Mittwoch, 28. Oktober 2020

*Malé* von Roman Ehrlich, erschienen im S.Fischer Verlag

*Werbung, unbezahlt*

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Inhalt/Klappentext:

Longlist - nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020


Alle Versuche, die Malediven vor dem steigenden Meeresspiegel zu retten, sind gescheitert, Pauschaltouristen haben sich neue Ziele gesucht, und der Großteil der Bevölkerung musste die Inseln verlassen. Gleichzeitig ist die heruntergekommene Hauptstadt Malé zum Ziel all jener geworden, die nach einer Alternative zum Leben in den gentrifizierten Städten des Westens suchen. Und so wird die Insel für die kurze Zeit bis zu ihrem Untergang zur Projektionsfläche für Aussteigerinnen, Abenteurer und Utopistinnen, zu einem Ort zwischen Euphorie und Albtraum, in dem neue Formen der Solidarität erprobt werden und Menschen unauffindbar verschwinden. Mit »Malé« fängt Roman Ehrlich die komplexe Stimmungslage unserer Zeit ein und verwebt die Geschichten rund um die Sehnsüchte und das Scheitern seiner Figuren zu einem Abbild all der Widersprüche, die das Leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausmachen.

Roman Ehrlich, geboren 1983 in Aichach, aufgewachsen in Neuburg an der Donau, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Bislang sind von ihm die Bücher ›Das kalte Jahr‹ (2013), ›Urwaldgäste‹ (2014), ›Das Theater des Krieges‹ (2017, mit Michael Disqué) und ›Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens‹ (2017) erschienen. 


Literaturpreise:


Bremer Literaturpreis (Förderpreis) 2014

Robert Walser-Preis 2014

Ernst Toller-Preis 2016

Alfred Döblin-Medaille 2017



Meine Meinung: Die katastrophale Stimmung - und Umweltlage unserer Zeit hat der Autor voll und ganz dem Leser vermittelt.  Verwirrung, Langeweile, Unmöglichkeiten, Katastrophen und Gewalt wurden vom Autor beschrieben. Ich war  tatsächlich zu Beginn verwirrt, habe ungeduldig einen roten Faden gesucht in diesem Roman und musste mich erst an den aussergewöhnlich anspruchsvollen Schreibstil gewöhnen. Personen tauchen unvermittelt  auf , verschwinden plötzlich. Ich habe keinen wirklichen Zusammenhang gefunden zwischen diesen vielen Protagonisten - ausser kleinen und grossen Katastrophen.  Es gelang  mir nicht vollends auf folgenden ca. zweihundertfünfundachtzig  Seiten  aufmerksam zu folgen und ich muss gestehen, dieses Buch hat mich etwas enttäuscht. Titel und Cover hatten mich überzeugt, machten neugierig auf den geheimnisvollen Ort. Der intellektuelle Schreibstil hat mir imponiert und doch ist eine Lesebegeisterung nicht zu mir übergesprungen. Die langen verschachtelten Sätze ermüden beim Lesen, vermitteln aber jeweils ganz oft eine trostlose Atmosphäre. Da sind Bilder von Menschen, die sich durch hüfthohes Wasser  kämpfen. Sie müssten ja eigentlich Mitleid und Aufregung beim Leser erzeugen, wie auch ein gefesselter, ertrinkender Mensch zu Beginn der Lektüre. Dem war aber nicht so. Ich hatte das Gefühl von oben emotionslos auf Ereignisse zu blicken. Das hat mich verunsichert, erschreckt, meinem Lesefluss überhaupt nicht gut getan. Diese Endzeitstimmung einer untergehenden Welt hat mich total kalt gelassen und keine Emotionen bei mir herausgekitztelt.  Und das kann ich immer noch nicht wirklich glauben. Wie hat der Autor das geschafft? Ist dieses Buch doch grosse Literatur und/oder Lese-Unvermögen meinerseits? Ich habe mich durch das Buch gekämpft und war froh, dass ich bis zur letzten Seite durchgehalten habe. 

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes Buch, welches mich aber nicht begeistern konnte. 

Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar. 

 

Dienstag, 27. Oktober 2020

*Die sardische Hochzeit* von Grit Landau, erschienen im Droemer Verlag !

 

*Werbung, unbezahlt*

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Inhalt/Klappentext: Sardinien 1922, kurz vor Mussolinis Machtergreifung: 

Leo Lanteri, Kriegsveteran und Erbe einer ligurischen Olivenplantage, hat im Streit einen Faschisten getötet und muss untertauchen: Sein Vater schickt ihn nach Sassari auf Sardinien - für den smarten, jazzbegeisterten Leo das Ende der Welt.

Doch auf der »vergessenen Insel« brodelt es, Sardinien steht wie der Rest Italiens am Rand eines Umsturzes. Auch Leo gerät bald zwischen alle Fronten. Denn auf dem Landgut des Mussolini-Anhängers Soriga trifft er auf die Liebe seines Lebens: Gioia, die eigenwillige Tochter des Hauses. 

