Mittwoch, 3. August 2022

*Das Leuchten vergangener Sterne* von Rena Fischer - erschienen im dtv Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN: 978-3-423-26336-8

Erscheinungsdatum: 20.07.2022 

1. Auflage

480 Seiten

Format: 13,6 x 21,0 cm

Sprache: Deutsch

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Inhalt/Klappentext: Frühling in Andalusien. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die junge Nina Winter von München nach Sevilla. Für einen wichtigen Großkunden soll die erfolgreiche Unternehmensberaterin die Seriosität einer archäologischen Ausgrabung prüfen. Grabungsleiter ist der so attraktive wie eigenwillige Dr. Taran Sternberg, der sich mit Leib und Seele der Wissenschaft verschrieben hat. Ist er wirklich einem sensationellen phönizischen Goldschatz auf der Spur? Und welche gefährliche Rolle spielt dabei der zwielichtige Archäologe Orlando Torres? Nina gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Männer, die bereit sind, mit allen Mitteln für ihr Ziel und um Ninas Herz zu kämpfen.

Rena Fischer lebte und arbeitete einige Jahre in Irland und Spanien, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Auf Reisen kommen ihr immer die besten Schreibideen. Ganz besonders schlägt ihr Herz für die unendlichen Weiten der schottischen Highlands. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Mein Leseeindruck: Drei Protagonist*innen prägen dieses stimmungsvollen Wohlfühl Roman und lassen diesen Reisetrip nach Andalusien / Spanien zu einem unvergesslichem Leseerlebnis werden. Die junge Nina, eine taffe Unternehmensberaterin bekommt den Auftrag ein archäologisches Ausgrabungsprojekt des Leiters Dr. Taran Sternberg für einen ihrer vermögenden Mandanten genauestens zu überprüfen und zu bewerten. Sie soll eine objektive Kosten-Nutzen-Rechnung für das  hochpreisige Sponsoring ihres Mandanten aufstellen. Zur Beratung steht ihr zusätzlich der spanische Archäologe Orlando Torres zur Seite. 

Dieser Trip in das heisse und wunderschöne Andalusien hat mich mitgerissen und sehr begeistert. Die Autorin Rena Fischer hat einen atmosphärisch stimmigen Aufenthalt beschrieben, der zwischen romantischer Liebe, Kriminalität, Familienkonflikten mit herzergreifenden Kindheitserinnerungen aller drei Protagonist*innen, hin und her pendelt. Nina, Taran, und Orlando werden charaktermässig treffend und sehr einfühlsam von der Autorin dargestellt. Sie sind mir während des Lesens der ca. vierhundertsiebzig Seiten alle drei voll vertraut geworden und ich habe sie in mein Herz geschlossen. Sogar der umtriebige Geschäftsmann Orlando hat es geschafft, mein Verständnis für seine schwierige Situation zu akzeptieren und sie mit seinen negativen Familien - und  Kindheitserlebnissen in Spanien zu entschuldigen. Auch Nina und Taran hatten keine einfache und harmonische Kindheit - konnten sich trotz allem beide eine tolle Berufs-Karriere erarbeiten. 

Nun etwas zum archäologischem Setting des Buches. Eine sehr gute Recherche der Geschichte dieses bezaubernden Landstrichs *Andalucia* hat uns die Autorin mitgeliefert. Wissensmässig hat sie unglaublich viele Geschichtsdaten erklärt und dem Leser spielerisch und genauestens in die  archäologische Vergangenheit des Landes  zurückversetzt und sie mit den touristischen Sehenswürdigkeiten des heutigen Andalusien verbunden. Ein perfekt gelungener Streifzug durch Sevilla , Córdoba  und andere Landstriche und Städte Andalusiens! Die Beschreibung der Prozessionen während der Osterzeit in Sevilla haben mich zum Beispiel stark gefesselt und in einen Lesesog gezogen. Diese grosse Bandbreite von so unterschiedlichen Themen wie Liebe, Beruf auch Beruf_ung  wie bei Dr. Taran Sternberg, heutiger archäologischer Forschungsarbeit sowie bandenmässig organisierter Kriminalität , welche bis in hohe Regierungskreise eventuell hineinreicht, hat Rena Fischer geschickt, spannend und ehrlich zu einem fiktiven Roman verwoben. Ein wahres Füllhorn von schockierenden Erkenntnissen hat sie dem Leser nahe gebracht und dieses Buch fast in einen Krimi verwandelt...... 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen  Wohlfühl-Roman, der mich sehr gut unterhalten hat und zusätzlich auch mein Wissen über Andalusien vergrössert hat. 

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar mit dem wunderschönen Cover!

Dienstag, 2. August 2022

*Hüttenduft* Gerichte und Geschichten aus den Tauern von Evelyn Matejka & Tom Burger - erschienen im BERGWELTEN Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN-13 9783711200419

216 Seiten / 170 mm x 235 mm

BERGWELTEN

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Inhalt/Klappentext: Schlemmen wie auf der Franz-Fischer-Hütte: Vegane Rezepte zum Nachkochen  


Hüttenküche ohne Fleisch – geht das? Und ob! Die Hüttenwirtsleute Evelyn Matejka und Tom Burger wagten das Experiment und machten die Franz-Fischer-Hütte zur ersten Schutzhütte in den Alpen mit rein vegetarischem und veganem Speisenangebot. In diesem ganz besonderen Kochbuch teilen sie ihre Lieblingsrezepte und Geschichten vom Leben in den Bergen. Im Mittelpunkt steht dabei die Naturverbundenheit: Biologische Lebensmittel, regionale Zutaten aus Österreich, gesunde Rezepte und vegane Gerichte lassen das Herz der Wanderer höher schlagen.  

- Hüttenwirte als Pioniere: Pflanzenküche auf 2020 Höhenmeter - Vegane Gerichte ausprobieren und entdecken: Kochbuch für Einsteiger 

- Einblick in das Leben und Arbeiten auf der bekannten Schutzhütte in den Lungauer Tauern  

- Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit beim Kochen, Essen und Bergsport  

- Mit Hüttengeschichten als Inspiration für die nächste Berg-Tour!  

