Sonntag, 15. März 2026

*Wochenrückblick* vom 9.3.- 15.3.26

 


GETAN: Jeder Tag war gefüllt mit Aktivitäten wie Fiseurbesuch, Frühlingsblumen gepflanzt, eine fällige Rezension schreiben, natürlich Lesen, das Auto zum Ölwechsel gebracht, die Heizung warten lassen und liebe Geburtstaggrüsse an das Enkelkind zu übermitteln. 

GEDACHT: Wie schnell doch die Tage vergehen mit festen Terminen.

GEÄRGERT: Immer wieder über das lasche TV-Programm. Kein Wunder dass junge Menschen kaum noch das Fernsehgerät einschalten. Über riesenlange Wahlzettel, an denen man 93 Kreuzen machen könnte. Wer macht denn sowas??????

GEFREUT: Über meinen neuen Haarlook, ein Essen in einem asiatischen Restaurant . Gesund und Mutter zu sein. Vorfreude auf die Buchmesse. Die READO APP ausprobiert und genutzt. 

GESEHEN: Nichts wichtiges ,,,,, ausser Nachrichten!

GELESEN: *Familiensache* von Claire Lynch. Siehe Beitrag.

Ich wünsche euch einen guten Wochenstart und gehe voller  freudiger Erwartungen in die neue Buchmessen-Woche!

Samstag, 14. März 2026

*Familiensache* von Claire Lynch - erschienen im Penguin Verlag

 

*Werbung, unbezahlt*

INHALT/KLAPPENTEXT: Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller – und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen – so wie über das, was 1982 passiert ist …

In ebenso zarte wie sprachmächtige Prosa gegossen und mit warmherzigen Figuren gespickt, stellt Claire Lynch in Familiensache die Frage, was eine Familie ausmacht und wie die Wunden der Vergangenheit heilen können.


Claire Lynch promovierte an der Universität Oxford und lehrte Englische und Irische Literatur an verschiedenen Universitäten. Sie ist regelmäßig in Podcasts zu den Themen Elternschaft und Queerpolitik zu Gast und hat ein Memoir über ihre eigenen Erfahrungen mit queerer Mutterschaft geschrieben. Sie lebt mit ihrer Frau und ihren drei Töchtern in Windsor. »Familiensache« ist ihr Debütroman.

Meine Meinung zum Buch:

Kennt ihr diese Bücher, die einen erst ganz sanft in eine Familiengeschichte ziehen und dann mit voller Wucht erschüttern? Genau so erging es mir mit dem neuen Roman von Claire Lynch.


Die Geschichte ist wie ein komplexes Puzzle aufgebaut und springt meisterhaft zwischen zwei Zeitebenen: dem England der 1980er Jahre und der Gegenwart (2022/2023).

Im Zentrum stehen Heron und Dawn. Sie heiraten jung, wie es damals üblich war, und führen eine scheinbar glückliche Ehe, gekrönt von ihrer Tochter Maggie, die der Lebensmittelpunkt beider Eltern ist. Doch die Idylle zerbricht, als Dawn sich in die junge Lehrerin Hazel verliebt.

Was als leidenschaftliche Affäre beginnt, führt Dawn zu einer schmerzhaften Erkenntnis: Es gibt ein anderes Leben für sie. Sie möchte sich in Freundschaft trennen, hofft auf ein friedliches Co-Parenting – doch sie hat die Rechnung ohne den verletzten Stolz ihres Mannes und das gnadenlose Rechtssystem der 80er gemacht.


Besonders schockierend ist die Rolle der Behörden. Basierend auf der damaligen Überzeugung, eine lesbische Mutter sei schädlich für die Kindesentwicklung, wird Dawn systematisch aus dem Leben ihrer Tochter gestrichen.

 Gekränkt und überzeugt, das Richtige zu tun, forciert Heron eine radikale Trennung.

 Maggie wächst ohne ihre „Mummy“ auf und erhält nie eine ehrliche Antwort auf ihre Fragen.

Erst 40 Jahre später, als ihr Vater schwer erkrankt, entdeckt Maggie in alten Akten das ungeheuerliche Ausmaß der damaligen Kontaktsperre – und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter.

Mein Fazit

Obwohl die Geschichte fiktiv ist, spürt man auf jeder Seite die tiefe Recherche der Autorin. Claire Lynch lässt die Erfahrungen vieler queerer Mütter einfließen, die ähnliche Diskriminierungen erleben mussten. Die Szenen vor Gericht, in denen Dawn wegen ihrer Sexualität regelrecht vorgeführt wird, sind kaum zu ertragen – vor allem mit dem Wissen, dass diese Praktiken noch gar nicht so lange zurückliegen.

Ein tiefgründiger, schmerzhafter, aber unglaublich wichtiger Roman über das Recht auf Liebe und die späte Suche nach der Wahrheit.


Fünf Sterne !



Mittwoch, 11. März 2026

*Bambino* von Marco Balzano - erschienen im Diogenes Verlag

 

*unbezahlte Werbung , Rezensionsexemplar*

Verlagslink


INHALT/KLAPPENTEXT: 

Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.


Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Mit seinem Roman ›Das Leben wartet nicht‹ gewann er den Premio Campiello. Mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega, in Italien und im deutschsprachigen Raum war das Buch ein großer Bestseller. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.