Kein guter Zeitpunkt, um sich zu verlieben, denn die musikalisch begabte Gioia soll keine Woche später heiraten, den Spross eines ursardischen Clans von Pferdezüchtern - und die Traditionen dieser Familie sind mörderisch.


Grit Landau hat Geschichte studiert und danach als Kultur- und Musikjournalistin gearbeitet, bevor sie zu schreiben begann. 

Ihr Romandebüt „MARINA, MARINA", eine Familien- und Liebesgeschichte im Italien der 1960er Jahre, erschien bei Droemer im Frühjahrsprogramm 2019 und wurde von den LeserInnen geliebt. 


Meine Meinung: 

Fasziniert habe ich zu diesem Titel gegriffen, da ich im letzten Jahr während einer privaten Reise die Insel Sardinien kennenlernen durfte. Ich war gespannt wie die Autorin über die Insel berichten würde und war von ihrer super guten und genauen Recherche geschichtlicher Hintergründe begeistert und überrascht. Sie hat diese  fiktive Familiengeschichte vor einem traurigen politischen Geschehen angesiedelt und uns so zusätzlich Zeitgeschichte lebendig und bunt nahe gebracht. Nach dem ersten Weltkrieg gewannen die Faschisten unter Mussolini in Italien immer mehr Einfluss, bestimmten das öffentliche Leben und unterwanderten das herrschende System. Buntes, sardisches Familienleben hat sie geschickt mit wahrer Geschichte, zum Beispiel mit der Person des sardischen Politikers Emilio Lusso verknüpft.  Besonders interessant und informierend waren für mich die Erklärungen sardischer Begriffe, Mythen und Legenden des alten Brauchtums der Insel, die sie vor jedes Kapitel gesetzt hat. Erklärungen zum Buch und ein sorgfältig erstelltes Glossar italienischer Begriffe  am Ende des Romans sind absolut lesenswert für den interessierten Leser*in! 

Hier zwei Bespiele dieser Erklärungen: 




   

Diese Erklärungen empfand ich als wertvoll und zum Verständnis sardischen Brauchtums unerlässlich. Ein altes Sprichwort der einfachen Insel-Bevölkerung lautet auch in diesem Sinne:
 * Wer vom Meer kommt, will uns bestehlen! * 









Diese Liebesgeschichte zwischen Gioia und Leo wird mit ganz viel Gefühl und Leidenschaft erzählt und hat mich beim Lesen voll in den Bann geschlagen. Man spürt förmlich den Geruch der Pferde auf dem Landgut der Familie Marras,  sieht die Olivenplantagen und die wilde, bergige Landschaft mit den wunderschönen Buchten und Stränden vor sich . Und doch regelte damals noch eine stark patriarchisch gelebte ursprüngliche Ordnung das Leben auf dem Land , aber auch in den wenigen grossen Städten an den Küsten.  Gioia's Stellung als gehorsame Tochter und Frau mit wenigen eigenen Möglichkeiten das Leben mit eigenen Wünschen und Träumen zu füllen, macht betroffen. Hochzeiten wurden oft von den Männern der Familie arrangiert und dienten oft dazu schlimme Blutfehden zwischen unterschiedlichen Familien zu verhindern.  
Die persönlichen Schilderungen der Leidensgeschichte von Leo als dienender Soldat, Leib und Leben bei einem Giftgasangriff während eines Angriffs ausgesetzt, macht betroffen und erinnert an das unsägliche  Leid so vieler Menschen. Die Autorin hat Leo's Erinnerungen und Ängste an die Kriegserlebnisse, die ihn immer wieder plötzlich überfallen haben , in kursiven Absätzen eindringlich  hervorgehoben. 
 
Man spürt in diesem klug erzähltem  Roman sehr deutlich aber auch die Angst mancher Bevölkerungskreise vor den Faschisten, ebenso wie die Begeisterung vieler Menschen für die neuen politischen Ansichten. Insofern ist dieses Buch keine reine Liebesgeschichte , sondern beinhaltet  ganz viel mehr,,,,,

Meine Bewertung: Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen. 

Mein Dank gilt Grit Landau und dem Droemer Verlag für die Zusendung dieses interessanten und gebundenen Rezensionsexemplar ! 



Montag, 19. Oktober 2020

*Dein kaltes Herz* von Sharon Bolton , erschienen im Goldmann Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Dein-kaltes-Herz/Sharon-Bolton/Goldmann/e567168.rhd


Inhalt/Klappentext: Die Angst vor ihrem Ehemann Freddie hat Felicity bis ans Ende der Welt getrieben: auf die kleine antarktische Insel Südgeorgien, kurz vor dem Südpol. Jedes Mal, wenn sich ein Schiff nähert, sucht Felicity ein Versteck auf und beobachtet die Passagiere durch ihr Fernglas. Sehnsüchtig wartet sie darauf, dass der Winter kommt und das Eis die Insel für ein paar Monate von der Außenwelt abschneidet. Schließlich trifft das letzte Schiff der Saison ein – und Felicitys Albtraum wird wahr: Freddie ist an Bord. Und er wird nicht ruhen, bis er ihr Auge in Auge gegenübersteht …