Alpenküche ohne Fleisch: Einfache Rezeptideen für jeden Tag  

Die Gerichte in diesem Kochbuch sind für den ganz normalen Alltag ausgelegt: ohne ausgefallene Zutaten, ohne komplizierte Zubereitung. Rote Linsensuppe, vegane Pressknödel oder Krautstrudel auf Biersauce: Mit geringem Zeitaufwand und den Vorräten, die Sie bereits zuhause haben, zaubern Sie leckere und abwechslungsreiche Gerichte für die ganze Familie. Als Nachtisch gibt es süße Leckereien wie Buchweizenschmarrn oder Linzertorte. Ob Sie einfach ab und zu auf Fleisch verzichten und mehr pflanzenbasierte Gerichte in den Speiseplan integrieren wollen, öfter mal vegan kochen möchten oder Wert auf ausgewogene Ernährung und regionale Zutaten legen – in »Hüttenduft« finden Sie jede Menge Inspiration für Ihre Pflanzenküche! 

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AUTOREN

Evelyn Matejka

Evelyn Matejka, geboren 1976 in Schwarzach/Pongau, naturbegeistert und tierverliebt, fundierte Ausbildung im Bereich Gesundheit, Ernährung und Pflanzenküche. Im Sommer seit 13 Jahren Hüttenwirtin.

Tom Burger

Tom Burger, 1966, Südtiroler, im ersten Leben Geschäftsführer in einem international tätigen Holzbauunternehmen, inzwischen freischaffender Managementcoach. Im Sommer neuerdings begeisterter Hüttenwirt in den Tauern.


Mein Leseeindruck: Ein feines, veganes Kochbuch zum Anschauen, Nachkochen und Geniessen  hat mir freundlicherweise der Benevento Verlag *Bergwelten* zur Ansicht und zum Testen geschickt.  Es ist herrlich bebildert mit wunderschönen Aufnahmen aus dem Lungau und Geschichten  aus der alpinen Bergwelt, die man nur auf einer zünftigen Hütte, hier der Franz-Fischer-Hütte, hören und nacherleben kann. Zwei Menschen  haben sich dort gefunden um ein ehrgeiziges und bisher einmaliges Projekt durchzuführen:  den Bergwanderern köstliche, vegetarische Gerichte ansprechend und schmackhaft vorzusetzen. Es ist eine vegan-vegetarische Küche ohne das Angebot der typischen Fleischgerichte einer Berghütte.

Viele, gut und einfach nach kochbare Rezepte, auch für den Alltag ausserhalb der Alpen,  finden sich gegliedert in fünf Abschnitten:

Rezepte: Zur Jause - Brotzeit

Rezepte: Aus dem alpinen Suppentopf

Rezepte: Deftige Pfannengerichte

Rezepte: Herzhaftes aus dem Ofen

Rezepte : Süßes zum Abschluss

Alle Rezeptzusammenstellungen basieren auf folgenden Wertschätzungen: sie müssen vegetarisch-vegan, gesund, regional, nachhaltig, biologisch und natürlich auch reichlich sein für ausgepowerte Bergwanderer ! 

In den ersten dreissig Seiten erfahren wir einige Informationen über ein Vorwort, ein Grusswort von *Wegbegleiter*innen*, eine Vorstellung der originellen Hütte, eine Vorratsliste für einen regionalen Einkauf sowie ein flammendes Plädoyer der beiden Autor*innen für eine mutige und kreative Pflanzenküche. Der achtsame Umgang mit der alpinen Natur und unseren heutigen Ressourcen wird erlebbar gemacht. Besonders gut hat mir der Abschnitt Wortmalerei gefallen, indem die beiden Autor*innen eigene Bilder und Gedichte veröffentlichen und damit eine weitere Seite ihrer Kreativität  aufzeigen.   


Hier zeige ich euch nun ein tolles und schnelles Rezept auf einem Foto zum sofortigen Ausprobieren. Ein Rezeptverzeichnis im Anhang des Buches erleichtert das mühselige Suchen im Buch.   



Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese tollen, individuellen  Kochanregungen! Begleitende Geschichten von Glücks- und Notfällen der alpinen Bergwelt machen dieses Buch zu einer spannenden und informativen Lektüre für bergbegeisterte Wanderer. 

Herzlichen Dank an die beiden Autor*innen und den Bergwelten   Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplars!






 



 


   



Montag, 25. Juli 2022

*Der Riss, durch den das Licht eindringt* von Helen Cullen - erschienen im Wunderraum Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen

Originaltitel: The Truth Must Dazzle Gradually

Originalverlag: Michael Joseph

Hardcover, Pappband, 384 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-442-31653-3

Erschienen am  14. Juni 2022

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Inhalt/Klappentext: Auf einer irischen Insel bereitet sich die Familie Moone auf gemeinsame Feiertage vor. Keiner ahnt, dass ihre Mutter Maeve im Sturm aufs Meer gerudert ist, um nicht zurückzukehren. Zehn Jahre sind seither vergangen, doch die Moones haben den Verlust nie verwunden. Ihr Vater Murtagh arbeitet noch immer als Töpfer auf Inis Óg, während die vier Geschwister damit ringen, Frieden mit der Vergangenheit und Maeves Tod zu schließen. Dazu müssen sie die Geschichte enthüllen, die sich hinter der großen Liebe ihrer Eltern verbarg. Gleichzeitig fließt mit den Jahren neue Liebe in die Risse der zerbrochenen Familie. Aus den Scherben erwächst schließlich für Murtagh ein unerwartetes Glück, das nur Maeve einst erahnt hatte.

