Übersetzung: Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, gest. 2024 in München, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", war der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
LITERATURGARTEN - ein Buchblog !
Komm mit mir in meine Welt der Bücher! So bunt, wie nur ein Blumengarten sein kann, ist auch die Auswahl meines Lesestoffs! Was gibt es Schöneres als dorthin zu reisen? DU findest bei mir Besprechungen über neue Literatur aus unterschiedlichen Themen, wie Gegenwartslektüre aus den Bereichen Frau und Familie, historische Romane, Liebe und Fantasy. Ich berichte hier hobbymässig über meine gefundenen und gelesenen Neuerscheinungen, sowie über meine Lieblingslektüren.
Mittwoch, 5. August 2026
*DER OZEAN SO WILD UND WEIT* von Malachy Tallack - erschienen im Luchterhand Verlag
Übersetzung: Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, gest. 2024 in München, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", war der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
Montag, 3. August 2026
*Amlas Töchter* von Asha Thanki - erschienen in der HarperCollins Verlagsgruppe
MEINE MEINUNG ZUM BUCH : Dieses Buch hat mich sofort gefesselt und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Andere Lektüren habe ich an die Seite geschoben.
Zwei Frauen heute in Brooklyn, die sich Gedanken darüber machen ein Kind gemeinsam aufzuziehen. Es kommen Bedenken von Ayukta's Seite auf. Die Erzählende Ayukta berichtet von einem geheimnisvollen Ahnengedächtnis, welches die Geschichten der Frauen ihrer Familie aufbewahrt und auf magische Art und Weise vererbt wird. Ein Teppich, in den jede Generation die Nachfolgerin hinein stickt fügt auch durch Gedanken, Bilder, Ereignisse hinzu, die von den nachfolgenden Frauen der nächsten Generationen gelesen , geträumt, erzählt, gemalt werden können. Es ist einfach eine mystische und geheimnisvolle Familientradition.
Wir begegnen zu Beginn dieser Erzählung Ayuktas Grossmutter Amla im Jahr 1946 in Karatschi. Sie ist zehn Jahre alt, lebt dort behütet von ihren Eltern und trifft sich täglich mit ihrer besten Freundin Fiza, die in einer muslimischen Familie aufwächst. Indien und der neu zu gründende Staat Pakistan stehen kurz vor ihrer politischen Spaltung. Den dort lebenden Familien mit unterschiedlichen religiösen Wurzeln bedeutet das noch nicht viel. Sie ahnen noch nichts von der aufkommenden Gewalt, dem Blutvergiessen und leben friedlich miteinander. Amla besitzt ein besonderes Zeichentalent , malt ihr Leben und ihre Erlebnisse . Die Familie zieht um nach Indien zur Familie der plötzlich verstorbenen Mutter. Amla lebt mit ihrem BABU (Vater) im alten Haus der Grossmutter mütterlicherseits. Sie vermisst ihre liebe Fizza. Den Kontakt aufrecht zu erhalten ist schwierig in der damaligen , unruhigen Zeit. Amla findet neue Freundinnen , denen im Alltag und auf einem Fest Ungeheuerliches passiert. Amla bringt ihre Eindrücke dazu zu Papier und das Unheil beginnt durch die Verhaftung des Vater während der politischen Umbrüche. Ein bestickter Teppich mit den Ahnen, das Vermächtnis ihrer früh verstorbenen Mutter Chandinii hat eine mystische Wirkung auf sie beim Anschauen , produziert Bilder in ihrem Kopf aus dem Gedächtnis der vorangegangenen Generationen, die sie dann auf ihrem Zeichenpapier abbildet.
Die Familiengeschichte wird weiter erzählt bis heute. Wir erleben Arni, die jüngste Tochter von Amla im Jahr 1974 , die politischen Unruhen zwischen der städtischen Bevölkerung und der Landbevölkerung. Die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist ein brandheisses Thema (auch heute noch). Ayukta fürchtet sich davor das *sogenannte Ahnengedächtnis* aus tausenden von Jahren an ihr Kind weiterzugeben.
Der Schreibstil von Asha Thanki ist bunt, authentisch, fast in einem Märchenstil gehalten und erzählt aus dem fremdartig wirkenden Leben in Indien und Pakistan. Diese bunte und uns Europäern unbekannte Welt mit völlig anderen Wertvorstellungen, wird von der Autorin wunderschön, aber auch mit schrecklichen, unverständlichen Fragmenten deutlich vermittelt.
