*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
320 Seiten
erschienen am 29. September 2021
Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
320 Seiten
erschienen am 29. September 2021
*Werbung, unbezahlt*
Hardcover Leinen
256 Seiten
erschienen am 29. September 2021
Inhalt/Klappentext: Nach dem Tod ihrer Eltern versucht die Journalistin Louise Brown der Endlichkeit des Lebens etwas Sinnstiftendes abzugewinnen. Sie wird Trauerrednerin und Zeugin dessen, was von uns bleibt. Dies verändert nicht nur ihre Einstellung zum Tod, sondern auch ihre Haltung zum Leben. Louise Brown schenkt uns unvergessliche Bilder, die daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht. Ein tröstendes und befreiendes Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind.
Louise Brown, geboren 1975 in London, zog als Jugendliche mit ihrer Familie ins norddeutsche Ostholstein. Sie studierte Politikwissenschaft in Nordengland, Kiel und Berlin. Sie ist Journalistin und seit einigen Jahren auch als Trauerrednerin in Hamburg tätig. Dort moderierte sie auch das erste ›Death Café‹. In ihrem Podcast ›Meine perfekte Beerdigung‹ spricht sie mit Menschen darüber, wie sie einmal verabschiedet werden wollen. Louise Brown lebt mit ihrem Partner, zwei Kindern und Hund in Hamburg.
Mein Leseeindruck: Ein Buch über Tod und Sterben im Titel. Mancher Leser*in klickt nun sofort weiter, um dieses Tabu Thema gar nicht erst in seinen Gedankenfluss einzulassen. Für mich war es eines der spannendsten, wärmsten und ehrlichsten Bücher des Jahres, ein echtes Highlight und Geschenk.
Zitat auf Seite 223 von den Autoren Tiziano Terzani und Folco Terzani, entnommen aus dem Buch *Das Ende ist mein Anfang: Ein Vater, ein Sohn und die grosse Reise des Lebens* . Übersetzt aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Deutsche Verlags-Anstalt München 2017, S. 15.
"Wenn wir anfangen würden zu graben, fänden wir überall zu Staub zerfallene Knochen, die Überreste des Lebens.Kannst du dir vorstellen, wie viele Abermilliarden von Lebewesen auf dieser Erde gestorben sind? Die sind alle da! (...)Dieser immense Friedhof aber, die Erde, ist wunderschön! Mit all den Blumen, die darauf wachsen, mit all den Ameisen und Elefanten, die darüberlaufen. Er ist die Natur!"
Die Autorin , eine Trauerrednerin und Journalistin hat mit berührender Sanftheit und einem emphatischen Schreibstil über ihre Arbeit , sowie über ihre eigenen Erfahrungen mit dem kurz hintereinander folgendem Tod beider Elternteile berichtet. Sie hat ihren Erfahrungsbericht in drei Teile aufgelistet:
1. Teil Konfrontation mit dem Tod
2. Teil Leben mit der Trauer
3.Teil Die Endlichkeit annehmen
Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Was werden meine Anghörigen nach meinem Ableben über mich berichten und was wissen sie wirklich von mir? Wissen sie eine Wahrheit , die nur meine sein kann? Wahrscheinlich nicht, aber sie werden sich an viele kleine Begebenheiten und Anekdoten aus unserem gemeinsamen (Er)Leben erinnern, sich hoffentlich an fröhliche und unbeschwerte Stunden erinnern. Aber sicher durch Trauerrede und Beisetzung auch die eigene Vergänglichkeit, dunkle Stunden der Verzweiflung und negative Gedanken im gemeinsamen (Er)Leben vor Augen haben.
Diese Aussage hat die Autorin in den Mittelpunkt ihres Buches gestellt - auch mit einer Aussage, die sicher stimmt.
*Der Tod kennt keine Gerechtigkeit*
Und doch hat mich diese Lektüre beruhigt und befreit, mir Mut gemacht über das Thema Tod und Sterben mit vielen Menschen zu reden. Vor allen mit den mir Nahestehenden. Seien es Freunde und/oder die Familie. Nichts bringt Menschen so zueinander wie dieses Thema. Diese Erfahrung hat Louise Brown auch durch den Besuch sogenannter * Death Cafés * gemacht, in denen bei Tee, süssem Kuchen und Kaffee zum Gespräch mit anderen, fremden Menschen ermutigt wird. Eine gute Idee , die sicher viel Zuspruch in grösseren und vielleicht auch kleineren Orten bekommen wird.
