklichen Meinung über diese Darstellung einer *grossen* Liebe gekommen. Hat die Autorin die Beharrlichkeit und den Glauben an Munas Zuneigung zu Magnus gegen alle Vernunftgründe menschlichen Verhaltens in ihrem Werk zeigen und durchsetzen wollen? Nach dem Motto: schaut was Menschen einander  alles antun können und wollen! 
Sie hat ein Psychogramm der jungen Frau erstellt, welches ich so punktgenau noch nie erlesen habe. Dieser Roman liest sich flüssig und spannend - die innere Gedankenwelt der jungen Muna wird oft in durchstrichenen Sätzen eindringlich und ehrlich von der Autorin dargestellt. 
Die brutale Gewalt des Magnus steigert sich fast bis in das Unerträgliche - doch Muna liebt und liebt. Sie verzeiht alles, ist blind für ihren eigenen Schmerz und alle Kränkungen, die ihr Magnus zufügt.  Ich war froh, das Buch nach vierhundertundvierzig Seiten beenden zu dürfen.  Sehr viel mehr hätte ich von diesen unglaublichen Gewaltdarstellungen zwischen zwei sich angeblich liebenden Menschen auch nicht ertragen können. 

Meine Bewertung : Vier **** Sterne für dieses aufrüttelnde Buch über seelische und körperliche Misshandlung. 

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 
 



Dienstag, 12. September 2023

Montag, 11. September 2023

*Der Wald* von Tibor Rode - erschienen im Droemer Verlag


 *Werbung unbezahlt*

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Erscheinungsdatum:

01.09.2023

INHALT/KLAPPENTEXT: Überall auf der Welt tauchen sie plötzlich auf: Tausende anonyme Postsendungen mit feurig roten, bohnengroßen Samen. Zwar warnen die Behörden davor, das Saatgut einzupflanzen, doch da ist es schon zu spät. Zu viele Menschen haben es bereits in ihren Gärten ausgesät. Kurz danach sind aus den Bohnen hüfthohe Pflanzen entstanden, mit Stängeln von der Stärke eines Kinderarms und Blättern, die an Baseballhandschuhe erinnern. Menschen reagieren auf die Pollen hochallergisch. Wer versucht, den Pflanzen, die sich weltweit explosionsartig ausbreiten, Herr zu werden, zieht sich schreckliche Verletzungen zu. Eine Teufelspflanze, die zur tödlichen Gefahr für Tier und Mensch wird.

In den USA erhofft man sich von Marcus Holland Hilfe, der auf dem Gebiet der Pflanzen-Neurobiologie forscht und überzeugt davon ist, dass die Fähigkeiten und Intelligenz von Pflanzen bislang unterschätzt wird. Holland ist ebenso schockiert wie fasziniert von der extrem invasiven Art.

Bei seinem Versuch, den Ursprung der anonymen Päckchen zu finden und damit das Rätsel der gefährlichen Samen zu lösen, ist er auf die Hilfe zweier Wissenschaftlerinnen angewiesen. Die Kanadierin Ava Nahanee, die sich aus einem ihr feindlich gesinnten Wald herauskämpfen muss und die Archäobotanikerin Waverly Park, die einem jahrhundertealten Geheimnis auf der Spur ist.

Tibor Rode, 1974 in Hamburg geboren, lebt in Schleswig-Holstein. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete erst als Journalist, später als Justiziar für eine große Tageszeitung. Heute ist er als Notar und Anwalt tätig. Große gesellschaftliche Fragen und wissenschaftliche Themen wecken sein Interesse und inspirieren ihn zu ebenso spannenden wie raffinierten Geschichten. Seine Thriller sind weltweit in vielen verschiedenen Ländern erschienen. "Der Wald" ist sein erster Roman bei Droemer.

Mein Leseeindruck: Es gibt eindeutig viele giftige und allergische Pflanzen in der Biologie, die den Menschen bei Kontakt oder Genuss schaden. Da sind zum Beispiel die Ambrosia-Pflanze, der Knollenblätterpilz, um nur zwei zu nennen. Doch was passiert wenn plötzlich eine neue , unbekannte Pflanzengattung auftritt, die sich ungehindert verbreitet? Angst, Schrecken, Krankheit und Tod auslöst ? Sogar auf dem gesamten Globus?

Dieses unheimliche, Schrecken verbreitende Szenario hat der Autor Tibor Rode in seinem fiktionalen Öko-Thriller ausführlich auf ca. vierhundertsechzig Seiten erzählt. Der Schreibstil ist flüssig, gefällig und angenehm zu lesen. Das Buch ist in relativ kurze Kapitel aufgelistet, welche jeweils aus der Sicht eines der unterschiedlichen Protagonist*innen erzählen. Wir lernen den *German Ranger* ,Wissenschaftler und Forstwirt Marcus Holland aus Brandenburg kennen, der sich auf einer Lesereise in den USA befindet um über seine neuesten Forschungs-Erkenntnisse hinsichtlich der Entwicklung in der Pflanzenwelt  öffentlich zu referieren. Dort wird die junge Archäobotanikerin Waverly Park vor seinen Augen erschossen und die unheilvolle Geschichte der Verbreitung einer neuen Pflanzenart nimmt dort ungehindert seinen Lauf und Beginn. Die Wurzeln und die Ursprünge  dieser sogenannten *Höllenpflanze* stammen aus dem Lebens- und Forschungsgskreis des Johann Wolfgang von Goethe und reichen hinein bis in das heutige sowie auch in das alte China vor Hunderten von Jahren. 