Viele indische Begriffe für Speisen und Bräuche waren mir sehr fremd. Ein Glossar wäre da sehr hilfreich gewesen.
Es ist ein ganz besonderes Buch mit vielfältigen, faszinierenden Themen, dem ich gern FÜNF ***** Sterne gebe.
https://www.harpercollins.de/products/amlas-tochter
https://www.amazon.de/Amlas-Töchter-Herausragendes-Mitreißend-Mittelpunkt/dp/3365008349?ref_=ast_author_dp
INHALT/KLAPPENTEXT: Herausragendes Debüt: die Geschichte Pakistans mit einer zärtlichen Liebe im Mittelpunkt
Brooklyn, 2022: Ayukta schuldet ihrer Frau eine Antwort auf die Frage, die sie immer vermieden hat: Sollen sie ein Kind bekommen? Die Entscheidung wird durch die Geschichte ihrer Familie erschwert – denn Ayukta trägt nicht nur ihre eigenen Erinnerungen in sich. Ein Ahnengedächtnis, das sich über tausend Jahre erstreckt und alle Frauen in ihrer Familie miteinander verbindet, ist gleichzeitig eine unmögliche Bürde und ein unglaubliches Geschenk. Ayukta durchlebt das Trauma ihrer Großmutter Amla, die vor dem Tod ihrer Mutter ein glückliches Kind in Karatschi war und während der Teilung des Landes auswandern muss. Amlas Tochter Arni führt uns nach Gujarat im Jahr 1974, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Unterschiede zwischen den städtischen Klassen herausgefordert werden, während eine von Studenten angeführte politische Bewegung für instabile Verhältnisse sorgt. Ayukta erzählt nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch von den blutigen Jahren der Teilung ihres Heimatlandes, ganze Jahrzehnte voller Liebe, Verlust, Herzschmerz und Wiedergeburt.
Asha Thanki erhielt ihren MFA von der University of Minnesota. Ihr Schreiben wurde von zahlreichen Stipendien gefördert, ihre Kurzgeschichten und Essays sind in einigen Medien erschienen sowie durch zahlreiche Preise geehrt worden.
"Hallo, ich bin Asha Thanki. Ich bin eine Schriftstellerin aus St. Louis, lebe nun in Brooklyn, und mein Roman „A Thousand Times Before“ erscheint nächsten Sommer bei Viking. „A Thousand Times Before“ handelt von Ayukta, die sich mit ihrer Frau Nadya zusammensetzt, um zu erklären, warum sie immer gezögert hat, übers Kinderkriegen zu sprechen. In Wahrheit hat Ayukta ein großes Geheimnis: Sie stammt aus einer langen Linie von Frauen, die Zugang zu ihrem Ahnengedächtnis haben, und Ayukta hat Schwierigkeiten zu verstehen, was es bedeutet, etwas weiterzugeben, das ein so großes Geschenk, aber auch eine so große Last für jedes Kind sein könnte, das sie zur Welt bringen würde. Also rollt Ayukta im Laufe einer Nacht und eines Tages die Geschichte derer aus, die vor ihr kamen und die uns von 1946, Karatschi über 1974, Gujarat bis hin zu 2018 in Minneapolis führt.
Und sie versucht, Nadja die Bedeutung der Geschichten zu vermitteln, die ihr und auch ihnen gemeinsam bei der Entscheidung über Elternschaft helfen könnten. Im Kern geht es in dem Roman um das Mädchensein und Queerness. Um Macht und ihre Erforschung, ob sie nun gesellschaftlich, institutionell oder systemisch ist. Und es geht auch um die kaleidoskopische Liebe: die Liebe zu den Vorfahren, die familiäre Liebe zwischen Geschwistern, die platonische und die romantische Liebe. Im Kern ist „A Thousand Times Before“ eine Liebesgeschichte.
Für mich bedeutet dieser Roman so viel. Ich habe ernsthaft mit dem Schreiben begonnen, nachdem mein letzter überlebender Großelternteil verstarb und es wurde mir sehr wichtig, die Migrationsgeschichten meiner eigenen Familie in dem Buch nachzuzeichnen. Es ist auch eine der Möglichkeiten zu überlegen, wo ist Heimat? Was ist Heimat? Was bedeutet sie aus einer diasporischen Sichtweise heraus? Und wie verstehen wir die Art und Weise, in der Macht, Entscheidungsfindung, Barrieren und Politik eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung des Lebens von alltäglichen Menschen spielen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre von „A Thousand Times Before“. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, und ich freue mich, dass es nun in der Welt ist und Sie es lesen können. Danke, dass Sie es willkommen heißen."