Auszeichnungen

 Ich bleibe hier für das ›Lieblingsbuch der Unabhängigen‹ nominiert, 2020

 ›Premio Bagutta‹ für Resto qui, 2019

 ›Prix Méditerranée étranger‹ für Je reste ici (Resto qui), 2019

 ›Premio Asti d’Appello‹ für Resto qui, 2018

 Je reste ici (Resto qui) in Frankreich auf der Shortlist des ›Prix du roman FNAC‹, 2018

 2. Platz des ›Premio Strega‹ für Resto qui, 2018

 Je reste ici (Resto qui) in Frankreich auf der Shortlist des ›Prix Femina‹, 2018

 ›Premio Campiello‹ für L’ultimo arrivato, 2015 

Meine Meinung zum Buch: 

Und wieder führt mich ein Buch in das Jahr 1920 und ich werde mit einem unangenehmen und doch aktuellem Thema konfrontiert. Dem FASCHISMUS !

Was bringt einen Menschen dazu sich seinen düsteren, dunklen, brutalen Seiten zu öffnen und seinen Mitmenschen Unbeschreibliches anzutun? Diese Überlegungen haben mich über zweihundertundvierzig Seiten begleitet und nicht mehr losgelassen . Von der ersten bis zur letzten Seite des Buches. 

Mattia Gregori hat schon als Kind grausame Wesenszüge gehabt, die von seinen liebevollen Eltern nicht verstanden, sondern einfach ignoriert wurden. Als Erwachsener Mensch wendet er sich dem aufkommenden Faschismus zu, quält, bedroht, bestiehlt und tötet am Ende sogar ohne Skrupel seine Mitmenschen. Er verliert Freunde durch diesen Wesenszug  - und fühlt sich allein, im Stich gelassen, unverstanden. Das alles beginnt und spielt sich in einer Grenzregion zwischen Italien, Slowenien , Kroatien in den 1920er  Jahren ab, in der Stadt und Region um Triest.  Eine dunkle Zeit Italiens wird über die Geschichte dieser Region vermittelt. 

Ich habe mich durch dieses Buch gequält und musste es oft aus der Hand legen um die unbeschreiblichen, grausamen Schilderungen und Handlungen des Mattia Gregori zu verarbeiten. Der Autor hat mit diesem Roman die Schwelle zur Horrorliteratur fast erreicht. Das Seelenleben von Mattia wird erbarmungslos in einem kaum auszuhaltendem Schreibstil geschildert. So habe ich diese Thematik beim Lesen noch nie erlebt. Trotzdem hat sich mein Eindruck von dieser Lektüre zum Ende des Buches hin gemildert. Mattia hat sich verändert durch die Härte des Krieges, die auch ihn nun betroffen hat, durch die Liebe zu einer Frau, durch die Suche nach seiner leiblichen Mutter, deren Existenz ihm sein Vater ein Leben lang vorenthalten hat. Nur seine Ziehmutter Tella hat ihm dieses Geheimnis auf ihrem Sterbebett noch verraten. 

Eine Lektüre die durch den Schreibstil des Autors beeindruckt,  von der Thematik nicht schön ist, aber am Ende eine Versöhnung mit Mattia und seinem Verhalten anbietet. Keine Lektüre für zart besaitete Leser*innen. 

Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne. 

DANKE an den Autor und den Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar. 



Montag, 9. März 2026

*Wochenrückblick vom Montag, den 2.3.- Sonntag, den 8.3.26*

 



GETAN: Wenn ich so zurückschau waren das doch einige Ereignisse. Die Terrasse wurde mit Hilfe geschrubbt, gesäubert, von Algen und alten, vertrockneten Blumentöpfen befreit. Mein Zahnarzt tat mir nichts an ;-), die anderen beiden Arzttermine (immer noch Vorsorge ) verliefen auch glatt. Ein neues englisches, lustiges  Rezept ausprobiert namens *Bubble & Squeak* sowie ein neues Café in der Innenstadt getestet. 


GEDACHT: Wie mutig es ist von einer Dame  im fortgeschrittenem Alter in diesen Zeiten noch einmal ein neues Café zu eröffnen. 


 GEÄRGERT: Über die Skrupellosigkeit bestimmter Politiker über das Sterben im Krieg zu denken und öffentlich auch noch dazu Stellung zu nehmen.


GEFREUT: Über den Kauf ein neues Parfum.


GELESEN: IMMER NOCH *BAMBINO* UND *FAMILIENSACHE* !


GESEHEN: Eine TV-Serie über die Machenschaften und Operationen aller aktuellen Geheimdienste unserer Welt. Es hat mich gegruselt, auch und gerade bei den Nachrichtensendungen.


Ich wünsche allen Leser*innen einen guten Wochenstart.       

Dienstag, 3. März 2026

*Wochenrückblick vom 23.2.- 1.3.2026*




InIn 


GETAN: In der letzten Zeit  haben sich bei mir die Arztvorsorgetermine angehäuft und ich war fast jeden Tag unterwegs. 

GEDACHT: Es wird hoffentlich nicht so weiterlaufen.Ich bin kaum zur Durchschau der neu eingetroffenen Bücher gekommen.Ob ich diesen Wochenrückblick  hier laufend schreiben möchte? Ich weiss es noch nicht.

GEÄRGERT: Diese alten Männer der weltweiten Politik sorgen für den Untergang und die Ausbeutung unseres Planeten ohne Rücksicht auf die junge Generation, die ihr Leben noch vor sich hat. 

GEFREUT: Über die schöne Geburtstagsfeier meiner Enkelin. 

GELESEN: *Wenn die Kraniche nach Süden ziehen* hat mich sehr beeindruckt und ich war ziemlich traurig nach dieser Lektüre. Wie wird es mir mir, meinen Lieben ergehen am Ende des Lebens?

GESEHEN: Fast nur Nachrichten im TV - das war nicht erbauend und die politische Lage in Nahost macht mir Angst.