Das Buch schenkt dem Leser ruhige und philosophische Lesezeiten , einen flüssigen und warmherzigen Schreibstil, erzählt Fragmente aus den Trauerreden der Autorin, regt zum Nachdenken über ein ganz natürliches Thema an, welches uns alle irgendwann einmal intensiv beschäftigen wird.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese emotional packende Lektüre!
Vielen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!
Hardcover Leinen
416 Seiten
erschienen am 28. Juli 2021
Inhalt/Klappentext: Es ist ein sonniger Tag im April, als der 15-jährige Oscar verschwindet. Zunächst denkt man, er sei von zu Hause abgehauen. Doch es gibt Anzeichen, die auf Schlimmeres hindeuten. Als die Leiche eines jungen Mannes in einer Müllverbrennungsanlage entdeckt wird, beginnen Anette Werner und Jeppe Kørner mit ihren Ermittlungen. Sie betreten unterirdische Gänge und verlassene Inseln und stoßen dabei auf einsame Seelen und befremdliche Familiengeheimnisse.
Katrine Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, arbeitete für Fernsehen und Theater und war als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannt, bevor sie in der Welt des skandinavischen Thrillers debütierte – mit großem Erfolg, auch international. ›Das Nest‹ ist der vierte Fall für Kørner und Werner. Katrine Engberg lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.
Auszeichnungen
Isola für den dänischen ›MARTHA Preis‹ nominiert, 2021
Eine von fünf offiziellen Kulturlotsen für Kopenhagen, ein Projekt der Dänischen Botschaft und Wonderful Copenhagen, 2019
Nominiert für den ›Martha Prisen‹, Dänemark, 2018
Nominiert für ›Plusbog’s Author of the Year Award‹, Dänemark, 2017
Krokodilwächter nominiert für ›BogForum Debutant Prize‹, Dänemark, 2017
Mein Leseeindruck: Das Ermittler Duo Anette Werner und Jeppe Kørner haben mich in diesem Spannungsroman ausserordentlich gut unterhalten. Oben gezeigtes Buch war mein erster von bisher vier erschienenen Kopenhagen-Krimis der bekannten dänischen Autorin Katrine Engberg. Man muss nicht die anderen Teile dieser Reihe lesen um in dieses Buch gut hineinzukommen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm fliessend und immer sehr gut unterhaltend. Von der ersten bis zur letzten Seite kommt keine Langeweile auf. Oben genannte Geschichte spielt an fünf Tagen im April - von Montag bis Freitag in Kopenhagen. Ein schönes Setting über diese faszinierende Stadt und ihre vielen Attraktionen hat die Autorin geschickt in ihre fiktive Geschichte eingebaut. Für mich war es dadurch zusätzlich auch eine äusserst atmosphärische Woche in Kopenhagen.
Dieser Band braucht keine blutigen Gewaltszenen um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Der 15 jährige Teenager Oscar verschwindet plötzlich und seine Eltern hoffen, dass die beiden Ermittler bald dieses mysteriöse Verschwinden auflösen. Drohbriefe haben die gut situierte und privilegierte Familie, Inhaber eines Auktionshauses, schon seit einiger Zeit beunruhigt und bedroht. Wurde Oscar gekidnappt oder gar ermordet? Diese Frage stellt sich der Familie und den Ermittlern, als ein junger männlicher Leichnam in der modernsten Müllverbrennungsanlage Europas Amager Bakke, zufällig entdeckt wird.
Verschiedene Erzähl Stränge stellen nun unterschiedliche Protagonisten vor, deren private Vorlieben und Gewohnheiten eine angenehme Abwechslung beim Lesen bieten. Da ist zum Beispiel Jeppe's Freundin Sara Saidani , eine alleinerziehende IT Spezialistin mit zwei Töchtern. Zu den helfenden Leuten bei der Suche nach Oscar gehört auch Esther de Laurenti, eine alte Freundin Jeppes und Literaturkennerin, die einen sympathischen Part im Buch spielt und mit deren Hilfe der kryptische Drohbrief entschlüsselt wird.