Meine Meinung: Diesen Spannungsthriller erzählt die Autorin in vier Teilen, wovon mir Teil eins und vier am meisten zugesagt haben, da sie beide im ewigen antarktischen Eis von Südgeorgien spielen. Diese umwerfende Landschaft mit den unwirtlichen eisigen Lebensbedingungen auf  einer Forschungsstation wird wunderbar plastisch und sehr realitätsnah von Sharon Bolton geschildert. Die Arbeit der Wissenschaftler dort ist oft gefährlich und sie können sehr schnell in lebensbedrohende Situationen kommen, durch die nicht vorhersehbaren Bewegungen der Gletscherplatten.  Die Autorin schreibt in einem super flüssigen, bildhaften und gefälligem Stil, dem man leicht folgen kann.  


Der Roman wird von verschiedenen Protagonisten erzählt und gewinnt dadurch einen mitreissenden und sehr spannenden Verlauf auf das Geschehen in Teil zwei und drei. Die Glaziologin Felicity verliert sich in panischen Angst-Vorstellungen über ihren Ehemann Freddie, der ihr Vertrauen missbraucht und ihr Ungeheuerlichkeiten angetan hat. Sie sucht und bekommt Hilfe und Zuwendung bei ihrem Therapeuten Joe. Auch er hat mit Gespenstern aus seiner Vergangenheit zu kämpfen und wird von seiner Mutter , einer Polizeikommissarin der Stadt, beruhigt und unterstützt. Diese Zeit in Cambridge wird in meinen Augen in Teil zwei und drei zwar ausführlich , bunt und lebendig , aber leider etwas langatmig erzählt, so dass ich kurzzeitig ein wenig das Interesse am Buch verlor. Diese beiden Abschnitte sind aber trotz ihrer Länge sehr wichtig, um sich überhaupt ein Bild von Felicity's Ängsten, ihrem Charakter und ihrem Verhältnis zu ihrem Therapeuten Joe machen zu können. Im Teil vier dreht die Handlung wieder voll auf, getragen durch Joe, seine ungewöhnliche Mutter, die Wissenschaftler in Südgeorgien und Freddie - dem ungeliebten Ehemann, den Felicity aus ihrem Kopf verdrängen möchte, der aber nun eine furchtbar bedrohende Präsenz für Felicity in Süd Georgien bekommt,,,, 


Meine Bewertung: VIER **** Sterne. Ich war fasziniert von diesem Thriller und hatte einige spannende Stunden, die mich aus dem >Hier und Jetzt< rissen und abgelenkt haben. 


Mein Dank geht an die Autorin und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Montag, 12. Oktober 2020

*Das Buch eines Sommers - Werde, der du bist* erschienen im Diogenes Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

Hörbuch

4 CD , 4 Std. 50 Min. 

erschienen am 23. September 2020 

Inhalt/Klappentext: Ungekürzt gelesen von Gert Heidenreich
Gelesen von Gert Heidenreich.

Im Sommer seines Lebens hat Nicolas einen Traum. Er will Schriftsteller werden wie sein Onkel. Dann kommt das Leben dazwischen und die Firma seines Vaters, Verantwortung, Termine und lauter Zwänge. Als sein Onkel stirbt, verliert Nicolas den einzigen Menschen, der an ihn geglaubt hat. Doch überraschend findet er am unwahrscheinlichsten Ort den Schlüssel, der ihm hilft, zu dem zu werden, der er wirklich ist. 

Bas Kast, geboren 1973 in Landau, Pfalz, wollte Hirnforscher werden oder zumindest etwas Vernünftiges tun, wandte sich dann aber dem Schreiben zu. Er ging in Utrecht, München und Kalifornien zur Schule, studierte Psychologie und Biologie in Konstanz, Bochum und am MIT in Boston. Sein letztes Buch, ›Der Ernährungskompass‹, wurde ein Weltbestseller. Er lebt mit seiner Familie in Rottendorf bei Würzburg.


Meine Meinung:
Der Protagonist und Ich- Erzähler Nicolas reist  im  ersten Teil des Hörbuches zurück in die Kinder- und Jugendzeit, um uns Hörern den  Bruder seines Vaters, einen Schriftsteller vorzustellen.   Er wird von der Familie als  Außenseiter dargestellt  und geniesst sein scheinbar unabhängiges Leben. Im Erwachsenen Alter übernimmt Nicolas die Firma seines Vater und ist beruflich sehr stark eingebunden.
Dabei hat Nicolas wenig Zeit für seine noch junge Familie ( Frau und Sohn), weil er ständig in der Pharmafirma mit Meetings, Konferenzen und Reisen vermeintliche Präsenz, zu mindestens aus seiner Sicht, zeigen muß.
Als der Onkel stirbt, ergibt sich für Nicolas die Gelegenheit mit seiner Frau und dem Sohn zur Villa des Onkels zu reisen und Nicolas fängt an sein bisheriges Leben zu hinterfragen. Dazu bedient sich der Autor eines genialen Tricks. In nächtlichen Traumsequenzen erscheint Nicolas ein sogenannter Christopher und beide, Nicolas und Christopher, halten Zwiegespräche  über die eigene Existenz, was man ist und was man werden kann. Diese Traumsequenzen werden für Nicolas zum Schlüssel seines weiteren Lebens.