*A Thousand Times Before* ist der englische Titel für *Amlas Töchter*
Übersetzt von Nadine Mutz
Sonntag, 2. August 2026
*Wochenrückblick vom 27.7- 2.8.26*
*Werbung , unbezahlt*
GEDACHT: Wie schnell sich das Leben verändern kann ! Eine nicht heilbare Krankheit einer lieben Freundin hat mir das wieder deutlich vor Augen geführt.
GEÄRGERT: Über ein fast ungeniessbares und teures Abendessen in einem Lokal im Waldeckschen Land. Es war eine Unverschämtheit Gästen so etwas zu servieren.
GEFREUT: Ein neuer Kontakt zu einer Garten-Bloggerin hat mir schöne Impulse geschenkt.
GESEHEN: Ein fiktiver Film über Terrorentwicklungen in Indien/Pakistan, zufällig zum Thema Indien - aber nicht passend zur Thematik des Buches!
GELESEN: *Amlas Töchter* aus der HarperCollins Verlagsgruppe verzaubert mich und versetzt mich in eine magische , bunte, fremde Welt voller mir unbekannter Eindrücke. Viele indische Begriffe für Speisen , Sitten und Bräuche waren mir sehr fremd. Ein Glossar wäre da sehr hilfreich gewesen.
Einen gesunden und wertvollen Ernährungsratgeber mit 200 Rezepten habe ich mir gründlich angeschaut, einiges nachgekocht und eine Kurzrezension verfasst. Viele Rezepte werden einen festen Platz in meiner Alltagsküche bekommen und/oder sind mir schon bekannt.
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Freitag, 31. Juli 2026
*ISS DICH JUNG* von Prof. Dr. Valter Longo - Das Rezeptbuch zur Longevità-Diät
(Werbung, unbezahlt*)
Sonntag, 26. Juli 2026
*Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola - *Die Eismeertrilogie Band 2* - erschienen im btb Verlag -
*Wochenrückblick vom 20.7.-26.7.26*
*Werbung, unbezahlt*
GETAN: Es war eine recht ruhige und vor allen Dingen kühlere Woche für alle üblichen Hausarbeits- und Gartentätigkeiten. Aber ab Mittwoch sollen die Temperaturen wieder steigen,,,,
GEDACHT: Es ist verrückt und aus meiner Sicht auch gefährlich, dass eine KI sich aus den Daten einer anderen KI bedient - selbständig ohne die Aufforderung eines Menschen. Eine neue Hitzewelle bahnt sich an,,,,
GEÄRGERT: Eigentlich über nichts Persönliches !
Vielleicht über die horrenden Preise für Benzin und Diesel. Und immer wieder schlagen mir die Bilder der laufenden Kriege *auf den Magen*.
GEFREUT: Über meine schöne Lektüre *Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola. Über zwei neue, günstige Sommerhosen aus Leinen und Baumwolle. Hoffentlich gibt es noch reichlich Sommertage.Ein Besuch in der Wochenmitte im Tierpark Sababurg war total entspannend bei angenehmen Temperaturen . Zwei neue Bücher habe ich erstanden, eines auf Empfehlung der lieben Sheena (siehe hier https://sheenascreativworld.blogspot.com/2026/07/kurzmeinung-tage-am-fluss-von-jochen.html ) und eines zum Schulbeginn für unseren kleinen Enkeljungen aus der Reihe *Bildermaus - Dinosauriergeschichten*. Zwei neue Rezensionsexemplare sind auch eingetroffen.
GESEHEN: Verschiedene Buch-Blog-Seiten im Internet. Auf READO gestöbert. Die *Tour de France*. Die schrecklichen Feuerbilder aus Spanien und Frankreich im TV. Eine Katastrophe für jeden einzelnen Betroffenen :-( ! Es ist einfach nur schrecklich!
GELESEN: *Zeit der Wale*, viele Rezensionen befreundeter Buchblogger*innen. Die Rezension zu diesem tollen Buch geschrieben. Ich kann die bisher erschienen beiden Bände der *Eismeertrilogie* nur empfehlen und freu mich jetzt schon auf den dritten Band. Ob diese Geschichte wohl gut ausgeht? Ich fürchte leider nein!
Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart!
Freitag, 24. Juli 2026
*Tage am Fluss* von Jochen Mariss - erschienen im KIWI-VERLAG
Ich lese gerade,,,,,
Mein erster Eindruck: Eine leicht zu lesende Lektüre, die unsere Klimaveränderungen, den Widerstand junger Menschen gegen die Zerstörung der Natur zum Thema macht.
Sonntag, 19. Juli 2026
*Wochenrückblick* vom 13.7. - 19.7.26
*unbezahlte Werbung*
GETAN: Die Woche fing angenehm am Montag Abend mit einer schönen Geburtstagsfeier einer nun 80 jährigen Jubilarin an. Am Wasser , inmitten eines gemütlichen kleinen Wäldchens liess sie es ihrer Familie richtig gut gehen mit einem köstlichen Essen in gemütlicher Stimmung. Unsere Heimfahrt gestaltete sich etwas aufregend, da wir dem drohenden Unwetter mit Starkregen, Blitz und Hagel immer ein Stück voraus fuhren. Jostabeeren wurden gepflückt, entsaftet und zu Gelee verarbeitet . Zur Nachfeier eines 70. Geburtstag einer Freundin war ich eingeladen und habe einige Kolleginnen aus dem Literaturbetrieb wiedergesehen. Es war ein lustiges und schönes Zusammentreffen. Wir konnten viele Neuigkeiten austauschen und neue Bücher waren selbstverständlich auch ein grosses Thema. Ansonsten war die Woche gut gefüllt mit den üblichen Haus - und Garten Tätigkeiten.
GEDACHT: Die Zeit bleibt für niemanden stehen. Alles verändert sich jederzeit im Leben.
GEÄRGERT: Diese Gefühlsregung versuche ich zu vermeiden und ignoriere bestimmt Ereignisse - vor allem schlechte Nachrichten aus den Medien. Eine Nachricht hat mich allerdings zum wütendem Staunen gebracht: die Doppelmoral eines Politikers, der meint, dass er alle Probleme aussitzen könne bis zum September. Hat ja nicht geklappt!! Er verliert seinen aktuellen Job.
GEFREUT: So viele bekannte Freund*innen, Familienmitglieder in dieser Woche getroffen zu haben. Über die Bilder im TV der "Tour de France*. Täglich habe ich leckere Alltagsküche gekocht, zum Beispiel Risotto mit frischen Tomaten. Ein Sonntagsfrühstück mit lieben Freunden war ein schöner Wochenabschluss :-) !
GESEHEN: Ab und zu ein Fussballspiel am Abend. Die Tour de France im TV teilweise verfolgt, wenn es gepasst hat.
GELESEN: Mit *Orion* von Petra Morsbach habe ich einen grossen Teil meine Lesezeit verbracht. Ausserdem das Buch *Königssohn* beendet. Zu beiden Büchern habe ich meine Leseeindrücke verfasst.
Ich wünsch Euch einen guten Wochenstart!
Risotto
Samstag, 18. Juli 2026
*Folgeband von *Der Aufbruch* !
*Werbung, unbezahlt*
Nun bin ich lesend dabei im Buch *Zeit der Wale* von Ingeborg Arvola. Es ist der Folgeband von *Der Aufbruch* der Autorin. Nachfolgend findet ihr hier meine Rezension des ersten Bandes :
Meine Meinung zum Buch:
Ingeborg Arvola lässt uns teilhaben an einem Stück eigener Familiengeschichte, welche sie sorgfältig recherchiert hat. Sie entführt uns in die Jahre 1859 - 1862. Wir befinden uns in der Finnmark und begleiten eine 35-jährige Mutter mit zwei Jungen auf ihrem Schlitten, den sie mit ihren Ski durch die unwirtlichen dichten, tief verschneiten Wälder der Finnmark zieht. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne Hunger,Entbehrungen sowie hämischen Nachreden ihres Dorfes und der Nachbarn, treibt sie an zu dieser Reise an die Küste des Eismeeres in Norwegen. Brita Caisa Seiparjærvi ist eine besonders schöne Frau mit aussergewöhnlichen Heilkräften und nicht verheiratet. Ihr älterer Sohn entstammt aus einer Beziehung mit einem verheiratetem Mann. Der Vater des kleineren Jungen verstarb früh, plötzlich und unerwartet. Der Pastor ihrer Kirchen-Gemeinde hat sie als unzüchtige Hure, Mutter von zwei unehelichen Kindern offen beschimpft, einer Kirchenstrafe unterzogen und blossgestellt.In ihrer Heimatgemeinde hatte sie nun mit ihren beiden Kindern keine glückliche Zukunft mehr zu erwarten.