Eine vernünftige und respektvolle Kindererziehung sowie ein behütetes Familienleben unterschiedlicher Protagonisten werden behutsam und mit viel empfindsamen Respekt in diesem Krimi aufgezeigt. Aber eben auch das brutale Gegenteil dieser Verhaltensweisen, welches Familien und ihre Mitglieder völlig zerstören kann.....
Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für diesen sehr unterhaltsamen Spannungsroman.
Mein Dank geht an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar.
*Werbung, unbezahlt*
Originaltitel: Das Gewicht der Worte
Originalverlag: Hanser
Taschenbuch, Klappenbroschur, 576 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-77104-2
Erschienen am 12. Juli 2021
https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Das-Gewicht-der-Worte/Pascal-Mercier/btb/e581386.rhd
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Herausgeber : der Hörverlag; New Edition (26. Juli 2021)
Sprache : Deutsch
ISBN-10 : 3844538305
ISBN-13 : 978-3844538304
Originaltitel : Persuasion (rechtefrei)
Inhalt/Klappentext: Finden sie wieder zueinander? Als Anne Elliot und Frederick Wentworth noch jung waren, konnten sie nicht heiraten, doch nach einigen Jahren hat sich vieles geändert. Aber wollen die beiden jetzt überhaupt noch? Der Hörer wird entführt in die Welt des englischen Landadels zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Geschäfte und Geldprobleme, Landpartien und Langeweile, Höflichkeitsbesuche und natürlich: Liebesverwicklungen.
Jane Austen (1775–1817) wurde in Steventon, Hampshire, geboren und wuchs als siebtes von acht Kindern im elterlichen Pfarrhaus auf. Ihre literarische Welt war die des englischen Landadels, deren sorgsam kaschierte Abgründe sie mit feiner Ironie entlarvte.
Sascha Icks, geboren 1967 in Düsseldorf, ist eine bekannte deutsche Schauspielerin und Sprecherin fürs Radio und für Hörbücher. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Im Anschluss ging sie ans Rheinische Landestheater Neuss, ans Staatstheater Wiesbaden, ans Staatstheater Mainz sowie an die Wuppertaler Bühnen. Sascha Icks wurde auch vielfach für ihre Leistungen als Sprecherin ausgezeichnet. 2000 wurde Icks von der Zeitschrift »Theater heute« als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert und 2020 mit dem Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie »Bestes Kinderhörbuch« ausgezeichnet. Für den Hörverlag hat sie schon das Hörspiel »Jane Eyre« und das Hörbuch »Gargoyle« von Andrew Davidson gesprochen.
Mala Emde, geboren 1996 in Frankfurt am Main, ist eine deutsche Schauspielerin bekannt aus Film und Fernsehen. Bereits mit elf Jahren stand sie das erste Mal in der RTL-Serie »Post Mortem« vor der Kamera. Danach spielte Mala Emde unteranderem in drei Tatort-Folgen sowie der ZDF Vorabendserie »SOKO Köln« mit. Ihre erste Hauptrolle hatte Emde in dem 2015 veröffentlichten Doku-Drama »Meine Tochter Anne Frank«. Sie spielte darin das jüdische Mädchen Anne Frank. Für diese Rolle wurde Mala Emde 2015 mit dem Nachwuchsförderpreis des Bayerischen Fernsehpreises ausgezeichnet.
Mirco Kreibich, geboren 1983 in Ost-Berlin, ist ein deutscher Schauspieler bekannt durch seine abwechslungsreichen Rollen beim Theater. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Kreibich festes Ensemblemitglied am Thalia Theater in Hamburg. In fast allen Theaterkritiken wird insbesondere Kreibichs darstellerischer Einsatz, sein körperbetontes Schauspiel und seine unbedingte Verkörperung der Rollen hervorgehoben. Am Thalia Theater trat er unteranderem in der Titelrolle in »Caligula« und in »Hamlet« als die Doppelrolle Rosenkranz und Güldenstern auf. Seit 2006 spielte Kreibich auch einige Film- und Fernsehrollen. Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Schauspieler ist jedoch weiterhin die Theaterarbeit.