Helen Cullen ist in Irland geboren, hat Theaterwissenschaften und Englische Literaturwissenschaft studiert und lebt mittlerweile in London. Allerdings kehrt sie zum Schreiben immer wieder in ihre Heimat zurück. Ihr Debütroman »Die verlorenen Briefe des William Woolf« wurde von Lesern wie Presse gefeiert, und die Irish Times zählt die Autorin zu den aufregendsten jungen Stimmen des Landes.

https://helencullen.com

Mein Leseeindruck: Maeve, eine amerikanische  Schauspiel-Studentin und der junge Ire Murtagh lernen sich während ihrer Studienzeit in Dublin kennen , verlieben sich heftig und stürmisch. Eine Heirat  und Familiengründung folgen alsbald. Murtagh und Maeve ergreifen die Chance eine kleine Töpferwerkstatt auf  Inis Óg zu übernehmen. Fast vier Jahrzehnte begleiten wir die irische Familie Moone auf der irischen Insel Inis Óg, gelegen vor dem Städtchen Galway an der irischen Westküste des Atlantik. Die Inselbewohner sind eine verschworene und eigensinnige Gemeinschaft , die nur durch das Besteigen einer Fähre Kontakt zum Festland bekommt. Bei bestem Wetter, denn nur dann erlaubt die stürmische und unberechenbare See eine Überfahrt. 

Maeve kommt von einer einsamen,  ungewöhnlichen Bootsfahrt im Jahr 2005 an Heiligabend nicht mehr zurück.  So erschreckend beginnt dieses Buch.  Die hellen und dunklen Tage der jungen Familie auf der Insel folgen als beeindruckender , bunter und liebevoller Rückblick. 

Der tolle, flüssige und interessante Schreibstil der jungen Autorin hat mich sofort für lange Zeit an dieses Buch gefesselt. Die atmosphärischen Schilderungen  der Insel und seiner Bewohner haben mich beeindruckt, fasziniert und mich an meine eigenen, persönlichen Reisen und Erlebnisse in diesem Land erinnert.  Ein kleines Stück des Irland der 70er und 80 er Jahre hat sie glaubwürdig und wahrhaftig in ihren Zeilen zum Leben erweckt. Die Charaktere der Eltern und  ihrer vier Kinder werden individuell und sehr lebensnah von der Autorin dargestellt.  *Dunkelchen*, so nennt Murtagh liebevoll seine junge Frau, steht im Mittelpunkt der Familie und des öffentlichen Inselleben. Sie hat ihre Schauspielkarriere schweren Herzens zum Wohl der Familie aufgegeben - und leidet darunter.  Sie liebt ihre Kinder über alles und doch fehlt ihr etwas in ihrem Leben. Depressionen überfallen sie regelmässig. Ihr Ehemann  und  die Kinder werden dadurch geprägt, nehmen Rücksicht - aber sprechen miteinander und mit ihr  nicht über diese dunklen Tage ihrer inneren Welt,  die sich negativ auf alle Mitglieder der Familie auswirken. Als die Kinder langsam erwachsen werden und sich von den Eltern und der Familie lösen,  kommt es zur Katastrophe . Diese Entwicklung des Auseinander Driftens wird im Buch ehrlich und erschreckend aufgedeckt. Das Buch sprüht trotzdem gleichzeitig von Liebe und Verständnis für diesen Prozess. 

Die Mutterrolle in ihrer althergebrachten Form überfordert Maeve von Anfang an, engt sie ein und prägt ihre psychische Entwicklung mit der Krankheit Depression . Tragisch ist das zu Erlesen. Leider ist diese zwiespältige Gefühlswelt  für viele junge Mütter unserer Zeit bezeichnend, die zwischen Aufopferung für die Familie und eigener Selbstfindung hin und her gerissen werden.  

Ein perfekt geschriebenes  Buch,  gut beobachtend,  überberstend voller Liebe und Empathie, aber auch mit vielen dunklen Gedanken, welches mich noch lange beschäftigen wird.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne!

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar! 


Dienstag, 19. Juli 2022

*Gran Paradiso* von Grit Landau - erschienen bei Droemer Knaur


 *Werbung, unbezahlt*

Erscheinungstermin: 02.05.2022

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Inhalt/Klappentext:Italien 1944: Im Kampf um die Freiheit ist nichts so gefährlich wie die Liebe …Bildgewaltig, kenntnisreich und hoch dramatisch erzählt »Gran Paradiso« eine große historische Familiensaga, die sich vom Zweiten Weltkrieg bis in die 80er Jahre entspinnt.

Ihr Leben lang hat die junge Turiner Journalistin Gianna mit ihrer übermächtigen Mutter gehadert: Maria Lanteri wurde als Partisanin in der Resistenza berühmt, ihr Kriegstagebuch ist in Italien bis heute Schullektüre.

Doch als Gianna nach Marias Tod ins kleine Sant'Amato an der Riviera heimkehrt, um den Nachlass zu regeln, findet sie im Haus ihrer Tante eine ganz andere Version von Marias Tagebuch. Während sie mit zunehmender Bestürzung liest, was 1944 in jenem hart umkämpften Tal am Fuße des Gran Paradiso wirklich geschehen ist, stößt Gianna auf ein Geheimnis, das ihr Leben auf den Kopf stellt.

Grit Landau hat Geschichte studiert und danach als Kultur- und Musikjournalistin gearbeitet, bevor sie zu schreiben begann. 

Ihr Romandebüt „MARINA, MARINA", eine Familien- und Liebesgeschichte im Italien der 1960er Jahre, erschien bei Droemer im Frühjahrsprogramm 2019 und wurde von den LeserInnen geliebt.  Grit Landau

Mein Leseeindruck: Der neue Roman von Grit Landau erzählt das Schicksal einer besonderen, jungen und tapferen  Frau (Maria Lanteri) aus Cogne im Aostatal während des 2. Weltkrieges. Die Lebensgeschichte ihrer Tochter, der Journalistin Gianna Perrin, folgt immer abwechselnd als zweiter Erzählstrang im Jahr 1982. So bekommt der Leser*rin den berühmten roten Faden zum besseren Verständnis des Buches. 