Fazit: Gert Heidenreich gibt mit seiner klaren Stimme dem Roman als Hörbuch eine faszinierende Aura, die den Hörer zu fesseln vermag und diesen auch in die Geschichte hineinzieht.
Der Inhalt hat mich - auch dank Gert Heidenreichs Stimme  - neugierig gemacht und angeregt. Der Autor fordert den Leser auf, die eigene spezielle Lebenssituation zu überdenken und mit ehemaligen Wünschen und Träumen abzugleichen. Für viele Menschen in bestimmten Situationen sicher ein wichtiges Anliegen. 

Meine Bewertung: VIER **** Sterne!

Herzlichen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 8. Oktober 2020

*Schwarzrock* von Brian Moore, erschienen am 23. September 2020 im Diogenes Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

https://www.diogenes.ch/leser/titel/brian-moore/schwarzrock-9783257071450.html

Inhalt/Klappentext: Père Laforgue kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr »Wilde« zu missionieren. Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf gen Norden, durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe. Mit genau recherchierten Details lässt Brian Moore das frühe 17. Jahrhundert plastisch werden. Ein atemlos spannender Abenteuerroman, basierend auf Augenzeugenberichten.

Brian Moore, geboren 1921 in Belfast, diente als britischer Soldat von 1943 bis 1945 in Nordafrika, war von 1946 bis 1947 UNO-Beauftragter in Polen und wanderte 1948 nach Kanada aus. 1959 übersiedelte Moore nach Kalifornien. Er starb 1999 in seinem Haus in Malibu.


Auszeichnungen

 Erstmals verliehener ›Sunday Express Book of the Year Award‹ für The Color of Blood, 1987

 ›Heinemann Award‹ der Royal Society of Literature in Great Britain für Black Robe, 1985

 ›James Tait Black Memorial Award‹, 1975

 ›Governor General of Canada Award for Fiction‹, 1975

 ›W.H. Smith Prize‹, 1972

 ›Governor General of Canada Award for Fiction‹, 1961

 ›Quebec Literary Prize‹, 1958

 ›Author’s Club of Great Britain First Novel Award‹, 1956

 ›Beta Sigma Phi Award‹, 1956


Meine Meinung: Wer sich für das Schicksal der indigenen Völker Kanadas und die Kolonisierung des Landes interessiert - für diese Leser*innen ist dieses Buch ein absolutes *Muß* ! Wir tauchen ein in das 17. Jahrhundert auf den teilweise unerforschten Kontinent Nordamerika . Noch leben die indigenen Völker relativ frei und sind eng verbunden mit ihrer Kultur und der umgebenden unberührten Natur. Durch vorsichtige Tauschprojekte kommen sie langsam in Kontakt mit eingewanderten Franzosen, Niederländern, Deutschen und der christlichen Religion, vertreten im Buch durch den jungen französischstämmigen Pater Laforgue.

Der irische Autor Brian Moore hat ausgiebige Recherchen erstellt, unter anderem auch aus *The Jesuits in North America in the Seventeenth Century*von Francis Parkman, einem US-amerikanischen Historiker, der selbst in jungen Jahren unter indigenen Volksgruppen lebte. Der Schreibstil von Brian Moore gefiel mir sehr gut. Er schreibt lebendig, spannend und bunt über den Alltag , die Lebens- und Denkweise der unterschiedlichen Völker der Algonkin, Huronen und Irokesen. Auch die Lebensweise der sogenannten *Normannen*, der eingewanderten *Weißen* wird ausführlich dargestellt. Brian Moore wertet kaum, stellt nicht eine Kultur gegenüber der anderen als überlegen dar und doch vermeint man als Leser unterschwellig eine besondere Sympathie für die Ureinwohner zu spüren. Die Kulturen der indigenen Völker begegnen der Natur respektvoll. Sie kennen keinen egoistischen Materialismus und kein Machtbestreben gegenüber der weissen Bevölkerung. Die indigenen Völker verspüren eine instinktive Abneigung gegen die völlig anderen Lebensgewohnheiten der *Weißen* Diese unterschiedlichen Emotionen hat der Autor fast wertfrei dargestellt, verschweigt aber auch nicht die Brutalität, den Kannibalismus,  die Folterungen und die  körperliche und psychische Härte der indigenen Völker gegenüber anderen Menschen, egal welcher Kultur sie angehören. Dieses Buch beinhaltet zwar viele Gewaltvorstellungen, es hat aber keine Ähnlichkeit mit einem *Western*! Die Unwissenheit der Menschen des 17. Jahrhundert erscheint uns heute naiv und hinterwäldlerisch, entspricht aber wohl den Tatsachen. Interessant fand ich auch , dass viele *Weiße* ihre angeblich zivilisierte Kultur hinter sich ließen , mit den indigenen Gruppen lebten und sich ihnen anpassten. Man nannte diese Leute *Sauvages*.  Das Ende dieses Romans bleibt offen, es werden zwar viele  christliche Taufen durchgeführt, aber ob sie eine tiefe Wirkung auf die Lebensumstände hatten, bleibt dahingestellt. Wir wissen ja inzwischen wie das Schicksal dieser Völker endet und können aus heutiger Sicht viel tiefer in die ehemalige Geschichte  blicken.