Philippa „Pippa“ Galli, geboren 1985 in Wien, ist eine österreichische Schauspielerin und Singer-Songwriterin. Seit 2002 steht sie auf der Bühne, unter anderem spielte sie im Wiener Schauspielhaus, am Theater Drachengasse, Wiener Volkstheater und am Landestheater Niederösterreich.. Galli wirkt als Sprecherin in Hörspielen und Literaturproduktionen mit, insbesondere für den Radiosender Ö1. Außerdem tritt sie auch oft in Fernsehfilmen und -serien auf. In Xaver Schwarzenbergers Spielfilm »Sisi« (2009) synchronisierte sie die italienische Schauspielerin Cristiana Capotondi.
Meine Meinung: Zwei Stunden Hörgenuss eines Klassikers der bekannten Autorin Jane Austen liegen hinter mir. Das wunderschöne , mit goldenen Blumen geschmückte Cover stimmt sofort auf eine romantische Liebesgeschichte ein. Die Welt des englischen Landadels von vor ca. zweihundert Jahren wird in dieser Hörspielversion dem Hörer auf eine ganz besondere Art nahe gebracht. Hufgetrappel von fahrenden Pferdekutschen, sanfte Musikklänge mit einigen Verfremdungseffekten halten die Aufmerksamkeit beim Hören. Der Einstieg in dieses Hörbuch fiel mir zu Beginn etwas schwer, denn die Sprache der Autorin und diese Hörspielversion sind doch anders verfasst wie in unserer jetzigen Gegenwartsliteratur üblich. Ruhig, romantisch und in langen Sätzen wird sie von verschiedenen Interpreten erzählt.
Die schon für damalige Zeiten etwas ältere Hauptprotagonistin Anne Elliott beeindruckt durch ihre feinfühligen und emphatischen Gedankengänge und Reden. Sie ist fast dreissig Jahre alt und zaudert lange mit sich, ob sie der Liebe zu Frederick Wentworth erneut nachgeben möchte. Diese reizvollen Dialoge, auch der anderen Protagonisten fesseln und geben dem Hörer viel Platz um sich diese vergangene Welt der englischen Landadels Gesellschaft der damaligen Zeit vorzustellen. Gesellschaftliche Zwänge, die Verarmung der adeligen grossen Häuser und die Übernahme durch Mitglieder anderer Gesellschaftsschichten werden angedeutet. Umgangsformen und althergebrachte Wertvorstellungen der Bevölkerung beginnen sich zu verändern. All dies hat die Autorin Jane Austen als gute Beobachterin ihrer Zeit mit leichter Ironie treffend geschildert.
Mein Höreindruck: Ein sanftes Hörvergnügen, dem ich gern gefolgt bin und der ich eine absolute Hörempfehlung mit fünf ***** Sternen gebe!
Herzlichen Dank an das Bloggerportal der Penguin Random House Verlags Gruppe für die Zusendung der Hörspiel CD !
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Inhalt/Klappentext: In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Menschen dort die ganze Welt. Da ist Olive Kitteridge, pensionierte Lehrerin, die sich auch mit siebzig noch in alles einmischt, so barsch wie eh und je. Da ist Jack Kennison, einst Harvardprofessor, der ihre Nähe sucht. Beide vermissen ihre Kinder, die ihnen fremd geworden sind, woran Olive und Jack selbst nicht gerade unschuldig sind … Ein bewegender Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Altern und der Einsamkeit, von Momenten des Glücks und des Staunens.
Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman »Mit Blick aufs Meer« bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. »Die Unvollkommenheit der Liebe« wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. »Alles ist möglich« wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet, erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten. Die Übersetzungsrechte ihres neuen Romans wurden in bisher 17 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.