Es ist ist ein hochinteressanter historischer Roman, der fiktiv erzählt wird, sich aber an historisch verbürgten  Persönlichkeiten und Geschehnissen des italienischen Widerstandes während des Krieges gegen den Faschismus orientiert. Die Autorin erzählt flüssig und packend, webt italienische Begriffe und Worte in ihre Erzählung ein. Ein Glossar sowie zusätzliche  erklärende Notizen der damaligen Geschehnisse sind zum besseren Geschichtsverständnis im Nachwort gut eingebunden. Eine super gute Recherche hat sie den Charakteren bekannter *echter* Widerstandskämpfer*innen gewidmet und sie geschickt mit den Lebensgeschichten ihrer fiktiven Protagonist*innen im vorliegendem Buch verbunden.    

Maria Lanteri, eine Kämpferin der italienischen Partisanenverbände und ihre während des Kriegs geborene Tochter Gianna Perrin stammen aus Cogne, einem abgelegenem Nebental des Aostatals, in den Grajischen Alpen des Piemont  - am Fuss des Bergmassiv Gran Paradiso gelegen. Die wunderschöne  Bergwelt und das damalige Industrieabbaugebiet von Eisenerz in Cogne entstehen bildhaft und majestätisch vor dem inneren Auge des Lesers, wie auch die damaligen harten Lebensbedingungen in dem abgelegenen Ort am Fusse des Bergmassiv  *Gran Paradiso*. Maria wird als entschlossene und erfolgreich kämpfende Partisanin der Resistenza dargestellt, die sich als geschickte Spionin,  genannt *Maria Mortale*,  der faschistischen Übermacht entgegenstellt. Ihr persönliches fiktives Schicksal berührt das Herz , wie ihre Beziehung zum Jugendfreund Vitol sowie auch zu John Stiller, einem Engländer. Sie begegnet ihm kurz in den Wirren des Krieges und die beiden jungen Leute entwickeln eine kurze, aber innige Liebesbeziehung zueinander. 

Im zweiten  Zeitstrang begegnen wir 1982 der Tochter und Journalistin Gianna Perrin, die mit ihrer verstorbenen Mutter Maria hadert. Sie fühlte sich als Kind immer nicht ausreichend beachtet, speziell von ihrer Mutter nicht und verachtete die aufstrebende politische Karriere ihrer Mutter, die nach Beendigung des Krieges sogar das Bürgermeisteramt in Turin bekleidete.

 Gianna lebt und arbeitet inzwischen als erwachsene Frau beim Rundfunk, getrennt von ihrem Ehemann. Sie bekommt nach dem Tod ihrer Mutter wieder mehr Kontakt zu ihrer betagten Cousine der Mutter , Tante *Zia Mafalda Amoretti* aus Sant'Amato, an der Riviera gelegen. Dort hat Gianna glückliche Kindertage verbracht,  ihre *Zia* abgöttisch geliebt und verehrt. Ein alter und  lang von *Zia Mafalda* versteckter Koffer gelangt als Vermächtnis der verstorbenen Mutter Maria in die Hände von Gianna und die Aufklärung eines dramatischen Frauenschicksals nimmt für Gianna beim Lesen alter Dokumente  ihren Anfang, welches auch zum besseren Verständnis ihrer eigenen Persönlichkeit führt...

 Das  *italienische Flair* in dieser Geschichte hat mich ganz besonders bezaubert und ich gebe diesem Buch eine ganz grosse Leseempfehlung!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen Blick in Vergangenheit und Gegenwart.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag, die mir das Lesen dieses wunderbaren  Buches ermöglicht haben!  

 



Donnerstag, 7. Juli 2022

*Waldeskind* Die Bedeutung von Wald und Natur für die Entwicklung unserer Kinder von Maximilian Moser - erschienen im Servus Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN-13 9783710402845

208 Seiten / 145 mm x 210 mm

Servus,  erschienen am 22.5.22

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INHALT / Klappentext: Heimische Waldtiere rascheln im Unterholz, knorrige Baumstämme winden sich geheimnisvoll, der Geruch von nassem Laub liegt in der Luft – mit Kindern im Wald gibt es unendlich viel zu entdecken. Maximilian Moser bietet in seinem Buch zahlreiche Anregungen, wie wir den Wald und seine Geschöpfe mit all unseren Sinnen erfahren können. Wie wäre es mit einem Streifzug durch die Natur mit verbundenen Augen, um den Tastsinn zu schulen? Haben Sie schon mal im Frühling junge Lindenblätter gekostet?Neben vielen Anregungen für Waldabenteuer verrät der Wissenschaftler auf der Basis aktueller Studien, wie positiv sich das Naturerlebnis auf die gesunde Entwicklung unserer Kinder auswirken

- Jeden Tag ein neues Mikroabenteuer: Mit Kindern unterwegs im Lebensraum Wald

- Was raschelt denn da? Kindliche Wahrnehmung fördern und die Natur mit allen Sinnen begreifen

- Wissenschaftlich fundiert: Alles über die Heilkraft der Begegnung mit Flora und Fauna

- Naturpädagogik ohne Zeigefinger, vom Biologen und Mediziner Dr. Maximilian Moser

- Mit Verhaltens Codex für die Familienzeit im Wald

Waldbaden von klein auf: So wohltuend ist die Begegnung mit der Natur für unsere Kinder

Outdoor-Aktivitäten wie das Spielen im Wald auf unebenen Böden stärken den Gleichgewichtssinn und schulen die Motorik. Bestimmte natürliche Duftstoffe sind sogar in der Lage, Asthma nachhaltig zu lindern. Wer hingegen scheue Waldtiere antreffen möchte, muss lernen, zur Ruhe zu kommen: Eine einfache Achtsamkeitsübung für Kinder, die den behutsamen Umgang mit der Schöpfung vermittelt.