Die Autorin beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, deren strenge Regeln uns kaum noch vertraut sind, die wir nicht akzeptieren. Auch Brita Caisa will sich den üblichen, damaligen Gepflogenheiten nicht fügen und bricht aus ihrem Leben aus. Sie hat ihren Söhnen zwar versprochen an der Eismeerküste zu heiraten, lernt aber den verheirateten Mikko kennen. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander und alles kommt anders, als dem grossen Jungen Aleksi und dem dreijährigen Heikki versprochen.
Der Roman erzählt in flüssigem und schön zu lesendem Ich-Stil vom Leben der Brita Caisa, ihrer Familie, den Bekannten und Freund*innen. Ich bin durch die Seiten geflogen und in ein ursprüngliches Leben in tiefen, dunklen Wäldern, Mooren mit Molte Beeren, Flüssen, Meeresküsten und eingeschnittenen Fjorden abgetaucht und war völlig gefesselt von dieser vergangenen, beschwerlichen Zeit. Der Duft von Holzfeuern aus einfachen Saunen, Tieren wie Schafen, Rentieren und von salzigen Meeres Brisen, getränkt mit Fischgeruch und dem Kreischen der Meeres Vögel entstand automatisch in meinem Kopfkino. Ein Personenverzeichnis mit Namens Varianten in Finnisch und Norwegisch hat mir bei der Orientierung der vielen Personen und deren ungewöhnlicher Namen geholfen.Damals haben dort Volksgruppen wie Schweden, Norweger, Finnen,Samen,Russen miteinander gelebt und so die Finnmark bunt bevölkert.
Der wunderbare Schreibstil mit sehr poetisch verfassten Naturbeobachtungen hat mich verzaubert und sehr beeindruckt. Der alte, mystisch angehauchte Volksglauben, die immerwährende Anwesenheit des *kleinen Volkes* mit seinen geheimnisvollen Besonderheiten und die Heilkraft der Brita Caisa bei Verletzungen und/oder Geburten, die sie aus der Natur und ihrem *inneren Wesen* zieht, haben mich fasziniert. Viele Ausdrücke und Lieder im Text eingestreut, in Original Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, oder einer Mischung konnte ich zwar nicht verstehen und/oder für mich übersetzen, haben mich aber trotzdem berührt und die Authentizität des Geschehens und des Textes unterstrichen.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch! Absolut lesenswert.
INHALT/KLAPPENTEXT: Mit »Zeit der Wale« setzt Ingeborg Arvola ihre gefeierte Eismeertrilogie fort und erzählt die Geschichte der unbeugsamen Brita Caisa weiter. Norwegische Eismeerküste, 1863: Nach Ende ihrer Haftstrafe, zu der sie wegen ihres Verhältnisses mit dem verheirateten Mikko verurteilt wurde, kommt Brita bei Bekannten unter. Als endlich auch Mikko entlassen wird, hofft sie auf ein gemeinsames Zuhause und eine sichere Zukunft für ihre drei Kinder. Ihr Leben ist geprägt von der harten Arbeit rund um den Walfang, der wohltuenden Hitze der Sauna und der tiefen Verbindung zur Natur. Ein eindringlicher Roman voller rauer Schönheit mit faszinierenden zeitgeschichtlichen Einblicken in die Lebensweise an der norwegischen Eismeerküste.
Ingeborg Arvola, geboren 1974, wuchs in Pasvikdalen und Tromsø im hohen Norden Norwegens auf und hat bereits mehrere Romane für Kinder und Erwachsene geschrieben. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 2022 mit dem Roman »Der Aufbruch«, dem ersten Buch in der historischen Eismeer-Trilogie. Der Roman, der von der Geschichte ihrer Familie inspiriert ist, wurde sofort ein Bestseller, erhielt den renommierten Brage-Literaturpreis und wurde für viele weitere Literaturpreise wie den Preis des Nordischen Rates und den Norwegischen Buchhändlerpreis nominiert. Auch international sorgte der Roman, der in 12 Länder verkauft wurde, für großes Aufsehen und erhielt überragende Kritiken.