Mein Leseeindruck: Es war mein zweites Buch der berühmten Autorin und all meine hohen Erwartungen, was flüssigen Schreibstil, Feinfühligkeit der Autorin mit einem klugen Blick auf die Gesellschaft und ihre Menschen betreffen, haben sich wieder voll erfüllt! Die Autorin hat unterschiedliche Mitmenschen einer Kleinstadt in Maine und ihre Lebenswege in einzelnen Kapiteln tolerant und ehrlich beschrieben. Auch unangenehme oder gar abstossende Gedanken sowie Wesenszüge der einzelnen Personen hat sie ohne Wertung erwähnt. Diese Lebensbeichten erfolgen meist in einer Ich-Erzählung. All diese Einzelschicksale sind auf irgendeine Weise mit dem Leben der wichtigen Haupt-Protagonistin und Erzählerin Olive Kitteridge verbunden.
Olive Knitterige hat als ehemalige Lehrerin das Herz auf dem rechten Fleck! Sie denkt, redet und handelt unkonventionell, lebt ihre eigenen Überzeugungen voll aus. Sie ist alt, vielleicht auch äusserlich nicht mehr hübsch zu nennen. Sie hat nach dem Tod ihres Ehemannes noch einmal gegen den Widerstand ihres Sohnes den ebenfalls älteren Harvard Professor Jack Kennison geheiratet und führt mit ihm ein beschauliches und ruhiges neues Eheleben, indem sie versucht Verletzungen ihres jetzigen neuen Partners zu vermeiden. Im Nach hinein sieht sie ihr eigenes Verhalten gegenüber ihrem ersten, langjährigen Ehe-Partner eher kritisch und bereut vieles! Sätze , Handlungen, ihr oft unsensibles Verhalten ihm gegenüber. Natürlich gelingen solche Vorsätze nie vollkommen. Auch das weiss sie inzwischen durch die Weisheit ihres Alters. Es gibt keine Vollkommenheit in sozialen Beziehungen, kein *Richtig* oder *Falsch*, kein *Schwarz* oder *Weiss* . Das Leben besteht aus unendlichen vielen Grautönen. Die Toleranz und Aufmerksamkeit dieser Frau gegenüber ihren Mitmenschen hat mir imponiert und unglaublich gut gefallen.
Mit dieser absoluten Buchempfehlung einer grossartigen und warmherzigen Autorin wünsche ich Euch ein aufregendes Lesevergnügen in diesen kühlen Sommerwochen!
ORIGINALAUSGABE
Hardcover, Pappband, 288 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 23 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-31618-2
Erschienen am 24. Mai 2021
Inhalt/Klappentext: Südtirol in den vierziger Jahren: Im abgelegenen Tiefenthal staunen selbst gestandene Bauern, als ihnen eine junge Frau vormacht, wie man einen Hof ganz alleine durchbringt. Rosa heißt die Frau, die die Natur versteht und lenkt, als habe sie nie etwas anderes getan. Mit aller Macht stemmt sie sich gegen den Fortschritt, der ihr kleines Reich in den Bergen bedroht.
Zwei Generationen später sind Rosas Enkel Hannes und seine Frau Franziska auf Feriengäste angewiesen, um den Hof zu halten. Als nach einem Unglück ihre Zukunft auf dem Spiel steht, erweist sich Rosas Vermächtnis als aktueller denn je.
Jarka Kubsova wurde 1977 in Tschechien geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland. Nach Studium und Volontariat in Hamburg arbeitete sie bei der »Financial Times Deutschland«, beim »Stern« sowie bei der »ZEIT«. Sie ist Ghostwriterin und Co-Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher. Für ihr Romandebüt »Bergland« lebte sie sieben Monate lang auf einem Bauernhof in Südtirol.
Mein Leseeindruck: Ich muss gestehen: ich liebe dieses Land Südtirol und habe es als Reisende kennengelernt. In den siebziger Jahren empfand ich es als schneesicheres Winter-Wonder-Land - und in heutiger Zeit habe ich die autonome Provinz Alto Adige im Sommer lieben gelernt. Allein aus diesen Gründen hat mir der manchmal etwas abwertende Schreibstil der Autorin über den Tourismus und seine unschönen Auswüchse der letzten Jahrzehnte oft nicht zugesagt. Trotzdem muss ich der Autorin bei vielen Aussagen ihrer Protagonisten*innen beipflichten, denn ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sich rücksichtslose Gäste gegenüber der Natur und den Gastgebern dieses Landes verhalten. Nun zur fiktiven Geschichte des Buches.