So viel mehr als frische Luft: Maximilian Moser macht Groß und Klein Lust auf den „Erlebnispark Wald“ und findet unschlagbare Argumente dafür, warum wir unsere Freizeitaktivitäten mit Kindern in die heimische Natur verlegen sollten.

Univ.-Prof. Dr. Maximilian Moser wurde 1956 in Klagenfurt geboren. Er studierte an der Universität Graz Biologie und Medizin. Moser wirkte federführend bei Studien mit, in denen die positive Wirkung des Zirbenholzes auf unseren Körper erstmals wissenschaftlich bestätigt wurde. Der fünffache Vater ist Professor an der Medizinischen Universität Graz und leitet das Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung.   

Mein Leseeindruck:

Dieses beeindruckende Buch, mit wunderschönen Naturfotografien versehen und dem eindringlichen Plädoyer für eine wohltuend neue Sicht der Kindererziehung hat mir aus der Seele gesprochen. Ein junges neues Menschenskind gehört unbedingt zu seinen Eltern  - und in eine natürliche seit Urzeiten bestehende Umwelt. Unsere  Kulturlandschaft mit seinen Wiesen und Wäldern bietet Familien und Kindern unerschöpfliche Möglichkeiten des Kennenlernen und der Lebens-Orientierung und Entwicklung für einen jungen Menschen. 

Das ist die Kernaussage des Buches vom erfahrenen Wissenschaftler und Autoren Maximilian Moser. 

Doch wie kann man diesen verständlichen Wunsch von der Theorie in die Praxis umsetzen? Antworten und Tipps auf diese brennenden Fragen gibt der Autor in seinem neuen Buch. Er hat das Buch in acht Kapitel mit wissenschaftlich gut fundierten und verständlichen Inhalten verfasst, die da heissen: 

Kinder brauchen Bäume

Der Wald und die Sinne

Im Rhythmus des Waldes

Aufbau der Gesundheit

Der Wald und seine Begleiter

Natur als Lebensraum

Von der Erschaffung und von der Vertreibung aus dem Paradies

Anhang und Serviceteil


Ein erster Schritt in diese Richtung der Erziehung zur Achtsamkeit gegenüber unserer Umwelt besteht im Überdenken der Ausstattung unserer Schulen und Kindergärten. Natürliche Materialien der Innenräume aus Holz sollten eine Selbstverständlichkeit sein wie auch der Unterricht in offenen Klassenräumen draussen in der Natur. Hier und da gibt es ja schon hoffnungsvolle Ansätze, die sich mit der Errichtung eines Waldkindergarten beschäftigen. 

Noch viel mehr Tipps, Anregungen, wertvolle Adressen zur Umsetzung und  Information befinden sich im umfangreichen Serviceteil des Buches. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen wertvollen und wichtigen Ratgeber, denn achtsame und wertschätzende Kinder sind unerlässlich für unsere Zukunft auf diesem Planeten.  

Herzlichen Dank an den Autor und den Servus Verlag für dieses schöne, gebundene Rezensionsexemplar. 



Donnerstag, 30. Juni 2022

*Die wundersame Reise der Bienen* von Katja Keweritsch - erschienen im Diana Verlag


 *Werbung, unbezahlt*

Herausgeber ‏ : ‎ Diana Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (8. März 2022)Sprache ‏ : ‎ DeutschTaschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten ISBN-10 ‏ : ‎ 3453360842 ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453360846

Inhalt/Klappentext: Anna hat ihren Urlaub an der sonnigen Côte d’Azur gerade beendet und will zurück nach Hamburg reisen. Als sich die Türen des Flugzeugs schließen, hat sie eine Panikattacke und verlässt fluchtartig die Maschine. Wie soll sie jetzt nach Hause kommen? Bus und Bahn scheiden aus, denn auch dort wäre sie eingesperrt und könnte nicht jederzeit aussteigen. Schließlich registriert sie sich bei der Mitfahrzentrale - und lernt Harm kennen. Er ist auf dem Rückweg von Südfrankreich nach Kiel. In seinem Gepäck: Bienenköniginnen. Er nimmt Anna mit und gemeinsam machen sie sich auf zu einem emotionalen Roadtrip, der völlig anders endet als erwartet.

Katja Keweritsch ist Ethnologin und Journalistin. Sie ist in einem friesischen Dorf aufgewachsen, von dem aus es sie schon früh in die Welt zog. Neben Köln und Hamburg studierte sie in Los Angeles und lebte zeitweise in Mumbai und auf Sansibar. Heute wohnt sie mit ihrer Familie an der Elbe. In ihrem Debütroman »Die wundersame Reise der Bienen« schreibt sie über die Liebe und darüber, wie wichtig es ist, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

Mein Leseeindruck: Dieser interessante und sehr emotionale Roadtrip durch Südfrankreich hat mich voll erreicht und zu Anfang begeistert. Eine sonnige Urlaubsstimmung an der Côte d’Azur , die nur durch eine kleine Verstimmung der Protagonistin Anna merkwürdig beendet wurde. Ihr langjähriger Lebensgefährte Christoph hat ihr einen unromantischen und in Annas Augen unpassenden  Heiratsantrag gemacht, der sie völlig verwirrt und aus ihrer altbekannten, bequemen Beziehungsbahn wirft. Fluchtartig und verstört verlässt sie das Flugzeug kurz vor dem Abheben der Maschine infolge einer Panikattacke - und Freund Christoph lässt sie ungerührt aussteigen. Seine Arbeit mit unerledigten Aufgaben wartet auf ihn. Er fliegt allein nach Hause.

 Wie es nun weitergeht? Anna bekommt über eine Mitfahrzentrale Kontakt zum jungen Deutschen Harm, der eine sehr spezielle Aufgabe durchführt. Auf seinem Weg in die Heimat Kiel soll er Bienenköniginnen an verschiedene Imker in Südfrankreich verteilen. Anna kämpft mit ihrer Panikattacke und Harm reagiert sofort mit ganz viel Empathie und Fürsorge, pflegt und reist mit Anna weiter durch die Provence gen Heimat. Die beiden jungen Leute kommen sich durch viele aufwühlende Erlebnisse immer näher und eine zarte Zuneigung entwickelt sich stetig. 