Ava Nahanee, eine junge Forscherin aus der IT-Branche mit indigenen Wurzeln, aus Kanada stammend, spielt eine wichtige Rolle, ist eng mit Waverly befreundet. Auch andere Forscherinnen wie  die Amerikanerin Greta Meyers werden in die Nachforschungen involviert. Doch wer sind Dechambeau und der geheimnisvoll auftretende Silva? Was haben sie mit der *Höllenpflanze* zu tun? Diese Entwicklung könnt ihr beim Lesen des sehr erschreckenden und nah an unserer Realität spielenden fiktionalen Ökothriller verfolgen und entdecken,,,,

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen aufregenden Öko-Thriller. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Droemer Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar. 


Mittwoch, 6. September 2023

*Risse* von Angelika Klüssendorf - erschienen im Piper Verlag

 

*Werbung , unbezahlt*

DIGITALES REZENSIONSEXEMPLAR

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Herzlichen Dank für die Bereitstellung des digitalen Leseexemplar an die Autorin, den Piper Verlag und Netgalley. 

Erschienen am 31.08.2023
176 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-492-05991-6

INHALT/KLAPPENTEXT: Das Mädchen und wie es die Welt sah

Das Mädchen ist zurück:In zehn Geschichten entfaltet Angelika Klüssendorf ein Kinderleben in der DDR in den 60ern und 70ern, geprägt von Ungeborgenheit und Sehnsucht. Nach dem Tod der geliebten Großmutter muss das Mädchen Übergriffen und Teilnahmslosigkeit begegnen. Es ringt darum, seine Eltern auszuhalten und zu verstehen und die Schwester zu beschützen. Lichtblicke liefern Bücher, das Lesen bietet selbst im Kinderheim noch einen Ausweg.

Die Kaschnitz-Preisträgerin erzählt die Vorgeschichten zum Erfolgsroman „Das Mädchen“ neu, die vor zwanzig Jahren erschienen und nicht mehr lieferbar sind. Und sie überprüft schonungslos, was nicht erzählt wurde und warum. Ist Wahrhaftigkeit im Erzählen von sich möglich?

Autofiktion, radikal und bewegend!

Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung 1985 in Leipzig; heute wohnt sie auf dem Land in Mecklenburg. Sie veröffentlichte mehrere Erzählbände und Romane und die von Kritik und Lesepublikum begeistert aufgenommene Romantrilogie „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“, deren Einzeltitel alle für den Deutschen Buchpreis nominiert waren und zweimal auch auf der Shortlist standen. Zuletzt wurde sie mit dem Marie Luise Kaschnitz-Preis (2019) ausgezeichnet. Die französische Übersetzung ihres Romans „Vierunddreißigster September“ stand auf der Longlist des Prix Femina 2022.


Meine Meinung und mein Leseeindruck: Als erstes: ich habe diesen Roman nicht  eindeutig als *echten Roman* empfunden beim Lesen. Es sind für mich eher zehn Episoden aus einem sehr unglücklichen und gewalttätigen  Kinderleben in vergangenen DDR-Zeiten. Diese Episoden sind wohl vor zwanzig Jahren unter einem anderen Titel, bei einem anderen Verlag  veröffentlicht worden und die Autorin hat in der jetzigen Ausgabe unter jede dieser kleinen Erzählungen neue Eindrücke, Überlegungen und Erklärungen hinzugefügt. Das war für mich sehr hilfreich, denn so konnte ich diese  unterschiedlichen Textinhalte gut zwischen Fiktion und Autofiktion unterscheiden. 

Jede dieser im Titel harmlos klingenden Episoden strotzen nur so von unglaublicher körperlicher und seelischer Gewalt auch gegenüber ganz jungen Kindern. Die Eltern der Geschwister sind oft alkoholisiert, desillusioniert von ihrem Dasein und geben diese Lebens-Enttäuschungen ungehemmt und ungefiltert an ihre zwei Mädchen weiter. Nur die Erinnerung an ihre liebevolle Grossmutter gibt dem älteren Mädchen immer wieder Hoffnung, Mut und fantasievolle Einfälle um sich und ihre kleine Schwester gegen diese willkürliche Gewalt der Eltern zu schützen. Auch das immer wiederkehrende Abtauchen in die *Welt der Bücher * hilft ihr sehr.  Diese erste Episode nennt sich *Die Grossmutter im Kirschbaum*. Mit den Jahren wächst das Leid und das Kind wird in einem Kinderheim untergebracht, indem sie weder Fürsorge, Schutz oder Liebe erfährt. 

Ich habe mich beim Lesen immer wieder erschüttert gefragt wie ein Kind und/oder Jugendliche*r diese Misshandlungen  durch Familie und staatliche Behörden überhaupt ertragen kann ohne zu verzweifeln. Doch der Lebens - Überlebenswille eines jungen Menschen  ist anscheinend unermesslich gross.  

Ich gebe dieser lesenswerten,  stark autofiktionalen  Lektüre wertvolle FÜNF ***** Sterne und kann diese Episoden nur charakterstarken und mutigen Leser*innen empfehlen!