 Dieses Buch ist absolut lesenswert und verdient FÜNF ***** STERNE!

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!


https://monerl.de/aktion-monatshighlight-top-flop-linkparty-Oktober-2020/

Schaut mal auf obigen Link vorbei. Dort hat Monerl eine tolle Aktion gestartet. Diese Rezension habe ich auch auf Monerl's Linkparty für den Oktober aufgelistet. 

 


Mittwoch, 7. Oktober 2020

*Das Universum schenkt dir alles* von Gabriele Bernstein, erschienen im Irisiana Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Originaltitel: Super Attractor. A 52-card deck

Originalverlag: Hay House

Hardcover, 8,9 x 12,8 cm

53 Karten

52 farbige Illustrationen

ISBN: 978-3-424-15392-7

Erschienen am  21. September 2020


Inhalt/Klappentext: 

52 Affirmationen, die Wunder wahr machen

Das, woran du glaubst, ist das, was das Universum dir schenkt. Die 52 Affirmationen dieses außergewöhnlich schönen Kartendecks helfen dir dabei, dich mit dem Universum zu verbinden und im Einklang mit den kosmischen Kräften das anzuziehen, was du dir von Herzen wünscht. Wähle je nach Situation und Stimmung eine Karte, die dich besonders anspricht, und lass dich von ihr durch den Tag geleiten. Bald schon wirst du erleben, wie kleine und große Wunder wahr werden.


Gabrielle Bernstein ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten spirituellen Lehrerinnen einer jungen Generation, die authentisch, unterhaltsam und undogmatisch ihr Wissen weitergeben. Über die Social-Media-Netzwerke und ihre Vortragsreisen erreicht sie Tausende Menschen rund um die Welt. Sie schreibt regelmäßig Kolumnen für die deutschen Ausgaben von Happinez und Myself Online.


Meine Meinung: Affirmationen - ich weiss durch Mediationsübungen, dass es einfache , klare Sätze , Empfehlungen und Aufforderungen sind, die man leise oder laut immerwährend wiederholen kann , um den Inhalt in der eigenen Gedankenwelt zu verinnerlichen. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge und für Menschen, die sich für Esoterik interessieren und begeistern, können diese zweiundfünfzig Karten neue Denkanstösse vermitteln. Jede dieser Karten ist ansprechend und zauberhaft gestaltet, aus festem, robusten  Papier und mit unterschiedlichen Botschaften versehen. Hier einige Textbeispiele:

Wenn ich Freude zu meiner obersten Priorität mache, werde ich von allen Seiten unterstützt, die Ideen fliegen mir zu und die Dinge kommen in Bewegung.

                                    ODER

Wenn ich geduldig bin, dann lasse ich das Universum für mich tun, was ich nicht selbst tun kann.

                                     ODER

Ich lasse die Angst hinter mir und ersetze sie durch Liebe.

So geht es in ähnlichen  Sätzen und Aufforderungen auf jeder dieser Karte, gestaltet und illustriert von Michaela Ezra, weiter und man kann sich zum Beispiel jeden Tag eine Karte aussuchen und den ganzen Tag darüber nachdenken,  auswendig lernen, sprechen,,,,,,die Sprüche gefallen - oder auch nicht, je nach Stimmungslage des täglichen persönlichen Befinden denke ich.  Es kann auf jeden Fall eine nette Hilfe sein, sich über einige Dinge seines Lebens eine neue Meinung zu erarbeiten.

Meine Bewertung: Drei *** gute Sterne !

Herzlichen Dank an die Autoren und den Irisiana Verlag für das schöne Karten Deck! 


Dienstag, 29. September 2020

*Die Welt auf dem Teller* von Doris Dörrie, erschienen im Diogenes Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

Hardcover Leinen

208 Seiten 

erschienen am 26. August 2020 

INHALT/KLAPPENTEXT: Knusprige Brotkrusten, Eier von glücklichen Hühnern, familiäres Miteinander bei spanischer Paella, Innehalten bei grünem Tee mit japanischen Reisbällchen und Kindheitserinnerungen an Melonen-Momente – wenn Doris Dörrie über das Essen schreibt, liest sich das, als umarme sie die Welt. Essen und Kochen sind für sie Inbegriff von Lebensfreude und Genuss, Grund zur Dankbarkeit und Eigenverantwortung und ein Weg zum besseren Verständnis unserer selbst und der Welt, die uns umgibt.


Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Spielfilm ›Kirschblüten und Dämonen‹) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München ›creative writing‹ und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München.