Ganz wunderschön mit herrlichen Ortsbeschreibungen und stimmigen Eindrücken Südfrankreichs reagiert die Autorin auf diesen Vorfall mit ihren weiterführenden Zeilen. Der Duft der Lavendel Felder ist fast beim Lesen zu erriechen mitsamt der brennenden Sonne des Südens auf der Haut. Etliche fast poetisch zu nennende Passagen lockern das Buch zauberhaft auf . Es liest sich in diesem ersten Teil des Romans sehr schön, unbeschwert, dank des flüssigen und leichten Schreibstils der Autorin. 

Doch dann passiert etwas was ich so nicht erwartet habe. Das Buch teilt sich plötzlich wundersam in einen zweiten Teil, der für Harm und Anna wieder in Deutschland spielt und wird zur komplizierten Charakterstudie.  Erst jetzt lernt der Leser die drei jungen Menschen wirklich besser kennen. Anna hat sich in wohl in ihrer auf äusseren Luxus bauenden  Beziehung zu Christoph innerlich verbogen und steckt voller Unsicherheiten und Zweifel zu sich selbst. Auch Harm ist nicht der Sunnyboy aus der sonnigen Provence , sondern hat einen schweren familiären Schicksalsschlag zu meistern.  

Wie dieses Beziehungschaos weitergeht und endet könnt ihr gerne in diesem leichten Wohlfühl Roman weiter erlesen,,,, 

Meine Bewertung: Ein Wohlfühl Roman, dem ich gerne vier **** Sterne gebe. 

Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar!  

Donnerstag, 23. Juni 2022

*Der Markisenmann* von Jan Weiler - erschienen im Heyne Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

Hardcover, Pappband, 336 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-453-27377-1

Erschienen am  21. März 2022

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INHALT/KlAPPENTEXT: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer.


Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt's nicht!« gilt als eines der erfolgreichsten Debüts der letzten Jahrzehnte. Es folgten unter anderem »Antonio im Wunderland«, »Mein Leben als Mensch«, »Das Pubertier«, »Die Ältern« und die Kriminalromane um den überforderten Kommissar Martin Kühn. Neben seinen Romanen verfasst Jan Weiler zudem Kolumnen, Drehbücher, Hörspiele und Hörbücher, die er auch selbst spricht. Er lebt in München und Umbrien.

Jede Woche veröffentlicht er eine neue Geschichte unter www.janweiler.de


MEIN LESEEINDRUCK:  Diese *UNERHÖRT GUTE Vater-Tochter Geschichte* eines zauberhaften Ferien Sommers, spielend  inmitten einer Industriebrache des Ruhrgebiets hat eine ganz eigene und besondere Ausstrahlung auf mich gehabt. Die Selbstfindung des 16 jährigen Mädchens Kim bei der Suche nach einem Teil ihrer Identität , den für sie unbekannten biologischem Vater zu begleiten,  war unglaublich anregend und spannend. Der Autor hat mit sehr viel empathischem Mitgefühl ihre Gedankenwelt, eine jugendliche Zerrissenheit und doch schon die aufkommende abgeklärte Weisheit dieser jungen Frau im Verständnis von anderen Erwachsenen aufgezeigt. Kim lebt in einer auf den ersten Blick normalen und heilen Familie, die ihr alle Annehmlichkeiten und materielle Verwöhnung bietet. Plötzlich soll sie nach einem tragischen Vorfall vorübergehend in den Ferien bei ihrem für sie unbekannten Vater wohnen.  

 Alle Protagonist*en dieses Buches wurden in ihren Charakteren und einzigartigen Lebensgeschichten unverwechselbar skizziert . Der junge Deutsch-Tunesier Alik fasziniert mit seiner Suche nach recycelbaren Metallen inmitten von verdreckten Kanälen und einsamen Fabrikgeländen. Andere dort lebende alleinstehende Männer dieser Industriebrache, wie auch Kims Vater, bekommen eine verständliche und gut beobachtete  Schilderung ihres Auftretens  und der jeweiligen unkonventionellen Lebensgeschichten. So auch der neu auftauchende Vater in Kims Leben. Ein erfolgloser Vertreter auf den ersten Blick, der keinerlei Ahnung von Pädagogik und/oder Familienleben hat, aber emsig und liebevoll versucht, es seiner *neuen* Tochter gemütlich und heimisch in dieser für sie ungewohnten Umgebung herzurichten. Sein Leben in einer grossen Halle inmitten seiner  Markisen Produkte kommt Kim völlig chaotisch vor. Als sie als Unterkunft ein fensterloses Zimmer zur Übernachtung vom Vater zugewiesen bekommt  denkt sie zu Beginn ihrer Ferien nur noch an Flucht. Doch es kommt unerwartet alles anders. Sie begleitet den unbekannten Vater bei seinen Verkaufsgesprächen und Verkäufen an den Haustüren unbekannter Wohnungen und die Beziehung zwischen Vater und Tochter nimmt rasante und ungewöhnliche Formen an..... 

Die Diskrepanz zwischen materieller Überversorgung der Kinder und Jugendlichen unserer Gesellschaft und mangelnder Liebe,Verständnis und seelischer Fürsorge tritt scharf in dieser Lektüre heraus. Der Schreibstil des Autors ist sehr ansprechend, fesselnd und super gut verständlich für Leser*innen jeglichen Alters. 

Eine sehr gute Lektüre , die ich jedem Leser*in uneingeschränkt empfehlen kann.

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diesen überraschenden und ungewöhnlichen Roman , der auch deutsche Zeitgeschichte der Wendezeit beinhaltet. 

Vielen Dank an den Autor und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar! 


