
*Werbung, unbezahlt*
Erschienen am 23.7.26
Mein Leseeindruck zum Buch:
Beim Betrachten des Cover könnte man auf eine abenteuerliche Geschichte über das Meer, Stürme, Geschichten über das Leben einsamer Leuchtturm Wärter hoffen. Wäre da nicht ein ganz kleines Detail in der rechten unteren Ecke des Cover, welches auf noch mehr Dramatik und Nervenkitzel hindeutet. So kam es auch, denn die ca. zweihundert Seiten des gebundenen Buches konnte ich nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe diesen Schauerroman, so kann ich es bezeichnen , in zwei Tagen durchgelesen. Es war eine begeisternde, spannende, aber auch abstossend, grauenvoll erschütternde Lesereise. Ich bin immer noch geflasht und denke darüber nach - auch und gerade über die überraschende Endaussage des Buches, die ich hier auf keinen Fall spoilern möchte. Die Stimmung im Buch ist immer von einer sehr düsteren und gefährlichen Atmosphäre geprägt. Stürme mit riesigem Wellengang, aggressive Meeresvogel und die schreckliche Einsamkeit und Not für Menschen, die auf so einem kleinen umtosten Archipel inmitten des Ozeans allein leben müssen, prägen den gesamten Roman. Der besonders aussagekräftige und bunte Schreibstil des Autors fesselt total. Ich denke, die Übersetzung ist auch gut gelungen.
Dr. Pierce, dem Psychiater und Leiter einer Nervenheilanstalt in den 1920 er Jahren in Edinborough, Schottland habe ich zu Beginn der Geschichte voll und ganz vertraut. Er kümmert sich um Kriegsveteranen, die mit schweren Traumata aus dem 1. Weltkrieg zurückkehrten. Doch dann wuchsen Zweifel in mir, denn Dr. Pierce war nicht nur als Arzt dort tätig. Er war selbst betroffen und hatte sich eine schwere Kopfverletzung während des Gemetzel an der Somme in Frankreich zugezogen.
Er bekommt einen neuen Patienten, genannt der *Schwimmer* vom *Northern Lighthouse Board*, einer Organisation zum Bau und der Kontrolle von bestehenden Leuchttürmen, zugewiesen. Zwanghafte Schwimmbewegungen bis zur völligen Erschöpfung kennzeichnen das Krankheitsbild von David Bradley, genannt „der Ingenieur". Er war auf dem schlimmsten, der Hölle aller Leuchttürme, genannt *Goliaths Auge* stationiert zur Überprüfung wegen angeblich irreparabler Schäden des Bauwerks.
Beide Männer kämpfen mit ihren persönlichen Traumata.
Dr. Pierce verschafft sich Erleichterung durch eine Morphinabhängkeit und versucht seinem Patienten David Bradley mit Hypnose von seiner Zwangsstörung zu befreien. Ausserdem verfasst er eine Abhandlung über sein neu erfundenes Heilverfahren und möchte damit Kollegen im In - und europäischen Ausland beeindrucken und überzeugen..... ob ihm dies gelingt müsst ihr euch nun selber erlesen und ich wünsche euch starke Nerven für diesen aussergewöhnlichen Roman.
Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** Sternen und man kann es unbedingt in das Genre Psychothriller, Schauerroman ähnlich dem Buch von Mary Shelly's *Frankenstein*, einordnen.
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Diego Muzzio, geboren 1969 in Buenos Aires, studierte Literatur und Fremdsprachen. Als Autor von diversen Gedichtbänden, Kurzgeschichten und Romanen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Roman »Goliaths Auge« wurde in fünf Sprachen übersetzt und mit dem Kónex Foundation Award (2024) und dem Medifé Filba Foundation Award (2023) prämiert. Muzzio lebt heute in Le Mans, Frankreich.
Kirsten Brandt geboren 1963, studierte nach einer Buchhandelslehre Portugiesisch, Englisch und Deutsch und lebte sieben Jahre in Barcelona. Für mare übersetzte sie u. a. José Luis González Macías‘ »Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt« (2023). Für ihre Übersetzungen aus dem Spanischen, Katalanischen und Portugiesischen wurde sie vielfach ausgezeichnet.
Herzlichen Dank an den Autor und den Mare Verlag für das gebundene Leseexemplar !
Moin, liebe Angela,
AntwortenLöschenmal abgesehen von der rechten unteren Ecke, ist das ein Wahnsinns-Cover, ich könnte fast in Versuchung kommen. Aber ich bin gerade gut dabei, keine Bücher mehr zu kaufen. Nur noch die Abo-Box von der Büchergilde.
Liebe Grüße,
Anne-Marit
Liebe Anne, ich bewundere deine Standhaftigkeit in Bezug auf Bucheinkäufe. Ich schaff es noch nicht das ganz aufzugeben, bin aber auf gebrauchte Bücher umgestiegen. Die meisten Rezensionsexemplare landen ja in meinem Bücherschrank oder in einer öffentlichen Bücherei zum kostenlosen Mitnehmen für jede*n. LG Angela
LöschenUi,hört sich ja echt schaurig an.Wäre nicht meins.Ich bin auch eine richtige Leseratte und Stammgast in der öffentlichen Bücherei.Früher als mein Mann als Buchhändler gearbeitet hat, haben wir einige Lederxemplare bekommen wenn wir jetzt Bücher kaufen müssten, würden wir arm werden, soviel wie wir lesen. Doch ich lasse mich gerne von deinen Rezensionen inspirieren.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Pippi
Liebe Petra, wie schön dass Du als Lesebegeisterte meinen Blog gefunden hast und sogar noch in meiner Nähe lebst :-) ! Dieses Buch ist echt *harte Kost* und ich bin froh dass du es aus der Rezension erlesen hast. Ich verschenke meine Leseexemplare gern an öffentliche Büchereien oder lege sie in meinen Bücherschrank am Haus, der für jede*en zugänglich ist zum Entnehmen. Es ist nur kein Tauschschrank - bei uns/mir gibt es auch schon genug Bücher ;-) . Schau gern einmal vorbei wenn du in der Nähe bist und hab keine Scheu zu klingeln,,,,,
AntwortenLöschenHerzlich Angela