Jarka Kubsova lässt zwei weibliche Protagonisten, Rosa aus der Vergangenheit und Franziska, eine junge Frau unserer Zeit, in prägnanten und eindrucksvollen Sätzen und Meinungsschilderungen zu Wort kommen. Franziska, als gut mit einem Biologie Studium ausgebildete taffe junge Frau, verzichtet auf ihre berufliche Karriere und widmet sich ganz der Familie und dem Leben auf dem Innerleithof. Sie versucht es allen recht zu machen, den Ansprüchen von Ehemann und Kindern gerecht zu werden, alte Traditionen zu bewahren, sowie die Zeitströmungen des modernen Tourismus zu berücksichtigen. Sie scheitert leider kläglich mit einem persönlich erschreckendem Burnout. Dieses zur Rolle der Frauen in alter wie in neuer Zeit. Sie tragen oft in unserer Gesellschaft zu viele Lasten, sollen immer stark und perfekt funktionieren. Dieses Frauenschicksal hat auch Rosa, die Bäuerin aus den Vierziger Jahren des letzten Jahrhundert getroffen.
Und doch zeigt dieses Buch im folgenden letztem Abschnitt wichtige Wege - und Auswege auf, um einem sanften Tourismus den Weg zu ebnen, eine umsichtige neue Landwirtschaftspolitik, der die gastgebenden Menschen dieser Region nicht ausbrennen lässt sowie den Tourismus in umweltschonende Bahnen lenkt. Alte Traditionen können wieder neu entdeckt werden. Diese Lektüre gibt dem Leser viel hoffnungsvollen Raum für eigene Überlegungen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zwischen Mensch, Natur und Profitgier zu finden.
Meine Bewertung: Ein absolut lesenswertes Buch, dem ich ganz viele Leser wünsche. Gerade und vielleicht auch im anstehenden Sommerurlaub in den Bergen.
Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses gebundene Rezensionsexemplar!
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Italienischen von Christiane v. Bechtolsheim
Originaltitel: Tempo da elfi
Originalverlag: Giunti
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-71773-6
Erschienen am 12. Juli 2021
Inhalt/Klappentext: In den dichten Wäldern des Apennins lebt eine Ökokommune von Aussteigern, deren Mitglieder sich selbst »Elben« nennen. Fernab von der Zivilisation haben sie sich in verlassenen Dörfern niedergelassen, leben einfach und ohne Strom vom Tauschhandel und gewähren jedem, der um Obdach bittet, Einlass. Forstinspektor Marco Gherardini beobachtet das Treiben mit Interesse. Eines Tages hallen zwei Schüsse durch den Wald, und am Fuße eines abschüssigen Geländes wird ein Toter gefunden. Es ist ein Elbe. Gherardini beginnt zu ermitteln – in seinem dritten und bisher spannendsten Fall.
Francesco Guccini, Jahrgang 1940, zählt zu den bedeutendsten italienischen Liedermachern. Sein Freund Loriano Macchiavelli ist erfolgreicher Krimiautor. Beide leben im rauen Apennin, den sie in ihren gemeinsamen Büchern so wunderbar beschreiben.
Loriano Macchiavelli ist einer der erfolgreichsten Autoren Italiens. Beide Autoren leben im rauen Apennin, wo auch »Schlechte Saison«, der Auftakt ihrer neuen Krimiserie um Forstinspektor Marco Gherardini, spielt. Mit ihren Kriminalromanen belegen sie in Italien regelmäßig die ersten Plätze der Bestsellerliste.