Übersetzerin: Katharina Martl
Donnerstag, 16. Juli 2026
*Königssohn* von Eveline Hasler - erschienen im Nagel und Kimche Verlag
Mittwoch, 15. Juli 2026
*Orion* von Petra Morsbach - erschienen im Penguin Verlag
Sonntag, 12. Juli 2026
*Wochenrückblick vom 6.7.26 - 12.7.26
*Werbung, unbezahlt*
GETAN: Die vergangene Woche stand ganz im Mittelpunkt beliebter Kinderaktivitäten der Enkelkinder. Der Tagesablauf war unregelmässig, es gab keine festen Termine, die lange Frühstückszeit mit viel Quatscherei kam immer gut an. Ein Tierparkbesuch wurde sofort anvisiert, Schwimmbadbesuche, Grillen mit Stockbrot Bäckerei wurden begeistert angenommen wie auch Stadtbummel, Eisessen, Spielplatzbesuche, Minigolf, Spielabende. Gartenstecker - Tiere wurden bemalt und bekamen einen neuen Look verpasst. Sprüh-Wasserflaschen waren der Renner - alle Blumen und jeder Mensch genoss diese immer wiederkehrende Abkühlung im Garten. Fussballschauen samt Aufklärung der unwissenden Grosseltern über die WM, die Spieler, deren Vorlieben und Familien hat uns allen viel Spass gemacht.
GEDACHT: Wie schön, dass Kinder noch so begeisterungsfähig sein können.
GEÄRGERT: Ausnahmsweise mal über gar nichts, da ich zum Nachrichten Schauen keine Zeit fand ;-) !
GEFREUT: Dass ein Teil der Familie zu Besuch bei uns war und wir eine gute Zeit miteinander hatten.
GESEHEN: Interessante Fussballspiele gab es in der vergangenen Woche. Schön, dass die Schweizer Mannschaft weitergekommen ist ! Einige YouTube Filme für Kinder und Jugendliche.
GELESEN: Nicht so viel - ich habe allerdings einige Infos über beliebte Kinder Literatur mitbekommen.
Ich wünsche euch eine gute neue Woche mit viel Lesezeit.
Sonntag, 5. Juli 2026
*Wochenrückblick vom 29.6.-5.7.26*
GETAN: Der Wochenanfang begann immer noch mit sehr hohen Temperaturen. Das Haus und die Wände waren aufgeheizt und es dauerte einige Zeit bis man sich wieder wohler gefühlt hat. Ein Besuch auf unserem Lieblings-Bauerhof stand an, wo wir schon wunderbare, frische Frühkartoffeln gekauft haben. Gewaschene Wäsche wurde draussen im Nu getrocknet. Die Gästezimmer für den anstehenden Besuch von Tochter und drei Enkelkindern gerichtet. Über Fünfhundert Seiten von *Ein weites Leben* als Print-Buch habe ich mit viel Genuss gelesen und konnte tief in die Geschichte eintauchen. Die Rezension dazu entstand auch schnell im Kopf. Andere Bücher habe ich meist spät abends auf dem Reader nebenher weiter verfolgt, bis mir die Augen zufielen. Ein besseres Schlafmittel gibt es nicht ;-) !
GEDACHT: Nicht so viel ;-), die Sonne hat wohl viele meiner Gedanken geschluckt. Schöne Aktivitäten mit den Enkelkindern vorgeplant und darüber nachgedacht.
GEÄRGERT: Über die Frechheit der Politiker Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung zu ignorieren.
GEFREUT: Schöne Telefonate mit dem vierten, jüngsten Enkelkind und Tochter genossen.... Die blühenden Sommerblumen im Garten heitern mich jeden Tag auf und bereiten viel Freude. Mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen ist es ein täglich neues, wunderbares Geschenk. Spielen, Minigolf, Erzählen, Bummeln , Eisessen mit dem Familienbesuch.
GESEHEN: Viele Fotorückblicke aus vergangenen Jahren. Kein nerviges TV Programm mit ekelhaften Krimiserien. Ich frage mich immer wieder warum Menschen davon so begeistert sind - jeden Tag!
GELESEN: *Ein weites Leben*, *Hüterin der Schwäne*, Orion, *Das Schwarz an den Händen meines Vaters*.
Ich wünsch allen eine gute Woche!