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Sonntag, 19. Juni 2022

*Terra Sicilia* von Mario Giordano - erschienen im Goldmann Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ORIGINALAUSGABE

Hardcover mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-31560-4

Erschienen am  14. März 2022

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INHALT/KLAPPENTEXT: Ende des 19. Jahrhunderts wächst Barnaba Carbonaro in einem archaischen Sizilien auf, den Kopf voller Träume von Reichtum und einer Familiendynastie. Und tatsächlich steigt er mit Gewitztheit und Mut vom bettelarmen Analphabeten zum Dandy auf und schließlich zum geachteten Zitrushändler auf dem Münchner Großmarkt. Ein Leben wie eine Odyssee, voller Triumphe und bodenloser Niederlagen, getrieben von einer unstillbaren Sehnsucht. Barnaba zeugt vierundzwanzig Kinder, verdient ein Vermögen und verliert alles. Am Ende seiner langen Reise blickt der Patriarch auf den hungrigen Jungen zurück, der auszog, den Göttern das große Glück abzutrotzen. Und er versteht, dass ihm zwischen Abschieden und Neuanfängen, zwischen süßen Mandarinen und bayerischem Schnee etwas viel Größeres gelungen ist. Ein großes deutsch-italienisches Familienepos: sinnlich, farbenfroh, imposant.

Mario Giordano, geboren 1963 in München, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane sind in über 15 Sprachen übersetzt worden, mit seinen »Tante Poldi«-Krimis stand er in Deutschland und den USA regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Zudem verfasste er u.a. die Romanvorlage und das Drehbuch zu »Das Experiment« sowie Bilder- und Jugendbücher. »Terra di Sicilia« basiert auf der Geschichte seiner Familie. Mario Giordano lebt in Berlin.

Mein Leseeindruck: Eine  literarische Reise in die Vergangenheit nach Sizilien,   dem Land in dem die Zitronenbäume blühen,  und in die  deutsche Münchner Zeit der 1960 er Jahre . Voller Vorfreude bin ich in diese imposante Familiengeschichte  eingestiegen und wurde leider beim Fortschreiten der Lektüre etwas enttäuscht. Der Schreibstil des Autors ist bildhaft und farbenfroh, schildert wunderbar die Atmosphäre der damaligen Zeit des archaischen Siziliens im 19. Jahrhundert und doch haben mich diese Zeilen nicht so gefesselt wie ich mir vorgestellt hatte. Die Ausdrucksweise des Autors empfand ich auf vielen Seiten  als zu derb und Effekt heischend. Das hat mich abgestoßen und eher an einen Film erinnert und nicht an ein literarisches Meisterwerk. Soviel zu dieser Enttäuschung. Viele Seiten haben mich aber auch gefesselt - vor allem die sizilianische Beschreibung von Land und Leuten des 19. Jahrhundert. 

Der Erzähler fabuliert über seinen Urgrossvater, den aufgestiegenen Patriarchen eines Zitrusfruchtimperiums Barnaba Carbonaro. Dessen Lebensgeschichte mit vielen Affären und gewaltsamen Aktivitäten strotzt nur so von fiktiver , aber doch realitätsnaher Erzählkunst.  Mord, Tod, Korruption, Gewalt, Betrug, Liebe reichen sich abwechselnd die Hand und haben mich laufend in neues nervöses Entsetzen und Aufregung geschickt. Es war mir einfach zu viel!

 Die mystische Umsetzung von Zwiegesprächen des Banaba  mit verstorbenen Familienmitgliedern und/oder ermordeten Menschen hat mich eher genervt als begeistert. Der alte Banaba , inzwischen 80 jährig in der Münchner Zeit inmitten dieser *lebenden Toten* hat mich ebensowenig mit Sympathie erreicht - wie auch der junge Banaba nicht. Er hat übrigens an einer seltenen Störung  oder Begabung gelitten, die sich Graphem-Farb-Synästhetiker (Zahlen haben für ihn Farben und Geschmäcker) nennt. Ein perfekt organisierter Kaufmann ohne Skrupel und chaotisch in seiner Tätigkeit als Geschäftsmann eines Obst- Imperiums. Ich würde jedem Italienkenner die Lektüre dieses Buches empfehlen  um sich eine eigene Meinung zu bilden. Für mich war es leider nicht so gut wie erhofft. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diese aufregende Reise nach Sizilien und München.    

Mittwoch, 8. Juni 2022

*Meine wilden Kräuterfreunde* von Anja Fischer - erschienen im Servus Verlag


 *Werbung, unbezahlt*

Herausgeber ‏ : ‎ Servus; 1. Edition (14. April 2022)

Sprache ‏ : ‎ Deutsch

Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 104 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3710403154

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3710403156

Lesealter ‏ : ‎ 6 - 12 Jahre

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Inhalt/Klappentext: Auf Erkundungstour durch Wiesen und Felder: Kräuterbuch für große und kleine Naturforscher 


Welche Pflanze wächst denn da? Kann man sie essen? Hat sie vielleicht sogar Heilwirkung? Mit Kindern draußen unterwegs zu sein ist ein spannendes Abenteuer! Beim Streifzug durch den Park oder beim Spielen auf der Wiese gibt es viele Pflanzen und Kräuter zu entdecken. Dieser besondere Naturführer für Kinder lässt die ganze Familie beobachten und staunen, weckt die Neugierde und schult die Achtsamkeit. Woran erkennt man essbare Wildkräuter? Wie klappt das Kräuter trocknen und was kann man aus den grünen Schätzen herstellen?

Mit diesem Pflanzenführer lernen kleine Kräuterhexen und Wiesenfeen spielerisch die Welt der Wildkräuter kennen und üben dabei den wertschätzenden Umgang mit der Umwelt.

- Heilpflanzen und Kräuter sammeln und verarbeiten: Leicht umsetzbare Rezepte für Kinder

- Löwenzahn, Gänseblümchen und Vogelmiere stellen sich vor: 12 Kräuter-Steckbriefe im Freundebuch-Stil

- Kompaktes Nachschlagewerk für unterwegs mit Platz zum Zeichnen und Einkleben der gepressten Kräuter

- Kreative DIY-Ideen für die ganze Familie: Memo-Spiel, Etiketten zum Beschriften, Ausmalbilder u.v.m.

Basteln, Ausmalen, Einkleben: Buntes Mitmachbuch für Outdoor-Aktivitäten mit Kindern

Anja Fischer ist diplomierte Kräuterfee und Natur-Bloggerin. In diesem Buch zeigt sie Eltern und Kindern, wie leicht sie Wiesenkräuter und Pflanzen bestimmen und sammeln können. Aber nicht nur das: Neben nützlichen Infos gibt es viele tolle Ideen zum Nachmachen. Habt ihr schon mal Gänseblümchen-Salbe, Spitzwegerich-Hustensaft oder ein leckeres Kräutersalz selbst hergestellt? Dann ab nach draußen und viel Spaß beim Erforschen und Kennenlernen eurer Kräuterfreunde!

Mein Leseeindruck: Ein ganz tolles Mitmachbuch im Freundebuchstil  für Familien hat mir der SERVUS VERLAG zur Verfügung und Begutachtung zugesandt. VIELEN DANK dafür! 

Dieses begeisternde Buch für Kinder, Eltern, Grosseltern vermittelt fast verloren gegangenes Wissen über Wildkräuter unserer natürlichen Umgebung in Wald und Wiese. Es liest sich spannend, aufregend, vermittelt jede Menge Spass, Wissen  und viele Anregungen zum Basteln , Kochen und Verwerten von Wald - und Wiesenkräutern. Der achtsame Umgang mit der Natur kann so den Kleinsten unserer Gesellschaft mit spielerischer Leichtigkeit vermittelt werden. Die Beschreibung der Kräuter sind auf die Bedürfnisse der Kinder perfekt zugeschnitten . Einfache Informationen werden mit anschaulichen Bildern steckbriefartig fein untermalt. Gänseblümchen, Schafgarbe, Löwenzahn, Gundelrebe, Hirtentäschelkraut und viele mehr - insgesamt 12 Wildkräuter werden dem Betrachter nahe gebracht. 

Kinder können so mit Hilfe von Eltern, Grosseltern oder eben auch selbständig - je nach Alter des Kindes - kleine Geschenke nacharbeiten, Naschereien herstellen wie Pralinen oder sogar wertvollen Hustensaft. 

Beigefügte Etiketten, ein Kräuter Memo Spiel , Such- und Ausmalbilder vervollständigen in liebevoller Ausstattung dieses kleine Büchlein und machen es zu einem perfekten Geschenk, welches immer wieder zum Nachlesen und Mitmachen anspornt. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses DIY - Mitmachbuch für die ganze Familie. 




Freitag, 20. Mai 2022

*Das Lied der Wölfe* von Rena Fischer - erschienen im dtv Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

ISBN: 978-3-423-26287-3

Erscheinungsdatum: 21.05.2021 

4. Auflage

512 Seiten

Sprache: Deutsch

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INHALT / KLAPPENTEXT: Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair McKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, ohne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten.

Rena Fischer lebte und arbeitete einige Jahre in Irland und Spanien, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Auf Reisen kommen ihr immer die besten Schreibideen. Ganz besonders schlägt ihr Herz für die unendlichen Weiten der schottischen Highlands. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Mein Leseeindruck:  Wilde Wölfe in Schottland,  eine berührende Liebesgeschichte, die Krankheit PTBS (  eine hier im Afghanistan Krieg erworbene posttraumatische Belastungsstörung des Elitesoldaten Nevis McKinley )  , Familienprobleme - wie wird die Autorin diese unterschiedlichen Themen in einem Buch gut lesbar zusammen führen können? Das habe ich mich beim Lesen des Klappentextes gefragt.  Sie hat es geschafft! Und mit was für einem faszinierendem und spannend geschriebenen Roman. Ich hatte das Buch lange auf meinem Rezensionsstapel liegen und habe es nun begeistert in wenigen Tagen verschlungen. 

Der absolut fesselnde Schreibstil, verbunden mit ganz viel perfekter Recherche über das komplizierte Thema der Wiedereingliederung von freilebenden Wölfen in Schottland ausserhalb eines Tierparks hat mich mitgerissen und begeistert. Die öffentliche Rechtslage ist schwierig und die Abneigung der Bevölkerung zu diesem Eingliederungsversuch der Wildtiere im schottischen Hochland gilt es mit viel Überzeugungsarbeit zu überwinden. Mit diesem Thema hat sich die Autorin genauestens auseinandergesetzt und man erfährt als Leser*in unglaublich viel über Wölfe und ihrem Verhalten im Familienverbund in der freien Natur. Wunderbare, bildhafte Naturbeschreibungen des schottischen Hochland haben sich zusätzlich mühelos vor meinem inneren Auge entwickelt.  

Die Darstellung der sympathischen Protagonist*innen Kaya und Nevis haben ein übriges zu meiner Begeisterung getan. Die zarte Zuneigung der jungen Biologin zum verschlossenen Elitesoldat Nevis hat mein Herz berührt und auch der  Spannung im Buch gut getan. Finden sie doch zueinander, trotz der vielen persönlichen familiären Schwierigkeiten und ihren  komplizierten vorherigen Lebenserfahrungen? Unterschiedliche Arten der Liebe, zu Freunden, Eltern, Kriegskameraden geben den Zeilen eine wunderbare Leichtigkeit sowie einen bindenden roten Faden.  Doch vor allem das Wolfsprojekt, vom Vater Alistair McKinley finanziell grosszügig gefördert, bringt die jungen Menschen näher zueinander......

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für diesen toll geschriebenen Roman über Wölfe, Schottland und menschliche Herausforderungen!

Herzlichen Dank an die Autorin und den dtv Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!