Meine Meinung: Dieses Autorenduo hat eine interessante Krimireihe geschrieben, die sich in drei Bänden um den jungen Forstinspektor Marco Gherardini ranken. Der oben vorgestellte Band ist der dritte dieser Reihe, kann aber trotzdem allein ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Das düstere Cover gibt einen passenden Vorgeschmack auf die Handlungen und geheimnisvollen Ereignisse, die in den wilden, verlassenen Bergdörfern des Apennin spielen. Es geht um Aussteiger aus unserer Konsumgesellschaft, die in diesem Roman *ELBEN* genannt werden. Diese Namensgebung hat mich etwas verwirrt und ich fand sie absolut nicht passend für diese Verweigerer unserer Gesellschaftsordnung. Der Roman punktet allerdings für mich mit schönen Beschreibungen der wildromantischen Bergwelt und der Arbeit eines Forstinspektors, der mit einem ungeklärten Mord an einem unbekannten jungen Mann konfrontiert wird. Viele Nebenprotagonisten runden diese Beschreibung mit bunten und ungewöhnlichen Charakterdarstellungen ab.
Dieser ungewöhnliche Krimi hat mir einige Stunden Spannung und Ablenkung geschenkt und ich kann ihn dem Genre *Wohlfühl-Buch* zuordnen.
Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen Krimi mit leichten Schwächen!
Danke an das Autorenduo und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!
*Werbung,unbezahlt*
Hardcover Leinen
288 Seiten
erschienen am 26. Mai 2021
978-3-257-07116-0
Inhalt/Klappentext: Farouks Leben ist am Ende, weil er verloren hat, was ihm am meisten bedeutete. Lampys Leben sollte gerade so richtig anfangen, doch dann ließ ihn seine große Liebe Chloé einfach stehen. John hat sein Leben lang andere betrogen und hofft nun verzweifelt auf Gottes Vergebung. In einer kleinen Stadt in Irland werden diese drei Männer sich auf unwahrscheinliche Weise begegnen. Mit fatalen Folgen.
Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, Tipperary, studierte Bauingenieurwesen und Jura; er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. Für ›Die Stille des Meeres‹ war auf der Longlist des Man Booker Prize. Auszeichnungen
From a Low and Quiet Sea auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2018
›European Union Prize for Literature‹ für die zwölf vielversprechendsten jungen Schriftsteller Europas (als Vertreter von Irland), 2015
›Bord Gáis Energy Irish Book Awards‹ in der Kategorie ›Short Story of the Year‹ für A Slanting of the Sun, 2015
›Guardian First Book Award‹ für The Spinning Heart, 2013
›Irish Book Awards‹ Best Irish Newcomer und Book of the Year für The Spinning Heart, 2012
Mein Leseeindruck:
Gibt es ein Schicksal , ein ausgleichendes vielleicht oder gar ein ungerechtes? Diese Gedanken gingen mir am Ende des Buches laufend durch den Kopf, nachdem ich als Leser*rin die drei roten Fadengeschichten des Autors in meinem Kopf zusammengebracht habe.
Der Schreibstil des Autors ist einfach nur brillant zu nennen, der Roman liest sich angenehm flüssig und baut auf drei Einzelschicksalen auf. Mit atemberaubender Spannung und einem Gefühl des Entsetzen und schrecklicher Traurigkeit für den sensiblen Leser geht es mit der Lebensgeschichte des Arztes und Syrers Farouk los. Es folgen die Erlebnisse des jungen Iren Lampy und des unsympathisch erscheinenden Geschäftsmann und Maklers John, der zu gern Menschen manipuliert und durch seine gierigen Geldgeschäfte steuert. Viele Nebenprotagonisten lockern den Roman auf, irische sogenannte *Originale* , sowie auch naive junge Mädchen. Die Atmosphäre einer irischen Kleinstadt und deren Gesellschaft erschien mir glaubhaft und real.
Mit phantastischem Geschick und viel Einfühlungsvermögen erzählt Donal Ryan eine Geschichte, wie sie unglaubwürdiger kaum sein kann. Oder doch glaubwürdig? Kann es solche Verflechtungen im realen Leben wirklich geben? Das ist in meinen Augen sehr unwahrscheinlich - doch in unserer realen Welt ist vieles möglich. Während einer Gedankenreise in einer fiktiven Literaturwelt ist jedoch alles möglich und fasziniert die Leser*rin. Donal Ryan hat mich nachdenklich zurückgelassen und ich danke für dieses ungewöhnliche Leseerlebnis.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses un(glaubliche)Buch !