Meine Meinung: Nachdem ich die Autorin Doris Dörrie live erlebt habe zu ihrem Buch *Leben, Schreiben, Atmen* , bin ich ein grosser Fan von ihr und habe freudig auf das neue Buch gewartet. Als es dann vor mir lag, bestach es sofort durch das hübsche und ausdrucksstarke Cover in *Grün* mit der Abbildung einer Erbsen Schote. Die wunderbaren Illustrationen vom Künstler Zenji Funabashi begleiten den Leser farblich und inhaltlich passend zu den Themen Lebensmittel/Früchte/Obst/Gemüse  im Buch kontinuierlich weiter. 

Auf zweihundert Seiten fabuliert die Autorin über viele Themen, die das Essen, unsere Koch- und Lebensgewohnheiten, die ihrer Meinung nach  eng miteinander verknüpft sind. Der Schreibstil ist charmant, unterhaltsam und erklärt bestimmte Zusammenhänge zwischen Lebensmittel und deren Produktion und unseren Konsumgewohnheiten einfach, offen mit einer in meinen Augen teilweise berechtigten Kritik. Dieses Buch liest sich so amüsant und informativ, als ob man mit Freunden nach dem Essen entspannt plaudern würde.  In vielen Kapiteln, die selten länger als zwei bis drei Seiten umfassen, stellen die klaren Überschriften sofort einen intensiven Übergang zum behandelten Thema her. 

Eine kleine Auswahl der vielen Überschriften stelle ich hier vor: Grüner Tee und Onigiri, Apfelsinen und Orangen, Tofu ist Tofu, Ein Hermann fürs Leben,  Die Magie der Petersilie, Die Kernaufgabe, Der Teig knetet dich! 

Lebensfreude , Genussfähigkeit, Dankbarkeit und Achtsamkeit gegenüber unseren Lebens-Mitteln und der  persönlichen Anwesenheit in unserer bunten,  globalen Welt und Gesellschaft sprechen aus jeder Zeile dieses kleinen Büchleins, welches man jederzeit  als Mitbringsel zu einer gemütlichen Esseneinladung unter Freunden verschenken kann.  Kindheits - und Familienerinnerungen aus den sechziger Jahren, über Essen, Kochen, Zeit- und Gesellschaftsströmungen, streut sie locker in ihre Texte. Ich konnte beim Lesen oft innerlich zustimmend nicken und fühlte mich zurückversetzt in meine eigenen Erinnerungen. Da ist zum Beispiel der *Schulfunk*, den man streng im Bett liegend in Krankheitstagen  immer hören durfte.  Sozusagen ein Podcast im Radio der sechziger Jahre. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** STERNE für dieses wundervolle Büchlein !

Herzlichen Dank an die Autorin und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars! 

Sonntag, 27. September 2020

*Das Leben neu backen* von Olivia Potts, erschienen im Wunderraum Verlag


 *Werbung, unbezahlt*

Aus dem Englischen von Sonja Häußler

Originaltitel: A Half Baked Idea: How grief, love and cake took me from the courtroom to Le Cordon Bleu

Originalverlag: Fig Tree

Hardcover, Halbleinen, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-336-54811-8

Erschienen am  27. April 2020

Inhalt /Klappentext: »Darf ich mich vorstellen: Olivia Potts, Journalistin, Foodbloggerin und Patissière. In meinem Buch erzähle ich davon, wie mir Torten, Brotteig und Zuckerguss dabei halfen den Tod meiner Mutter zu verarbeiten.« 

»Das Leben neu backen« ist die bewegende, humorvolle und lebensbejahende Geschichte einer jungen Frau, die ihre Trauer besiegt, ihre große Liebe findet und in dem Backen unwiderstehlicher Kuchen ihre neue Berufung findet. Dieser Weg wird begleitet von vielen köstlichen Rezepten zum Nachbacken: Shepherd’s Pie, Bananen-Rolo-Brot, Lemon Curd, Pizza, Sodabrot mit Käse, Mums Minestrone, Cantuccini, Schoko-Maracuja-Pavlova, Flan mit Safran, Himbeersoufflé mit Erdnussbutter-Crème-Anglaise-Füllung ,Schokokuchen mit flüssigem Kern, Ochsenschwanz-Marmite-Pithivier, Chai-Birne-Tarte-Tatin, Windbeutel mit Earl-Grey-Füllung, Gesalzener Milchschokolade-Praliné-Crisp und Lebkuchen.

Olivia Potts ist Patissière und betreibt den Cateringservice FEAST. Vor einigen Jahren entschied sie sich, die Anwaltsrobe an den Nagel zu hängen und eine Ausbildung an der Kochschule »Le Cordon Bleu« zu beginnen. Sie schreibt Foodkolumnen für verschiedene englische Zeitungen und Magazine und lebt in London. »Das Leben neu backen« ist ihr erstes Buch.

Meine Meinung: Das wunderschön gestaltete Cover aus dem Wunderraum Verlag hatte sofort mein Herz erobert und ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Versehen mit einem Lesebändchen gestattete mir die Lektüre auch einige Lesepausen und ich konnte immer wieder problemlos in diesen Roman eintauchen. Doch bei jedem neumaligen Eintauchen nahm meine anfängliche Begeisterung leider immer wieder ein Stück ab. Ich war teilweise gelangweilt vom trockenen und emotionslos erscheinendem Schreibstil der Autorin,  der so völlig im Gegensatz zum witzigen und charmant erscheinendem Buchtitel und dem tollen Cover steht. 

Die  autobiografischen Trauer Gedanken der jungen Frau wurden sehr bewegend, ehrlich und mitfühlend vermittelt, aber für mich stand trotz dieser Gedanken und Gefühle die Arbeit als Anwältin zu sehr im Mittelpunkt dieser vierhundert Seiten. Ich war einfach gelangweilt und das ist das Schlimmste was einem Buch und dessen Leser*innen passieren kann. 

Sicher, sie macht eine Lebens-Wandlung durch, begeistert sich für  das Kochen, das Essen, das Backen - auch wenn sie anfänglich viele Misserfolge während der Küchenarbeit erleiden musste.  Sie hängt ihren Job an den Nagel und macht neue Erfahrungen in der Küche während einer Ausbildung. Sie trauert um ihre Mutter, glaubt durch Kochen, Backen, Erinnerungen an die geliebten Tätigkeiten der Mutter, ihr noch einmal nahe zu kommen - auch während deren Abwesenheit.  Doch die Mutter ist tot. Unumgänglich. Die Entwicklung dieser Trauer Bewältigung hat die Autorin wirklich sehr bewegend und ehrlich geschildert. Darum geht es ja in diesem autobiografischen Roman.  

Leider reichten trotz allem  dann  die Zeilen der Autorin für mich nicht aus um auch nur eines ihrer Rezepte nachzukochen und/oder auszuprobieren.  Ich würde dieses Buch eher in das Genre eines  nüchternen Tatsachenberichts einordnen. Ein umwerfender und begeisternder Lebensbericht liest sich leider anders. Trotz dieser vielen Kritikpunkte war es insgesamt gesehen aber doch noch ein gutes Buch!

Meine Bewertung: DREI GUTE  ***  STERNE !

Mein Dank geht  an die Autorin und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Das kleine Hörbuch vom Yoga von Lucy Lucas, erschienen in Random House Audio

 

*Werbung, unbezahlt*

Aus dem Englischen von Karin Weingart

Originaltitel: The Little Book of Yoga (Octopus Publishing, London 2019)

Originalverlag: Heyne TB Esoterik

Hörbuch CD (gekürzt), 1 CD, Laufzeit: ca. 1h 17min

ISBN: 978-3-8371-4956-2

Erschienen am  10. Februar 2020

INHALT / KLAPPENTEXT: Minimaler Aufwand, maximaler Effekt: So einfach passt Yoga in jeden Alltag


Yoga kann wahre Wunder bewirken! Dabei muss man es gar nicht stundenlang in einem Studio praktizieren, bereits ein paar gezielte Übungen jeden Tag reichen aus, um den Körper beweglich zu halten und den Kopf freizubekommen. Die Yoga- und Achtsamkeitslehrerin Lucy Lucas präsentiert die besten Yoga-Übungen, die wir ganz einfach in unseren Alltag einbauen können. Ob Anfänger oder erfahrener Yogi – mit diesen Asanas sowie zahlreichen Tipps zu Atmung und Kurzmeditationen findet jeder schnell zu mehr körperlichem Wohlbefinden, Entspannung und Lebensenergie.


Lucy Lucas ist eine bekannte Yoga- und Achtsamkeitslehrerin. Über 15 Jahre lang war sie in der Finanzbranche und Unternehmensberatung tätig, bevor sie auf Bali die Ausbildung als Yoga-Lehrerin absolvierte und darin ihre wahre Bestimmung fand. 2015 gründete sie ihr eigenes Studio in England, wo sie Yoga unterrichtet und Menschen auf ihrem persönlichen Weg der Selbstverwirklichung unterstützt.

Meine Meinung:  Ich habe eine Stunde gehört - und schon war ich begeistert und konnte einige der Übungen , die am Ende  des Hörbuches unter einer  sorgfältigen und genauen Anleitung gesprochen und vorgestellt  werden, mitmachen ! Dieser kleine Ratgeber hat sich inzwischen sehr bewährt. Ich höre ab und zu immer wieder hinein . Gut gefallen hat mir die Vorstellung der verschiedenen Arten und Möglichkeiten Yoga aktiv anzuwenden. Als Anfänger steht man ziemlich ratlos da bei der Auswahl einer Yoga Art. Die angenehme Stimme von Daniela Hoffmann erklärt zehn verschiedene Arten des Yogas die da heissen: Die Benefits, Ashtanga Yoga , Vinyasa , Hatha, Iyengar, Hot Yoga, Restauratives Et Yin-Yoga. Diese Aufklärung hilft auch um einen persönlich passenden Yoga Lehrer zu finden.  Die Wichtigkeit der Atmung während der Übungen wird deutlich in einem eigenen Kapitel hervorgehoben! Mediation und Achtsamkeit bekommen einen grossen Stellenwert in der Erklärung der Sprecherin und das berühmte *Om* wird angesprochen. Verschiedene Asanas - Haltungen werden erklärt und diese nette Yoga Stunde schliesst ab mit der Ermunterung und Aufforderung folgende Übungen zu verschiedenen Zeiten mitzumachen:  nach dem Aufstehen, am Schreibtisch, zum Stressabbau, zur Fokussierung, zur Beruhigung des Geistes, vor dem Zubettgehen.  Danke Lucy Lucas für diese tolle Anregung!

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne !

Danke an die Random House Group für die Zusendung des Hörbuches!


Montag, 14. September 2020

Der Wald, Vier Fragen, Das Leben und ich , von Tessa Randau, erschienen in der Random House Group


 *Werbung, unbezahlt*
Originalverlag: dtv
Hörbuch CD, 2 CDs, Laufzeit: ca. 2h 18min
ISBN: 978-3-8371-5096-4
Erschienen am  25. Mai 2020

Inhalt / Klappentext:
Eine junge Frau, glücklich verheiratet, Mutter zweier kleiner Kinder und beruflich erfolgreich und hat alles, was sie sich mal erträumt hat, und doch ist sie zunehmend unzufrieden. Oft weiß sie kaum noch, wie sie den täglichen Spagat zwischen Arbeit, Familie und Haushalt bewältigen soll. Sie ist müde und erschöpft. Bei einem Waldspaziergang begegnet ihr eines Tages eine alte Dame. Die erzählt ihr von den vier Fragen des Lebens, die die Kraft haben, alles zu verändern. Die junge Frau glaubt nicht an solche Dinge, ist aber mit dem Vorschlag einverstanden, selbst herauszufinden, ob es funktioniert.

Tessa Randau, geboren 1976, arbeitete als Ressortleiterin für eine Zeitschrift. Als ein Karriereschritt anstand, entschied sie sich für mehr persönliche Freiräume und machte sich als Stress- und Burnout-Beraterin selbstständig. Dies ist ihr erstes Buch, es basiert auf ihren Erfahrungen und entstand aus dem Wunsch heraus, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, einen erfüllenden Lebensweg zu finden.

Solveig Duda arbeitet als Synchron- und Hörbuchsprecherin sowie als Theater- und Fernsehschauspielerin. Sie absolvierte ein Schauspielstudium in München und spielte u. a. in „Verbotene Liebe”, „Der Bulle von Tölz”, „Im Namen des Gesetzes”. Im Synchronstudio lieh sie u. a. Angelina Jolie, Kate Hudson und Claire Danes ihre Stimme.

Meine Meinung:Eine unbenannte junge Frau steht mitten im Leben mit zwei kleinen Kindern, einem Ehemann und einem voll ausgefülltem Berufsleben. Sie ist erfolgreich, wohnt in einem Eigenheim mit Garten und die Familie besitzt zwei Autos. Anscheinend optimale Vorraussetzungen für ein glückliches Leben und doch fühlt sie sich erschöpft, ausgebrannt, kraftlos und oft unglücklich und ratlos. Bei einem Spaziergang im Wald, ihrem Zufluchtsort seit Kindertagen,  begegnet sie einer älteren Frau, kommt mit ihr ins Gespräch und öffnet sich ehrlich dieser mysteriösen und weisen Person. Diese bietet der jungen Frau an, etwas über vier wichtige Lebens Fragen in Gesprächen mit ihr zu erfahren. 


Dieses ungekürzte Hörbuch mit dem wunderschönen Cover konnte ich ohne Mühe in ca. zwei Stunden hören. Die angenehme Stimme von Solveig Duda hat wesentlich dazu beigetragen und ich war mit grosser Aufmerksamkeit  dabei.  Die Themen Achtsamkeit auf sich persönlich , die Familie, die Mitmenschen und auf unsere Umwelt spielen in diesem Hörbuch die Hauptrolle. Bereits der Titel verrät dem Leser*rin , dass es um vier Fragen gehen wird. Die Antworten auf die Fragen werden einfühlsam und sanft aufgegriffen und es wird versucht , sie zu beantworten. 

Die gefühlvoll vorgelesene Geschichte, mit der schönen Stimme von Solveig Duda fasziniert. Man lauscht gespannt einer Frage nach der anderen - und deren Auflösungen und Antworten. Die Fragen möchte ich hier nicht benennen, um kommenden Hörern die Freude nicht zu verderben. Einige interessante Beispiele verdeutlichen, wie diese junge Frau langsam anfängt ihre Situation mit neuen Augen zu sehen und man erlebt, wie sich ihre Kraftlosigkeit, Aggressionen und Wutausbrüche abmildern durch den Kontakt und den Austausch mit der älteren Dame. Eine Freundschaft entsteht zwischen beiden Frauen. Der Autorin ist es wunderbar gelungen den Inhalt und die Aussagekraft ihrer Hörbuch-Botschaft durch diese Beziehung an die Leser*rinnen zu vermitteln. 

Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne! Sehr hörenswert!