Vielen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!
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DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Sophia Lindsey
Originaltitel: The Carhullan Army
Originalverlag: Faber & Faber
Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60101-2
Erschienen am 13. April 2021
Inhalt/Klappentext: England, in einer unbestimmten Zukunft: Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen haben das alte politische System hinweggefegt. Diktatorisch regiert, leben die Menschen in städtischen Zentren, die Einwohnerinnen dürfen nur in Ausnahmefällen Kinder bekommen. Eine junge Frau, die sich »Schwester« nennt, entflieht den Kontrollen und schließt sich einer legendären Gruppe weiblicher Abtrünniger an, die in den Bergen des Lake District eine einsame Farm bewirtschaften. Unter Führung der charismatischen Jackie hat sich die Gemeinschaft immer stärker radikalisiert. Gewalt und militärischer Drill bestimmen inzwischen den Ton. Auch Schwester scheint bereit, Jackies Kampf gegen das verhasste System mitzutragen. Als Jackie den Krieg ausruft, muss sie sich entscheiden… Mitreißend und psychologisch eindrucksvoll schildert Sarah Hall die Kraft weiblicher Rebellion. »Ein prophetischer, futuristischer Roman in der Tradition von H.G. Wells, Margaret Atwood und Will Self« The Independent
Sarah Hall, 1974 in Cumbria geboren, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat Romane und Storys veröffentlicht, die mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in zwölf Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Zuletzt erschien 2016 ihr Roman »Bei den Wölfen«. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Norfolk.
Mein Leseeindruck: Klimaveränderungen, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch und unfähige, diktatorische Regierungsmassnahmen machen den Engländern das Leben zur Hölle. Es gibt keine Autos mehr, nur notdürftige Lebensmittellieferungen sowie keine Infrastrukturen, da nur allernötigste Energieressourcen bedient werden können. Ein Kinderwunsch wird nur einigen wenigen Menschen erlaubt. Eine junge Frau, im ganzen Roman durchgängig *SCHWESTER* genannt, rebelliert gegen dieses unerträgliche Leben, trennt sich von ihrem Ehemann und begibt sich auf eine Flucht in abgelegene Berge. Sie möchte sich einer Community von unabhängigen Frauen anschliessen, von deren Gemeinschaft sie schon in ihrer Kindheit gehört hat.
Atemlos und mit beunruhigenden Gedanken, dass auch diese Zusammenbrüche einer Gesellschaft unsere nahe Zukunft sein könnte, bin ich der Autorin in ihrem aufregendem Roman gefolgt. Das Buch liest sich spannend, laufend geschehen unerwartete Dinge und nur die wundervoll poetisch beschriebenen, einsamen Landschaftsbilder gewähren dem Leser etwas Beruhigung und vermitteln herrliche Kopfbilder von Schönheit und Einsamkeit der Natur.
Die romantischen Vorstellungen über die Frauen-Community wurden *SCHWESTER* schnell genommen. Verzicht auf materielle Annehmlichkeiten, brutale Handlungsweisen innerhalb der Gruppe, sowie Zank und Eifersüchteleien zwischen den Frauen waren die Normalität. Die *Schwester* gerät unter den Einfluss von Jackie, der dominanten Anführerin der Community und verändert sich körperlich und seelisch. Sie wird eine Kämpferin für die Gerechtigkeit und möchte die ungerechten Regierungsstrukturen beeinflussen und das Los der Bevölkerung verbessern.
Ob dieses den Frauen teilweise gelingt, wird im letzten Drittel des Buches sehr schnell und oberflächlich abgehandelt, hat mich enttäuscht und mir sogar die Spannung genommen, da alle Handlungen sehr vorhersehbar wurden. Zum Glück, denn das Ende dieser Geschichte einer dystopischen Gesellschaft hat mir auch gar nicht gefallen, da es keine annehmbare Lösung zur Behebung von Missständen anbietet.
Meine Bewertung: DREI *** Sterne für dieses gute Buch, welches ein unbefriedigendes und beklemmendes Gefühl beim Leser hinterlässt.
Danke an die Autorin und die Verlagsgruppe für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplar !